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Những model đời đầu của máy thở Drager

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Nội dung

Eine heutige O 2-Flasche vergleichbarerGröße verfügt über ein Drittel mehr Sauerstoff, wiegtaber zwanzig Kilo weniger und läßt sich damiterheblich leichter hantieren... Allerdings mußten

Trang 3

Die Geschichte der

Dräger-Narkoseapparate

Band I

Trang 4

4

Trang 5

Vorwort 6

Die Vorgeschichte 8

Der Aufbruch ins 20 Jahrhundert 14

Eine Weltneuheit macht Geschichte 29

Die Inhalationsnarkose der 30er Jahre 35

Neubeginn 40

Die Geräte der 50er Jahre 53

Halothan in der Anästhesie 63

Narkoseapparate für Spezialzwecke 74

Chronologischer Überblick 94

Trang 6

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser, vor 150 Jahren fing alles an: Einem Patienten konnte erstmals unter Narkose ein Zahn gezogen werden Dieser erste „Ätherrausch“ im Jahre 1846 war der Anfang der Narkosetechnik, die sich bis heute immer weiterentwickelte – bis zu unseren modernen Anästhesiearbeitsplätzen.

Seit über 100 Jahren ist der Name Dräger mit den Fortschritten dieser „medizinischen Disziplin“ fest verknüpft Die Entwicklung der Dräger-Narkose- apparate war richtungweisend Besonders der erfinderischen Eigeninitiative des Firmengründers Heinrich Dräger und seines Sohnes Bernhard, meines Großvaters, verdanken wir bahnbrechende technische Neuerungen Sie haben den Grundstock für die weltweite Anerkennung unserer Narkose- apparate gelegt Von in- und ausländischen Kliniken wissen wir, daß viele Dräger-Geräte über 30 Jahre

im Einsatz waren; getreu unserem Leitmotiv

„Technik für das Leben“ Auch heute verbindet die Medizin-Welt mit Dräger-Produkten kontinuier- lichen technologischen Fortschritt und immer wieder innovative Problemlösungen für den Arzt und den Patienten Dräger, das ist Zuverlässigkeit und Qualität Uns erfüllt dies mit Stolz, aber gleichzeitig ist es auch Verpflichtung für die Zukunft.

Die vorliegende Chronik gibt einen umfassenden Überblick der Anästhesie-Entwicklungsgeschichte bei

Dr Christian Dräger

Trang 7

Dräger Beginnend mit der Erfindung des

regulierba-ren Flaschenverschlußventils im ausgehenden vorigen

Jahrhundert, endet der erste Band Mitte der 60er

Jahre; zu diesem Zeitpunkt wurde das Halothan als

ein neues Narkotikum entdeckt Ein zweiter Band

wird die Jahre bis zu unseren neuesten

Entwicklun-gen fortschreiben.

Zeitgeschichtliche Ereignisse, die den

Dräger-Ent-wicklungen zur Seite gestellt sind, geben Hinweise auf

den historischen Hintergrund, vor dem auch Dräger

einen eigenen kleinen Teil Geschichte geschrieben hat.

Sie zeigt, was Ingenieurskunst schon damals

erreich-te Im firmeneigenen Archiv ist diese spannende

Geschichte nachzulesen Unser langjähriger

Oberin-genieur, Josef Haupt, tat dies sehr fachkundig und

engagiert, so daß bereits in den 70er Jahren seine

erste Broschüre über DrägNarkoseapparate

er-scheinen konnte Seiner damaligen Pionierarbeit

gebührt heute unser Dank, bildet sie doch eine

detail-lierte Grundlage für die jetzt überarbeitete Fassung.

Und nun viel Vergnügen beim Lesen in eben dieser

Chronik!

Ihr

Dr Christian Dräger

Trang 8

Pars pro toto

Die Historie vieler namhafter deutscher men mit internationalem Ansehen führt in dasausgehende 19 Jahrhundert zurück So auch dieGeschichte des Drägerwerkes – und mit ihr dieEntwicklung der Narkoseapparate

Unterneh-Kaum eine andere Errungenschaft jener Tage warund blieb so eng mit dem Namen Dräger verbundenwie die Sauerstoff-Flasche Der Physiker Linde hattezwar schon ein Verfahren entdeckt, Luft auf demWege der Verflüssigung in ihre Bestandteile O

2 und

NO2 zu zerlegen Aber erst in den 80er Jahren desvorigen Jahrhunderts gelang es Technikern, Sauer-stoff und andere Gase unter hohem Druck zu kom-primieren und zu speichern Die ersten nahtlosenHochdruckbehälter aus handgeschmiedetem Stahlkamen auf den Markt Die hier abgebildete Stahlfla-sche für reinen Sauerstoff, nach dem Linde-Verfah-ren gewonnen, dürfte einer der frühesten Behälterdieser Art sein Ihr Revisionsstempel beziffert dieAbfüllung auf 1885

Es ist erstaunlich, wie weit die Technik damalsbereits war: Die Flasche verfügte über ein Sauerstoff-Fassungsvermögen von über 1500 Litern bei einementsprechenden Fülldruck von 150 bar Dennochkonnte die Materialtechnik bis heute enorme Fort-schritte verzeichnen, und, wie der Vergleich in derTabelle zeigt, es gelang, bei gleichzeitiger Senkungdes Eigengewichts Fülldruck und Fassungsvermögen

zu erhöhen Eine heutige O

2-Flasche vergleichbarerGröße verfügt über ein Drittel mehr Sauerstoff, wiegtaber zwanzig Kilo weniger und läßt sich damiterheblich leichter hantieren

Die Vorgeschichte

Trang 9

gespeicherer O 2 23 g/L 6 g/L

von 85 Jahren

Die Sauerstoff-Flasche von 1885

Die Möglichkeit, Gase zu separieren und in

kompri-mierter Form zu speichern, war sicherlich ein

wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Nutzung des

Sauerstoffs; die Druckgastechnik steckte damals noch

Trang 10

in den Kinderschuhen Erst durch die Pionierarbeitvon Heinrich Dräger (1847 bis 1917), dem Gründerdes Drägerwerkes, wurde der eingeschlagene Wegkonsequent weitergegangen

Über die Nutzung von Druckgasen

Um die Druckgastechnik auch entsprechend nutzen zukönnen, waren die frühen Sauerstoff-Flaschen mit dendamals erhältlichen Druckmindererventilen ausgerü-stet Doch diese Technik erschien zu Recht als unzurei-chend Es mangelte schlichtweg an brauchbarenEntnahmeapparaturen für den unter Druck gespei-cherten Sauerstoff Die Gefahr, die von diesen Druck-behältern für den Anwender ausging, war beträchtlich.Das erkannte Heinrich Dräger schnell während seinerArbeiten mit den Druckmindererventilen, die vonverschiedenen Herstellern angeboten wurden Ge-meinsam mit seinem Sohn Bernhard (1870 bis 1928)versuchte Heinrich Dräger in den 90er Jahren, neue,probatere Lösungen zu schaffen

„ Im Anfang hatten wir das Druckmindererventil kritiklos als etwas Fertiges und Richtiges hingenom- men Wir sollten bitter enttäuscht werden Mein Sohn und ich fingen an, über das Problem des Druck- mindererventils nachzudenken Das Resultat unserer Überlegung war eine vollständige Neukonstruktion .“

Das schrieb Heinrich Dräger später in seinen benserinnerungen, weil er mit den damals verfüg-baren Ventilen in puncto Gebrauchstüchtigkeit undsicherer, gefahrloser Entnahme äußerst schlechteErfahrungen gemacht hatte

Le-Aus der erfinderischen Eigeninitiative von Vaterund Sohn entstand zunächst ein sogenannter

Zum ersten Mal wird

1901 der Nobelpreis,

benannt nach seinem

Stifter Alfred Nobel,

verliehen: Unter den

Preisträgern sind Conrad

Röntgen für Physik und

in der Medizin

Emil Adolph von Behring.

Trang 11

Bierdruckautomat, welcher zur Anwendung von

Kohlensäure, also als Zapfanlage, eingesetzt

wer-den konnte Kurz darauf gelangte diese

Neukon-struktion als Oxygenautomat für Sauerstoff zum

Durchbruch Mit der Entwicklung des

Oxygenauto-maten und dem parallel entstandenen, neuartigen

Flaschenverschlußventil war es nun möglich, einer

Hochdruckflasche gefahrlos und genau regulierbar

Sauerstoff zu entnehmen Ein Meilenstein, nicht

zuletzt für die Anästhesie, war gelegt

Die Entwicklung des Injektors

Der Oxygenautomat mit dem sicheren, gut zu

dosierenden Flaschenverschlußventil sollte sich

bewähren Allerdings mußten sich Heinrich und

Bernhard Dräger noch einer weiteren

Herausforde-rung stellen Die von ihnen maßgeblich beeinflußte

Autogentechnik verlangte nach einer Möglichkeit,

Druckgase zu mischen Als dritter Grundbaustein

gelang ihnen die Entwicklung eines

sauerstoffbe-triebenen Injektors zur Mischung von Druckgasen

Zu dieser Zeit wurde auch die Medizintechnik auf

die Errungenschaften aus dem Hause Dräger

aufmerksam

Es läßt sich heute nicht mehr sagen, ob der Arzt zum

Techniker oder der Techniker zum Arzt mit der Idee

eines Narkoseapparates kam Geforscht wurde, wie

wir heute sagen, interdisziplinär Fest steht jedoch,

daß Heinrich und Bernhard Dräger als erste in

Deutschland einen Narkoseapparat für Sauerstoff und

Chloroform bauten Medizinisch wurden sie von dem

mit ihnen befreundeten Arzt Dr Otto Roth beraten Er

arbeitete damals als Chirurgie-Oberarzt im

Allgemei-nen Krankenhaus Lübeck Das war im Jahre 1901

Trang 12

Der Apparat, der aus dieser Gemeinschaftsarbeitentstand, konnte eigentlich nur als Studienobjekt undVorläufer der Dräger-Apparate angesehen werden Erähnelte sehr stark den in England gebräuchlichenSprudlergeräten, die heute noch als Chloroform-oder Äther-“bubbler“ bekannt sind

Das Reichspatent Nr 154339

In der klinischen Erprobung durch Dr Roth

bestätig-te sich sehr bald die vermubestätig-tebestätig-te Schwäche diesesApparateprinzips Das Narkotikum Chloroformkonnte nur ungenau dosiert werden, weil es sichwährend seiner Verdunstung zu schnell abkühlte.Erneut war die erfinderische Gabe von Heinrich undBernhard Dräger gefragt In kürzester Zeit schufensie mit dem von ihnen entwickelten Injektor einevöllig neue und „eigenartige“ Tropfapparatur fürflüssige Narkotika, indem sie den Sauerstoff nichtmehr durch das Narkosegas leiteten, sondern sich dieSaugwirkung des Druckgases Sauerstoff zunutze

machten Ihre Tropfapparatur wurde am 26 August

1902 als Deutsches Reichspatent mit der Nr 154339eingetragen

Selbstverständlich übernahm Dr Roth in seinerKlinik die weitere Erprobung und konnte schon imNovember desselben Jahres diesen wichtigen Fort-schritt und seine Erfahrungen publizieren In seinerArbeit „Zur Sauerstoff-Chloroform-Narkose“ schrieb

er im „Zentralblatt für Chirurgie“ Nr 46:

„Um diese Fehlerquelle zu beseitigen, durfte der stoff nicht mehr durch das Chloroform geleitet werden Nach längeren Versuchen ist es nun gelungen, das Chloroform durch die Saugwirkung des Sauerstoff-

Sauer-Am 10 Dezember 1903

verleiht das Nobelkomitee

des norwegischen

Parla-ments Pierre und Marie

Curie den Nobelpreis für

Physik.

Trang 13

stromes aus einem besonders konstruierten Gefäß

tropfenweise sichtbar fallen zu lassen; es werden

durch eine besondere Konstruktion stets gleich große

Tropfen gebildet, so daß 50 Tropfen immer ein Gramm

ausmachen Ein drehbarer Hahn reguliert die

Tropfen-zahl und gestattet also je nach Bedarf kleine oder

große Chloroformmengen in den unter dem

Tropfap-parate in bekanntem Verhältnisse fließenden

Sauer-stoffstrom hineinfallen und so zur Verdunstung

kom-men zu lassen; der an dem Hahn über einer Skala

angebrachte Zeiger orientiert über die jeweilige

Tropfenzahl – also auch Chloroformgabe in

Grammen –, welche in der Minute zur Verdunstung

kommt So wird also eine wahre und exakte

Tropfme-thode gewährleistet, die keine Ungeduld des

Opera-teurs zu stören vermag.“

Seit diesen Tagen ist der Name Dräger unmittelbar

mit den Entwicklungen auf dem Gebiet der

wel-B ist ein federnder Hebel, der das Gefäß T stützt T 1 ist das Tropfenschauglas, mit dem sich die Anzahl der Tropfen nachkontrollieren ließ 25 Tropfen entsprachen dabei exakt 1/2 g Chloroform R ist die Regulierskala

Trang 14

Vom Erstling zur Modellreife

Der Handapparat 145 N oder auch Roth-Dräger

aus dem Jahre 1902 kann als Erstling in der langenReihe der Dräger-Narkoseapparate angesehenwerden Seine wichtigsten Funktionsteile sind dasReduzierventil zur optimalen Gasentnahme und dieTropfapparatur zur exakten Narkotikumdosierung.Beide Bauelemente sind uns über die Jahrzehnteerhalten geblieben Es sind die Gesellenstücke einesFeinmechanikers aus der damaligen Dräger-Werk-statt Unter Verwendung dieser wesentlichen Bauteileentstand die abgebildete Rekonstruktion

Trang 15

und dosiert Das Gas betrieb gleichzeitig einen

Injektor, der aus einer Vorratsflasche Chloroform

ansaugte Das Narkotikum ließ sich präzise nach

Tropfenzahl je Minute regulieren und verdunstete

im Sauerstoffstrom Der Patient atmete das so

entstehende, vom Narkotiseur vorbestimmte

Nar-kosegemisch aus dem Atembeutel über

Einatem-ventil, Schlauch und Maske ein Die Ausatmung

erfolgte über das separate Ausatemventil an der

Maske ins Freie Es war also, wie man heute sagt,

ein halboffenes System (Nicht-Rückatemsystem),

exakt gesteuert durch widerstandsarme

Glimmer-plättchen-Ventile

Diese Erstkonstruktion erfuhr nach ihrem

Bekannt-werden sehr bald eine Erweiterung Auf Anregung

und unter Mitwirkung von Prof Georg Krönig aus

Jena wurde nun noch eine zweite Tropfapparatur

hinzugefügt Sie diente für ein zweites Narkosemittel,

nämlich den Äther Durch diese Weiterentwicklung

konnte Dräger schon 1903 drei Modelle auf den

Markt bringen, die alle im wesentlichen baugleich

waren und sich nur durch die

Applikationsmöglich-keiten der Narkosemittel unterschieden:

■ Sauerstoff-Chloroform,

■ Sauerstoff-Äther,

■ Sauerstoff-Chloroform-Äther

Ein Jahr später präsentierte Dräger einen dieser

Narkoseapparate auf der Weltausstellung in St

Louis, USA Das vorgestellte Modell fand großes

Interesse und galt als etwas durchschlagend Neues

Dräger erhielt die Silbermedaille für den

„Oxygen-Chloroform-Apparatus“

Jahrelange Versuche führen Mitte Dezember des Jahres 1903 zum ersten großen Erfolg für die Brüder Wright: Orville Wright kann 12 Sekunden mit seinem Motorflugzeug in der Luft bleiben und fliegt

70 Meter weit.

Trang 16

Dieses Diplom wurde

Heinrich Dräger auf der

Aus-stellung 1904 in St Louis,

USA, zusammen mit der

Silbermedaille für den

heraus-ragenden

„Dräger-Oxygen-Chloroform-Apparatus“

verliehen

Von den Modellen zur Serienproduktion

Die Erfolge und die weltweite Anerkennung ten Heinrich und Bernhard Dräger auf ihrem einge-schlagenen Weg und führten zu weiteren Neukon-struktionen und Modifikationen Die Zielsetzungbestand vor allem in zwei Punkten: Zum einen sollteeine wirtschaftlichere Serienfertigung ermöglichtwerden; zum anderen hatten die Erfahrungen ge-zeigt, daß bezüglich der Pflege im täglichen klini-schen Gebrauch die Tropfvorrichtung verbesserungs-würdig war

bestärk-Als Ergebnis ihrer Arbeiten erschien im Jahre 1910

der Roth-Dräger-Mischnarkoseapparat auf dem

Markt Sein Funktionsprinzip war praktisch tisch mit dem seiner Vorgänger, aber das Ziel

Trang 17

Die Nummer zwei:

Der Doppelapparat 240 N aus dem Jahre 1903

Trang 18

In Gemeinschaftsarbeit mit

dem befreundeten Arzt

Dr Otto Roth entstand 1910

der

Roth-Dräger-Misch-narkoseapparat

Trang 19

wurde erfüllt Eine zeitgenössische Darstellung

erklärt die Arbeitsweise dieses Apparates:

Die Abbildung „ ist ein schematischer Querschnitt

der beiden Tropfteile Der an der Stellschraube B des

Reduzierventils A nach dem Manometer M

eingestell-te Niederdruck strömt nach dem Öffnen des Hahnes

H zu den Injektoren D1 und D2 In den

Schauglas-körpern K1 und K2 wird ein Vakuum erzeugt, und

das durch die Steigrohre S1 und S2 angesaugte

Narkotikum fällt von den Tropfkegeln V1 und V2

sichtbar und hörbar in den Sauerstoffstrahl der

Injektoren An den Hähnen R1 und R2 wird durch

Veränderung des Vakuums in den Schauglaskörpern

die Tropfenzahl pro Minute reguliert Je weiter die

Hähne geöffnet sind, umso größer ist die

hindurch-zirkulierende Gasmenge und umso niedriger ist das

Vakuum, und umgekehrt Die

Chloroform-Sauer-stoffdämpfe und die Äther-SauerChloroform-Sauer-stoffdämpfe mischen

sich im Atem- oder Sparbeutel G und gelangen durch

das Einatemrückschlagventil im Sparapparat P in

den zur Maske führenden Metallschlauch.“ Das Bild

Die technische nung des Roth-Dräger- Mischnarkoseapparates für Äther und Chloroform

Trang 20

„ zeigt, wie der Injektor des beschriebenen tes in Wirklichkeit konstruiert ist Die Druckdüse a und die Saugdüse b sind mittels Schraubenziehers herausnehmbar und können dadurch leicht gerei- nigt werden …“

Appara-Alle vorgestellten Apparate trugen zum großen Erfolgdes Drägerwerkes bei Bis 1912, also in den erstenzehn Jahren der Dräger Narkosetechnik, wurdenüber 1500 Stück in alle Welt verkauft

Mehr Sicherheit in der Anästhesie

Die Entwicklung in der Medizin und die gen der Anästhesisten sowie der Chirugen erforder-ten sehr bald eine weitere Überarbeitung des ur-sprünglichen Dräger-Narkoseapparates, der unterMitwirkung des befreundeten Arztes Dr Otto Roth

Anforderun-1902 entstanden war Schon wenige Jahre nachseiner Verbreitung wurde er als Variante mit einerneuartigen Ergänzung zur pneumatischen künstli-chen Beatmung ausgestattet, es entstand ein „Narko-se-Wiederbelebungsapparat“, benannt nach seinen

Entwicklern Roth-Dräger-Krönig (Abb Seite 21 und

Seite 27, zweiter Apparat von links)

Er verfügte unabhängig vom Narkoseteil über einenweiteren, ebenfalls sauerstoffbetriebenen Injektor.Mittels dieses Injektors und über einen von Handbedienbaren Umschalthahn konnte in der dichtsit-zenden Beatmungsmaske abwechselnd Über- undUnterdruck erzeugt werden Nun war es dem Anäs-thesisten möglich, bei Narkosezwischenfällen oderAtemstillstand des Patienten sofort die Narkoseabzusetzen und die Lunge im Atemrhythmus mitsauerstoffreicher Luft zu füllen bzw zu entleeren

Eine bedeutende

Entwick-lung: Der Dräger-Injektor, eine

präzis einstellbare

Tropfvor-richtung

Trang 21

Aus dem Jahre 1911: druck-Mischnarkoseapparat Roth-Dräger-Krönig, mit Über- druckvorrichtung nach Prof Bruhns

Trang 22

Die Chirugie am offenen Thorax

Die Bemühungen der Chirurgen, Operationen beioffenem Brustkorb durchzuführen, veranlaßten dasDrägerwerk zur entsprechenden Weiterentwicklungdes „Roth-Dräger“ Erste Versuche, den von derChirurgie gewünschten Anforderungen zu entspre-chen, reichen bis ins Jahr 1905 zurück Das Problemder Operationen am offenen Thorax bestand darin,die Lunge bei Eröffnung des Thorax währendEin- und Ausatmung unter Überdruck, also geblähthalten zu müssen, um ein Kollabieren zu vermei-den Die von Prof Sauerbruch zu jener Zeit dafürerdachte und benutzte Kammer befriedigte nicht.Sie war zu aufwendig und im Operationsbetriebumständlich zu handhaben

Noch sehr aufwendig und

schwer zu handhaben: der

Überdruck-Operationsapparat

Brauer-Dräger für die

Chirur-gie am offenen Thorax aus

dem Jahre 1906

Trang 23

Im Drägerwerk versuchten die Konstrukteure, das

Problem zu lösen Ein Beispiel dieser Bemühungen

stellt der „Überdruck-Operationsapparat

Brauer-Dräger“ dar Die zeitgenössische Skizze vermittelt

einen Eindruck seines Aufbaus

Eine ganze Reihe Versuchsapparaturen wurde immer

wieder klinisch getestet, bis schließlich im Jahre 1911

der Überdruck-Mischnarkoseapparat

Roth-Dräger-Krönig marktreif war Es war wiederum der bei Dräger

schon zum Standardbaustein gewordene Injektor, der

das Überdruckproblem löste Er wurde unabhängig

vom Narkoseteil über einen separaten Absperrhahn

vom Reduzierventil mit Sauerstoff betrieben Dabei

saugte der Injektor eine relativ große, aber regelbare

Frischluftmenge an, die über einen eigenen Schlauch

und eine fest anliegende Maske der Lunge eingeblasen

wurde Die Höhe des Überdrucks war mit einem

federbelasteten Ausatemventil auf der Maske

regulier-bar Bei dieser ersten, praxisgerechten Problemlösung

mußte für die Zeit der Überdruckphase die Zufuhr von

Narkosegasgemisch unterbrochen werden Darin

bestand natürlich auch sein Handicap, das bei Dräger

durchaus erkannt wurde und gemäß dem

erfinderi-schen Anspruch nicht akzeptiert werden konnte

Weiteres Nachdenken sollte zum Erfolg führen

Im Jahre 1912 konnte das Drägerwerk den

Kombi-nations-Apparat für Mischnarkose,

Überdrucknarko-se und Wiederbelebung präÜberdrucknarko-sentieren DieÜberdrucknarko-ser Apparat

galt mit seinen wesentlichen

Funktionsverbesserun-gen als eine sinnreiche Kombination der drei

voraus-gegangenen Roth-Dräger-Modelle Er wurde als

Dräger-Kombi weltbekannt und behielt seinen

guten Ruf über 30 Jahre

Zehn Tage vor dem Weihnachtsfest 1911 er- reicht der Norweger Roald Amundsen mit vier Begleitern als erster den Südpol Sein Kontrahent Robert Scott verliert den

„Wettlauf“ zum Pol und wird zweiter Sieger am

12 Januar 1912.

Trang 24

Kon-Das Bild „ zeigt den Kombinations-Apparat nach

Roth-Dräger für gewöhnliche Narkose, für narkose und für künstliche Atmung Auch hier ist ein Injektor vorgesehen, der bei Einstellung des großen Schalthahnes auf Überdruck durch einen Drehschieber Frischluft ansaugt Im Schalthahn wird das Narkose-

Trang 25

Der Wahl- oder auch hahn am selben Gerät

Schalt-gas aus dem bekannten Tropfapparat zugeleitet, und

das fertige Narkosegemisch strömt unter Überdruck

durch den Schlauch zur Maske Ein zweiter Schlauch

leitet die Ausatemgase durch das

Überdruck-Regulier-ventil ins Freie Das Manometer zeigt den Überdruck

in cm Wassersäule an Die leichten

Aluminiumschläu-che sind 25 mm weit Für die luftdichte Befestigung der

Maske dient ein Kopfring mit Gurten Hieran ist

wesentlich, daß der Kopfring zwei Ausleger für den

Nackengurt hat, die es verhindern, daß der Gurt einen

Druck auf die Halsschlagadern ausübt.

Ist aus irgendeinem Grunde künstliche Atmung nötig,

so stellt man den Tropfapparat selbstverständlich ab

und den Schalthahn auf die Inschrift

Trang 26

Wiederbelebung Dann bewegt man den im Schlitz geführten Zeiger des Schalthahnes vom Anschlag Einatmung zum Anschlag Ausatmung und zurück im Rhythmus der natürlichen Atmung, also 15- bis 16 mal in der Minute Hierbei kommt dann abwech- selnd die Saugwirkung und die Druckwirkung des Injektors in Tätigkeit Bei der Einatmung füllt er die Lunge unter einem Enddruck von etwa

20 cm Wassersäule mit sauerstoffreicher Frischluft, und bei der Ausatmung saugt er die Lunge mit gleicher Kraft leer Er leistet also eine Arbeit, die manuell nicht durchführbar ist.

Für gewöhnliche Narkose wird der engere schlauch mit der einfachen Maske benutzt Der Schalthahn wird auf die Inschrift Misch-Narkose

Metall-Die dichte Narkosemaske mit

Kopfring und Nackengurten

Trang 27

Das wohldurchdachte Programm der Dräger-Narko- seapparate von 1913, die serienreif weltweit ausgelie- fert wurden

gestellt Die verschiedenen Bohrungen im Schalthahn

leiten die Gase bei jeder gewünschten Arbeitsart des

Apparates und der entsprechenden Zeigerstellung

richtig Es würde zu weit führen, die Konstruktion

näher zu beschreiben Es soll nur erwähnt werden,

daß derartige Schaltorgane, die durch einen

Hand-griff eine Umstellung des Anwendungsverfahrens

ermöglichen, in der Narkosepraxis sehr beliebt sind.“

Trang 28

Zuverlässigkeit und weltweite Anerkennung

Vor dem ersten Weltkrieg verfügte das Drägerwerkmit vier Narkoseapparat-Modellen schon über einrecht umfangreiches und wohldurchdachtes Pro-gramm, wie die Fotografie einer Dräger-Ausstellunganläßlich des Chirurgen-Kongresses 1913 in derBerliner Charité dokumentiert (siehe Seite 27) Mitdiesen vier Apparaten war die erste Entwicklungs-phase der Dräger Narkosetechnologie abgeschlos-sen Nach dem damaligen Stand der Technik warensie ausgereift, und viele von ihnen haben in Operati-onssälen des In- und Auslandes bis in die Jahre nach

1940 ihren Dienst getan „Zweifellos ein Resultatungewöhnlicher Zuverlässigkeit und Stabilität imBetrieb“, wie Prof Jürgen Waversik noch 1980konstatierte

Vor allem der Verkauf des tes „Dräger-Kombi“ erstreckte sich über die ganzeWelt Die Dräger-Vertretung in Japan gab vor eini-gen Jahren bekannt, daß im Jahre 1912 ein Dräger-Kombi geliefert wurde, der heute im Kyushu Imperi-

Universal-Narkoseappara-al University HospitUniversal-Narkoseappara-al Universal-Narkoseappara-als wertvolles Museumsstückgezeigt wird

Trang 29

Vom Chloroform zum Lachgas

Seit 1860, zunächst im angloamerikanischen Raum,

setzten mehr und mehr Mediziner ein neues

Narko-semittel ein: das Lachgas, Stickoxydul oder kurz N2O

Lachgas bot gegenüber dem bis dato verwendeten

Chloroform in seiner Wirkweise manche Vorteile

Lachgas war aber auf der anderen Seite, bedingt

durch den Herstellungsprozeß, ein relativ teures

Narkosemittel Als auch in Deutschland das Lachgas

bekannt wurde, suchten Mediziner und

Medizintech-niker nach Möglichkeiten einer optimalen

Applikati-on, nicht zuletzt vor dem Hintergrund, den

Gasver-brauch zu minimieren

Erfahrungen, die das Drägerwerk schon in den

frühen Jahren des Jahrhunderts gewonnen hatte,

konnten neu genutzt werden Bereits 1903 hatte

Dräger ein Prinzip entwickelt, welches als

„geschlos-sener Atemkreislauf“ funktionierte und eine

Rück-atmung ermöglichte Seit jenen Tagen waren

Dräger-Atemschutzgeräte in aller Welt bekannt Vor allem

die amerikanischen Bergleute setzten diese Masken

ein und gaben ihnen den Spitznamen „draegermen“

Ihnen half er, bei ihrer beschwerlichen

Untertagear-beit – durch das Prinzip der Rückatmung –

ausgeat-meten Sauerstoff wieder zu nutzen, sparte somit an

dem lebensnotwendigen Gas

Die anfänglichen Versuche des Drägerwerks, solch

einen „geschlossenen Atemkreislauf“, wie man

damals noch sagte, heute sprechen wir vom

Atem-Kreissystem, auch für Narkoseapparate einzusetzen,

mußten scheitern Der Grund dafür lag nicht darin,

daß der Gedanke falsch war, sondern darin, daß sich

das damals verwendete Chloroform als Narkosegas

Trang 30

nicht für ein Atem-Kreissystem eignete In dasKreissystem war ein sogenannter CO

2-Absorberzwischengeschaltet, doch im Atemkalk zersetztesich das Narkotikum Chloroform Deshalb ließ sichdieses Prinzip nicht für Narkosezwecke einsetzen.Bereits 1906 aber hatte dieses Atem-KreissystemAnerkennung gefunden und war in einem Artikelvon Prof Franz Kuhn in dem Fachblatt „DeutscheZeitschrift für Chirurgie“ veröffentlicht worden

Das weltweit erste Kreissystem

Fast 20 Jahre später,1924, besannen sich die nieure des Drägerwerkes auf die früher gesammel-ten Erfahrungen und entdeckten für das „moder-ne“ Narkosemittel Narcylen das Atem-Kreissystemneu Das hochgereinigte Acetylen spielte in den 20erJahren eine gewisse Rolle als erstklassiges, schnellund schonend wirkendes Narkosegas In Zusammen-arbeit mit Ärzten der Universitätsklinik Würzburgentstand 1925 der Dräger-Narcylen-Narkoseapparatnach dem Prinzip von Gauß und Wieland

Mit dem Narcylen-Narkoseapparat folgten die nieure beim Drägerwerk den Anforderungen derZeit Der Apparat arbeitete wie das Modell „A“ undverfügte über das gleiche Atem-Kreissystem Trotzseiner hervorragenden narkotischen Eigenschaftenließ man das Narcylen wieder fallen Das Gas ist insehr hohem Maße brennbar und explosionsfreudig.Deshalb ließ es sich für medizinische Applikationennur bedingt einsetzen und konnte sich schließlich inder Anästhesie nicht durchsetzen

Inge-In Zusammenarbeit mit Dr Paul Sudeck und Dr.Helmut Schmidt von der Universitätsklinik Ham-

Trang 31

Das Modell „A“, der erste Kreissystem-Narkoseapparat der Welt von 1926

burg-Eppendorf entstand ein völlig neuartiger

Narkoseapparat für Sauerstoff, Lachgas und Äther

nach dem gleichen Prinzip Äther diente dabei

vornehmlich zur beliebigen Vertiefung der relativ

flachen Lachgasnarkose

Das neue Atem-Kreissystem fand seinen Einzug in

die Narkosetechnik Im angloamerikanischen

Sprachraum wurden ebenfalls Rückatemsysteme mit

Kohlendioxidabsorber zum Einsatz in der Anästhesie

Trang 32

Das Modell „A“

Die Vorteile von Lachgas sowie die überragendenEigenschaften des neuen Kreissystems veranlaßtenDräger, den weltweit ersten Narkoseapparat in

Serie mit Kreissystem zu bauen; das Modell „A“

entstand

Das zeitgenössische Funktionsschema liegende Seite) verdeutlicht, daß dieses Atem-Kreissystem als wegweisend für alle weiterenEntwicklungsschritte betrachtet werden kann Denn

(gegenüber-es wi(gegenüber-es schon sämtliche Merkmale auf, die bis heutefür Narkoseapparate selbstverständlich gebliebensind Das sind im einzelnen:

■ Getrennte Schläuche für Einatmung und atmung

Aus-■ Großflächige, federlose, widerstandsarmeGlimmerplättchen-Ventile

■ Schon als Einmal-Patrone den Absorber, der ganz oder teilweise ausgeschaltetwerden konnte

Kohlensäure-■ Atembeutel, der die Möglichkeit bot, manuell

zu beatmen

■ Auf Wunsch waren bereits Entlüftungsventileoder Überdruck-Begrenzungsventile lieferbar

1924 rollt der

10million-ste Ford, die „tin lizzy“,

in Detroit vom Fließband;

ihr damaliger Preis:

knapp 300 Dollar.

Trang 33

Die vereinfachte Darstellung des Funktionsschemas von Modell „A“

Die Dosierung von Lachgas und Sauerstoff konnte

in bewährter Weise nach dem alten

Staudruckprin-zip geregelt werden Damit hatte der Anästhesist

die Möglichkeit, ganz präzis die gewünschte bzw

benötigte Lachgasmenge nach Litern pro Minute in

Relation zum Sauerstoff, in Prozenten gemessen,

einzustellen Der Zusatz von Äther erfolgte wie bei

dem altbekannten

„Roth-Dräger“-Mischnarkose-apparat von 1910 nach dem probaten

Vakuum-Verfahren

Trang 35

Die Warmäther-Narkose

Mit der Entwicklung des Modells „A“ war in der

Technik der Narkoseapparate ein weltweit

aner-kannter Standard erreicht worden, der im

wesentli-chen in den dreißiger Jahren keiner Überarbeitung

mehr bedurfte Dennoch gehörte und gehört es

zum Anspruch des Drägerwerkes, sich immer

wieder neuen Aufgaben zu stellen So entstand

1934 neben den Versuchen mit Narcylen als

Narko-segas ein anderer Außenseiter in der Reihe der

Narkoseapparate Angeregt wurde die

Entwick-lungsarbeit durch eine Idee von Dr Max Tiegel,

Chirurg am St.-Petrus-Krankenhaus in Trier Sein

Ziel war es, Äther nicht mehr flüssig über den

Injektor, wie im

Roth-Dräger-Mischnarkoseappa-rat, sondern als verdampftes Gas zu applizieren

Der Dr Tiegel-Dräger-Narkoseapparat für

über-hitzten Ätherdampf kam auf den Markt

Das Funktionsprinzip

Äther wurde in einstellbarer Menge auf eine

elek-trisch beheizbare Silberplatte getropft Ein

Thermo-stat hielt die Silberplatte konstant auf 60°C, der

Temperatur, bei der Äther im gasförmigen

Aggregat-zustand die feinste molekulare Verteilung aufweist,

wie Dr Tiegel in Versuchen herausgefunden hatte

Der entstehende Ätherdampf vermischte sich mit

vom Patienten angesaugter Außenluft, also wie bei

dem Draw-over-System Die Ausatmung erfolgte

durch einen separaten zweiten Schlauch Ein

Was-serrückschlagventil ermöglichte auf einfache Weise,

den Ein- vom Ausatmungsrhythmus des Patienten

zu trennen Als Pioniertat läßt sich ein weiteres

Detail der Konstruktion bezeichnen: Erstmals wurde

ein Aktivkohlefilter in den Ausatemschlauch

Trang 37

schließen Dräger dachte und handelte somit schon

in den 30er Jahren „umweltbewußt“ im Bereich der

Anästhesie

Der Konstrukteur beschrieb diesen Außenseiter 1934

folgendermaßen:

„Dr Tiegel, Trier, hat weitgehende klinische Versuche

mit Ätherdämpfen gemacht, die bei hohen

Wärmegra-den erzeugt und im gleichen Augenblick mit Luft

gemischt wurden, die also die äußerst feine

molekula-re Verteilung des Entstehungszustandes beibehielten.

Er hat ermittelt, daß die beste Narkosewirkung mit

auffallend günstigen Begleiterscheinungen, das

bedeu-tet keine Exitation und kein postnarkotisches

Erbre-chen, dann eintritt, wenn die Äthertropfen bei 60 Grad

vergast werden.“

Trotz dieser positiven Eigenschaften des Dr

Tiegel-Dräger-Narkoseapparats für überhitzten Ätherdampf

blieb er in der Anästhesie ein Außenseiter, der sich

nicht wirklich durchsetzen konnte

Die Optimierung des probaten Standards

Vierundzwanzig Jahre nach seiner Erstkonstruktion

wurde1935 der Mischnarkoseapparat

Roth-Dräger-Krönig (siehe Seite 20) modernisiert Als wesentliche

Verbesserung erhielt er eine neue

Überdruckvorrich-tung, natürlich wieder injektorbetrieben Sie verfügte

allerdings über einen federbelasteten Atembeutel

und war so geschaltet, daß das Narkosegas bei Bedarf

unter Überdruck zugeführt wurde Während der

Operation am offenen Brustkorb mußte der

Anästhe-sist die Narkosegaszuführung nun nicht mehr

ab-schalten Ein weiterer Vorteil des neuen

Überdruck-Im Mai 1934 erscheint in den USA erstmals ein Comic-Buch an Kiosken Der Beginn einer Ära.

Trang 38

Der

Überdruck-Mischnarkose-apparat „Typ MÜ“ aus dem

Hause Dräger von 1935

Trang 39

Mischnarkoseapparates „Typ MÜ“ bestand darin, daß

die Druckschwankungen zwischen Ein- und

Aus-atemphase durch diese neue Konstruktion wesentlich

geringer als vorher waren

Der entwicklungstechnische Stillstand

Unter dem wachsenden totalitären Faschismus in

Deutschland und mit Ausbruch des zweiten

Welt-kriegs 1939 konnte im Drägerwerk nicht mehr an der

Weiterentwicklung der Inhalationsnarkose gearbeitet

werden Diese Zeit wurde, entwicklungstechnisch

betrachtet, zu einer langen Zwangspause

Standardgeräte waren und blieben bis Ende des

zweiten Weltkriegs die ausgereiften

Roth-Dräger-Narkoseapparate Fortschrittliche Kliniken benutzten

Lachgas im Modell „A“, und Außenseiter bevorzugten

den „Tiegel“

In München stirbt rig der Erfinder und Ingenieur Carl von Linde.

92jäh-1895 erfand er ein fahren zur Herstellung flüssiger Luft, 1902 von flüssigem Sauerstoff.

Trang 40

Zurück zum Weltniveau

Nach Ende des zweiten Weltkrieges konnte dieForschung und Entwicklung auf dem Gebiet derInhalationsnarkose in Deutschland wieder aufge-nommen werden Gegenüber früheren Jahren warinzwischen das Lachgas in ausreichender Menge unddamit günstig zu bekommen Die Farbwerke Höchsthatten während der Kriegszeit für flugmotorentech-nische Zwecke verbesserte Verfahren zur Herstel-lung von Lachgas eingeführt Mit einem Beschaf-

Neubeginn

Ein Jahr nach Kriegsende:

Das Modell „D“ im

Operations-einsatz des Städtischen

Krankenhauses Ost in

Lübeck unter Leitung von

Professor Lezius

Ngày đăng: 03/01/2020, 14:28

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