bei verschiedenen Temperaturen nimmt es unterschiedliche Gitterstrukturen an: - bis 911°C D-Eisen Ferrit - 911 bis 1392°C J-Eisen Austenit - 1392 bis 1536°C G-Fe - ab 1536°C flüssig G-F
Trang 1Abkühlkurve von Reineisen
Eisen ist allotrop, d.h bei verschiedenen Temperaturen nimmt
es unterschiedliche Gitterstrukturen an:
- bis 911°C D-Eisen (Ferrit)
- 911 bis 1392°C J-Eisen (Austenit)
- 1392 bis 1536°C G-Fe
- ab 1536°C flüssig
G-Fe: kubisch-raumzentriert wie D-Fe oberhalb der Curietemperatur
J-Fe: kubisch flächenzentriert (dichter gepackt =>
Volumenschrumpfung beim Übergang D => J nicht magnetisch
D-Fe: kubisch raumzentriert bis 769°C ferromagnetisch bei höheren Temperaturen para- (nicht) magnetisch E-Fe
Trang 2Abkühlkurve von Reineisen
Die Temperaturen der Umwandlungspunkte sind mit „A“ (Arrêt = halten) gekennzeichnet und nummeriert:
- 1536 °C: Erstarrungspunkt von Reineisen (ohne Indizes)
- 1392 °C: A4Punkt J-Eisen
- 911°C: A3-Punkt unmagnetisches D-Eisen
- 769°C: A2-Punkt ferromagnetisches D-Eisen Kohlenstoffgehalt > 0,02%:
- 723 °C: A1-Punkt eutektoide Umwandlung Die Umwandlungstemperaturen sind beim Aufheizen und Abkühlen unterschiedlich (vor allem bei schnellem Temperaturwechsel), daher:
Umwandlung beim Aufheizen mit „c“ gekennzeichnet Umwandlung beim Abkühlen mit „r“ gekennzeichnet franz.: c = chauffage (Heizen)
r = refroidissement (Abkühlen) Beispiel: Ac1-Temperatur
– hieraus ergeben sich die Wärmeströme (Energien) – Differenzen der Wärmeströme sind auf Phasenübergänge der Probe zurückzuführen
– Beispiel: zusätzlicher Energieverbrauch beim
Trang 3maximale Kohlenstoffgehalte:
D-Fe: 0,02 % bei 723 °CJ-Fe: 2,06 % bei 1147°C
- in J-Fe ist 100-mal so viel Kohlenstoff löslich wie in D-Fe => hierin liegt die Voraussetzung für das Härten von Stahl
- sowohl im J-Gebiet wie im D-Gebiet nimmt die max Löslichkeit von Kohlenstoff mit sinkenden Temperaturen ab
Abnahme der löslichen Kohlenstoffmenge:
Löslichkeit von Kohlenstoff im Mischkristall
Löslichkeit und mögliche Lagendes Kohlenstoffs im Fe-Gitter bei unterschiedlichenModifikationen des Eisens:
J-Fe: Kohlenstoff auf Würfelkante bzw WürfelmitteD-Fe: Kohlenstoff in Würfelflächen
Löslichkeit und mögliche Lagendes Kohlenstoffs im Fe-Gitter bei unterschiedlichenModifikationen des Eisens:
J-Fe: Kohlenstoff auf Würfelkante bzw WürfelmitteD-Fe: Kohlenstoff in Würfelflächen
911°C
1392°C
Trang 4Weitere Phasen
Das im eutektoiden Punkt (0,8%C, 723°C) entstehende Gefüge bezeichnet man als Perlit
Aus Gründen des thermodynamischen Gleichgewichts können (bei p=const.) in jedem Phasengebiet eines
Zweiphasenschaubildes nur die benachbarten Phasen vorkommen
D-Eisen = DJ-Eisen = JG-Eisen = GSchmelze = SPerlit = PLedeburit = LZementit = Z
Peritektische Umwandlung (G-Fe)
Phasen G-Fe und Schmelze gleichzeitig
– eine technische Bedeutung von G-Fe gibt es (ebenso wie Schliffbilder) auf Grund der hohen Temperaturen nicht
1600
J-Fe G-Fe
J+Schmelze
Schmelze G+Schmelze
Trang 54,3 %C
E
- bei 1147°C und 4,3%C befindet sich der eutektische Punkt (E) des Eisen-Kohlenstoff-Systems
- Eutektikum = gr.: gut geschmolzen
- in diesem Punkt erstarren beide Legierungselemente gleichzeitig (gute Gießeigenschaften, da kein Erstarrungsintervall)
- es entsteht zunächst ein feines Gefüge aus Austenit und Zementit
- diese Zementitform wird Primär-Zementit genannt,
da sie aus der Schmelze entsteht
- unterhalb von 723°C zerfällt der Austenit zu Ferrit und Zementit
- technische Bedeutung gibt es nur für Gusslegierungen
4,3 %C
Ledeburit[Zementit (hell) +zerfallene J-MK (dunkel)]
Bereich des Gusseisen
A
Schliffbilder des Gefüges bei Raumtemperatur
1147 °C : gleichzeitiges Erstarren von
Primär-Zementit und J-Eisen
1147 - 723°C: Ausscheiden von Kohlenstoff als
Sekundär-Zementit aus J-Eisen wegen abnehmender Löslichkeit
723 °C: eutektoider Zerfall der J-Eisen-Phase (jetzt
noch 0,8%C) zu Perlit (D-Eisen und Zementit)
100:1
Trang 6Unter- und übereutektische Gefüge
zerfallene Dentriten (dunkel)+ Ledeburit
J-MK-Schliffbilder des Gefüges
-Gusseisen hat schlechte mechanische aber sehr gute Gießeigenschaften:
• niedrige Gießtemperaturen
=>Überhitzung möglich => gute Formfüllung
• kein oder kleines Erstarrungsintervall
=> Vermeidung von Warmrissen
• sehr geringe Schrumpfung bei GGL
• Benennung der Gusseisensorten nach Graphitform: GGL, GGG, GGV
• Temperguss: GTW, GTS
Trang 7Die leicht veränderten Gebiete sind durch die gestrichelten Linien gekennzeichnet
Phasen-Gefüge von Gusseisen
– Gusseisen erstarrt nach dem stabilen System, Kohlenstoff bildet sich als Graphit aus Das restliche Gefüge kann alle Gefügeformen annehmen wie bei der metastabilen Erstarrung:
ferritisch, perlitisch, ferritisch-perlitisch und austenitisch
– bevorzugt bilden sich lamellenförmige Graphitbereiche aus: GGL (2/3 der Weltgußproduktion)
– durch Zugabe von Magnesium zur Eisenschmelze formen sich die Graphitbereiche zu Kugeln:
GGV:
Vermiculargraphit (ferritisches Gefüge)
Trang 8Eutektoide Umwandlung des Austenits
– übereutektoide Zusammensetzungen scheiden Zementit (Sekundärzementit, da ausJ-Fe) aus, bis die Konzentration 0,8%C entspricht
– untereutektoide Zusammensetzungen scheiden Ferrit aus, bis die Konzentration0,8%C entspricht
– eutektoide Zusammensetzungen (0,8%C) zerfallen direkt in Perlit
0,3%C
500:1 500:1 500:1
Trang 9primär Zementit = direkt aus der flüssigen Schmelze erstarrt
sekundär Zementit = aus Austenit wg abnehmender Löslichkeit ausgeschieden
tertiär Zementit = aus Ferrit wg abnehmender Löslichkeit ausgeschieden
C wird an KG ausgeschieden
Austenitkorn
T = 723°C C-Gehalt im Korn auf 0,8% gesunken: Umwandlung zu Perlit an KG
Umwandlung des Austenits in der festen Phase
sekundärZementit
C-– hierbei scheidet der Fe-C-Mischkristall den nicht mehr löslichen Kohlenstoff als tertiär Zementit auf den Korngrenzen aus
Ferrit
(tertiär)Zementitauf Korngrenzen
Trang 10Einfluss anderer Legierungselemente
die wichtigsten Veränderungen sind:
– die Unterstützung der Graphitausbildung durch Zugabe von
Werden neben Kohlenstoff weitere Legierungselemente zugegeben, so
verändern diese das Aussehen des Eisen-Kohlenstoff-Diagramms
Werden neben Kohlenstoff weitere Legierungselemente zugegeben, so
verändern diese das Aussehen des Eisen-Kohlenstoff-Diagramms
flächenzentrierte Gitterstruktur aufweisen– Beispiele für diese Stähle sind „VA-Stähle“ wie sie für Küchenspülen verwendet werden
Cr ist in Cr-Ni-Stählen nicht der Austenitbildner, sondern lediglich für die
chemische Passivierung (Rostschutz) verantwortlich
Achtung:
Cr ist in Cr-Ni-Stählen nicht der Austenitbildner, sondern lediglich für die
chemische Passivierung (Rostschutz) verantwortlich
EKD bei hohem Gehalt an Austenitbildnern
Trang 11Ferritbildner:
Cr, Al, Ti, Ta, Si, Mo, V, W
Ferritbildner:
Cr, Al, Ti, Ta, Si, Mo, V, W
durch Zugabe von „Ferritbildnern“ wird eine Einschnürung des J-Gebietes hervorgerufen
es stellt den Bereich von 0% C bis zur intermetallischen Phase Fe3C (Zementit) dar
es ist ein System mit vollständiger Löslichkeit im flüssigen Zustand und begrenzter Löslichkeit von C in Fe im festen Zustand
das EKD zeigt die Phasen des Zweistoffsystems Fe-C
daher hat es ein Eutektikum:
hier liegt mit 1147°C der niedrigste Schmelzpunkt im Fe-C-System
in diesem Punkt erstarren beide Legierungselemente gleichzeitig aus
der Schmelze (zu Austenit und Zementit => Ledeburit)
dabei scheiden sich beide Phasen feinstreifig nebeneinander aus (Ledeburit)
bei 0,8% C wandelt sich Austenit eutektoid (im festen Zustand) gleichzeitig zu Ferritund Zementit (Perlit) um Diese Vorgänge ähneln stark der eutektischen Erstarrung
(feinstreifige Anordnung beider Phasen)
Trang 14a Zügige Belastung
1) ruhende Belastung
2) langsam konstant steigende Belastung
3) schnell ansteigende Belastung
2
b Periodisch wechselnde Belastung
Unterscheidung der Prüfverfahren
Zeitabhängigkeit der Belastung
Geometrie der Belastung und Belastungsart
Trang 15mechanische Kenngröße? Probe wird herausgearbeitet:
– aus dem Bauteil– einem Halbzeug
Probenquerschnitt:
– kreisförmig– quadratisch– rechteckig– ringförmig– spezielle Form
Form:
– Draht – Stab – Profil
Kriterien für die Probengestaltung
proportionale Proben nach DIN EN 10 002 *:
a Probe mit kreisförmigem Querschnitt
b Probe mit rechteckigem Querschnitt
R t
L0Proportionale Zugprobe
*langer Proportionalstab: L0/d0=10 *kurzer Proportionalstab: L0/d0=5
Trang 16homogenisierter C45, nach dem Bruch
Zugprobenformen
gehärteter C45, nach dem Bruch Beispiele für mögliche Probenformen
Prüfmaschine, Skizze
Trang 17Verformungsstadien eines Rundstabes (experimentell)
Prüfvorrichtung mit flacher Zugprobe
Trang 18– L0-Anfangsmesslänge, – Lc-Versuchslänge, – Le-Einschnürungslänge, – LG-Gleichmaßdehnungslänge, – Lu-Messlänge nach dem Bruch, – A0-Anfangsquerschnitt,
– Au-Querschnitt nach dem Bruch.
Prinzipielle Verformungsstadien eines Rundstabes
3 Re– Steckgrenze, Spannung
oberhalb derer sich die Probe/der Werkstoff plastisch verformt
Trang 19Ansetzaufnehmer an Rundprobe
mit glatten Zylinderköpfen
Ansetzaufnehmer an Rundprobe mit Gewindeköpfen
Messen der Probenverlängerung
Trang 20m m
A
F
p e 0
t t
L
L
H
H'H0
A
F
eH
Beispiel Aluminium
Spannungs-Dehnungs-Diagramm (kfz)
(1) Beispiel für Hpund Hebei vorgegebener Spannung V
Trang 21– V - Zugspannung [MPa], – H - Dehnung [%], – Rm– Zugfestigkeit [MPa], – ReL- untere Streckgrenze [MPa], – ReH- obere Streckgrenze [MPa], – E - Elastizitätsmodul
Rr– Dehngrenze bei vorgegebener bleibender Dehnung
(ist bei erhöhter Temperatur
zu berücksichtigen)
Ermittlung der Dehngrenzen
Rp
Parallele zur Hooke´schen Geraden
VV
Rt
Parallele zur Spannungsachse
vorgegebene
nicht-proportionale Dehnung gesamte Dehnungvorgegebene
Rr
–EntlastungskurveV
H–vorgegebene
–bleibende Dehnung
Trang 22Vergleich von Zugfestigkeiten (Größenordnungen)
Gusseisen, unleg.
Cu Ni
W X40 Cr13
X35 CrMo 17 1000
1200 1400 1600
800 600 400 200
[MPa]
Zugfestigkeit Rmund Bruchdehnung A ausgewählter metallischer Werkstoffe
Spannungs-Dehnungs-Diagramm von duktilem Stahl bei verschiedenen
V
H in %
Ag– Gleichmassdehnung, Ae– Einschnürdehnung
L0– Anfangslänge, d0– Anfangsdurchmesser
Trang 23kfz krz V
T1<T2<T3
Einflussfaktoren für Werkstoffkennwerte
Abhängigkeit der Streckgrenze ReHund ReL
von der Probengeometrie
Spannungs-Dehnungs-Kurve von Stahl in Abhängigkeit von der Versuchstemperatur
MPa
MPa
Trang 24–weil dieser die wichtigsten Kennwerte für die Festigkeits- und Verformungsberechnung liefert,
– weil das Ergebnis reproduzierbar und nach Maß und Zahl exakt
definiert ist,– weil das Ergebnis am Probestab auf eine Konstruktion
übertragbar ist, – weil die im Zugversuch ermittelten Werte auch Schlüsse auf die Kennwerte bei anderen Belastungen wie Biegung und
Ermittlung das Verhaltens von Werkstoffen unter einachsiger,
über den Querschnitt gleichmäßig verteilter Druckbeanspruchung
Ermittlung das Verhaltens von Werkstoffen unter einachsiger,
über den Querschnitt gleichmäßig verteilter Druckbeanspruchung
Beurteilung spröder (z B Beton) und besonders beanspruchter
Werkstoffe (z B Lagermetalle)
Beurteilung spröder (z B Beton) und besonders beanspruchter
Werkstoffe (z B Lagermetalle)
Druckversuch, Grundlagen
Trang 25 Hauptanwendungsgebiet des Druckversuchs
ist die Baustoffprüfung (z B Beton)
Versuche zum Test faseroptischer
Druckversuch an einer Zylinderprobe
Kegelstauchversuch nach Siebel
und Pomp
F
F
... Zementit => Ledeburit)dabei scheiden sich beide Phasen feinstreifig nebeneinander aus (Ledeburit)
bei 0,8% C wandelt sich Austenit eutektoid (im festen Zustand) gleichzeitig... J-Fe ist 100-mal so viel Kohlenstoff löslich wie in D-Fe => hierin liegt die Voraussetzung für das Härten von Stahl
- sowohl im J-Gebiet wie im D-Gebiet nimmt die max Löslichkeit von...
Cr ist in Cr-Ni-Stählen nicht der Austenitbildner, sondern lediglich für die
chemische Passivierung (Rostschutz) verantwortlich
Achtung:
Cr ist in Cr-Ni-Stählen nicht der