Es hängt natürlich vom Einsatzzweck ab, ob nicht doch eine primäre Partition für die Wechselplatte anzulegen ist.. 4.1.2 Die »selbstgebaute« Wechselfestplatte Vielleicht ist der eine ode
Trang 1Es hängt natürlich vom Einsatzzweck ab, ob nicht doch eine primäre Partition für die Wechselplatte anzulegen ist Dies ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn mit verschiedenen Betriebssystemen gearbeitet werden soll Je nach eingelegter Cartridge wird dann entweder mit Windows 95 oder mit Windows NT oder vielleicht auch mit Linux gebootet
Werden auf einem PC zwei Betriebssysteme wie Windows 95 und Windows NT ver-wendet, kommt es häufig vor, dass einige Programme – z.B Microsoft Office – mit beiden Betriebssystemen verwendet werden sollen Dies würde bedeuten, dass sich auf der Festplatte zweimal eine identisch installierte Programmversion befindet, die im Prinzip jedoch nur unnötigen Platz auf der Festplatte belegt, denn es geht auch anders
Da man wahlweise entweder mit dem einen oder dem anderen Betriebssystem ar-beitet, wird (oder sollte) sich das eine Betriebssystem beispielsweise auf dem Lauf-werk C: (DOS und Windows 95) und das andere auf dem LaufLauf-werk D: (Windows NT) befinden Hat man in weiser Voraussicht ein Laufwerk E: für die (Anwender-) Pro-gramme vorgesehen, wird Office eben hier unter Windows 95 installiert
Nach einem Neustart, nun mit Windows NT, wird die gleiche Prozedur im selben Verzeichnis wiederholt, wodurch Office erneut installiert wird Der Sinn ist dabei, dass zunächst die Konfigurationsdateien für Windows 95 um die Office-relevanten Einträge erweitert werden
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Zwei verschiedene Betriebssysteme können das gleiche Programm verwenden, ohne dabei unnötig Festplattenspeicherplatz zu belegen, wenn zuvor ein Extralaufwerk für
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Programme angelegt wurde.
Die Konfigurationsdateien (*.INI usw.) befinden sich immer auf dem Laufwerk des jeweiligen Betriebssystems Im zweiten Schritt werden daher die entsprechenden Dateien für Windows NT aktualisiert, und beide voneinander unabhängigen Be-triebssysteme können nun das gleiche Programm benutzen
Tabelle 4.1 zeigt die wichtigen Daten einiger bekannter Wechselplatten, die auf magnetischer Basis arbeiten und prinzipiell auf die gleiche geschilderte Art und Weise zu benutzen sind
Trang 2Typ Hersteller max Interfaces Transferrate Zugriffszeit MTFB,
Kapazität (Durchschnitt) (Durchschnitt) Garantie
Jaz Iomega 1 Gbyte, SCSI 5,4 Mbyte/s 17 ms 250.000 h,
SparQ SyQuest 1 Gbyte Parallel Port, 5,8 Mbyte/s 12 ms (EIDE) 250.000 h,
SyJet SyQuest 1,5 Gbyte Parallel Port, 5,6 Mbyte/s 12 ms (SCSI) 250.000 h,
EIDE, SCSI (SCSI) 1 Jahr
EZFlyer SyQuest 230 Mbyte Parallel Port, 5 Mbyte/s 13,5 ms 250.00 h,
EIDE, SCSI (SCSI) 1 Jahr
Quest 4,7 SyQuest 4,7 Gbyte SCSI, 7,5 Mbyte/s 12 ms 350.000 h,
Wide-SCSI (SCSI) (SCSI) 1 Jahr
Nomai 750c Nomai 750 Mbyte SCSI 5 Mbyte/s 10 ms 250.000 h,
1 Jahr
ORB Castlewood 2 Gbyte Parallel Port, 12 Mbyte/s 12 ms 300.000 h,
EIDE, SCSI (SCSI) 5 Jahre
Clik! Iomega 40 Mbyte PCMCIA, 700 Kbit/s 30 ms 250.000 h,
Tabelle 4.1: Daten aktueller magnetischer Wechselplatten im Vergleich
Zur CeBit 1998 ist etwas Bewegung in den Markt und damit in die Preise für magne-tische Wechselplatten gekommen, ausgelöst durch die Modelle SparQ der Firma SyQuest und insbesondere ORB der relativ neuen Firma Castlewood, dessen Gründer
(Syed Iftikar) vormals auch der Chef der Firma SyQuest war Das Laufwerk ist ca 250
DM preiswerter als ein Jaz-Laufwerk und die entsprechenden Medien (2,2 Gbyte) sind sogar nur halb so teuer wie ein Jaz-Medium von Iomega
Bild 4.4: Ein kleines, aber 2,2 Gbyte fassendes Wechselplattensystem ist der Typ ORB der Firma
Trang 3Bei der Auswahl eines Wechselplattensystems sollte stets dem Preis im Verhältnis zur Speicherkapazität und dem Preis für das Laufwerk genaueste Beachtung ge-schenkt werden Das ZIP-Laufwerk zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass der Anwender offensichtlich eher relativ wenig für das Laufwerk und ca 20 DM für ein Speicher-medium, welches aber (nur) 100 Mbyte speichern kann, bezahlen möchte Je höher die gewünschte Kapazität, desto unrentabler ist damit das ZIP-Laufwerk
Entspre-chende Überlegungen sollten auf jeden Fall vor dem Erwerb eines
Wechselplatten-systems stattfinden
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Vor dem Erwerb eines Wechselplattensystems sollte unbedingt anhand des beabsich-tigten, bevorzugten Einsatzgebietes überprüft werden, welche ungefähren Daten-mengen damit verarbeitet werden sollen, denn meist gilt das Prinzip: relativ gerin-ger Laufwerkspreis gleich relativ hoher Preis für die Medien – in Bezug auf die jeweilige Speicherkapazität – Entsprechendes gilt auch umgekehrt: relativ hoher
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Laufwerkspreis gleich relativ niedriger Preis für die Medien.
Auf ein anderes Marksegment als die zuvor genannten magnetischen Wechselplatten-systeme zielt Clik! von Iomega, denn es bietet lediglich eine Kapazität von 40 Mbyte Das Laufwerk bzw die Cartridges sind allerdings so klein, dass sie in einen mitge-lieferten PCMCIA-Adapter (Card-Bus) und damit in ein Notebook passen Einen Adapter für den Parallel-Port gibt es außerdem
Clik! wird von Iomega als preiswertere Alternative zu den Flash-Karten für Notebooks und auch Palmtops angesehen Es gibt natürlich auch PCMCIA-Festplatten, die je-doch einen PCMCIA-Slot-Typ III benötigen und nicht in einen Typ-II-Slot passen, wie es bei Clik! der Fall ist Clik! erscheint auf dem PC oder dem Notebook wie eine übliche Festplatte, die über die üblichen PCMCIA-Eigenschaften (siehe Kapitel 9) verfügt
Bild 4.5: Clik! ermöglicht den Datenaustausch zwischen Notebooks, Digitalkameras und
MP3-Playern
Trang 4Insbesondere bei der magnetischen Aufzeichnung muss beachtet werden, dass die Medien besonders sorgsam behandelt werden müssen Sie vertragen keinen rauhen Umgang, keine extreme Wärme (Sonneneinstrahlung) und auch keine stärkeren Magnetfelder
Prinzipiell gelten diese Regeln auch für Festplatten, allerdings verlässt das Medium hier nie das Gehäuse, während die Cartridges der Wechselplatten weit
empfindli-cher sind Außerdem sind auch staubige Umgebungen Gift für sie, da die Cartridges
nie völlig geschlossen sind Obwohl sie natürlich entsprechende Verriegelungen zum Schutz besitzen, kann – je nach Typ – mehr oder weniger Umweltstaub in die Cartridge gelangen Dieses kann damit auch das Ende des Mediums bedeuten, wel-ches womöglich auch noch die Schreib-/Leseköpfe beschädigt, womit dann die komplette Wechselplatte hinüber ist
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http://www.iomega.com
http://www.nomai.com
http://www.syquest.com
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http://www.castlewood.com
Neben einer fehlerhaften mechanischen Lagerung oder Justierung der Laufwerks-mechanik sind verschmutzte Medien bei Wechselplatten generell die häufigste Feh-lerquelle, wobei man in beiden Fällen – außer durch Tausch des Mediums – keine Abhilfe schaffen kann Fast jeder Hersteller, der Wechselplatten anbietet, wie etwa Iomega und SyQuest, haben schon einige Rückrufaktionen durchführen müssen,
da die Laufwerke und Medien nicht das gehalten haben, was versprochen wurde Der Anwender kann außer einer sehr pfleglichen Behandlung des Wechselplatten-systems im Grunde genommen keine Vorsorge gegen den (teuren) Fehlerfall tref-fen
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Magnetische Wechselplattensysteme verlangen eine äußerst vorsichtige Behandlung, und selbst der Datenaustausch zwischen zwei identischen Laufwerken muss nicht immer funktionieren, da die Daten – meist durch mechanische Unwägbarkeiten –
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nicht immer so exakt geschrieben werden, wie es nötig wäre.
4.1.2 Die »selbstgebaute« Wechselfestplatte
Vielleicht ist der eine oder andere User aufgrund der geschilderten kostenintensi-ven Probleme, die mit den Wechselplattensystemen auftreten können, zu dem Entschluss gekommen, dass eine magnetische Wechselplatte doch nicht das
Richti-ge ist In den folRichti-genden Kapiteln werden jedoch noch Alternativen aufRichti-gezeigt, und
es gibt außerdem noch eine Variante der Wechselplatte, die sich als äußerst kos-tengünstig und zuverlässig darstellt: Eine »normale« SCSI-Festplatte wird in einem Wechselrahmen betrieben Die Festplatte wird hierfür in ein spezielles Gehäuse, passend zum verwendeten Rahmen, eingebaut und mit den beiden dort vorgesehe-nen Anschlüssen (Spannungsversorgung, SCSI-Bus) verbunden
Eine entsprechende Wechselrahmenkonstruktion wird auch für (E)IDE-Festplatten angeboten, von der jedoch eher abzuraten ist, da für eine IDE-Platte oft noch manuelle Einstellungen (Jumper Master/Slave, BIOS-Setup) zu treffen sind, was insbesondere für ältere Festplattenmodelle und BIOS-Versionen gilt
Trang 5Bild 4.6: Eine übliche SCSI-Festplatte befindet sich im (offenen) Einschubgehäuse, welches in
einen speziellen Wechselrahmen eingeschoben wird – fertig ist die Wechselplatte
Dieses Gehäuse – mit der integrierten Festplatte – wird in den Einbaurahmen ein-geschoben, der an seiner Rückseite über den üblichen SCSI- und Spannungsanschluss verfügt Ein Einbaurahmen mit dem Einschubgehäuse ist bereits ab DM 30 erhält-lich Allerdings gibt es auch hierfür unterschiedliche Ausführungen, die sich zwar nur in der Mechanik unterscheiden, dennoch sollten die für den Datenaustausch vorgesehenen PCs stets über den gleichen Rahmen verfügen
Es ist auch darauf zu achten, dass man sich für den wechselseitigen Betrieb der Festplatte in mehreren PCs auf eine bestimmte SCSI-Bus-Adresse (z.B die Nummer 6) einigt, die man am besten auf das Einschubgehäuse schreibt Der Rahmen sollte
am SCSI-Bus derart eingebaut werden, dass die Wechselfestplatte stets ohne interne
Terminierung arbeiten kann, sich also zwischen den fest eingebauten SCSI-Bus-Geräten befindet
Als SCSI-Festplatte für den Einbau in das Gehäuse des Wechselrahmens eignet sich
im Grunde genommen jeder Standardtyp, der aber möglichst über eine geringe Bauhöhe verfügen sollte, damit im Einschubgehäuse noch etwas Luft bleibt und die Festplatte nicht zu warm wird Eine mittlerweile nicht mehr ausreichend schnelle SCSI-Festplatte, die vielleicht auch nicht mehr über eine angemessene Kapazität
verfügt, kann somit als Wechselplatte noch sinnvoll eingesetzt werden.
Unter Umständen ist für eine (ältere) SCSI-Festplatte im SCSI-BIOS-Setup (SCSI
Device Configuration, Kapitel im Teil 3) die Transfer Rate zu reduzieren, damit sie
ohne Probleme einsetzbar ist
Die als Wechselplatte zu verwendende SCSI-Festplatte sollte nur über eine einzige
Partition verfügen, die als erweiterte festzulegen ist, damit die auf den
betreffen-den PCs vorhanbetreffen-dene Laufwerkszuordnung nicht »durcheinander gewürfelt« wird
Trang 6Windows 95 wird die Wechselplatte nicht sofort unter Arbeitsplatz zur Verfügung
stellen, sondern sie ist dem System eben noch als Wechselplatte bekannt zugeben,
was nur dann funktionieren kann, wenn die Festplatte im Gerätemanager erscheint,
wie es im folgenden Bild gezeigt ist Nach einem Neuboot von Windows 95 ist die Festplatte dann betriebsbereit
Bild 4.7: Die Wechselfestplatte – hier eine Maxtor-Festplatte – ist als »Austauschbarer
Datenträ-ger« festzulegen
Diese Vorgehensweise, eine Festplatte als austauschbaren Datenträger unter Windows 9x
festzulegen, kann vielfach auch ganz allgemein dazu verwendet werden, eine »wi-derwillige« SCSI-Festplatte, die auf einem anderen PC formatiert wurde, einzuset-zen Dies gelingt meist einwandfrei, obwohl man sie unter DOS eben nicht »zu fassen bekommt«, weil sie möglicherweise über eine primäre Partition verfügt Dies sorgt nämlich bei bereits vorhandener primärer Partition auf der ersten (Boot-) Festplatte dafür, dass die zweite nicht betrieben werden kann
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Eine Festplatte, die auf einem anderen PC verwendet wurde und unter DOS nicht zu
»fassen« ist, kann unter Windows 9x eingesetzt werden, wenn sie als
»austauschba-○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
rer Datenträger« konfiguriert wird.
Trang 74.1.3 PD-Laufwerke
Neben den Typen, die mit einer magnetischen Aufzeichnung arbeiten, gibt es auch optische Wechselplatten, beispielsweise den Typ LF1004BIC der Firma Panasonic oder das Modell PC00X von NEC, denen das Prinzip der Phasenwechseltechnologie (Phase Change) zugrunde liegt Das Modell PC00X von NCE wird auch bei den wieder-beschreibbaren CDs (CD-RW) verwendet Das Prinzip ist bereits seit den sechziger Jahren bekannt und funktioniert auf rein optischer Basis Die Speicherkapazität beträgt wie bei der CD oder CD-RW maximal 650 Mbyte, und ein PD-Medium kann laut Herstellerangaben mehrere 100.000-mal beschrieben werden
Die PD-Laufwerke, wobei PD für Phasewriter Dual steht, können auf dem
opti-schen Medium Daten speichern und (meist) auch die üblichen CDs lesen Das PD-Medium befindet sich hier jedoch in einer schützenden Hülle – ähnlich einem Caddy –, ist ansonsten aber mit der CD-RW kompatibel (Kapitel 11.3)
PD-Laufwerke sind in der Praxis die störunempfindlichsten überhaupt Magneti-sche Felder, Erschütterungen und Staub haben auf sie keinen negativen Einfluss
Es gibt allerdings nur wenige Hersteller, die PD-Laufwerke anbieten
Bild 4.8: Ein PD-Laufwerk (Panasonic LF1004BIC) mit der speziellen PD-Cartridge
Der Träger des Mediums besteht aus Polycarbonat, es gibt eine Reflexionsschicht aus Aluminium und darüber eine Schutzschicht wie bei einer CD-ROM Das »Ge-heimnis« der Wiederbeschreibbarkeit sind die zwischen dem Polycarbonat und dem Aluminium liegenden Schichten
Die Struktur der Aufzeichnungsschicht wird beim Schreiben mit einem Laser, der zwei verschiedene Intensitätsstufen kennt, verändert Das Material der Aufzeich-nungsschicht besteht aus einem Gemisch verschiedener Komponenten wie beispiels-weise Tellur, Selen und Germanium, wobei wichtig ist, dass es durch Erhitzung zwischen einem kristallinen (stabile, regelmäßige Struktur) und einem amorphen (metastabil, unregelmäßige Struktur) Zustand wechseln kann
Trang 8Der Schreiblaser erhitzt die Aufzeichnungsschicht punktuell mit zwei unterschied-lichen Temperaturen, wobei die daraufhin stattfindende Abkühlung in Abhängig-keit von der jeweils angelegten Temperatur kristalline und amorphe (höhere Tem-peratur) Bereiche entstehen lässt Die kristallinen Bereiche sind danach aufgrund der dahinter liegenden Aluminiumschicht stark und die amorphen weniger stark reflektierend
Bild 4.9: Der Aufbau eines Mediums für PD-Laufwerke und die wiederbeschreibbare CD (CD-RW)
Beim Lesevorgang – der Abtastung mit einem Laser –, der prinzipiell genauso funk-tioniert wie bei der CD-ROM oder CR-R (Detektierung der Pits und Lands), wird durch die Auswertung mit einer Photodiode wieder die digitale 1-0-Information gewonnen
Allerdings ist der Informationsgehalt der kristallinen und amorphen Bereiche nicht
so stark ausgeprägt wie bei den CD-ROMs oder auch CD-Rs und daher muss die Leseoptik demgegenüber empfindlicher sein
Die Wiederbeschreibbarkeit ergibt sich einfach dadurch, dass die Wandlung vom amorphen in den kristallinen Zustand wieder umkehrbar ist Dies wird dadurch erreicht, dass die amorphen Bereiche auf die niedrigere Temperatur erhitzt wer-den, wodurch erneut die Umwandlung in eine kristalline Struktur stattfindet Es wird kein Extralöschvorgang oder ein anderer Mechanismus benötigt; das Medium kann einfach überschrieben werden
Wesentlich für die Wiederbeschreibbarkeit und den sicheren Datenerhalt sind nicht nur die Materialeigenschaften der Aufzeichnungsschicht, sondern auch die beiden Schutzschichten, die dafür verantwortlich sind, wie schnell die Abkühlung erfolgt, und sich außerdem auch als optisch verstärkend beim Lesevorgang bemerkbar ma-chen So verwundert es nicht, dass die Hersteller eine relativ lange Zeit mit ver-schiedenen Schichtmaterialien experimentieren mussten, um das Phase-Change-Verfahren einerseits sicher und anderseits auch nicht zu teuer werden zu lassen
Trang 94.1.4 MO-Laufwerke
Eine weitere, stärker verbreitete Variante bei den Wechselplatten sind die MO-Lauf-werke, die von zahlreichen Herstellern wie Plasmon, Sony oder auch Fujitsu ange-boten werden
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http://www.fujitsu.com
http://www.hewlett-packard.de
http://www.discdirect.com
http://www.plasmon.co.uk
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http://www.sony.com
Die Speicherkapazität von MO-Laufwerken beträgt von typisch 230 Mbyte bis 2,6 Gbyte,
je nach Modell, wobei die Speichermedien auch hier nicht immer kompatibel mitein-ander sind Üblich sind Medien im 5,25- und 3,5-Zoll-Format, und für den Datener-halt werden typischerweise 30 Jahre angegeben
Für MO-Laufwerke kommt überwiegend der SCSI-Bus zum Einsatz, wie es bei den in der Tabelle angegebenen Typen der Fall ist
DW260e Plasmon 1.200, 1.300, 4 Mbyte/s 4048 100.000,
Dyna MO 640 Fujitsu 128, 230, 10 Mbyte/s 2048 100.000,
Power MO 230 II Olympus 215, 230 10 Mbyte/s 1024 100.000,
Power MO 2600 Olympus 600, 650, 10 Mbyte/s 4096 100.000,
2.600
Pro 2,6 GB One 600, 1.000, 10 Mbyte/s 1024 200.000,
Technologies 1.200, 2.300, 1 Jahr
2.600
RMO-S594-DW Sony 1.200, 1.300 5 Mbyte/s 4096 100.000,,
Sure Store Hewlett- 1.200, 1.300, 5 Mbyte/s 1024 100.000, Optical 2600fx Packard 2.300, 2.600 1 Jahr
Tabelle 4.2: Daten verschiedener MO-Laufwerke in der Übersicht
MO steht für Magneto-optisch Es verbirgt sich dahinter also ein Verfahren, welches
mit einer Kombination von magnetischer und optischer Speichertechnologie arbei-tet Die Datenspeicherung erfolgt dabei rein magnetisch und das Lesen rein op-tisch Es ist demnach durchaus eine Empfindlichkeit gegenüber starken Magnetfel-dern gegeben
Trang 10Bild 4.10: Das MO-Laufwerk (M 2513 A) der Firma Fujitsu unterstützt Datenträger mit Kapazitäten
von 230, 540 und 640 Mbyte
Das magnetische Medium enthält zunächst binäre Null-Informationen Um eine
Ummagnetisierung vornehmen zu können, die aber punktuell erfolgen muss, da das Medium danach sonst nur Eins-Informationen enthalten würde, wird ein Laser zur Hilfe genommen Dieser erhitzt das Medium also punktuell auf ungefähr 200 Grad, wodurch das Material an dieser Stelle seine magnetische Eigenschaft verliert
In der Abkühlungsphase wird dieser Bereich entsprechend dem angelegten Ma-gnetfeld ummagnetisiert
Beim Lesen kommt ein schwächerer Laserstrahl zum Einsatz, der von der Oberflä-che in Abhängigkeit von der jeweiligen Magnetisierung unterschiedlich reflektiert wird (Kerr-Effekt), was ausreicht, um eine Null- von einer Eins-Information unter-scheiden zu können
4.2 Die Datensicherung – Backup
Die Speicherkapazität von Festplatten ist in den letzen Jahren enorm gewachsen Dabei wird allerdings oft vergessen, dass die Daten auf der Festplatte keineswegs sicher sind und im Prinzip jederzeit beschädigt werden oder auch komplett ver-schwinden können Virenverseuchung, Probleme von Betriebssystemen, instabile Software und natürlich auch Anwenderfehler sind die eine Seite der Gefahr, wäh-rend die andere im Prinzip einer Festplatte selbst begründet liegt Schließlich han-delt es sich bei einer Festplatte in wesentlichen Teilen (der Datenaufzeichnung)
um ein mechanisch arbeitendes System, welches empfindlich auf Erschütterungen und Temperaturschwankungen reagieren kann