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controlling und rechnungslegung (2008)

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THÔNG TIN TÀI LIỆU

Thông tin cơ bản

Tiêu đề Controlling und Rechnungslegung
Tác giả Carl-Christian Freidank, Stefan Mỹller, Inge Wulf
Người hướng dẫn Univ.-Prof. Dr. Laurenz Lachnit
Trường học Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Chuyên ngành Betriebswirtschaftslehre
Thể loại Bài tập tốt nghiệp
Năm xuất bản 2008
Thành phố Oldenburg
Định dạng
Số trang 500
Dung lượng 2,86 MB

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Nội dung

Rollenverständnis der Controller: Originäre Aktionsfelder der Controller IGC-Controllerleitbild: Controller gestalten und begleiten den Managementprozess der Zielfindung, Planung und Ste

Trang 2

Aktuelle Entwicklungen

in Wissenschaft und Praxis

Herausgegeben von Carl-Christian Freidank, Stefan Müller und Inge Wulf

Mit Beiträgen von Jörg Baetge O Werner Brinker O Udo Buscher O Günther Dey O Ulrich Döring O Andreas Eiselt O CarlȬChristian Freidank ODirk Hachmeister O Thomas Hering O Péter Horváth O Carolin Karthaus O Hans Jürgen Kirsch O Martin Kißler O Norbert Krawitz O Tim Krützfeldt O Karlheinz Küting O Lüder Kurz O Christoph Lange O Franz Jürgen Marx O Thorsten Melcher O Stefan Müller O Oliver Obermann O Jochen R Pampel O Reinhard Pfriem O Christopher Pleister O Karin Rebmann O Thomas Reichmann O Sigrid Schaefer O Raimund Schirmeister O Uwe Schneidewind O Katrin Siebold O Jürgen Taeger O Jörg Tesch O Dietmar Tredop O Frank Wohlgemuth O Inge Wulf

Laurenz Lachnit zum 65 Geburtstag

Controlling und Rechnungslegung

Trang 3

1 Auflage 2008

Alle Rechte vorbehalten

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr Th Gabler | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008Lektorat: Jutta Hauser-Fahr | Walburga Himmel

Der Gabler Verlag ist ein Unternehmen von Springer Science+Business Media

www.gabler.de

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt JedeVerwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohneZustimmung des Verlags unzulässig und strafbar Das gilt insbesondere fürVervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherungund Verarbeitung in elektronischen Systemen

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Umschlaggestaltung: Ulrike Weigel, www.CorporateDesignGroup.de

Druck und buchbinderische Verarbeitung: Wilhelm & Adam, Heusenstamm

Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier

Printed in Germany

ISBN 978-3-8349-0424-9

Trang 4

undȱWirtschaftspädagogik,ȱFakultätȱII,ȱȱCarlȱvonȱOssietzkyȱUniversitätȱOldenburg,ȱȱAmmerländerȱHeerstraßeȱ114Ȭ118,ȱ26129ȱOldenburgȱȱ

Trang 5

Vorwort

Die ökonomische Seite von Unternehmen ist dem menschlichen mögen nicht unmittelbar zugänglich, sondern wird erst durch eine ersatzweise Mo-dellabbildung mit Hilfe des Rechnungswesens fassbar Das Rechnungswesen ist sozu-sagen die Nervenzentrale des Unternehmens, mit deren Hilfe die Vorgänge und Zu-stände des Unternehmens erfasst, analysiert, kontrolliert, geplant und gesteuert werden Neben dieser internen Ausrichtung auf die Unternehmensführung im Rah-men des Controllings ist das Rechnungswesen auch die Basis für die extern orientierte Unternehmensrechnung In beiden Teilgebieten haben sich in den letzten Jahren er-hebliche Umwälzungen ergeben, bis hin zu der Entwicklung, beide Bereiche als kon-vergentes Management-Rechnungswesen wieder stärker zu verbinden

Wahrnehmungsver-Die grundsätzliche duale Ausrichtung prägt auch das wissenschaftliche Werk von

Univ.-Prof Dr Laurenz Lachnit und schlägt sich konkret fassbar z.B in der

Namens-gebung seines Lehrstuhls an der Universität Oldenburg nieder Absichtsvoll, auch als Wissenschaftsprogramm zu verstehen, trägt der Lehrstuhl seit seinem Amtsantritt

1981 die offizielle Bezeichnung Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen schaftsprüfung/Controlling) Schüler, Kollegen, Freunde und langjährige Wegbegleiter widmen ihm zu seinem 65 Geburtstag am 24 März 2008 diese Festschrift, in der die aktuellen Entwicklungen in Controlling und Unternehmensrechnung aufgezeigt wer-den

(Wirt-Einen ersten Schwerpunkt in der wissenschaftlichen Arbeit von Laurenz Lachnit

bil-det die in der Dissertation begonnene und mit Beiträgen zum Cashflow vertiefte fassung mit dem Problem, dass der Jahresabschluss von Unternehmen gemäß HGB über die finanzielle Seite von Unternehmen nur unzureichend informiert Neben Bi-lanz (Stichtagsrechnung von Vermögen und Kapital) und GuV (Zeitraumrechnung über Ertrag und Aufwand) fehlt eine dritte Jahresrechnung als Zeitraumrechnung

Be-über Einnahmen und Ausgaben (heute: Cashflow-Statement bzw Finanzflussrechnung)

Nur der Konzernabschluss ist seit dem Bilanzrechtsreformgesetz pflichtgemäß um einen solchen Bestandteil zu ergänzen Dieses im Einzelabschluss noch bestehende Defizit ist umso unverständlicher, als Illiquidität in unserer Rechtsordnung einen Insolvenzgrund darstellt und eine diesbezügliche Berichterstattung eigentlich vom Gesetzgeber nicht der Freiwilligkeit und dem gestalterischen Zufall überlassen wer-

den sollte In diesem Problemkreis sind die Dissertation von Laurenz Lachnit über

Zeitraumbilanzen (1972) und die Aufsätze über Wesen und Ermittlung des Cashflows (1973 und 1975) markante Beiträge In der Dissertation zeigt er Strukturen einer mit Bilanz und GuV verbundenen Finanzflussrechnung auf, in den Cashflow-Beiträgen klärt er grundlegend das Wesen des Cashflows und verdeutlicht erstmals prinzipiell

Trang 6

die (heute geläufigen) Methoden der indirekten und direkten Ermittlung des flows Eine parallel laufende Befassung mit Grundfragen und Möglichkeiten einer vergleichenden Betriebswirtschaftslehre schließt seine Arbeitsphase an der Freien Universität Berlin 1973 ab Im vorliegenden Werk befasst sich der Beitrag „Die Kapital-flussrechnung als zentrales Instrument des konvergenten Managementrechnungswe-

Cash-sens“ von Prof Dr Stefan Müller mit dieser Problemstellung

Die anschließende Arbeitsphase an der Universität Dortmund (1973 bis 1981) setzt

weitere Akzente in der wissenschaftlichen Arbeit von Laurenz Lachnit Zum einen ist

hier die Habilitationsschrift „Systemorientierte Jahresabschlussanalyse wicklung der externen Jahresabschlussanalyse mit Kennzahlensystemen, EDV und mathematisch-statistischen Methoden“ (1979) zu nennen, mit der die klassische Bi-lanzanalyse wesentliche Neuerungsimpulse erhält, z.B in Bezug auf die externe Schätzung stiller Reserven, in Bezug auf die Nutzung von Jahresabschlussdaten für Prognosezwecke (wie etwa Aktienkursprognose) oder in Bezug auf die inhaltlichen Strukturen von Kennzahlensystemen zur Beurteilung der Erfolgs- und Finanzlage von

Weiterent-Unternehmen Zugleich werden in diesen Jahren von Laurenz Lachnit auch die

Mög-lichkeiten von Kennzahlen und Kennzahlensystemen für Zwecke der führung bahnbrechend erarbeitet Ein herausragendes Resultat ist hierzu z B das

Unternehmens-(gemeinsam mit Thomas Reichmann erarbeitete) so genannte RL

(Rentabilitäts-Liquiditäts-)-Kennzahlensystem zu nennen, welches bis heute ein fester Bestandteil betriebswirtschaftlicher Konzepte zur Unternehmensführung mit Kennzahlen ist In

diesem Zusammenhang beleuchten PD Dr Inge Wulf die Thematik Kennzahlensystem und immaterielle Potenziale“ und WP/StB Jörg Tesch „Nichtfinan-

„RL-zielle Leistungsindikatoren im Lagebericht“

Nicht minder beachtlich sind die in diesen Jahren von Laurenz Lachnit vorgelegten

Resultate zum Gebiet der prognostischen Früherkennung und Frühwarnung mit Hilfe des Rechnungswesens In diesem Zusammenhang befasst er sich sehr intensiv mit den Möglichkeiten betriebswirtschaftlicher Prognose auf Basis von Rechnungswesendaten Nach eingehender kritischer Befassung und umfangreicher empirischer Testung klas-

sischer statistischer Prognoseverfahren erarbeitet Laurenz Lachnit als

Weiterentwick-lung der multiplen Regressionsmethodik die sogenannte iterativ-multiple onsprognostik, die sich gegenüber der geläufigen simultan-multiplen Regressionsme-thodik durch größere Robustheit bei Strukturbrüchen und durch realistischere Prämissen in Bezug auf betriebliche Gegebenheiten auszeichnet Im Kontext der inter-nen und externen Überwachung von Unternehmen stehen hier die Beiträge von

Regressi-Prof Dr Dr h.c Jörg Baetge und Dipl.-Ök.Thorsten Melcher „Erkenntnisse aus

forensischen Prüfungen für die Jahresabschlussprüfung“, Prof Dr Reinhard Pfriem

„Corporate Governance - Die Unternehmung als gesellschaftlicher Akteur“ und

Risiko-managementsysteme“

Trang 7

Nach dem Ruf auf den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen mit den Schwerpunkten Wirtschaftsprüfung und Controlling im Jahr 1981 werden syste-matisch Forschungsergebnisse sowohl im externen Rechnungswesen (vor allem zu Rechnungslegung, Bilanzpolitik und Bilanzanalyse) wie auch im internen Rech-nungswesen (zu Controlling, EDV-gestützten Führungsinformationssystemen und Rechnungsweseninstrumenten für mittelständische Unternehmensführung) vorgelegt

Die Forschungen von Laurenz Lachnit zur Nutzung von Rechnungswesen für

Unter-nehmensführung und Controlling erbringen grundlegende Konzepte zur gestützten Erfolgs- und Finanzlenkung in mittelständischen Betrieben, differenziert nach produktionstypologischen Grundmustern, wie z.B Massen- und Einzelfertigung, und werden umgesetzt in Anwendungsprogrammen auf PC-Basis Es handelt sich hier

EDV-um Ergebnisse im besten Sinne von Betriebswirtschaftslehre als angewandter schaft, die sowohl in der betriebswirtschaftlichen Theorie wie auch in der betrieblichen Praxis Breitenwirkung erzielt haben, z.B in einer Vielzahl von Fachbeiträgen, Workshops und konkreten Umsetzungen der diesbezüglichen EDV-Programme ERFI und PROCON Als ein Beispiel für die praktische Umsetzung sei nur erwähnt, dass das EDV-Programm des Genossenschaftsbankensektors zur Firmenkundenberatung in Sachen EDV-gestützte Erfolgs- und Finanzplanung auf dem von Lachnit entwickelten Programm ERFI beruht Die integrierte Erfolgs-, Bilanz- und Finanzrechnung als In-

Wissen-strument der Prognose und Simulation untersucht in diesem Werk Tim Krützfeldt Im Kontext des Controllings haben Prof Dr Dr h.c mult Péter Horváth „Controller und IFRS“, Prof Dr Carl-Christian Freidank „Die kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung

als Schlüsselgröße der wertorientierten Unternehmenssteuerung“,

Prof Dr Thomas Hering „Wertorientiertes Controlling aus Sicht der

Investitionstheo-rie“, Dr Werner Brinker „Die Entwicklung von internen Steuerungselementen am Beispiel der EWE AG“, Dr Christopher Pleister „Unternehmenssteuerung im genos- senschaftlichen FinanzVerbund“, Prof Dr Udo Buscher „Durchlaufzeitcontrolling in

der industriellen Auftragsfertigung“, Prof Dr Christoph Lange und Dr Sigrid

Schaefer „Verhaltensorientierung im Controlling“, Prof Dr Jochen Pampel

„Rückkehr der Grenzplankostenrechner?“ sowie Prof Dr Thomas Reichmann und

Dipl.-Kfm Dipl.-Volksw Martin Kißler „Systemgestützte Controlling-Konzeption

für international tätige Unternehmen“ bearbeitet

Ein weiterer Controlling-Arbeitsschwerpunkt von Laurenz Lachnit ist in den Jahren

1994 bis 1998 die Mitwirkung bei der Niedersächsischen Verwaltungsreform Diese Mitwirkung erfolgte im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums des Inneren und hatte die Schaffung neuer betriebswirtschaftlicher Steuerungsinstrumente für die öffentliche Verwaltung in Niedersachsen zum Ziel Konkret wurden dazu in Einzel-projekten für ausgewählte Behörden Kosten- und Leistungsrechnungen, betriebswirt-schaftliche Budgetierung, Führungsberichtswesen, Qualitätscontrollingsysteme sowie Planungs- und Lenkungskonzepte auf betriebswirtschaftlicher Basis erarbeitet und praktisch umgesetzt Diese Arbeiten waren in vieler Hinsicht grundlegend und nova-

Trang 8

tiv In Bezug auf diese Thematik beleuchtet Prof Dr Uwe Schneidewind das

„Universitätscontrolling“

Parallel zu der Befassung mit der Ausgestaltung von rechnungswesenbasierten rungsinstrumenten läuft in den Jahren ab 1981 auch die Arbeit an der Weiterentwick-lung der externen Rechnungslegung Ein erster Schwerpunkt war zunächst in den Jahren 1984 bis 1987 die Fortentwicklung der HGB-Rechnungslegung, aktuell z.B in dieser Zeit durch die Verabschiedung des Bilanzrichtliniengesetzes in Deutschland

Füh-Laurenz Lachnit war einer der fünf wissenschaftlichen betriebswirtschaftlichen

Gut-achter im Bundestags-Rechtsausschuss bei den Anhörungen zum BiRiLiG Seine bezügliche Kompetenz wurde in der Folgezeit in praktischen Umsetzungen einge-bracht, z.B in BiRiLiG-Arbeiten bei der DVFA (Ergebnis nach DVFA unter Beachtung von BiRiLiG) sowie sehr umfangreichen Steuerberater- und Bankkaufleute-Schulungen im norddeutschen Raum Im Zusammenhang mit der Fortentwicklung

dies-und Gestaltung von Unternehmensabbildungen finden sich die Beiträge von Prof Dr

Dirk Hachmeister „Währungsumrechnung, Währungsrisiken und Hedge Accounting

nach IFRS“, Prof Dr Norbert Krawitz und Dipl.-Kffr Carolin Karthaus

„Harmoni-sierte europäische Gewinnermittlung für Zwecke der Körperschaftsbesteuerung“

Ab Mitte der 90er Jahre arbeitete Laurenz Lachnit weiter sehr intensiv im Gebiet von

Rechnungslegung und Jahresabschlussanalyse Zum einen werden seine praktischen Bilanzanalyse-Studien bundesweit beachtet Genannt seien nur als markanteste Bei-spiele die Analysen über Deutsche Telekom (1993), Daimler Benz (1996) oder als jüngs-tes Beispiel Cewe-Color (2007) Zum anderen legt er in diesen Jahren Abhandlungen

zu kritischen Teilproblemen der Rechnungslegung vor, wie etwa True and Fair View

und stille Rücklagen, Währungsumrechnung, Geschäfts- oder rung, Altersversorgungslasten, neue Gewinnbegriffe oder wertorientiertes Reporting,

Firmenwertbilanzie-die nicht ohne Wirkung geblieben sind Diesen Forschungsaspekten widmen sich

Prof Dr Franz Jürgen Marx „Stille Reserven in der Steuerbilanz - Erfassung,

Quanti-fizierung und Gestaltung der Steuerwirksamkeit“ sowie Prof Dr Ulrich Döring und

Dipl.-Kfm Oliver Obermann „Primär- und Sekundärwirkungen von

rechnungsle-gungspolitischen Maßnahmen“ Zugleich werden von Laurenz Lachnit ab Mitte der

90er Jahre bei der Befassung mit Rechnungslegung und Unternehmensanalyse die Erfordernisse des Konzernabschlusses und der internationalen Bilanzierung mehr und mehr als Akzentsetzungen berücksichtigt, was im Lichte der Aktualität betriebswirt-schaftlicher Befassung mit Rechnungslegung und Unternehmensanalyse nur folgerich-

tig ist Prof Dr Hans Jürgen Kirsch und Dipl.-Kfm Lüder Kurz

„Pensionsrückstellungen nach IFRS“, Prof Dr Karlheinz Küting und Dr Frank

Wohlgemuth „Implikationen der Angaben zur Ermessensausübung und zu den

Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten im IFRS-Recht für die Bilanzanalyse“,

Dipl.-Kfm Andreas Eiselt „Aspekte einer EDV-gestützten Jahresabschlussanalyse“

sowie Prof Dr Raimund Schirmeister und Dipl.-Kffr Katrin Siebold „Die

Aufde-ckung von Bilanzmanipulationen in der Jahresabschlussanalyse“ befassen sich mit diesen Problemstellungen

Trang 9

Die duale Ausrichtung von Laurenz Lachnit in der wissenschaftlichen Arbeit sowohl

auf externes wie internes Rechnungswesen findet einen vorläufigen aktuellen punkt in der Publikation der Lehrbücher Bilanzanalyse (2004) und Controlling (2006)

Höhe-Der Wissenschaftler Laurenz Lachnit ist in Forschung, Lehre und

Anwendungsumset-zung seit inzwischen mehr als 30 Jahren wirkungsvoll tätig Die Forschungsresultate liegen in einer Vielzahl von Publikationen vor, in der Lehr- und Betreuungstätigkeit hat er eine Vielzahl von Studierenden instruiert, motiviert und unterstützt, in der

Anwendungsumsetzung sind die unterschiedlichsten Wirkungslinien von Laurenz

Lachnit zu nennen, reichend von Praxis-Kooperationsprojekten,

EDV-Systementwick-lungen, Gutachtertätigkeiten bis hin zu bundesweiten Managementseminaren Er hat

an der Universität Oldenburg die wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge stark geprägt und bei der Ausgestaltung der aktuellen Bachelor- und Masterstudiengänge Weichen für eine auch weiterhin überaus fundierte akademische Ausbildung in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Controlling, Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung gelegt Mit Bezug auf die aktuelle Hochschulentwicklung stellt

Prof Dr Günther Dey „Lernzielbeschreibungen für eine moderne Controlling-Lehre“

dar Zu dem Thema „Betriebliche Weiterbildung und Controlling - Zu einem

schwieri-gen Verhältnis aus wirtschaftspädagogischer Sicht“ nehmen Prof Dr Karin Rebmann

und Dr Dietmar Tredop Stellung

Unser Dank gebührt den Autoren, ohne deren Bereitschaft und Geduld das Projekt

nicht hätte realisiert werden können Besonders zu Danken ist Frau Kffr.,

Dipl.-Finw (FH) Stephanie Beyer für die Übernahme der Schriftleitung, die durch ihren

unermüdlichen Einsatz und ihre Akribie entscheidend zur Erstellung des Buches in

der vorliegenden Form beigetragen hat Ein herzlicher Dank gilt Frau Jutta

Hauser-Fahr vom Gabler Verlag, die diese Festschrift von der Konzeption bis zur

Fertigstel-lung begleitet und stets mit wertvollen Anregungen und HilfestelFertigstel-lungen zur Seite gestanden hat Weiterhin danken die Herausgeber besonders der Wirtschaftsprü-fungsgesellschaft KPMG Deutsche Treuhandgesellschaft mbH, Bremen, in Person

WP/StB Herrn Heinrich Heuermann, sowie der EWE Aktiengesellschaft, Oldenburg

für die finanzielle Förderung des Projekts

An dieser Stelle bleibt es Laurenz Lachnit zu wünschen, dass er sein

wissenschaftli-ches Werk mit unveränderter Leidenschaft und innovativer Schaffenskraft fortführen kann, um weiterhin die Entwicklung von Unternehmensrechnung und Controlling mitgestalten zu können

Hamburg und Oldenburg, im Oktober 2007

Trang 10

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis XVII

Teil 1: Controlling 1

Univ.-Prof Dr Dr h.c mult Péter Horváth

Controller und IFRS

Veränderungen im Aufgabenprofil 3

o.Univ.-Prof Dr habil Carl-Christian Freidank

Kalkulatorische Zinsen im Kontext der wertorientierten Unternehmenssteuerung 15

Univ.-Prof Dr habil Thomas Hering

Wertorientiertes Controlling aus Sicht der Investitionstheorie 37

PD Dr Inge Wulf

RL-Kennzahlensystem und immaterielle Potenziale 53

Tim Krützfeldt

Die integrierte Erfolgs-, Bilanz- und Finanzrechnung als Instrument

der Prognose und Simulation 69

Dr Werner Brinker

Die Entwicklung von internen Steuerungselementen am Beispiel der EWE AG

EWE in Bewegung 89

Dr Christopher Pleister

Unternehmenssteuerung im genossenschaftlichen FinanzVerbund 107

Univ.-Prof Dr Udo Buscher

Durchlaufzeitcontrolling in der industriellen Auftragsfertigung 115

Univ.-Prof Dr Christoph Lange

Dr Sigrid Schaefer

Verhaltensorientierung im Controlling

Forschungsstand und Entwicklungsperspektiven 139

Trang 11

Prof Dr Jochen R Pampel

Rückkehr der Grenzplankostenrechner?

Unternehmenssteuerung mit der Flexiblen Plankostenrechung 159

Univ.-Prof Dr Thomas Reichmann

Dipl.-Kfm Dipl.-Volksw Martin Kißler

Systemgestützte Controlling-Konzeption für international tätige Unternehmen 187

Univ.-Prof Dr jur Jürgen Taeger

Gesellschaftsrechtliche Anforderungen an Risikomanagementsysteme 207

Univ.-Prof Dr Uwe Schneidewind

Universitätscontrolling

Stand und Herausforderungen 227

Univ.-Prof Dr Karin Rebmann

Dr Dietmar Tredop

Betriebliche Weiterbildung und Controlling

Zu einem schwierigen Verhältnis aus wirtschaftspädagogischer Sicht 247

Prof Dr Günther Dey

Lernzielbeschreibungen für eine moderne Controlling-Lehre

Herausforderungen aus dem Bologna-Prozess 265

Teil 2: Rechnungslegung 283

Univ.-Prof Dr Stefan Müller

Die Kapitalflussrechnung als zentrales Instrument des konvergenten

Rechnungswesens 285

WP/StB Jörg Tesch

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren im Lagebericht 301

Univ.-Prof Dr Dirk Hachmeister

Währungsumrechnung, Währungsrisiken und Hedge Accounting nach IFRS 319

Univ.-Prof Dr Norbert Krawitz

Dipl.-Kffr Carolin Karthaus

Harmonisierte europäische Gewinnermittlung für Zwecke der

Körperschaftsbesteuerung 339

Univ.-Prof Dr Franz Jürgen Marx

Stille Reserven in der Steuerbilanz – Erfassung, Quantifizierung

und Gestaltung der Steuerwirksamkeit 367

Trang 12

Univ.-Prof Dr Dr h.c Jörg Baetge

Dipl.-Ök Thorsten Melcher

Erkenntnisse aus forensischen Prüfungen für die Jahresabschlussprüfung 387

Univ.-Prof Dr Ulrich Döring

Dipl Kfm Oliver Obermann

Primär- und Sekundärwirkungen von rechnungslegungspolitischen Maßnahmen 413

Univ.-Prof Dr Hans Jürgen Kirsch

Dipl.-Kfm Lüder Kurz

Pensionsrückstellungen nach IFRS - Eine kritische Analyse der Bilanzierung

versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste 439

Univ.-Prof Dr Karlheinz Küting

Dr Frank Wohlgemuth

Implikationen der Angaben zur Ermessensausübung und zu den Hauptquellen

von Schätzungsunsicherheiten im IFRS-Recht für die Bilanzanalyse 455

Dipl.-Kfm Andreas Eiselt

Aspekte einer EDV-gestützten Jahresabschlussanalyse 471

Univ.-Prof Dr Reinhard Pfriem

Corporate Governance Die Unternehmung als gesellschaftlicher Akteur 489

Univ.-Prof Dr Raimund Schirmeister

Dipl.-Kffr Katrin Siebold

Die Aufdeckung von Bilanzmanipulationen in der Jahresabschlussanalyse 503 Lebenslauf von Univ.-Prof Dr Laurenz Lachnit 521 Schriftenverzeichnis von Univ.-Prof Dr Laurenz Lachnit 525

Trang 13

Abkürzungsverzeichnis

BBB Berater Brief Betriebswirtschaft

BCR Balance Chance and Riskmanagement

BFuP Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis

ECTS European Credit Transfer System

EHUG Gesetz über elektronische Handelsregister und

Genossen-schaftsregister sowie das UnternehmensregisterERFI EDV gestütztes Programm zur Erfolgs- und

Finanzlenkung ERP Enterprise Resource Planning

FASB Financial Accounting Standards Board

IAS International Accounting Standard(s)

IASB International Accounting Standards Board IFAC International Federation of Accountants

IFRIC International Financial Reporting Interpretations

CommitteeIFRS International Financial Reporting Standard(s)

IKS internes Kontrollsystem

IRZ Zeitschrift für internationale Rechnungslegung

Trang 14

ISA International Standards on Auditing

JMAR Journal of Management Accounting Research

KapMuG Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz

KonTraG Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im

Unternehmens-bereich KoR Zeitschrift für kapitalmarktorientierte Rechnungslegung, ab

2005 Zeitschrift für internationale und tierte Rechnungslegung (KoRIFRS)

PiR Praxis der internationalen Rechnungslegung

SEStEG Gesetz über steuerliche Begleitmaßnahmen zur Einführung

der europäischen Gesellschaft und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften

SFAS Statement(s) of Financial Accounting Standard(s)

SWOT Strengths, Weaknesses, Opportunities and Threats

TransPuG Transparenz- und Publizitätsgesetz

TUG Transparenzrichtlinie-Umsetzungsgesetz

UMAG Gesetz zur Unternemensintegrität und Modernisierung des

Anfechtungsrechts US-GAAP United States Generally Accepted Accounting PrinciplesVorstOG Vorstandsvergütungs- Offenlegungsgesetz

ZfO Zeitschrift für Organisation

Trang 15

Teil 1

Controlling

Trang 16

Controller und IFRS

Veränderungen im Aufgabenprofil

Univ.-Prof Dr Dr h.c mult Péter Horváth International Performance Research Institute (IPRI), Rotebühlstraße 121, 70178 Stuttgart

1 Problemstellung 5

2 Das Rollenverständnis von Controllern 5

3 Controllingrelevante Aspekte der IFRS 7

4 Erweiterung des Controlleraufgabenprofils durch die IFRS 9

5 Integration von internem und externem Rechnungswesen? 11

6 Zusammenfassung in Thesen 12

Literaturverzeichnis 13

Trang 17

1 Problemstellung

Im Fokus dieses Beitrags steht das Rollenverständnis des Controllers Die zu wortende Frage lautet: Wie verändern sich Rollenverständnis und Aktionsfelder von Controllern durch die IFRS?

beant-Diese Frage ist von großer praktischer Tragweite, weil die Einführung der IFRS das Gesamtsystem des betriebswirtschaftlichen Rechnungswesens und die damit verbun-denen Aufgaben der Controller grundlegend verändert

2 Das Rollenverständnis von Controllern

Das Selbstverständnis von Controllern in Deutschland wird prägnant durch das von der International Group of Controlling (IGC) erarbeitete Controllerleitbild wiederge-geben (vgl Abb 2-1)

Abbildung 2-1: Controller-Leitbild der IGC 1

1 IGC, Controller-Wörterbuch, 2005, S VII

Controller gestalten und begleiten den Management-Prozess der Zielfindung, Planung und Steuerung und tragen damit Mitverantwortung für die Zielerreichung.

Das heißt:

„ Controller sorgen für Strategie-, Ergebnis-, Finanz-, Prozesstransparenz und tragen somit

zu höherer Wirtschaftlichkeit bei.

„ Controller koordinieren Teilziele und Teilpläne ganzheitlich und organisieren

unter-nehmensübergreifend das zukunftsorientierte Berichtswesen.

„ Controller moderieren und gestalten den Management-Prozess der Zielfindung, der

Planung und der Steuerung so, dass jeder Entscheidungsträger zielorientiert handeln

kann.

„ Controller leisten den dazu erforderlichen Service der betriebswirtschaftlichen Daten- und Informationsversorgung.

„ Controller gestalten und pflegen die Controllingsysteme.

Controller sind die internen betriebswirtschaftlichen Berater aller Entscheidungsträger und wirken als Navigator zur Zielerreichung

Trang 18

Insgesamt geht aus dem Leitbild und vielen empirischen Studien zweierlei hervor:

„ Controller verstehen sich als betriebswirtschaftliche Berater des Managements, die den Management-Prozess mitgestalten und auch Mitverantwortung für die Zieler-reichung tragen (vgl hierzu Abb 2-2)

„ Controller sind heute Teil des Unternehmensalltags im deutschsprachigen Raum:

In nahezu allen Unternehmen ist die Controller-Aufgabe realisiert und in der ten oder zweiten Ebene der Organisationshierarchie verankert

ers-Abbildung 2-2: Rollenverständnis der Controller im Sinne des IGC-Controllerleitbildes 2

In der Wissenschaft hat dieses Verständnis der Controller-Aufgaben heute weitgehend Akzeptanz gefunden.3

Für unsere Themenstellung sind zwei Aspekte des Controller-Rollenverständnisses von Bedeutung:

„ Controller sehen sich als „Managementservice“, d.h ihre „Kunden“ sind die gabenträger mit Führungsfunktionen in der Organisation

2 IGC, Controller und IFRS, 2006, S 21

3 Vgl z.B Horváth, P., Controlling, 2006; Lachnit, L./Müller, S., Unternehmens-Controlling, 2006; Weber, J./Schäffer, U., Controlling, 2006

Rollenverständnis der Controller:

Originäre Aktionsfelder der Controller

IGC-Controllerleitbild:

Controller gestalten und begleiten den Managementprozess der Zielfindung, Planung und Steuerung und tragen damit Mitverantwortung für die Zielerreichung

Steuerung/

Performance Measurement

wesen Planung

Berichts-Derivate Aktionsfelder der Controller

Organisation des Controller- bereichs

Gestaltung der Vorsysteme

Controller als betriebswirtschaftlicher Berater des Managements Controller als Methoden- und Systemdienstleister

Trang 19

„ Der Verwendungszweck der von den Controllern bereitgestellten Informationen ist die Steuerung der Organisation Der „harte Kern“ dieser Informationen stammt aus dem internen Rechnungswesen

3 Controllingrelevante Aspekte der IFRS

Zu den IFRS gibt es bereits eine Fülle von juristischer und betriebswirtschaftlicher Literatur, die ihre Philosophie, ihr Regelungswerk, die Unterschiede zum HGB und den Umstellungsprozess behandelt Auf sie soll hier nicht vertiefend eingegangen werden.4

Uns beschäftigt vielmehr die Frage, welche Auswirkungen die IFRS auf die Aufgaben und Aufgabenwahrnehmung des Controllers haben Dazu soll zunächst der wesentli-che controllingrelevante Aspekt der IFRS herausgearbeitet werden.5 Auf Einzelheiten der IFRS soll dabei nicht eingegangen werden

Der zentrale Punkt ist der sog Management Approach der IFRS.6 Hierunter versteht man die Bereitstellung von Informationen für Bilanzierungszwecke, die zunächst für interne Planungs-, Steuerungs- und Berichtszwecke erstellt wurden Der Management Approach leitet sich aus der Zielsetzung der IFRS ab, entscheidungsrelevante Informa-tionen für den Anteilseigner bereitzustellen Dahinter steht der Gedanke, dass die für die interne Steuerung herangezogenen Plan- und Ist-Informationen auch für den ex-ternen Investor relevant sind Das Unternehmen soll durch die Brille des Manage-ments wahrgenommen werden Durch den Management Approach erzwingen die IFRS eine enge Verzahnung zwischen IFRS-Rechnungslegung und Controllinginfor-mationen

Der Management Approach macht somit den Controller zum dienstleister für die IFRS-Rechnungslegung

Informations-In den IFRS gibt es zwei Formen des Management Approach:7

„ Unmittelbare Übernahme von Controllinginformationen in das IFRS-Reporting (z.B Festlegung berichtspflichtiger Segmente)

„ Ableitung von Größen der IFRS-Berichterstattung auf der Basis von formationen (z.B bei der Bewertung von Fertigungsaufträgen)

4 Vgl stellvertretend Ballwieser, W., IFRS, 2006; Wagenhofer, A., IAS/IFRS, 2005

5 Vgl dazu vor allem IGC, Controller und IFRS, 2006

6 Vgl hierzu IGC, Controller und IFRS, 2006, S 29-30

7 Vgl Weißenberger, B E., IFRS für Controller, 2007, S 170-171

Trang 20

Die Tabelle in Abbildung 3-1 fasst die wesentlichen Felder des Management Approach zusammen

Abbildung 3-1: Wesentliche Anwendungsfelder des Management Approach 8

Die Aufgabe heißt dann, die Controllinginstrumente so zu gestalten, dass sie neben den für die Steuerungszwecke benötigten Informationen auch die für die Bilanzierung benötigten Informationen generieren können Allerdings gilt für das Controlling wei-terhin das Primat der Unterstützung interner Managementprozesse.9

8 IGC, Controller und IFRS, 2006, S 37

9 Vgl IGC, Controller und IFRS, 2006, S 35

z.B. Rückgriff auf interne Abgrenzung stillzulegender operativer Bereiche IFRS 5 (Discontinued Operations)

z.B Rückgriff auf Indikatoren zur unterjährigen Durchführung von Goodwill-Impairmenttests z.B Discounted-Cashflow-Bewertung goodwilltragender Einheiten auf Basis der mittelfristigen Finanz- /Cashflow-Planung zum Zeck eines Goodwill-Impairment

IFRS 3 (Business Combinations)

z.B. Fundierung der Zeitbewertung von Renditeimmobilien durch interne Projektplanung IAS 40 (Investment Properties)

z.B. Rückgriff auf interne Risikomanagementsysteme zur Dokumentierung von zusammenhängen für Zwecke des Hedge Accounting

Sicherungs-IAS 39 (Financial Instruments:

Re-cognition and Measurement) i.V m IAS 32 und IFRS 7

z.B. Rückgriff auf Projektplanung und -kalkulation zur Aktivierung selbst erstellten immateriellen

Vermögens bzw Entwicklungsausgaben

IAS 38 (Intangible Assets)

z.B: Rückgriff auf Indikatoren zur unterjährigen Durchführung von Impairmenttests

z.B. Bildung von Bewertungseinheiten (cash generating units) auf Basis der Objektstrukturen in der

Finanz-/Cashflow-Planung z.B. Ermittlung des Nutzungswerts (value in use) auf Basis der mittelfristigen Finanz-/Cashflow-Planung IAS 36 (Impairment of Assets)

z.B Rückgriff auf separate Erfassung von Transaktionen mit nahe stehenden Personen und Unternehmen

IAS 24 (Related Party Disclosures)

z.B. Rückgriff auf risikoorientierte Erfassung von Geschäftsvorfällen zur Bestimmung der realisierten

Umsätze

IAS 18 (Revenues)

z.B. Verwendung von Informationen über die voraussichtliche Lebensdauer von abnutzbaren Sachanlagen bzw deren Komponenten

z.B Fundierung von Zeitwerten im Rahmen der Neubewertung durch in der Anlagenbuchhaltung für

kalkulatorische Zwecke vorgehaltene Wiederbeschaffungswerte

IAS 16 (Porperty, Plant and

Equipment)

z.B. Anknüpfung der Segmentierung/Segmentkategorisierung (primär vs sekundär) an interne Berichtsstrukturen

IAS 14 (Segment Reporting)

z.B. Rückgriff auf Ergebnisplanung zur Einschätzung der Werthaltigkeit aktiver Steuerabgrenzungen IAS 12 (Income Taxes)

z.B Rückgriff auf Projektplanung und -kalkulation zur Ermittlung des Fertigstellungsgrads bei

Teilgewinnrealisierung (Percentage-of-Completion-Methode)

IAS 11 (Construction Contracts)

z.B Rückgriff auf produktionsorientiert erfasste Herstellungskosten IAS 2 (Inventories)

Beispielhafte Anwendungsfelder des Management Approach Standard

Trang 21

4 Erweiterung des

Controllerauf-gabenprofils durch die IFRS

Wie wir gesehen haben, sind die IFRS und die Controlleraufgaben miteinander knüpft: Auf der einen Seite müssen durch den Management Approach der IFRS Cont-roller-Informationen für Bilanzierungszwecke zur Verfügung gestellt werden, auf der anderen Seite stellt sich die Frage an den Controller, inwieweit er die Kongruenz zwi-schen externer und interner Ergebnisrechnung herstellen will

ver-Der Management Approach führt also zu einem Anpassungsbedarf und zu einer weiterung der Controlleraufgaben: Es kommt die Informationsdienstleistungsaufgabe für IFRS-Zwecke hinzu (vgl hierzu Abb 4-1) Der Anpassungsbedarf wird dann ver-stärkt, wenn im Rahmen der Umstellung auf die IFRS-Rechnungslegung eine Integra-tion von internem und externem Rechnungswesen angestrebt wird

Er-Abbildung 4-1: Veränderungen im Rollenverständnis der Controller durch die

Steuerung/

Performance Measurement

wesen Planung

Berichts-Derivate Aktionsfelder der Controller

Organisation des Controller- bereichs

Gestaltung der Vorsysteme

Controller als Methoden- und Systemdienstleister

Controller als Informationsdienstleister für die Bilanzierung

Controller als betriebswirtschaftlicher Berater des Managements

Finanzberichterstattung auf Basis der International Financial Reporting Standards (IFRS)

Trang 22

Da die IFRS „betriebswirtschaftlicher“ sind als das HGB, sind die den Standards newohnenden Ansatz- und Bewertungsaufgaben eine Chance für den Controller, seine Instrumente auch für das externe Rechnungswesen nutzbar zu machen.11

in-Was bedeuten die Erweiterungs- und Anpassungsbedarfe in den Kernfeldern Planung und Reporting?

Controller-Im Bereich der Planung greifen die IFRS mehrfach auf die Informationen der fristplanung zurück So werden z.B für die Impairmenttests nach IAS 36 die Informa-tionen der mittelfristigen Cashflow-Planung benötigt.12

Mittel-Bei der Berichterstattung steht die Segmentberichterstattung im Mittelpunkt Die Berichterstattung (IAS 14 / IFRS 8) verwendet die Klassifikation in primäre und se-kundäre Berichtskategorien auf der Basis der internen Berichtsstrukturen.13

IFRS-Abbildung 4-2: Anpassungsmaßnahmen (beispielhaft) in den Aufgabenfeldern des

Control-lers bei der Realisierung der IFRS 14

11 Zu Chancen und Risiken der IFRS für Controller vgl Biel, A IAS/IFRS, 2006, S 110-112

12 Vgl weitere Beispiele bei Weißenberger, B E., IFRS für Controller, 2007, S 181

13 Vgl weitere Beispiele ebenda, S 182

14 IGC, Controller und IFRS, 2006, S 63

Rollenverständnis der Controller:

Originäre Aktionsfelder der Controller

IGC-Controllerleitbild:

Controller gestalten und begleiten den Managementprozess der Zielfindung, Planung und Steuerung und tragen damit Mitverantwortung für die Zielerreichung

Steuerung Berichtswesen

Planung

Derivate Aktionsfelder der Controller

Organisation (Vor-)Systeme

Controller als Methoden- und Systemdienstleister

Controller als Informationsdienstleister für die Bilanzierung

Controller als betriebswirtschaftlicher Berater des Managements Finanzberichterstattung auf Basis der International Financial Reporting Standards (IFRS)

Anpassung der Mittelfristplanung auf Informationsbedarfe der Bilanzierung Fundierung u a von Fair-Value-Ermittlung und Impairmenttests Herleitung von Plan- und Forecast-Größen auf IFRS-Basis Verschlankung/Be- schleunigung von Planungsprozessen

Bereitstellung von Informationen für die controlling, Risiko- management usw.) Harmonisierung von externen und internen Berichtsformaten/

Einheitliche wege an die obersten Führungsebenen Entstehung neuer Berichtselemente, z.B Überleitungs- rechnungen, Impair- ment-Controlling

Berichts-Anpassung orientierter Erfolgs- kennzahlen an die IFRS-Datenbasis Incentivierung des Managements mittels IFRS-basierter Ergeb- nisgrößen (Definition von Brückenpositio- nen, Kommunikation/

wert-Schulung) Prüfung der Eignung der Fair-Value-Be- folgsmessung

Integration von haltungs-, Planungs- und Konsolidierungs- software Zeitnahe/automati- sierte Bereitstellung interner/externer Grö- ßen für Bilanzierungs- und Steuerungs- zwecke (Fast Close) Standardisierung von buchhalterischen Prozessen/Einrich- tung von Shared Service Centern

Buch-Aufbau von Kompetenz im (Zent- ral-)Controlling Personelle Verflech- tung mit Bilanzierung/Investor Relations/Wirtschafts- prüfer Übernahme von Mitverantwortung für die Finanzbericht- erstattung Weitergabe von Con- trollingkenntnissen an die Bilanzierung

Trang 23

IFRS-Der Umstellungsprozess betrifft nicht nur Planung und Berichterstattung, sondern auch die Vorsysteme für das Controlling und die Controlling-Organisation (vgl dazu Abb 4-2) Auch ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass der Controller im Zuge der Umstellung auf IFRS eine Neuinterpretation der Steuerungskennzahlen vorzunehmen hat, weil diese sich durch die IFRS verändern: Vermögen, Eigenkapital und Cashflow nehmen tendenziell zu, Gewinne werden volatiler und steigen temporär an.15

Als einmalige Aufgabenstellung ist die Mitgestaltung der Umstellung von HGB auf IFRS in Verbindung mit der Anpassung des Controllingsystems noch zu nennen.16

5 Integration von internem und externem

Rechnungswesen?

Die IFRS haben der Diskussion zur Integration von internem und externem nungswesen im deutschsprachigen Raum neuen Auftrieb gegeben.17 Was sind die Optionen? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Controller?

Rech-Für die Integrationsüberlegungen gibt es die Optionen:

„ Verzicht auf eine Integration,

„ vollständige Integration und

15 Vgl Weißenberger, B E./Haas, C A J., Neuausrichtung, 2004, S 62

16 Vgl dazu Biel, A., IAS/IFRS, 2006, S 29-58

17 Vgl zum Thema generell Müller, S., Konvergenz, 2003

Trang 24

te Betrachtung spricht für eine im Einzelfall zu spezifizierende partielle Integration des internen und externen Rechnungswesens.18

Für die Aufgabenwahrnehmung des Controllers bedeutet die partielle Integration, dass die Kooperation mit dem externen Rechnungswesen sicherzustellen ist Der Controller hat sich ausreichende Kenntnisse der IFRS anzueignen, damit diese enge Kooperation hinrechend funktioniert

Betrachtet man die Unternehmenspraxis, so lässt sich feststellen, dass unter den pekten der Effizienzsteigerung und der Informationsstandardisierung gegenwärtig alle Möglichkeiten genutzt werden, die Integration des Rechnungswesens voranzu-treiben.19

As-6 Zusammenfassung in Thesen

Wir können nun die vorstehenden Befunde in Thesenform zusammenfassen:

1 Controller sind sowohl betriebswirtschaftliche Berater des Managements als auch Methoden- und Systemdienstleister in den Bereichen Planung, Steuerung, Be-richtswesen und internes Rechnungswesen

2 Die IFRS haben durch ihren Management Approach wesentliche Auswirkungen auf die Aufgaben und Aufgabenwahrnehmung des Controllers: Das Aufgabenpro-fil des Controllers erweitert sich um die Aufgaben der Informationsdienstleistung für IFRS-Rechnungslegungszwecke

3 Die sich aus dem Management Approach ergebenden Veränderungsbedarfe im Controlling erstrecken sich auf alle wesentlichen Aufgabenfelder des Controllers

4 Die Frage nach der Integration von internem und externem Rechungswesen kann dabei nicht pauschal mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden Notwendig ist eine eingehende Analyse des Einzelfalls, wobei in der Regel eine partielle Integration der Lösungsansatz sein wird

18 Vgl dazu IGC, Controller und IFRS, 2006, S 50-60

19 Vgl die Beispiele Beißel, J./Steinke, K.-H., Integriertes Reporting, 2004; Fleischer, W., Rolle, 2005; Köster, H., Vereinheitlichung, 2005; Zattler, P./Michel, U., IFRS, 2006

Trang 25

BIEL,A.[IAS/IFRS, 2006]: IAS/IFRS – Leitfaden für den Controller, Offenburg 2006

externes Reporting, in: Horváth, P (Hrsg.): Organisationsstrukturen und schäftsprozesse wirkungsvoll steuern, Stuttgart 2005, S 189-211

Controller-Wörterbuch – Deutsch-Englisch, Englisch-Deutsch, 3 Auflage, Stuttgart

2005

Controller und IFRS – Konsequenzen für die Controlleraufgaben durch die Finanz- berichterstattung nach IFRS, Freiburg/Berlin/München 2006

Prozesse bei Henkel, in: Horváth, P (Hrsg.): Organisationsstrukturen und schäftsprozesse wirkungsvoll steuern, Stuttgart 2005, S 117-129

Konzern-abschlüsse, Internationale Abschlüsse, Wiesbaden 2004

Managementunterstützung bei Erfolgs-, Finanz-, Risiko- und erung, Wiesbaden 2006

Füh-rungsgemäße Ausgestaltung des externen und internen Rechungswesens unter Konvergenzgesichtspunkten, Wiesbaden 2003

Bewer-tung, Angaben, Umstellung und Analyse, 5 Auflage, Frankfurt am Main/Wien

2005

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WAGENHOFER, A (Hrsg.) [Controlling und IRFS, 2006]: Controlling und Rechnungslegung – Konzepte, Schnittstellen, Umsetzung, Berlin 2006

IFRS-WEBER,J. ET AL.[Controlling, 2006]: Controlling 2006 – Stand und Perspektiven, dar 2006

Vallen-WEBER,J./SCHÄFFER,U.[Controlling, 2006]: Einführung in das Controlling, 11 Auflage, Stuttgart 2006

Cont-roller über IFRS wissen müssen, Freiburg/Berlin/München 2007

Inter-pretationsfunktion des Controllings, in: Controlling & Management, 2004, heft 2, S 54-62

eines weltweit tätigen nicht börsennotierten Unternehmens, in: Horváth, P (Hrsg.): Controlling und Financial Excellence, Stuttgart 2006, S 145-159

Trang 27

Kalkulatorische Zinsen im Kontext der wertorientierten

1 Unternehmenssteuerung aus wertorientierter Sicht 17

2 Ermittlung der kalkulatorischen Zinsen 18 2.1 Verwendung eines Mischzinssatzes 18 2.2 Steuer- und Risikoberücksichtigung 20 2.2.1 Standardansatz 20 2.2.2 Tax-CAPM 22 2.3 Beispielhafte Verdeutlichung 23

3 Ergebnis 28 Literaturverzeichnis 32

* Der Verfasser dankt Herrn Dipl.-Kfm Remmer Sassen, M.A., für die Unterstützung bei der Erstellung des Beitrags

Trang 28

1 Unternehmenssteuerung aus

wertorientierter Sicht

Die Steigerung des Unternehmenswertes als langfristiges Ziel des Managements wird

in der Betriebswirtschaftslehre schon seit langem diskutiert.1 Ende des vorherigen Jahrhunderts hat aber die Wertorientierung durch das Shareholder Value-Konzept,2

das darauf abstellt, den Marktwert des Eigenkapitals eines Unternehmens im lauf stetig zu steigern, eine Renaissance erfahren Im Rahmen eines solchen Value-Based-Management zielen die Aktivitäten der Unternehmensleitung insbesondere auf folgenden Strategien ab, die sich wechselseitig ergänzen müssen:

Zeitab-„ Schaffung von Anreiz-(Incentive-)Systemen auf allen Führungsebenen3

„ Aufdeckung und Nutzung von unternehmensin- und -externen len

Erfolgspotenzia-„ Information aller am Unternehmensgeschehen Beteiligten über die Strategien und Ergebnisse des Wertsteigerungsmanagements im Rahmen einer investororientier-

ten Rechnungslegungspolitik (Investor Relations, Value Reporting).4

„ Optimierung der in- und externen Überwachungs- und Steuerungssysteme rate Governance).5

(Corpo-Nach h M bilden die zukünftig erzielbaren cashflows (Einzahlungsüberschüsse) den

Ausgangspunkt für die Ermittlung des Marktwerts des Eigenkapitals Diese hensweise wird von der Auffassung getragen, dass sich das im Unternehmenswert zu

Vorge-erfassende Erfolgspotenzial in den cashflows späterer Perioden niederschlägt.6 piell erfolgt die Messung des (inneren) Marktwerts des Eigenkapitals durch Abzin-

Prinzi-sung der zukünftigen cashflows mit dem Kapitalkostensatz unter Abzug der an die

Fremdkapitalgeber fließenden Anteile In diesem Zusammenhang stellt die Planung, Kontrolle und Steuerung des Kapitalkostensatzes im Konzept des wertorientierten Controllings eine Schlüsselgröße dar, dem als Richtwert für die Erzielung einer Min-

1 Vgl etwa Schmalenbach, E., Kostenrechnung, 1963, S 145-193

2 Vgl Bühner, R., Kapitalmarktorientierte Unternehmenssteuerung, 1996, S 392-396; Lachnit, L./Müller, S., Probleme wertorientierter Performancedarstellung, 2002, S 2553-2559; Lachnit, L./Müller, S., Unternehmenscontrolling, 2006, S 225-262; Rappaport, A., Shareholder Value,

1995

3 Vgl Bühler, W./Siegert, T (Hrsg.), Unternehmenssteuerung, 1999

4 Vgl Arbeitskreis Externe Unternehmensrechnung der Schmalenbach-Gesellschaft für triebswirtschaft e.V.: Grundsätze Value Reporting, 2002, S 2337-2340; Fischer, T.M./Wenzel, J., Value, 2002, S 327-332; Freidank, C.-Chr., Internationale Rechnungslegungspolitik, 2000, S 3- 29; Lachnit, L., Bilanzanalyse, 2004, S 232-250

Be-5 Vgl Freidank, C.-Chr./Velte, P., Einfluss der Corporate Governance, 2007, S 711-745; Weber, S.C./Lentfer T./Köster, M., Corporate Governance, 2007, S 53-61

6 Vgl Günther, T., Unternehmenswertorientiertes Controlling, 1997, S 71

Trang 29

destverzinsung des eingesetzten Kapitals auf allen Unternehmensebenen eine ragende Bedeutung zukommt

heraus-Im Folgenden wird unter Berücksichtigung der Unternehmensteuerreform 20087 lysiert, wie sich die Erkenntnisse des wertorientierten Controllings auf die Ermittlung des kalkulatorischen Zinssatzes und der kalkulatorischen Zinsen bei börsennotierten Kapitalgesellschaften übertragen lassen, mit deren Hilfe die Verzinsung des betriebs-notwendigen Kapitals in strategischen und operativen Entscheidungsrechnungen8

ana-erfasst werden soll Darüber hinaus spielt die Ableitung der kalkulatorischen sung aus dem Konzept der wertorientierten Unternehmenssteuerung aber auch für Dokumentationsrechnungen eine Rolle, die zur Information der öffentlichen Verwal-tung etwa im Rahmen der Auftragskalkulation oder der Kostenregulierung aufzustel-len sind.9 Den in der Betriebswirtschaftslehre existierenden Methoden zur Ermittlung der kalkulatorischen Zinsen ist gemeinsam, dass sie das im Unternehmen gebundene Eigen- und Fremdkapital, welches sachziel- oder betriebsnotwendigen Charakter trägt und seine Verzinsung nicht bereits in anderer Form erbringt (sog betriebsnotwendiges Kapital), in die Bemessungsgrundlage einbeziehen, auf das dann ein näher zu be-stimmender kalkulatorischer Zinssatz anzuwenden ist.10

Verzin-2 Ermittlung der kalkulatorischen Zinsen

2.1 Verwendung eines Mischzinssatzes

Nach herrschender Meinung setzen sich die kalkulatorischen Zinsen einerseits aus pagatorischen Komponenten, insbesondere aus Fremdkapitalzinsen für die Inan-spruchnahme von zinspflichtigen (Fremd-)Kapitalanteilen, und andererseits aus wertmäßigen Bestandteilen in Gestalt entgangener Kapitalerträge (Opportunitätskos-

7 Vgl Ballwieser, W./Kruschwitz, L./Löffler, A., Einkommensteuer, 2007, S 765-769; Hommel, M./Pauly, D., Unternehmensteuerreform 2008, 2007, S 1155-1161

8 Fischer, T.M./Schmitz, J.A., Kapitalmarktorientierte Steuerung, 1998; Männel, W., Zinsen,

1998, S 83-97; Reiners, F., Teilprobleme, 1997, S 55-62; Troßmann, E., Zur Rolle scher Zinsen, 1998, S 310-317

kalkulatori-9 Vgl hierzu Berner, J., Berechnung, 2007, S 585 f.; Busse von Colbe, W., Regulierte mittlung, S 115-133; Coenenberg, A.G., Kostenrechnung, 2007, S 113-184; Diedrich, R., Ei- genkapitalkosten, 2005; Freidank, C.-Chr., Kostenrechnung, 2007, S 174 f.; Pedell, B., Kapi- talmarktorientierte Ermittlung, 2007, S 35-60; Sieben, G./Maltry, H., Bemessung, 2002, S 402-

Kostener-418

10 Vgl im Einzelnen Freidank, C.-Chr., Kostenrechnung, 2007, S 125-131

Trang 30

ten) zusammen, die durch den alternativen Einsatz des übrigen anteiligen Vermögens hätten erzielt werden können Die Unmöglichkeit, den jeweiligen Fremd- und Eigen-kapitalquellen einzelne Vermögensgegenstände genau zuzurechnen, hat zu der Über-legung geführt, für eine genauere Ermittlung der kalkulatorischen Zinsen einen

Mischsatz zu verwenden, der auch als Weighted Average Cost of Capital (WACC) im

betriebswirtschaftlichen Schrifttum bezeichnet und aus der (Ziel-)Kapitalstruktur des Unternehmens abgeleitet wird.11

Der WACC, definiert als geforderte Mindestrendite für das vom Unternehmen setzte Vermögen, die in Form von Kapitalkosten neben den übrigen Kosten durch seine Leistungen erwirtschaftet werden soll, setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen

einge-MAMFME

ME100

i)se1(MAMFMEMA

iWACC

Die Bestimmung des Fremdkapitalkostensatzes (iF) kann z.B auf Basis vertraglicher Kreditvereinbarungen, effektiver Zinszahlungen oder aktueller Marktkonditionen erfolgen.14 Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, den Fremdkapitalkostensatz aus dem Jahresabschluss abzuleiten, indem die dort ausgewiesenen Zinsaufwendun-

11 Vgl Busse von Colbe, W., Fremd- und Eigenkapitalkosten, 1998, S 99

12 Vgl Fischbach, S., Betriebsnotwendiges Vermögen, 2007, S 188 f.; Freidank, C.-Chr., rechnung, 2007, S 126-131

Kosten-13 Vgl Pedell, B., Kapitalmarktorientierte Ermittlung, 2007, S 50

14 Vgl Arbeitskreis Finanzierung der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V., Wertorientierte Unternehmensteuerung, 1996, S 543-578

Trang 31

gen, Nebenkosten der Fremdfinanzierung sowie Disagien usw addiert und zum stand des nicht kurzfristigen Fremdkapitals in Beziehung gesetzt werden Durch die Integration des Ertragsteuersatzes (se) in die WACC-Formel soll die Abzugsfähigkeit der Fremdkapitalkosten von den Bemessungsgrundlagen der Gewerbe- und Körper-schaftsteuer annähernd mit erfasst werden

Be-2.2 Steuer- und Risikoberücksichtigung

Zunächst gilt es, den Faktor für die Gewerbesteuer (sg) unter Berücksichtigung der Steuermesszahl für den Gewerbeertrag (§ 11 Abs 2 GewStG) (me), des Hebesatzes der Standortgemeinde (§ 16 Abs 1 GewStG) (he) und des Verbots der Abzugsfähigkeit der Gewerbesteuer als Betriebsausgabe von ihrer eigenen Bemessungsgrundlage (§ 7 Abs

1 Satz 1 GewStG i.V.m § 4 Abs 5 b EStG) zu berechnen

100

he100

me

Im Hinblick auf die Körperschaftsteuer bietet es sich an, den Definitivsteuersatz (§ 23 Abs 1 KStG) (sd), ggf zuzüglich des Solidaritätszuschlages, zugrunde zu legen Unter Berücksichtigung des Verbots der Abzugsfähigkeit der Gewerbesteuer als Betriebsaus-gabe von der Bemessungsgrundlage der Körperschaftsteuer (§ 8 Abs 1 Satz 1 KStG i.V.m § 4 Abs 5 b EStG) und der Integration des Solidaritätszuschlages (soli), der auf die Körperschaftsteuer erhoben wird (§ 2 Nr 3 SolZG), lässt sich der kombinierte Er-tragsteuersatz (se) wie nachstehend gezeigt berechnen

se = sg + (1 + soli) ȉ sd

Im Rahmen der wertorientierten Unternehmensteuerung kapitalmarktorientierter Gesellschaften hat sich die Auffassung durchgesetzt, die Kosten für die Verzinsung des Eigenkapitals nicht mehr aus dem Rechnungswesen zu gewinnen, sondern sie, soweit dies möglich ist, empirisch aus Kapitalmarktdaten zu erheben In diesem Zu-

sammenhang wird vorgeschlagen, auf das Capital Asset Pricing-Model (CAPM)15 rückzugreifen Das CAPM gibt die Renditeerwartung von aktuellen und potenziellen Investoren bezüglich eines Wertpapiers in Abhängigkeit von dessen Risiko wieder Diese Renditeforderung ist nun genau der gesuchte Eigenkapitalkostensatz (iE), der als Erwartungswert zu verstehen ist und sich sowohl aus den Kurssteigerungen des

zu-15 Vgl Günther, T., Unternehmenswertorientiertes Controlling, 1997, S 163-169; Sharpe, W., Capital Asset Prices, 1964, S 425-442

Trang 32

betreffenden Wertapiers als auch den Dividendenzahlungen des betrachteten nehmens zusammensetzt Er berechnet sich grundsätzlich aus dem risikolosen, nicht steuerangepassten Kapitalmarktzins einer Alternativinvestition (iA), zuzüglich des Risikozuschlags, der sich wiederum aus dem Produkt der Risikoprämie (iW - iA) und dem Faktor für das relative Risikomaß (ß) des analysierten Wertpapiers errechnet Es muss also folgende Gleichung zur Ermittlung der Zinsen für das Eigenkapital gelten (iW = erwartete Rendite eines Marktportfolios)

Unter-100ß100ii100

ii

A W A E

Die Risikoprämie entspricht dem Unterschied zwischen der erwarteten Rendite des Marktportfolios (iW) und der risikofreien Rendite (iA) in Gestalt des Kapitalmarktzin-ses, der üblicherweise durch den Zinssatz von sicheren, langfristigen Geldanlagen (meistens Staatsanleihen) als Alternativinvestition bestimmt wird Für das Marktport-folio, häufig durch Aktienindizes wie z.B den DAX repräsentiert, und den Kapital-marktzins liegen i.d.R Vergangenheitsdaten vor Um nun einen durchschnittlichen Wert für die Risikoprämie zu erhalten, wird grundsätzlich das arithmetische oder geometrische Mittel verwendet, wobei die Ergebnisse in Abhängigkeit von den be-trachteten Kapitalmärkten und Wirtschafszweigen häufig differieren werden

Das relative Risikomaß (ß), auch als „Risiko-Gewichtungsfaktor“ oder beta bezeichnet, soll das systematische Risiko erfassen und damit beschreiben, wie stark die Rendite des zu bewertenden Wertpapiers von der Rendite des Gesamtmark-tes abweicht Je größer sich das Beta darstellt, desto unsicherer ist die Rendite, wo-durch der Risikozuschlag steigen muss Hierdurch kommt zum Ausdruck, dass Inves-toren nur dann bereit sind, ein Wertpapier mit einem hohen Betarisiko zu halten, wenn sie eine entsprechende Rendite erwarten können Das Beta kann empirisch durch eine Regressionsanalyse ermittelt werden, indem ein linearer Zusammenhang zwischen der Aktien- und Gesamtmarktentwicklung angenommen wird, der seinen Ausdruck in Form der CAPM-Geraden findet.16 Da es sich sogar um ein monokausa-les Verhältnis handelt, d.h der Einfluss z.B des DAX auf das einzelne Wertpapier wesentlich stärker als umgekehrt ist, kann bei der Berechnung der Regression die Methode der kleinsten Quadrate angewendet werden Dies bedeutet, bei einem Beta

Unternehmens-16 Vgl Kußmaul, H., Unternehmensbewertung, 2007, S 47-49

Trang 33

von Null haben die Schwankungen keine Auswirkungen auf den Kurs der Aktien, so dass sich überhaupt kein Risikozuschlag ergibt Bei einem Beta von Eins wären sie identisch und bei einem Beta größer bzw kleiner als Eins ist die Schwankung und damit das systematische Risiko größer oder kleiner als die Entwicklung des Markt-portfolios Mithin kann sich das Unternehmensbeta (ß) in folgenden Wertebereichen bewegen.17

ß = 0 Keine Auswirkungen der Schwankungen des Marktportfolios auf den

Aktienkurs des betrachteten Wertpapiers

ß = 1 Schwankungen des Marktportfolios entsprechen denjenigen des

Aktien-kurses des betrachteten Wertpapiers

ß < 1 Schwankungen des Marktportfolios sind größer als diejenigen des

Akti-enkurses des betrachteten Wertpapiers

ß > 1 Schwankungen des Marktportfolios sind kleiner als diejenigen des

Akti-enkurses des betrachteten Wertpapiers Sofern es sich um Gesellschaften handelt, die keine Börsennotierung und damit auch keinen individuellen Kurswert aufweisen, besteht die Alternative, vergleichbare (kapi-talmarktorientierte) Unternehmen in die Regressionsanalyse einzubeziehen, wodurch dann auch eine (ersatzweise) Bestimmung des Unternehmensbetas und damit eines unternehmensspezifischen, angepassten Eigenkapitalkostensatzes i.S.e benchmark-orientierten Festlegung des kalkulatorischen Zinssatzes möglich wird.18

Obwohl in die vorstehende Grundformel zur Bestimmung des zes (iE) keine Steuerwirkungen eingeflossen sind, geht das Schrifttum von einer Be-rechnung der kalkulatorischen Zinsen nach (Ertrag-)Steuern aus.19 Diese Vorgehens-weise wird von der Auffassung getragen, dass sich im Eigenkapitalkostensatz die Rendite einer Alternativinvestition am Kapitalmarkt widerspiegeln muss, deren Steu-erwirkungen durch eine Korrektur desselben zu erfassen sind Hierdurch kann nach Maßgabe des relevanten Steuersystems die unterschiedliche Besteuerung der Kapital-marktrenditen erfasst werden In diesem Zusammenhag wird unterstellt, dass ein rational handelnder Investor die Anlage im Privatvermögen halten wird, wodurch nach deutschem Steuerrecht eine Belastung mit Gewerbesteuer entfällt und mithin nur die Wirkungen der Einkommensteuer mit seinem persönlichen Steuersatz zu erfassen sind Zu diesem Zwecke wird von einem typisierenden (durchschnittlichen) Einkom-

Eigenkapitalkostensat-17 Vgl Günther, T., Unternehmenswertorientiertes Controlling, S 166 f

18 Vgl Hachmeister, D., Unternehmenswertsteigerung, 2000, S 195-202

19 Vgl IDW, Durchführung von Unternehmensbewertungen, 2006, S 24 und S 34; Pedell, B., Kapitalmarktorientierte Ermittlung, 2007, S 52-55

Trang 34

mensteuersatz (sESt) i.S.v § 32 a bzw § 32 d EStG ausgegangen, wobei im Falle einer Aufspaltung der Renditen in Zinseinkünfte, Dividenden und Kursgewinne unter Berücksichtigung der differenzierten Regelungen des deutschen Steuerrechts nach Maßgabe des Halbeinkünfteverfahrens die Möglichkeit besteht, die Wirkungen der Einkommensteuer noch genauer zu bestimmen.20 Sofern man vereinfachend unter-stellt, dass der typisierende Einkommensteuersatz (sESt) in voller Höhe auf die gesam-

te Kapitalmarktrendite einwirkt, dann kann das oben dargestellte Standardmodell zum sog Tax-CAPM wie folgt weiterentwickelt werden

100ß100

sESt1100ii100

sESt1100

ii

A W A

2.3 Beispielhafte Verdeutlichung

Anhand der nachstehend verkürzten Schlussbilanz und den Informationen des nungswesens eines Industrieunternehmens, das in der Rechtsform einer börsennotier-ten Kapitalgesellschaft mit Sitz im Inland geführt wird, sollen die gesamten kalkulato-rischen Zinsen unter Zugrundlegung des WACC-Ansatzes und des Tax-CAPM nach der Bilanzmethode modellhaft berechnet werden

Rech-„ Ein Gebäude zum Buchwert von 90.000 € wird nicht zur Leistungserstellung tigt

benö-„ Der Marktwert der betrieblich genutzten Gebäude beträgt 410.000 €

„ Die Maschinen, deren Marktwerte nicht gestiegen sind, beinhalten infolge von Sonderabschreibungen stille Reserven in Höhe von 70.000 €

20 Vgl Ballwieser, W./Kruschwitz, L./Löffler, A., Einkommensteuer, 2007, S 765-769; Hommel, M./Pauly, D., Unternehmensteuerreform 2008, 2007, S 1157-1159; Kußmaul, H., Unterneh- mensbewertung, 2007, S 46; Kußmaul, H./Wegner, W./Tcherveniachki, V., Neuerungen in der Unternehmensbewertung, 2007, S 9-12; Schultze, W./Zimmermann, R.-C., Unternehmensbe- wertung, 2006, S 867-901

21 Vgl Ballwieser, W., Unternehmensbewertung, 2007, S 1408-1410; Matschke, J./Brösel, G., Unternehmensbewertung, 2006, S 570-577

22 Vgl Diedrich, R., Eigenkapitalkosten, 2005, S 15-19; Günther, T., tes Controlling, 1997, S 169

Trang 35

Unternehmenswertorientier-„ Es sind geringwertige Wirtschaftsgüter von insgesamt 20.000 € sofort ben worden

abgeschrie-„ Die Beteiligungen dienen dem unternehmerischen Sachziel und erbringen einen Gewinnanteil von 8% Sie sind zum Tageskurs (gleich Anschaffungskurs) von 200% bilanziert

„ Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die zur Hälfte zu zwecken angeschafft wurden, erfolgte zu Anschaffungskosten (= Marktwerten)

Spekulations-Abbildung 2-1: Verkürzte Handelsbilanz einer Kapitalgesellschaft

110.000120.00070.00020.000

Eigenkapital Bankverbindlichkeiten Kundenanzahlungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen

600.000 320.000 60.000

80.000

Ansonsten entsprechen die übrigen Bilanzwerte den Zielsetzungen einer orientierten Kapitalverzinsung Die folgende Abbildung 2-2 zeigt die Berechnung des betriebsnotwendigen Vermögens

marktwert-Geht man vereinfachend von einer proportionalen Umrechnung der Wertkorrekturen alle Vermögensgegenstände in Höhe von 45.000 € (1.105.000 € - 1.060.000 €) auf das buchmäßige Eigen- (600.000 €) und Fremdkapital (480.000 €) aus,23 dann ergibt sich die in Abbildung 2-3 dargestellte Bilanz auf der Basis von Marktwerten

Für die Kapitalgesellschaft sollen folgende Werte gelten, aus denen sich dann der nachstehende kombinierte Ertragsteuersatz (se) errechnen lässt

Trang 36

15100

5,510,175

in €

betriebs- fremd

betriebs- notwen-dig

Umbe- wertung

werte

Markt-in € Bebaute Grundstücke

110.000 120.000 70.000 20.000

90.000

55.000

310.000 200.000 140.000

55.000 120.000 70.000 20.000

100.000 70.000

20.000

410.000 270.000 140.000

20.000

55.000 120.000 70.000 20.000

20.000

55.000120.00070.00020.000

Eigenkapital Bankverbindlichkeiten Kundenanzahlungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen

625.47224

333.585 62.547

83.396

24 625.472 € = 1,04245285 ȉ 600.000 €

Trang 37

Sofern man von einem typisierenden Einkommensteuersatz von 35% ausgeht, net sich der kalkulatorische Eigenkapitalzins (iE) für die angesprochene Kapitalgesell-schaft unter Berücksichtigung des Tax-CAPM und der nachstehenden Angaben ver-einfachend wie folgt

35110059100

351100

5

kalkulatori-WACC =

€145.943

€1.105.000

€625.472100

7,350,33325)(1

€145.943

€1.105.000

€145.943

€479.528100

Trang 38

WACC =

€5.9432

€1.105.000

€70.000-

€625.472100

7,350,33325)(1

€5.9432

€1.105.000

€5.9432

€479.528

100

5,2

88

62.547,00 € 83.396,00 €

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3 Ergebnis

Der vorstehend dargestellte Grundansatz zur Ermittlung eines risiko- und gepassten kalkulatorischen Zinssatzes und der kalkulatorischen Zinsen verdeutlicht modellhaft, wie das Konzept der wertorientierten Unternehmenssteuerung in Ent-scheidungs- und Dokumentationsrechnungen bei börsennotierten Kapitalgesellschaf-ten integriert werden kann Sofern eine Kombination der Bilanzmethode mit dem WACC-Konzept erfolgt, wird es möglich, auf der Basis geprüfter und veröffentlichter Jahresabschlüsse, die hinsichtlich einer Marktwerterfassung des betriebsnotwendigen Kapitals25 idealerweise unter Rückgriff auf die International Financial Reporting Stan- dards (IFRS) erstellt werden sollten, repräsentative, nachvollziehbare, eindeutige und

steueran-weitgehend manipulationsfreie Kapitalverzinsungen zu generieren Zudem wird durch diese Vorgehensweise der in jüngerer Zeit erhobenen Forderung nach einer Konvergenz von in- und externem Rechnungswesen entsprochen.26 Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Modellprämissen und -vereinfachungen im Falle einer un-mittelbaren Anwendung des vorstehend dargestellten Konzepts in der betriebswirt-schaftlichen Realität Fragen aufwerfen, die im Folgenden in ausgewählten Bereichen diskutiert werden

Zunächst hat die Ermittlung der unternehmensindividuellen Kapitalstruktur auf der Grundlage einer repräsentativen Anzahl aufgestellter, geprüfter und publizierter Jah-resabschlüsse zu erfolgen, aus denen dann entsprechende Durchschnittwerte für die einzelnen Bilanzposten abgeleitet werden können Ferner sollte auch nicht bilanzierba-

res immaterielles Vermögen (z.B Human Capital, Markennamen), das das (bilanzierte)

Eigenkapital nicht erhöht, aber zu einer Steigerung des Unernehmenswertes führt,

nach den neueren Erkenntnissen zum Value Reporting27 bei der Ermittlung der latorischen) Kapitalstruktur berücksichtigt werden, sofern es mit hinreichender Ge-nauigkeit zu quantifizieren ist

(kalku-Im Hinblick auf die Integration der kalkulatorischen Korrekturen des bilanzierten Vermögens in die WACC-Formel stellt sich die Frage, wie diese eindeutig den Berei-chen Fremd- und Eigenkapital zuzurechnen sind So ist aus den Daten des Jahresab-schlusses z.B nicht eindeutig zu klären, ob Gebäude, die nicht der Leistungserstellung dienen oder Umlaufvermögen, das zu spekulativen Zwecken angeschafft wurde, mit

25 Vgl Bieg, H./Heyd, R (Hrsg.), Fair Value, 2005; Küting, K./Hayn, M., Anwendungsgrenzen,

2006, S 1211-1217; Velte, P., Fair Value, 2007, Sp 452-454

26 Vgl Müller, S., Management-Rechnungswesen, 2003; Weißenberger, B.E., Integrierte nungslegung, 2004, S 72-77

Rech-27 Vgl Arbeitskreis Externe Unternehmensrechnung der Schmalenbach-Gesellschaft für triebswirtschaft e.V., Grundsätze Value Reporting, 2002, S 2337-2340; Arbeitskreis Immate- rielle Werte im Rechnungswesen der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V., Externe Berichterstattung, 2003, S 1233-1237; Heumann, R., Value Reporting, 2005; Sattler, H Markenbewertung, 2005, S 33-57

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Be-Fremd- oder Eigenkapital finanziert wurde Ein ähnliches Problem stellt sich dann, wenn Vermögensposten, die ihre Verzinsung ganz oder teilweise selbst erbringen, aus der Verzinsungsbasis des betriebsnotwendigen Kapitals eliminiert werden müssen.28

Da diese Informationen in aller Regel nur mit einem unverhältnismäßig hohen wand aus dem internen Rechungs- und Finanzwesen zu beschaffen sind, wurde vor-geschlagen, eine proportionale Umrechnung des gesamten Korrekturbetrages auf der Basis der Summe des buchmäßigen Fremd- und Eigenkapitals bzw des im Jahresab-schluss ausgewiesenen Verhältnisses zwischen Fremd- und Eigenkapital vorzuneh-men Die Problematik der Aufteilung der in Rede stehenden Korrekturbeträge in Fremd- und Eigenkapitalanteile wird bei der traditionellen Methode zur Ermittlung der kalkulatorischen Verzinsung29 vermieden, da diese von einer ausschließlichen Analyse der Aktivseite der Bilanz ausgeht und einen undifferenzierten, risiko- und steuerangepassten Kalkulationszinssatz zugrunde legt

Auf-Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die Höhe des in den Jahresabschlüssen ausgewiesenen Eigen- und Fremdkapitals durch rechnungslegungspolitische Instru-mente erheblich beeinflusst werden kann.30 Derartige Gestaltungen können einerseits zum Teil durch eine Analyse der Anhangangaben und ggf der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers aufgedeckt werden.31 Eine vollständige Sichtbarmachung der rech-nungslegungspolitischen Aktivitäten, insbesondere von sachverhaltsgestaltenden Maßnahmen, gelingt aber nur dann, wenn unternehmensinterne Informationen über den gesamten Instrumentaleinsatz vorliegen Da es bei diesen Korrekturen darum geht, der kalkulatorischen Verzinsung das (betriebsnotwendige) Eigen- und Fremdka-pital zu Marktwerten zugrunde zu legen, gilt es darüber hinaus, alle stillen Reserven und Lasten, die im bilanzierten Vermögen enthalten sind, soweit wie möglich in Zu-satzrechnungen aufzudecken.32 Sofern das betreffende Unternehmen nach den IFRS Rechnung legt, sind diese Informationen teilweise schon in den Rechnungslegungs-medien enthalten (z.B Wertaufholungsrücklage oder Eigenkapitalveränderungsrech-nung),33 wodurch eine eindeutige Zurechnung dieser Korrekturbeträge zum Posten Eigenkapital in der WACC-Formel möglich wird

Die vorstehend dargestellte Methode zur Erfassung der Steuerbelastung setzt grund der Annahme identischer Bemessungsgrundlagen bei der Gewerbe- und Kör-perschaftsteuer Vereinfachungen voraus Dies entspricht jedoch nicht den gegenwärti-gen und künftigen nationalen Steuergesetzen Neben der unvollständigen Abzugsfä-

auf-28 Eine eindeutige Zuordnung zum Fremdkapital ist aber bei dem Posten des Abzugskapital möglich

29 Vgl Freidank, C.-Chr., Kostenrechnung, 2007, S 125-131

30 Vgl Freidank, C.-Chr./Velte, P., Rechnungslegung, 2007, S 657-738

31 Vgl Coenenberg, A.G., Jahresabschluss, 2005, S 1030-1036; Lachnit, L., Bilanzanalyse, 2004,

S 163

32 Vgl Lachnit, L., Schätzung stiller Reserven, 2000, S 769-811

33 Vg Coenenberg, A.G., Jahresabschluss, 2005, S 367-367; Freidank, C.-Chr./Velte, P., nungslegung, 2007, S 765-767

Ngày đăng: 05/06/2014, 12:56

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