Bild 1.23: Bei Windows NT 4.0 sind die Hardware-Festlegungen nicht zusammenge-fasst wie unter Windows 9x Geräte-Manager, sondern sind nach einzelnen Geräten – hier ein SCSI-Hostadapter –
Trang 1len Hardware-Treiber unterschiedlicher Auslegung (DOS, Real Mode, Protected Mode) geladen werden können Entweder gibt es für Windows
NT einen 32-Bit-Hardware-Treiber, der stets in der Registry abgelegt wird, oder nicht In diesem Fall ist die betreffende Hardware nicht unter Windows NT einsetzbar
1.4.1 Der Windows NT-Boot-Vorgang
Der Boot-Vorgang von Windows NT lässt sich in zwei Vorgänge unter-teilen, wobei der erste Schritt (Preboot) im Prinzip genauso verläuft wie bei DOS (POST, Boot-Record starten ), und im darauf folgenden Schritt wird der NTLDR (NT-Loader) aktiviert Der NT-Loader schaltet
in den 32-Bit-Mode und lädt ein Minidateisystem, das Daten auf unter-schiedlichen Dateisystemen (FAT, NTFS) lesen und verarbeiten kann NTLDR liest daraufhin die Datei BOOT.INI und startet nachfolgend das Betriebssystem, wobei zunächst NTDETECT ausgeführt wird
Bild 1.23: Bei Windows NT 4.0 sind die Hardware-Festlegungen nicht
zusammenge-fasst wie unter Windows 9x (Geräte-Manager), sondern sind nach einzelnen Geräten – hier ein SCSI-Hostadapter – sortiert, die stets einen 32-Bit-Treiber verwenden und nur bei Jumper-konfigurierbaren Karten manuelle Eingriffe in die Ressourcen-Konfiguration erlauben
Trang 2Daraufhin veranlasst NTLDR den Kernel NTOSKRNT.EXE mit dem
Hardware Abstraction Layer (HAL) zu laden Der HAL ist die Windows
NT-Schicht, welche die Trennung zwischen Betriebssystem und Platt-form realisiert, denn Windows NT kann auch auf anderen Computern – beispielsweise Alpha-Computern von DEC – verwendet werden Prinzi-piell ist Windows NT ab der HAL-Ebene nach oben hin identisch, unab-hängig davon, welche CPU-Architektur verwendet wird Nur nach unten hin zur Hardware sind die plattformspezifischen Treiber zu finden Anschließend werden der Schlüssel SYSTEM sowie Treiber und auch Dienste in das RAM geladen, die für den weiteren Boot notwendig sind Bis zu diesem Punkt kann man den Fortschritt der Initialisierung am Monitor (das blaue Bild mit den laufenden Punkten) beobachten An die-ser Stelle befindet sich auch der erste »Knackpunkt«, bei dem Windows
NT die ersten kritischen Fehler detektieren kann, die im Zusammenhang mit Hardware-Treibern stehen, woraufhin im Fehlerfall automatisch ein Neustart mit der letzten funktionierenden Konfiguration stattfindet
Datei lokalisiert auf Bedeutung und Funktion
BOOT.INI Boot-Laufwerk Schreibgeschützte Systemdatei für das
Boot-Select-Menü BOOTSECT.DOS Boot-Laufwerk Wird vom NTLDR geladen, wenn ein
anderes Betriebssystem als Windows
NT ausgewählt wurde Gerätetreiber NT-Verzeichnis
\SYSTEM32\DRIVERS
Verschiedene Gerätetreiber, die sich in der Systemsteuerung unter GERÄTE wiederfinden lassen
NTDETECT.COM Boot-Laufwerk Versteckte und schreibgeschützte
Systemdatei, die die Hardware des PC analysiert und die dabei ermittelten Informationen als Liste an NTLDR übergibt Beim eigentlichen System-start werden diese Informationen in die Registry eingetragen
NTLDR Boot-Laufwerk Versteckte und schreibgeschützte
Sys-temdatei (NT-Loader), die das Betriebssystem lädt
NTOSKRNL.EXE NT-Verzeichnis
\SYSTEM32
Der Betriebssystemkern von Windows NT
OSLOADER.EXE Boot-Laufwerk Gibt es nur bei anderen Systemen
(RISC, Alpha) als x86-PCs und über-nimmt dort die Funktion von NTLDR
\SYSTEM32\CONFIG
Enthält Informationen über die Konfiguration des PC
Tab 1.7: Die beim Booten von Windows NT verwendeten Dateien
Trang 3Weiter geht es mit dem Initialisieren des Kernels, dem Laden von Diens-ten und dem Start des Win32-Subsystems, das durch das Programm
WINLOG.EXE ausgelöst wird WINLOG.EXE startet die Local Security Authority in Form der Datei LSASS.EXE, die das Dialogfenster zur
Betä-tigung der Tasten (Strg)+(Alt)+(Entf) auf den Monitor projiziert Nach dem Anmelden durchsucht der Service Controller (SCREG.EXE) die Registry nach Diensten und Programmen, die automatisch gestartet wer-den sollen; und dann ist das System einsatzbereit
1.4.2 Die Hardware-Analyse
Wie bei den anderen Betriebssystemen auch machen alte ISA-Karten die meisten Probleme, da die Jumper stets so zu setzen sind, wie es bei der Treiberinstallation angegeben ist PCI- und ISA-Plug&Play-Karten (wenn es schon ISA sein muss) sind auch hier auf jeden Fall zu bevorzu-gen, denn diese Karten werden bereits durch das Plug&Play-BIOS initia-lisiert Windows NT verlässt sich aber darauf, dass nicht etwa bereits an dieser Stelle (im BIOS-Setup) eine fehlerhafte Einstellung vorgenommen
Bild 1.24: Die prinzipielle Windows NT 4.0-Architektur
Trang 4wurde, indem beispielsweise ISA-Karten solche IRQs zugeordnet worden sind, die von PCI-Karten benötigt werden Dies führt dazu, dass die betreffenden Einheiten nicht funktionieren werden oder der PC mögli-cherweise überhaupt nicht startet
Im Gegensatz zu Windows 9x besitzt Windows NT 4.0 standardmäßig keine Plug&Play-Funktionalität Windows 9x verlässt sich nicht allein auf die BIOS-Festlegungen, sondern kann auch selbst die einzelnen Geräte (PCI, ISA Plug&Play) abfragen und die entsprechenden Parame-ter für die Karten aktivieren, sodass unzulässige Überschneidungen (zwei Karten verwenden die gleichen PC-Ressourcen) automatisch erkannt werden Windows 9x benötigt aus diesem Grunde auch kein Plug&Play-BIOS, über das jedoch alle PCs ab Baujahr 1996 verfügen (sollten) Die ISA-Plug&Play-Unterstützung muss bei Windows NT 4.0 nachträglich von der CD installiert werden, bietet jedoch nicht den von Windows 9x gebotenen Komfort
Eine besondere Bedeutung bei Windows NT haben die Service Packs, die vom Microsoft-Server bezogen werden können, da bei Windows NT sehr viel nachgebessert werden muss Nur mit aktuellen 32-Bit-Treibern für die Hardware und dem neuesten Service Release kann man einigermaßen sicher sein, dass die Hardware auch korrekt funktionieren wird, was ins-besondere dann gilt, wenn die Hardware und die dazugehörigen Treiber nach dem Erscheinungstermin von Windows NT 4.0 (1996) hergestellt worden ist, Windows NT die Treiber also nicht »von Hause aus« mit-bringt Die gefürchtete blaue Fehleranzeige (Blue Screen), die einen Aus-zug von Prozessorregistern präsentiert, bringt den »gewöhnlichen« Anwender keinen Schritt weiter, sie deutet jedoch auf fehlerhafte Treiber hin, die im Grunde genommen nur mit einem Service Pack und/oder einem neueren Treiber vom Hardware-Hersteller zu beheben sind, wenn man eigenes Verschulden (falsche Treiber, beschädigte Registry) beiseite lässt
Wer genauer analysieren möchte, was bei der Installation und dem Hochfahren von Windows NT im Einzelnen geladen wird, kann sich die Datei SETUP.LOG, die als Protokolldatei zu verstehen ist (wie auch bei Windows 9x), mit einem Editor ansehen
[Paths]
TargetDirectory = "\WINNT"
TargetDevice = "\Device\Harddisk0\partition2"
SystemPartitionDirectory = "\"
SystemPartition = "\Device\Harddisk0\partition1"
[Signature]
Version = "WinNt4.0"
[Files.SystemPartition]
ntldr = "ntldr","281a2"
NTDETECT.COM = "NTDETECT.COM","b69e"
[Files.WinNt]
\WINNT\Help\31users.hlp = "31users.hlp","1a028"
\WINNT\Help\acc_dis.cnt = "acc_dis.cnt","b8da"
\WINNT\Help\acc_dis.hlp = "acc_dis.hlp","10332"
\WINNT\inf\accessor.inf = "accessor.inf","90bb"
Trang 5\WINNT\system32\acledit.dll = "acledit.dll","23461"
\WINNT\system32\advapi32.dll = "advapi32.dll","3d67b"
\WINNT\system32\drivers\afd.sys = "afd.sys","178ae"
\WINNT\system32\alrsvc.dll = "alrsvc.dll","b077"
\WINNT\system32\amddlg.dll = "amddlg.dll","12211"
\WINNT\system32\ansi.sys = "ansi.sys","2b29"
\WINNT\Fonts\app850.fon = "app850.fon","14845"
\WINNT\system32\append.exe = "append.exe","6553"
\WINNT\system32\ntoskrnl.exe = "ntoskrnl.exe","d3c90"
\WINNT\system32\hal.dll = "hal.dll","1a0ff"
\WINNT\system32\vga256.dll = "vga256.dll","d456"
\WINNT\system32\vga64k.dll = "vga64k.dll","5ea5"
\WINNT\system32\framebuf.dll = "framebuf.dll","c845"
\WINNT\system32\drivers\mga_mil.sys = "mga_mil.sys","1be0c"
\WINNT\system32\mga.dll = "mga.dll","21337"
\WINNT\system32\drivers\i8042prt.sys = "i8042prt.sys","14363"
\WINNT\system32\drivers\sermouse.sys = "sermouse.sys","ac09"
\WINNT\system32\KBDGR.DLL = "KBDGR.DLL","56ce"
\WINNT\system32\drivers\aic78xx.sys = "aic78xx.sys","dd26"
\WINNT\system32\drivers\mouclass.sys = "mouclass.sys","e951"
\WINNT\System32\DRIVERS\TCPIP.SYS="TCPIP.SYS","fffff"
\WINNT\System32\DRIVERS\NETBIOS.SYS="NETBIOS.SYS","fffff"
\WINNT\System32\DRIVERS\DLC.SYS="DLC.SYS","fffff"
\WINNT\System32\DRIVERS\NDISWAN.SYS="NDISWAN.SYS","fffff"
\WINNT\System32\DRIVERS\RASARP.SYS="RASARP.SYS","fffff"
Bild 1.25: In der Protokolldatei SETUP.LOG können die geladenen Treiber und
sonstigen Software-Module betrachtet werden
1.4.3 Windows 2000/Windows XP und
Systemvoraussetzungen
Auf die Besonderheiten der Oberflächen sowie auf die neuen Programme und Tools von Windows 2000 und Windows XP soll hier nicht explizit eingegangen werden, vielmehr ist auch hier der Bezug zur Hardware (Treiber) von Bedeutung, was letztendlich Auswirkungen auf die Konfi-gurierung der Einheiten und damit deren Funktion hat
Windows 2000 unterstützt nunmehr auch aktuelle Hardware (z.B AGP, USB, IEEE 1394) und kommt im Erscheinungsbild quasi wie Windows 98/Me daher Oberflächlich betrachtet könnte man Windows 2000 auf die Formel bringen: Windows 98/Me-Komfort plus Windows New Tech-nology, also ein konsequentes 32-Bit-Design, mit der von Windows NT bekannten Funktionalität und Stabilität Wie Windows 2000 und auch Windows XP demnach mit der Hardware umgehen, entspricht somit den NT-Gepflogenheiten, wie es im vorherigen Kapitel erläutert worden ist Von Windows 2000 gibt es vier verschiedene Versionen Für
Arbeits-platzcomputer ist Windows 2000 Professional vorgesehen, während Windows 2000 Server, Windows 2000 Advanced Server und Windows
2000 Datacenter Server für den Servereinsatz bestimmt sind Der
wesent-liche Unterschied in den Server-Versionen besteht darin, dass eine
Trang 6unter-schiedliche Anzahl von Mikroprozessoren (Multiprocessing) unterstützt wird Windows 2000 führt somit die Serverlinie von Windows NT wei-ter, und für Arbeitsplatzcomputer kommt dann meistens Windows XP zum Einsatz
Die Systemsteuerung hat gegenüber den vorherigen Versionen zwar ein anderes Erscheinungsbild, wichtig ist aber nach wie vor der Geräte-Manager, um Einstellungen einzusehen und auch Anpassungen vorzu-nehmen Neu ist die Treibersignierung, die dafür Sorge tragen soll, dass Gerätetreiber installiert werden, die von Microsoft »abgesegnet« worden sind Falls eine Einheit keinen derartigen signierten Treiber mitbringt, erscheint bei der Installation eine entsprechende Warnung, die man aber auch wegklicken kann, um den benötigten Treiber dennoch installieren
zu können
Außerdem kann diese Treibersignaturverifizierung auch komplett abge-schaltet werden, sodass noch nicht einmal eine Warnmeldung erscheint, wenn ein nicht signierter Treiber zur Installation ansteht Die ursprüngli-che Idee, ab Windows 2000 nur noch geprüfte Treiber einzusetzen, um damit endlich einen verlässlichen Qualitätsstandard zu schaffen, wird dadurch natürlich nicht konsequent umgesetzt Die Praxis hat
mittler-Bild 1.26: Ab Windows 2000 ist die Systemsteuerung nicht nur optisch aufpoliert
worden, sondern der hier zu findende Geräte-Manager bietet ausführliche Informationen über die jeweiligen Ressourcen der einzelnen Einheiten und die dazugehörigen Treiber, die an dieser Stelle auch aktualisiert werden können
Trang 7weile gezeigt, dass selbst große und bekannte Hersteller wie ATI oder Hewlett-Packard keineswegs ausschließlich signierte Treiber für Win-dows 2000 oder auch WinWin-dows XP liefern, sodass die ganze Angelegen-heit eigentlich fast ohne Bedeutung ist Was soll der Anwender schließ-lich anderes ausrichten, als denjenigen Treiber zu installieren, den der Hersteller zur Verfügung stellt?
Erfreulicherweise wurde mit Windows 2000 das doch etwas antiquiert
wirkende fdisk durch leistungsfähigere Tools zur Festplatteneinrichtung
(Partitionierung) und -pflege (Defragmentierung) ersetzt, was demnach auch auf Windows XP zutrifft Die COMPUTERVERWALTUNG unter VER
Pro-gramme für die Defragmentierung und die DATENTRÄGERVERWALTUNG Bild 1.27 ist zu entnehmen, dass der Datenträger 0 (Festplatte mit 20 GByte) über eine FAT32-Partitition (C:) und eine NTFS-Partition (D:) verfügt, während der Datenträger 1 (10 GByte) drei nicht zugeordnete
Partitionen besitzt, wovon zwei über ein unbekanntes Format verfügen
Daher ist dieser Festplatte auch noch kein Laufwerksbuchstabe zugewie-sen
Bild 1.27: Die Datenträgerverwaltung hat ab Windows 2000 das Programm fdisk
abgelöst
Trang 8Generell bietet die VERWALTUNG wichtige Analyse- und Einstellungs-möglichkeiten an zentraler Stelle, wozu insbesondere auch die Dienste und die Ereignisanzeige zu rechnen sind Die Programmgruppe Verwal-tung ist bei Windows 2000 für alle Administrierungsarbeiten zuständig und bei der Windows 2000 Professional-Version im Gegensatz zu den Server-Versionen nicht automatisch unter PROGRAMME zu finden Damit sie hier sichtbar wird, geht man über START/EINSTELLUNGEN/TASKLEISTE
und STARTMENÜ und aktiviert unter ERWEITERT den letzten Punkt VER
entweder automatisch (beim Boot) oder manuell (per Aufruf) gestartet werden können, hier lassen sie sich auch entsprechend festlegen und deaktivieren An dieser Stelle bietet sich demnach ein passender Ansatz-punkt für optimierende PC-Einstellungen, denn es werden mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit bestimmte Dienste (automatisch) gestartet, die man nicht benötigt und die den PC möglicherweise über Gebühr – und vom Anwender unbemerkt – mit Arbeit beanspruchen Aus den jeweiligen Kurzbeschreibungen kann man ganz gut auf die Funktionen der
einzel-nen Dienste schließen, was die Ereignisanzeige in dieser Deutlichkeit
aber nur eingeschränkt zu leisten vermag Immerhin ist hiermit festzu-stellen, welches Programm zu welchem Zeitpunkt für ein Problem gesorgt hat
Schwer wiegende Fehler (z.B Application Hang) werden durch ein für den Anwender eher nichts sagendes Hex-Dump ausgewiesen, wie man es auch bereits von den gefürchteten »Blue Screens« her kennt Diese Pro-bleminformation kann man aber auch per Internetverbindung an Micro-soft übermitteln, in der Hoffnung, dass eine Lösung dafür gefunden wird Davon ist bei Application Hangs jedoch nicht auszugehen, denn bei ihnen
Bild 1.28: Dienste lassen sich einsehen und entsprechend konfigurieren
Trang 9können der Hardware-Treiber, Applikationssoftware und spezielle Ein-stellungen involviert sein, was sich kaum voneinander isolieren lässt, sodass der Übeltäter als solches nur schwer zu identifizieren ist »Rich-tige« Abstürze, wonach der PC nur noch per Taster neu gestartet werden kann, treten jedoch bei Windows 2000/XP weit seltener auf als bei Win-dows 9x/Me In Bild 1.29 ist exemplarisch eine Ereignisanzeige zu
erken-nen: Der Application Hang ist dabei vom Programm Picture Publisher
verursacht worden, welches hier Schwierigkeiten mit einem Scanner hatte, der aber nur nicht eingeschaltet war, was man dieser Fehleranzeige (natürlich) nicht entnehmen kann Bei Problemen kann die Ereignisan-zeige dem Anwender dennoch zumindest den richtigen Weg zum Verursa-cher weisen
Relativ kurze Zeit nach Windows 2000 ist Windows XP (eXPerience = Erlebnis oder Erfahrung) auf den Markt gekommen Das Bemerkens-werte ist dabei, dass XP die Nachfolgeversion sowohl von Windows
2000 (und letztendlich NT) als auch von den DOS-basierten
Windows-Versionen (95, 98, Me) darstellt Windows XP gibt es als Home und Pro-fessional Edition mit einem (geringfügig) unterschiedlichen
Leistungsum-fang, wobei die Unterschiede im Wesentlichen in der Netzwerkfunktio-nalität bestehen Updates von Windows 98/Me auf Windows XP sind mit der Home Edition möglich, während nur die Professional-Version ein Update von Windows NT und Windows 2000 aus erlaubt Der mit-gelieferte Treiberumfang ist bei beiden Version der gleiche und ist so großzügig ausgefallen, wie bisher bei keiner anderen Windows-Version
Es scheint so zu sein, dass Microsoft und die (Hardware-)Hersteller seit dem Erscheinen von Windows 2000 ihre Hausaufgaben gemacht haben, denn beim Start von Windows 2000 war es nicht besonders um die Ver-fügbarkeit von entsprechenden Treibern bestellt
Als Windows XP noch nicht zur Verfügung stand, wurde Windows 2000 Professional eher selten auf üblichen Arbeitsplatz-PCs installiert,
son-dern stattdessen Windows Me Dies liegt daran, dass Windows 2000 als
»Spieleplattform« eher ungeeignet ist und Kompatibilität (um fast jeden
Bild 1.29: Fehler gibt es natürlich auch bei Windows 2000/XP, die jedoch eher selten
zu einem kompletten Systemabsturz führen und für eine Analyse proto-kolliert werden können
Trang 10Preis) als eine der Maximen gilt, was aber nicht nur an Microsoft liegt, sondern auch daran, dass die Hersteller ihre Gerätetreiber und Software nicht für die NT-, sondern für die Windows 9x-Plattform erstellt haben Diese über die Jahre praktizierte Aufteilung in ein Betriebssystem, das entweder für den typischen (Heim-)Anwender vorgesehen ist (Windows 9x/Me) oder aber eher professionellen Ansprüchen genügt (Windows NT/2000) ist erstmalig mit Windows XP beendet worden, das nunmehr beide Anwendungsgebiete optimal abdecken soll Das »Kunststück«, sowohl den professionellen als auch den Privatanwender (und Spieler) mit XP zufrieden stellen zu können, kann nun nach einiger Erfahrung mit diesem System eigentlich als geglückt bezeichnet werden
Die Hersteller sind somit einerseits gezwungen, Windows XP-Treiber entwickeln zu müssen, wenn sie ihre Geräte noch verkaufen wollen, andererseits ist aber keine Parallelentwicklung von Treibern mehr not-wendig Gerätetreiber für Windows 9x/Me funktionieren grundsätzlich nicht mit Windows XP Treiber für Windows 2000 funktionieren viel-fach aber auch mit Windows XP, und die Wahrscheinlichkeit, dass Win-dows NT-Treiber auch unter WinWin-dows 2000 und WinWin-dows XP einsetz-bar sind, ist zwar theoretisch gegeben, in der Praxis ist dies jedoch meist nicht der Fall
Die generelle Frage, ob ein Update von einer Windows-Version zur fol-genden überhaupt notwendig ist, hängt natürlich von den Bedürfnissen des Anwenders ab, und wer mit seiner jeweiligen Windows-Version zufrieden ist, sollte eigentlich auch dabei bleiben Die immer neuen
»Goodies«, die eine aktuellere Windows-Version zur Verfügung stellt, wie einen neuen Internet Explorer oder auch einen Media Player sowie Bildverarbeitungsprogramme usw., sind zum großen Teil auch separat erhältlich, sodass diese Programme für sich allein eigentlich keinen Grund für ein Update oder die Installation einer neueren Windows-Ver-sion darstellen Außerdem verfügen die mit dem System gelieferten Tools
in der Regel auch nicht über den Funktionsumfang und Komfort, wie man es von den bekannten Programmen wie z.B Nero für das Brennen von CDs und DVDs, Picture Publisher für die Bildverarbeitung oder auch Uleads Video Studio für die Videobearbeitung her kennt
In der Regel ist beim Kauf eines PC eine Windows-Version installiert worden, und die Hardware-Voraussetzungen des PC erfüllen dann auch den jeweiligen Performance-Bedarf des Betriebssystems – jedenfalls sollte der Anbieter den PC derart umsichtig zusammengestellt haben Natür-lich steigen die Systemanforderungen betreffs CPU-Geschwindigkeit, Größe des RAM-Speichers sowie der Festplattenspeicherkapazität von einer Windows-Generation zur nächsten, sodass dies eher ein Argument für oder wider eine neue Systeminstallation sein kann Tabelle 1.8 zeigt hierzu einige Kenndaten, und es ist zu erkennen, dass die Hardware-Vor-aussetzungen selbst für neuere Windows-Systeme aus heutiger Sicht eigentlich nicht sonderlich hoch sind Wer jedoch einen älteren PC besitzt, bei dem es sich aus Kostengründen nicht lohnt, eine Auf- oder Umrüstung vorzunehmen, sollte daher sein installiertes System am besten beibehalten