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vogel, geheim-code arbeitszeugnis (2006)

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THÔNG TIN TÀI LIỆU

Thông tin cơ bản

Tiêu đề Geheim-Code Arbeitszeugnis
Tác giả Heinz-Wilhelm Vogel
Trường học Walhalla Fachverlag
Chuyên ngành Arbeitszeugnis
Thể loại Buch
Năm xuất bản 2006
Thành phố Regensburg
Định dạng
Số trang 128
Dung lượng 337,17 KB

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Nội dung

ha-Aus dem Grundsatz der Wahrheit folgt weiter, dass das Zeugnisgrundsätzlich alle wesentlichen Tatsachen und Bewertungen ent-halten muss, die für Ihre Gesamtbeurteilung von Bedeutung si

Trang 2

Das Profi-Hörbuch Bewerbung

Trang 4

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Zitiervorschlag:

Heinz-Wilhelm Vogel, Geheim-Code Arbeitszeugnis

Walhalla Fachverlag, Regensburg, Berlin 2006

Hinweis: Unsere Ratgeber sind stets bemüht, Sie nach bestem Wissen zu informieren.

Die vorliegende Ausgabe beruht auf dem Stand von Oktober 2006 Verbindliche Auskünfte holen Sie gegebenenfalls bei Ihrem Rechtsanwalt ein.

13., aktualisierte Auflage

© Walhalla u Praetoria Verlag GmbH & Co KG, Regensburg/Berlin

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung

sowie der Übersetzung, vorbehalten Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form

(durch Fotokopie, Datenübertragung oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche

Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer

Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Produktion: Walhalla Fachverlag, 93042 Regensburg

Umschlaggestaltung: Gruber & König, Augsburg

Druck und Bindung: Westermann Druck Zwickau GmbH

Printed in Germany

ISBN 978-3-8029-3788-0

Trang 5

So knacken Sie

jeden Geheim-Code 7

1 Warum ein Arbeitszeugnis für Sie so wichtig ist 9

2 Wann Sie ein Arbeitszeugnis verlangen können 19

3 Welche Arten von Zeugnissen Sie unterscheiden müssen 31

4 Kriterien, auf die es für Sie entscheidend ankommt 45

5 Was Leistungsbeurteilungen im Klartext bedeuten 55 Schnellüber

Nutzen Sie das Inhaltsmenü:

Die Schnellübersicht führt Sie zu Ihrem Thema.

Die Kapitelüberschriften führen Sie zur Lösung.

Trang 6

6 über Ihr Sozialverhalten 69

7 Was sich hinter der Schluss- formulierung wirklich verbirgt 75

8 So setzen Sie Ihre Interessen erfolgreich durch 81

9 20 Beispielfälle: Was von diesen Zeugnissen zu halten ist 89 Findex 126

Trang 7

So knacken Sie jeden Geheim-Code

Nicht jeder Arbeitnehmer, der ein „gutes Zeugnis“ erhält, kann sichdarüber auch freuen Was nach wie vor viele nicht wissen: Hinterscheinbar schmeichelhaften Formulierungen verstecken sich oft-mals recht dürftige Beurteilungen Nur wer zwischen den Zeilen zulesen versteht, erfährt, was wirklich im Arbeitszeugnis steht.Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat jeder ArbeitnehmerAnspruch auf Erteilung eines Zeugnisses Auf sein Verlangen hinmuss es über Art und Dauer der Beschäftigung sowie Führung undLeistung Auskunft geben Oberster Grundsatz eines Zeugnisses ist,dass der Inhalt der Wahrheit entspricht Zugleich soll es aber auchvon dem verständigen Wohlwollen des Arbeitgebers getragen seinund das Weiterkommen nicht unnötig erschweren

Das Arbeitszeugnis dient in erster Linie dem Ziel, die Bewerbung umeinen neuen Arbeitsplatz zu erleichtern Es muss alle wesentlichenTatsachen und Bewertungen enthalten, die für die Gesamtbeurtei-lung des Arbeitnehmers von Bedeutung sind Einmalige Vorkomm-nisse haben im Zeugnis jedenfalls dann nichts zu suchen, wenn derVorfall für das Gesamtbild des betreffenden Arbeitnehmers nichttypisch war

Personalchefs bedienen sich einer regelrechten Zeugnissprache,wenn es gilt, von dem zu beurteilenden Arbeitnehmer ein wohlwol-lendes und zugleich auch wahrheitsgetreues Bild zu zeichnen.Durch Weglassen und Abschwächen positiver Aussagen, durchpositiv klingende Umschreibungen oder durch besonderes Hervor-heben purer Selbstverständlichkeiten geben Personalchefs ihrenKollegen zu verstehen, was sie von dem jeweiligen Arbeitnehmerwirklich halten Es ist deshalb für jeden wichtig, über die gängigenFormulierungen informiert zu sein

Heinz-Wilhelm Vogel

Trang 9

Warum ein Arbeitszeugnis

für Sie so wichtig ist

Das sollten Sie wissen! 10

Damit Sie bei Ihrer Bewerbung

die Vorauswahl überstehen 10

Welchen Informationswert

ein Zeugnis wirklich hat 11

Warum es eine besondere

Zeugnissprache gibt 13

Die Wahrheitspflicht 14

Die Wohlwollenspflicht 16

1

Trang 10

Das sollten Sie wissen!

Arbeitszeugnisse begleiten Sie ein (Berufs-)Leben lang Sie den maßgeblich über Ihr persönliches und berufliches Fortkommen.Schlecht ausgefallene oder auch nur unglücklich formulierte Ar-beitszeugnisse können eine zunächst erfolgversprechende beruf-liche Entwicklung abrupt beenden Dabei kommt den Arbeitszeug-nissen eine unterschiedliche Bedeutung zu, je nachdem, ob sie ausSicht des Arbeitnehmers oder Arbeitgebers betrachtet werden

entschei-Damit Sie bei Ihrer Bewerbung

die Vorauswahl überstehen

Für Sie als Arbeitnehmer spielen die Arbeitszeugnisse mit Sicherheitbei der Bewerbung um einen neuen Arbeitsplatz die größte Rolle.Die Arbeitszeugnisse der bisherigen Arbeitgeber stellen die wichtigs-ten Bewerbungsunterlagen schlechthin dar Zeugnisse sind nichtalles, werden Sie jetzt vielleicht einwenden und sich sagen, dass esletzlich immer noch auf den Gesamteindruck einer Bewerbungankommt Und dazu zählt immer auch der Lebenslauf – und vorallem das Vorstellungsgespräch

Sicherlich: Sie haben recht Doch müssen Sie überhaupt erst einmalzum Vorstellungsgespräch eingeladen werden Die Chance, sichpersönlich vorzustellen, erhalten nur die wenigsten Bewerber(in-nen) In der heutigen Zeit, in der auf eine einzige Stellenausschrei-bung oftmals 50 bis 100 oder noch mehr Bewerbungen eingehen,regiert die Vorauswahl Und diese treffen die Personalchefs nahezuausschließlich anhand der eingereichten Arbeitszeugnisse

Das bedeutet: Können Sie nicht überzeugende Arbeitszeugnissevorlegen, fallen Sie bereits in der ersten Runde durch das Bewer-bungsraster Das Motto lautet also gerade nicht „Zeugnisse sindnicht alles“, sondern vielmehr „ohne (gute) Zeugnisse ist allesnichts“

Trang 11

Welchen Informationswert

ein Zeugnis wirklich hat

Aus Sicht des potenziellen neuen Arbeitgebers dienen die zeugnisse zunächst als entscheidendes Auswahlkriterium Sind dannerst einmal einige Bewerber(innen) in die engere Auswahl gezogen,reduziert sich die Bedeutung der Arbeitszeugnisse darauf, (nurnoch) ein – wenn auch wichtiges – Entscheidungskriterium untermehreren zu sein Je nachdem, welche Position ausgeschrieben ist,können einzelne Abschnitte eines Arbeitszeugnisses ganz unter-schiedliche Bedeutung gewinnen

Arbeits-Zu den Fragen, die sich Personalchefs bei der Sichtung von bungen stellen, gehören insbesondere folgende:

Bewer- Ist die berufliche Fortentwicklung kontinuierlich verlaufen?

 Ist der Bewerber/die Bewerberin aufgrund der bisher geübten Tätigkeiten für die ausgeschriebene Position beson-ders geeignet?

aus- Verfügt der Bewerber/die Bewerberin über besondere rungen und spezielle Kenntnisse, die ihn/sie für die ausge-schriebene Position besonders interessant machen?

Erfah- Fehlen in den Arbeitszeugnissen der früheren Arbeitgeberbestimmte positive Aussagen über Führung und Leistung,

Praxis-Tipp:

Legen Sie größten Wert darauf, dass Sie bei Beendigung einesArbeitsverhältnisses ein Arbeitszeugnis erhalten Achten Siedarauf, dass das Arbeitszeugnis über Art und Dauer IhrerBeschäftigung vollständig und umfassend informiert und vorallem auch eine aussagekräftige Beurteilung Ihrer Führung undLeistung beinhaltet

Informationswert eines Zeugnisses

Trang 12

die aufgrund der Fähigkeiten und der beruflichen lung des Bewerbers/der Bewerberin eigentlich nicht fehlendürften?

Entwick-In jedem Fall aber gilt: „Entscheidend ist nicht so sehr, was im nis steht, sondern wie es vom unbefangenen Leser zu verstehenist.“ Diese Erkenntnis eines erfahrenen Personalchefs müssen Sieüberaus ernst nehmen Immer wieder kommt es vor, dass Arbeitge-ber in Unkenntnis über die Zeugnissprache Formulierungen in einArbeitszeugnis aufnehmen, die dem Arbeitnehmer negativ ausge-legt werden können

Zeug-Beispiel:

Die Beurteilung „er hat die ihm übertragenen Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse durchgeführt“ bescheinigt dem Mitarbeiter eine mangelhafte Leistung (= Schulnote 5)

Gerade in Kleinbetrieben droht die Gefahr, dass der Firmenchef – inbester Absicht – emotional geprägte Arbeitszeugnisse formuliert,die seinem Mitarbeiter beziehungsweise seiner Mitarbeiterin mehrschaden als nützen Es ist für Sie als Arbeitnehmer daher außeror-dentlich wichtig, dass Ihr Arbeitgeber im Zeugnis nüchterne undemotionslose Aussagen trifft und sich dabei weitestgehend an derZeugnissprache orientiert

Praxis-Tipp:

Machen Sie Ihren Arbeitgeber gegebenenfalls ausdrücklich rauf aufmerksam, dass im Arbeitszeugnis Formulierungen ent-halten sind, die im Allgemeinen nachteilig verstanden werden.Fordern Sie ihn immer auch auf, seinerseits fachlichen Rat ein-zuholen, um die Diskussion abzukürzen Bieten Sie ihm außer-dem eigene Formulierungsalternativen an Orientieren Sie sichdabei an den Formulierungsbeispielen in den Kapiteln 5 bis 7

Trang 13

da-Warum es eine besondere

Zeugnissprache gibt

Um von vornherein einem weit verbreiteten Irrglauben zu nen: Geheime Absprachen zwischen Unternehmern und Personal-chefs über die Verwendung bestimmter Formulierungen in Arbeits-zeugnissen gibt es nicht Ganz im Gegenteil: Egal, ob es sich um denInhaber einer kleinen Firma, einen Handwerksmeister oder den Per-sonalchef eines Großunternehmens handelt – jeder entwickelt imLaufe der Zeit einen eigenen, für ihn typischen Zeugnisstil

begeg-Richtig ist aber auch: Es gibt eine Reihe von Formulierungen undRedewendungen, die in Arbeitszeugnissen immer wieder vorkom-men Kennzeichnend für sie ist, dass sie fast immer wohlwollenderklingen, als sie gemeint sind Erst recht dann, wenn solche Formu-lierungen und Redewendungen miteinander kombiniert oder be-stimmte Worte weggelassen werden, erhalten sie eine ganz andereBedeutung als allgemein angenommen

Fest steht: Es gibt eine regelrechte Zeugnissprache, die wohl diemeisten Arbeitnehmer nicht richtig verstehen Für sie enthaltenArbeitszeugnisse schlicht Geheim-Codes, die sie selbst nicht ent-schlüsseln können Dass es in Wahrheit negative Beurteilungen sind,die sich hinter manch einer wohlwollend klingenden Formulierungverbergen, trägt zusätzlich zur Verunsicherung der Arbeitnehmerbei

Warum kann ein Arbeitszeugnis nicht so formuliert werden, dasssein Inhalt von jedem sofort verstanden werden kann, werden Siesich vielleicht fragen Natürlich wäre es am besten, ein Zeugnis klarund unmissverständlich zu formulieren Eine solche Vorgehens-weise ist auch ohne weiteres möglich

Trotzdem ist die Forderung nach mehr Klartext in Arbeitszeugnissennicht erfüllbar Das liegt an der Rechtsprechung der Arbeitsgerichte.Danach sollen Arbeitszeugnisse einerseits vom verständigen Wohl-wollen für den Arbeitnehmer getragen sein und zugleich sein wei-

Besondere Zeugnissprache

Trang 14

teres Fortkommen nicht unnötig erschweren Bereits 1960, also vor

46 Jahren, hat der Bundesgerichtshof diese Grundsätze aufgestellt,die heute nach wie vor uneingeschränkt gelten In diesem Grund-satzurteil heißt es auszugsweise:

„Oberster Grundsatz ist, dass der Inhalt des Zeugnisses wahr seinmuss Das bedeutet aber bei einem Zeugnis über Leistung undFührung nicht Pflicht zu schonungsloser Beurteilung von ungünsti-gen Vorkommnissen Das Zeugnis soll vom verständigen Wohlwol-len für den Arbeitnehmer getragen sein und ihm sein weiteres Fort-kommen nicht erschweren

Diese Rücksichtnahme hat ihre Schranke dort, wo sich das Interessedes künftigen Arbeitgebers an der Zuverlässigkeit der Grundlage fürdie Beurteilung des Arbeitssuchenden ohne weiteres aufdrängt Ins-besondere das Verschweigen bestimmter für die Führung im Dienstbedeutsamer Vorkommnisse beeinflusst den Gesamteindruck we-sentlich

Keinesfalls darf der zeugnisausstellende Arbeitgeber in dem Wunsch,dem Arbeitnehmer behilflich zu sein, wahrheitswidrige Angabenaufnehmen und ein Urteil abgeben, das nicht seiner Überzeugungentspricht oder sich nach den Maßstäben einer vernünftigen Ver-kehrsauffassung nicht aufrechterhalten lässt.“

Die Wahrheitspflicht

Oberster Grundsatz der Zeugniserstellung ist damit die pflicht Das bedeutet, dass auch nachteilige Bewertungen im Zeug-nis enthalten sein dürfen, wenn diese für Ihre Beurteilung vonBedeutung sind Sie können nicht verlangen, dass derartige Hin-weise im Zeugnis unerwähnt bleiben Vermutungen und Verdachts-momente haben dagegen im Zeugnis nichts zu suchen

Trang 15

Sie sind Berufskraftfahrer Nach erheblichem Alkoholgenuss ben Sie sich stark betrunken ans Steuer gesetzt und sind prompt ineine Verkehrskontrolle geraten Die Alkoholfahrt endet mit einerVerurteilung wegen Trunkenheit im Verkehr und dem Führerschein-entzug für ein Jahr Einen entsprechenden Hinweis Ihres Arbeitge-bers im Arbeitszeugnis werden Sie nicht verhindern können.Dasselbe gilt etwa, wenn Sie in der Buchhaltung angestellt warenund Ihnen anvertraute Gelder unterschlagen haben Vermutet IhrArbeitgeber dagegen lediglich, dass Sie Gelder aus der Firmenkasseentwendet haben, ist er nicht berechtigt, eine entsprechende Ver-mutung im Zeugnis zu äußern

ha-Aus dem Grundsatz der Wahrheit folgt weiter, dass das Zeugnisgrundsätzlich alle wesentlichen Tatsachen und Bewertungen ent-halten muss, die für Ihre Gesamtbeurteilung von Bedeutung sind.Einmalige Vorfälle dürfen im Zeugnis nicht berücksichtigt werden.Dasselbe gilt für solche Umstände, die für Ihre Führung und Leis-tung nicht charakteristisch sind, unabhängig davon, ob sie vorteil-haft oder nachteilig sind

Im Arbeitszeugnis muss Ihre Führung und Leistung so genau undvollständig beschrieben werden, dass sich eine Firma, bei der Siesich bewerben, ein klares Bild über Ihre bisherige Tätigkeit machenkann Das Zeugnis darf weder durch seine Wortwahl noch durchseine Satzstellung oder aber durch Auslassungen dazu Anlassgeben, dass beim Leser Irrtümer entstehen können Weiter ist zuberücksichtigen, dass im Zeugnis nur solche Tatsachen und Beurtei-lungen aufgenommen werden dürfen, an denen ein künftigerArbeitgeber ein berechtigtes und verständiges Interesse habenkann So darf ein Arbeitszeugnis ohne sachlichen Grund nicht zuerkennen geben, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Streitgetrennt haben Denn der Grund und die Art der Beendigung einesArbeitsverhältnisses haben grundsätzlich nichts mit der Beurteilungder Führung und Leistung eines Arbeitnehmers zu tun

Die Wahrheitspflicht

Trang 16

Die Wohlwollenspflicht

Das Arbeitszeugnis soll über Ihre Leistung und Führung gemäß und vollständig Auskunft geben Das beinhaltet für Ihrenbisherigen Arbeitgeber allerdings nicht die Pflicht zu geradezu scho-nungsloser Offenheit Vielmehr erstreckt sich die Fürsorgepflichtdes Arbeitgebers immer auch auf die Abwicklung des Arbeits-verhältnisses Deshalb muss Ihr Arbeitgeber das Arbeitszeugnis mitverständigem Wohlwollen ausstellen, um Ihnen das weitere Fort-kommen nicht unnötig zu erschweren

wahrheits-Es liegt auf der Hand, dass zwischen dem Grundsatz der Wahrheitund dem des verständigen Wohlwollens ein erhebliches Span-nungsverhältnis bestehen kann In manchen Fällen bedeutet es füreinen Arbeitgeber eine regelrechte Gratwanderung, ein Zeugnis zuformulieren, das sowohl der Wahrheitspflicht genügt als auch vomverständigen Wohlwollen getragen ist Im Zweifel hat der Grund-satz der Wahrheit den Vorrang Darin sind sich alle Arbeitsgerichteeinig

Das verständige Wohlwollen äußert sich in erster Linie darin, dassdie Beurteilung der Führung und Leistung eines Arbeitnehmersnahezu ausnahmslos positiv formuliert wird Negative Urteile werden vermieden, indem die Arbeitgeber bei der Beurteilungwichtige Worte weglassen oder übliche Passagen eines Zeugnisses

„vergessen“

Beispiel:

„Er/sie arbeitete stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ Hierbescheinigt der Arbeitgeber eine sehr gute Leistung (= Schul-note 1) Heißt es dagegen lediglich „er/sie arbeitete zu unsererZufriedenheit“, wird damit nur eine ausreichende Leistung (= Schulnote 4) bescheinigt Und wenn im Zeugnis zu lesen ist,

„er/sie war bemüht“, dann heißt dies im Klartext, dass bei seinen/ihren Bemühungen nichts herausgekommen ist

Trang 17

Eben diese Pflicht des Arbeitgebers, bei der Ausstellung des ses immer auch dem verständigen Wohlwollen zu genügen, hat dazugeführt, dass sich sehr schnell eine verschlüsselte Zeugnissprache ent-wickelt hat Allerdings kann nur davor gewarnt werden, (tatsächlicheoder nur scheinbare) Auslassungen im Zeugnistext überzubewerten.Manch ein Arbeitgeber, und das gilt insbesondere für die Inhaber vonKleinunternehmen und Handwerksbetrieben, sind mit der Zeugnis-sprache überhaupt nicht vertraut Dass sie Formulierungen verwen-den, die für ihren Mitarbeiter eher nachteilig sind, ist ihnen oftmalsgar nicht bewusst Umso wichtiger ist es, dass Sie als Arbeitnehmerinformiert sind, damit das Zeugnis noch abgeändert werden kann.

Zeugnis-Die Wohlwollenspflicht

Trang 19

Wann Sie ein Arbeitszeugnis

verlangen können

Das sollten Sie wissen! 20

Wer auf der Erteilung

eines Zeugnisses bestehen kann 20

Der entscheidende Zeitpunkt

für die Zeugniserteilung 22

Wer Ihnen das Arbeitszeugnis

ausstellen muss 23

Wann Sie Ihr Recht

auf ein Arbeitszeugnis verlieren 25

Checkliste:

So verlangen Sie ein Zeugnis 28

2

Trang 20

Das sollten Sie wissen!

Grundsätzlich kann jeder Arbeitnehmer verlangen, dass ihm seinArbeitgeber ein Arbeitszeugnis ausstellt Dies gilt auch dann, wennSie nebenberuflich tätig sind oder zu den geringfügig Beschäftigtengehören Überhaupt gibt es eine Vielzahl von Vorschriften, die denAnspruch auf Erteilung eines Arbeitszeugnisses teilweise sehrdetailliert regeln

Allgemein lässt sich sagen, dass Sie immer dann einen Anspruch aufErteilung eines Arbeitszeugnisses haben, wenn Sie sich in einempersönlichen und/oder wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnisbefinden und nicht als freier Mitarbeiter tätig sind

Wer auf der Erteilung

eines Zeugnisses bestehen kann

Jeder Arbeitnehmer hat grundsätzlich Anspruch auf Erteilung einesArbeitszeugnisses Dazu zählen alle Personen, die sich aufgrundeines (Arbeits-)Vertrags einem anderen gegenüber für eine gewisseDauer und gegen Entgelt zur Arbeitsleistung verpflichtet haben.Auch Familienangehörige können Arbeitnehmer sein

Beispiel:

Sie arbeiten im Betrieb Ihres Ehegatten oder eines Elterteils mit.Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um ein echtes Arbeits-verhältnis und nicht lediglich um gelegentliche Mithilfe handelt

Unterscheiden Sie im Einzelnen folgende Arbeitnehmergruppen:

 Handlungsgehilfen

Bei Handlungsgehilfen handelt es sich um kaufmännischeAngestellte Ihre Arbeit unterscheidet sich von der einesgewerblichen Arbeitnehmers dadurch, dass die gedankliche,

Trang 21

geistige Arbeit gegenüber der mechanischen, mit der Handgeleisteten überwiegt.

 Volontäre und Praktikanten

Sie werden eingestellt, um berufliche Kenntnisse, Fertigkeitenund Erfahrungen zu erwerben, ohne dass dadurch ein Ar-beitsverhältnis begründet wird Gleichwohl haben sie einenZeugnisanspruch Das gilt auch für so genannte Anlernlinge

 Werkstudenten

Hier verhält es sich in der Regel so, dass (lediglich) ein fristetes Arbeitsverhältnis besteht, etwa für die Dauer der Semesterferien

Trang 22

Achtung: In folgenden Fällen haben Sie keinen Zeugnisanspruch:

 Sie sind selbstständiger Handelsvertreter

 Sie arbeiten als freier Mitarbeiter

Der entscheidende Zeitpunkt

für die Zeugniserteilung

Der Anspruch auf Erteilung eines Arbeitszeugnisses entsteht nachden gesetzlichen Bestimmungen bei Beendigung des Beschäfti-gungsverhältnisses Gewerbliche Arbeitnehmer können ihr Zeugnis

„beim Abgang“ verlangen So heißt es wortwörtlich in der beordnung (§ 113) Aber auch mit „Abgang“ ist nichts anderesgemeint als das Ende des Arbeitsverhältnisses Und das ist der Tagder tatsächlichen Beendigung, also der letzte Arbeitstag

Gewer-In den meisten Fällen werden Sie sich schon lange vor Ihrem scheiden beim bisherigen Arbeitgeber um einen neuen Arbeitsplatzbewerben wollen Die Bewerbung hat allerdings nur dann Sinn undAussicht auf Erfolg, wenn Sie den Bewerbungsunterlagen auch einArbeitszeugnis beifügen können Deshalb ist in der Praxis aner-kannt, dass Sie die Erteilung eines Arbeitszeugnisses verlangen kön-nen, sobald die Kündigung ausgesprochen ist Sie müssen also nichterst den Ablauf der Kündigungsfrist abwarten Dabei ist es uner-heblich, ob Sie selbst oder Ihr Arbeitgeber das Arbeitsverhältnisgekündigt hat

Aus-Werden Sie während der Kündigungsfrist beurlaubt oder von derArbeit freigestellt, können Sie von Ihrem Arbeitgeber ein endgülti-ges Zeugnis verlangen Der Grund: Sie scheiden mit der Beurlau-bung beziehungsweise Freistellung faktisch aus dem Betrieb aus.Dasselbe gilt dann, wenn Sie während eines Kündigungsschutzpro-zesses nicht beschäftigt werden

Anders verhält es sich dagegen, wenn Sie auch während eines digungsschutzprozesses von Ihrem Arbeitgeber weiterbeschäftigt

Trang 23

Kün-werden Ihre Führung und Leistung in diesem Zeitraum können fürdie Beurteilungen im Arbeitszeugnis durchaus noch Bedeutunghaben Deshalb können Sie in diesen Fällen nur ein „vorläufigesZeugnis“ verlangen.

Wichtig: Dieses Zeugnis brauchen Sie nicht zurückzugeben, wenn

Ihnen Ihr Arbeitgeber später das endgültige Zeugnis aushändigt.Abgesehen davon, dass das vorläufige Zeugnis für Ihren bisherigenArbeitgeber ohnehin uninteressant ist, werden Sie das vorläufigeZeugnis in den meisten Fällen auch schon deshalb nicht zurückge-ben wollen, weil Sie es eventuell bereits als Kopie Ihren Bewer-bungsunterlagen für den neuen Arbeitsplatz beigefügt haben.Geht es dagegen um die Beendigung eines befristeten Arbeitsver-trags (Zeitarbeitsvertrag), können Sie bereits eine angemessene Zeitvor Ihrem Ausscheiden vom Arbeitgeber ein Arbeitszeugnis verlan-gen Als Faustregel gilt, dass Ihnen Ihr Arbeitgeber etwa zwei bisdrei Monate vor Beendigung der befristeten Tätigkeit das Arbeits-zeugnis ausstellen muss Entsprechendes gilt, wenn Sie sich mitIhrem Arbeitgeber auf die einvernehmliche Beendigung eines un-befristeten Arbeitsverhältnisses einigen In einem solchen Fall empfiehlt es sich allerdings, im Aufhebungsvertrag immer auch denZeitpunkt für die Erteilung des Zeugnisses zu regeln, um späterenStreitigkeiten von vornherein vorzubeugen

Wer Ihnen das Arbeitszeugnis

ausstellen muss

Es ist immer der Arbeitgeber, der verpflichtet ist, Ihnen das zeugnis auszustellen Hat beispielsweise ein Arbeitsgerichtsprozessstattgefunden und wurde Ihr Arbeitgeber unter anderem verpflich-tet, Ihnen ein Arbeitszeugnis auszustellen, muss er dies auch selbsttun Es ist unzulässig, dass statt dessen beispielsweise ein Rechts-anwalt oder der Vertreter eines Arbeitgeberverbandes das Zeugnisausstellt

Arbeits-Wer stellt das Zeugnis aus?

Trang 24

Einen Anspruch darauf, dass der Chef persönlich das Arbeitszeugnisunterschreibt, haben Sie allenfalls in kleinen Unternehmen oderHandwerksbetrieben Ansonsten gilt grundsätzlich: Ihr Arbeitgeberkann die Ausstellung des Arbeitszeugnisses delegieren So kann erbeispielsweise die Personalabteilung damit beauftragen, die sichdann in der Regel wiederum mit Ihrem Fachvorgesetzten in Verbin-dung setzen wird.

Wichtig: Wer auch immer Ihr Zeugnis letztlich ausstellt, es muss

sich stets um einen ranghöheren Angestellten des Unternehmenshandeln In Betracht kommen beispielsweise

 Geschäftsführer

 Personalleiter mit Prokura oder Handlungsvollmacht

 Leiter der Personalabteilung

 Betriebsleiter

 Meister

 Ausbilder (beim Ausbildungszeugnis)

Befindet sich Ihre Firma in der Insolvenz, bleibt der alte Arbeitgeberzur Zeugniserteilung verpflichtet, wenn Sie als Arbeitnehmer nochvor Eröffnung der Insolvenz aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschie-den sind Endet das Arbeitsverhältnis dagegen erst nach Insolvenz-

Praxis-Tipp:

Bestehen Sie darauf, dass Ihr unmittelbarer Fachvorgesetztergrundsätzlich hinzugezogen wird, wenn es um die Formulie-rung des Arbeitszeugnisses geht Er kennt Sie am besten Kaumein anderer Mitarbeiter des Unternehmens kann Ihre Führungund Leistung besser beurteilen Verlangen Sie außerdem, dass

er das Zeugnis auch mit unterschreibt

Trang 25

eröffnung, können Sie das Arbeitszeugnis nur noch vom verwalter verlangen Das gilt unabhängig davon, wie lange dasArbeitsverhältnis nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens nochangedauert hat.

Insolvenz-In einem solchen Fall kann es für den Insolvenz-Insolvenzverwalter schwierigsein, Ihnen ein ordnungsgemäßes Zeugnis auszustellen Die erfor-derlichen Kenntnisse muss er sich aus den Personalakten oder durchBefragen Ihrer Vorgesetzten beschaffen

Wann Sie Ihr Recht

auf ein Arbeitszeugnis verlieren

Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis verjährt nach 30 Jahren Dasbedeutet, dass Ihr Recht auf Erteilung eines Arbeitszeugnisses nachdiesem Zeitraum erlischt Theoretisch können Sie also über einenüberaus langen Zeitraum ein Arbeitszeugnis verlangen

Allerdings: Grau ist alle Theorie In der Praxis kann der anspruch schon nach wenigen Monaten verwirkt sein Verwirkungbedeutet, dass Sie den noch nicht verjährten Zeugnisanspruchnicht mehr geltend machen können, weil Sie Ihr Recht über einelängere Zeit hinweg nicht ausgeübt und dadurch beim Arbeitge-ber den Eindruck erweckt haben, dass Sie gar kein Arbeitszeugniswollen

Zeugnis-Gesetzliche Regelungen, ab welchem Zeitpunkt Verwirkung liegt, gibt es nicht Es kommt immer auf die konkreten Umständedes Einzelfalls an So hat das Bundesarbeitsgericht beispielsweiseeinmal entschieden, dass ein Zeugnisanspruch nach 21 Monatenverwirkt ist In einem anderen Fall nahm das Bundesarbeitsgerichtdies bereits nach Ablauf von fünf Monaten an

vor-Kein Recht auf ein Arbeitszeugnis

Trang 26

Es kommt immer wieder einmal vor, dass der bisherige Arbeitgeberauf die Forderung nach Erteilung eines Arbeitszeugnisses (zunächsteinmal) nicht reagiert.

Haken Sie in solchen Fällen unbedingt nach Erinnern Sie Ihren herigen Arbeitgeber an die Erstellung des Arbeitszeugnisses Wenn

bis-er auch daraufhin immbis-er noch untätig bleibt, hilft nur noch ein teres Schreiben, in dem Sie ihm am besten auch gleich eine Frist setzen und mit gerichtlichen Schritten drohen für den Fall, dass erdie ihm gesetzte Frist ungenutzt verstreichen lässt

wei-Lässt Ihr bisheriger Arbeitgeber auch dann immer noch nichts vonsich hören, empfiehlt es sich, konsequent zu bleiben und umgehendKlage zu erheben (siehe Kapitel 8)

Vorsicht: Heutzutage sind in praktisch jedem Tarifvertrag so

genannte Verfall- beziehungsweise Ausschlussfristen enthalten Danach können bestimmte Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnisnur innerhalb dieser Fristen geltend gemacht werden Dazu kanninsbesondere auch der Anspruch auf Erteilung eines Arbeitszeug-

Praxis-Tipp:

Wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber ein Zeugnis ausstellen soll, habenSie keine Zeit zu verlieren Verlangen Sie das Zeugnis spätestenseinen Monat nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses Das giltinsbesondere dann, wenn es um ein qualifiziertes Arbeitszeug-nis geht, das auch über Ihre Führung und Leistung Auskunftgeben soll

Bedenken Sie: Mit fortschreitender Zeit wird es Ihren setzten immer schwerer fallen, sich detailliert an Ihre Führungund Leistung zu erinnern Eine zeitnahe Erstellung des Ar-beitszeugnisses liegt daher ausschließlich in Ihrem eigenenInteresse

Trang 27

Vorge-nisses gehören Besonders wichtig: Diese Verfall- beziehungsweiseAusschlussfristen können auch im Einzelarbeitsvertrag vereinbartwerden In einem solchen Fall sind derartige Ausschlussklauselnimmer dann wirksam, wenn sie in gleicher Weise sowohl für denArbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer gelten, inhaltlich ausge-wogen sind und Ihre Rechte als Arbeitnehmer nicht beschneiden.Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist es nicht möglich,während des Bestehens des Arbeitsverhältnisses auf die Erteilungeines Zeugnisses zu verzichten Der Grund: Der Anspruch auf Ertei-lung eines Arbeitszeugnisses ist unabdingbar Das bedeutet, dass ernicht von vornherein für die Zukunft ausgeschlossen oder erlassenwerden kann.

Welche Wirkung Ausgleichsquittungen haben

In der Praxis verlangen Arbeitgeber häufig so genannte quittungen, nachdem sie dem ausscheidenden Mitarbeiter dieArbeitspapiere ausgehändigt haben Typisch für derartige Fälle istetwa folgende Formulierung:

Ausgleichs-Der Arbeitnehmer bestätigt mit seiner Unterschrift, dass er heute den Restlohn für den laufenden Monat, das anteilige Urlaubsgeld und sämt- liche Arbeitspapiere erhalten hat Damit sind sämtliche Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis erledigt.

Wichtig: Solche Ausgleichsquittungen erstrecken sich

grundsätz-lich nicht auch auf den Zeugnisanspruch Haben Sie also weise eine solche Ausgleichsquittung unterschrieben, von IhremArbeitgeber aber noch kein Zeugnis erhalten, können Sie diesesjetzt immer noch von ihm fordern Zwar können Sie nach Abschlussdes Arbeitsverhältnisses auf die Erteilung eines Arbeitszeugnissesverzichten Das kann aber immer nur ausdrücklich geschehen

beispiels-Kein Recht auf ein Arbeitszeugnis

Trang 28

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses unterschreiben Sie(unter anderem) den Satz: „Ich verzichte auf die Erteilung einesArbeitszeugnisses“ (Nur) in diesem Fall ist der Verzicht wirk-sam

Checkliste: So verlangen Sie ein Zeugnis

 Wenn Ihnen ein Zeugnis erstellt werden soll: Wenden Sie sich an Ihren unmittelbaren Fachvorgesetzten, die Personalabteilung (sofern vorhanden) oder direkt an denChef

 Verlangen Sie das Zeugnis zum frühestmöglichen Zeitpunkt,also unmittelbar nach Zugang der Kündigung (egal, vonwem sie ausgesprochen wurde)

 Auch dann, wenn Sie bereits einen neuen Arbeitsplatzhaben und auf das Zeugnis nicht angewiesen sind: BestehenSie sofort nach Zugang der Kündigung auf Erteilung einesZeugnisses Oftmals kommt es gerade in den letzten Wo-chen eines Arbeitsverhältnisses zu Meinungsverschiedenhei-ten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Auch wenn es

„eigentlich“ nicht sein darf: Solche Konfliktsituationen nen sich auf das Arbeitszeugnis negativ auswirken

kön- Wenn Sie das Arbeitszeugnis etwa einen Monat nach digung des Arbeitsverhältnisses immer noch nicht erhaltenhaben, haken Sie am besten sofort nach Erinnern Sie IhrenArbeitgeber an die Erteilung des Arbeitszeugnisses

Been- Hat er danach innerhalb angemessener Zeit (etwa zwei chen) immer noch nichts von sich hören lassen, setzen Sieihm am besten eine (letzte) Frist und drohen nach Fristablaufmit Klageerhebung

Trang 29

Wo- Warten Sie nach Fristablauf immer noch vergeblich auf dasArbeitszeugnis, gehen Sie am besten konsequent vor undnehmen gerichtliche Hilfe in Anspruch.

 Wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber die Beendigung desArbeitsverhältnisses einvernehmlich regeln: In den Aufhe-bungsvertrag gehört auch eine Vereinbarung darüber, bis zuwelchem Zeitpunkt das Arbeitszeugnis vorliegen muss Undauch Formulierungen über Ihre Führung und Leistung, andenen Ihnen besonders gelegen ist, sollten im Aufhebungs-vertrag bereits fest vereinbart werden

 Verzichten Sie nach Beendigung des Arbeitsverhältnissesniemals auf die Erteilung eines Arbeitszeugnisses

 Wenn Sie eine Ausgleichsquittung unterschrieben haben:Der Zeugnisanspruch bleibt davon unberührt, Sie könnenvon Ihrem Arbeitgeber also auch dann noch ein Arbeits-zeugnis verlangen

Checkliste: So verlangen Sie ein Zeugnis

noch: Checkliste: So verlangen Sie ein Zeugnis

Trang 31

Welche Arten von Zeugnissen

Sie unterscheiden müssen

Das sollten Sie wissen! 32

Wenn es nur ein einfaches Zeugnis

sein soll 32

Checkliste: So prüfen Sie

ein einfaches Zeugnis 34

Welche Besonderheiten bei einem

qualifizierten Zeugnis gelten 35

Entscheiden Sie sich: Welches Zeugnis

wollen Sie verlangen? 37

Checkliste: So prüfen Sie

ein qualifiziertes Zeugnis 37

Die wichtigsten Kriterien

für ein Zwischenzeugnis 40

Worauf Sie bei einem

Ausbildungszeugnis achten müssen 43

3

Trang 32

Das sollten Sie wissen!

Die Arbeitszeugnisse werden je nach ihrem Inhalt sowie nach ihremAnlass und Zeitpunkt in verschiedene Zeugnisarten unterteilt.Inhaltlich wird zwischen einem einfachen und einem qualifiziertenArbeitszeugnis unterschieden Zeitlich ist zwischen dem „Zwischen-zeugnis“ sowie dem „vorläufigen“ und „endgültigen“ Zeugnis zuunterscheiden Daneben gibt es noch einige Sonderformen, bei-spielsweise ein Ausbildungszeugnis oder Probearbeitszeugnis

In einigen Punkten gelten für alle Zeugnisarten die gleichen sätze Manche Zeugnisarten weisen daneben wichtige Besonder-heiten auf In diesem Kapitel lesen Sie, worauf es für Sie entschei-dend ankommt

Grund-Wichtig: Die Arbeitsbescheinigung, die Ihr Arbeitgeber nach § 312

Sozialgesetzbuch III bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses über der Arbeitsagentur abgeben muss, ist kein Arbeitszeugnis.Diese Arbeitsbescheinigung, die zwingend auf dem amtlichen Vor-druck auszufüllen ist, dient der Arbeitsagentur als Nachweis für dieDauer Ihrer Beschäftigung und für die Höhe des von Ihnen bezoge-nen Arbeitsentgelts Diese Angaben benötigt die Arbeitsagentur,

gegen-um über einen Antrag auf Arbeitslosengeld entscheiden zu können

Wenn es nur ein einfaches

Zeugnis sein soll

Das einfache Zeugnis erstreckt sich lediglich auf Art und Dauer derBeschäftigung Dieses Zeugnis wird bei weniger qualifizierten Tätig-keiten, zum Beispiel Hilfsarbeiten, oder bei lediglich kurzfristig aus-geübten Tätigkeiten ausgestellt Der Grund: Bei derartigen Arbeits-verhältnissen spielt der persönliche Eindruck bei einem Vorstel-lungsgespräch eine weitaus größere Rolle als etwa die Angaben imZeugnis

Trang 33

In einem einfachen Zeugnis können Sie im Einzelnen folgende gaben erwarten:

An- Vornamen, Familiennamen, bei verheirateten beziehungsweisegeschiedenen Arbeitnehmern auch den Geburtsnamen

 Geburtsdatum und Geburtsort

 einen etwaigen akademischen Titel

 Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses

Das Arbeitszeugnis muss die typischen Merkmale der von Ihnenausgeübten Tätigkeit so umfassend und konkret beschreiben, dasssich der Leser ein genaues Bild darüber machen kann, welche Auf-gaben Sie tatsächlich wahrgenommen haben Die bloße Berufsbe-zeichnung genügt auf keinen Fall Als Faustregel gilt: Je verantwor-tungsvoller Ihre Tätigkeit war, desto differenzierter und ausführ-licher muss das Arbeitszeugnis ausfallen

Was die Dauer des Arbeitsverhältnisses betrifft, so muss das Zeugnisstets die rechtliche Dauer des Arbeitsverhältnisses nennen Recht-liche Dauer meint den Zeitraum vom Beginn des Arbeitsverhältnissesbis zum Ablauf der Kündigungsfrist Kürzere Unterbrechungen, bei-spielsweise Krankheit oder Urlaub, bleiben unberücksichtigt

Achtung: Der Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses

hat im einfachen Arbeitszeugnis nichts zu suchen Ausnahme: Sieselbst verlangen es von Ihrem Arbeitgeber Das bietet sich bei-spielsweise an, wenn Sie selbst gekündigt haben oder das Arbeits-verhältnis im gegenseitigen Einvernehmen mit Ihrem Arbeitgeberendet

Ein einfaches Zeugnis

Trang 34

Checkliste: So prüfen Sie ein einfaches Zeugnis

Ja Nein

Ihr Geburtsname korrekt geschrieben?

verwen-deten Firmenbogen geschrieben?

genannt?

vertre-tungsberechtigten Person unterschrieben?

Trang 35

Muster eines einfachen Zeugnisses

Zeugnis

Herr Heinz König, geboren am 6 Dezember 1978 in Wiesbaden, war in der Zeit vom 1 August 1999 bis 31 Januar 2005 als Bürogehilfe in unse- rem Unternehmen beschäftigt Er war in der zentralen Einkaufsabteilung tätig Sein Aufgabenbereich umfasste im Wesentlichen das Bearbeiten der ein- und ausgehenden Post, das Führen der Kundenkartei und das Beschaffen und Verwalten von Büromaterialien.

Herr König verlässt unsere Firma auf eigenen Wunsch Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.

(Ort, Datum, Unterschrift)

Welche Besonderheiten bei

einem qualifizierten Zeugnis gelten

Im Gegensatz zum einfachen Zeugnis enthält das qualifizierte nis zusätzlich zu den Angaben über Art und Dauer Ihrer Beschäfti-gung auch Aussagen über Ihre Führung und Leistung Ein solchesZeugnis darf Ihnen Ihr Arbeitgeber nur erteilen, wenn Sie dies aus-drücklich verlangen Händigt er Ihnen ein qualifiziertes Zeugnis aus,ohne dass Sie dies beantragt haben, können Sie dieses Zeugniszurückweisen und auf einem einfachen Zeugnis bestehen

Zeug-Das qualifizierte Zeugnis soll Ihre Leistung und Führung währendder gesamten Dauer des Arbeitsverhältnisses dokumentieren Des-halb muss es alle wesentlichen Angaben enthalten, die für IhreGesamtbeurteilung von Bedeutung und für den Leser des Zeugnis-ses von Interesse sind Einmalige Vorfälle oder Umstände, die fürIhre Führung und Leistung nicht charakteristisch sind, gehören

Besonderheiten bei einem qualifizierten Zeugnis

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dagegen nicht in das Zeugnis Ebenso wenig ist es zulässig, das lifizierte Zeugnis nur auf einen bestimmten Zeitraum eines ins-gesamt langjährigen Arbeitsverhältnisses zu beschränken.

qua-In einem qualifizierten Zeugnis können Sie folgende Angaben erwarten:

 Vornamen, Familiennamen, bei verheirateten oder denen Arbeitnehmern auch den Geburtsnamen

geschie- einen etwaigen akademischen Titel

 Beginn und Beendigung des Arbeitsverhältnisses

 Beschreibung der Tätigkeit

 Beurteilung der Arbeitsleistung

 Beurteilung des sozialen Verhaltens

 Schlussformulierung (Grund des Ausscheidens, Dank für geleistete Mitarbeit, Wünsche für die Zukunft)

Bei der Beurteilung Ihrer Leistung und Führung hat Ihr Arbeitgebereinen Beurteilungsspielraum Dieser ist wesentlich größer als bei derTätigkeitsbeschreibung Die Leistungsbeurteilung umfasst dieArbeitsbereitschaft, die Arbeitsbefähigung, die Arbeitsweise, denArbeitserfolg, die Führung von Mitarbeitern (bei Vorgesetzten) undeine abschließende allgemeine Leistungsbeurteilung

Die Beurteilung Ihrer Führung im Betrieb umfasst in der Regel schließlich Ihr äußeres Verhalten in Bezug auf Kollegen und Vorge-setzte

aus-Demgegenüber geht Ihr Privatleben Ihren Arbeitgeber nichts an Ihraußerdienstliches Verhalten bleibt deshalb im Zeugnis unberück-sichtigt Ausnahme: Ihr außerdienstliches Verhalten wirkt sich dienst-lich aus Dies kommt etwa bei Alkohol- und Drogensucht in Be-tracht

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Entscheiden Sie sich:

Welches Zeugnis wollen Sie verlangen?

Es steht Ihnen völlig frei, ein einfaches oder ein qualifiziertes nis zu verlangen Im Regelfall sollten Sie auf einem qualifiziertenZeugnis bestehen Fügen Sie Ihren Bewerbungsunterlagen lediglichein einfaches Zeugnis bei, werden Sie mit Ihrer Bewerbung kaumerfolgreich sein Der Grund: Bei Sichtung der Bewerbungsunter-lagen treffen die Personalchefs bereits eine Vorauswahl Dieseorientiert sich naturgemäß insbesondere auch an der BeurteilungIhrer Führung und Leistung durch den beziehungsweise die bisheri-gen Arbeitgeber

Zeug-Indem Sie lediglich ein einfaches Zeugnis beifügen und damit hindern, dass man sich bereits beim Lesen des Zeugnisses einenersten Eindruck über Ihre Führung und Leistung verschaffen kann,katapultieren Sie sich selbst aus dem Bewerbungsverfahren heraus

Wichtig: Haben Sie zunächst lediglich ein einfaches Zeugnis

ver-langt, können Sie später immer noch ein qualifiziertes Zeugnisnachfordern Entschließen Sie sich dazu, brauchen Sie das einfacheZeugnis nicht zurückzugeben

Checkliste: So prüfen Sie ein qualifiziertes Zeugnis

Ja Nein

Ihr Geburtsname korrekt geschrieben?

Geburtsort?

Welches Zeugnis wollen Sie?

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Ja Nein

  Sind Beginn und Ende des Arbeitsverhältnisses

kor-rekt angegeben?

  Ist die von Ihnen ausgeübte Tätigkeit vollständig

und genau beschrieben?

  Wenn Sie über spezielle Fachkenntnisse und

beson-dere Erfahrungen verfügen: Sind diese im Zeugnisangemessen berücksichtigt?

  Sind Ihre Leistungen ausführlich und richtig

  Äußert Ihr Arbeitgeber sein Bedauern über Ihr

Aus-scheiden aus dem Arbeitsverhältnis?

  Dankt Ihnen Ihr Arbeitgeber für die geleisteten

Dienste?

  Enthält die Schlussformulierung Wünsche des

Arbeitgebers für Ihre berufliche Zukunft?

  Sind Ort und Datum der Zeugnisausstellung genannt?

  Ist das Zeugnis von dem Firmenchef oder einer

ver-tretungsberechtigten Person unterschrieben?

  Wurde das Zeugnis auf dem üblichen Firmenbogen

geschrieben?

noch: Checkliste: So prüfen Sie ein qualifiziertes Zeugnis

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Muster eines qualifizierten Zeugnisses

Zeugnis

Frau Silke Meier, geboren am 12 Januar 1978 in Köln, war in der Zeit vom 1 Oktober 2000 bis 31 Januar 2006 als Krankenschwester bei uns tätig.

Schwester Silke wurde auf der Kinderstation eingesetzt Ihr reich umfasste die Grund- und Behandlungspflege, die Assistenz bei ärztlichen Eingriffen, die Wartung und Pflege aller Geräte und Instru- mente sowie die Bestellung von Medikamenten und Hilfsmitteln Schwester Silke beherrscht ihren Aufgabenbereich umfassend Sie arbei- tete stets mit großer Sorgfalt und Genauigkeit und bewies in einem hohen Maße Verantwortungsbewusstsein Sie hat unseren Erwartungen voll entsprochen.

Tätigkeitsbe-Wegen ihrer freundlichen und zuvorkommenden Art war sie bei ihren Vorgesetzten und Kollegen beliebt Im Umgang mit den Kindern und ihren Familienangehörigen bewies sie immer wieder großes Einfüh- lungsvermögen Wenn die Situation es erforderte, war sie stets bereit, persönliche Interessen zurückzustellen.

Dieses Zwischenzeugnis wird auf Wunsch von Schwester Silke stellt.

ausge-

(Ort, Datum, Unterschrift)

Welches Zeugnis wollen Sie?

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Die wichtigsten Kriterien

für ein Zwischenzeugnis

Der Anspruch auf Erteilung eines Zeugnisses entsteht grundsätzlicherst bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses Es gibt keine gesetz-liche Vorschrift, die den Arbeitgeber verpflichtet, auch währendeines bestehenden Arbeitsverhältnisses ein Zeugnis auszustellen.Lediglich einige Tarifverträge sehen vor, dass aus triftigen Gründenauch während des Arbeitsverhältnisses ein Zeugnis verlangt werdenkann

In der Praxis ist allerdings anerkannt, dass Sie als Arbeitnehmerunter bestimmten Voraussetzungen auch bei (fort-)bestehendemArbeitsverhältnis ein Zeugnis beanspruchen können Dieses heißtdann Zwischenzeugnis In folgenden Fällen können Sie ein Zwi-schenzeugnis verlangen:

 Ihr Arbeitgeber will Ihnen demnächst kündigen, oder dieBeendigung des Arbeitsverhältnisses liegt auch in IhremInteresse Der Anspruch auf ein Zwischenzeugnis folgt hierbereits aus der Fürsorgepflicht Ihres Arbeitgebers, der Ihnendie erforderlichen Arbeitspapiere für Ihre Bewerbungen zurVerfügung stellen muss Dazu zählt insbesondere das Zwi-schenzeugnis

 Sie wollen an Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen(Abendschule, Fernlehrgang) oder eine Fach- beziehungs-weise Hochschule besuchen Für die Anmeldung/Zulassungbenötigen Sie ein aktuelles Zeugnis Ihres gegenwärtigenArbeitgebers

 Sie werden innerhalb des Betriebes Ihres Arbeitgebers in eineandere Abteilung versetzt Der Anspruch auf ein Zwischen-zeugnis besteht insbesondere dann, wenn Sie künftig eineandersartige Tätigkeit ausüben oder wenn Sie einen neuenVorgesetzten bekommen Aber auch dann, wenn Ihr Vor-gesetzter wechselt, während Sie selbst an Ihrem bisheri-

Ngày đăng: 05/06/2014, 12:43

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