Restrukturierungsmaß-x Welche Kennzahlen können zur Steuerung der Leistungserbringung sinnvoll genutzt werden?. Die Management-Toolbox 3 x Voraussetzungen x Kernelemente/Vorgehen x Quell
Trang 2Top 100 Management Tools
Trang 3Christian Schawel ⋅ Fabian Billing
Top 100 Management Tools
Das wichtigste Buch eines Managers Von ABC-Analyse bis Zielvereinbarung 4., überarbeitete Auflage
Trang 4Dr Christian Schawel
Swisttal
Deutschland
Dr Fabian BillingDüsseldorfDeutschland
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen bliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar Springer Gabler
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Lektorat: Ulrike M Vetter
Einbandentwurf: KünkelLopka GmbH, Heidelberg
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Springer DE ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Science+Business Media
Trang 5Mehr denn je müssen Manager also versuchen, die Dimensionen dieser Komplexität in ihrem Handeln zu berücksichtigen Dies führt zu einem äußerst vielschichtigen Aufgabenspektrum des Managers: Strategiedefinition in einem dynamischen Umfeld, Portfolio-Optimierung, Multi-Projektmanagement, konti-nuierliche Wertsteigerung, kontinuierliche Effizienzsteigerung usw Für viele dieser Themen gibt es Konzepte, die die Bewältigung der Managementaufgabe wesentlich erleichtern
In der Praxis lassen sich allerdings drei Probleme erkennen:
1 Vorhandene Konzepte sind dem Manager nicht bekannt
2 Es ist häufig unklar, welches unter den bekannten Konzepten in der jeweiligen Situation am besten geeignet ist
3 Die Ergebnisse der Modelle bzw der Analysen werden falsch interpretiert Geistige Flexibilität, Know-how und Entscheidungsfähigkeit sind das Rüstzeug für den beruflichen Erfolg – darüber muss ein Manager ohnehin verfügen Ein bisschen Mehr an Schnelligkeit sowie inhaltlichem und prozessualem Wissen kann dabei über Erfolg oder Misserfolg entscheiden
An dieser Stelle setzt dieses Buch an Es stellt die 100 wichtigsten Konzepte und Tools dar, beschreibt Anwendungsmöglichkeiten (inkl Musterschaubilder) und erleichtert die Interpretation der Ergebnisse
Unser Dank gilt in erster Linie unseren Familien und Freunden, die die lung dieses Buches durch Verzicht auf gemeinsame Zeit unterstützten Ihnen sei dieses Buch gewidmet
Erstel-Düsseldorf und Bonn, Mai 2012 Christian Schawel
Fabian Billing
Trang 6VII
Inhalt
Die Autoren XI
Die Management-Toolbox 1
Der Toolbox-Navigator 4
Die Top 100 Management Tools 12
ABC-Analyse 13
Activity Based Costing 16
Alternativen-Bewertung 19
Ansoff-Matrix 22
ARIZ 25
Balanced Scorecard (BSC) 28
BCG-Matrix 32
Benchmarking 35
Beschaffungsmanagement 38
Beyond Budgeting 41
Brainstorming 44
Business Plan 47
Business Process Reengineering (BPR) 50
Cash Flow 53
Change Management 56
Coaching 59
CPFR 62
Cross Selling 65
Customer Relationship Management (CRM) 68
Trang 7VIII Inhalt
Customer Value Management 71
Deduktiver Logikbaum 74
Desinvestitionen (Unternehmensverkäufe) 77
Drei generische Strategien 80
E-Business Management 83
Economic Value Added 86
Efficient Consumer Response (ECR) 89
Entscheidungsbaum 92
Erfahrungskurve 96
Erfolgskennzahlen 99
Facility Management 102
Feedback 105
Five-Forces-Modell 108
Führungsmodelle 111
Gemeinkostenwertanalyse 114
Geschäftsberichtsanalyse 117
Ideenbewertung 120
Innovationsmanagement 123
Interne Leistungsverrechnung 126
Interviewing 129
Investitionsmanagement 132
IT-Kostenoptimierung 135
Kennziffern finanzieller Sicherheit und Solvenz 138
Komplexitätsmanagement 141
Konfliktmanagement 144
Kosten- und Leistungsrechnung 147
Krisenmanagement 150
Launch Management 153
Trang 8Inhalt IX
Management Buyouts/-ins 156
Marktausschöpfung (Initiative) 159
Meeting-Vorbereitung 162
Mergers and Acquisitions (M&A) 165
Mind Mapping 168
Moderation 171
Morphologischer Kasten 174
Multiprojektmanagement 177
NPV – Barwert-Betrachtung 180
Offshoring 183
Osborn-Methode 186
Outplacement 189
Outsourcing 192
Portfolioanalyse 195
Präsentationstechnik 198
PR-Management 201
Produktentwicklungsprozess 204
Produktlebenszyklus 207
Profit, Service und Cost Center 210
Projektmanagement 213
QHAR-Prinzip 216
Rentabilitäts-Kennziffern 219
Risikomanagement 222
Sales-Funnel-Analyse 225
Schaubilddesign 228
Share-of-Wallet-Analyse 231
Six Sigma 234
Storyline 237
Trang 9X Inhalt
Strategisches Controlling 240
Strategieentwicklung 243
Strategische Allianz 246
SWOT-Analyse 249
Synektik 252
Teammanagement 255
Total Quality Management (TQM) (Einführung) 258
Turnaround Management 261
Überzeugungstechniken 264
Unternehmenskulturmanagement 267
Verhandlungsmanagement 270
WACC 273
Walt-Disney-Methode 276
Wertorientierte Führung 279
Wertschöpfungskette 282
Wissensmanagement (Einführung) 285
Working Capital Management 288
Zielkostenmanagement/Target Costing 291
Zielvereinbarung (MbO) 294
4-C-Analyse-Konzept 297
4 C des Marketing 300
4 P des Marketing 303
6-3-5-Methode 306
6-Hut-Denken 309
7-S-Modell 312
Literatur 315
Sachverzeichnis 321
Trang 10XI
Die Autoren
Dr Christian Schawel
Christian Schawel studierte BWL an der Universität des
Saarlandes und am University College Dublin Parallel
zum Studium gründete er die erste studentische
Unter-nehmensberatung des Saarlandes und führte
strategi-sche Beratungsprojekte durch Im Rahmen der
Promo-tion führte er eine empirische Analyse internaPromo-tionaler
M&A durch und leitete Empfehlungen für den
Pre-Merger-Prozess ab
Seit 2001 ist Christian Schawel im Konzern Deutsche
Post DHL tätig Nach Stationen als Inhouse Consultant,
Stabsleiter für den Vorsitzenden des Bereichsvorstand
DHL Express Deutschland verantwortet er heute im
Bereich DHL Paket Deutschland den Bereich Vertriebsplanung, -steuerung und -entwicklung und ist dabei u a für Marktausschöpfungsprogramme, Steuerung und Entwicklung des Vertriebs, die Kundenabrechnung, vertrieblich genutzte Systeme sowie das Angebots- und Vertragsmanagement zuständig
Dr Fabian Billing
Fabian Billing studierte BWL an der Universität des
Saarlandes und an der University of Michigan Business
School, USA
Seit 1999 arbeitet Fabian Billing für eine der
führen-den strategischen Unternehmensberatungen – seit 2008
als Partner In seiner Tätigkeit betreut er primär
Projek-te in den Branchen Telekommunikation und High Tech
mit den inhaltlichen Schwerpunkten Strategie,
Opera-tions und Merger Management Während einer
Freistel-lung realisierte er seine Doktorarbeit über das
Manage-ment von radikalen Innovationsvorhaben (2002)
Trang 11Die sich dabei ergebenden Fragestellungen müssen oftmals in kürzester Zeit beantwortet werden Dabei ist neben der Komplexität der Fragen auch deren Heterogenität von Bedeutung; dies insbesondere in General-Management-Funk-tionen Speziell hier wird man mit einer Flut von verschiedenen Fragen konfron-tiert, z B
x Wie führe ich ein Benchmarking durch?
x Was sagt der ROCE aus?
x Wie setze ich eine Gemeinkostenwertanalyse auf?
x Wie können IT-Kosten signifikant gesenkt werden?
x Welche Phasen und grundsätzliche Aktivitäten umfasst ein M&A-Prozess?
x Welche Voraussetzungen hat eine Zielvereinbarung und wie kann ich diese formulieren/realisieren?
x Wie sieht ein effizienter Innovationsprozess aus?
x Auf welche Weise kann Change Management eine nahme unterstützen?
Restrukturierungsmaß-x Welche Kennzahlen können zur Steuerung der Leistungserbringung sinnvoll genutzt werden?
Für viele relevante Aufgabenstellungen sind Konzepte, Modelle, zesse oder Instrumente vorhanden, die die Erfassung und strukturierte Bearbei-tung dieser Aufgabe wesentlich erleichtern sollen Über diese kann man sich
Trang 12Standardpro-2 Die Management-Toolbox
entweder über Experten oder die Literatur informieren Speziell in den Fällen, in
denen man nicht auf Experten zurückgreifen kann, ist der Griff zur Literatur
zwingend Dabei stehen drei grundsätzlich verschiedene Formen zur Verfügung:
x Management-Lexika: In Management-Lexika wird eine schier
unüberschau-bare Anzahl an Begriffen aus dem Managementkontext mit sehr kurzen
Defi-nitionen beschrieben Auf Grund des geringen Gehalts an Informationen
hel-fen diese Informationen nur für das allererste Verständnis, nicht aber für die
Anwendung weiter
x Management-Kompendien: Hier werden mehrere Managementmodelle in
ausführlicher Form dargestellt Dabei decken die dargestellten Modelle nur
einen kleinen Teil des relevanten Spektrums (bzw ein bestimmtes Thema) ab;
in der Regel ist die Form der Darstellung umfangreich, und die Inhalte sind oft
nicht praxisgerecht aufbereitet
x Spezielle Managementliteratur: In diesem Literaturgenre wird ein ausgewähltes
Thema (betriebswirtschaftliches Problem) ausführlich analysiert und
disku-tiert Um sich einen schnellen Überblick über ein Thema zu verschaffen, ist
die Darstellung eher zu ausführlich; so müssen sich Manager die für sie
rele-vanten Inhalte aufwendig extrahieren
Das Dilemma, vor dem Manager auf der Suche nach Informationen zu einem
Thema stehen, zeigt sich in drei Problemen:
1 Manager erhalten aus der aktuellen Literatur oftmals zu wenig oder zu viel
Informationen
2 Das Buch mit dem relevanten Inhalt muss erst gefunden und beschafft
wer-den – dies kostet Zeit
3 Der Leser muss sich an unterschiedliche Schreibstile und Darstellungsformen
gewöhnen
Genau an solchen Problemen setzt dieses Buch an Die Management-Toolbox
stellt die 100 wichtigsten Konzepte, Methoden, Modelle und Instrumente
pragma-tisch, strukturiert und anwendungsorientiert und dar Die zwei-, maximal
dreisei-tige Darstellung umfasst bis auf wenige Ausnahmen die folgenden sechs Elemente:
x Kurzbeschreibung
x Anwendungsgebiete
x Nutzen
Trang 13Die Management-Toolbox 3
x Voraussetzungen
x Kernelemente/Vorgehen
x Quellen/Weiterführende Literatur
Dabei werden die Inhalte durch Schaubilder visualisiert, so dass oftmals die
sofortige Umsetzung oder Nutzung durch den Manager – z B im Rahmen einer
Präsentation – unterstützt wird Der Abschnitt Voraussetzungen wird nur bei den
Konzepten aufgeführt, bei denen dadurch ein Mehrwert entsteht
Viele der Konzepte können nach einer Beschreibung auf zwei Seiten direkt
angewendet werden Andere, komplexere Konzepte können in der Kürze nur
grob skizziert werden Die Beschreibung gibt hier einen Überblick über wichtige
Elemente oder grobe Schritte im Vorgehen Für die detaillierte Anwendung ist
das Heranziehen von weiteren Informationen, z B über die unter „Quellen/
Weiterführende Literatur“ angegebenen Bücher, erforderlich
Die Auswahl der 100 wichtigsten Konzepte, Methoden, Modelle und
Instru-mente für die Management-Toolbox ist aus zahlreichen Diskussionen mit
erfah-renen und erfolgreichen Managern hervorgegangen Die Tools werden im
fol-genden Kapitel in einen logischen Zusammenhang gebracht, um dem Leser die
übergreifende Einordnung zu erleichtern
Trang 14Mo-Die einzelnen Elemente der Management-Toolbox lassen sich in drei gruppen einteilen, die gleichzeitig Schritte in einem kontinuierlichen Manage-
Ober-mentprozess darstellen Diese Obergruppen sind Strategisches Gestalten, Steuerung
und Kommunikation sowie Analyse und Synthese Dabei sind die Obergruppen in
Untergruppen unterteilt, wie in der folgenden Abb 1 visualisiert
Auf die einzelnen Obergruppen, deren Untergruppen sowie die darin tenen Konzepte, Methoden, Modelle und Instrumente wird im Folgenden näher eingegangen
enthal-3 Analyse und Synthese (AS)
3 Analyse und Synthese (AS)
2 Steuerung und Kommunikation (SK)
1 Strategisches Gestalten (SG)
Strategische Management Strategische
Management ansätze
Strategische Transaktionen Strategische Transaktionen
Kennzahlen und Konzepte der Kennzahlen und Konzepte der Unternehmensführung
Instrumente der Personal Instrumente der Personal und und Teamführung
Trang 151 Strategisches Gestalten (SG) 5
1 Strategisches Gestalten (SG)
Manager nehmen auf die Gestaltung übergreifender Elemente des Unternehmens maßgeblich Einfluss Dies umfasst die langfristige Ausrichtung sowie das Gestal-ten des Unternehmens auf Basis strategischer Managementansätze sowie strategi-scher Transaktionen und die Realisierung der damit gegebenenfalls notwendigen Veränderungen
1.1 Strategische Managementansätze
Das Gestalten des Unternehmens und seiner Zukunft ist ein äußerst komplexer Vorgang, bei dem ein sehr breites Spektrum von Aspekten berücksichtigt werden muss Die Komplexität kann durch die Anwendung von strategischen aber fokus-sierten Managementansätzen reduziert werden Kenntnisse über Inhalte, Anwen-dungsgebiete, Nutzen, Voraussetzungen, Kernelemente und Vorgehen ausge-wählter strategischer Managementansätze gehören zum Basis-Know-how eines Managers
Die übergreifenden Managementansätze, die in diesem Buch beschrieben werden, sind (in alphabetischer Reihenfolge):
x Business Process Reengineering (BPR)
Trang 16x Customer Relationship Management (CRM)
x Customer Value Management
Zur Realisierung einer Strategie oder einer Neuausrichtung des Unternehmens
können Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation notwendig
wer-den Einige davon werden über strategische Transaktionen realisiert – begleitet
durch Transformationsprojekte Solche Transaktionen zu planen und
durchzu-führen ist ein komplexer und oft langwieriger Prozess
Die Beschreibung der ausgewählten Transaktionen in diesem Buch zielt auf
ein grobes Verständnis des Ablaufs und der zu beachtenden Elemente bei den
einzelnen Transaktionen Hier kann die ausschließliche Lektüre dieses Buches zur
Durchführung der Transaktionen nicht ausreichen:
Trang 172 Steuerung und Kommunikation (SK) 7
2 Steuerung und Kommunikation (SK)
Ist die strategische Ausrichtung des Unternehmens definiert und implementiert, muss die Organisation entsprechend der Ausrichtung und Ziele gesteuert und geführt werden Hierfür werden Konzepte zur Unternehmensführung sowie geeignete Kennzahlen/-systeme benötigt; diese sind das erste Element dieser Obergruppe
Steuerung und Führung erfolgt nicht nur quantitativ über das Berichtswesen, sondern im Arbeitsalltag eines Managers über die Personal- und Teamführung sowie die zielgerichtete Kommunikation (z B von Strategien, Zielen und Vorge-hen) Deshalb beinhaltet dieser Teil der Management-Toolbox neben Instrumen-ten zur Personal- und Teamführung zusätzlich auch Kommunikationstools
2.1 Kennzahlen und Konzepte der Unternehmensführung
Die Steuerung und Führung eines Unternehmens oder eines Bereichs anhand von definierten Zielsetzungen ist äußerst komplex Es existiert eine Vielzahl an Kenn-zahlen bzw an Kennzahlensystemen, die für die Steuerung und Führung genutzt werden können
In Wissenschaft und Praxis werden kontinuierlich Diskussionen über dene oder neue, richtige oder falsche Systeme geführt – das Idealmodell scheint noch nicht definiert zu sein Dennoch gibt es eine Reihe von Konzepten und Kennzahlen zur Steuerung von Unternehmen, die sehr weit verbreitet Anwen-dung finden In diesem Buch werden die wichtigsten beschrieben:
x Kennziffern finanzieller Sicherheit und Solvenz
x Kosten- und Leistungsrechnung
x NPV (Net Present Value) – Barwert-Betrachtung
x Profit, Service und Cost Center
Trang 182.2 Instrumente der Personal- und Teamführung
Neben der gesamthaften Führung des Unternehmens über ausgewählte
Steue-rungskonzepte und Kennzahlen müssen die Mitarbeiter im Arbeitsalltag geführt
werden Manager müssen auf Mitarbeiter eingehen, Motivation sichern und
gemeinsam mit den Mitarbeitern auf diesem Wege das maximal mögliche
Ergeb-nis erreichen
Hierfür muss eine Balance aus Fördern und Fordern, aus straffer
zielorientier-ter Führung und Schaffung von Freiräumen sichergestellt werden – adaptiert an
den spezifischen Bedürfnissen und Aufgaben von Mitarbeitern und Teams Dies
unterstützen die folgenden Instrumente der Personal- und Teamführung:
Kommunikation ist ein elementarer Bestandteil des Managementalltags:
Ver-handlungen werden geführt, Pressemeldungen lanciert, Ergebnisse präsentiert
usw Gut vorbereitete und zielgerichtete Kommunikation kann extrem
wirkungs-voll sein Die besten Ergebnisse können verpuffen, wenn sie nicht überzeugend
und logisch stringent vorgestellt werden Die Effizienz der eigenen
Trang 19Kommunika-3 Analyse und Synthese (AS) 9
tion kann ein Manager durch den Einsatz und das Verinnerlichen ausgewählter Kommunikationstools massiv steigern Aus diesem Grund werden die folgenden Tools ausführlich beschrieben:
3 Analyse und Synthese (AS)
Im Vorfeld von Entscheidungen mit strategischen Implikationen für men, Bereiche oder einzelne Prozesse müssen Analysen durchgeführt und zu identifizierten Problemen Lösungsansätze entwickelt werden Tools, die Analyse und Ideengenerierung unterstützen, sind Teil der Analyse und Synthese als dritte Obergruppe der Management-Toolbox
Unterneh-3.1 Strategische Unternehmensanalysekonzepte
Für die Analyse strategischer Sachverhalte, die sich auf das gesamte Unternehmen beziehen, kann auf eine Vielzahl von Analysekonzepten zurückgegriffen werden Die gängigsten und wichtigsten strategischen Unternehmensanalysekonzepte sind die folgenden:
Trang 20Neben strategischen Unternehmensanalysekonzepten müssen für spezielle
Frage-stellungen, die sich z B auf einzelne Funktionen, Produkte oder Prozesse
bezie-hen, ausgewählte Problemanalysetools genutzt werden Für die
Management-Toolbox wurden die folgenden 14 als die relevantesten ausgewählt:
Für die vielfältigsten Probleme müssen Lösungen gefunden werden Basis dafür
ist die Ideengenerierung, die durch spezielle Kreativitätstechniken gefördert
wer-den kann Dabei zielen diese Techniken maßgeblich darauf, wer-den/die Teilnehmer
Trang 213 Analyse und Synthese (AS) 11
dabei zu unterstützen, den Gedanken freien Lauf zu lassen, in alle Richtungen zu denken, Gedanken und Vorstellungen zu neuen Kombinationen zu verknüpfen, Analogien zu bilden, die Ideensuche zu strukturieren und systematisieren (z B anhand verschiedener Checklisten) Die folgenden Kreativitätstechniken sollten zum Handwerkszeug jedes Managers gehören:
Trang 2212
C Schawel, F Billing, Top 100 Management Tools,
DOI 10.1007/978-3-8349-4105-3_3,
© Gabler Verlag | Springer Fachmedien Wiesbaden 2012
Die Top 100 Management Tools
Im Folgenden werden die 100 wichtigsten Konzepte, Methoden, Modelle und Instrumente – die Kernelemente der Management-Toolbox – in alphabetischer Reihenfolge dargestellt
Um die Einbindung in einen anwendungsorientierten Kontext zu erleichtern, wird bei der Beschreibung der 100 Elemente der Management-Toolbox wird jeweils rechts vom Titel die Obergruppe symbolisiert und unterhalb des Titels die Untergruppe genannt
Die Beschreibung der Konzepte, Methoden, Modellen und Instrumente folgt immer der gleichen Struktur: Die Kurzbeschreibung soll dem schnellen inhaltli-chen Verständnis des Tools dienen In welcher Form eine Anwendung erfolgen kann wird unter 2 skizziert Der sich durch den Einsatz ergebende Nutzen sowie die für die Anwendung zu beachtenden Bedingungen sind Inhalt von 3 „Nutzen“ und 4 „Voraussetzungen“ Wichtige Elemente, Kernfragen, Vorgehensmodelle sind unter 5 „Kernelemente/Vorgehen“ beschrieben Für weitergehende Fragen kann auf die unter 6 angegebenen Quellen bzw weiterführende Literatur zu-rückgegriffen werden
Trang 23Die ABC-Analyse lässt sich auf Grund ihrer einfachen Logik und der gigkeit von spezifischen Untersuchungsgegenständen vielseitig einsetzen, u a bei den Fragen, welche Materialien, welche Produkte, welche Kunden oder welche Regionen den größten Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten
x Komplexitätsreduzierung bei großen Datenmengen
x Einfache Anwendung ohne Abhängigkeit von spezifischen Inhalten der seelemente
Analy-x Pragmatische Hilfe bei der Priorisierung des Ressourceneinsatzes
A SAS
Trang 2616
C Schawel, F Billing, Top 100 Management Tools,
DOI 10.1007/978-3-8349-4105-3_5,
© Gabler Verlag | Springer Fachmedien Wiesbaden 2012
Activity Based Costing
(Kennzahlen und Konzepte der Unternehmensführung)
1 Kurzbeschreibung
Activity Based Costing – kurz ABC – ist eine Methode, um durch die Analyse des Betriebsablaufs Aktivitäten, Teil- und Hauptprozesse zu identifizieren und dar-aufhin Bezugsgrößen abzuleiten, die eine verursachungsgerechte Verteilung pri-mär von Gemeinkosten ermöglichen ABC wurde auf Grund von Unzulänglich-keiten herkömmlicher Kostenrechnungssysteme entwickelt
ABC wird generell als Planungs- und Controllinginstrument verwendet Es kann eingesetzt werden, um interne Verrechnungspreise oder auch Preise der Produkte für externe Kunden verursachungsgerecht zu definieren Insbesondere in Unter-nehmen mit einer Vielzahl von Produkten und Services ist ABC sinnvoll Idealerwei-
se wird ABC im Zusammenhang mit einem Prozessoptimierungsprojekt eingeführt
x Verbesserung der verursachungsgerechten Verteilung primär von Gemeinkosten
x Verbesserung der Kalkulation von Produkten auf Basis der rechten Kostenzuordnung
verursachungsge-x Möglichkeit, hohe Overheadkosten und weitere Kostentreiber bei einzelnen Produkten und Services zu identifizieren
SK
Trang 275 Kernelemente/Vorgehen 17
4 Voraussetzungen
x Detaillierte Auswertungsmöglichkeiten der IT-Systeme, um
Verursachungs-wege der Kosten nachzuvollziehen
x Schaffung von Transparenz über einzelne Aktivitäten und Prozesse der
Ableitung von Teilprozessen und Aktivitäten in den Hauptprozessen, z.B Lieferanten auswählen, Ausschreibung durchführen, Angebote prüfen im Einkauf
Gegebenenfalls Adaption der Ressourcen/
Kapazitäten auf Basis der Planung
Festlegung der Kosten für Prozesse – z.B
Personal-, Raum-, Büromaterialkosten
Festlegung über analytische Planung oder über Schlüsselung von Kostenbudgets
Festlegung der Kosten, die bei einmaliger Durchführung einer Aktivität verursacht werden (Prozesskostensatz)
Die Plankosten pro Aktivität lassen sich über die Division der Prozesskosten durch die
Planmengen berrechnen
Abb 1 Activity Based Costing
Trang 2818 Activity Based Costing
6 Quellen/Weiterführende Literatur
1 Horvath/Mayer: Prozesskostenrechnung, 1989
2 Wöhe/Döring: Einführung in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 2002
Trang 29Die Alternativen-Bewertung lässt sich bei fast allen Entscheidungen anwenden, bei der verschiedene Optionen zur Auswahl stehen Man kann dieses Verfahren sowohl allein als auch in Gruppe gemeinsam anwenden
x Fokussierung der Diskussion im Vorwege einer Entscheidung
x Entscheidung auf Basis von definierten (und gegebenenfalls abgestimmten) Kriterien und damit Verbesserung der Entscheidungsqualität und -akzeptanz
x Beschleunigung der Entscheidungsfindung
x Bessere Argumentierbarkeit und Nachvollziehbarkeit der getroffenen scheidung
Ent-A SAS
Trang 3020 Alternativen-Bewertung
4 Voraussetzungen
x Definition von diskreten, d h voneinander unabhängigen Kriterien
x Kriterien sind umfassend, d h sie decken alle für die Entscheidungsfindung relevanten Aspekte ab
x Einigung über die für die Bewertung verwendeten Kriterien
5 Kernelemente/Vorgehen
1 Problemdefinition: Zunächst muss das Problem sauber definiert werden
Ähn-lich wie bei der Beschreibung des Logikbaums soll hier das Beispiel triebsaufbau“ verwendet werden
„Ver-2 Definition der Handlungsoptionen: Alle möglichen Handlungsoptionen
müs-sen über eine logische Struktur hergeleitet, transparent dargestellt und schrieben werden
be-3 Definition von Bewertungskriterien: Entsprechend der Präferenzen des
Ent-scheiders müssen Kriterien festgelegt werden, die durch die später ausgewählte Handlungsoption möglichst ideal erfüllt werden, z B geringe Kosten, schnell
zu realisieren
4 Bewertung der Handlungsoptionen: Jede Option muss in jeder Dimension (d h
Kriterium) bewertet werden Die Bewertung kann über Rangfolge, textliche schreibung oder den Füllstand von Kreisen dargestellt werden (siehe Abb 1)
Schnell zu realisieren
Fit zu Strategie
Positiv
Negativ
Bewertung:
Abb 1 Alternativenbewertung
Trang 316 Quellen/Weiterführende Literatur 21
5 Entscheidung: Auf Basis der Bewertung sollte die Auswahl einer Option
mög-lich sein Bei Gleichstand mehrerer Optionen können die Kriterien gewichtet
werden, oder man erweitert die Liste um neue Kriterien (damit sollten dann
aber nur noch die schon ausgewählten Optionen bewertet werden)
6 Quellen/Weiterführende Literatur
1 Böhm: Methoden und Techniken der System-Entwicklung, 2001
Trang 333 Nutzen 23
Marktdurchdringungsstrategie
(Bestehende Produkte in bestehenden Märkten)
Das Unternehmen versucht, mit aktuellen Produkten den
Marktanteil im aktuellen Markt zu vergrößern, z.B durch
Abwerben von Kunden der Wettbewerber
Gewinnung von Kunden, die bisher das Produkt nicht gekauft haben
Intensivierung der Kaufverhaltens von bestehenden Kunden
Produktentwicklungsstrategie
(Neue Produkte in bestehenden Märkten)
Das Unternehmen versucht, durch Veränderungen der
aktuellen Produkte bzw die Entwicklung von völlig neuen Produkten die Nachfrage im aktuellen Markt zu steigern
Dabei kann versucht werden, die Produkte an spezifischen Kundenbedürfnisse auszurichten, z.B ein Produkt in unterschiedlichen Qualitätsstufen und zu unterschiedlichen Preisen anzubieten
Marktentwicklungsstrategie
(Bestehende Produkte in neuen Märkten)
Das Unternehmen versucht, bestehende Produkte auch in neuen Märkten anzubieten
Dies kann geschehen über
die Identifizierung von neuen Abnehmergruppen im derzeitigen Absatzgebiet (z.B statt nur Privatkunden Ausdehnung des Vertriebs auf Geschäftskunden)
die geografische Erweiterung der Vertriebsaktivitäten
Diversifizierungsstrategie
(Neue Produkte in neuen Märkten)
Die Diversifizierungsstrategie kann vom Potenzial sehr
attraktiv, von der Umsetzung her aber sehr schwierig sein,
da sich das Unternehmen weder mit den Produkten noch mit den Märkten wirklich auskennt (typischerweise Zukauf von Know-how erforderlich)
Erfolgsfaktor für diese Strategie ist die Identifizierung von spezifischen Kernkompetenzen des Unternehmens, die bei Produkten in anderen Märkten ein strategischer Wettbewerbsvorteil sein können (Stichwort: USP)
Abb 1 Strategien für Quadranten in Ansoff-Matrix
Trang 3424 Ansoff-Matrix
4 Voraussetzungen
x Eindeutige Abgrenzung von Produkt-/Marktkombinationen
x Anschließende Detaillierung, um konkrete Handlungsempfehlungen leiten
abzu-5 Kernelemente/Vorgehen
Ansoff spannt für sein Konzept eine Matrix mit den zwei Dimensionen Markt (vertikal) und Produkte (horizontal) jeweils in den Ausprägungen „Gegenwärtig“ und „Neu“ auf
Für jeden der daraus entstehenden vier Quadranten formuliert Ansoff eine Strategie, die ein Unternehmen verfolgen kann Diese vier Strategien werden in Abb 1 detailliert beschrieben
6 Quellen/Weiterführende Literatur
1 Kotler/Bliemel: Marketing-Management, 1995.
2 Moore: Writers on Strategy and Strategic Management, 2001
Trang 35Krea-Die ARIZ-Technik gehört zur TRIZ-Gruppe, die auf G Altschuler zurückgeht (Theorie zum Lösen erfinderischer Aufgaben)
Die Kreativitätstechnik ARIZ kann zur Lösung komplexer Probleme eingesetzt werden Die systematische Durchführung – unabhängig ob durch eine Einzelper-son oder Gruppe – ist allerdings aufwendig und zeitintensiv
Trang 36Erarbeitung des idealen Endresultats (IER)
Erkennen von Widersprüchen, die dem IER entgegenstehen, und gungen zur Überwindung der Widersprüche
Trang 376 Quellen/Weiterführende Literatur 27
3 Synthetische Phase:
Erarbeitung der empfehlenswerten Veränderungen, z B
Elementkombina-tionen, veränderte Rahmenbedingungen
Verknüpfung identifizierter Lösungsansätze aus anderen Bereiche mit dem
Sachverhalt/Problem
Identifikation neuer Anwendungsmöglichkeiten für das bearbeitete und
ge-löste Problem
6 Quellen/Weiterführende Literatur
1 Knieß: Kreatives Arbeiten, 2002
2 Zobel: Systematisches Erfinden, 2004
Trang 38Die Balanced Scorecard kann Anwendung finden, wenn ein individuelles, wogenes Steuerungssystem für ein Unternehmen oder Geschäftsfeld implemen-tiert werden soll Eine Balanced Scorecard muss in der Regel für jedes Objekt neu konzipiert werden; im Anschluss kann die BSC für gleichartige Einheiten (z B Vertriebsniederlassungen) genutzt werden
x Ergänzung finanzwirtschaftlicher Kennziffern mit Kennzahlen auf Kunden- und Prozessebene
x Schaffung besserer, zielgerichteter Aussagekraft des Controllings
x Aggregation von Einzelzielen (je Person, Funktion, Bereich) zu einem samtansatz
Ge-x Unterstützung der Strategieumsetzung
SK
Trang 394 Voraussetzungen 29
4 Voraussetzungen
x Umsetzung in IT-System und Realisierung erforderlicher Systemanbindungen
(Schnittstellen)
x Konzeption und Implementierung der BSC erfordert Projektorganisation, in
der erforderliche Qualifikationen bereichsübergreifend gebündelt werden
x Hierarchisierbarkeit und Verknüpfbarkeit von Einzelzielen
Kunde/Markt
„Wie sollen wir am Markt auftreten, um unsere Vision und Strategie zu verwirklichen?“
Finanzen
„Was müssen wir tun, um finanziellen Erfolg zu haben?“
Ziele Kennzahlen Vorhaben Maßnahmen Ziele Kennzahlen Vorhaben Maßnahmen
Ziele Kennzahlen Vorhaben Maßnahmen
Vision und Strategie
Abb 1 Elemente der Balanced Scorecard nach Kaplan/Norten
Trang 4030 Balanced Scorecard (BSC)
5 Kernelemente/Vorgehen
Die BSC nach Kaplan und Norten umfasst 4 Dimensionen (siehe Abb 1) Für jede Dimension werden ausgehend von der Vision/Strategie Ziele (z B Steigerung Mitarbeiterzufriedenheit um x % bei Lernen/Entwicklung, Erhöhung Markenbekanntheitsgrad um x % bei Kunde/Markt), Kennzahlen, Vorhaben und Maßnahmen definiert
Für die Einführung einer BSC sind vier Phasen zu differenzieren (siehe Abb 2)
Abgrenzung des Analyseumfangs
Definition strategischer Geschäftsfelder
Entwicklung beziehungsweise Analyse der Unternehmensziele
Festlegung von Kennzahlen zur Steuerung des Unternehmens/Geschäftsfeldes
Erarbeitung strategischer Ziele, Kennzahlen, Vorgaben und Maßnahmen in den Dimensionen Finanzen, Kunde/Markt, Geschäftsprozesse, Lernen/Entwicklung
Entwicklung von Ursache-Wirkungsketten (z B „ steigt die Kundenzufriedenheit, dann “)
Beteiligung aller Schlüsselpersonen/Experten aus Geschäftsfeldern/Segmenten
Konsolidierung der spezifischen Balanced-Scorecards
geschäftsfeld-/segment- Erarbeitung der Scorecard unter Berücksichtigung aller 4 Dimensionen
Balanced- Offizielle Verabschiedung der Balanced-Scorecard durch das Top-Management
Unternehmens- Umsetzung der Balanced Scorecards
Kommunikation
Anpassung der Informationssysteme
Management- Aufsetzen Monitoring der Umsetzung
Abb 2 Prozess zur Einführung der Balanced Scorecard