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Landesdurchforschung von Bohmen Vol 9-0001-0111

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Die Untersuchung selbst aber hat ihro Schwierigkeiten, ja sie wird stellenweise sehr undankbar, weil die Gesteine mancher Eruptivadern so ver- wittert sind, dass die eigentliche mid wali

Trang 1

DAS' MOLDAUTHAL

ZVVISCHEN PRAG UND KRALUF

EINE PETROGRAPHISCHE STUDIE

VON

JOSEF KLVANA, 1* Is <3*ymnasialproi'esBor i»L Un^ariscH Hr»disr!li

(Mit vielen zinkographischen Abbildungen,)

Verfiffentlicht mit dor UntersLiiLzung der bfthm Kaiser Franz Josof Akadomie

(ArcHv der iiaturwisseiischartliclieii Landeadurchforschung von BShmeu.)

Band IX Nro 3

PRAG

DRUCK VON Dr EDV GREGR - ICOMMISSIONS-VERLAG VON FR RIVNAC,

18»S

k

Trang 3

Vorwort

Nach dcm unerwarteten und plotzlichen Ableben ineines unvergesslichen Lehrera Prof Dr l'.oficky's, wurde mir das Zuendearbeiten seiner wichtigen Arbeit iiber die Porphyrgesteine Bohinens, die gerade im Druck begriffen war, anvertraut (Arcluv der naturwissenschaftl Landesdurchforsch, v Bohmen

V Bd., Nro 1, Geol Abth S 133—177) Bei dieser Gelegenheit kamen in meine Hande drei Notizbucher des Verstorbenen, in denen einerseits cine ganze Reihe von Gesteinsanalysen bohmischer Gesteine — bereits von den Basalten augefangen — eingetragen war, nebstdem aber auch zahlreiche Skizzen von Profilen und geologischen Formationen vorkamen Im Museum des Konigreiches Bohmen liatte icb spater, theils zur Zeit nieiner einjahrigen provisorischen Leitung der mineralogischen Abtheilung nach dcm Tode Bo- ricky's, theils infolge des ausgezeichneten Entgegenkommens seitens des Gustos der Abtheilung Herrn Dr Karl Vrba, den besten Zutritt zu alien mikrosko- pischen Praparaten, die fur das Museum aus der Hinterlassenschaft Boficky's erworben wurden,sowie auch zu alien Gesteinsstilcken, die von Boficky" belmfs petrographischer Durchforschung bohmischer Eruptivgesteine in den Samm- lungen des Museums niedergelegt wurden

Und da icli als langjahriger Assistent am Museum viel, wenn gleich nur

in technischer und mechanisclier Hinsicht an alien Arbeitcn Boficky's be- theiligt war, indem icli denselben auf seinen Durchforschungsreisen begleitete, mikroskopische Pr&parate und Zeichnungen derselben fiir ilin lieferte, che- niische Analyseu, theils mikroskopische mittels Kieselfluorwasserstoffsaure, theils quantitative, sowie audi Dichtebestimmungen durchfiihrte: alios dies war Ursache, dass ich bald nach seinem Tode don Entschluss fasste, nach Moglichkeit alle die Arbeiten zu vollftihren, welche er im Sinne hatte, insbe- sondere aber und vor Allem die, welche er zuerst zu veroffentlichen gedachte und zn der schon so viel vorbereitet war, nilmlich die Petrographie des Susserst interessanten Moldauthales zwischen Stcchovic und Kralup Hie pe- trographische Bearbeitung der Silurschichten zwischen Radotin und Brag sollte in dieser Petrographie von mir geliefert werden.*)

Der Wille war von nieiner Seite gewiss gut, ja der beste, alter die Durchfuhrung der beabsichtigten Arbeit verztigerte sich aus verschiedenen Griinden ungemein Am meisten dadurch, dass meiu Wirkungskreis dauernd nach Mfthren verlegt wurde, nebstdem aber auch deshalb, weil in dcm Mate-

viale, das ich bereits zusanimcngetragcn und aus den von Boficky hinter- uisscnen Praparaten zusammengestcllt habe, viele Liickcn zuriickblicben Audi

*) Vergl Vcrlnindl d k k geol Reichsanstalt 1883, Nro 8

Trang 4

war die zwei bis dreifache Numerimng mid Bezeichnung der Handstticke und Praparate Boficky's, nicht so leiclit zu entrathseln

Und so wurde die bereits angefangene Arbeit bei Seite gelegt Erst als zum erstenmale der Preis der Bofickystiftung fur petrographisch-mineralo- gische Arbeiten ausgeschrieben wurde, zog ich die bereits bearbeiteten Partien an's Tageslicht, vervollstandigte sie bis auf das sehr complicirte Profil gegenuber von Roztok, bewarb mich damit urn den Preis und dieser wurde der Arbeit zutheil Das besagte Profil von Roztok, welches in der Preissclirift vorderhand ausgelassen wurde, bearbeitete ich erst spater auf Grundlage cingehender und wiederholter Begehungen desselben in den Ferien d J

1890 u 1891

Dabei stellten sich einige Differenzen zwischen nieinen Beobachtungen und den Einzeichnungen unci Notizen Boficky's heraus Doch audi nach dieser Vervollstandigung blieb die Arbeit im Schreibpulte und erst nach niehr als zelm Jahrcn nach ihrer ersten Skizzirung lege ich sie der Orient!ichkeit vor, olinc, class ich viel an ihrer ursprunglichen Form geiindert hatte Bios einige ueue Abbildungen fttgte ich meinen iilteren Zeichnungen hiezu

Das griisste Verdienst um die Publikation der Arbeit hat inein hoch- verehrter Lehrer Herr Dr Ant Fric, welcher mich zu ihr aufforderte, animirte and in jeglicher Hinsicht unterstiitzte, weiters der hochgeehrte Herr Dr K Vrba, welcher mir audi nach tneiner Abreise von Prag allc Praparate Bo- ficky's so wie audi die Durcliforsdmngs-iiandstiicke, welche sich aul das Moldauthal beziehen und im Museum niedergelegt waren, bereitwilligst dureh- tnustern liess Fur all' das Entgegenkommen und fur all' die Untersttitzung erlaube ich mir bei den meinen warmsten Dank auszuspreclien

Das Ziel meiner Arbeit ist kein anderes, als das, welches gewiss ihr geistiger Urheber im Sinne gehabt hatte, damit sie namlich wenigstens ein kleiner Beitrag sei zur Kenntniss der petrographischen Bescliallenheit der ungemein interessanten Moldaufurche zwischen Prag und Kralup Die Partie zwischen Stechovic bis Prag bleibt der Zukunft vorbehalten, Aul dass in der Arbeit das petrographische l.ild des Tliales vollstiindig sei, wurden in ihr wenigstens kurz die Beschreibungen jener Porphyr- und anderer Gesteine angefuhrt, welche bereits in den Arbeiten Boficky's vorkommen Die meisten Zeichnungen wurden von mir bereits im J 1879 fur ISoficky's Porphyrge- steine geliefert, nur cca vier zeichnete ich vor der bohmischen Ausgabe dieser Arbeit Naturlich hat sich das Belief der Moldaugehange Beit dem Jahr 1879,

so wie die Formation vieler Felsen hie und da etwas verandert, sei es durch Menschenhand oder durch elementare Einwirkungen; das Hauptsachlichste, der Kern, ist aber geblieben und ist des Durchsehens werth Hie gauze Arheit moge dem Andenken an meinen unvergesslichen Lehrer Prof Dr E Boficky geweiht sein

Ungarisch llradiscli im Monate Miirz 1895

Josef Klvana

Trang 5

Das Moldauthal von Prag nacb Kralup

Das Moldauthal, wenigstens das zwischen §t8chovic und Roztok, ist wie bekannt die Folge einer grosseil nordstldlichen Verwerfung, welche ganz bestimmt junger ist als das Carbon, filter aber als die Schichten der Kreide- formation, wie dies auch der Fall ist bei den iibrigen Verwerfungsklfiften in der Qmgebung von Prag

Dort, wo unter der Letna (Belveder) der Moldaustrom nach Osten um- biegt und hinter Lieben wieder nach Weston, dort folgt die Moldau einem zweiten Verworfungssystein, das als der Prag-Hyskover Bruch rnehr bekannt ist und bildet dadurch jene interessante Biegung, durch welche die weicheren Silurschicliten zum anmuthigen Thalkessel zwischen Lieben und Podbaba

;iusgeholt wurden Ein etwas iihnliches Analogon bildet weiter nordwiu'ts die Moldaubiegung zwischen Klecanky und Letky, von welchem Orte die Moldau weiter gegen Kralup in einer fast nordwestlichen Richtung dahinstromt Die felsigen und steilen Gehiinge des engen, romantischen Moldauthales zwischen Stechovic und Ko nigs sal, weiters zwischen Podbaba und Kralup, zeigten schon durch ihr Relief, welch'grossen Widerstand ihr Gesteins- 'naterial dem reissenden, stellenweise sogar wilden Strome der Hauptwasser-

ader des K6nigreicb.es Bohmen legte

Es ist zwar gewiss, dass stellenweise audi die sedimentiiren Schichten der Moldauufer der Stromst&rke des Wassers trotztcn, zumeist und haupt- sachlich ist es aber jene grosse Anzahl der Erupivgesteinsgange welche wie ein festes Skelet die Sedimentschichten der Moldaugehiinge durchziehen, die- selben vor der Zertrtinimerung und Wegscbweiniming bewahrten, und dadurch die Wrsache jener stellenweise bis ilundert Meter hoheu und oft fast senlc- rechten Uferabstiirzc geworden sind

Und ehen diese Steilheit der lifer hat wieder zu Folge, dass jene grosse Anzahl der Kruptivgesteinsadern, welche in ihnen vorkommen, *) so wie audi die ganze Constitution der lifer ungemoin deutlich sich dem Forscher pr;i- sentirt und denselben dadurch zu einer grundlicheren Untersuchung auffordert und anspornt

*) Dei- Umstand, dass der weitgrfisste Theil der Gangs, obzwar disselben oft ziemlich

steil stehen, miv anf einem CJfer ansteht und nicht auf das andere hinttberreicht, zeigt uagemein deutlich auf die grossen Bruche bin, in deren Spuren die Moldau ihr Bett sich hindurchwfthlte

Trang 6

Die Untersuchung selbst aber hat ihro Schwierigkeiten, ja sie wird stellenweise sehr undankbar, weil die Gesteine mancher Eruptivadern so ver- wittert sind, dass die eigentliche mid walire Beschaffeuheit derselben weder habituell nodi mikroskopisch petrographisch festgesetzt werdeii kann und nur die chemische Untersuchung zu Schlttssen fuhrt, welche aber immerhin nur mit aim iiherrider Bestimmtheit gemacht werdeii konnen

Da es aber nicht immer moglich, ja oft nicht vortheilhaft ist, abzu- warten, bis dieses oder jenes Gestein uns in seinem unzersetzten Zustaude

in die Eande gelangt, so mag audi diese Arbeit, welche die Beobach- tungen an Handstticken enthalt, wie sie gerade zu gebote standen, aicht zweck- und nutzlos sein Audi die chemischen Analysen, deren Mehrzahl im chemischen Laboratorium des Herrn Prof Karl Preis am bohm Polytech- nikum durchgeftihrt wurde, werdeii zur besseren Kenntniss nicht nur dor Mineralconstitution, sondern audi des Verwitterungsstadiums ilir Bestes beitragen

Was die Determination dor Gesteine im Moldauthale anbelangt, so be- ntltzte ich naturlicher Weise diejenige, welche Boficky" eingefiihrt hatte und gegen welche, besonders was die Grunsteine anbelangt, von vielen Seiten Ein- wendungen gemacht wurden Da aber der modern petrographische Standpunkt nothwendiger Weise von so variablen Kriterien absehen muss, wie es z B das Vorhandensein odor das Fehlen des Quarzes in den Gesteinen ist oder das Auftreten dor triklinen Feldspatharten aeben don monoklinen, welches bekanntermassen sehr oft vorkomnit, so glaube ich, dass gerade die Termi-

nologie BoFicky's ftir die namentliche Benennung i\^v Gesteine viele Vor-

zuge besitzt, ja sogar wenn wir ins Vornehinein andeuten, dass es bei den Diabas-Diorit- mid Syenitarten alle mdglidien Ubergiinge giebt, wobei manche Arten aucb Quarz wenn audi oft sekundaren enthalten konnen — auch ilire Begriindung hat, da sie diese Ubergange sehr gut und prazis charakterisirt Der Umstand, dass in den alteren Grilnsteinen der Augitbestandtheil viel frischer sich erhalten hat, als der Amphibol, erklart uns, warum in den Fallen, wo auf Grand der chloritischen und serpenti- nischen Verwitterungsprodukte das ursprtingliche Gestein determiniert werden sollte, dasselbe immer eher als dioritisch oder syenitisch und nicht als dia- basiscb gedeutet wurde, uatiirlich wenn gerade nicht besondere Umstande eine andere Deutung bewirkten

In der nachfolgenden Abhandlung wird zuerst das linke und dann das rechte Moldauufer zwischen Prag und Kralup beschrieben werden Die Nu- merierung der Eruptivgange wurde so beibehalten, wie ich dieselbe einst in das Kartchen des Moldauthales eingetragen, welches ich i'iir die „Porphyr- gesteine" Borlcky's gezeichnet habe und welches ebon so wie die entspre- chenden Profile aus jener Arbeit dieser meiner Abhandlung einverleibt werden Das Profil, welches gegentlber Roztok so interessant sich hinzieht, musste von nouem gezeichnet werden, u z deshalb, weil bei dor Revision einige neue Adern entdeckt wurden Diese wurden mm so zwischen die von Boficky vorgefundenen eingeschaltet, dass in der weiteren Numeriruug kerne

Trang 7

Anderung unternommen werden mussto Sie wui'den niimlich mit bestimmten Indexon versehen wie z B 27b, 27c and die niichstgelegene, von BoHcky bestimmte Ad or wurde mit 27a, eine andere mit 31a u d g signiert Auf die von mir heschriebenen Gesteinsarten bezieben sich audi einige andere Abhandlungen Es sind dies besonders die Arbeiten Helmbackers, welche sich mit den Eniptivadern im Moldauthale stellenweise sehr eingehend befassen Woil in ihnen abor dio Giinge in Binsicbt ihres Ortes nicht genug pr&zis bestimmt sind, kann natiirlich nicht konstatiert werden, welche von 'leu durch Boficky bestimmten and eingezeichneten Giingen mit jenen von Helmhacker beschriebeneu identisch sind

Dio hauptsachlichste einschlagige d i mit don Eruptivgesteinen beider Moldauufer zwischen Brag und Kralup sich befassende petrographische Lite- ratur iwt folgende:

Hud

Dr

Dr E BoHcky und Jos Klvana; Petrologische Studien an don Por-

phyrgesteinen Bohmens (Archiv dor naturwissensch Landesdurch- forschung v Bohmen, V Bd., Nr I Gool Abtb.)

Rud Helmhacker in don Erlauternngen zur geologischen Karte dor Um-

gebungen v Prag v J Krej6i u I! Helmhacker (Archiv d naturw Landesdurchforsch v Bohmei) Bd IV., Nro 2.)

Helmhacker: liber einige Quarzporphyre u Diorite aus dem Silur

v Boluiien Tscherm mineral, u petrogr Mitth 1877, S 179 u f

E BoHcky: Dei- Glimmerpikrophyr eine none Gesteinsart u die Libschitzer Felswand Tscherm miner, n petrogr Mitth, 1878,

S 493 u IT

Dr E Boficky: Dber don dioritischen Quarzsyenit v Dolanky Tscherm

minor, u petrogr Mitth 1879, S 78 u ff

"•• Helmhacker: Bemerkungen zu dem Aufsatze d Dr E Boficky: i)er

Glimmerpikrophyr, eine neuo Gesteinsart u die Libschitzer Felswand Tscherm minor, u petrogr Mittheil 1879, S 83 u ff

Jos Klvana: Petrographische Notizen fiber einige Gesteinsarten Bohmens

Sitzber d kon bohm Gesellsch d Wissensch v 8 Dez 1881

A Das linke Moldauufer zwischen Prag und Kralup Der langliche HShenrticken, dor von Bfevnov auf's Belvedere und nach Bubene' oberhalb dor Prager Moldaukriimmung sich hinzieht, gehort wie bekannt Barrande's Siluretage I'd,,, i" welche auch die Moldau zwischen Ho- 'eschowitz und Troja zum grossten Theil ihr Bett einfurcbt Bei dor „Kaiser- wtihle" und beim Bubeniter Bahnhof treten last dio letzten Auslftufer der achwarzen glimmerhaltigen Schiefer dor Et Dd, auf und in der Umgebung

,|(>« besagten Bahnhofes wenigstens in Spuren auch einige Felsuberreste der

Et Dd„

Trang 8

Niclit weit hinter der BOgenannten „Majorka" treten uns Felsmassen e.ntgegen, welche sich bis zu der Eisenbahnstation Podbaba hinziehen and einen felsigen Abhang, stellenweise sogar Absturz von betrachtlicher Holte bilden Das gauze Grundgestein des linken Moldauufers, von hier angefangen bis nach Krai up gehfirt allem nach der Barrandeschen Etage C an und besteht zumeist aus weicheren Oder festeren Grauwacken von dunkelgrauer bis sehwarzer Farbe, welche liie und da schieferig sind, an anderen Stellen blockartig zerfallea, Der Eruptivgange, welcbe yerschiedenen Grttnsteinen, dann versehiedonartigen Porpliyren und in der Libsiecr Felswand audi eineni Glimmergestein angehoren, gibt es ini linken Moldauufer nicht so viol, wie

im rechten, was sich, wie sohon angeftthrt wurde, leicht mit dem grossen Bruch erkliiren lasst, in vveleliein gera.de der Moldaufluss sein Bett so griiiid- lich eingegraben hat,

I Der Felsabhang bei Podbaba

Das Profil der Felswand bei Podbaba (Fig 1.) zeigt audi die Fels partien zwischen der Eisenbahn und zwischen der Strasse, nordlich vom W&chterh&usehen

Das Hauptgestein der Felsen bildet eine selir feinkornige Grauwacke von schwarzgrauer Farbe, in welcher nur stellenweise schmale Mittel einer dichten und liclitgefiirbten Wacke vorkominen Aber audi die dunklc Wacke ist nicht liberal! gleidiartig, sondern variirt an verschiedenen Stellen nicht nur betreffs der Quarzkornchenanzahl, sondern audi der Feldspathfragmente and des Bindemittels, ja sogar audi ini Habitus dieses letzteren, was aber alios regelmassig bei Sedimentgesteinen vorkommt

Die Grauwacke besteht siidlich von der mit Nro 1 bezeichneten Ader bei 1()0 X Vergross hauptsachlich aus abgerundeten braunlichgrauen und griinlichen aber durchwegs triiben Kornchcn, welche Theils Feldspathfrag- menten, theils Bruchstucken von ganz verwitterten Grttnsteinen angehoren Umrisse von Feldspathleistchen sind nur hie und da bemerkbar Nebstdein besteht cca ein Drittel der Gesamnitinasse aus abgerundeten oder eckigen farb- losen Quarzkornchen Ms Bindemittel dienen briiunliche, trflbe Flasern, welche aber oft feblen, so dass die Quarz- und Feldspathkornchen uninittelbar anein- anderstossen Wie in alien ahnlichen Grauwacken kornmen audi in diesen viele Aderchen und Kiirnchen vor, welcbe deni Eisenkies und seinen VerwitterungS- produkten angehoren

Etwas andersartig ist die Grauwacke nordlich von deni 2 Gauge In ihr bilden Qflarzkornchen ebenfalls -ein Drittel der Gesammtmasse, aber ein kaoli- niscbes, flockigkSrniges, trtibes, grunliches, seltener gelblicbgraues Bindemittel

Trang 9

ist im Ubergewicht Das Bindemittel ist im polarisirten Lichte hell In ilitu liegen die erwahnten Quarzkornchen eigebettet, nebstdem, aber audi zahlreiche ganz triibe Feldspathfragmente und seltene blaulichgrune oder grasgrtine Saul- chen, nebstdem griine und griinliche ehloritische Partikelchen und grauweisse Dolomitkornchen, welche sich dnrch Aufbrausen in Sauren, so wie audi (lurch die dem Dolomit eigenthttmliche Polarisation verrathen Audi Pyrit tritt hie

und da, auf In einigen Partien sieht man ein Gewirr von truben Feldspath- [ lai '-}\

leistchen, woraus hervorgeht, dass in der Wacke Fragmente von Griinsteinen sich befinden, welche aber an ihren Randern in einen feineren Detritus, in das Bindemittel ubergeheh

Almlich ist audi jene Wacke, welche noch weiter gegen Norden als cine gangformige Einlage vor dem ersten vermauerten Wasserrisse eingetragen ist

Iu ihr bemerkt man auch Dmrisse grosserer Feldspathindividuen

Fig 6.)

jj_s i _«_ii i _5 i CAXL^

''''«'• i Der Felsabhaug bel Podbaba l>oi der Eisenbahnstation Podbaba bei Prag Der

ganze Felsen besteht aua Bilurischer Grauwacke (Barr Et C) Der mit Nro i bezeich

'"'to Gang gehOrt einem an Kalifeldspath reicben Diabas an; Nro 2 ist oin feldspatb

treier Porpbyr; Nro 8 ein verwittertes Syenitgestein; Nro 4 ein Diabas; Nro 6 ein Spba

rolithporphyr, welcher von zwei mit Nro 6 bezeiebneten und oin verwittertes unbestimm

bares Gestein fnbrenden Adern durchdrungen ist

Bei LOOX Vergr ist sie aber gleichfdrniiger kornig und melir quarz- reich

Die Grauwacke der Felsen rechts von der Eisenbahn, zwischen dieser und der Strasse u zw von ihrem slidlichen, beim Wachterhause sich befin- denden Ende, gleicht der Wacke, welche zu allererst beschrieben wurde Sie enthalt neben Quarzkornchen und dunklen Aderchen audi kleine Fragmente

(>ines Gninsteines mit Quarz, der ohne Zweifel sekundar ist Das Bindemittel

!St aber znmeist apolar und reich an griinliche Fetzen und schwarze Korner Wie aus der mineralogischen Beschaffenheit der angefiihrten und im Ganzen feinkornigen bis sehr feinkornigen Grauwackenabanderungen hervor-

?eht, kann man sie alle als ein Gemenge von mehr oder weniger verwitterten

"agmenten von Quarz und gewiss audi von Porphyren, welche in dem wei- teren Moldauthale eine ziemlich grosse Rolle spielen, und von Griinsteinen oetrachten, welche Fragmente (lurch ein kaolinisches Mittel verbunden sind Die chemische Analyse eines sehr feinkornigen Grauwackensttlckchens

v°m sttdlichen Kudo des Felsen auf der rechten Seite def Eisenbahn — durch-

Trang 10

gefuhrt vom Herrn Strnad im Laboratorium des Herrn Prof Preis am boh-

ilytechnikum — er gab in %:

Kieselsiiure = 72-25 Thonerde = 8-04 Eiscnoxyd = L-66 Eisenoxydul = 3-58 Manganoxydul = 0-28 Kalkerde = 1-4(3 Bittererde = 2-16 Kali = 4-09 Natron = 3-27 Gllibverlust 2'73 (Ko (Kohlensaure nnd Wasser) Summa 99-52

In den dunklen Grauwacken dieses ^bhanges bemerkt man stellenweise

so z B., wie bereits angefuhrt wurde, etwas nordlich von der Ader 2 und

im Felsstiick zwischen der Eisenbahn nnd der Strasse dichte und lichtere

Abarten (kr Grauwacke, welch*! imr dtinnere Lagen bilden

Bei LOOX Vergrosserung zeigen dieselben eine grtinliche oder gelblich- graue Masse, welclie KMC.II ist an scliwiir/liclie Kornchen nnd stellenweise auch an sehr kurze Fiiserchen nnd Nadelehen nnd von grllnlichgrauen Flasern durchdrungen ist Im Ubrigen ist diese Masse zumeist apolar und enthalt noch winzige Quarzkornchen

Diese lichteren Grauwacken kann man als den feinsten Detritus der Porphyr- und Grtinsteinarten auffassen

In der Podbaber Felswand, deren Bauptgestein d i die Grauwacke wir eben in einigen Varietateu beschrieben baben, troten nnn nicht weniger als sechs, oder wenn wir auch die im Wasserriss unter der Etuine der St Wenzels- kapelle vermauerten zwei mitziihleu, acht Eruptivgange, von denen die Mehr- zahl zumeist nach NON streicht

Fangen wir vom siidlichen Ende des Abhangcs an, so finden wir nabe

bei deinselben den Gang Nr 1, etwa 4 m breit*) welcher ein dunkles, deut-

lich feinkorniges Gestein iubrt Gleich bei diesem Gauge befindet sicb ein

anderer (Nr 2), der 3 m breit ist und ein gelblichgraues Gestein besitzt

Das Gestein beider Gauge alter, so weit es nur zu erlangen war, zeigte sicb

so verwittei't, dass eine sichere Bestimmung ihrer Substanz nicht moglicb war Der Gang I zeigt i in mikroskopischen Praparate viele mikroporphyrisch hervortretende Feldspathdurchschnitte, welche meistentheils schwarz umrandet und durch Limonit braungrau gefiirbt erscbeinen, weiters eine triibe, flockige und an schwarze Kornchen reiche Grundmasse In dieser Grundmasse kann

*) Von der eigent lichen Machtigkeil kann bei den Gflngen deshalb nicbts bestimmtes gesagl werden, da die Streichricbtung derselben docb nicht so bestimmt angegeben werden kann, am aug ihr und der oberflachlichen Breite die Machtigkeit sicher berechnen

zu konnen

Trang 11

man noch an einigen Stellen die Urarisse zahlreicher Feldspathleistchen be-

merken

Da die mikroskopisch-chemische Analyse mittels Kieselfluorwasserstoff-

Baure neben iiberwiegend^m Natrium betrftchtlich vie! Kalium und eine ziem-

lich ansehnliche Menge von Calcium zeigte, konnte man das Gestein als syeni-

tischen Diorit, oder noch besser mit Hinsieht zu der Calciummenge, als

Diabas, der an Kalifeldspath reich war, deuten Auffiillig bleibt aber immer-

bin der verhaltnissm&ssig kleine Magnesiumgehalt, den ein gegltlhtes JParti-

kelclien zeigte

Prftparate des 2 Ganges zeigten eine durch braunliehen Staub getriibte L U Grundmasse, welche einst glasig gewesen zu sein scheint; aus dieser Gnrad- (Qulrz- masse treten mikroporphyrische Feldspathleistchen hervor, welche stellenweise freier dolomitische Kornchen, stellenweise gelbliehgriine Sekund&rprodukte enthalten orp yr" Auch blaugrfiue ovale Partien, die entweder Mikrolithe enthalten oder von

schwarzen pellitischen Kornchen umrandet sind, kann man ofters bemerken-

Das Gauze maehl, den Eindl'UCk eines (] uarxfrei en I'orph y res Die

chemisch-mikroskopische Analyse ergab fast dieselben Resnltate, wie beim

vorigen Gestein Nur das Quantum des Kalium n&herte sich melir dem des

Natrium

Etwa 20 Meter nordlich von dem 2 Gange treten im A.bhange zwei

einander bertihrende Gange auf, die in den abgebildeten Profil deshalb nicht

eingezeichnet wurden, weil sie grfisstentheils von der den Wasserriss eindam-

menden Mauer bedeckt sind

Bcide Adcrn enthalten stark verwitterte Grtinsteine, die an Calcium

reich sind Bei LOOX Vergrfisserung zeigt das Gestein des sudlicheren Gau-

ges ein Gemenge von stellenweise stromartig gelagerten Feldspathleistchen,

zwischen denen griinliche Kornchen und Haufchen von Flocken vorkommen

Diese zeigen oft noch Umrisse von kurzen 8&ulchen Weiter enth&lt das Pr&-

parat noch spftrliche KOrnchen von Magnetit und grauweise apolare hochst

wahrscheinlich kaolinische Substanz Braunliche iderchen, welche man schon

mit blossem Auge bemerken kann, erscheinen im Mikroskop als Pyrit, der

stellenweise in Limonit verftndert ist

Die mikrochemische Analyse ergab vie! Calcium, darneben ziemlich viel

Natrium, aber sehr wenig Kalium Dabei Ifiste sich das Dunnschliffstuckchen,

welches mit <U\v Kieselflnsssaiire betropft WUrde, bis auf die schwarzen Ma-

gnetitkGrnchen und den Pyrit vollstandig auf

Der Grunstein des nordliclferen Ganges besitzt ein etwas grSsseres Korn,

ills der des vorhergehenden Ganges Er besteht aus stark zerklufteten, zumeist

zu Calcit verwandelten Feldspathleisten, dann aus feinfaserigen, gelblichgrunen

oder braungelben Partien, zwischen denen, wie es scheint, auch umgewandelte

Clivenkiirnclien vorkommen Neben Magnetitkornchen von gewohnlichem Ha- bitus, findet man auch schwarze mehr oder weniger hSufige NMelchen, welche

an das in andern GrtinsteingSngen enthaltene Titaneisen erinnern und diesem

Minerale angehoren dtirften Die chemische Mikroanalyse zeigt dasselbe, wie

bei dem Gestein des siidlicheren Ganges, nur des Kaliums ist noch weniger

Trang 12

als ein an triklinen Feldspath reiches Diabasgestein Es ist sehr wahrseheiii-

]icb, dass dieso Parti en nur die unteren und (lurch Abschiessen bei der Arbeit

tm Einschnitte bis /urn woniger verwitterten Inneren ontbliiston Enden jenor Gange andeuten, die im vermauerten Wasserriss b.8her im Abhange auftreten- Der weitere Abhang des Podbaba-er Profiles besteht aus eben derselben Grauwacko, die boreits vom slidlichsten Ende desselben beschrieben wurde Circa 50 Meter vom Einschnitte nordlich, bereits in dor Niihe der Sommerstation Podbaba, tritt im Abhange oberhalb dor Bahn eine Reihe von

7a—1.0 m breiten Giingon auf, welche in dor Abbildung des Abhanges mit

den Zahlen 3, 4, 5 und 6 bezeichnet sind,

Das Gestein des 3 Ganges, der fast 7a m ^reit ist, ist so verwittert,

dass man os nicht sicher bestimmen kann In den mikroskopischen Pr^paraten desselben sieht man bei 100X VergrSsserung nebst einiger mikroporphyrischen abgerundeten KSrnchen und Durchschnitten, die am ehesten dem Feldspath 9.ngeh5ren, nur triibe Feldspathleistchen, seltene Quarzkornchen mid eine, durcli graue Flocken stark getrttbte Grundmasse Die Mikroanalyse zeigte aeben einer ungewohnlichen Mengo von Calcium, ziemlich viol Magnesium, aber wenig Kalium und fast gar koin Natrium, woraus man auf ein syeui- tischos, freilicli selir verwittortos, Gestein soliliesson dtirfte

Der Gang Nr 4, der circa 1 m breit ist, bat ein graugrtlnes bis schwarz-

griines Gestein, welclies zumeist aus sehr langen, aber dunnen polysyntlieli sclien Feldspathnadelchen besteht und zwischen diesen einige Uberreste amorpher Grundmasse enthalt Die Feldspathnadelchen sind entweder zu strahlenffirmigen Gruppen oder stromformig uni die Quarzfragmente, die nicht selten sind, gehiiuft Nebst den Feldspathen konnnen auch schwarze, braunlich um- randcte Magnetitkornclion vor, zahlreiche rothe Hftmatitpartien und braun- graue Limonitflocken, woiter auch serpentinartig polarisierende Partien, welche gewiss (lurch Verwitterung von Augit odor Amphibol entstanden sind Quarz- kornchen entstanden in der Masse friiher, als die Feldspathe, welche um sie stromformig gelagert sind Da dieselben Umrisse von Kragmenten zeigen, kflnnte man sie auch als Einschliisse deuteu, welche aus dor benachbarten Grauwacke eingestreut wurden Die Mikroanalyse ergab viol Calcium und Na- trium, weniger Magnesium und stellenweise auch etwas Kalium

Das Gestein war am wahrscheinlichsten ein Dial)as

Fast unmittolbar binter dem 4 Gange I'olgt gegen Norden dor miiohtigste

Gang im Podbabaer Abhange, dor mit Nr 5 bezeichnet ist und circa 10 m

Breite besitzt Derselbe wird von zwei mit Nr (> bezeichneten Gangen, deren Gestein rothlich und giinzlich verwittert und doshalb unbestimmbar ist, in drei Theile abgetheilt

Das Gestein des 5 Ganges ist dicht, gelblichweiss und oinoin Hornstoin

ahnlieh Ms enthalt sp&rliche Quarzeinschlusse, selten grosser als 1 mm\ Es

ist dies der Sphiirol ith porphyr, don Dr Boficky" in seiner Arbeit liber

Trang 13

die Quarzporphyre Bohmens auf S 83 iimstandlich beschreibt Im Mikroskop

zeigt dieses Gestein ein feinkorniges, krystallinisclies Bindemittel mit runden

Quarzspharolithkornchen, welche entweder farblos sind, Oder eoncentrische

Kranzchen, oft auch Stranlen eines grauen Staubes, besitzon Zwischen X Ni-

kols werden sie entweder ganz dunkel, oder bios in Sektoren und Seg-

mented Die chemische Mikroanalyse ergab viel Kalium, etwas Calcium, Eisen,

Magnesium und sehr wenig Natrium

Der weitere Abhang gegen Podbaba besteht aus einer nicht iiberall an-

stehenden Grauwacke, die den angeftthrten Arten ahnlich ist Erst nordlich

von Podbaba gelangen wir — etwa gogeniiber von Podhof — zu einer Fels-

partie, welche auf einer Seite durch einen Bahneinschnitt von dem Abbaugc

abgesondert ist, auf der anderen durch die Strasse cntblost wurde (Fig 2.)

In dieser Kelspartie sielit man gleich am Anfange derselben den Gang

Nr 7, der ca 20 m breit anstoht und wie Nr 6 gegen NO streicht Er ftihrt

ein graugrttnes, deutlich kftrniges Gestein

Die Dttnnschliffe dieses Gesteines zeigen als hauptsi'u lilic.hes Gemeng-

theil polysynthetische Feldspathleistchen, welche der mikroskopischen, so wie

der quantitativen Analyse naeb dem Labradorit angehoren In ihren Zwischen-

raumen kommen neben farblosem, gleichfQrmig polarisierendem Quarz (Ortho-

klas?) auch weissgrauer Calcit vor, stellenweise audi Dolomitkornchen, daun

nicht reichliche grtinlichgraue Korner, welche durch ihren feinfaserigen Ha-

bitus oin Verwitterungsprodukt aach Olivin verrathen und endlich etwas

violettebraune bis graubraune Augitkorner, welche iiberall mit feinfaserigen,

blaulich-, gras- oder gelblichgrtinen Verwitterungsprodukten umgeben sind

Stellenweise sind die Korner zersprungen

L U Gang 7 (I llivin diabas i

^%*

N

Fig -2 Der Abang nordlicli \ou Podbaba Das Grundgjestein des ganzen Abgangeq

ist wieder die silurische Grauwacke In ihr tntt das Gestein Gang Nro 7 auf, welches

ein schoner Ollvindiabas ist, und der Gang 8, (lessen rerwittertes Gestein einem Diorlt

oder Diabas angehtirt

Die Augitkorner zeigen den Pleochroismus und Lichtabsorption nur in

sehr kleinein Maasse, aber die grttnen Verwitterungsprodukte sind deutlich

blaulich- bis gelbgrtin dichroitiscb Auch werden diese Letzteren von Salz-

Trang 14

siiuiti unter Ausschciduiig von Gallertkieselsiiure, die durch Fuchsinfarbung nachweisbar ist, zersetzt

Diejenigon Stellen, welche stiirker dichroitisch sind und dabei die Kiesel- saure gallertartig ausseheiden, kann man fur Epidot halten, die schwachcr di- chroitischen fur Chlorit Nebst diesen beiden kommen audi — wenngleich selten — noch gelbliclic Oder briiuiiliclio parallelfaserige Kornchcn, welche starken Dichroismus zeigen und eine starke Liclitabsorption, und welche dem Amphibol znzuzahlen sind Weil abcr audi diese, ebenso wie die Augitkorn- chen init grunlichen Umwandlungsprodukten umschlosseu sind und in sie all- nuiligc Ubergange zeigen, so scheint es, dass sie aus Augitkftrnchen eutstan- den sind und einen uralitisclien Amphibol vorstellen In weniger verwitterteil Stricken sieht man ihrer natiirlich weniger

Neben diesen Minoralen kann man im Gestein noch schwarze Magnetit- korncr, lange, Ware, querzerspmngene Apatitniidelchen und eine Grundmasse beobachteri, welche stellenweise reich ist an schwarze Kornchcn, an anderen Stellen wieder einige lange, farblose Mikrolithnadelehen enthiilt Diese Grund- masse, welche eine grunliche Farbc besitzt, ist nicht apolar, sondern bereits entglast und polarisiert zum grflssten The.il

Die chem Analyse, welche vom Herrn Strnud im Laboratorium des Hrn Prof Preis am bohm Polytechnikum an ziemlich frischem Materiale gear- beitet wurde, ergab in °/0:

Gltthverlust 4-28 (KohlcnsJiure und WaSser)

101-31

Die Sauerstoflverhaltnisse und ilire Vertlicilung in den durch das Mi- kroskop bestimmteu Mineralen des Gcsteiiies Nairn man, wemi von der kleinen Menge dor Cmwandlungsprodukte (die hauptsSchlich durch den Gliiliverlust angedeutet wird) abgeseheu wird, folgcndermassen berechnen:

Trang 15

1 0-163

3-024 0-756

0-252

8-736 2-784

0-728

5-704 4-279

1-426

1-275 0-427

3-288

0-291 0-120 0-822 0-411

3-338

0-657

2-681 0-109

0-163 2-592

Aus diesen Verhiiltnissen e •gibt sich fiir einzelne Minerale in °/ i •

Manganoxydul 0-53 — — — — 0-53 —

Kalkerde 8-25 — — 4-991 _ 2-877 — 0-382 — Bittererde 7-73 — — — — 1-028 6-702 — —

Natrium 2-82 — 2-82

Phosphorsaure 0-29 — — — — — — 0'29

Summa 8-718 29-927 24-75 6-172 11-789 15-116 0-672 4-81

Trang 16

Es besteht soiuit das Gestein dieses Ganges aus 8'7°/0 Kalifeldspath,

24-9% Natronfeldspath, 24-8°/„ Kalkfeldspath, 6-2°/0 Magnetit, 11-8% Augit,

15-1% Olivin und O70/0 Apatit Nebstdem enthiilt es noch 4-81 °/0 KieseMure,

welche nebst kleinen Antheilen von Wasser und Kohlensaure den Verwitte-

rungsprodukten angehort und im Limonit und Calcit oline Zweifel audi theil-

weise enthalten ist, wodurcli die berechneten Zifferu nur um ein Geriuges

anders ausfallen

Das Gestein ist demnach ein ziemlich interessantor, wenn audi etwas

verwitterter 01 i v i n d i a b a, s

Unmittelbar an diesen Olivindiabas granzt gegen Norden der (Jang 8.,

welcher eine Breite von cca 20 Meter besitzt und ein lichtgraues fast dichtes

Gestein fiilirt Dieses Gestein ist sehr verwittert und schaumt in Sanren viel

and lang

Im Mikroskop sieht man, nachdem im Praparat mittels Salzsaure haupt-

sachlich die Carbonate entfernt warden, an manchen Stellen etwas stromartig

gelagerte liiiufchen trtiber graukorniger Feldspathleistchen, zwischen denen

sicb zahlreiche Quarzkornchen und eine Substanz beflndet, welche reich ist

an graue Fetzen und an MagnetitkSrnchen Neben den grauen Partien, welche

gewohnlich die Quarzkornchen einschliessen, treten stellenweise audi griinlich-

graue Kdrner und Saulchendurchschnitte auf, welche zu Bundeln und Fasern

oder zu groberen Flasern umgewandelt sind

Die chem Mikroanalyse ergab Qeben viel Magnesium und Eisen recht

viel Calcium und Natrium, alter nur eine sehr geringe Menge Kalium Das

Gestein kann als ein verwitterter Diorit oder Diabas angesehen werden

Der ttbrige Felsen bis zum Wachterhause besteht aus einer Grauwacke

von verschiedener Beschaffenheit Einzelne Abarten (ibergehen allmiilig in

einander

Die Grauwacke, welche unmittelbar beim Gang 8 auftritt, ist i'einkornig

und enthiilt Bruchstttcke von klarem Quarze und eine aus Feldspath entstan-

dene Kaolinsubstanz Der Quarz, (lessen Kornchen ziemlich verschiedene

GrSsse besitzen, enthalt hie und da Poren Das kaolinische Bindemittel be-

steht aus grauen Floeken und Kornchen, schliesst alter audi kleine Feldspath-

fragmente und Bchwarze und braunliche Erzpartikelchen ein

Der aordlichere Felsenvorsprung besitzt eine Grauwacke, welche meisten-

theils aus kleinen Bruchsttlcken eines dichten oder sehr feinkfirnigen Griin-

steines, am ehesten eines Qnarzdiorites, besteht Die Bruchstucke filhren zahl*

reiche Quarzkornchen, nebstdem alter eine durch braungraue und schwarze

Kiirner und Flocken getrtlbte Substanz, in der man noch gahz gut Feldspath-

leistchenumrisse erkennen kann

Die sehr feinkornige Wacke, welche ganz uahe beim Wachterhause ab-

geschlagen wurde, zeigte im Mikroskop den gewohnlichen Habitus Sie ist

quarzreich, besitzt viel Feldspathfragmente, aber ein sparlich.es Bindemittel

Dieses besteht aus ausserst feinen Quarzpartikelchen und aus kaolinisiertem

und durch Tiimonit braunlich geflecktem Feldspath,

*

Trang 17

II Die Lehne bei Sedlec

Weiter gegen Norden, von den ebon beschriebenen Felsmassen, winl der

linke Ahhang des Moldauthales weniger steil and erst oberhalb Sedlec treten

wieder steilere Gehange aui', und sind bier mit Baumen und Gestrauch be-

wachsen Nordlich von der Gemeinde nahert sich das Gehange dem Moldau-

strome und wird hier durch die Eisenbahn in einer steilen Felswand auige-

deckt, theilweise auch durchschnitten

Das Gestoin dieses Abhanges sowie der Gehange, welclie sich gegen

Roztokhinziehen, ist eiu schwarzgrauer fast dichter Grauwackenschiefer, dessen

Constitution, wie aus dem Durchsehen dor Praparate von verschiedenen Orten

geschlossen werden kann, iiberall fast dieselbe ist Uborall besteht die Wacko

aus feinen, nicht sebr zablreichen Quarzkornchen, welche in eine im polari-

sierten Lichte mattgraue, dem Kaolin angehorende Substanz eingebetet liegen

In dieser Substauz liegen viele graugelbe, meistentheils parallele Fasernfetzen

und schwarzliche Korner, durch welclie das Gestein eine dunkle Farbe an-

uinunt Das Gestein wird von zahlreichen weissen Adercbon durchzogen,

welche Calcit enthalten, der durch Spaltungsrichtungen oder stellenweise auch

Dolomit, der wieder durch die irrisierende Polarisation und Mangel an Spal-

tungsrissen charakterisiert wird Audi kommen in ihnen lebhaft polarisierende

QuarzkSrnchen vor Obzwar Pyrit in schonen Hexafidern hie und da im Gestein

nicht gerade selten vorkommt, so treten doch seine deutlichsten Krystalle und

deren Aggregate gerade in diesen Calcitadern auf Alios dieses ist bei der

Genesis der Verwitterungsprodukte aber ganz naturlich und niehts ungewohn-

liches

Zwischen Sedlec und dem ersten Wachterhause treten drei Griinstein-

8'ango auf, die wieder ein nordostliches Streichcn zeigen, von denen dor orste

U »*) der zweito 2 m und der dritte i / i m machtig ist

Der siidlicbc ca '/« m machtige Gang Nr 9 hat ein graues, otwas griin-

Hches Gestein mit seltenen porphyrisch hervortretenden Niidelchen Im Mi-

kroskop sieht man bei 100X Vergr ein Gewirr von einfachen und zusammen-

gesetzton Feldspathleistchen mit griinlichen, fetzigen, fein faserigen, meisten-

theils wenig dichroitischen Partien, weiters verwitterte Magnetitkorner, die

gleichformig in urspriinglicb glasiger Grundniasse vertbeilt sind Diese Glas-

grundmasse ist- aber filzig entglast, grauweiss und reich an grilnliche Parti-

kelchen und Niidelchen Die porphyrischen Peldspathdurchscbnitte sind oft

V°H von dergleichen griinlichen Fetzen und Niidelchen

Die mikrochemische Analyse dieses Gesteincs ergab neben viol Calcium

und Magnesium etwas niehr Natrium als Kalium, so dass man das Gestein

a'H einen syenitischen Diorit deuten kann, wenn naturlich die sekundaren

Mineralo aus Amphibol entstanden sind

Das Gestein des 2 Meter breiten Ganges Nr 10 hat eine zumeist aus poly-

8ynthetischen oder einfachen Feldspathleistchen bestehende Grundmasse Feld-

spath gibt es in diesem Gestein tiberhaupt mehr, als im vorigen DieGlasmasse

tohlt stellenweise ganz, stellenweise tritt sie in Spuren und Resten auf Neben

L u bei Sedlec (Grau- wacken- schiefer.)

i, r Gang 9 (Syeni tischer Diorit.)

I, CJ Gang lo (Quarz diorit.)

Trang 18

Die faserige, gelblich- bis blaugriine mehr odor weniger dichroitische Substanz, welche mit Magnetitkdrnchen zwischen den Feldspathleistchcn sich ausbreitot und dem Chlorit angehdrt, besitzt oft noch die Form von langen Amphibolsiiukhen odor Niidelchou Die Mikroanalyse ergab sehr viol Natrium, bedeutend viol Magnesium, aber wenig Kalium und Calcium

Bei der Analyse einiger, vorsichtig aus dor Grundmasse herausgelosten Feldspathleistchen, zeigte sich ebensoviel Kieselfluorkalium, wie Kieselfluor- natriuin, Kieselfluorcalcium gab cs aber sehr wenig Das deutet darauf bin, dass der Feldspath dieses Gesteines ein Geinenge von Kalifcldspath mit kalk- natronhaltigein Andesin Oder Oligoklas 1st

Im Ganzen kann man das Gestein als einen Quarzdiorit hinstellen Der

nordlichste der drei angeftihrten Gauge, niimlich Nr 11, 1st ca 20 cm breit

und fuhrt ein griinlichgraues gleichmiissig i'einkorniges Gestein ohne porphyrische Feldspatheinschliisse Im Mikroskop bemerkt man, dass es aus polysynthctischen Fcldspathlcisten zusammengesetzt ist, zwischen denen spftr- lich griinliche Aderchen und Fetzen einer chloritischen Substanz eingezwtagt sind, welche auch in die Feldspathindividuen eindringt Nebstdem kommen graue Durchschuittc vor, welche an Augit erinnern

Die chemische Mikroanalyse ergab viel Natrium und Calcium und ziem- lich viel Magnesium und Eisen Darnach wiirde der Feldspath einem kalk- natronhiiltigen Labradorit oder einem kalkhiiltigen Andesin angehorcn Obzwar die Bestimmung des Gesteines als Diorit oder Diabas nicht ganz loicht ist,

so konnte man es doch mit Rucksicht auf die Umrisse der grauen, an Augit

und nicht an Aniphibol erinnernden Korner besser als einen Diabas hin-

Diese Grauwaokonschiefer sind unweit hinter Roztok ganz gowohnlicli und bestehen im Mikroskop aus Feldspath und Quarzfragmenten, zwischen denen eine amorphe Kaolinsubstanz sich ausbreitot, die reich ist an grunliche Faserchen, Fetzen und sohwarzliche Kornchen von kohliger, thoilwei.se auch limonitischer Beschaffenheit

Weiter aber, gegenuber von Husinec unter Levy 1.1 xadec, welchseln diese Schiefer mit sehr diinnschieirigen Zwischenlagen ab Hier ist die lie

*) Dor Gang L2, welcher audi im Kartchen eingezeichnet ist u /.w bei der Boge nannten Neuen Miihlc (Novy mlyn) bei Cnter Roztok, wird hier nicht angefuhrt, weii er nicht in das Moldautlial gehfirt Er fuhrt ein Diabasgcstein,

Trang 19

L II Gang 13 (Verwitt Grttn stein.)

schaffenheit dor Grauwacke etwas anders Sic besteM bier namlich aus gleich-

viel Quarzkornchen und Feldspathfragmenten Nebst diesen beiden Mineralen

sind in ibr nocb Sttlekchen von faserigen Saulchen, die dem Amphibol wohl

augehoren, da sie pleoehroitsch sind und von gelbgrliner Farbe Das Binde-

mittel dieser Partikelchen ist ein ausserst feiner krystallinischer Detritus,

welcber aus Feldspathfragmenten und grlinlichen Verwitterungsprodukten be-

stelit, welche ohne Zweifel aus einem Pyroxenmineral entstanden sind Nebst-

dem sind in diesem Bindemittel, wie es iibrigens oft in den Grauwacken vor-

kommt, noch schwarze, fiockige, gewellte Streifen, welche stellenweise aus

K5rnchen, die hauptsachlich dem Pyrit angehSren, bestehen

Die Masse dor diinnschiefrigen Zwischenlage ist dem Bindemittel der

eben beschriebenen Grauwacke ahnlich, und da beide Abarten auch in den

Praparaten scharf von einander abstechen, Kami man dafur halten, dass nach

dem Absatz gewohnlicher Wacke aus den stillgewordenen Gewassern, sich

Lagen des fein vertheilten Materiales — zu dlinnschiefriger Grauwacke ab-

setzten

Erst gegen Re2 kann man im jahen Abhange, der durcb Balm abge-

schnitten wird, den Gang 13 bemerken Dieser ist nur '/a m breit, streicbt

gegen NNW, und fiilirt einen verwitterten Griinstein der wegen des Eisenbahn-

gemauers fast unzuganglich ist Deslialb wurde das Gestein nicht niiher unter-

sucbt Nur die herunter gefallenen und sehr verwitterten Stttcke dienten zur

mikroskopischen Bestimmung des Gesteines

Die Scbluebt von Podmoran, W(dche nicht weit von bier in die Moldau

miindet, ist bei ihrer Mtlndung in's Moldauthal gegen Norden mit steilen Fels-

wanden eingesaumt; gegen Sliden ragt ein kegelformiger Gipfel empor, der

mit grossen Kieselschieferblocken bedeckt ist

An der Sohle dieses Hiigels, gerade beim Wachterhause in Podmoran, i<- P

ziebt sich gegen den Gipfel ein etwa 8 m machtiger Gang (Nr 14), dessen (Horn-'

gelblichweisses oder riithliclies Gestein einem dichten Hornstein ahnlich ist eteinarti-

Im Mikroskop besteht es aus unregelmassigen Quarzkornchen, deren Einbuch- phyr.) tungen ineinander greifen und die mit Hautchen glasiger graubestaubter Grund-

masse umhttllt sind Hie und da sind im Gestein schwarze Korncr oft von

quadratischen Umrissen, welche sich im auffallenden Lichte durch ihren Glanz

und ihre Farbe als Eiscnkies verrathen Sehr selten gelingt es uns feine

Leistchen und Stabchen zu flnden, welche der mikroskopischen Analyse nach

fur Ortboklas gehalten werden konnen Das Gestein dieses Ganges kann man

einen liornsteinartigen Felsophyr benenuen Ahuliche Gesteine treten

im Moldauthale ofters auf

Der Eruption dieses Gesteinganges kann man die Erhaltung und viel-

eicht auch die Kmporliebung des kegelformigen Gipfels und dann aucli die

Zertrummunff der nicht weit Stldost gelagerten Schiefer beirechnen

Der dunnblattrige, fast dichte Schiefer, in dem der eben beschriebene Felso-

phyrgang ansteht, enthalt schwache Lagen von Kieselschiefer und ist ziemlich

lichtgrau Seine Substanz ist kaolinartig, mit grauen Kornchen und Flocken

getrttbt, zumeist apolar und enthalt grtinliche Chloritfetzen

a*

Trang 20

steht, in dem wieder schwacbe, nur 1—6 cm machtige Einlagen eines fein-

bliittrigen Schiefers sich befinden

Der Grauwackenschiefer, der zwischen Podmoran und dem ersten Wachter- hause anstcbt, ist ein inniges Gemenge von polygonalen Quarzkornchen, zwi- scben dcnen wieder jener sehwarze Staub stellenweise so dicht sich vorfindet, dass er vollkommen undurchsichtige Anhaufungen bildet Da die Schiefer nach dem Gliihen weisslich werden, kann man annehmen, dass der grosste Tlieil ties schwarzen Pulvers einer grapbitiscben Substanz angchort

Die feinblattrigen Schiefereinlagen unterscheiden sich mikroskopisch durchaus nicht von den von Levy Ilradec bereits beschriebenen Einlagen Gerade in der schitrfsten Einbiegung des Moldauufers vor dem ersten Wiichterhauso hinter Podmoran, treten drei, nahe bei einauder gelegene Eru-

ptivg&nge auf Der sudlichste von ihnen (Nr 15) ist ca 1 m machtig, steht fast

saiger an und fiihrt ein gelblichwoisses Gestein, das mikroskopisch mit jenem des 14 Ganges iibereinstimmt Einen ahnlichcn Felsophyr fiilirt auch der weitere Gang 16., der sich in den hoheren Partien des Gehiinges wagrecht hinwindet Nicht weit vor dem ersten Wiichterhauso von Podmoran, tritt der

Griinsteingang Nr 17 auf, ist ca 1.1-4 m breit und senkt sich in einer wolligen

Biegung und in NNO Richtung zur Bahn heruntcr

Das Gxestein dieses Ganges ist griingrau, sehr feinkdrnig, und man be- merkt schon mit dem blosen Auge darin nicht sehr zahlroiche FeldspathkSrner von der Grosse eines Stecknadelkopfes Im Mikroskop zeigt das Gestein ein Gewirr von stellenweise gitterformig gelagerten Feldspathleistchen Zwischen diesen befindet sich eine grunliche Substanz, die feinfaserig und stellenweise rait grauen Flocken durchmengt ist, und dann sparliche Quarzkfirner Sehr zahlreicb sind aber schwarze Magnetit- und Pyritkiirner und kurze nicht be- stimmbare Niidelchen und S8,ulchen von graugruner Farbe Wfthrend die Feld- spathe der Grundmasse fast durchwegs Orthoklas sind und einheitlich hoch- stens zwillingsartig polarisieren, zeigen die grSsseren Feldspatheinsprenglinge eine Plagioklasstruktur, oder gohoron einem Orthoklas an, der interpolate — und das stellenweise gitterartig — Lamellen trikliner Feldspathe besitzt Die chemisch-mikroskopische Analyse ergab viel Kalium und Magnesium mid wenig Natrium und Calcium, woraus man schliessen kann, dass das Gestein des 17 Ganges ein mehr oder weniger verwitterter Syenit ist

Dieser Syenitgang wird etwa in der Mitte des Gehanges von einem ei- genthumlichen Ganggestein durchsetzt, das in einer Breite von 25—30 cm unter einem rechten Winkel sich herunterzieht Die Gangmasse zeigt eine eigenthtimliche Grlinsteinbreccie und ist so verwittert, dass man aus ihr kein mikroskopisches Pr&parat bereiten kann Deshalb wurde sie mikroskopisch auch nicht untersucht

Trang 21

Nicht weit vom erstcn W&chterhause nordlich von Podmorah ist in doni L U

Gang is (Horn Gehange ein cca 1 m breiter Gang (Nro 18), dessen Gestein seinem Aus-

sehen nach den bereits beschriebenen Hornstein-Felsophyren auffallend fthnlich Bteinarti

Hinter dem erwiilmten ersten Wachterhause folgen gegen Norden ini

Grauwackenschiefer zwei Gange (Nr 19 und 20.), die von einander cca 30

Schritte entfernt sind und von denen der erste 1 m., der andere bios 75 cm

m&chtig ist Steinblocke von ihnen, haupts&chlich vom 19 Gange findet man

selir leicht unter dem Eisenbahndamme am Moldanufer

Handstiicke, die dem Gange 19 entstammen, sind wieder jener

gelbliche, stellenweise etwas br&unliche hornsteinartige Felsophyr

grau- L U Gang 19 (Horn Das Gestein des Ganges 20 unterscheidet sicli vom vorigen insbesonders^er"'v'is! dadurch, dass es spftrliche Einsprenglinge von farblosem Quarz enthalt und phyr.) nebstdem nodi getriibte krystalinische Korner und Krystiillchen, welche dem L U Orthoklas angehoren und stellenweise schon verzwillingt sind Audi die Gang so Grundmasse ist in diesem Gestein etwas anders wie in den hornsteinartigen scner

Felsophyren, indem sie zwischen den Quarzkfirnchen und nicht sehr baufigen '>1|l:l|,/

Feldspatlileistchcn eine liclitgriine und flockig odor filzig getriibte Substan/ !)<"''''' besitzt

Nebst den angefiilirten Orthoklaseinsprenglingen, unter denen man hie

und da audi Ohloritfetzen und Epidotnadelchen bemerkt, oft sogar audi

Calcit, der durch die Spaltungsrisse charakterisiort wird, begegnet man im

Gestein audi mit Plagioklaskrystallen, welche Boficky in seinen Porphyron

als Mikroklin deutete Saulchenfragmente, welche farblos sind und von

schwarzen parallelen Fasern durchdrungen werden, kann man fur die letzten

Verwittemngsprodukte des Amphibols oder des Glimmers halten Hie und

da bemerkt man schone Pyritkornor Das Gestein dieses Ganges, das man als

lei si ti scb en Quarzporphyr betrachten kann, erinnert sehr an das

Gestein des 24 Ganges in der Libiicer Felswand, von dem sp&ter in ge-

drangter Ktirze wenigstens gesprochen werden wird

Der letzte Gang im Abhange zwischen Podmorah und Letky befindet (|j- |!- Sich gegeniiber dem zweiten Wachterhause von Podmori'u'i stromabwiirts g©- (Ra^olit! rechnet Dioser als Nro 21 eingezeichnetc und molir als 5 m m&chtigeu felsit Gang fiibrt ein dichtes licht gelbliches oder braunliches Gestein, welches in orp yr" den Porphyron Boficky's auf S 79 beschriebon 1st und am Nordrande eine

andere Beschaffenheit besitzt, wie im Inneren — was bei der grosscn Miich-

tigkeit des Ganges natiirlich ist und die Folge eines verschiedenen Abkuhlungs-

prozesses in den Saalhandern und in der Gangmitte ist

Das Gestein aus dor Mitte des Ganges ist ein schemes Beispiel eines

radiolithischen Porpbyres und ist bei 1.00 X Vergr fast krystallinisch Es

besteht aus einem Gemenge von briiunlicli bestaubten Feldspathleistchen und

Kdrnern, von farblosen Quarzkornern und grtlnlichen Strahlen eines sekun-

d&ren Minerales Aus diesem Gemenge treten nun verschiedene polygonale

oder abgerundete Uadiolithe hervor, die im gewohnlichen Licht kornig oder

Trang 22

schwach strahlig, im polarisierten aber typisch strahlig-radiolithiscli sind In der Mitte der Radiolithe findet man hie und da ein Feldspathleistchen I!eim nordlichen Rande des Ganges, zu dem man nicht nur von dem Geleise aus, sondcrn auch vom Moldauufer durch eine Bahndammwolbung leicht gelangen kann, ist das Gestein etwas andersartig Bei 100 X Vergros erscheint es hier als ein dichtes Geinenge von Feldspathnadelchen und Leistchen, sp&rlicheren grauweissen QuarzkSrnchen und dieses Gemenge ist in einer apolaren an schwarzgrauen staubreichen Grundmasse eingebettet Nur wcnige Quarzkftrner und Feldspathleistchen treten bei der genannten Vor- grosserung porphyrisch auf Boficky nannte diese Modification des Gesteines einen glasigkoroigen Felsophyr

Noch sei bemerkt, dass das Gestein nebst einem schwarzlichen Staube nocli hie und da auch schwarze oder braunliche Wiirfel enthiilt, die dem Pyrit angehoreu Die Mikroanalyse des Gesteines vom Nordrande des Ganges ergab neben einer grossen Menge von Kalium, genug Magnesium und Eisen aber nur wenig Natrium und noch weniger Calcium-

Nicht sehr weit hinter dem zweiten Wiichterhause cndet der Fels- abhang und eine kleine Thalschlucht offnet sich beim Bache, der in die Mohkui miimlet Bei seiner Miindung ist das Dorf Letky

Geht man nun linkerseits vom Bahngeleise gegen Letky, so sielit man gerade vor diesem Dorfe hcrabgestiirzte FelsblQcke, die einem Kieselschiefer und Conglomerate aus Kieselschieferfragmenten und braunem Sande ange- horen Diese Conglomerate gehoren obne Zweifel, wie noch auf einigen an- deren Stellen, den untersten Schichten der Kreideformation (don Perucer Schichten) an, welche hier each der Denudation der hoheren Kreideschichten ihrer festeren Konstdtution wegen zuriiekgeblieben sind, vvenn auch nur stel- len weise in ganz diinnen Lagen und Ubcrzrigen

IV Der Abhang von Letky gegen Libgic und die LibSicer

Felswand

Der Abhang, der sicli am linken Moldauufer zwischen Letky und LibSic hinzieht, ist nicht so steil wie der friihere und ist deshalb von Ackerknnne bedeckt, untcr der zmncist ein diluvialer Ziegellehm (Loss) stellenwei.se in ziemlich mftchtigen Lagen auftritt

Erst in der LibSic-Chejnovicer Thalschlucht treten zwei kleine Kuppen auf, die in der Richtung der Schlucbi hintereinander gelegen sind Die siid- westliche von ihnen ist grosser und liinglich, die zwcite, welche Ueiner ist und schon hart an der Gemeinde Libsic ansteht, ist mehr rundlich

Beide Kuppen bestehen aus dioritischem Amphibolit, wie Boficky das Gestein, welches weiter gegen Norden an linken Moldauufer sehr machtig ausgebUdet ist, benaimte Dicser dioritische Amphibolit ist den Grauwacken- schiefern sehr ahnlich und wurde als solche von Helmhacker z B von einigen

Trang 23

Stellen beschriebcn; von andcren Stellen aber als Diorit (z B die Kuppe

westlich von LibSic)

Das Gestein d i der Ampliibolit von der kleineren, niilier bei Libsic L U gelegenen Kuppe, 1st fe^nkornig, griinlicli odor gran, kurz rissig, gewolmlich (rjjorit von Quarz und Calcitaderchen durchdnmgen u besitzt oft an sciiten Spriingen Amphi- bia 3 mm grosse Periklinkrystalle und drusigen Quarz in kleinen Kry- '

stftllchen

Das Priiparat zeigt schon dem blosen Auge zerstreute, unregelmassige, trftbe FeldspathnSdelchen in einer Grundmasse, welcbe ziemlicli iiberwiegt und griinlicli oder graulich ist und stellenweise schwarz ge&dert P>ei scliwacher vergrosserung sieht man schon, dass diese Grundmasse ein Gewr, oft strom- artig gelagerter feiner Leistchon, Stiulchen, Niidelchen und Fetzen vovstellt, welche mehr oder weniger dicliroitisch sind, zwiscben X Nikols, bunt pola- risieren und dem Ampliibol und seincn Epidot- oder Chloritartigen Verwit- terungsprodukten angehoren Audi Quarzkorncken kommen vor und sebr selten auch Calcitkorner

fin Vergleicli zu den triiben, grauweissen Feldspathleisten, an denen man nur selten die polysyethetiscbe Struktur bemerken kann, ersclieinen die faserigcn Ainpbiboldurclischnitte sebr friscb zu sein; man muss jedocli be- denken, dass eben die faserige Ampbibolumwandlung ebenso wie seine Ver- wittei'ung zu Epidot unter Ausscheiduug von Clilorit ein gewisses friscberes Ausselicn zufolge hat

Fur die klinodiagonalen Amphibollfingsschnitte wurde die Ausloschungs- schiefe auf 20°—25" abgesch&tzt

Die scbwarzen Aderclien, welche man bcsonders in den an Feldspatb reicheren Partien bemerkt, gehoren dem Pyrit an, welcher sicb durcli den Widerstand in Kouigswasser und dnrch die cbem Analyse verriitb

Das lichtgraue Pulver des Gesteines sties mit Salzsiiure bebandelt nur Wenige Kohlensiiureblaschen heraus Mit Soda aufgescblossen zeigte es eine

deutliche Manganreaktion und die anges&uerte Losung der aufgeschlossenen

Masse Spuren von Bors&ure Phospliorsiiure wurde nicht aufgefunden und die cbeinisclie Mikroanalyse ergab das Verbiiltniss des Natriums zum Kalium

't •• 7,

Die quantitative Analyse von ISoficky selbst u z an eineni sehr frischen Sandstttck, an dem eine Periklindruse war, durchgeftthrt (siehe: der Glim- merpikropbyr u s w in Tscherm Min u petr Mittb 1877, S 49G u ff.)

;»i ergab in %

Kieselsiiure 50-42 Thonerde 5'65 Eisenoxyd 17-52 Kalkerde 8-51) Magnesium 5-92 Schwefel 12-72 Wasser • P24

102-06

Trang 24

Da nun das Eisen fast alios dein Pyrit und Amphibol so wio semen Verwitterungsprodukten angehort und demnach als Eisenbisulfuret und Eisen- oxydul auftritt, erfordern 12-72% Schwefel, 11-13% Eisen, was 15-90% Eisenoxydul entspricht, auf das Pyrit entstehe In Folge dosson bleibt L-46°/0

Eisenoxydul (reap P62% Eisenoxyd) fur don Amphibol Deshalb muss die oben angefuhrte Analyse in dieseni Sinno transformirt werden Nacb dor Umrechnung dor Analyse entfallen dann, als die Differenz auf LOO Th 2-87% auf dio Alkalien

Auf Grand der Verrechnung einzelner cliem Bestandtheile auf dio im Gesteino enthaltenen Minerale gibt Boficky (1 c S 4(.)(i und 497) die Zu- samuiensetzung des dioritischen Amphibolites vom westlichen Htlgel boi LibSic folgendermassen an: 37% Amphibol, 24% Pyrit, 22°/0 Feldspath u z % Natronfeldspath (auf Grand dor Mikroanalyse) und % Kalifeldspath, L6% Quarz und Kieselsiiure Pyrit ist solbstvorstiindlich cin dor Mengc nacb va- riabler Gemengtheil Dor Feldspath war ursprunglich ohno Zweifol oin Icalk- a,rmor Plagioklas, wurdo aber (lurch Verwitterung odor besser gesagt durcb Auslaugung dos Calciums boraubt, so dass soine Zusiunmensetzung dem an seinen Kluften auftretenden Periklin sobr nahe kommt Der kleine Wasser- gehalt so wie die mikroskopische Untersuchung liisst daflir halten, dass hier Epidot und Ghlorit eiitstanden ist, welche Minerale aber boi dor Verrechnung dor Analyse nicht in Anbetracht genommen warden

Koficky fi'ihrt (1 c 8 497) das Schema an

Chlorit 3H20, 4(MgFe)0, Ala08.2SiOa

Epidot H20.4 CaO 3ALO 68iO„

Summa 4H2(), 8RO, 4A1208, 8SiO,

8RSi08 + 1 — 2Al2Oa

2 —3A1203 + 411,0 Amphibolsubstanz

und bonierkt, da,ss die Amphibolsubstanz (und selbstverstandlich audi Augit- substanx) (lurch Aufnahine von Wasser und Thonerde sicli in Chlorit und Epidot umwandeln kann und dass man, wenn auch ein Theil von Epidot und Chlorit als Amphibol berechnet wird, mit Ausnahme von Thonerde sonst koine merklicbon Differenzen vorlindot Das Chlorit und Epidot wirklich aus Augit und Amphibol durch Vorwittorung derselben entsteht sieht man ubrigens

in alien diose Minerale enthaltenden Gesteinen bosondors aber in dorou Ver- witterungsprodukten im Moldauthale u / sohr oft und nicht seltcn auch sehr anseliaulich

Ubrigens ist die Zusammensetzung des Gesteines, wio dies auch sonst gewohnlicli vorkommt, nicht an alien Stellen gleich und variirt nacb dem versohiedenen Verwitterungsstadium so wio auch nacb der Stelle in der Gang- masse ziemlich auffallend Audi kann man mit bloscm Auge bemerken, wio vcrschiedenartig die PyritkSrner aui'treten Audi fand Boficky in einein an- deren llandstiick des Gesteins nach eigener Bestimmung

Wasser 3-55%

Kicselsiiure 41-80%

Das llandstiick war vor einer kleineii Quarzdruse bedeckt

Trang 25

Die zweite Kuppe slidwestlich von LibMc fiihrt, wie bereits erwiihnt wurde, audi dioritiscben Ampbibolit

Das mikroskop Praparat des Gesteines zeigt schwarzliche, grunliche und grauweisse Strie,m#n, Fetzen und Aderchen Die scbwarzlicben Stellen entlialten sebwarze Korncben, die oft staubartig und zu Aderchen zusammen- gereiht sind Die grunliche Substanz bildet stelleuweise unregelmiissig be- granzte Partien und ist entwedcr einbeitlich oder fein fasorig oder besteht aus Complexen von parallelen langen Siiulchen Audi dort, wo sie scheinbar einheitlich aussieht, zerfallt sic im polarisierten Licbte in ein buntf&rbiges Aggregat von Kornern Die grauweisscn Strienien und Fetzen, welcbe zumeist die schwarzen Aderchen begleiten sind veil von langen nadelformigen, grau- weissen oder farbloseu und verwirrten Mikrolithen, und verrathen sich stel-

leuweise als Durchsclinittc einstiger Fcldspiitlie Im polar liichte zeigen sie eine A.ggregatpolarisation und entlialten stelleuweise Calcitpartien, die durch die bekannten Sprlinge charakterisiert werden

f}g- 8, Die LibSicer Felswand Der Gang 22 im Eisenbahndamme fiihrt einen spharo-

I i Hi i sch c n Qua rzporphyr und ist imclisi wahrscheinlicb eine Fortsetzung der Gang

partie Nro 28, ja delleicht auch 24 Die Gangpartie Nr 28 ist in der Mitto und am

sttdlichen Saalbande ein Radiolithporphyr, am nOrdlieben Rande verlieren sich die

Radiolithe und das Gestein ist ein Felsophyr, wie des Ganges Nr 24 Der Gang 25

ist ein f-elsitisch-radio lithischer Porphyr in der Mine Quarz flihrend Gang Nro 26

isl ein Gl immerpikrophyr und das Gestein, in dem alle diese G&nge auftreten, isi

ein dioritischer Amphibolit, der stelleuweise schief'rige Einla^en entliiilt

N

Circa 200 m nordlich von der Station Libsic, wurde (Fig, 3) durch die

Eisenbabn eine Felswand entblosst, dcrcn Hobe nach Boficky" 70 m betragen

soil In der Wirklichkcit ist sie viel niedriger Ihre Lange betragt niehr

als 200 m

Diese ausserst intcrcssante Felswand wurde von Boficky in Tschcrin

Min und Petr Mittheil L879 S 493 u if ausflihrlich beschrieben Auch

Helmhacker bescbrieb in denselben Mittbeilungen (1.877) einige von den in

der Felswand auftretenden Gesteinen, wieder von seinem Standpunkte aus-

Im Ganzen besteht die Libsiccr Felswand, oberhalb welcber man noch

einige Uberreste der ebemaligen und an dieser Stelle die Moldau beherrschen-

,l(V|i Burg Dibchrad benieikt, aus dioritisch em Amphibolit, welcher

zwiscben den Gangen Nr 22 und 23 und vor 24 b) grossere und kleinere

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Partien eines dunkelgrauen Schiefers entha.lt In dicscm Grundgestein treten nun die Porphyrglinge 23, 24 und 25 auf Die Gangpartie 22 ist gewiss die Fortsetzung des Ganges 23, unterm Eisenbahndannne Die Gange 24 und 25 troten ohne Zweifel audi am rechten Ufer der Moldau auf, und zwar unter

Nr 100 und 102, die spater beschrieben werden Der Gangkomplex 24 wird durcli cin interessantes jlingeres Gestein von einer Maohtigkeit von LV2 m

Der dioritische Amphibolit, welcher die Felswand zusammensetzt, ist dem Gestein vom westl Httgel bei Libsic selir iilmlidi An verschiedenen Stellen ist er verschieden verwittert und besitzt audi an verschiedenen Stellen eine verschiedene Korngrosse

Die weniger verwitterten Partien am siidlichen Ende des Pel sens, welche kurzkluftig und dunkelgriingrau und schwarz gefleckt oder von Calcit geadcrt waren und unter der Loupe deutlich feinkornig, zeigten sie sich im Mikroskop

;ds ein Gewirr von unrogelmassigcn griinen dicliroitisclien Saulchen und Parti- kelchen und grauen Nftdelchen, welche dem Amphibol und seinen Verwitte- rungsprodukten dem Chlorit und Epidot angehdren und von spMichen grauen, trflben, znmeist triklinen Eeldspathleistchen und Quarz-, Calcit- und schwarzen Pyrit- und Magnctitkornchen

Die Diinnsdiliffe, die aus Partien zwischen beiden Partien des Ganges 24., und zw melir vom nordl Theile prapariert wurden, und das aus recht verwittertem Matcriale, zeigten haupts&chlich Strome von grunlichen oder grau- lichen Nadelchen, Fransen und Fetzen, serpentinische und vom schwarzen Staube begrftnzte Partien und enthielten wieder Quarz-, Calcit- und Pyritaggregate, was alios gewiss sekundarer Provcnienz ist

Die Schieferpartien, welche an einigen Stellen im dior Amphibolit in

lagen.)

L U _

,.,., Feia einer Maohtigkeit von hochstens lm auftreten, sind an Pyrit selir reich Ge-

«mid niigend diinne Priiparate konnten aus ihnen nicht vcrf'ertigt werden Kleine rige Zwi-dttnngescbliffene Partien, die zwischen Gang Nr 22 und 23 entnommen wur-

,ll,,n den, zeigten, dass in einer lichtcn, stellenweise schwacli grunlichen Masse, welche im polar Lichte theilweise apolar oder bios schwach blSulich polari- sierte, stellenweise aber eine lebhafte Polarisation besass, eine schwarze ge- kornelte und staubigc Magnetit- und Pyritsubstanz eingebettet liegt Audi Quarz ist keine Seltenheit

Die cbemische Peschaffenheit dieser Schiefereinschlusse wurde im chem Laboratorium des Dr Iioficky vom Schreiber dieser Zeilcn untersucht, u zw

an einem sehr hartcn Handstucke, das unweit des kleinen Porphyrstuckchens zwischen dem Gange 22 und 24 a), oberhalb der Bahn entnommen wurde Die Analyse ergab in °/0:

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86-81 3-41

15-90 3-99 4-78

Alles Eisen audi aus dem Pyrit wurde als Eisenoxyd abgewogen

wurdcn niclit bestimmt

in der LibSicer Felswand

Nebstdem gab es viel Schwefel Die Alkalien

Die Porphyrgange, sowie ihre Partien, welche

auftreten, sind von Sttd tiach Nord folgende:

Der siidlichste ist eigentlieh bios eine Gangpartie, welche

dem Eisenbahndamme befindet und mit Nr 22 bezeichnet wurde

!l m breit und gehort ohne Zweifel zum Gang Nr 23

Partie ist grau und enthalt in der dichten Grund-

masse porphyrische Quarz- und Feldspathkornchen,

die 2—5 mm gross sind Die Grundmasse bcstelit

ausverscMedenartigausgebuchtetenundineinander-

gi'eifenden Keldspathkornern, welche von feincn

spharolithischen Quarzkornchen durchdrungen und

getrennt sind (Fig 4.) Nebstdem enthalt sie eine

ziemliche Anzahl von griinlichweissen Glimmer-

Wattchen, porphyrische Quarzindividuen mit sphii-

folithischer Umrandung, porphyrische Oligoklase,

Mieilweise auch Mikrokline Orthoklas tritt auch

a,Jf, aber sparlich Das Gestein dieser Partie ist

I)<M- Gang 23 ftthrt ein graues Porpliyrgestein, (lessen spez Gewicht

= 2-619, und das in der Gangmitte und an den Saalbiindern, besonders an

ll,!l» nordlichen mikroskopisch ziemlich verschieden ist Dies ist natiirlich

nicht zU verwundern, wenn man bedenkt, dass ein jedes Eruptivgestein a,n

seinen Randern, welche schneller ausktihlten, mehr Glasmasse enthalt und

Weniger and kleinere Mineralkrystalle als in der Gangmitte, wo die Krystalli-

s^tion infolge des langsameren Abkiihlens besser und regelm&ssiger vor sich

gieng, mill deshalb grossere KrystaUe und weniger Glasmagma zur Folgehatte

^ft blieb sogar kein Glasmagma ubrig

Die Mitte des Ganges 23 enthalt einen dichten Porphyr, der fast aus ^-JJ^ tauter RadiolithkSrnern zusammengesetzt ist Nebst den Radiolithon tritt noch der sMi

ein Gewirr von feinen quarzkornchen, Feldspathstabchen und strahlig odergjjd des Pinsolfih-mig grupiorten Durchschnitten eines licliten Glimmers In den Radio-(Radiolit.' Uthen, ja sogar in den gr&sseren Quarzkornchen, pflegt zuweilen Feldspath forphyr.) eingewachsen zu sein, welcher demnach zu den ersten krystallischen Ausschei-

dungen aus dem Gesteinsmagma angehSrt Auch die Handstucke vom sudlichen

Rande des Ganges 23 haben cine iihnliche Zusammensetzung, die Radiolitbe

sind hier aber etwas l&nglich und drangen sich so hart an einander, dass sie

P°lygonale Umrisse besitzen

Fig 4 Die Grundmasse des Porphyres der Gangpartie Nro

22 (lOOmal Vergr.)

Trang 28

Felsitische Quarz-Porphyre ftthrt die Mitte des Ganges 24 und 25., wabrend die Riinder der Gauge (und weil der Gang 25 ziemlich scbmal ist, und desbalb rascb abkiihlte, dieser fast durcbgiingig) duroh schnelle Erstar- rung Felsophyre, d i diclite Felsitporphyre besitzen

Der Gang 24., welcher die Mitte der Libsicer Felswand einnimmt, ist

in dieser bei 50 m machtig Nach Oben verschmalert er sicli aber auf einmal,

biegt sicli schlangenfdrmig und senkt sicli wieder scbnell gegen die Eisenbahn- sebienen (24 b) Hier besitzt er eine Breite von 3x/a M

Das griinlicli- Oder gelblicbgrane Gestein des Ganges 24 ist von muscli- ligem Brucli und zeigt im Mikroskop eine fast durchwegs farblose oder nur Stellenweise griinlicbe oder grauweisse Grundmasse, aus der Quarz- und Feld- spatbdurebsebnitte scharf und porphyrisch hervortreten Die Grundmasse aus der Mitte des Ganges zerfiillt bei 100X Vergr auf unregelmiissig in einander- greifende Chalcedonkornchen, zwiscben donen audi giinzlicb apolare Partien vorkommen Nebstdem bemerkt man aucb Gruppen von zarten, kurzen Nadel- chen, die, dor kleinen Dimensionen wcgen, nur schwach dicbroitiscb sind und alien nacb den Epidot angehdrcn, der aus Ampbibol entstanden ist

Die meisten porphyrischen und graubostaubteii FeldspathkSrner und Durcbschnitte besitzen 1'artien, welcbe durcb schrftge Sprunge charakterisiert sind, ja sie haben sogar — nacb Boficky — allseitig ausgebildete Calcit- rhomboeder, wobei in ihnen die griinlicbe, gefranste Substanz abnimmt Mancbe von den Feldspathen zeigen eine Gitterung, die an Mikroklin erinnert Im polar Liclite sind sie zumeist monocbrom Oder nur in Hiilften verscbieden- fiirbig; in diesem Falle haben sie aber oft schmale Einlagen von triklinen Lamellon Mancbe Feldspatbe Sind aber dicbt gerieft

Die dem blosen Auge sicbtbaren porphyr Qnarzkorncr, entbalten im Mi- kroskop Wolkcben, die aus Blaschen besteben, nebstdem alter audi Streifen und Partien der feinkornigen Grundmasse, welcbe an inanchen Stellen audi mit der umliegenden Grundmasse durch enge Kanalcbon zusammenbiiiigt Einige Quarzkdrner haben eine gestreifte Bescliaffenheit, welcbe audi im Mi- kroskop durcb verschiedeiie farbige Abstuf'ungen sicli dartbut

Der Rand des 24 Ganges enthalt einen dichten Felsophyr (S die Por- pbyrgest Boficky's Tab I Fig (>), der durcb raschere Abkiihlung der ge- schmolzenen Porphyrmasse entstanden ist Seine Grundmasse ist bei 100X Vergr aus unregelmassigen Kornchen zusammengesetzt, welche weisslich und blaulich bis dunkel graublau polarisieren Zwiscben ihnen befinden sich zahl- reiche feine (apolare) Opal- und Spliiirolithkdrnchen

Die porphyriscb auftretenden Quarzkdrnchen erscheinen, ebenso wie in der Gaiigniitte, im polar Liclite gestreift, und die Feldspathe gelid ren tlieils dem Orthoklas an, tlieils dem Plagioklas Urn dieselben zeigt die Gr Imasse, nach Boficky, eine schwacbe Fluidarstruktur Die Feldspathe haben im [nnern

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°ft Calcitpartien, welche ebenso wie die grtlnliche Epidotsubstanz in die Quarz- kSrner (naeh lioficky) infiltriert wurde (?)

Die chem Analyse des felsitischen Porphyres im Gauge Nr 24, u zw

; MIK seiner schmalen nordjjehen Partie (24b), welche im Laboratorium des II Prof Prcis am bohm Polytechniknm in Prag vom Herrn Assistenten Plamfnek durchgeftihrt wurde, ergab in °/0:

Nebstdem wurden audi Spuren von Schwefel gefunden, welche dem Pyrit

angeh6ren, der hie und da spiirlich vorkommt

Weil in diesem Porphyr audi Epidot vorkommt, wurde wie der entfal- 'ende Antheil des Eisen- und Manganoxyduls auf Eisen- und Manganoxyd uperfuhrt und nach der entsprechenden Verrechnung der Sauerstoffverhiiltnisse die mineralogische Zusammensetzung des Felsophyres aus dem 24 Gauge idgendermassen bestimmt: (Vergl die Porphyre Boficky's S 147 undTscherm Min Mitth L879 S 504 u 505.) Quarz- und amorphe Kieselsaure 38°/0, Natronfeldspath (Albit) 26-5°/0, Kalifeldspath 25°/0, Epidot 7-970 und Calcit ''•'"/(c Aus dem riickstandigen Eisenoxydul wurde die Menge des Magnetites

u"d Pyrites auf If)"/,, bestimmt

Der (Jang 25 der Libslcer Felswand ist ca 2 m miicbtig und enthftlt

Z1«neist einen ziemlich grauen Felsophyr von splittrigem Bruche Stellenweise

"• zw wie natiirlich in der Mitte des Ganges treten reiclilicher audi Quarz und Feldspathkorner auf, so dass hier cin felsitischer Quarzporphyr entsteht Mikroskopisch ist das Gcstein (Vergl die Porphyre Boficky's Tab I

^r-5) dem Porphyre vom Rande des Ganges 24 besonders in der Grundmasse ahnlich, nur dass in ihr npch strahliger Quarz vorkommt Beim Durchsehen nut der Loupe fallen uns in der Porphyrmasse grtlnliche Iderchen und Hiiuf-

chen auf, bei 100X Vergr und im polar Lichte zerfallt die Grundmasse,

(liu Sonst farblos erschciut, in unrcgehniissige Chalcedonpartien, welche licbt

Und blaulich polarisieren und zwischen ihnen befinden sich viele rnndliche

'ai'tien rander kranzformig gehaufter OpaMrnchen und Quarzsphftirolithe

In dieser Grundmasse sind Bttschelchen, Strahlen, parallele Btmdel und

Schone Radiolithe eingelagert, neben ihnen alter sehr spiirlich Feldspathleist-

") Von Dr lioncky sclbst bestimmt

Trang 30

chen Die griinliche Substanz in don Aderchen ist feinfaserig und deutlicb diehroitisch und umschlingt stellenweise Gruppen von grauweissen Calcitkorn- chen, welche sich bereits in den Handstttcken durch das Aufschaumen bei der Behandlung mit Salzsaure verratben

Selir sclten kouimen in ihr Uberreste von Amphibolsaulchen vor, aus denen sie ohne Zweifel entstanden sind Diese grtlnliche Substanz gehort baupt- sachlich dem Epidot an

Die Mitto des Ganges 25 ist fast von ebon derselben Beschaffenheit, wie der felsitische Quarzporphyr aus dor Mitte des Ganges 24

Die Dichte dieses fclsitisclien Quarzporphyres = 2*629 und die chemi- sche Analyse, die an einem Handstucke vom Rande des Ganges durchgefubrj wurde, und zw vom II Assistenten Plamlnek im Laboratoriuni des II Prcis

am k k bohm Polytechnikum in Prag, ergab in °/o:*)

=

77*16 13-81 Eisenoxydul

Manganoxydul Kalkerde

2-38 0-06 2-81 0-27

Audi Spuren von Pltospliorsiiure, Koldensiiiire und Schwefel wurden i'1

diesem Porphyr konstatiert, Weil die chem Mikroanalyse last lauter Kiesel- tliioi'kaliuui ergab, konnte bei der Interpretation dieser Analyse die ganze Alkalienmenge als Kali betrachtet werden Die unbetrachtliche Magnesium- menge gehort dem Epidot an, den audi seine Widerstandsfahigkeit gegeu Salzsaure, und die Gelatinirung nach starkem Gliihen nnd nachfolgender wiederholter Behandlung mit Kioselsilure bestatigten, Im Ganzen wurde die Zusammensetznng, wenn man von den kleinen Antheilen von Calcit, Magnetit und Pyrit absieht, des Felsophyres aus dem 25 Gange folgendermassen be- rechnet: Kieselsaure 5(!-5"/0, Epidotsubstanz 14-7°/0, Kalifeldspath L2*6%i Kaolin 8'30/0, Thonerdesilikat 8°/n Dieses letztere wlirde am ehesten in die Reine der Andalusitminerale angehSren nnd hatte seinen Ursprung in der ver- witfcerten Foldspatlisubstanz Es kann als Interpositionen zwischen den nadel- formigen Partikelchen der Radiolithe enthalten sein

Zwischen dem 23 und 21 Gange bemerkt man eine kleine dreieckige und zwischen 24 a) und 24 b) eine grossere uielir viereckige Porphyrpartie, von denen wenigstens eine kurze Erwahnung geschehen muss

„l)ie Partie zwischen dem Gange 23 und 24 euthalt eine dichte griin- idie, stellenweise graugeflammte Porphyrmasse, welche von last parallelen

*) Vergl BoMcky's Porphyre S L82 und LS3 und Tscliom M M Suite 500 u 501 -

Trang 31

lichten Aderchen durchdrungen ist, mit brciton Streifen und Fetzen einer

zeisiggrunen, sehr feinkornigen polarisierenden liochstwahrscheinlich Epidot-

substanz augehort, welche mit schraalen Streifen und Fetzen eines grauweissen

Gemenges abwechselt Dieses Gemenge besteht aus Quarzkornchen, welche

mit Glasgrundmasse zusammengekittet sind, und aus seltenen Feldspathleist-

chen Die lichten Aderchen bestehen an den Saumen aus stangeligem, nach

der Mitte zu aus kornigem und krystallinischem Quarz, das Innere ist von

spaltbaren Calcitko'rnera zusammengesetzt." (Tscherm M M 1879 S 507.)

Der Felsophyr aus der Partie zwischen 24 und 24b ist nicht imr L V

ausserlich sondera auch mikroskopisch dem Felsophyr ahnlich, der oben von ,1^,'^'j ",|'

Das j iingste Gestein der LibSicer Felswand und ini Ganzen auch das pwjo

Interessanteste ist das des 26 cca V/ a m machtigen Ganges

Der Gang durchdringt unter einem Winkel von 70-80° don dioritisclien L, I Amphibolit und den Porphyr des 24 Ganges Das Gestein wurde von Bo-(Q.^m8ej Hcky in der angefiilirten Arbeit (Tscherm M M 1870, S 507) unter dem pikro Glimmerpikrophyr aufgestellt, obzwar es melir oder weniger den Mi- p yr';

He ten, z B audi den Basalten nahe koinint Am meisten uiihert es sicli

aber Rosenbusch's Pikritporphyren u z durch die abweichende Constitution

und hauptsachlich durch den grossen Gchalt von Olivin Es konute audi

als augit-oli vinhaltige Minette aufgefiilirt werden (Tab I Fig 1)

Das Gestein ist braunschwarz, in frischen Sttlcken grauschwarz und dem

blosen Augc mit seinen zalilreichcn dunklen Glimmei'blattchen auffiillig Beim

Stldl Saalbande sieht man viele rothe Punkte, die gegen den Nordrand ver-

schwinden Der Nordrand selbst ist frei von ihnen

Von den benachbarten Gesteinen, besonders vom Felsophyr ist der Glim-

merpikrophyr so scharf getrennt, dass die Grenzlinie selbst im Mikroskop

scharf und einheitlich ist Auch sieht man nirgends, dass die Eruption des

Ganges auf den durchbrochonen Poryphyr irgendwic gewirkt hiitte, was einer-

seits durch die Heine Machtigkeit des Gauges, andererseits audi durch die

teste Constitution des Porphyres schon erkliirlich ist In der Pikrophyrmasse

hatte aber die rasche Abkiililung des allem nach teigartigen Eruptivgesteines

doch eine grossere Menge eines braunen Glases in seiner Gnuidmasse

zn folge

Die Grundmasse ist zumeist glasig und bei 100 X Vergr grauweiss,

braun bestaubt, (lurch filzige Gebilde getriibt und mit rundlichen oder abge-

platteten grauen KSraern oder stellenweise audi mit seltenen Hfiufchen von

grauweissen Mikrolithen zwischen den anderen Gemengtheilen wie ein spiirliches

Bindemittel ausgebreitet Stellenweise! bios bildet sie selbststandige rundliche

Partien In Salzsaure scheidet sie eine gallertartige, durch Fuchsin sich schwach

fftrbende Kieselsaure ab Hire abgerundeten Partien, welche gewohnlich be-

staubt und rostig sind und von Augitsivulchen und Biotitleistchen umgrenzt

werden, enthalten neben kleinen Olivin-, Augit- und Biotitindividuen audi

calcitisch-dolomitische Kornchen, undeutliche Stabchen, die der SalzsSure

"widerstehen und ohne Zweifel den Feldspathen angehoren, dann andere

k

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strahlig angeordmete Nadelchen, die in Salzsaure gelatinieren und Zeolithen angehoren Diese und die calcitisch-dolomitische Substanz weist auf die par- tielle Umwandlung der Grundmasse hin

In dieser Grundmasse treten nun porphyrisch oder in kleineren Indivi- duen hervor:

Brauner Glimmer (Biotit, vielleicht auch PMogopit*) Dieses Mi- neral ist in dem Gestein am meisten verbrcitet und ist in den Durchschnitten,

welche zu oP parallel sind, rothbraun oder dunkelbraun Solche Durch-

schnitte sind sehr oft schon sechseckig, in der Mitte lichter Die dor Ilaupt- aclise paralleleu Durchsclmitte sind leistenformig und der Lange nach fein gerieft und lichtbraun oft gebogen Die Mikroanalysc ergab in dieseni Biotit neben Magnesium und Eisen auch Kalium und etwas Natrium und Calcium Augit pflegt in den Durchschnitten scharf begranzt zu sein und zeichnet sich hier durch die beinahe unter einem rechten Winkcl sich sc.hnei- denden charakteristischen Sprunge aus Seine Farbe ist grauweiss, gegen die Eander etwas dunkler An den Schnitten findet man oft Durchschnitte die von den Flachen M/', &O P OO und oo P oo umgrenzt werden An den, welche zur Hauptachse parallel geflihrt sind, findet'man auch die P Umrisse

Ncben den Krystallen kommen oft auch mehr oder wenigcr regelmassige Korncr vor, aber beide zoichnon sich bci gnisscren Dimensionen oft durch eine schi'tne Zouenstruktur — hauptsachlich an den Randern — aus, und im l»olar Lichte, in welchem sie zwar bunt, aber immerhin doch oicht so Iebhafl wie Olivin gefarbt erscheinen, auch iiftcrs durch Zwillingscrscheinungcn aus Tin Inneren, hauptsachlich in der Eandzone, pflegt der Augit oft cingewacliseue Nadelchen von Augit, Apatit und Magnetitkornchen, ja sogar Fetzen von Grundmasse zu haben Weil Augit auch im Biotit und Olivin eingescblosxen

zu sein pflegt, muss man ihn so, wie den in ihm cingeschlossenen Magnctit als die ersten Mineral*! ansehen, welche aus der abkiiblenden Eruptivmasse sich ausgeschieden haben Die Mikroanalysc der griisseren Augitindividueii ergab Kiesenfluoride von Calcium, Magnesium und Eisen

Olivin tritt in der Grundmasse in grSsseren und kleineren Kornern

in ziemlicher Menge auf Er ist immer scharf begrenzt, aber zumeist schon angewittert oder audi verwittert Wo er noch nicht angegriffen ist, pflegt er vviissscrhell zu sein, hat dunkle (infolge des Brechens und Reflektierens des Lichtes) scharfe Spriinge und polarisiert sehr lebhaft in griinen, rothen und blauen Farben Sonst ist or aber in eine grunlicb gelbe gewelltfaserige (chlo- ritische) odor in eine klare (serpentinisrho) Masse verwittert Das polar Licht zeigt nns stellenweise inmitten dieser Serpentingebilde auch dolomi- tisclie, scliwacb irrisierende Partien In Salzsaure gelatinisieren alle Olivin- durchschnitte und fiirben sich mit Fuchsin inteusiv und dauernd violett Die Kieselflusssaure ergab Eisen und Magnesium

*) Im polar, u •/, convergentem Lichte zeigten die bratmen und parallel /.n oP

»i:s<;liiiii,i,cii(!ii DiirclisclmiUc des lii';uincii Glimmers zwar ein dunklea Ereuz, aber seine Armo waren in zwoi Parabeln getrennt

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Magnetit ist in schwarzen, zumeist quadratischen Durchschnitten sehr gleichm&ssig (so wie in den Basalten) im Pikrophyr der LibSicer Fels- wand verbreitet

Die rostigen, stellenweise auch rothen Partien, welche beim sud- lichen Rande des Ganges reichlich vorkommen, erscheinen im Mikroskop als trube rostige Partien der Grundmasse, in denen farblose oder rothliche Leistchen eines unbestimmbaren Minerales auftreten Auch Calcifc kommt in Kornchen vor und verrath sich durch das Aufbrausen unter dem Tropfen der Kieselflusssaure, nebst dem audi Zeolitknadelchen, die strahlenformig grupiert sind und in Salzsaure gelatinieren Um diese rothen Partien pflegt Biotit und Augit hie und da regelmassig angeordnet zu sein, so dass man sie irgend- wie als die ersten festeren Ausscheidungen nach Biotit und Augit aus dem Magma, betrachteu kann

In einem Prftparate aus diesem Gestein ist ein lichter fast 10 mm langer und 3 mm breiter Einschluss enthalten, welcher stellenweise wasserhell, an

anderen Stellen wieder graugrttnlich erscbeint und schon dem blosen Auge singeschlossene Glimmerblattchen und Grundmassepartikelcben zeigt

Die wasserhelle Partie ist im Mikroskop aus intensiv polarisierenden Kornern zusammengesetzt, die dem Habitus nach dem Quarz angehoren Die grflnlichen Partien haben ihre Farbe von langen, stellenweise grtinlichen Nadeln eines n&her niclit bestimmbaren Zoolitlies Neben ihnen polarisiert die klare Masse nicht so intensiv und erinnert an Dolomit An einigen Stellen Bndet man auch in der Dolomitsubstanz einzelne lebhaft polarisierende Quarz- korner Eigentbtimlich radial sind die Zeolithnadeln um einen Glimmerdurch- scbnitt geordnet und dieser Durchsclmitt selbst ist wieder von einem dichten Gemenge von mikrolithischen Krystiillchen eines sekundiiren Minerales dureh- drungen

Calcit impragniert nach Iioficky in Form von Kornchen nicht nur die Grundmasse1, sondern auch die Augit- und Olivindurchschnitte, denn alio diese Gemengtbeile schaumten unter Sauren auf Es werden wohl auch Dolomit- kSrnchen sein, welche die Kohlensaure entliessen Als Gibbsit deutet

"oncky (1 c S 510) die flockigen Kornchen, welche die Grundmasse truben

"nd durch Eisenoxydhydrat etwas gefarbt sind

Apatit ist in sechsseitigen, klaren, quer zersprungoneii Nadelchcn niohr Oder weniger haufig in der Grundmasse und in den einzelnen Mineralbestand- theilen enthalten

Da die chemische Analyse dieses Gesteines und ihre Interpretation viel Interesse besitzt, mSgen beide aus der angefuhrten Abhandlung Boricky's (° 510 u, ff.) arigeftthrt werden

Das Pulvcr des Gesteines wird von siedender Salzsfture melir als zur Halite gelflst, wobei die Kieselsaure zumeist in Flocken ausgeschieden wird Die vom Herrn Plaminek im Laboratorium des Herrn Professor Preis am

"ohm Polytechnikum in Prag durchgefilhrte Analyse ergab in °/0 im(l zw- H1

den 52'76n/0) welche sich in Salzsaure ant'loston und in den 47-iM0/o, welche

111 Salzsaure unlosbar blieben:

3

jl

Trang 34

In dem In dem lm ganzen gelflsten unlosbaren Gestein Antheil: Antheil: also:

1 -578 0-744 0-802 2-891 4-304 0-601 0-677 0'51-J 0-640 1-920

Die Vertheilung der Sauerstoffverhaltnisse

«1

0-820 0-840

0-640 0-51-2

2-081

0-677

0-388 —

I L-099 1-778

O

1-510

— 1-540

Trang 35

Die mineralogische Zusammensetzung des Pikrophyres

Es besteht somit dieaer Gliminerpikrophyr in dem analysierten Hand- Btftcke annfthernd aus 27-90% dunklen Glimmers, 24-25% Augit, 26-95% kieseliger Glassubstanz und Quarz, 2% Calcit, 2'10% Apatit, 6-01% Olivin, 5-51% Magnetit und 5-03% Gibbsitsubstanz indere Handstucke, die die rostigrothen Punkte enthalten, kSnnen nach der Absch&tzung Bofick^'s

B—15% Orthoklas enthalten

Von den Minetten, die in der Umgebung von Prag aul'trcteu (Michle, /lilirhlice, Jarov, Stechovice und an anderen Orten) unterscheidet sicli der Pikrophyr durch die ziemlich grosse Menge von Augit, der deutlich, ja sogar Porhhyri sell ausgebildet ist, wahrond deinnian bei den eigentlichen hiesigen Minetten bios annehmen kann (z B bei der von Michle), dass die grau- weissen Mikrolithc zumTheil dem Augit angehOren, die Heimlich, welche keinen J-hjochroisiuus zeigen, wiihrend die pleochroitischen dem dunklen Glimmer angehoren Auch die Magnetitmenge ist im Pikrophyr vicl grosser als in den Minetten Beiden Gesteinsarten gemeinschaftlich ist der Olivin, den man

entweder direkt Oder in den Verwitterungsprodukten fast aller unserer Mi- Qetten erkennen und beweisen kann Dud so konnte der Pikrophyr als ein

U|),,i'gangsgestein zwischen die Basalte und Minetten gcstellt werden, und wer weiss, ob man beim eingehenden Stadium der geotektonischen Verhalt-

3*

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nisse der Minettegange im mittleren Bohmen, die wir jetzt als Eruptivgesteine des unteren Silurs betrachten, dieselben niciit in ein viel jiingeres Niveau, wenn nicht sogar bis in die Tertiarzeit und in Verbindung rait Basalten stellen konnte Zu diesen wtirde gerade der Pikrophyr der LibSicer Felswand einen guten Ubergang bilden, rait seinem Augitgemengtheil und seinera reichlichen Magnetit

Es (iberrascht wenigstens einen jeden, der viel Basaltarten im Mikro- skop untersucht hat, wie „basaltisch" die Pikrophyre aussehen Noch mehr ist dieses Gestein manchen feinkornigen Pikriten *) ana dem nordostlichen Mahren verwandt, besonders denen um Neutitschein herum, welche nur dnrcb eine grossere Menge von Olivin sich auszeichnen und stellenweise den Ba- salten auch schr fthnlich sind

Jcdenfalls ist es aber nothwendig, dieses Gestein (den Pikrophyr) und die bis jetzt bckannten bolim Minetten auseinanderzuhalten

V Von der Libslcer Felswand bis nach Kralup

Nordlich von der LibSicer Felswand bildet die Staatsbahn einen Aachen Bogen gegen NW., uhmnt dann eine nordliche Richtung an und schneidet sich beim dritten Wachterhause niirdl von LibSic in einen i'elsigen Steilabhang hinein

s

Fig 5 Die, Skizze des Eisenbahneiiischnittes beim dritten Wachterhause nordlich

von der LibSicer Felswand Die Steilwand besteht aus syenitischem A.mphibolit, in dem die Gftnge 27, as und 2 ( ) auftreten Diese Gange Edhren einen dioritiscnen Syenit von ?er

schiedener Beschaffenheit

Im Profyl dieses Einschnittes (Fig 5) u zw in seiner nordlichen Halfte sieht man dem dritten Wachterhause gegenuber im syenitischen Amphibolit, aus dem dieser ganze Abhang zusammengesetzt ist und der nur wenige Schie-

ferpartien enthftlt, einen schwachen Gang Ni'o 27, der nur 0'2 m machtig ist Von ihm ca 4 m nach Norden tritt ein fast paralleler und noch weniger

machtiger Gang (28) auf, und nach weiteren 14 Metern der Gang 29, dor

beinahe 8 m breit ist und der in der Wand zuerst eine geneigte, woiter aber

eine wagrechte Lage einnimmt and bis zu ihrem nordlichen Ende sich erstreckt

*) Mehr davon in der Monographie der Tschenite und Pikrite im nordOstl Mahren, welche der Sehreiber dieser Zeilen in liiilde verOffentlichen wird

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Alio diese Gauge gehoren dem dioritischen Syenit an, unterscheiden sich aber von einander ziemlich viel durch ihre makro- und mikroskopische Zusammensetzung und audi durch die verhaltnismfissige Menge der minera- lischen Bestandtheile *

Der syenitische Diorit des ganzen Felsabhanges 1st grttnlichgraii und dicht In semen Dtinnschliffen kann man scaon mit ein'er st&rkeren Loupe farblose Nadelehen seheu, die in einer graugrunen, schwarz punktierten und gefleckten Grundmasse eingebettet liegen

Bei mikroskopischer Untersuchung des Gesteinpr&parates bemerkt man, dass das Gestein hauptsaclilich aus Nadelehen und Siiulchen besteht, die strom- artig, strahlig oder verworren gelagert sind, eine grunliche Farbe besitzen, dichroitisch sind (Epidot und Amphibol) und aus faserigen oder feinfaserigen

ja sogar Btrukturlosen Fetzen und Fransen von Chlorit, zwiscbon denen hie und da farblose Feldspathleistchen, sparliche QuarzkSrner, Sfters aber schwarze Pyrit- und Magnetitkorner sicli vornnden Dem Pyrit gehoren audi die schwarzen

Aderchen an, welche die miki'oskopisclien Spriinge ini Gestein ausfullen

Eine eigcntbunilirbe Beschaffenheit zeigt das Gestein nicht weit vom

Gauge 27 In seinein Diiunschliff sah man abwechselnd weisse und triibe und

dann schwarzliche und endlich griine klare parallele Streifen und Fetzen

Die tiiibon Partien enthalten Feldspathsubstanz, welche von Magnetitkornchen

•Hid langen Amphibolnadeln durchdrungen 1st und ganz dieselbe Beschaffenheit besitzt, wie wir sic mit regelmiissigen Umrissen der Bestandtheile im diori-

tischen Amphibolit des 27 Ganges finden Die schwarzlichen Streifen be-

Stehen aus schwarzen Kornern und Flocken und grosseren grauweissen Kry-

stallbruchstilcken mit scharfen Rissen, welche stellenweise von einer griinlichen

apolaren strukturlosen oder einer anderen faserigen und schwach polarisie-

fenden Snbstanz umschlossen sind

Die griinlichen Streifen und Fetzen bcstohen aus NadelhSufchen und

Fasern von Amphibol, die, wie dies oft in Amphiboliten vorzukommen ptlegt,

Stromformig gelagert sind

Die Handstucke vom 27 Gauge wareii zweierlei Art: die einen

licht griinlicb grau, die anderen dunkel griingrau

Die Diinnschliffe der licht grunlichgrauen Abart zeigen im Mikroskop Syenit.)

°i» niikrolithisches (iemenge von braunrichgrauen und grauen faserigen Am-

Phibolnadeln, selir schmalcn Feldspathleistchen, griinlichen Fetzen und apo-

laren Aderchen und endlich gleichformig ausgebreiteten Maguetitkdrnern, welches

Gemenge in einer grau bestiiubten Glasgrundmasse eingebettet liegt Aus dieser

Grundmasse1, treten porphyrische Leistchen oder unregclmiissige und abgerun-

dete Feldspathpartien hervor, in denen viele graue Niidelchen und Kbrnchen

(''i'geschlossen sind Stellenweise zerfliessen die Nadelehen auch in die

Grundmasse

Die Praparate der dunkel griingrauen Handstucke, welche aus der Mitte

des Ganges herriihren, enthalten in einer lichteren apolaren Grundmasse ein

deutlich kiirniges Gemenge gelblichgrauer und briiunliclier faseriger stark

pleochroitischer Amphibolnadeln, last farbloser Feldspathleistchen und Horner

waren L- U Gang 27

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Das Gestein des ca 01 m Ganges 28 ist dor lichten Abart des 27

Ganges ahnlich, ist aber bei 100 X Vergr deutlicher kornig und reicher an porphyrischen Feldspatheinsprenglingen

Diese Feldspatheinsprenglinge sind zumeist einfache Leistchen, welche zwisclien X Nikola gleichfarbig sind, oder infolge der Verwitterung eine kdr- nige und nadelfdrmige Aggregatpolarisation zeigen Aber stellenweise bemerkt man audi Durdisdmitte, an weldien einige Lamellen wenn audi nur durch scbwadie Farbennuancen bemerkbar waren

Die grdssten, dabei aber doch kaum 2 m langen porphyrischen Fold-

spathkrystalle pflegen sehr rcich zu sein an staubigen Magnetitkornchen und sdivvarzgrauen Aniphibolnadeln Sie sind gewdhnlich unregclmassig begriinzt und die Grundinasse macht in sie verschiedenartige Einbuchtungen

Fragmente dieser Feldspathe, welche unterm Mikroskop abgesondert und von frcmder Substanz wie mdglich befreit wurden, ergaben mit Kieselfluss- siiure fast gleich viel Kalium wie Natrium, des ersten aber doch etwas mehr, neben beiden sehr geringe Spuren von Calcium, woraus man urtheilen kdnnte, da,ss der Orthoklas im Ubergewicht ist und der Kalk-Natronfeldspath dem Oligoklas angehdrt Weil aber der Feldspath doch einen Grad der Verwitte- rung vcrriith und bei der Verwitterung der Feldspathe der Nafronhestandtheil

am ehesten ausgelaugt wird, ist es unmoglich, das urspriingliche VerhiiJtnis des Natronfeldspathes und des Kalifeldspathes in dem verwitterten Gestein sicher festzustellen

Das Gestein des fast 8 m machtigen Ganges 29 ist griingrau, deutlich

feinkdrnig

Bei 50 X Vergr zeigen die Priiparate, dass das Gestein zumeist aus Feldspath besteht, dessen breite Leistchen im polar Lichte meistentheils ein- farbig sind und geflockt oder wenigstens grau bestaubt zu sein pflegen Seltcn zeigen sie und das zieinlich undeutlich eine polysynthetische, stellenweise audi gitterartigc Struktur, die schon durch die Staubkornchen angedeutet wird Einen weit kleineren Theil der Masse nehmen kleine Haufchen von Ain- phibolsiiulchen ein, die briiunlich grim bis braun sind, am Rande oft gelblich- gnin, faserig und durch starken Pleochroismus ausgezeichnet Weiters sind

in ihr farblose Quarzkdrnchen, hochstwahrscheinlich sekundaren Ursprunges, schwarz umsiiumte und zersprungene an Augit erinnernde Korner und ziemlich haufige verhaltnismassig grosse Magnetitdurchschnitte

Zwichen den Feldspatlulurclisehnitten betindet sidi an einigen Stellen eine blaulich griine strukturlose und apolarc Substanz, welclie hie und da braunlich polarisiercnde dem iirsprunglichen Amphibol angehorende Fasern und Saulchen einschliesst Ks ist eine opalartige Substanz, welche z P in

«1 <ML Pikritcn des norddstl Miihrens sehr oft, sonst aber hie und da in vielen anderen Gesteinsarten um die Amphibol- und Augitbestandtheile sich aus- breitet, ohne Zweifel als deren letztes Umwandlungsprodukt neben serpenti-

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nischer Substanz, aus der sie auch direkt entstanden sein mag Die Serpentin-

substanz ist aus einem Ohloritmineral und dieses aus dem urspriinglichen

Augit-Amphibolbestandtheile entstanden

Kleine, den Dttan&phliffen entuommene Fehlspathpartikelchon ergaben mit

Kieselflusssaure wieder mehr Kalium als Natrium, darneben etwas Eisen (aus

der Amphibolsubstanz, die unvollkommen von dem Feldspath abgesondert

wurde) und Calcium Daraus konnte man schlicsscn, dass Orthoklas iiber

Oligoklas das tibergewieht hat, wofiir auch die mikroskopische Untersuclmng

spricht Audi wurde das Uberwiegen des Kaliums iiber Natrium in den ge-

gliihten Bruchstiicken des Gestcincs, die mit Kieselflusssaure priipariert wurden,

beobaclitet, dabei abcr nocli viel Magnesium und nicht wenig Calcium

Wenn wir nun die mineralische Beschaffenheit und die mikroskopische

Struktnr aller drei Giinge tiberblicken, sehen wir, dass der Diorit-Syenit des

breitesten Ganges am meisten Feldspath und am wenigsten Amphibol besitzt

Und fast irei ist von Glassubstanz in der Gnindmasse, wiihrend dem die

Diorit-Syenite der schmalcn Giinge mehr Amphibol und Kalknatroni'eldspath

besitzen als der Gang 29 und auch mehr Glas in der Grundmasse haben, was

natiirlicli ist, da das Gestein in den schwachen Giingen bei der Eruption sich

schneller abkiihlen nuisste als das des miichtigen Ganges 29

Der Felsabhang, in den sich die Bahn nordlich von Dolan bei der L V

ocandamuhle und weiter beim Wacnterhause gegeniiber von Chvat^rub Dolan."

(-inschneidet, bestelit ebenfalls aus dioritiscliem Amphibolit, dessen Diinnschliffe (Diorit

Bei schwacher Vergriisserung erkennt man in den Dunnschliffen von

beiden Orten Umrisse zahlreicher Feldspathleisten, die aber durchwegs ver-

Wittert sind Bei 100 X Vorgr bemerkt man, dass auch anstatt des Amphi-

bols zumeist seine Verwitterungsprodukte Epidot und insbesonders Chlorit

T°rkommen

I>as ruirdlichcre Gestein, dem Wiieliterhause gegeniiber, ist schon bei

°0 X Vergr deutlich kornig, wiihrenddem das Gestein von Kocanda sehr fein-

kornig ist in diesem sieht man sehr lange Amphibolsiiulchen, die am Ramie

schwiirzlich eingesiiumt sind, inwendig aber graulich durchscheinen

Griinliche und faserige Amphibole sind im nordlicheren Gestein zicmlich

naufig, Beide Amphibolite enthalten viel schwarze unci schwarzgraue im ein-

lahendcuLichte goldige Fyritkornchen, welche insbesonders in zarten Spriingen

des Gesteines sich beflnden

Der in den zu Boficky's Porpliyren gehorenden Kiirtchen mit Nro 30

bozeichnete Gang gehbrt zwar nicht in das Moldauthal, ist aber nicht weit

v°n demselbcn entfernt

Er steht niichst dem nach Mfikovic fiihrenden Feldwege an Auch im

nahen Bache kann man sein Gestein antreft'en und zwar von zweierlei Modi-

Qkationen, Eine Art ist feinkornig, die andcre sehr feinkornig, jene zweifellos

aus der Gangmitte, diese von den Randern des Ganges

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an zarten grttnlichen Nftdelchen, die einen epidotartigen Habitus haben Die feinkornige Gesteinsart ftihrt dieselben Minerale, aber diese sind in gr5sseren Individuen ausgebildet und die Feldspathkrystalle, an denen ihr Verwitternngsstadium nur stellenweise eine lamellare Zusammensetzung er-

kennen liisst, erreichen bis 3 und 4 mm Lange und treten porphyrisch unter

den anderen Gemengtheilen hervor Im Dunnschliffe sieht man aber auch Augit ja sogar Magnetit tnit blosem Auge Sehr grosse Partien des Prapa- rates nahmen Verwitterungsprodukte des Augites ein, namlich grttnliche Chlo- ritanhaufungen und vreissliche kalkig-dolomitische Stellen ein,

Der Gang 30 ist demnach ein Diabas, dor in der Gangmitte por- phyrisch ist

Die Moldaulehne, zn dor wir nun wieder zurtickkehren, ist bereits von dor gegentlber von ChvatSrub liegenden MiUdo angefangen uiit einem Laub- waldchen bewachsen und besteht aus einem stark verwitterten, zumeist anf

schwarze Erde zerfallenem Schiefer, der dem untersten Silur angeh8rt,

In dor ndrdlioliston Partie dor Lehne, welche fast gegentlber dem Eisen- bahnstationsgeb&ude endet und hier ziemlich hoch entblosst ist, treten drei

Gange anf, von denen der sfldliche vom mittleron cca 130 m (in Fig 6 wurde

des Raummangels halber dor stldliche Gang dem mittleren niilior gerftckt), dor

tnittlere vom nordlichen cca ?>:> m entfernt ist Dieser nordliche begranzt

don Abhang gegen Norden

••.:

iff- 6 Der Abhang gegeniibcr dem Eisenbahnstationsgebaude in Kramp Der

Abhang besteht aus stark verwittertem Schiefer In ilira tritt (lor Gang :!1 an ganze Abhang besteht aus stark verwittertem Schiefer In ilim tritt dor Gang :!1 auf, der

einem verwitterten Diorit oder Syenit angehflrt und der Gang 82, (\<:v mil, Gang '!.'! oben

unter dor Ackerkrume in v"erbindung steht, welche auch ein verwittertes Dioritgestein

ftthren

J &• Dor stidl Gang 31 ist cca 45 cm miichtig und fiillt unter einem Winkel (Verwitt."v,m cca ^()° 8eg6n NW oin Er fuhrt oin stark verwittertes ohne Zweifel Diorit o dioritisches oder syenitisches Gestein An dem uord Saalbande ist oin schmaler, Syenit.)

Ngày đăng: 03/11/2018, 17:10

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