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Landesdurchforschung von Bohmen Vol 9-0001-0101

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Gcgcnwiirtig begniigt man sich nicht mchr wie fruhcr dnrch Jahrhunderte mit den geringen Kenntnissen, die man iiber das Wasser besass, welche erst, im Beginnc dieses Jahrhunderts durch d

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Vor»telier der RgtloultuiohumUslieu Vei snolis »lati i> u X.oboaitz,

ARCIIIV DER NATURWISSENSCHAFTLICHEN LANDESDURCHFORSCHUNG VON BOHMEN

(IX, Band, Nro 4.)

P R A G

DRUCK VON Dr EDV GREGR — KOMMISSIONS-VERLAG VON FR RIVNA.C

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Die ursprttngliche Absicht, dem Texte einige Orientierungskftrtchen beizugeben, konnte nicht

ausgefiihrt werden Der geehrte Leser wolle sich, wenn uiitbig, einer beliebigen geologischen

JCarto von Bohmen bedienen

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Einleitung

Wissensckaftlicken deist mid wissensckaftlicke Erfolge kann man unserer Zeit nicbt absprecben und so debut sick unaufkaltsam das weite Gcbiet der nienscb- licben Erkenntnis in der Erforsckung des Waltens der Natur in ikrer bewunde- ningswiirdigen mul grossartigen Werkstatte aus Die Chemie, welclie auf ver- sckiedenen (iebieten menscMiclier Tkatigkeit so gewaltige Entdeckungen zu Tage gefordert hat, wendet Liire Blicke erfreulicher Weise audi der Erforschung derje- lugeu Verbaltnisse zu, welclie die Wiisser versckiedener Besckaffenkeit darbieten

Zwar feklt es gegenwartig nickt an Analysen einzelner Quellen und Fllisse, aber mil- sekr wenige Untersuckungen existiren, welcke mis ein, abgeseklossenes I'ild der Veranderungen fliessender (iewiisser in den versckiedenen Tkeilen ihres Laufes und der ckemiscken Besckaffenkeit ikrer Zufiusse in der Art liefern wiirden, dass wir ttber das gauze Quellengebiet eines Flusses systematise!) unterricktet Wiirden und dass derartige Untersuckungen mil, den erforsekten geologiscken Grund- lagen in Verbindung gebrackt, iiberbaupt allejene Factoren mitberucksicktigt wtirden Welclie nickt nur den grosseren Oder geringeren Wasserreielitliuin des in Betrackt kommendeti Flussgebietes mid die relative Vertlieilung des fliessenden Wassers bedingen, sondern auch die Besckaffenkeit, Menge mid Vertlieilung der aufgclostcn und transportirten Stoffe in den versckiedenen wcitverzweigten Adersystemen eines Flusses mul selbst die Scbwankungen, die sick in der Menge der einzeliien Bestand- tkeile zeigen, liefern mockten

Urn die kydrograpkiscken und kydrocbeuiischen Verbiiltnisse eines Landes ''iclitig beurtkeilen zu kfinnen, muss man vorziiglich die vcrticale, wie horizontale Gliederung des Bodens, die geologiscke Ilescliaffenheit mid Bedeckung desselben, die klimatiscken Factoren, besonders die Niederschlagsmengc und die pkysikalisch-

c'iemiscke Besckaffenkeit der Oewiisscr und der Gesteiue, welcke dieselben durck- tti-cssen, naker kennen

Bei der wicktigen Rolle, welclie das Wasser in alien drei Aggregatszu-

^anden bei der Unigestaltung der festen Erdrinde spielt, sei es durch liieclianisclie Zerstorung mul Zerreibung der Gesteine, sei es dureb ckemiscke Zersetzung, Auf-

"'Sl|ng und Fortfukrung einzelner Bestandtkeile derselben, bei der bedeutsanien

•Lhatigkeit, welcke diesem leickt beweglicben Element als destructives und tivel-

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lirendes Agens der festen Erdkruste eigen ist, konnen chemisclie Analysen flies- sender Wii.sser and ilircr Quellen, wcim sic im vorliin angeftihrten Sinne im ganzen Lande durchgefiihrt werden, sowohl ein bcsondercs, als auch ein allgemeines Inte- resse besitzen

Gcgcnwiirtig begniigt man sich nicht mchr wie fruhcr dnrch Jahrhunderte mit den geringen Kenntnissen, die man iiber das Wasser besass, welche erst, im Beginnc dieses Jahrhunderts durch die Analysen der bertihmtesten Mineralquellen gefordert wurden und die in Bezug auf die Beschaffenheit verschiedener Wasser hochst mangclhaft waren, So dass sclbst die kurz vor 1830 ausgefuhrten Analysen verschiedener natiirlichcr Wasser heutc kaum mehr ihrcn Zweck crfiillen Erst die

in der letztcn HSlfte des 19ten Jahrhundorts untcrnommenen Analysen nattirlicher Wasser und Mineralwiisser entsprechen mchr den Fortschritten der Chemie und der Naturwissenschaften im Allgcmcinen

Konnen wir uns auch nicht schmeicheln, dass die Wasseranalysen des letztcn Dezenniums schon als vollstftndige gelten werden, so ist ihnen jedenfalls ein Schatz von Thatsachen eigen, der wcil unscre jetzigen Untersuchungen auf genauen Be- obachtungen und Versuchen bcruhen, fur alle Zeiten Worth behalten wird

Nicht nur die poroscn und zcrkliif'tetcn, sondcrn auch die coinpacten Ge- Steine besitzen abgesehen von ihren Zerkliiftungcn gewiss cine viel grosscre Per- nieabilitat fiir die Hydrometeorc, als man gewiihnlich vorauszusctzen geneigt ist, und welche dem Wasser besondcrs untcr stiirkcrcm Druckc einen Zugang in das Innere des Gesteincs gestatten Jc nachdem der Erdboden mehr Oder weniger wasserdurchlassend ist, dringt mchr oder weniger von den Mctcorwasseru ein

Die Hydrometeorc enthalten bckanntlich nicht nur rcines Wasser, sondcrn auch Sauerstoff, Stickstoff, Kohlcnsiiure und salpetersaures Ammoniak gclost Indeffl sie das Gestein durchdringen, nehmen sie Bestandthcile desselben auf, die jc nach lieschaffenheit der Gestcinc wcchseln; und gerade diese Frage ist cine der wich- tigsten bei der Untersuchung und Beurtheilung des Wasscrs in 15ezug auf seine Anwendung in der Technik und in hygienischcr Beziehung

Liegen Untersuchungsreihen von Wassern aus verSchiedenen Nivcaus der cinzelncn geologischen Formationen vor, so ist es Icicht, schon aus dem Gestein, aus welchem das Wasser hcraustritt, auf die Brauchbarkeit dieses Wasscrs fiir vor- schiedene Zwecke zu schliessen

Bis jetzt sind solche Arbeiten, welche die Classification des Wasscrs nach ihrcn Ursprungsformationcn hcrzustellen versuchtcn, nur drci bekannt Die von

liegelmann, welchcr die Quellwiisscr Wiirtoidiergs, und die von Pecher, wclclier dic

Wasser aus den Gcstcinen Unterfrankens lichandclt, endlich die Arbeit von Spaeth

welcher die hydrographischen Veiliiiitnisse Oberfrankens, spezicll des Fraukcnwahlcs zum Cxcgcnstan.de der Forschung gcnouimcn hat

In Folgcndcm wird die chemischc Classification des Wasscrs nach seineffl Ursprungsgebiete in Angriff genommen und die Untersuchung nicht nur auf die Quellen, sondcrn auch auf die Iiiiche und Kliisse, ausgedehnt, um die Beschaffenheit der Wasser systematisch kennen zu Icrnen, und die Veri'uiderungcn zu erfahreD) welche die fliessenden Wiisser auf ibrem Wege erleiden, ihre Beschaffenheit aacfl den Formationen, aus denen sic entspringen, besser wiirdigeu und spiitcr audi die

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Zusammensetzung der schwebenden Theile der Fliisse und Zufltlsse, sowie die Ab- lagerungen derselben in Schlamm und Detritus besser erforschen zu konnen

Den Gelialt der Qucllen an mineralischen Bestandtheilen finden wir in den Bachen und Flussen wicder In diesen unterliegt er aber grossen Schwankungen

Wenn Monate lang ein strenger Winter herrscht, sind es nur die Qucllen, welche unsere Fliisse speisen Im Sommer und Herbst gibt es oft langere Zeit- raume, innerhalb deren im ganzen Lande kein Niederschlag stattfindct, iibcrdics wcrdon dcni Boden durch die Verdunstung ungeheure Quantitiiten Wassers ent- zogen, so dass cs dann die Quellen sind, die unseren Biiclien und Fliisscn neuc Nahrung zufuhren Der Gelialt an mineralischen Bestandtheilen in den Flussen ist dann am grossten Zur nasscn JahreSzeit hingegen, wo die Kegen und Schnee- wasser bci weitem mehr als die Quellwasser bctragen, sinkt der Gehalt an aufgo- losten Bestandtheilen herab; denn jenc auf der Oberflache rasch und in grosser Menge fiiessenden Gewasser losen bci weiton wcniger auf, als die in das Gebirgs- gestcin dringcuden Gewasser Die Kegen- und Sclmeewasser fiihrcn abcr dann mehr oder wcniger schwcbcndc Theile den Flussen zu, wodurch sich dicse triiben

Hieraus ergibt sich, dass die Zeit der Probenahme der zu aiialysircnden Flusswasser angegeben werden muss

Urn den mittleren Gehalt der Bestandtheile zu crhaltcn, sollten cigcntiicli Z|i alien Jahreszeitcn und bei hohen, niedcren und mittleren Wassersttaden die Analyscn angestcllt werden Da indess nnr selten solchc wcitlaufige Untersuchungen durchgefiihrt werden konnen, so geniigt cs, die Analyscn beim niedrigsten Wasscr- Stande im Sommer oder im Winter vorzunehmen

Ist der Zweck der Analyse auf die Auffindung der in geringen Quantitiiten

Jn den Flusswiisscrn enthaltenen Bestandtheile gerichtct, so ist naturlich dazu die Zeit des niedrigsten Wasserstandes die geeignetste Die Zeit des hochsten Wasscr- Standes zur Analyse zu wiihlcn, kann nur den Zweck haben, den Grad der Ycr- diinnung kennen zu lerncn

An dem Ursprungc der Eger in Bayern hat Ililger's Laboratorium begonnen

die Qucllen der Eger zu untersuchen Weiterc Analyscn der Zufliissc dieses Flusses uegen nicht vor Zerstreute Analyscn der Hauptfliisse Bohmens von vcrschicdcnen oo'hmischen Chemikern ausgefuhrt, kommen nur vereinzelt vor

Mann kann nicht alio, an vicle Hunderte ziihlcnden Bachlein und Wasser- adern Bohmens der chemischen Untersuchung unterwerfen, ohne cine Arbeit zu

CI'halten, die allein ein Menschenaltcr erfordcrn wiirde, aber man kann nach geo- Snostischen Gebieten geordnet, die hervorragendsten Zufliissc der Fliisschen und der Hauptfliisse Bohmens in gewissen zu diesen Untcrsuchungeu gceignetsten Zcit- ,;|unien untersuchen und wird so cine Reihe von chemischen Analysen von Wiissern aus verschiedenen Mvcau's der einzelnen geologischen Formationen Bohmens er- u&lten, welche gestattet, auf die Brauchbarkeit verschiedener Wasser fur die vcr- schiedensten Zwecke zu schliessen

Die Analysen miissen moglichst erschopfend sein und sich nicht vielleicht

Qur aid' einzelne Bestandtheile des Wassers bczichen

Mil der Eger und iliren Zuflussen beginnend, wurden die Wasserproben

>ei dem kleinsten Wasserstande, wo moglich gleichzeitig genommei) und zum Ver-

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gleieb die zwei Hauptfltlsse Elbe und Moldau vor ihrer Vereinigung bei derUnter- suchung der Elbe, die Bger mid Moldau gleichzeitig zum lebrreicben Vergleicb mit analysirt, uni die Concentration des Salzgebaltes und die Beschaffenheit des Riiek- standes dicser drei llauptwasseradern des Land.es in einein und deniselben Zeit- rauine festzustellen,

Auc.li auf die Regenmenge mid seine Vertheilung im Lande in den Jahren der Untersucbung wird gebiibrende Rucksicht genonmien werden nu'issen

Die Trockenrtickstandsmengen der ETttsse konne tiberbaupt 8fter vorge- noinnicii werden, am die Scliwankungen im Gehalt der Wiisser an fixen und fliicb- tigen Veibindungen genauer kennen zu lenien, vviilirend von sammtliebcii kleineicii Zufliissen nur else vollstandige Analyse gemacbt worden ist

Verfasser fiibrte von der Eger und ihrcn Zufliissen viele AnaJysen aus und beabsicbtigt von der Elbe und Lbren Zufliissen mit Ausnabme der Moldau ebenfalls

an 40 Wa.sseranaJysen, von der Moldau uud iliren Zufliissen an SO AnaJysen, zii- sammen gegen L60 bis 200 vollstandige Wasseranalysen im Laufe mebrerer Jabre

zu liefern, eine sebr miibevolle ' Arbeit, die aber wcitbvolle Beitr&ge zur hydro- cbemischen Kenntnis BObmens lielern kaim

Urn die Grosse diss Quellengebietes eines Musses oder Bacbes und (lessen Gefiille zu ermitteln, warden aus den Specialkarten des k k geograpbiscben Insti- tutes die jedem Zuflusse zugeborigen Terraingrossen nacb deiu Princip der Zer- legung in kleinste Dreiecke, deren Flficbenberecbnung und schliesslicbe Addition aller erhaltenen Zablengrossen ermittelt uud bei der Bescbreibung des Flusses resp Baches beigefiigt

Dem analytisehen Tbeil nidge eine Skizze der Bodengestaltung unseres Vater- landes und der aus ihr folgenden naturlichen Gliederung vorangeben, da bierin die arsprftngliobsten uud am wenigsten verriickbaren Grundbedingungen der Quellen- und Flussentwickelung licgeu Ist doeh Bobmen in seinen hydro-, oro- und geo- grapbiscben Verbaltnissen ein einzig in seiner Art dastehendes Land, indem be- kanntlich das Flussgebiet der Elbe, seines Hauptstromes, von ibrem Ursprunge bis zum Austritt aus dem Lande mit dem Flacheninbalte des letzteren beinabe tdentiscb ist, geringe Gebiete ausgenommen, die sammtlicbc fliessende Wassermasse die Summe aller jencr Wiisser, wclcbe von den Hbben des Erzgebirges, des Boh- mcrwaJdes, der Sudeten und des bohmisch-mabnsehen Randgebirges nach dem centralen Tbeil des Landes Ziehen und ein an MacbtLgkeit das bolnuische Elbe- gebiet weit uberragendes Elusssystem, das der Moldau in sicb schliessen

Das Gesammtbild der Terrainverhaltnisse Bohmens gruppirt sicb so eigen- Uiiinilich, dass es seit Alters ber die Aufmcrksamkeit der Geograpben und Geo- gnosten auf sicb gezogen bat Die Ausgestaltung des liercynischen MassiveS, wie wir es hcutc sehen und kennen, ist wobl das Werk jabrtausendfacber, hoebst man- nigfaltiger und eigentbiindicher Ver&nderungen uud Einfltlsse gewesen, die sicb nicbt nur auf cinzclne Lauder und Continente, sondern auf den ganzen Erdball erstreck* uud in vorscbiedeii langen Zeitn'iumen, deren Scbiitzung uns unmbglich ist, voll- zogen baben mussen

Der Ilauptsacbe nacb ist Bobmen bekanntlicb eine [Jrgebirgsscbolle, <''" Tbeil des archaiscben Massives, welcb.es nordlich von der Donau beginnend, daS

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ganze osterreichisch-m&hrische Grenzgebiet bis an die Elbeniederungen im Norden und den Bohmerwald im Westen umfasst Dem Urgebirge allein fallen fast drei Vicrtcl des ganzen bo'hmischen Gebietes zu Im Westen, Siidwesten, Norden und Nordosten wird unser Vaterland in veiiialtnisinassig geringem Masse von jiingeren Formationsgliedern bedeckt, dagegen allseitig von Gebirgen um und durchzogen, ein wellenfiirmiges Hochland bildend, das sich als gewaltiges Gebirgsland iiber die Niederungen seiner Nachbarl&nder zu einer mittleren S&ehohe von durchschnittlieh

•r>(H) Metern erhebt Von,Suden gegen Norden landeinwarts vcrtieft sich Bohmen '">d spiegelt sich in (lessen wechseluden Pbysiognomien der geognostiscbe Charakter deutlich ab Die unser Vaterland umschliessenden Randgebirge cntsenden nach alien Eichtungen des Landes zablreicbe Ausliiufer oder stchen mit den Mittelge- oirgen in solcbem Zusammenbange, oder verfiicssen innig in einander, so dass sie sich weder geograpbiscb noch geognostisch scharf unterscheiden lassen

1 in Allgemeinen sind die Bodeuverbiiltnisse Bohmens sowolil nacb ihrer Beschaffenheit, als audi nach der waldreicben Bedeckung der Wasscrentwickelung giinstig, weniger ist dies der Fall hinsichtlich der Riederschlagsverhaltnisse, die nur im slidlichen Theil des BShmerwaldes und im Ursprungsgebiete der Elbe be- fo$cht3iche Mengen aufweisen, sonst aber /um grossteu Theile die Isoliyeten von BOO bis C>()0 Millimetern nur wenig iiberscbreiten, denn das Vorhandensein von Quellen ist ausser an cine gewisse Beschaffcnheit des Untergrundes vorzugsweise

a» dasjenige von Unebenheiten, Hiigcl, Gebirge und Abhange gebunden Das den Boden als Quelle vcrlassende Wasser ist ja nichts anderes als das an hohcrcr Stelle

111 den Boden eingedrungene, atmospblrische Wasser

Es sind dnlier die Bedingungen zur Bildung von Quellen am eliesten in gebirgigen Gegenden, insbesondere aber in den bewaldeten Gebirgen vorbanden,

sowobJ weil dort in der Hegel mebr Wasser zusammenlauft, als aucb weil iu den Gebirgslagen gewohnlich melir Regen fallt als in den Niederungen, vorausgesetzt, dass sic nicht Steril, sondern mit Vegetation namentlich mit Wald bedeckt sind

Geht man in die Zusammensetzung des Gebirgskranzes naher ein, welcber ('u' Thaler der Eger, Moldau und der obcren Elbe fast im Kreise umscbliesst, so

M'ii'd der Qordlicbe Theil vorziiglicb von dem Erz- und Fichtelgebirge, auf dem 'token Ufer, von der Oberlausitz, dem Riesengebirge mid Eulengebirge, auf dem

•^chten Elbeufer gebildet Man kennt den allgemeinen Charakter dieses nordlicben Gebirgszuges Sudlicb besteht der Gebirgsring aus dem BShmerwalde und dem '"'"'bi'ischen Hocbgebirge, mil granitischen Kernen, an welcbe sich weite Gneisge-

"lete anschliessen In dem ursprunglichen sudwestlichen Becken gescbah die Aus-

"Ulung durch die, siluriscbe Ellipse, auf welcber Steinkohlen und Schichten des

^othliegenden lagern Lange Zeitrftume hindurch blieb das ganze Land fiber Wasser Ul|d erst in spateren Zeitperioden empfieng es weitere Ablagerungen, die sich als

°edimente des Kreidemeeres Langs des Laufes der Elbe absetzten Spater kamen

"0('b die; Schichten der vielfiiltig von Basalt und Phonolith durebbrocbenen Braun- U)lilenfofination und des Diluviums hinzu

Verfolgt man den Laaf und die Vertheilung der bo'hmiscben Fltisse zwischen (|en verschiedenen Hohenterassen Bohmens, so Bndet man

"l ziemlich gleicbmftssiger liohe von beiliiulig BOO m

bis suddstliehe Plateau

i erossen Durchschnitt

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erhoben Das Grenzgebiet zwischen Bohmen und Mahren ftberragt diese Mittel- hohe inn etwas und bildet daher die Grenze zwischen don Gewassern der Nordsee und des schwarzen Meeres Der stidliche Thei] dieser Erhebung ist der hochste

im ganzen Bereicn desselben, so dass einige Berge die Hohe von Tausend Metern orreichcn Diese tief naoh Bohmen reichende Gneis- und Granitmasse, ohne alio anstehende Gesteinsart, erklart die grosse Gleichformigkeit des Gebirges Die tiefsten Thaler ziehen sich langs des grSssten Theils des Elbeflusses und liegen im unteren Theile des Egerlaufes Den nSrdlichen Thei] B8hmens umspannt das bo'hmisch- mahrische Randgebirge In das steile immer gegen Bohmen zugekehrte Gehange sind meist kurze, ehge Thalrinnen eingerissen, klirzere uoch, wie die des Bohmer- waldes, die es wegen ihrer geringen Erstreckung zu keinen bedeutenden stetigen Bachen oder Fltissen kommen lassen

(iloiehwie miser Vaterland ein an den mannigfaltigsten und selionsten Mi- ueralien reichstes Gebiet ist, so gehOrt es auch in Bezug auf die vielen Gesteins- arten und die geognostischen Lagerungsverhaltnisse zu den interessantesten be- kannten Landern BShmens Reichthum an, Feldspathen und Kalksteinen schafft uicht nur gftnstige Vbrbedingungen der Laud- und Forstwirthschaft, sondern es sorgt auch ein gefallsstarkes System von, Wasseradern fur die Verbreitung der ver- witterten reichen Bodenschatze in fruchtbaren Schlammablagerungen in den Thalern und Midden und es konnen auch die Niederschlage den Quellen und, FltlsSen an Kalk und Natron reiche LSsungen zufuhren, die an einzelnen Orten, wie am Fusse des Erzgebirges in bedeutende Tiefen dringend, die beruhmtosteu Mineralquellen der Welt bilden

Die Mineralien, welche unsere Gebirge zusammensetzen, bestehen bekanntlich aus saneren und basischen Silicaten, Feldspathen, Eornblenden und anderen Ge- steinen, deren Gemengtheile durch ein kalkiges oder thoniges Bindemittel verbunden

sind Ilier beginnt <\cv A.ngriff des Wassers in der Art, dass seine Koldensilure

den Silicaten die Alkalien entzieht Dieses Gas fiudet sich wohl ohne Ausnahme

in alien Wassern und bildet ein wesentliches Auflosungsmittel fur die verschie- densten Kalksteine /war ist die Menge der Eohlensaure, welche die atmospha- rischen Gewasser aus der Luft und dem Boden beim Durchdringen der verschie- denen Bodenschichten aus den Zersetzungsproducten der organischeu Welt aufnehmen,

in der Kegel goring und docli gross genug, urn lierge versetzen, Erdfallc und llohlen hervorbringen und solche Massen von kohlensaurem Kalk fortfuhren zu konnen, dass sogar manche Schichtenscnkungen der Fortftthrung und Ausla,ugung des Ealk- carbonates nicht mit Unrecht zugeschricben werden Nimmt die Eohlensaure im Wasser bedeutend zu, so entstehen die Sauerlinge, welche im wostlichcn Bohmen sehr zahlreich angetroffon werden

Kohlensiiure, klesolsauro Alkalieti und freic Kieselsiiure lOsen sich unter Zurucklassung von kicselsaurem Aluminium und Alcalisilicaten, die unlSslich abge- schicden und unter Wasseraufnahrne zu Thon degradirt werden, im kohlensauren Wasser auf Beim Durchsickern des Wassers durch Gesteinsschichten, besonders der Ealkgebirge werden KaJk und Magnesia als Bicarbonate gel6st

Betrachtet man die in den uaturlichen Wassern gelost vorkommenden Ver- bindungen, so fiudet man drei, alles tlbrige an Menge weit iibertreffende Gruppen,

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ttamlich Carbonate, Sulfate und Chloride Mehr untergeordnet sind neben diesen Salzen noch Kieselsaure und Silikate, Nitrate, Phosphate in sehr geringen Mengen organische Substanzen und organische Sauren vorhanden Eisenmangan, Lithion, kommen in sehr kleinen Quantitaten, Fluor, Jod, Brom und Borverbindungen mehr nur im Seewasser und in Mineralquellen, einige noch seltenere Elemente nur spuren- weise vor Ein bekanntlich sehr verbreitetes Sal/, da* Chlornatrium findet man wspriinglich sowohl in den plutonischen Gesteinen als audi in den maritimen Ab- satzen, die bei dem haufigen Wechsel von Land und Meer im Laufe der Zeiten ausgelaugt und anderen Bildungen einverleibt wurden Ebense sind die in pluto- nischen wie neptunischen G-esteinen vorhandenen Schwefelmetalle, namentlich das Schwefeleisen sehr verbreitet Lurch Sauerstoffaufnahme gehen sie in Sulfate fiber, die sich mit Kalk- und Magnesia-Verbindungen zu loslichem Gyps und Bittersalz wnsetzen Vorherrschend sind es daher Kalk und Magnesia ,welche in den meisten Wassern, in anderen Alkalien, besonders Natron, enthalten sind, das dem Kali gegenttber slots in bedenteuderer Menge vorkommt, was urn so auffallender ist, als kalireiche Mineralien sehr haufig angetroffen werden, leicht angreifbar und Kali- verbindungen ebenso leicht loslich sind wie Natronsalze Erklart sich diese so nugleiche Vertheilung des Kalis zu Natron in den fliessenden Wassern theilweise

!UIM der grosser) A.bsorptionskraft des Bodens fur die erstgenannte Base und den oedeutenden Verbrauch Lhres Loslichen Antheils (lurch die Vegetation, so konnen (li<'«e Umstande doch nicht bei Mineralquellen, welche aus engcu Gestoitisspalten

u"d aus grosser) Tiefen hervorquellen und welche in dieser Beziehung keine Aus Qahnae zeigen, gcltend gemacht werden

Vollzieht sich der Verwitterungsprocess der Gesteinc auf einer geneigten Unterlage, so werden mit den loslichen Antheilen der Gesteine audi die Verwit- terungsprodukte selbst mit fortgerissen und entfuhrt und neue Sand- und Thonab- lagerungen gebildet Der Eiseugelialt vieler Quellenwiisser und Moriiste liefert den ktoff zu Raseneisensteinen, wie man solche an sumpfigen Wiesen, iiberhaupt sehr feuchten Orten findet, wo die Bedingungen zu iliren Bildungen zusammentreffen

"alien die meteorischen Niederschlage auf mit Vegetation bedeckte, humusreiche thonige oder sandige Bodenschichten, so beginnt zuniichst, (lurch den Einfiuss des

absorbirten Sauerstoffs die Oxydation der abgestorbenen rflanzenreste Die durch ''anlnis und Verwesung gebildeten Gase, namentlich die Kohlens&ure, wird vom Nasser aufgenommen, Kalk, Magnesia, Natron, Sclvwefclsiiure in grosseren, Kiesel- sels&ure, Kali, Eisen in geringeren Mengen gelost und fortgefiihrt, doch spielen die

^echanischen Ablagerungen der erdigen und sandigen trtlbenden Theilchen, welche

lrfl Wasser aufgeschlemmt und allmahlig von demselben abgelagert werden, cine bedeutendere Kolle als die cheinischeir Niederschlage

A bei- gerade auf seiner grossen Neigung verschiedene feste und gasfSrmige

°toffe autzulosen, beruht die Wichtigkeit des Wassers im Haushalte der Natur, VVll-d es befahigt znr Gruudbedingung fur die Entstehung und Erhaltung alles orga- tischen Lebens

Audi das Wasser vollzieht in der Natur einen Kreislauf und es ist das-

•l(,||ige, welches die l'liisse ins Meer ffihren, offenbar der Uiberschuss an mctco- Wschen Niederschlagen iiber die Verdunstung auf dem Festlande, dem die grosscre

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Verdunstung und kleinere Condensation zu Niederschlagen aufdem Meere entgegen steht Die bewaldeten Berge geben zahlreichen Wassern Ursprung und Nahrung Die Hebungsspalten, welche die Gebirge durchschneiden, dienen gewohnlich deii Wassern als Abzug und sind dann von ihnen erweitert und eingerissen worden

Ehemals bielt man jedes klare Wasser flir die Bedurfhisse der techno- logischen Gewerbe und fur die Euche geeignet Heutzutage ist langst der-Nachweis geliefert, dass eine Menge chemischer Operationen von der physikalischen und chemischen Besehaffenheit des Wassers abhangt, und die Fabrikation in gtlnstiger oder ungtinstiger Weise von der Natur des verwendeten Wassers beinflusst wird,

so dass die Kenntnis der chemischen Besehaffenheit des Wassers ini Fabrikswesen taglich mehr gesucht wird

Ob das Wasser als Losungsmittel fur Substanzen zur Verwendung gelangt, stets ist der Gehalt desselben an aufgelfisten Stoffen von schwerwiegender Be* (ieutung; vor Allem aus dem Grunde, weil die eventuelle Einwirkung der im Wasser gelosten Substanzen auf die zu ISsenden Stoffe berucksichtigt werden muss, aber, und in nicht geringem Masse audi deshalb, weil haufig die im Wasser enthaltenen Bestandtheile auf die Qualitat des Produktes von Einfluss sind

Der Verbraucb an Seife in den Wollwaschereien kann in erster Linie als glanzendes Beispiel fur das angeffthrte dienen

Der Seifenverbrauch in dieser Industrie ist geradezu eine Function der Qualitat des beniitzten Wassers Von der Menge der in dem Wasser gelosten Erd- alkalimetalle hangt die anzuwendonde Seifenmenge beka.nntlich ab, da, ein Antheil dec Seife zuerst durch doppelte Umsetzung in fettsaures Erdalkali umgewandelt und als unlosliche Seife ausgeschieden wird, daher fur den Beinigungsprocess ver- loren gebt

Es ist eine bekannte Thatsache, dass die in Lyon an der Rhone liegendeii Seidenfarbereien das Weiss nicht in der Helle herausbringen, wie andere, die sich klaren Quellwassers bedienen Der violette Ton, den kalkhaltige Wasser in der tiirkischroth Farberei hervorbringen, oder die haufig in der gefiirbten Waare auf- tretenden, den Farbern oft unerklarlichen Flecke, welche durch eisenhaltiges Wasser entstehen, spreehen fiir die Ohenffoehrlichkeit der Kenntnis der chemischen Be-

sehaffenheit, der zur Fabrikation verwendeten Wasser

In der Brauerei sucht man hartere, an organischen Stoffen arme Wasser

von bestimmter Zusammensetzung, weil sie auf die Malzung und Gahrung von \u\-

verkennbarem Einfluss und auf den Geschmack des Bieres von Dcdeutung sind

Zuckerrafflnerien und Xuckerfabriken konnen gypsreiche Wasser nicht ge- brauchen, weil ein solclies Wasser die Knochenkohle vergypst und mit soldier un- moglich wird, jene blendende Weisse den Raffinaden zu geben, wie man solche mit gypsfreiem Spodium erzeugen kann Nur weiche, an organischen Stoffen arme Wasser eignen sich fur Brennereien und Gerbereien

Fur die Erzeugung gewisser Farbstoffe und Extrakte, die mit Millie von Wasser dargestellt werden, linden sich alle verunreinigenden Stoffe in vielfachem Perzentsatz in dem aeuen Erzeugnis wieder, die in dem zur Extraction verwendeten Wasser enthalten waren und auf ihren Geschmack und ihre Besehaffenheit Einfluss

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zu nehmen vermogen Die Herstellung kohlensaurer Getr&nke verlangt ein besonders reines, dem Geschmack zusagendes Wasser,

Ein Wasser mit eiuem bedeutenden Gehalt an Chloriden mid Nitraten er- schwert das ErMrten des Mortals Fur viele andere Zweige der Nahrungsgewerbe, fur (ias Bleichen, Waschen and den Ktichengebrauch, komnit die chemische Natur des Wassers in Frage Bekannt ist das Hartbleiben der Speiseleguminosen in ge- wissen Wassera von harterer Beschaffenheit und in England ist es fast zum Axiom geworden, dass sich nur durch Enfundiren der Blatter und Kaffebohnen mit weichem lieissen Wasser ein kraftiger Thee und Kaffee bereiten lasse

Die Abialle der industriellen Etablisseinents oder die Auswnrfstoffe grosser Stadte konnen wohl die chemische Beschaffenheit fliessender Wasser ebenfalls mehr oder weniger beeinflussen, sie konnen oft for den Gebrauch des Wassers zum Kochen oder Trinken verhiingnisvoll werden, im Ganzen werden aber diese auf kleinere Strecken sich beschrankenden Veranderungen gegen jene, die das Wasser

in seinem grossen ober- und unterirdischen Kreislauf veranlasst und erfahrt, von geringer Bedeutung sein

Art und Zeit der Probeentnahme der untersuchten Wasser Wie die chemische Untersuchung eines Rohstoffes nur dann den gewiinschten Aufsciiiuss geben kann, wenu man dazu eine richtige Durchschnittsprobe angewandt '»at, so hangt auch der Erfolg einer Wasseruntersuchung durchaus von einer dazu angewandten geeigneten Wasserprobe ab Es ist daher auf das Einsammeln der selben besondere Sorgfalt zu verwenden; diese ist hiebei um so nothwendiger, well die naturlichen Wasser anter alien Umstanden nur wdunnte Losungen sind, daher verhaltnissmassig nur wenig fremde Substanzen enthalten

Eine selbst geringe von ausseu hinzukonunende Verunreinigung kann daher das ttesultat der Analyse beeinflussen und das sich daraus ergebende Urtheil un- richtig maclien

Besondere Sorgfalt musste daher auf die Wald der Stelle, von welcher das Wasser dem Bache oder Flusse entnommen werden sollte, verwendet werden und dieselbe moglichst entfernt von starker bewohnten Orten oder Fabriken, die durch ihre Abwasser die Gew&sser verunreinigen mit Beriicksichtigung aller Vorsichts- ffiassregeln geschopft werden und /war durch den Untersuchenden selbst oder dessen stellvertretende Vertrauensperson Dies wrlangte z&hlreiche kostspielige Reisen nach alien Schopforten, die gleichzeitig zur Orientirung (Iber die Beschaf- fenheit der Gesteine und der Gegend dienten

Die zur Untersuchung bestimmteii Wasserproben wurden zum Theil in der teockensten Zeit des Jahres L893 in den ersten Tagen des Monats Oktober in ''eineii zu dieSem Zwecke entsprechenden Glasfiaschen gesammelt, zum Theil in der teockensten Zeit des Jahres L892 geschopft Selbstverstandlich wurde jede gut gereinigte Flasche an Ort und Stelle uochmals vorsichtig ausgewaschen, aach der eraten Fiillung entleert und zum zweitenmale gefiillt erst entsprechend verschlossen

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in regenlosen Tagen gesckopft worden, so dass man das Wasser von versckiedenen

Stellen eines Flusslaufes gleickzeitig untereinander und mil, t\m versckiedenen

Bauptzufltissen vergleicken und indem gleickzeitig auch Wasserproben aus der Moldau und Elbe vor ihrer Vereinigung geliolt wurden, audi die gleichzeitige Zu- sammensetzung der drei Bauptfliisse <les Landes feststellen konnte

Scbon die ungewoknkeke Klarheit der gesckopften Wasserproben deutete auf vorangegangene Trockenheit Bei den meisten W&ssern geniigte kurzes Steken- Iassen und nachfolgendeS Filtriren, um sic krystallhell zu erhalten und sie in einen zur Untersuchung geeigneten Zustand zu versetzen

Die Analysenresultate auf 100.000 Tkeile Wasser zu berechnen, ist nickt praktisch, besser ist es, sie auf L000 (Jew Theile WaSSer zu bezieken, was bei gewoknlicken Back- und Flussw&ssern einem Liter Wasser gleickgesetzt werden kann Mit einem Liter misst man jetzt Alios und iiinnnt man 3 Dezimalstellen

an, so lassen sich die Bestandtkeile in Milligrammen darstellen, aJso ebenfalls in Wertken, mit denen man bestimmte Begriffe zu verbiuden sick gcwolmt bat Ver- gleickt man die Wcrtlie verscliiedener Wasseranalysen in Milligrammen, so entfaJlen auch bier, wie Umrechnungen auf 100.000 Theile die vielen Nullen vor und nacli dem Dezimalpunkte, wodurch die zu vergleickenden Zaklen viel (Ibersicktlicker werden

Di(! Gesammtkarte eines Wassers bestekt aus den gefundenen Milligrammen Kalk, zu wclckeu die Milligramme Magnesia mit 1-4 multiplizirt addirt werden

Unter H&rtegrad verstelit man die Milligramme Kalk, welcbe in lOOTk Wasser enthalten sind, liiebei ist Magnesia im atomistiscken Wirkungswerthe des K'alkes ausgedrtlckt Unter jeder Wasseranalyse flndet sick der herrsckende Hftrte- grad des Wassers in dieser Weise berecknet, angegeben

Bekanntlick gibt es zur Zeit kein gutes Verfakren zur quantitativen Be- stimmung der im Wasser vorkandenen organiscken Substanzen, dasselbe ist tiber- baupt so lange unmoglick, als man nickt weiss, was man bestimmen soil Die Be- zeicknung „organiscke Substanzen" ist ein Collectivbegriff, der Stoffe einsckliesst, welcke der Bauptsacke nack aus fliichtigen und nickt flflcktigen, aus Koklenstoff, Wasserstoff und Saucrstoff zusammengesetzten, in Wasser und sehr verdiinnten Laugen loslicker Matericn bestehen, denen sick aocb N, 8 und pkosphorkaltige Stoffe in weckselnden Mengen zugesellen, die somit ein Gemisch einer Reikc von organiscken Einzelnindividuen reprftsentiren

Der Gedanke lag wohl nake auf die Elomentaranalyse zuriickzugrcifen Abgesekeu von der grossen Wassermenge, die hiezu noting und bei zaklreicken, aus weiter Entfernung bezogenen Wassorn sckwer zu bescbaffen und kostspielig ist, werden nark dieser Metkode aJle gelosten, bei der Verdampfungstemperatur des

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Trang 13

Wassers fliichtigen Stoffe, wie die, welche sicb wahrend dor Verdampfung zu fliich- tigen Verbindungen umsetzen, nicht mit bestimmt Audi verlangt die Ausfuhrung sehr complicirte Apparate and einen grossen Zeitaufwand

Die Methode der Oxydationsbestimmung darch ilbermangansaures Kali in

saurer oder alkalischer Losung ergibt Werthe, die mit der absoluten Menge der

im Wasser enthaltenen organisehen Substa-nzen nicht in Proportion stehen und nur dnnu Vergleichswerthe abgeben, wenn man das Wasser bei der Hand bat und sofort untersuchen kann Werden aber, wie es bei diesen Untersucbungen geschah, die Wasser als gewohnliche Frachtgliter an die Untersucbungsstation aufgegeben, so kommen sie spat, oft erst nach 14 Tagen an und ein grosser Theil der oxydirbaren organiscben Stoffe hat sicb bereits oxydirt und verandert, so dass audi diese Me- thode zu einer comparativen Untersuchung verschiedener Wasser nicht ver- wendbar war

Bei der Bestimmung der organisehen Stoffe aus dem Gluhverlust nach Sat- tigung der alkalischen Erden mit Kohlensaure, entgehen selbstverstandlich die fltlchtigen organisehen Stoffe ebenfalls der Bestimmung, die nicht fliichtigen werden aber ziemlich richtig gefunden

~Nuv dann, wenn Nitrate, Chlorcalcium und Chlormagnesium in grossen

Quantitaten vorhanden sind, entstehen bei der Bestimmung des Gluhverlustes Ver- '"ste auf Kosten der Rlineralsubstanzen, indem Nitrate durch organische Substanzen feducirt, und die Chloride der alkalischen Erden sich leicht beim Eindampfen des kohlensaurehaltigen Wassers umsetzen und beim Trocknen und Gliihen ihre Salz- siiure verlieren Bei solchen Wiissern kann durch Zusatz einer genau bestinnnten NatriumcarbonatlOsung diesen Verlusten vorgebeugt werden, well das Ghlor und

•He Salpetersaure an Natrium gebunden wird Da wo sehr geringe Chlor- und Salpetersauremengen, dagegen grossere Natronmengen vorhanden sind, entsteht der angefuhrte Gewichtsverlust durch ibdampfen nicht, aber immerhin bleibt noch eine FeMerquelle ilbrig

Es niniint dann die kohlensaure Magnesia nach dem Gliihen und Wieder- befeuchten mit kohlensaurem Amnion Kohlensaure nicht wicder auf, audi treibt Kieselsaure in der Gluhhitze lliichtige Sauren aus, so dass der Gliihvcrlust grosser wird, als die Menge der vevbrannten organisehen Stoffe betragt Gross ist die Dif- ierenz aber keinesfalls

Es ist bei der Eger und der Kibe nehen dem Gluhverlust auch die Be-

stimmung des im Wasser enthaltenen Kohlcnstojfes mittelst der Chronisaurc-Methode

TOrgenommen WOrden Man weiss aber nicht, wenn die andcren Elemente der orga- nisehen Stoffe, wie Stickstoff, Wasserstoff etc nidit mitbestimmt werden, mit welchem Factor man den Kohlenstoff multiphciren soil, um die Menge der organisehen Stoffe richtig zu erhalten

So ei'gab das erwahnte Kger- und Elbewasser in 1 Liter festen Riickstand

>«id Kohlenstoff in Mgm.:

Riickstand Eger:

Ml he:

198

160

Kohlenstoff 11-50 X 2*23 = 21-18 Ll-55 X 2-23 = 25-75

Gliihveiiust

a;;-05 28-42

Trang 14

Bestimmt man den Kohlenstoff und berechnet aus diesem bei der Elbe und Egcr die angefuhrten organischen Stoffe, so erhalt man bei diesen Fluss'W&ssera von den Gliihveiiusten wenig abweichende Werthe, so dass es gestattet sein diirfte,

in den meisten Fallen den Gltihverlust, der nach dem Trockncn des RftckstandeS

bei 150° C ermittelt wird, annahemd fur die Qualitat der im Wasser enthaltenen

organischen Substanzen auszugeben

Mittheilungen iiber die Methoden der Untersuchung

Zu den Bestimmungen des Trockenruckstandes wurden hinreichende Wasser-

mengen auf dem Wasserbade in Platinschalen zur Trockne verdampft und bei 150° 0

getrocknel Das Gewicbt dieses Trockenruckstandes ist bekanntlich immer etwas liiiher als die Summe der gefundenen einzelnen Bestandtheile betragt

Bei 110° C geben verschiedene Salze, namentlich der Gyps ihrcn Wasser- gehalt nicht ganz ab, bei 180° C werden einzelne Bestandtheile des Wassers, die Nitrate und Chloride zerstort und verfliichtigt Die Wagiing gesehah in den mit Bleifolie umhtillten Platinschalen, am jede Wasseraufnahme aus der Luft zu ver- hiiicn Hierauf wurde der Riickstand auf einer blossen Flamme erhitzt, bis er sich sehwiirzte, mit Wasser befeuchtet und wiederholt vorsichtig bis zur Gewichts- konstanz erhitzt

Die Ermittelung der Salpetcrs&ure im Wasser wurde*) nach der urspriing- lichen von Tromsdorf angegebenen, von Mayerhofer verbesserten [ndigomethode ausgefuhrt Das Chlor ist nach der Methode von Mohr (lurch Titrireh mit Silber-

tosung, bei ernigen Wfissern audi noch gewichtsanalytisch bestimmt worden

Alle anderen Bestandtheile des Wassers, mit Ausnahme der Kohlensaure, sind gewichtsanalytisch nach den besten gebrauchlichsten Methoden getrennt und

ermittelt worden

Die Alkalienbestimmung erfolgte nach Entfernung der Kiesels&ure, der Schwefelsiiure, des Eisens und des Kalkes, indem das Filtrat in einer Platinschale eingedampft, der Riickstand nach vorsichtigem Eintrocknen und Gluhen von Immo- aiaksalzen befreit, in Wasser gelflst, mit einer ubersehussigen gesattigten Baryum- hydrooxydlosung versetzt und gekocht wurde

Die Entfernung des ttberschtissigen Baryts gesehah (lurch Kohlensaure,

*) Nach vorheriger Zerstflnrag der organischen Stoffe durch Kuchen mil; (ibermangan- sauretn Kalium

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Trang 15

welche in die erhitzte Losung eingeleitet, anter Zusatz von etvvas kohlensaurem

Ammonsalze verjagt, dor Rtickstand niit Wasser aufgenommen, die filtrirte Losung

in einer gewogenen Platinschale zur Trockne verdampft undnach gelindem Gllihen gewogen

Aus der Losung dor Chloralkalien wurde das Kali durch Platinchlorid aus- gefallt, das Filtrat nach Beseitigung des Alkohols mit Wasserstoffgas in concen- trirter wasseriger Losung in einem gut schliessenden Kolben einige Stunden stehen gelassen, zuletzt unter Erwarmen dasselbe Gas durchgeleitet in der voni Platin abfiltrirten Fltissigkeit konnte, wenn noting, das Natrium aoch vom Lithium getrennt uiid nach den iiblichen Metboden bestimmt werden Zur Berechnung des Chlor- kaliums aus dem Kaliumplatinchlorid diente der Factor O3070, aus dem metal- lischen Platin der Factor 07566; zur Berechnung des Kaliumoxydes aus dem Platin- doppelsalze der Factor 0-1940

Durch die angedeuteten quantitative!) Methoden werden die Metalle als Metalloxyde, die Saureii als Saureanhydride bestimmt Die gefundenen Werthe wurden einmal unverbunden untereinander angefuhrt, weil aber die combinations- lose Methode zu sehr der gewohnlichen Anschauungsweise widerspricht, dass Saure und Base aicht unthatig nebeneinander bestehen konnen, so sind das andere Mai

tnoglichst cinfacho Salzcombinationeii aufgestellt und die Salzwerthe nebeu den

wirklich gefundenen einfachen Oxyden anschaulich beigefiigt worden Wesentlich erscliieu noch eine dritte, procentische Berechnung der einzelnen Wasserbestand- theile auf loo Gewichtstheile des trockenen, vielmehr wasserfreien Sal/riickstand.es

Was dieAngabe der Salzcombinationeii betrifft, sohatjede Aufstellung viol Willklihrliches, dock mochte es am gerathensten sein, dieselben der Uibersicht- lichkeit wegeD so einfach als moglich zu bilden Lasst man sicb von diesem rich- tigen Princip leiten, so wird der Schein von ungewohnlichen Salzen vergehen, der Glanz tnancher Analyse verschwinden, ilir Worth aber nur gewinnen, weil hiedurcb ein besserer Vergleich dor Cntersuchungsresultate unter einander moglich wird Die gebrauchliche unnothige Weitschweifigkeit, unter Vorfuhrung aller moglichen Salzcombinationeii findet man in don folgenden Analysen vermieden Lasst man sich von dem G-rundsatz leiten, dass der starksten Basis die starkste Saure zufalleii solle, das gefundene Chlor zuerst an Alkalimetalle, den Rest der letzteren als Sul- i'ato zu berechnen und die (ibrigbleibende Schwefelsaure als Calciumsulfat oder Magnesiumsulfat in Rechnung zu setzen, sokommen die tibrigbleibenden Kalk- und und Magiiesianiengen als Carbonate in den Ansatz

1st kein Cblor oder koine Schwefelsaure vorbanden oder reicht die Menge des Chlores oder dor Schwefelsaure zur Sattigung der gefundenen Alkalimetalle nicht aus, so sind aueli diese als Carbonate zu berechnen Die Salpetersaure und

•lie Phosphorsaure kann man bei gewohnlichcn Bach- und Flusswiissevn entweder frei odor wenn ihre Menge bemerkbar ist, als Kalksalzo combiniren, die Kiesel- saure, das Eisenoxyd und die Thonerde wird man am besten unverbunden anfuhren

Bei Eisensauerlingen steht die Sache anders, hier muss das Eisen als Eisenoxydulcarbonat, wie es am baufigsten vorkommt, berechnet werden

Trang 16

14

Der dauernde Werth einer Analyse liegt jedenfalls darin, class man aus ihr ersehcn kanu, wie viel von jedem Einzelnstoffe und jeder binaren VerHndung ein Wasser enthiilt

Dicscr Werth bleibt durch die Umrcchnung unberiihrt Eine genauere Controlle der erhaltenen Werthe, als man sie durch die Bestimmung der Salzrtick- stftnde (lurch Trocknung, Gliihen, IJcfeuchten mit Ammoniumcarbonat etc erhiilt, gewinnt man, wenn man den Abdampfriickstand mit Schwefehsaure liehandelt, als gegliihte neutrale Salze wagt und die gefundenen Basen als Sulfate berechnet, der gefundeuen Summe aller Sulfate gegeniiberstellt und zu ihnen die Kieselsaure, das Eisenoxyd und die Thoncrde und die Phosphorsaure zuzahlt Auf diese Weise ist die Richtigkeit der Analysen controllirt worden

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I Die Eger und ihre Zufliisse

a) TMersuchungen iiber die Beschaffenheit des Quellengebietes und des Wassers der

Eger, so wie ihrer Zufliisse vom Ursprunge bis Karlsbad

Das Quellengeblet der Eger

Im nordostlichen oberfranMschen Berglande erheben sicb bekanntlicb drei grosse machtige Granitgruppen, die den Hauptstock des FicMelgebirges bilden Der Granit bedingt durch Masse uud Ausdehnung die ganze Form dieses Gebirgsstockes, setzt die hochsten Kuppen desselben zusammen und dehnt sicb in stockartiger Gruppirung weit durch das Mittelgebirge, mit den Auslaufern des Erzgebirges zu- sammenhSngend, aus

Wo aber der Granit die Erdoberflache bildct, da verlcibt er der Land- schaft liberal] eiii gewaltiges Geprage Das tmterscbeidet ihn geotektoniscb von

•leu anderen Felsarten Zwar sind die Wolbungen des FicMelgebirges und des bohmisch-sachsischen Granitgebirges sanfter als die des Riesengebirges, aber ilberall auf den s child fori uigen Ilohen ragen kolossale Naturmauern und Felsenthurme un- vermittelt aus den schweigenden Waldern bervor als greifbare Uiberreste der eigen- thumlichen Art der Verwitterung dieses barten Gesteins, das unterirdiscb weit und breit fortsetzt

An diesen machtigen Granitstock leluien sicb dann aus Gneisen-, Glimmer- und Urthonschiefcrn besteheude Terassen und Auslaufcr an, die das eigentliclie Pichtelgebirge zusammensetzen

Zwar ist der Glimmerscbiefer nach Gumbl im frfinMschen Ficbtelgebirge

wenig verbreitet, er bildct nur eine schmale Zone zwiscben Gneis und Phyllit aordlicb von Sclb und langs des nbrdlicben Granitzuges bei Weissenstadt in Bayern,

dagegen ist der Fhyllit in seinen vcrscbiedenen Varietaten urn so baufiger anzu-

treffen, und es verdienen vor Alleiu die sogenannten Fleckenschiefer und Quarzit-

phyUite hervorgehoben zu werden, weil in diesen Scbicbten die Quellen der Eger

cntspringen uud weil sic das Quellengebiet der Zufliisse der Eger in Bayern bilden

Trang 18

K;

Die Eger entspringt an den nordlichen morastigen Abhangen des Schnee- gebirges, beschreibt aordostlich einen bis Weisisenstadt reichenden Bogeri und fliesst in eineiu tiefen Bett ostlich bis RiJslau, wendet sich dann plotzlich nSrdlich bis Marktleuthen, von wo sie in vielfachen Krtimmungen fiber Kaiser-Leopoldhammer, immer ostlich, spater siidostlich gegen Hohenberg lauft und fiber Markhausen der Stadt Eger zueilt

Auf diesem Wege nimmt sie aus dem bayerischen Gebirge einige kalk- reichere Wasser auf, welche in der ostlichen Verzweigung des FicMelgebirges ent- springen, so am rechten Ufer die auf der ostlichen Seite des Schneeberges and der Silberplatte aus mehreren Wasseradern sich bildende, fiber Wunsiedel in ost-

licher Richtung sich bewegende Roslau, den grossten frankischen Zufluss, uebst

einigen unscheinbaren Biichleins, auf der linken Flussseite den am Kegelberge in

Bohmen sich bildenden Selbach, nebst einigen unbedeutenden Zuflussen

Entlang des R6slaubach.es verbreitet sich der stidliche Zug des Urthon- schiefers, bei Pullenreuth beginnend, fiber Radwitz bisArzberg, wahrend der west- liche fiber Wunsiedl, Thiersheim aach Eohenberg streicht und von da aus gegen das Egerplateau abffllt

Nordlich bildet das Vorgebirge des FicMelgebirges das Ascher Bergland,

in dessen siidostlichem Theile Granit, iiu Himmelreichwald Glimmerschiefer herrscht, der in der nordlichen Umgebung von Rossbach in I'liyllil, iibergeht

Die Quellen, welche aus dem Thonschiefer kommen, enthalten die Aus- scheidungsproducte desselben, soferne das Gebirge nicht mit jiingeren sediment&ren Formationen bedeckt ist

Keineswegs ftihren die Quellen die ganze Masse der verwitterten Sub- stanzen, sondern nur leichter losliche und zersetzbare Antheile derselben fort- Namentlich ist es die Kiesels&ure, welche in Gtagen, Adern und Nesten sehr haufig ausgeschieden ist

Doch sind die' schiefrigen Gesteine selbst wenn sie geringere Kalksilicat- mengen enthalten, bei weitem mehr der Zersetzung unterworfen, als massige Ge- birgselemente, weil die schiefrige Textur ein leichteres Eindringen des Wassers gestattet, das bei eintretendem Frost durch Anderung seines Aggregatszustandes cine tiefer reichende Sprengung und Zersetzung des Schiefers bewirkt Ja bei Thau-

wetter rutschen ganze Schieferlagen ab, u\u\ die percisere Beschaffenheit des Ge-

steins setzt dem Eindringen der Wurzeln der Pflanzen keinen grossen Widerstand entgegen

Nacli Ad Schwager*) sind die Phyllite des FicMelgebirges wie folgt zu-

sammengesetzt:

Kieselsiiure und Titansaure 61"56°/0 • • (>2\r)4°/0

Thonerde 20-12 22-84,, Eisenoxyd 2-87 „ — „ Eisenoxydul • .!H() „ :->>-89 „

Furtrag 87-95°/0"" 89-27°/0

*) v Gtlmbel, das FicMelgebirge 1879 S L81

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ttbertrag 87-95% 80-27%

Kalk 0-71 „ 018 „ Magnesia 1-58 „ 1/22 „

Natron 1 92 „ 1-38 „ Kali 4-84,, 5-24,,

Gliihverlust 3-05 „ 3-48 „

Summa 100-05% 100-77%

in Salzsaure zersetzbar 11-14 „ 13-27 „

Der Sauerstoffquotient betrug 0-403% 0-398%

Merkwtlrdig bleibt es, dass die grosste Zahl der Analysen von Urthon- scbiefern dem Sauerstoffquotienten 0*4 entspricht, woraus sich folgem lasst, dass die Materialien, aus welchen in soweit auseinanderliegenden geologisclien Perioden die verschiedenen CTrthonschiefer entstanden sind, wenn nicht identisch, so doch sehr nalic qualitativ und quantitativ dieselben waren

AJber audi ein Vergleich der Analysen der Erz-und Fichtelgebirgsgranite,*) welche bisher untersucht wurden, zeigt eine merkwiirdige Uibereinstimmung der-

selben Schon Sandberger**) hat auf die liberraschende Uibereinstimmung der

Granite des Fichtelgebirges mit denen des Eibenstock-Karlsbader Massives hinge- wiesen Bei beid.cn ist die petrographische und chemische Ahnlichkeit constatiert, die Veranderlichkeit in Struktur und Korn mit den mclir oder weniger reichlicli Porphyrartig oingewaclisenen trefflichen OrthoklaskrystaUen und den weissen Glim- merblattchen vorhanden, sowie die accessorischen Bestandtheile beider Granite nicht

aWeiehcn, haufig im sehwarzen Turmalin bestehen, seltener imTopas Die Granite**) des Fichtelgebirges sind meist normale Lithiongranite, als solche charakterisirt durch illicit (ielialt an braunem Eisenlithionglimmer, der audi den Erzgebirgsgra- niten nicht fehlt

Sowolil der Thonerde- wie Kieselsauregehalt bewegt sich zwischen den gleichen Grenzen Das VerMltnis z-wischen Kalium und Natriumoxyd ist fast das gleiche,]) denn im Fichtelgebirgsgranit ist das Verhaltnis von Natron zu Kali wie

1 : 1 -87, im Erzgebirgsgranit Natron zu Kali wie 1 : 2-03.")

Aus den Resultaten der BSttigerschen 1 ) Analysen folgt: „dass der Einfluss

des Erzgebirgssystemes nicht nur in der Richtung der Granitgruppen des Fichtel- gebirges, sondern aucli nodi durch die Zusammensetzung der sie constituirenden Mineralien eine Bestatigung findet, so dass liber den Zusammenhang des Fichtel- gebirges mit dem bohmischen Erzgebirge kein Zweifel tnehr obwaltet."

Us verdient daher audi die Zusammensetzung des im Westen verbreiteten und an der Begrenzung des Egerer Tertiarbeckens vorzugsweise betheiligten Gra- nites hervorgehoben zu werden, der den Ccntralstock des Fichtelgebirges, das Re- servoir fur die Zufliisse tier Eger in Bayern bildet, aus cincm krystallinischen Ge-

*) (iiimbl geolog Beobacht den Fichtelgebirges 1879

**) Sandberger, Neue Berichte 1888 Verhandlung der phys.-med Gesellschaft Wurzburg ') Mittheilnngen d Univ Erlangeii Bijttigers Abhandlmig iiber die Granite des Fiehte'- Sebirgeg L889

•) Laube, Geologie d JSrzgebirges 1876 Arbeit d LandesdurcMorscbg

2

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menge von Orthoklas, Plagioklas, Quarz, Magnesia und Kaliglimmer besteht, das

je rtach dem Uiberwiegen eines dieser Gemengtheile verschiedene, jedoch in ein- ander ubergehende Structurvariet&ten zeigt, und in den hohen Kuppen des Ochsen- kopfes, Schneeberges, der Platte etc in seiner ganzen Grossartigkeit auftritt, bei Wunsiedl die pitoresken, vielbesuchten Kelswandc zusammensetzt und sich niit dor Breite von etwa 1.2 Kim und einer Lange von 50 Klin, fiber Liebenstein und Haslau bis Wildstein erstreckt

(1 rii, n i t, analy se n an s d < Mil I'M I'll te1geh ii ge*)

Granit Granit Granit Porphyr- artiger Frischer Porphyr- vom klei- vom vom Granit Granit autiger

Gefrees bei Kir- bei biirg- Sehnee-

ohenlaniitz Redwitz Wunsiedl berg

39-40 Ll-62 3-95

1

7-17 1-83

38-17 9-64 3-24

1

5-73 1-46

41-32 12-75 4-65

1

8-42 1-80

36-74 7-88 3-29

1

7-47 2-26

38-36 1.1-64 4-65

1

8-42 1-80

36-74 7-88 Download from The Biodiversity Heritage Library http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at

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Der Granit erleidct unter dem Einflusse des Kohlensaure und Sauerstoff haltenden atmospharilischen Wassers cine derartige Zersetzung, dass die Zerstorung oft ungleichmassig in die Felsen eindringt, wodurch allerlei seltsame Gcstalten, selbst Hohlen und Grotten entstehen Nach Jahrtaiiscnden scMlen sich aus der Millioncn Krystalkorner enthaltendcn Granitmassc tliurin- oder mauerformige Felsen id), wahrend aus dem fortgeschlemmten zersetzten Gras die Alkaiien, die alkalischen Erden und das Eisenoxydul als Carbonate hinweggefohrt, Kieselsaure hydratisch ab- geschieden, zum TheiLdurch alkaJihaltendes Wasser aus dem Gestein ausge- waschen und entfernt wird Das ausgescbiedene Thonerdcsilicat bleibt als thonige Masse, als Kaolin zuriick

Es war des Zusain-mcnlianges wegen nothwendig, die durch dieses Gcbict sich windende Eger vor ihrem Eintritt in Bohmen ebenfalls auf ihre Zusaminen- setzung zu priifen und auch noch den bei Fischern in die Eger einmundenden

inachtigsten baycrischeii Zufluss derselben, die L'oslau zu analysiren, urn ein Bild

der Veranderung des Egerwassers von ihrem Ursprunge bis Hohenberg zu gewinnen

Alle in dem Gestein vorhandencn Korper wurden auch im Wasser der Eger wiedergefunden, welches an ihrem Ursprunge am Nordabhange der hohen Haide

aus Quarzitphyllit flicssend, in der geschdpften Probe nach Ed Spaeth*) enthielt:

In 1000 co des Hgerwassers waren in Grammes:

NaCI 0-00494 oder Na2() 0-00262 KC1 0-00209 K26 0-00132 CaSO, 0-00163 CaO 0-00155 Ca0O8 0-00140 MgO 0-00061 MgC08 ()•()() 153 01 0-00389 Si02 ' 0-00425 S03 0-00096

Fe203 ) C02 0-00140 Summa 0-01644 0-01720

Die Gcsammthartc des Wassers betrug 0-24

In 100 Theilen des Riickstandes sind enthalten:

K.0 7-71,, CaO 9-06,, MgO 3-56,,

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Organische Stoffe waron in dem Wasser nur ganz geringe Spuren vor- handen Das Wasscr war farb-, geschmack- und geruchlos, ohne Einwirkung auf Beagenspapier und hatte eine mittlere Temperatur von 7-42° C

Das untersuchte Wasser zeichaet sich durch hohen Chlor-, Kali-, Natron- uud Kieselsaure-Gvh&lt aus, die den Verwitterungsproductcn des Phyllits durch

llyilioineteore leicht entzogen werden

Die Zusammensetzuug der Eger oherhalb Hohmberg bei der Konigsmtihle

vor dem Eintritt der Rdslau ist iiach meinen nun folgenden Ontersuchungen die folgende:

In 1000 cc Wasser sind enthalten Grammes:

Chlornatrium 0-00864 NaaO 0-00841 Kaliumsulfat .0-00628 KaO 0-00340 Natriumsulfat 0-00234 CaO 0-00750 Natriumcarbonat .0-00480 MgO 0-00312 Balciumcarbonat .0-01339 8iOa 0-00955 Magnesiumcarbonat 0-00655 S08 0-00420 Kieselsaure 0-00955 01 .0.00524 Eisenoxyd 0*00098 Fea08 0*00093

Sauerstoff ab ftir Chlor o-oolls

0-05248 Der filiihverlust betrug 0*01071

In LOO Tlieilen des mineralischen Ruckstandes:

Kj.0 6-47 „ CaO 14-29 „ MgO 5-94,,

Rdslau, den grdssten friiukischen Zufluss auf, dcssen Zusammensetzung oberhalo

Schirding geschopft, folgende war:

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In 1000 ce Wasser sind entlialten Grammes

Chlornatrium 0-00702 Natriumsulfat • 0*00822 tfatriumcarbonat 0-00095 Kaliumcarbonat 0-00380 Oalciumcarbonat 0*03902 Magnesiumcarbonat 0-00882 Eisenoxyd undir Thonerde 0*00065 Kieselsaure 0*00966 (iliiliverlnst 0*01280

NaJ)

Ka0 CaO MgO

S08

coa

CI Si02 (iliihvei

f AlO,

lust

0-00785 0*00260 0*02185 0*00420 0-000(15 0-00463 0-02340 0*00426 0*00966 0-01280 Sauerstoff ab fur

0*09190 Chlor 0-00096

0-09094

In loo Theilen des trockenen Btlckstandes sind enthalten:

lv,0 2-85,, CaO 24-02,, MgO 4-61 „ 1'VUX, I-Al,(), 0-71,,

1.01-01%

'•»5„

99*96%

Die Gesammtharte des Wassers betragt 2-77

Das Wasser war blar, farb- und gerucblos Es geh6rt imter die kalk-

reicheren Gewasser Die nachste Wasserprobe der Eger wurde oberhalb der Stadt

%er geschopft

Zusaramensetzung <les Egerwassers oberhalb Eger

GeschOpft in Oktober 1891

In 1000 cc Wasser sind cnthalten:

Chlornatrium 0-00890 Natriumsulfat 0-00762 Nalriumcarbouat 0*00034 Kaliumcarbonat Q-QOlOi)

Fiirtrag 0-02095

NaaO

CaO M-0

0-00825 0-00279 0-01050 0-00391;

0-02550

tei

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22

ttbertrag 0-02095 0-02550 Calciumcarbonat 0-01875 Ala(),|

0-00029 Magnesiumcarbonat 0-00831 Fe208j •

Eisenoxyd mid Thonerde 0-00029 SO., 0-00429

In 100 Theilen des Rtlckstandes sind enthaltcn.:

OaO 18-10 „ MgO G-82„

99-95%

Die Gesammthfirte des Wassers betrug 1-02

Das untersuchte Wasser war Mar, in dickeren Schichten schwach gelb gefarbt, geruch- und geschmacklos, von neutraler Reaction Zur Oxydation der organischen Substan/ in einem Liter wurdeu 0-00324 Gramm Sauerstoff verbraucht

Die Eger tritt bei Sominerau in iiohnien ein, durchschneidet das Eger- landchen, welches die interessante Erscheiiiuug darbictet, dass dort bekantlich drei machtige Gebirgsztige mit einander verschmel/en Alle im Norden, Osten und i"1 Suden des Egerbeckens emporsteigenden Randgebirge gehoren der krystallinischeu Schieferzone des Fichtel- und Erzgebirges mit dem Kaiserwald und des Bohmer- waldes an Der innige Zusammenhang aller dieser Gebirgsmassive ist hinreichend dargethan und bekannt, dass sie von Glimmerschiefer, Amphiboliten und LTrthon- schiefer in den mannigfaltigsten Gestaltungen und Abanderungen mantelartig tlber- kleidet werden

Die nfirdliche Einfassung BShmens bildet einen zusammenhangenden, nacn

B8hmen m steil abfallenden, wenig gegliederten Wall, dessen mittlere Kammhohe

an 800 m SeehShe betragt Nur an seinen westlichen Enden zerfallt dieses Ge-

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birge in mehrere niedrige Ketten, die mit den Anslitnfoin des Fichtelgebirges un- merklich zusammenfiiessen

Zwischen diesen verlauft das Hauptthal, ehe es sich zur Flache verbreitet

Ms Begrenzung zwischen diesen A.uslaufern und denen des Bohmerwaldes kann man

das Thai des Wondrebflusses bezeichnen, da eine scharfe Scheidung zwischen diesen

beiden Gebirgen tiicht besteht

Die Eingangs erwahnten, dem Granit eigenthtlmlichen bestimmten Kluft- richtungen, welche diesem die Gneisse und Glimmerschiefer durchziehen, fallen mit den steilen Bruchrandern der Randgebirge zusammen

Aus den Arbeiten hoeliverdientcr Geologen wissen wir, dass diese gross- artigen Zerklilftungen, ja Abrisse und A.bsturze ganzer Gebirge Wirkungen des Tan- gentialdruckes waren, der sich in Folge zunehmender Contraction der Erdrinde tiber dem langsam erkaltenden Erdkerne geltend machte, eines Druckes, der noch fort- besteht, und einst von Katastrophen begleitet war

Die Bildung des Egerer Tcrtiarbeckeus stand, offenbar im Zusammenhange mit diesen elementaren Bewegungen, die unserem Vaterlaude ScMtze erscblossen, wie sie vielleicht kein zweites Gebiet Osterreichs aufweist, namlich die beruhmten Mineralquellen, Saucrwiisser und Moorlager

An I' die auffallende Vertheilung der Sauerlinge in stid-nordlich gerichteten

Reihen hat zuerst G Lewie aufmerksam gemacht und die drei Hauptgruppen

J> Jdkelys nntereinander in enge Verbindung gebracht In diesen Richtungen bewegt

Niiii aber audi gegenwiirtig der Lauf der Fliisse, deren Erosionskraft die Thaler ei'weitern und uuigestalten half Eine Kluftrichtung zwischen Sirmitz und Oed deutlich gekennzeichnet, nimmt einen westostlichen Verlauf, verfolgt eine Bichtung,

in welcher die Eger das Tertiftrbecken durchzieht Parallel mit der von Nordwest Qach Siidost verlaufcnden Bruchlinie der im Osten steil absetzenden Phyllite geht

lm Wesentlichen der Lauf der dem Egerflusse von Norden zustromenden Fluss- wasser, da die Eger den Thonschiefer des westlichen Egerliindchens in ostlieher Richtung durchschneidet, und bei Eger aus dem (Jrgebirge in die ThnJIIaohe tritt

Die dritte, zwischen Taubratb und Miltigau von Siidost nach Nordwest ver- laufende Kluftrichtung durchzieht das Tertiarbecken in der Art und Weise wie der Wondrebfluss verlauft, ein vom Siiden am rechten Egerufer einstromender Neben- fluss der Eger, der aus dem Zusammenstromen mehrerer Waldquellen am siidliclien Change des Tillenberges entsteht und in einem langeren Bogen iiber Bayern bei Waldsassen Bohmen betritt Fast der gauze, das Egerer Becken im Norden und Osten einschliessende Gebirgszug besteht aus Glimmerschiefer, der allm&hlig in Gneiss verlauft und sicli westlich unter dem aus dem Fichtelgebirge heruberstrei- cnenden Thonschiefer verliert Ostlich von Wildstein grenzt der Schieferthon der oberen Braunkohlenformation an den Granitzug, der bei Fleissen den Glimmer- schiefer tangirt und in diesem Granit entspringen die Quellen des Seebaches, des Soos- und Fonsauerbaches, die (lurch Schieferthon und Sandsteinschichten nach burzem siidOstlichen Laufe in die Eger mtinden

Die Thalebene, fruher Seegrund, wird jetzt vom angeschwemmten Lande,

v°u Lagern aus Thou, Kalkmergel, Sand- und ausgedehnten Moorlagern, namentlich aber von Braunkohlengebilden bedeckt und ist mit eisenhaltigen Quellen und Saner-

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•••HHHHHHHHHHHHHHHHHMHHHBHB

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lingen reich bedaclit, so dass cs im Egerlandc kaum cin Dorf gibt, das nicht seincn eigenen Sauerling besitzt Ein client bcwaldctcr Gebirgsgtirtel umschliesst diesen westlichen Theil Bohmens, ein Hochland, das durch zahlreiche vom Norden tiach Sttden verlaufende Hugelziige eiuen weUenformigen Cbarakter erbielt, der im Ver- laufe der Zeit durch die Erosionsthiitigkeit dcr viclcu von den Randgebirgen in flachen Thalmulden dem Hauptflusse des Gebirgskessels dcr Eger zustromenden B&che und Fliisschen nur urn so auffallcnder hcrvortrcteu musste Das Egerland bildet cine Senkung, welche in der Vorzeit wahrscheinlich ein grosser Siisswassersee war, (lessen Gcstade die Eger zwischen Kulm und Konigsberg durchbrach

Die Eger tritt ostlich von der Stadt Eger in die Thalfiiiche, verb'Lsst diese bei Konigsberg und durchschncidct den sich in das Egerthal vorschiebenden Thon- schieferrtlcken in cinein S-fo'rmigen Bogen, tritt bei Kloben in die weite, mit Ter- tiarsehiehten crfullte Thalflache zwischen dem Erzgebirge und dem Tepler G-ebirge, halt sicb jedoch vorwiegend in nordlicher Richtung mit ihrem Laufe mehr am Fusse des letzteren, welchen sic; von Altsattel bis Taschwitz in einem aus Granitfelsen gebildeten schlangenartig sich windenden engen Thale durchschneidet

Die jahrliche Niederschlagsmenge im oberen Egerlandchen betragt 600 bis

700 mm Dei Duppau und an der bayerischen Grenze westwiirts von Konigswart 700—800 mm Das Klinia ist rauh, nur in den tieferen Thalern milder Der Winter

dauert hinge, ist Btrenge und schneereicb Dieses Gebiet ist reicli an Quellen, weshalb der Boden vorherrschend feucht ist

Auch fehlt es nicht an Torfmooren, namentlicb entlang der Eger, des Soos- baches, (\CA- Leibitsch und des Wondreb Die bedeutendsten sind das bekannte

Fransensbader und das Soos- Oder Katharinendorfer Moor

Beginnen wir mit (\( y r Betrachtung der uordlichen Zufltisse dov Eger

Zufltisse dor Eger ;uis dem Fichtel- und Erzgebirge

Im Egerer Bezirke selbst empfangt die Eger keinen Zufluss aus dem Aschei* Gebiete, es fliessen ihr aber an ihrem linken lifer ausser einigen kleinen Bachleins,

welche sit; langs der Landesgrenze aufnimmt, zunachst der Seebach zu, welcher aus

dem Zusammenflusse des Hollen-, Weiher- und Frauenbaches eutsteht, die im (iniben-, Brandberge und im Himmelreichwalde im Granit entspringen, sich bei Frankenhaus vereiuigen und uuterhalb Seeberg, wo sie Seebach genanttt werden, sich ostlich vvcinlend und in mehrere Anne theilend, die vielbeschriebene Mborgegend von

Franzensbad durchziehen und als sogenannter Schladabach bei Tirschnitz in die

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In 1.000 cc Wasser sind enthalten:

In loo Theilen des mineralischen Riickstandes sind enthalten:

Summa 99-995°/0 Die Gesammthftrte des Wassers betragt 1-20

Das Wasser war trtibe von sich ausscheidendem Eisenoxyd roth gefarbt und hatte bereits dieobere Kropitzer Moorablagerung durchflossen Derselbe Bach, lachdem or nock das eigentliche Franzensbader Moor passirt, welches im sudlichen llnd ostlichen Theile auf Phyllit lagert und reichlich Mineralquellen enthalt, ist

°berhalb IHrschnite, kurz vor seinem Eintritt in die Eger geschopft, wie folgt zu-

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Ubertrag 1-32844 0-74425 Calciumcarbonat 0-10937 LiO Spur

Sauerstoff ab fur Ohlor 0-05099

Summa L-54259 Der Gluhverlust betragt 0-07350 Grammes im Liter Die Reaction des Abdauvpfrttckstandes war schwach alkaliscb Die Gesammtharte des Wassers 8-87

In loo Theilen des Rtickstandes sind enthalten:

CaO 3-970,, MgO 1-271 „ LiO Spur „ FeO 1-053 „

Vor dem Eintritt in das Franzensbader Moor hinterlasst der angefiihrte

Bach mir 94 mgm per Liter, naeli dem Austritt L542 mgm p L fixer Mineral- stoffe Die Moorwasser reicbern den abfliessenden Bach auf's sechxehnfache des ur- sprunglichen Gehaltes an tmd Yermehren die Glaubersalzmenge des Wassers um das

Junfundvierzigfache

Dem Wildsteiner Granitzuge, der durch die Verwachsung von Kali und Magnesiaglimmer als typischer Ficbtelgebirgsgranit zu betracbten ist und gerade mit seiner AiinaJierung an den steilen Bruchrand gegen das Egerbecken eine mehr gleichformige Structur annimmt, entspringen selir viele Quellen, wie der Stadl-, Fonsauer-, Soos- und Seebacb

Zwischen dem Fonsauer und Soosbacbe breitet sicb das bekannte Katha- rinendorfer Moorlager mit Mineralquellen, besonders der Kaiserquelle, aus, welches

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auf G-ranit auflagert und bis Ensenbruck reicht Es wird von dem Soosbache durchstromt und ist nur theilweise bewacbsen

Die oben gcnannten B&che vercinigen sich ini aufgelagerten Scbiefertbon unterhalb Ensenbruck und fallen in sudSstlicher Eichtung fliessend, nacb kurzem Laufe unterhalb Forba in die Eger

Miicbtige Cyprischiefer scbeiden in einem breiten Aachen Rilcken das Sooser von dem Franzensbader Moorgebiet, die aber zu Neubilduiigen wenig beigetragen

habeu Offeubar verdaijkten die jungeren Sedimente ibre Entstehung dem Granit,

dor vorerst zu Grass zerfallend, durch ununterbrocheue Einwirkuug der atmospha- rischen Luft, wie durch mechanische Wirkung der Wiisser zu local verschiedenen Neubilduiigen verwendet und umgewandelt wurde, (lessen Verwitteruiigsprodiicte daher audi durch die reichlich zn Tage gehenden kohlensaurereichen Mineralwasser aufgenommen und in den Bachen der Eger*) zugefiibrt werdeti

Die Zusamuicnsetzung des Sooserbaches bed Forba, die Probe ober der

Eisenbabnubersetzung iin Juli 1891 geschopft, war folgende:

In 1000 cc Wasser sind enthalten:

In 100 Tbeilen des niineralischen Rttckstandes sind enthalten:

Iv.,0 1-513 „ CaO 6-326,, MgO 8-080 „

SO., 25-882 „ N,0, 0-835,, C02 • 1.".-131>H

Eiirtrag 84-960%

*) Die Concentration der Eger erreioht bei Jforba 127 Milligramme des Bxen Rttck-

standes per Liter, worm 16'58 Milligramme Schwefelsaure, also 18% des fasten RnckBtandes ent- halten sind

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Obertrag 84-960%

CI 8-419 „ Organische Stoffe 5-!) 10 „

Vergleicht man die Salzruckstande der beiden Letztgenannten Wasser des

Schlada- und Soosbaches, so herrscht in beiden das Natron und die Schwefelsaure

in ansehnlicher Menge vor, dort 42%) hier 33-6% Natron und 31-7 und 25'8% Schwefelsaure des gesammten fixen Rtickstandes, wahrend Kalk und Magnesia sparlich vertreten, dagegen Eisensalze reichlich vorhanden sind

Ms kann dies nicht befremden, da beide Wasser aus gleichem Ursprungs- gestein kommen und Moorlager durchfliessen, die Schwefelkies, schwefelsaures Eisen- oxydul, ferner Schwefelsfiure, Glaubersalz, Eisenverbindungen enthalten und Rasen- steine sowie Eisenocker absondern und starke Mineralquellen enthalten

Da alter aueli die bier reichlich auftretenden Mineralquellen in die Bache ihren A.bfluss finden, und denselben Graniten ihren Mmeralreichthum verdanken,

so werden ihre Rtickstftnde eine ahnliche Zusammensetzung aufweisen mtissen, me die liier entspringenden Mineralquellen; nur dass Letztere vermftge ihres Kohlen- saurereichthuins, ilires Iftngeren Verweilens zwischen den Gesteinskltiften und Hires tieferen Eindringens in die mineralische Erdkruste eine concentrirtere Lfisung der genannten Salze vorstellen und hohere Temperaturen besitzen werden Wahrend der Scldadabacli in der troc.kenen Jahreszeit ini Liter L'593 Milligramme fixer Salze, der Soosbach nur 485 Milligramme enthiilt, en thill t der Egerer Franzensbrunnen

im Liter nacb Berzelius 6582 Milligrammes, die Fgerer Salzquelle nach f Tromms-

dorf 6012 Milligramm's Die beiden Mineralwasser sind also viermal so reicb

an fixen Mineralstoffen als der Schladabach Die im Sooser Mineralmoor*) empor-

sprudelnde Kaiserquelle hat nach (iintl 3002 Milligramm fixer Mineralbestand-

tlieile, ist also nur doppelt so stark als das mit meteorischem Wasser verdtinnte, bei Tirschnitz abfliessende Wasser des Schladabaches

VVenn man aber die fixen Mineralbestandtheile anf LOO Theile des abge- dampften fixen Rtickstandes umrechnet, so ergibt sich folgende Zusammensetzung der Rlickstande der angeftihrten Mineral- und Iiacliwasser, die eine (iberraschende qualitative Uibereinstimmung bekundet

Es sind in LOO Gew Theilen des fixen Salzrtickstandes enthalten:

*) Siehe „Das Mineralmoor der Soos", von V Bieber 1887

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Bestandtheile

Egerer Franzens quelle

Egerer Sak quelle

Binen weiteren Zufluss dor Eger am linken Ufer bildet dor Fleissenbach,

der am Wachtberge b'ei Oberreut entspringt Er geht uater dem Namon Brambach durch das Voigtlandische Glimmerschiefergebiet nach Meissen, nimmt den in Glim- Qiersohiefer and Phyllit entspringenden Rohrbach and Eanabach auf, setzt dann durch sandiges Terrain rind durch Schieferthon seinen Lauf bis Muhlgrun Fort, wo ,'1' Sich mit dem, den Thonschiefer dundiselzenden Schonbach vereirrigt and in den

aufgeschwemmten Sch.icb.ten der beiden Glieder der oberen Braunkohlenformation fortfliesst Er vereinigt aoch die kleinen Oewiisser, die an der Westseite des Lei-

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her (iliiliverlust betrug = 0-00983 gm p L

Das Fleissenbachwasser ist sehr weich und rein, enthalt so viol Natron aJs wie Kalk, halb so viel Magnesia,, sebr wenig Schwefelsaure Der ibdampf- riickstand reagirt sehr schwach alkalisch

In 100 Tbeilen des Ruckstand.es sind enthalten:

KgO 4*386 CaO • 16*682 MgO 7*893

Den Untersuchungsergebnissen der bohmischen Geologen, namentlich dcnen

Reuss und Laube's und den geognostischen Kartcn der k und k geologischen Beichs-

anstalt folgend, sehen wir den Glimmer- und Urthonschiefer vom Granitstocke des Ilinterschncckenwaldes terassenformig liber Fleissen- und das Schonbacbtlial abfallcn, oin hochwcllenformiges Bergland bildeud, das von zahlrcichen Biichen durchiiossen,

zu den anmutigeren Landschaften Biihmens gchort

Der Glimmerschiefer zeigt bier zahlreiche Uibcrgiingc in Urthonschiefer und in Schiefergneiss Das Schdnbachthal bildet das westfiche Gchange des Lei- bitschgrundes Dicsem parallel vcrliiuft der Leibitschgrund, wclcher im Kirclibcrgei' Download from The Biodiversity Heritage Library http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at

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Thai beginnend, sich bei Waltersgrun schlucktenartig vereinigt, von da bis Absroth sich flach ausbreitet, dann wieder bis znm Falkenauer A.usgaag sich verengt

Der Leibitschbach, weleher aus der Vereinigung dcs Reb- nnd Franken-

hammerwassers entstelit, bildet audi, nock- sudlick von Berg bis zu seiner Miindung

in die Eger die Gebirgsgrenze des Egerer Beckens Kleine Gebirgsbacke, die bci Stein am bolien Stcinberge in Phyllit entspringeu, durchfliessen in BUdlicher Ricktung

an der Wcstseite des vom Leibitschkamme auslaufendcu Gebirgsjoches den Tkon- schiefer, der alkn&klig in Glimmersckiefer iibergekt, durckeilen letzteren uber Mar- klesgrun bis Nonnengrun nnd setzen durck aufgeschwemrate Tertiarsckickten den Lauf bis Leibitsck fort, wo sie in die Eger einmtinden

Die Besckaffenkeit dcs Leibitschbachwassers ist folgende: die Probe wurde

im October 1891 bei Konigsberg gesckopft

In 1000 cc Wasser sind entkalten:

In 100 Theilcn des Ruckstandes sind enthalten:

K20 • • • • 5-717 „ CaO 16-115,, MgO 11-883 „

Das Wasser war Mar, farblos, gerucklos, reagirte schwach alkalisck, die Gesammtk&rte betrug L-16 Das Wasser des Leibitsckbackes hat eine gleicke Be- sckaffenkeit wie dasjenige dcs Fleissenbackes, was nicht befremden kaun, da beide Nebenflusse der Eger aus Quellcn gespeist werden, die ira Phyllit und Gneiss ent- springen

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Zufliisse miH dam Fichtelgebirge lmd dem BOhmerwalde,

Das Wondrebthal bezeicb.net die Scbeide zwischen dem Fichtelgebirge und dem Bbhmerwalde und vereinigt alle Gewasser, welche vom nordlichen Stocke des Bohmerwaldes aus dem Glimmerschiefergebirge, dem Tillenberge abfliessen, mitAus- uahme zweier kleinen Bache, deren Quellen an der Sudseite dew genannten Berges entspringen und sudostlich dor Mies zufliessen

Der Wondreb entsteht aus dem Zusammenfluss mehrerer Waldquellen, die

sich am stldlichen Ahhange des Tillenberges zu kleinen Waldbachen vereinigen und dann in westlicber Richtnng schon zu einem kleinen Flusschen anschwellen, das in einem weiten Bogen, die vornehmlich aus Phyllit und Glimmerschiefer bestehenden siidwestlichen Auslaufer des Tillengebirges durchsetzt und sich durch mehrere aus diesem Gebirge abfliessende Gewasser, sowie durch Zuflusse aus den schiefrigen Ausliiufe'rn des Fichtelgebirges verstarkt und unterhalb Waldsassen Bohmen betritt

Bei Altspitzenberg fliesst dem Wondreb der ebenfalls am Tillenberge ent- springende, durcb Thonscbiefer in nordlicher Ricbtung im Mugltbale berabziebende Muglbach zu, bei Unterlindau der vornehmlich Phyllit, dann Schieferthon durch- setzende Rohrbach, bei Stcbnitz der an der Nordseite des Tilleuberges entspringende Pointsbach, welcher (lurch die Vereinigung mehrerer kleiner forellenreicher Gebirgs- wasser gebildet wird, die im sudlichen Glimmerscbiefer entspringen und aach ibrer

Vereiniguug als Losauerbach in nordlicber Ricbtung den Phyllit durcblaufen um\ in der Ebene durch tertiare Ablagerungen t\ar Eger zueilen

Alle diese Zuflusse liegen in geringer Entfernung von einander, bewegen sich in parallel von Siid nach Nord verlaufenden Thalern, die sich zwischen Kins- berg nnd Taubrath in die erweiterte Thalflftche der Eger berabsenken

Oberhalb Kornau ergiesst sich nocb (\v,v Lappitzfelderbach in den Wondreb

Er gelit aus der Vereiniguug des Licbensteiner- und des Altbaches hervor

Der Liebensteinerbach entspringt in den hohen Waldungen im Granitge- birge von Konigswart, verlasst bei Miltigau das gebirgige Terrain, fliesst im aufge- schwemmten Sande und Schotter bis Thurn, wo er sich mit dem Altbach vereinigt Der letztere entspringt im Glimmerschiefer, behalt im weiteren Verlaufe dieses Gestein zur rechten Seite, wabrend am linken lifer Pbyllite lagern, macht spater eine starke Biegung uach VVesteu und beruhrt dann Fleckschiefer auf der rechten und Schieferthone auf der linken Seite bis Schiittuber, wo er durch Schieferthon

in einem uordlich verlaufenden sanften Bogen bis Kornau zieht

Mit alien diesen Zuflftssen mundet der liunmehr zu einem stattlichen Eliisschen angeschwollene Wondreb eine Strecke nocb in Alluvion uordlicb fort- fliessend, endlich in der Nahe von Nebanitz in die Eger

Es folgen die Analysen des ober Kornau geschopften Wondreb und des

unterhalb Lappitzfeld geschopften Lappitzfelder Baches

In l.ooo cc des Wondrebflusswassers waren vor der Vereiniguug mit dem

letztgenannten Bache an geloston Mineralstoffen im Monate October enthalten:

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In 100 Gewichtstheilen dcs mineralischen Kiickstandes sind cuthalten:

Na,() 16-0107,,

CaO 17-704 „ MgO 7-683,,

Der Lappitzfelderbach imterhalb Lappitzfeld geschiipft, enthiilt in 1000 cc:

8

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Summa 99-997 °/0 Die qualitative TTntersucbung crgab audi Spuren von LitMon

Dili Gesammtharte des Wassers betrug 1-55 Der Abdampfrtlckstand re- agirte schwacb alkali sch

Der Wondrebfluss, der bedcutendste Nebenfluss der Eger, bat das griisste

Quellengebiet in cincm Ausmass von ca 04-588 Hectaren, deren grosster Tbeil auf Bayern entfallt und (lessen geognostiscbe Beschafifenheit im Vorhergehendcn ge- schildert wurde Das schr wciche, an organiseben Stoffen reiche Wasser dieses Elusses ist armer an Schwefelsiiure als das der Egcr vor ihrem Eintritt in Dohmen, reich an Kieselsiiure und Chlornatrium, cntbiilt aber ebcnso vicl Kalk als wie die Eger zwischen Eger und Konigsberg, wcnn man die prozentische Zusammeusetzung der fixen Buckstiinde beider Kliisse mit einander vergleicht; dagegen ist die Eger etwas rcicber an Salzcn als der Wondrcb, da erstere 70 Milligramni im Liter bci

Eger, 80 mgm im Liter bci Konigsberg, der Wondrcl) alter nur 54 mgm im Liter

fester Stoffe cntbiilt

Von den Bascn sind Natron und Kalk in diesem Flusse fast gleicb stark vcrtreten, die Magnesia bctriigt die Hiilfte des Kalkes

Einc abnliche Zusammensetzung wie der Wondrcb zcigt der im Grauit ent-

springende Lappitefelderbach f mit dem Unterscbiede, dass er etwas an Kalk, Kali

und Kiesclsaure reicher ist, aucb mehr Eisenoxyd cntbiilt als wie der Eluss, i" welcben er sick ober Kornau ergiesst

lievor wir die weitercn Zufiiisse dec Eger verfolgen, betrachten wir noch die Zusammcusetzuug des HauptHiisses bci Konigsberg nach der Einniiindung deS Leibitscbbacbes oberhalb der Scbwimmscliule, der ja nach der Mcnge und Be- srbaffenbeit der bereits geschilderten Zuflussc einen mittleren Gchalt Hirer Bestand- tbeilc entlialten muss, wcnn auch durcb verschicdene Vcrauderungen des FhiSS" wasscrs im Elussbette selbst einc geringc Abwcicbung von den ermittelteu Mittcl- wertben der Zufiiisse sicb gcltend macben wird

I >er Fluss windet sich hier durch zahlreichc Wiescn und Auen mit sanftcw Gefftlle in eincm breiten, rcichlich mit Alluvialgebilden ausgefiillten Thale, wo sick sein Wasser durcb eincn grosseren Gchalt an organiscben Stoffen auszeicb.net

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Die niicbst Konigsberg im October geschopfte Wasserprobe der Eger war

Der Gluhverlust betriigt 0-0320 grm im Liter

In 100 Thcilen des Kuekstandes sind enthalten:

CaO • 18-00 MgO 5-85

Summa 99-96 Die Gesaminthiirte des Wassers betriigt 2*21 Das Wasser war gelblich gefarbt, reagirte eingedampft neutral

Zuflftsse der Eger aus dem Karlsbader Gebirge

Das schroff aus der Egersenke siidlich aufsteigende Gcbirgsland, welcbes

^estlicb vom Duppauer Basaltgcbirge, iistlich vom Bohmerwalde und siidlich von ''•'"i mittelbohmisclien Urschiefcrgebirgc begrenzt wird, bezciebnet man als das Karlsbader Gebirge, (lessen westlicher Ausliiufer der sogenannte Kaiserwald den

""chsten Theil des Gebirges umfasst, von dem es nordwiirts in die Gegend von Tepl und Karlsbad schr sanft abdacht Vom Bohmerwalde orograpbisch durch die

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flaehe Thalsenkung bei Sandau getrennt, schliesst es sit-li in geologischer Beziehung eng an den Bflhmerwald an Dei Konigsberg imd Mariakulm verschmilzt es init dem eigentlichen Erzgebirge

Dieses Gebirge besteht aus einer zusammenhangenden Granitmasse, welche

um Schlaggenwald und Schonfeld einc grSasere Gneissscholle und zwischen Sandau nnd Petschau zahlreiche ilornblendescbieferschoUen tragt

Der Kaiserwald bildet ein von tiefen Thalern und Wasserrissen durch- furchtes, durch einen grossen Wechsel der FormeD ausgezeichnetes Gebirge, bedingt durch die geoguostische Beschaffehheit desselben

Man sieht fdrudich, wie der cmpordringende, den Schioferuiantcl hebendc Granit diese 1.1 ii lie zumThei] zertrunimerte, vielfach vcrwarf und audi viberdeckte,

so dass die Schiefergebilde in ihm Fragmente und 8cb.ol.len bildeud, gleichsam oin- geknetet sind und in verschiedenen Richtungen daraus hervorragen, wodurcli sich cine seltsame Combination von Bergformen entwiekelt Besonders scli5n zeigt sich

dieser Gesteins- nnd Formwechsel in den tief eingeengten Thalern des IAebaubaches,

der eine halbe Stunde ostlicb von Konigsberg durch die Veroinigung der grossen und kleinen Liebau gebildet wird

Der kleinc Liebaubacb entspringt in den Granitbergen von Schdnficbt und windet sich in scharfen Krummungen fiber Granit- oder Gneissschieferstufen Der grosse Liebaubacb koinmt aus dem Granit des Porisbergcs, fliesst nordlich vor- herrschend durch dieses Gostein bis Schoniind, wo er den Gneiss durcbbricht und sich plotzlich westlich wendend, bis unterhalb Krainhof, si'ulwestlich wieder durch ein Granitthal herabfliesst, um nut der kleinen Liebau vereint das Thai von Konigs- berg zu passircn und nordlich von diesem Stadtchen in die Eger einzumlinden Die untersuchte Wasscrprobe ist iin Revier Schaben, ostlich von Konigsberg geschopft wordcn

In 1000 cc des Wassers sind enthaltcn:

Sauerstoff ab fur Ghlor 0-00014

Summa 0-03791

Der Gliihverlust betrug = 0-01067 gr p L

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In 100 Theilcn des Rtlckstandes sind entlialten:

CaO 13-452 „ MgO 4-932,,

Einen weiteren ZuHuss aus deni westiichen Karlsbader Gebirge empfaugt

•He Eger in dem Lobsbache

Das Quellengebiet des Lobsbach.es, welcher wcstlich von Sangerberg in den ftusgebreiteteii Zaakfilzen eatspringt, liegt grosstentheils im grobkornigen Granit '" den quellenreichea Bezirken des Teplergebirges, wo der Winter lang und sclmee-

''eicJi, der Boden wasserhaltig mid fchonig, die jahrHche Niederschlagsmenge 686 mm

"•• 15o N T., also eine bedeutende ist, sind die Bedinguagea ftir die Hildung von

•Torfmooren und wasserreiclieii Bachen vorhanden Vom linken Ufer stronien deni cache Zulliisse aus Gneiss, am rechten Ufer solche von Granithfihen zn Niirdlich V(>» Wudinggriiii passirt der 15ar.li eisenschttssige Thonlager und miindet bei Fal- kenau in die Eger

Analyse des Lobsbachs bei Falkenau oberhalb der Holzmlihle

im Juli iso-2 geschftpft

In 1000 cc "Wasser sind entlia.ltcn:

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Fe2Oa + Al208 0-566 „ SO., 11-639,,

SiO„ 16-417 „

CI 8-152 „

101-830°/,, Sauerstoff ab fur Chlor 1.-834 „

schwefehdurereichsten Hache, welcbe auf dieser Strecke der Eger zufliessen

Die chemische Analyse des niichst Elbogen ini Juli 1892 gcscbopften Flulh-

baches ergab folgende Zusammensetzung:

\\\ 1000 cc Wasser sind eutbalten:

In 100 Theilen des Rtlckstandes sind entbalteu:

CaO 22-34(5 „ MgO (5-197 „

Ftlrtrag 40-466%

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Ngày đăng: 03/11/2018, 17:10

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