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In den Cochrane Review wurden publizierte und nicht publizierte randomisierte kontrollierte Studien RCTs auf-genommen, welche Erwachsene untersuchten, die sich in der Palliativ-Versorgun

Trang 1

CO C H R A N E PF L E G E CO R N E R

Für den Cochrane Review

re-cherchierten die Wissenschaftler

im August 2010 beispielsweise in

folgenden Datenbanken: The

Cochrane Central Register of

Controlled Trials (Central),

Medline, Embase, Cinahl und

Cancerlit Um weitere Studien

zu erhalten, nahmen sie

Kon-takt mit Pharmaunternehmen

auf, führten eine Handsuche

und elektronische Suche in

na-tionalen und internana-tionalen

Kongressbänden durch,

recher-chierten im Studienregister des

britischen National Health

Ser-vice und durchsuchten die

Refe-renzlisten der identifizierten

Publikationen Eine sprachliche

Einschränkung wurde nicht

vor-genommen In den Cochrane

Review wurden publizierte und

nicht publizierte randomisierte

kontrollierte Studien (RCTs)

auf-genommen, welche Erwachsene

untersuchten, die sich in der

Palliativ-Versorgung befanden

und zur Behandlung oder

Pro-phylaxe von Obstipationen mit

Laxantien oder Methylnaltrexon

behandelt wurden Die

Mass-nahme konnte in allen

pflege-rischen Settings durchgeführt

worden sein Ausgeschlossen

wurden Studien, die andere

Opioid-Antagonisten

untersuch-ten oder gesunde Freiwillige

und Personen mit Obstipation

aufgrund einer

Darmerkran-kung oder eines Drogenmiss-brauchs betrachteten

Intervention und Kontrolle

Es wurden verschiedene Laxan-tien und Methylnaltrexon mit Placebo als Kontrollmassnahme und Methylnaltrexon in unter-schiedlichen Dosierungen mit-einander verglichen

Zielkriterien

Die Wissenschaftler legten fol-gende primäre Zielkriterien fest:

veränderte Frequenz der Defäka-tion, Leichtigkeit der DefäkaDefäka-tion, Linderung von systemischen und abdominalen Symptomen wie verbesserter Appetit, Reduktion abdominaler Schmerzen und Blähungen sowie Verminderung der Verwirrung, Veränderung der Lebensqualität und Gebrauch von Reservemedikation (Laxan-tien) wie Suppositorien oder Ein-läufe Als sekundäre Zielkriterien wurden folgende Nebenwirkun-gen festgelegt: Nausea, Schmer-zen, Blähungen, Diarrhoe und Stuhlinkontinenz

Methodik

Die gefundenen Studien wurden von zwei Wissenschaftlern unab-hängig voneinander auf die fest-gelegten Einschlusskriterien ge-prüft Sie extrahierten die Daten, kontaktierten die Studiendurch-führenden, wenn Studiendaten

fehlten und bewerteten die Studi-enqualität Bei Unstimmigkeiten diskutierten die Wissenschaftler, bis sie zu einem Konsens gelang-ten

Datenanalyse

Für dichotome Zielkriterien be-rechneten die Wissenschaftler das Odds Ratio (OR) mit dem dazugehörigen 95%-Konfiden-zintervall (CI) und für kontinu-ierliche Zielkriterien die gewich-tete Mittelwertdifferenz (WMD)

Ergebnisse

In den Cochrane Review konnten sieben RCTs mit insgesamt 616 Teilnehmern eingeschlossen wer-den Die Studien stammen aus Nordamerika, England, Spanien und Indien Die Teilnehmer waren zwischen 61 und 72 Jahre alt und befanden sich in einem fortgeschrittenen Krankheitssta-dium Die meisten Patienten hat-ten eine Lungenkrebsdiagnose, andere eine kardiovaskuläre Er-krankung, AIDS oder Demenz In vier Studien wurden Laxantien (alle oral eingenommen) wie Laktulose, Senna, Danthron in Kombination mit Poloxamer (Co-Danthramer) und Magnesiumhy-droxid in Kombination mit Paraf-finöl getestet Bei drei Studien wurde subkutan appliziertes Methylnaltrexon versus Placebo beziehungsweise in

verschiede-Cochrane Reviews

Obstipationsmanagement

in der Palliativ-Versorgung

Die Review-Fragestellung: Wirken Laxantien oder Methylnaltrexon zur

Behandlung der Obstipation bei Patienten in der Palliativ-Versorgung?

Text: Claudia Lötscher, Natasˇa Ivanovi, André Fringer

Natasˇa Ivanovic´ , wissenschaftliche Assistentin, Institut für Angewandte Pflegewissenschaft IPW-FHS,

St Gallen.

Claudia Lötscher , BScN, Master-Stu-dentin an der Fach-hochschule Bern und Mitarbeiterin in einer Stabstelle Pflege und Betreuung im Wohn-heim Riggsiberg.

André Fringer ,

Dr rer medic., MScN, Projektleiter, Institut für Ange-wandte Pflegewis-senschaft IPW-FHS,

St Gallen.

Trang 2

nen Dosierungen untersucht Bei

den Studien, die verschiedene

La-xantien miteinander verglichen,

waren die Ergebnisse nicht

stich-haltig Bei subkutan appliziertem

Methylnaltrexon waren die

Er-gebnisse eindeutiger Die

Meta-analyse zeigte: Zwei Studien

ha-ben Methylnaltrexon und Placebo

verglichen Dabei zeigte

Methyl-naltrexon eine signifikante

Wir-kung zur Defäkation innerhalb

von vier Stunden nach

Applika-tion (OR 6,95; 95 % CI, 3,83 bis

12,61) und zur Defäkation

inner-halb von 24 Stunden (OR 5,42;

95% CI, 3,12 bis 9,41) Es konnte

kein Unterschied beim Anteil der

Nebenwirkungen festgestellt

wer-den, obwohl Patienten mit

Me-thylnaltrexon vermehrt

Blähun-gen und Schwindel aufwiesen In

einer Studie wurde als

Neben-wirkung Bauchschmerzen

festge-stellt, die möglicherweise auf

Methylnaltrexon zurückzuführen

sind In einer Studie kam es bei

Methylnaltrexon aufgrund von

Wissen, was wirkt

Der «Cochrane Pflege Corner» ist eine Rubrik in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Cochrane Zen-trum und der Plattform FIT Nur-sing Care Die Beiträge zeigen den aktuellen Stand der Forschung

in Form von Zusammenfassungen von Cochrane Reviews auf Dabei werden unterschiedliche pflege-rische Themen aufgegriffen Ziel ist es, den Pflegefachpersonen For-schungsergebnisse schneller und direkter zur Verfügung zu stellen Die Serie versteht sich auch als Ergänzung zur vom SBK mitiniti-ierten forschungs- und IT-gestütz-ten Internetplattform FIT Nursing Care, welche internationales For-schungsergebnisse für Pflegefach-personen in deutscher Sprache praxisnah darstellt

www.fit-care.ch, www.cochrane.de

Randomisiert-kontrollierte Studie (Randomized Controlled

Trial, RCT): Sie besteht aus mindestens einer

Interventions-gruppe und der KontrollInterventions-gruppe Die InterventionsInterventions-gruppe erhält

die zu überprüfende Massnahme und die Kontrollgruppe erhält

die Standardtherapie oder beispielsweise ein Placebo Die

Studienteilnehmer werden möglichst unwissentlich

(verblen-det) und nach dem Zufallsprinzip zu einer der beiden Gruppen

zugeteilt (randomisiert) Die erhobenen Daten der beiden

Gruppen werden miteinander verglichen, und es wird deutlich,

ob die überprüfte Massnahme wirksam ist oder nicht

Dichotome Zielkriterien: Weisen nur eine begrenzte Zahl

ein-deutig voneinander abgrenzbarer Zustände auf (z B

Augen-farbe: blau, grau, braun, grün)

Odds Ratio (OR): Effektmass für dichotome Daten Bezeichnet

das Verhältnis (Ratio) der Odds (Chancen), dass ein Ereignis

oder Endpunkt in der experimentellen Gruppe eintritt, zu der

Odds, dass das Ereignis in der Kontrollgruppe eintritt Eine OR

von 1 bedeutet, dass zwischen den Vergleichsgruppen kein

Unterschied besteht Bei ungünstigen Endpunkten zeigt eine

OR < 1, dass die experimentelle Intervention wirksam ist, um

die Odds für das Auftreten dieser ungünstigen Endpunkte zu

senken

starker Diarrhoe zu Dehydration und Kreislaufkollaps

Schlussfolgerung

Die Aussagekraft zum Obstipati-onsmanagement mittels Laxan-tien ist aufgrund unzureichender Qualität der RCTs limitiert Sub-kutan verabreichtes Methylnal-trexon erwies sich als wirksam zur Förderung der Defäkation bei Patienten in der Palliativ-Ver-sorgung mit opiodinduzierter Obstipation Die Sicherheit von Methylnaltrexon ist noch nicht vollständig evaluiert Es braucht deshalb in Zukunft grössere und unabhängigere Studien

Nachweis in der Cochrane Database of Sys-tematic Reviews:

Candy B., Jones L., Goodman ML., Drake R., Tookman A Laxatives or methylnaltrexone for the management of constipation in pal-liative care patients Cochrane Database of Systematic Reviews 2011, Issue 1.

Diese Cochrane Review-Zusammenfassung wurde im Rahmen der Fit-Nursing Care Webseiten erstellt und von Sabine Lins vom Deutschen Cochrane Zentrum bearbeitet und durch ein Glossar ergänzt.

Konfidenzintervall (CI): Als Konfidenzintervall wird beispiels-weise der berechnete Bereich um das Relative Risiko herum bezeichnet Es wird angenommen, dass der «wahre» Thera-pieeffekt einer Massnahme meist zu 95% innerhalb des Kon-fidenzintervalls liegt Das Konfidenzintervall hilft somit bei der Einschätzung, wie zuverlässig beispielsweise das berechnete Relative Risiko ist Je enger das Konfidenzintervall um das Re-lative Risiko herum ist, desto zuverlässiger ist es Die Breite des Konfidenzintervalls hängt unter anderem von der Anzahl der Studienteilnehmer ab Je mehr Patienten an der Studie teil-nehmen, desto enger wird das Konfidenzintervall

Kontinuierliche Daten: Sie können theoretisch eine unendlich grosse Zahl von Werten entlang eines Kontinuums annehmen Körpergrösse, Gewicht und viele Laborwerte sind kontinuier-liche Variablen

Gewichtete Mittelwertdifferenz (Weighted Mean Diffe-rence, WMD): Effektmass für kontinuierliche Zielkriterien, die auf derselben Skala gemessen werden zur Beschreibung des Gesamteffekts, wenn Studien in Meta-Analysen zusammenge-fasst werden Dabei erhalten die Einzelstudien ein unter-schiedliches Gewicht, um wichtige Studieninformationen, wie zum Beispiel Grösse der Studie, zu berücksichtigen

Glossar

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Ngày đăng: 08/01/2017, 20:43

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