Nur wenn der Hersteller des Mainboards oder des BIOS ein neueres, zum Mainboard passendes Writer-Programm auf seinem Internetserver bieten kann, ist ein späterer, erneuter Programmierver
Trang 1Für diesen Fall enthält ein Flash-Writer-Programm einen speziellen
Menüpunkt, der sich meist unter den Advanced Features verbirgt und
nach dem Aufruf die in Bild 13.15 gezeigten Optionen bietet Falls das verwendete Flash-Writer-Programm diesen Punkt allerdings nicht zur Verfügung stellen sollte, ist man zunächst am Ende des vermeintlichen BIOS-Update angelangt, und das Programm sollte mit der (Esc)-Taste beendet werden
Nur wenn der Hersteller (des Mainboards oder des BIOS) ein neueres, zum Mainboard passendes Writer-Programm auf seinem Internetserver bieten kann, ist ein späterer, erneuter Programmierversuch anzuraten, andernfalls sollte man lieber die Finger davon lassen
Durch Anwahl des Punktes 2 wird das BIOS inklusive des Boot-Blockes komplett neu programmiert Dabei sind die gleichen Dinge zu beachten, wie es zuvor bei der Aktualisierung des BIOS ohne den Boot-Block beschrieben worden ist Dieses Update führt hier auch zur Löschung des
Extended System CMOS DataRAMs (ESCD), der die (Ressourcen-)
Infor-mationen über die verwendeten Plug&Play-Devices enthält
Dieser Parameterblock lässt sich auch einzeln mithilfe des ersten Menü-punktes löschen Die Anwendung dieser Funktion, die im Grunde genom-men nichts mit einem BIOS-Update oder einer Neuprogrammierung zu tun hat, kann sich als äußerst nützlich erweisen, wenn der PC aus irgend-welchen Gründen mit bestimmten Plug&Play-Devices nicht zurecht-kommt und daher nicht mehr korrekt starten kann Dieser erweiterte CMOS-RAM-Bereich liegt nicht etwa im üblichen CMOS-RAM (kombi-niert mit dem Kalender-/Uhren-Chip), sondern im BIOS-Flash-Memory,
Bild 13.15: Die Advanced Features eines Flash-Writer-Programms erlauben das
Löschen der aktuellen Plug&Play-Parameter und ein komplettes BIOS-Update
Trang 2und dieser Bereich wird durch die Anwahl des genannten Punktes gelöscht
Die ESCD-Parameter, die sich in diesem erweiterten Bereich befinden, werden nachfolgend beim Neuboot – in Abhängigkeit von den jeweils eingesetzten Plug&Play-Devices – wieder automatisch neu geschrieben Der Update-Vorgang lässt sich meistens am Monitor durch die Meldung
Updating ESCD beobachten und meist auch im BIOS-Setup explizit
akti-vieren
Die Neuprogrammierung des BIOS-Bausteins wird, je nach Hersteller des Flash-Writers, unterschiedlich dargestellt, wobei oftmals eine Fort-schrittsanzeige in Form eines Laufbalkens erscheint, die mit der Meldung
Programming Flash Memory - OK beendet ist Durch Betätigung der
(Esc)-Taste wird das Writer-Programm beendet, und nach einem Neu-start des PC sollte nunmehr das neue BIOS aktiviert sein
13.6.5 Der Neustart
Der nun folgende Neustart ist dabei als Kaltstart auszuführen, also durch
Aus- und Wiedereinschalten des PC Im Gegensatz zum Warmstart (Tas-tenkombination (Strg)+(Alt)+(Entf)) führt immer nur ein kompletter
Reset (Kaltstart) des PC zu einer vollständigen Neuinitialisierung des Systems
Entgegen der landläufigen Meinung erfolgt nach der Betätigung der Reset-Taste am PC keineswegs eine vollständige Neuinitialisierung des
PC , was allerdings auch davon abhängt, wie die Hardware der ange-schlossenen Einheiten jeweils realisiert wurde, also in welcher Art und Weise deren Hardware auf den Reset-Impuls reagiert
Nach dem Erscheinen der (neuen) Meldung ist zunächst der
BIOS-Setup auszuführen, und dabei sind die Standardwerte mit Load BIOS-Setup
Defaults aufzurufen (z.B mit der (Del)- bzw (Entf)-Taste) Dieser Vor-gang verhindert, dass Einträge der alten BIOS-Version möglicherweise falsch interpretiert werden und aktiviert zunächst alle grundlegenden Einstellungen Wenn so weit alles in Ordnung ist, wird der PC wieder ausgeschaltet und der Jumper (Disable Programming/Normal Read) – soweit vorhanden – wieder in die Normalstellung gebracht Danach folgt ein vollständiger Boot des PC, und man geht erst jetzt daran, die
einzel-nen BIOS-Setup-Einträge zu optimieren, also die Setup Defaults durch
die manuellen Einstellungen wieder zu ersetzen oder die zuvor per Pro-gramm gesicherten Einstellungen wieder zu aktivieren
Es kommt durchaus vor, dass für ein und dasselbe Mainboard BIOS-Ver-sionen verschiedener Hersteller verfügbar sind, beispielsweise von den Firmen Award und AMI Unter Umständen ist es sinnvoll, hier einen Wechsel vorzunehmen, wobei zuvor eine Kontrolle der jeweiligen Fea-tures – in der Regel anhand einer README-Datei oder als Text auf dem Internetserver der betreffenden Firma – vorzunehmen ist Es muss dabei beachtet werden, dass auch das passende Flash-Writer-Programm zum Einsatz kommt, was bedeutet, dass beispielsweise bei einem installierten AMI-BIOS auch ein Flash-Writer von AMI verwendet werden muss, um
Trang 3das BIOS der Firma Award damit zu programmieren Entsprechendes gilt auch in umgekehrter Konstellation
Vorgehensweise zum BIOS-Update in Kurzform:
1 Genau überlegen, ob ein Update überhaupt sinnvoll ist
2 Überprüfen des Flash- oder des EEPROM-Typs auf dem Main-board
3 Handbuch dahingehend zu Rate ziehen, welche Flash-Typen zum Einsatz kommen können
4 Neue BIOS-Version und eventuell Flash-Writer – am besten aus dem Internet – besorgen
5 Eventuell Jumper für die richtige Programmierspannung (5V oder 12V) setzen
6 Kontrollieren, ob das Mainboard/BIOS einen Recovery Mode
beherrscht, was eine gewisse Sicherheit bei nachfolgenden Proble-men während der Programmierung bietet
7 Boot-Diskette mit allen benötigten Dateien anfertigen
8 Im BIOS-Setup die Boot-Reihenfolge auf A:, C: ändern
9 In der Praxis hat es sich gezeigt, dass ein BIOS-Setup mitunter schei-tert, wenn die Caches eingeschaltet sind, sodass man diese sicher-heitshalber vor dem »Flashen« im BIOS-Setup abschaltet
10 Festhalten der aktuellen BIOS-Setup-Einstellungen (z.B Aus-drucken der einzelnen Seiten)
11 Wenn vorhanden, den Jumper auf dem Mainboard in die Stellung
Enable Programming setzen oder im BIOS-Setup den Eintrag BIOS Update auf Enabled schalten.
12 PC von Diskette starten und das Flash-Writer-Programm aufrufen
13 Nur fortfahren, wenn sowohl der auf dem PC befindliche BIOS-Baustein als auch die BIOS-Version richtig erkannt werden
14 Den aktuellen BIOS-Inhalt in einer Datei sichern
15 Starten der Neuprogrammierung, wobei möglicherweise die
Advan-ced Features (Update BIOS Including Boot Block) aktiviert werden
müssen
16 Beenden des Flash-Writer-Programms und PC-Kaltstart ausführen
17 BIOS-Setup aufrufen und Load Setup Defaults aktivieren.
18 Wenn vorhanden, den Jumper und/oder den BIOS-Setup-Eintrag (BIOS-Update: Disabled) wieder in die Normalstellung zurückset-zen
19 PC neu starten und die (optimierten) Einstellungen im BIOS-Setup vornehmen
Trang 413.6.6 BIOS-Update bei Mainboards mit
Firmware-Hub
Alle neueren Mainboards mit Intel-Chipset verwenden einen Firmware-Hub (82802xx), der auch das System-BIOS enthält Es handelt sich dabei ebenfalls um einen Flash-Speicher, der jedoch mindestens einem 4 MBit-Typ (512 kByte) entspricht und dann in acht Blöcken zu je 64 kBits organi-siert ist Diese Blöcke werden »scheibchenweise« im Speicherbereich 960k–1024k des PC eingeblendet und sind einzeln zu beschreiben, zu lö-schen und zu sichern (hardware-based locking), was eine höhere Sicherheit gegenüber den üblichen Flash-Speichern bieten kann In der Praxis hat sich bisher jedoch kein Vorteil gegenüber den bisher üblichen Flash-BIOS-Ver-sionen feststellen lassen Vielmehr scheint die im Firmware-Hub im-plementierte stärkere Modularisierung eher für andere Anwendungen
(da-zu später mehr) verwendet (da-zu werden, wie die Möglichkeit, nur einzelne BIOS-Module ersetzen oder auch ein selbst gestaltetes BIOS-Logo »bren-nen« zu können
In den beiden Parametersektionen des Blocks 1 sind die Plug&Play-Daten (ESCD), die Plug&Play-Daten für das Logo und verschiedene Kenndaten (Versions-, Produktnummern) untergebracht Der Block 0 enthält dabei
Bei einigen BIOS-Versionen (z.B bei Intel-Boards) kann man sich das Notieren oder das Ausdrucken der aktuellen BIOS-Setup-Einstellungen für die spätere Wiedereinstellung sparen Es ist möglich, die aktuelle
Einstellung unter Exit und mit Save Custom Defaults: Yes
abzuspei-chern und später nach dem Update einfach wieder zu laden (Load Cus-tom Defaults)
Adressen/Hex Block/Größe Anwendung
80000–7FFFF Block 7, 64 kByte Boot-Block 70000–6FFFF Block 6, 64 kByte
System-BIOS 60000–6FFFF Block 5, 64 kByte
50000–4FFFF Block 4, 64 kByte 40000–4FFFF Block 3, 64 kByte 30000–3FFFF Block 2, 64 kByte 20000–2FFFF Block 1, 64 kByte 8 kByte: Parameter-Block 2
8 kByte: Parameter-Block 1
48 kByte: reserviert 10000–1FFFF Block 0, 64 kByte Back-Up, Recovery-Daten Tab 13.15: Die Aufteilung eines 4 MBit-Firmware-Hubs
Trang 5eine Kopie dieser Daten für den Recovery-Mode und kann nicht über-schrieben werden
Im Firmware-Hub (im Block 1) sind außerdem die Register für die mit dem Pentium III eingeführte – und umstrittene – Security-Architecture untergebracht (RNG, Randon Number Generator) Die mit dem RNG erzeugte Kennung ist für jeden Pentium III einmalig und erlaubt somit prinzipiell auch die Identifizierung eines bestimmten PC und damit eines Anwenders, was einigen Datenschutzorganisationen doch etwas zu weit ging, sodass Intel daraufhin die Empfehlung an die BIOS- und Main-board-Hersteller ausgegeben hat, dass die Einschaltung dieser
Seriennum-mer in den BIOS-Setups standardmäßig auf Disabled statt auf Enabled zu
stehen hat
Intel bietet für das Update – wie andere Hersteller auch – zwei
Möglich-keiten an: entweder von Windows aus mithilfe der Intel Express Update
Utility, wobei mindestens Windows 98 installiert sein muss, mit einer
Serverversion von Windows NT oder Windows 2000 funktioniert es nicht, oder auch auf die althergebrachte Methode mit einer Diskette
unter DOS, was bei Intel unter Flash Memory Update Utility firmiert
Beide Verfahren bieten prinzipiell die folgenden Möglichkeiten:
쮿 Überprüfung dahingehend, ob das neu einzuspielende BIOS zum Mainboard bzw zum installierten BIOS konform ist
쮿 Aktualisierungsmöglichkeit des BIOS-Boot-Blocks und des eigentli-chen BIOS-Codes, wobei eine versehentliche Zerstörung des Boot-Blocks verhindert wird
쮿 Separate Aktualisierung des BIOS-Boot-Blocks möglich
쮿 Veränderung der Sprache für den BIOS-Setup (maximal 32 möglich)
쮿 Aktualisierungsmöglichkeit einzelner BIOS-Module (z.B SCSI, Grafik)
쮿 Möglichkeit, ein spezielles BIOS-Boot-Logo einzuspielen
Intel hat zwar einige Schutzmechanismen beim BIOS-Update eingebaut, gleichwohl erscheint es doch ein unnötiges Wagnis zu sein, die BIOS-Aktu-alisierung unter Windows durchzuführen Außerdem kann der Update-Vorgang auch direkt von der Intel-Internetseite ausgelöst werden (Run from Current Location), sodass zusätzlich das Internet (Modem, ISDN) mit ins Spiel kommt Wer noch nicht genug von Fehlermeldungen hat und sich auch noch beim BIOS-Update mit neuen Windows-Fehlermeldungen
wie Windows OS is fragmented oder FAT file systems trigger ScanDisk
herumärgern will, kann die Intel-Seite unter http://developer.intel.com/ design/motherbd/xxx aufsuchen und sich ein eigenes Bild davon machen Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Buches funktioniert das Intel-Express-Update-Verfahren nur mit Intel-Mainboards und nicht mit denen anderer Hersteller, die auf ihren Boards ebenfalls einen aktuellen Intel-Chipset einsetzen
Die übliche Methode unter Verwendung einer DOS-Boot-Diskette, auf die die nötigen Daten für das BIOS-Update kopiert werden, funktioniert
Trang 6auch bei Intel-Boards oder anderen Mainboards mit einem Firmware-Hub, wie es zuvor unter »Vorgehensweise zum BIOS-Update in Kurz-form« erläutert ist, und man wird in der Handhabung keinen relevanten Unterschied zu einem üblichen Flash-Vorgang feststellen können
13.6.7 Recovery-Modus
Wie bereits erläutert, gibt es bei einigen Mainboards einen Recovery-Jumper, der es ermöglicht, ein BIOS nach einem fehlgeschlagenen Update wieder zum Leben zu erwecken Dies gelingt jedoch nur, wenn das BIOS über einen nicht löschbaren Boot-Block (Non Erasable Boot Block Area) verfügt
In der Regel kann man davon ausgehen, dass ein aktuelles BIOS diese nütz-liche Funktion aufweist, auch wenn sich kein spezieller Jumper finden lässt Wenn ein BIOS-Update zur Katastrophe geführt hat, kann man ohnehin nichts verderben und daher auch diesen Recovery-Versuch wa-gen, wofür wieder eine spezielle Boot-Diskette mit Flash-Programm und BIOS-Daten notwendig ist
Üblicherweise ist auf der Internetseite des Mainboard-Herstellers beschrieben, was sich im Einzelnen auf einer Recovery-Diskette zu befin-den hat Bei einigen Mainboards mit einem AMI-BIOS reicht es aus, die
gewünschte, zu schreibende Datei in amiboot.rom umzubenennen und
beim PC-Start die Tastenkombination (Strg) + (Pos1) zu betätigen Bei anderen BIOS-Versionen kann dies anders aussehen Bei der Firma Award heißt das Flash-Programm beispielsweise AWDFLASH.EXE, das die folgenden Optionen kennt:
AWDFLASH [<FLASH> [PATH] [FILENAME]] [/Py,Pn]
[<SAVE> [PATH] [FILENAME]] [/Sy,Sn]
[<CLEAR CMOS> [/CC]]
[<CLEAR PnP> [/CP]]
Demnach können mit diesem Programm verschiedene Aktionen durchge-führt werden und ein BIOS in einer Datei gesichert (SAVE), aus einer Datei neugeschrieben (FLASH) oder auch das CMOS-RAM oder der Plug&Play-Bereich (ESCD) gelöscht werden Die einzelnen Kommandos
Bild 13.16: Bei aktuellen Intel-Mainboards kennt der Jumper für das BIOS sogar drei
Stellungen, wobei in der Stellung »CONFIGURE« das Maintenance-Menü zugänglich wird, was für die »gefährlicheren« Speicher- und CPU-Einstel-lungen zuständig ist
Trang 7sind nicht anzugeben, sondern die Kürzel und Dateinamen (FILE) und möglicherweise auch ein Pfad (PATH), wobei man jedoch alle notwendi-gen Daten im gleichen Verzeichnis wie das Flash-Programm vorlienotwendi-gen haben sollte, wodurch sich diese Angabe erübrigt Die Kürzel haben die folgenden Bedeutungen und stellen die auslösenden Elemente für das Flash-Programm dar:
/Py: Program BIOS Yes /Pn: Program BIOS No /Sy: Save BIOS Yes /Sn: Save BIOS No /CC: Clear CMOS /CP: Clear Plug&Play
Wenn man auf der Diskette nun die folgende Zeile in die Datei AUTO-EXEC.BAT aufnimmt, wird der Inhalt der Datei BIOSOLD.BIN in das BIOS »geflasht«
AWDFLASH.EXE BIOSOLD.BIN /Py Beim Recovery-Vorgang ist meist keinerlei Aktivität auf dem Monitor zu
beobachten, denn die Non Erasable Boot Block Area ist relativ klein,
sodass in diesem Bereich auch nur die wichtigsten Funktionen für die BIOS-Wiederherstellung untergebracht sind und dabei auch keine Gra-fikunterstützung zur Verfügung gestellt wird Unter Umständen kann jedoch eine alte ISA-Karte dabei ein Bild produzieren
Wenn also nichts auf dem Monitor zu erkennen ist, kann nur auf den PC-Speaker und die LED des Diskettenlaufwerks geachtet werden, um den Wiederherstellungsprozess zu beobachten Dieser Vorgang dauert meist mehrere Minuten, sodass man nicht ungeduldig werden sollte, um die Situation nicht wieder zu verschlimmern Der Vorgang ist dann beendet, wenn zwei Beeps ertönen und die LED des Diskettenlaufwerks erlischt Wer Besitzer einer PCI-POST-Code-Karte ist, kann den Recovery-Vor-gang auch mit dieser Karte verfolgen, da dabei ebenfalls POST-Codes (siehe auch Kapitel 15.3) ausgegeben werden, was sich als sehr schöne Kontrollmöglichkeit darstellt
Post-Code Recovery-Stufe
E0 Initialisierung des Diskettenlaufwerk-Controllers, Auspacken
der komprimierten Recovery-Daten im Shadow-Speicher (F000:0000), Initialisierung der Interrupt- und DMA-Controller E8 Initialisierung zusätzlicher Recovery-Module
E9 Initialisierung des Diskettenlaufwerks
EA Versuch, vom Diskettenlaufwerk zu booten, Kontrolle an den
Boot-Sektor übergeben
Tab 13.16: Die POST-Codes beim BIOS-Recovering (AMI/Intel-BIOS)
Trang 8Falls eine Reihe von gleichmäßigen Tönen zu vernehmen ist, ist das BIOS-Recovering leider fehlgeschlagen, und einer der letzten Auswege ist dann ein externes Programmiergerät, welches die entsprechende BIN-BIOS-Datei (*.bin) lesen und mit dessen Hilfe man ein neues BIOS bren-nen kann
Für den gelegentlichen Heimgebrauch ist ein derartiges Gerät jedoch wohl zu teuer (ab ca 300 €), aber vielleicht gibt es im Bekanntenkreis ein entsprechendes Gerät Programmierte BIOS-Chips sind meist auch vom Mainboard-Hersteller zu beziehen, wobei sich die Preise hierfür zwi-schen 15–50 € bewegen
EB Booten vom Diskettenlaufwerk gescheitert, suchen nach einem
ATAPI-Device
EC Versuch, vom ATAPI-Device zu booten, Kontrolle an den
Boot-Sektor übergeben
EF Versuche gescheitert, Ausgabe von Beeps, erneuter
Boot-Versuch ab Code E9
Post-Code Recovery-Stufe
Tab 13.16: Die POST-Codes beim BIOS-Recovering (AMI/Intel-BIOS) (Forts.)
Bild 13.17: Dieses Programmiergerät wird über die Parallelschnittstelle an einen PC
angeschlossen und erlaubt das Auslesen, Verändern und Programmieren unterschiedlicher Speichertypen, wie auch der BIOS-Flash-Speicher
Trang 913.6.8 BIOS-Rettung für Unerschrockene
Unerschrockene Anwender können auch noch ein anderes Verfahren zur Rettung ausprobieren, wofür man allerdings ein zweites Mainboard mit identischem BIOS-Chip benötigt Außerdem muss der Chip in einer Fas-sung sitzen und darf nicht direkt auf dem Mainboard festgelötet sein, wie
es beispielsweise bei dem Typ in Bild 13.11 der Fall ist
Das Prinzip beruht nun darauf, dass man das »zerschossene« BIOS mit-hilfe eines funktionierenden PC neu beschreibt Beim intakten PC lockert man zunächst den BIOS-Chip derart, dass er sich später leicht (ohne Werkzeug) herausziehen lässt Der PC wird gestartet und im BIOS-Setup das Shadow-RAM für das System-BIOS aktiviert, damit der PC nach dem Entfernen des BIOS-Chips weiterläuft
Mit der Boot-Diskette, auf der sich die benötigten Daten für das Update befinden, wird der PC nun neu gestartet und das Flash-Programm aufge-rufen, mit dem das aktuelle BIOS auf der Diskette gesichert wird Dann kommt der große Augenblick: Der BIOS-Chip wird aus dem Sockel her-ausgezogen und der mit dem »zerschossenen« BIOS eingesetzt Wenn man dabei vorsichtig verfährt, wird der PC ungehindert weiterlaufen, und nun kann das auf Diskette gesicherte BIOS in den BIOS-Chip »geflasht« werden, womit der Vorgang beendet sein sollte
Bild 13.18: Die Binärdatei wird in das Programmiergerät geladen, der passende Chip
ausgewählt, und in Sekunden ist er neu programmiert
Trang 1013.7 Andere BIOS-Chips aktualisieren
Neben dem System-BIOS gibt es in einem PC auch auf Einsteckkarten ver-schiedene BIOS-Typen, wobei dies am häufigsten bei Grafik- und Cont-roller-Karten (IDE, SCSI) der Fall ist Entsprechende Firmware befindet sich außerdem in Geräten wie CD-ROM-Laufwerken, Druckern, Scan-nern, Modem- und ISDN-Adaptern oder auch »Netzwerkverteilern« wie Hubs und Switches
Bei externen Geräten ist es generell üblich, dass hier eine Firmware am Werke ist, denn im Innern befindet sich ein Mikroprozessor, der seine Befehle und Daten schließlich irgendwoher erhalten muss, damit er über-haupt aktiv und das Gerät damit einsatzbereit wird und auf die Daten der jeweiligen Schnittstellen (RS232, Parallel, Netzwerk) reagieren kann Der Grund für ein Update derartiger Firmware liegt allein in der Fehlerbesei-tigung, wobei diese Fehler eigentlich derartig schwer wiegen, dass das betreffende Gerät nicht in der vom Hersteller spezifizierten Art und Weise arbeiten kann In solchen Fällen ist das Gerät zum Händler oder Herstel-ler zurückzuschicken, und dem Anwender kann es egal sein, ob dann in der Werkstatt ein Bauteil ausgetauscht wird oder ob sich der Fehler tat-sächlich durch ein Firmware-Update beheben lässt
Bild 13.19: Der BIOS-Chip wird aus der Fassung so weit herausgehebelt, dass er
nach-folgend im laufenden Betrieb mühelos herausgezogen werden kann