Das erste Mal, dass Golf in Schott-land auftaucht Fußball und Golf werden vom Parlament verboten, weil es die Männer von militäri-schen Übungen abhält, was darauf hinweist, dass aller Wa
Trang 1Das große Buch vom
GOLF
Trang 3Das große Buch vom
GOLF
J ahr Verl ag H amburg
Trang 4Die: Dc:uuthe: Bibliothek - C IP-Einhe:iuaufnahme:
0"" groSe: Buch '·om Golf : e:in l.c:itfade:n von Abis Z I GM)' Pbye:r mit Chris Whalc:s & Dunt;tn Cruickshank Vorw ,·on Ernie Eis [Au$ dem Eng! übers von Gunther M:lJ"ks~ - Hamburg : Jahr,
Einh~itssachl.: The oomplete golfer's handbook <dl >
ISBN 3-86132-521-7
Alle Rechte vorbehalten
Copyright <Cl New Holland Publishers (UK) Ltd
Ersrveröffentlichung in Deutschland
im Jahr Verlag GmbH & Co., Hamburg
Veröffentlicht in Großbritannien
bei New Holland Publishers (UK) Ltd
Alle Rechte in deutscher Sprache
Jahr-Verlag GmbH & Co
Jessenstraße 1,0-22767 Hamburg
Telefon 040!J8 90 6-0 , Telefax 0 0/38 906-302
Aus dem Englischen übersetzt von Gumher Marks
TitelfotO: Oliver Hardt
Titelgestaltung: Jens Dröse
Gedruckt in Singapur
Trang 5Die Autoren bedanken sich bei folgenden Mitwirkenden, die bei der
Zusammenstellung des Buches geholfen haben: Ronel Nel von der
Gary Player Group für ihre fortwährende unschätzbare Mithilfe;
Dennis Bruyns von Compleat Golfer für seine Kenntnisse in der
Ge-schichte des Golfs und seine Auswahl der ~Denkwürdigen
Augen-blicke~; Bernard Mostert für seine Mithilfe, besonders bei dem
Kapi-lei Ausrüstung; Arne Cederval, dessen guter Schwung und der
ange-nehme Umgang mit ihm die Außenaufnahmen zu einem Vergnügen
machten; Andrew Lanning, Peter Milne und John Cummock von
Touchline Photos für ihre Mithilfe bei der Auswahl der besten tionfotos der Welt; den Fotografen Kelly Walsh und Hettie Zamman, deren Professionalität und Geduld die Zusammenarbeit zu einem Vergnügen machte; Mark Hartness' Großzügigkeit, Ausrustungsge-genstände aus dem Geschäft Nevada Bob (Cape Town) für die Auf-nahmen zur Verfügung zu stellen, und schließlich Chefredakteurin MarieJle Renssen und Layouter Daniel Jansen van Vuuren, die in der Zwischenzeit mehr über Golf wissen, als sie sich je haben vorstellen können Wir freuen uns auf eine Runde Golf mit ihnen!
Trang 6Ak-VORWORT
Golf ist kein leichtes Spiel Es erfordert Geduld, tration und vor allem harte Arbeit Ob Sie nun ein An-fänger oder schon ein erfahrener Spieler sind, Sie werden nie aufhören, neue Dinge in diesem Spiel zu erlernen, und Sie sollten auch niemals glauben, genug zu wissen Man muss an-dere Spieler beobachten, mit ihnen reden, und so viel lesen, wie man nur kann Gewappnet mit den nötigen Kenntnissen kann man sich ganz bestimmt verbessern, und sei es nur durch das Abstellen eines Slices, einige Meter mehr aus seinen Abschlägen herauszuholen oder seine Annäherungsschläge das nächste Mal noch ein wenig näher an die Flagge zu schlagen
Konzen-Es war eine große Ehre für mich, ein Vorwort für ein Buch des großen Gary Player zu schreiben Ich habe ihn schon zu einer Zeit bewunden, als ich als kleiner Ju ge einen Golf-schläger in die Hand nahm Gary ist als harter Arbeiter be-kannt, sowohl in Bezug auf sein Spiel als auch im Bereich der Fitness Er strebt ständig danach, sich zu verbessern, trOtz aller Erfolge, die er in seiner bemerkenswer-
ten Karriere erzielen konnte Wenn auch nur ein klein wenig von dem, was er in diesem Buch telt, nach der Lektüre beim Leser hängen bleibt, dann hat sich die Zeit gelohnt
vermit-Garys Bestreben und Wunsch, für eine so lange Zeit auf den Plätzen dieser Welt erfolgreich zu sein, war für mich eine wunderbare Inspiration Er ist nic t nur für unser land, sondern auch für den Golfspon schlechthin ein guter Botschafter Als leuchtendes Beispiel des perfekten Sportlers kann man ihm nur wünschen, dass er sein magisches Golf bei internationalen Turnieren weiter unter Beweis stelh Als stOlzer Südafrikaner, der Golf turniere auf der ganzen Welt bestritten hat, war es stets eine Ehre für mich, mit Gary Player verglichen zu werden Abgesehen von unserer unterschiedlichen Größe werde ich über diesen Vergleich erst dann glücklich sein, wenn ich einmal so viele Majors wie Player gewon-nen habe Jetzt habe ich etwas, das ich anstreben kann
Ernie Eis
Trang 10-" ,- -" , ' .'
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Trang 12-K A P I T E L 1
EINFÜHRUNG
Vorh rgeh nde Seite
Blick über das 9 Gn'irl da
Gary Piayer Country Club
in Sun City, Südafrika
G OLF IST E I N S PIEL, IN
DEM EIN KLE I NER B ALL
MIT E I NE M D
URCHMES-SER VON ANDERTHAL B
INCHES AUF EINEN B ALL
GELEGT WIRD, DER
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URCH-MESSER MISST Z IEL IST
ES NUN DEN KLEINEN,
NICHT ABER DEN
GROS-~EN B ALL ZU T REF F EN"
-J OHN CUNNING H A M
Der Golfsport hat sich im Laufe der Jahre nicht nur zu einer Multi-Milliarden-Dollar-Industrie entwickelt, sondern auch zu einer Sportart, die mehr Menschen zugänglich wird als
je zuvor Trotz seiner Attraktivität für ren und dem damit verbundenen wirtschaftli-chen Interesse war Golf in der Lage, die T radi-tion und das Wesen dieses Sports zu bewahren, die Golf so einmalig machen
Sponso-Es ist der einzige Sport, bei dem die Aktion mit dem Ball von einem einzigen Faktor abhängt -vom menschlichen Wesen, das einen Schläger kon-trolliert, der einen Ball treffen soll im Gegensatz zum Tennis, wo man auf einen Ball in Bewegung reagieren muß, den ein Gegner geschlagen hat, hat ein Golfer vergleichsweise alle Zeit der Welt,
zu entscheiden, auf welche Art und Weise er den Ball in Richtung Loch befördern will Vielleicht ist dies auch der Grund dafür, dass Golf auf der einen Seite die am glücklichsten machende, auf
der anderen Seite aber auch die frustrierendste Sportart der Welt ist Jeder Golfspieler weiß: Ist man erst einmal infiziert, wird man von diesem Spiel nie mehr losgelassen Golf wird zur Sucht, natürlich wesentlich gesünder als andere, aber es ist schwer, davon wieder loszukommen
Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Menschen ewig den perfekten Schwung anStre-ben und sich Bücher, Videos und Zeitschriften besorgen, die angeblich den einzig richtigen Weg beschreiben Dieses Buch soll ihnen eine gene-relle Übersicht darüber vermitteln, wie Golf
heutzutage gespielt wird Es richtet sich an den Anfänger, ohne aber dabei den erfahrenen Golfer aus den Augen zu verlieren Es gibt Ratschläge für jede nur denkbare Situation dieses verwirren-den Sports, von der Erläuterung der Etikette bis hin zu erfolgreichen Bunkerschlägen
Einer der größten Golfer der Welt, Gary Player, hat zu diesem Buch zahlreiche Tipps aus seiner
Trang 13EINFÜHRUN G
ich tramlere, desto cher werde ich." Gary Player ist zudem der lebende Beweis für die Wichtigkeit starker Gedanken auf dem Platz
glückli-Wenn man das Spiel positiv angeht und mit sich im Ein-klang steht, ist das Spiel schon halb gewonnen
DI E URS RÜNGE DES
GOLFS
Tiger Woods wurde nur wenige Monate nach seinem DebUl als Professional
die N llmmer eins im Golf und vermittelte die Faszination du!ses Spons weltweit
Es hat die Menschen schon immer fasziniert, ballähnliche Gegenstände zu schlagen, zu werfen oder zu treten, ob-gleich der Ursprung der mei-sten BaUspartarten im Nebel der Geschichte verloren ist
Golf macht da keine nahme, und obgleich es ver-schiedene Theorien über die Entstehung gibt, weiß man, dass es im mittelaherliehen Europa verschiedene Spiele mit Ball und Schläger gab
Aus-Eines dieser großartigen Spiele war pallemaille, das in den Straßen von Frankreich und Italien mit einem pur-terähnlichen Schläger gespielt wurde, wobei das Ziel entwe-der auf dem Boden oder leicht erhöht war Schon bald schwappte die Begeisterung dieses Spiels nach England über, und so wurde im 17
Jahrhundert der erste maille Platz im Zentrum von London angelegt, heute als PaU Mall bekannt Eine Cross Country-Version die-ses Spiels - jeu demail - war ebenfalls populär, und Plätze über 50-jährigen Karriere beigesteuert, die er sich
palle-im Laufe der Zeit auf seinen Reisen und Turnieren
auf der ganze Welt angeeignet hat - bei Turnieren,
von denen er eine große Zahl gewonnen hat
Neben all den Stunden, die er mit dem Spiel
ver-bracht hat, hat er noch mehr trainiert Eines
sei-ner berühmtesten Zitate ist, als man ihm sagte,
wie glücklich er immer zu sein scheine: "Je härter
fand man in vielen Gegenden Frankreichs; es wurde in Montpellier sogar noch bis in die 30-er Jahre hinein gespielt,
Ein anderes mittelalterliches Spiel war chole, das
in Belgien auf freien Plätzen gespielt wurde Ein HolzbaU wurde mit einem gelofteten Schläger ge-schlagen mit dem Ziel, eine weiter entfernte Mar-kierung mit möglichst wenigen Schlägen zu er·
reichen Im benachbarten Holland wurde die
Oben Captain Wiilwm [nnes lind Caddie 1787 in England
DIE ERSTE GOLFERIN
Die erste urkundlich wähnte Golferin war
er-1563 Mary, Queen of Scots (unten), die in St Andrews und Edinburgh spielte Eine ihrer zahlrei-
chen Verfehlungen, die der Earl of Moray einer Kommission in Westmin-ster einige Tage vor ihrer Enthauptung vorgelegt hatte, war, dass sie nur wenige Tage nach der Ermordung ihres Gatten
lord Darnley schon wieder Golf spielte
Trang 14-D A S GR O S S E B UCH VO M G O LF
Das Gemälde des holländi·
schen Kiinsth7S Hendrik
Awrcamp zeigt, wie col/
allfeinem zljgefrorenen
FIIIS5 gespielt wird
-Ein fnilJeS Eisen
mit einem langen
Hosel lind ei·
nem
Hickory-Sc""fi
Rechts Einer der ers t en
glItta percha Goljbi.lle,
hergestellt Mitte des
re , hcstanden Colf wurde dann durch kolf gelöst, eine Version für geschlossene Räume
ab-In Schottland wurde Golf erstmalig im 15 hunden urkundlich erwähnt, als das Parlament Golf mehrfach verbot, da es, wie andere Sportart"n a ch, die Männ r vom Bogenschießen ab-hielt 1491 wurde verkündet, dass ~i l1 na place in the real me th"re be usit Fute-ball, golfe or uther sik unprofitabill sportis." Im 16 Jahrhundert je-doch gab sogar der König Geld für Golf aus, und Ende des JahrhundertS hatte sich Golf in Sch tt-land zu dem entwic elt, wie wir es heute a s-üben
Jahr-Obgleich in einigen Städten Schoulands noch Va·
riationen von kolf und chole gespielt wurden, ge·
riet dies im Zuge der Bevölk rung in den Städten immer mehr ins Himertreffen Jetzt wich man
auf das sogenannt" "links land" aus, das
zwischen d"r Küste und den Äckern lag Beim "links land" hatt" der Wind den Sand des Strandes zu Dünen aufgehäuft, die sp ter hcwuchsen und ganz n:llürli·
ehe Ondulierungen aufwiesen
Diese Flächen waren nicht bewohn·
bar oder la dwirtschaftlich nutzbar und sie werden meist zum Grasen be-num Indem sich die Schafe in den
windgeschütZlen Vertiefungen der Dünen zu·
sammenrotteten und sich mit den Füßen in den Boden grube , entstanden Vertiefungen, ganz natürliche Bunker Links land hane nur wenige Bäume, aber große Grasfläch n, di" durch gra-
sende Tiere kUrL gehalten wurden und sich somit hervorragend als Gelände für Golf eign ten Der
sandige Untergrund fungierte als natürliche Drä· nage, und selbst bei den schwersten Regengüssen mußte das Spiel nur in den seltensten Fällen ab· gebrochen werden Golfer spielten das Gelände
so, wie sie es vorfanden Sie machten Löcher in ci· niger Entfernung vom vorhergegangenen, wobei die flac en Stellen zu Grüns umfunktioniert wur· den Erst mit Einführung der Plätze im Inland wurden von Menschenhand geschaffene Eie· mente eingeführt und der Einsatz von erdbewe· genden Maschinen schuf die Hügel, Vertiefungen
und Seen, wie man sie auf modernen Plätzen vor· findet
1786 hatte sich Golf auch a f die USA ausgebrei· tet Angeblich sollen damals schottische Offiziere
in New York gespielt haben und ein Club soll in Nonh Carolina gegründet worden sein, aber es
sollte noch 100 Jahre dauern, ehe Golf in Ame· rika wirklich Fuß fasste Der erste richtige Golf-club wurde 1873 in Momreal, Kanada, gegründet, und schon bald hekam er von der Königin den Zusatz "Royal" Das britische Imperium mit sei-ner sozialen und wirtschaftlichen Expansion trug Golf in die ganze Welt Der Calcutta Golf Club
in Indien wurde 1829 gegründet, der Bombay Golf Club 142, während der Dunedin Golf Club als erster Club der südlichen Hemisphäre
171 in Neusecland ins Leben gerufen wurde Es folgte Südafrika 1885 mit dem Royal Cape Golf
Club und Australien 1891 mit dem Royal Ade· laide Golf Club
In England nahm die Popularität für Golf durch die Einführung von zwei Meisterschaften schnell zu: die erste "Open" Championship (die spätere British Open), die 1860 ausgetragen wurde, so· wie die erste Amateurmeisterschaft 25 Jahre spä· ter Die ßritish Open, jedes Jahr im Juli a sge-tragen, ist die ä este der vier modernen Major Championships, da die ersten Majors die British und die US Open sowie die British und US Amateurchampionships waren Oie an-deren drei Majors heutzutage sind die
US Open, erstmalig 1895 ausgetragendie US PGA Championship (seit
1916) und die US Masters, das jüngste Major Tournament, das seit 1934 jedes-mai auf dem seihen Platz gespielt wird -
Trang 15EI NFÜ H RUN G
Die Wiege des Golfs - St Andrews, Schottland, 1690
Tom Morris Sm und Young Tom Morris waren Mitglie-der der berühmteSten Familie
im Golf Der ältere Tom Morris wuchs in St Andrews auf, wo er im Alter von 18
Jahren von Alan Robertson mit der Herstellung von feathery-Bällen beauftragt wurde (siehe Seite 48) Die beiden waren außerdem Part-ner im Golf und waren da-mals als Team unschlagbar, zerstritten sich aber dann bei der Einführung des gutU per-cha-Ba s (siehe Seite 49), den Robertson ablehnte Morris übersiedelte in den Prestwick GC an der schottischen West-
küste, wo er 1851 Greenkeeper wurde Hier spielte Morris
auch eine entscheidende Rolle bei der Einführung der ersten
Open Championship, dem Vorreiter der späteren British
Open, des berühmtesten Golf turniers der Welt Morris trat
bei der ersten Open als Favorit an, wurde aber am Ende
Zwei-ter hinter Willi Park Sm Danach sollte er aber vier Open
Championships gewinnen, die letzte 1867 im Alter von 46
Jah-ren Dreimal wurde er Zweiter und 1881 Fünfter, als er bereits
dem Augusta National in lanta, Georgia Mit der zuneh-menden Beliebtheit von Golf
At-im 20 Jahrhundert haben diese Turniere die größte Aufmerk-samkeit bei der Öffentlichkeit erregt und bilden den Höhe-punkt im immer dichter wer·
denden Turnierkalender Im professionellen Golf
In den vergangenen 100 Jahren hat sich die Entwicklung des Golfs in vier Etappen vollzo·
gen: die Tage der Pioniere um
1890 herum, als die Zahl der Golfplätze von einer Hand voll auf über 100 explodierte; die Zeit nach dem Ersten Welt-krieg mit den damaligen Stars Bobby Jones, Walter Hagen und Gene Sarazen; die Zeit
DIE WIEGE
Die Bezeichnung ~ Wiege des Golfs - (alle r dings ist er nicht der älteste Club und
a ußerdem kam das Spiel sprünglich nicht aus Schott- land) verdankt St Andrews
ur-de r Tatsache, dass auf tive des Clubs hin 1764 eine Runde auf dem Old Cour;e von 22 auf 18 Löchern ver- kürzt wurde und dass St Andrews 1897 die Golfre- gel n formulierte und führend in der Verwaltung und F estlegung des Regel- werks in Zusammenarbeit mit den weltweiten Verban- den wurde
Initia-60 Jahre alt war Er spielte noch bis zu seinem 75 Lebensjahr bei der Open mit
1865 zog er wieder nach St Andrews zurück und war dort bis
1904 Greenkeeper Er starb vier Jahre später im Alter von 87 Jahren
Tom Morris wurde als Old Tom bekannt, als sein jüngster Sohn sein ungewöhnliches Golf talent unter Beweis stellte Tom Morris Jnr., auch Young Tom Morris genannt, überbot noch die Leistungen seines Vaters im Laufe einer kurzen, aber spektakulären Karriere, die ihn zu einem der größten Golfer machte, den die Welt je gesehen hat Young Tom spielte bei der British Open 1867 zum zweiten Mal mit und wurde Fünf-
ter, ein Jahr später gewann er die Meisterschaft, wobei er als erSter Spieler ein Hole-in-One bei einem Turnier erzielen konnte Er gewann noch einmal 1869 und 1870, wo er mit ei-nem Platzrekord von 47 Schlägen und einem Vorsprung von zwölf Schlägen brillierte Die drei aufeinander folgenden Siege bescherten Young Tom Morris das Recht, den Champi-
o ship Belt zu behalten Ein Jahr darauf wurde die
Meister-schaft ausgesetzt, da man erst eine neue Trophäe herstellen mußte Die "Claret Jug" wird noch heute dem Sieger über-reicht und 1872 konnte Morris dann seinen vierten Sieg in Folge landen Leider verstarb Tom im Alter von 24 Jahren-viele glauben an gebrochenem Herzen - , nur wenige Monate nach dem Tod seiner Frau, die bei der Geburt ihres Kindes starb
Trang 16Das erste Mal, dass Golf in
Schott-land auftaucht (Fußball und Golf
werden vom Parlament verboten,
weil es die Männer von
militäri-schen Übungen abhält), was darauf
hinweist, dass aller
Wahrscheinlich-keit nach Golf von Holland nach
Schottland kam
·1502
Der erste schriftlich übermittelte
Golfer, James IV., kauft sich
Schlä-ger und Bälle
• 1744
Der älteste Golfclub der Welt, The
Honourable Company of Edinburgh
Golfers, wird gegründet und fühn
die Silver Club Competition ein
• 1764
Die Norm für eine komplette
Runde Golf wird festgelegt, als St
Andrews (I) in Schottland die
Runde von 22 Löchern auf 18
re-duziert
• 1786
Golf taucht erstmalig in den USA
mit der Gründung eines Clubs in
Charleston auf
• 1829
Der Royal Calcutta Golf Club in
Indien wird der erSte offizielle Club
außerhalb der Britischen Inseln
• 1834
Sr Andrews wird die Bezeichnung
"Royal and Ancient" zuerkannt
2
• 1848 Der gutta percha-Ball wird einge-führt
• 1856 Der erste Golfclub auf dem eu-ropäischen Kominent entsteht in Pau, Frankreich
• 1860
Die erste Open Championship
wird in Prestwick Golf Club in Schottland ausgetragen, die von Willie Park gewonnen wird
• 1861 Old Tom Morris gewinnt seine zweite Open Championship Zu-
sammen mit seinem Sohn, Young Tom, gewinnen beide das Turnier achtmal zwischen den Jahren 1861 und 1872
• 1864 Der Royal North Devon in West-ward Ho! (2) wird gegründet; es ist der älteste Club in England, der noch den Originalplatz von damals bespielt
• 1870
Young Tom Morris spielt seinen
Hattrick bei der Open ship und darf den Championship
Champion-Seit behalten (wird 1872 durch die Claret Jug ersetzt)
• 1885
Die erste Britische Amateurmei
ster-schaft wird in Hoylake ausgetragen
• 1885 Der erste Golf Club in Afrika,
Royal Cape (3), wird in Kapstadt, Südafrika, gegründet
• 1891
Royal Melbourne ist der erste Club, der in Australien gegründet wird
• 1892 Die Indische Amateurmeisterschaft wird eingeführt, abgesehen von der British Amateur und der British Open das älteste nationale Turnier der Welt
• 1893
Der Royal and Ancient Golf Club
of SI Andrews erklärt den messer eines Golflochs mit 4.25 in-ches für alle Plätze als verbindlich Außerdem wird die Ladies Golf Union in England gegründet
Durch-• 1894 Die United States Golf Associaton (USGA) wird gegründet
• 1894
J H Taylor (4) gewinnt die British Open Die Engländer Taylor, James Braid und Harry Vardon, bekannt als das Triumvirat, dominieren diese Meisterschaft durch 16 gewon-nene Titel zwischen 1894 und 1914
• 1895
Die erste US Open wird in port, Rhode Island, ausgetragen und vom Schotten Willie Dunn ge-wonnen Außerdem wird die erste
New-US Amateurmeisterschaft g' n
ausgetra-• 1897 Der R & A übernimmt die Verant-wortung für die Festlegung der Golfregeln
Trang 17• 1 98
Coburn Haskell aus England meldet
das Patent für den Haskell-Ball an
• 1901
Der erste Golfplatz Japans wird in
der Nähe von Kobe eröffnet
• 19 02
Schläger mit Rillen werden ein
ge-führt, um den Haskell-Ball
kontrol-lieren zu können
• 1911
Johnny McDermott ist der erste
Amerikaner, der die US Open ge
-winnen kann
• 1 14
Harry Vardon gewinnt seine sechste
British Open und der Amerikaner
Walter Hagen seine erste US Open
• 1916
Die PGA of America wird gegrün
-der Die erSte PGA Championship
wird in Siwanoy, New York,
ausge-tragen, und von "Long" Jim ßarnes
gewonnen Die zweite Meist
er-schaft findet 1919 nach dem Ende
des Ersten Weltkrieges statt
• 1919
Der R & A wird zur "surpreme
ru-ling authority for the management
and control of the game" ernannt
und mit der Betreuung der wich
tig-sten Turniere in England beauftragt
• 1921
Der R & A und die USGA legen
fest, dass ein Golfball nic t sch
we-rer als 1.62 oz sein und den Durch
-messer von 1.62 inches nicht
über-schreiten darf
• 1922
Im Aher von le iglich 20 Ja ren
gewinnt Gene Sarazen (5) zwei
Majors, die US Open und die
US PGA (1935 gewann er dann die
US Masters und vervollständigte
damit seinen Grand Siam)
·1924
Joyce Wetherred gewinnt ihren fünften Titel als Amateurmeisterin
·1927 Der erste Ryder Cup (6) wird
in Worcester, Massachusens,
a sgetragen und von der kanischen Mannschaft mit Walter Hagen als Kapitän ge-wonnen, der seinerseits den vierten von fünf US PGA-Titeln
Der Platz wurde vom legendären
Bobby Jones entworfen
Sieger damals: der Amerikaner
Horton Smith
• 1945
Byron Nelson (USA) gewinnt 19 Turniere bei 31 Starts, eingeschlos-sen elf Siege in Folge
• 1946
Ben Hogan gewinnt seine erste jor, die US PGA Championship Sam Snead gewinnt seine erste und einzige British Open, beschwert sich aber über den Platz, seinen Caddie, die Unterkunft und das Essen
Ma-• 19 8
Die Olympia-Heldin Babe rias, wahrscheinlich die größte Ath-letin a er Zeiten, gewinnt ihren er-sten von drei Titeln bei der US
Zaha-Wome 's Open
• 1951 Der R & A und die USGA treffen sich zu einer Regelkonferenz Der
"stymie" wird abgeschafft
• 1953
Ben Hogan wird der erste - und
einzige - Golfer, der alle modernen
Majors (US Masters, US Open und
British Open) innerhalb eines J
ah-res gewinnen kann
·1957
Das britische und irische Ryder Cup-Team unter Kapitän Dai R ees
gewinnt n ch 34 Jahren zum ersten
Mal gegen die USA
• 1958
Arnold Palmer (8) gewinnt seine
erste Major, die US Masters Er siegt in Augusta insgesamt viermal
Dazu kommen noch zwei British sowie eine US Open
Trang 18D AS GROSSE B UC H VOM G O L F
• 1959
Gary Player gewinnt seine erste
Ma-jor, die British Open (9).1965 ist er
der vierte Spieler, der alle Majors
ge-winnen konnte 1978, im Alter von 42
Jahren, gewinnt er mit der US Masters
seine neunte Major Mickey Wright ist
die erste Fnu, die zweimal
hinterein-:mder die US Women's Open gewinnt
• 1962
Jack Nickiaus, damals 22, schläb'1
Arnold Palmer im Stechen bei der
US Open, der erste von insgesamt
18 Major-Siegen
· 1965
Der Australier Peter Thomson
ge-winnt seine fünfte British Open
• 1968
Das Putten mit dem "Croquet-Stil"
wird verboten
• 1971
Innerhalb von drei Wochen
ge-winnt Lee Trevino die V5-, die
Ca-nadian- sowie die Brilish Open
• 1972
Die European Tour wird gegründet
• 1974
Gary Player gewinnt mit dem
vor-geschriebenen Ball von 1.68 inches
Durchmesser die British Open
~
• 1978 Nancy Lopez gewinnt in Amerika
fünf Turnieie in Folge
• 1979 Seve Ballesteros (10) ist der erste Spanier und der erSte Kontinental-Europäer seit 1907, der die British Open gewinnen kann
1980 ist Ballesteros der erste Europäer und der jüngste Spieler, der je die Masters gewinnen konnte
· 1980 Die amerikanische Senioren-Tour wird mit nur zwei Turnieren ins
Leben gerufen Mitte der neunziger Jahre sind es schon über 40
·1983 Der Amerikaner Tom Watson (t 1) folgt Peter Thomson als fünfmali-ger Gewinner der British Open
• 1986
Jack Nickiaus (12) wird mit
46 Jahren der älteste Champion
Masters-• 1986 Greg Norman gewinnt die erste von zwei British Open (13)
Der blonde Australier bestimmt das Spiel fast zehn Jahre lang
·1990 Nick Faldo gewinnt seine zweite Masters in Folge, ebenso die Bri-tish Open in Sr Andrews (14)
· 1993 Bernhard Langer, einer der bestän-digsten Spieler Europas, gewinnt seine zweite Masters
• 1994 Die britische PrQette Laura Davies (15) gewinnt die VS-Preisgeld-rangliste und siegt als erste Spiele-rin auf fünf unterschiedlichen Tours
• 1996 Greg Norman verspielt einen Sechs-Schläge-Vorsprung in der letzten Runde der VS Masters Es siegt Nick Falda
• 1997 Tiger Woods (16) gewinnt seine erste US Masters in seinem ersten Jahr als Professional und stellt neue Rekorde auf
Trang 19• 1998
Colin Montgomerie gewinnt die
europäische Preisgeld-Rangliste
zum sechsten Mal in Folge -
Re-kord Mark 0' Meara (17) gewinnt
zwei Majors - die US Masters und
die British Open sowie die World
Matchplay·Championship Die
Südkoreanerin Se Ri Pak gewinnt
im ersten Jahr als Profi zwei
Ma-jor-Turniere der US Tour und
wird Rookie of the Year
• 1999
David Duval spielt in der letzten
Runde der Bob Hope Chrysler
Classic eine 59 (13 unter Par) und
gewinnt das Turnier Er ist der
dritte Spieler in der Geschichte der
Tour, der 60 Schläge unterbot
Trang 22D AS GROSSE B UC H VOM G OL F
Vorhergehe n de Se il e:
Zuschauer bei dem mit
1.250 Pfund dotierten News
ofthe World Tournament in
Oxhey, Hertfordshire, 1936
nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Amerikaner wie Byron Nelson, Ben Hogan und Sam Snead die Szene beherrschten; und der heutige welt-weite Golfboom, der den Sport zu einer Milliar-den-Dollar-Industrie gemacht hat
möglichen Wunderwaffen anpreist und auf dem
sich immer mehr Anbieter tummeln
Bemerkenswert aber ist, dass trotz des schen Fortschritts das durchschnittliche Handi-cap der Spieler von heute mit dem von vor 20
techni-Jahren identisch is~, was beweist, dass Golf noch genau so schwierig ist, wie
es schon immer war Das Golf von heute wird im Großen und Ganzen von vier verschiedenen Gruppen aus-geübt - den Tour- und Club-Pros, den Turnier-Amateuren, den Club· Golfern und den Anfängern und Wo-chenend-Spielern
Tiger Woods wurde 1996 Professional, nachdem er drei US-Amateunneisterschaften in Folge
gewonnen hatte Er schloss sofort einen 40·Millionen-Dollar·Deal mit Nike ab
Das professionelle Golf hat sich für alle jene zu einem lukrativen Ge· schäft entwickelt, die in der Lage sind, Turniere zu gewinnen oder bei den Majors den Cut zu schaffen Auf der anderen Seite ist es für viele ein hartes Brot, sich auf diese Weise seinen Lebensunterhalt zu verdienen
Es gibt zahlreiche Tours auf der Welt, angefangen bei den "Mini-Tours" über die European Tour bis hin zur
US PGA Tour Top·Spieler winnen leicht und locker eine Million
ge-Dollar pro Jahr auf einer der HTours, ehe sie Verträge abschließen, die noch einmal mehrere Millionen
aupt-Dollar pro Jahr einbringen
Das Amateur-Golf spielt mit seinen bedeutenden Meisterschaften, wie zum Beispiel die British- oder US
Justin Rose wurde bei der
Bn" tish Open 1998 Vierter
DAS SPIEl HEUTE Golf, wie wir es heute kennen, geht vermutlich auf die Zeit der Honourable Company of Edin-
burgh Golfers zurück Golfplätze werden all auf der Welt entworfen und gebaut, einge-schlossen solche Länder wie China, das einen Boom im Golf erlebte
über-Auch das Fernsehen hat durch seine Übertragugen großer Turniere in Millionen Haushalte auf der ganzen Welt zur Popularisierung beigetra-gen
n-So, w ie sich die Technologie im Alltagsleben fortentwickelt hat, geschah dies auch mit der
Golf·Ausrüstung Jedes Jahr werden Millionen von Dollar dafür ausgegeben, um Schläger zu
entwickeln, mit denen man die Bälle noch gera·
der und weiter schlagen kann Noch mehr Dollar werden in jenen Markt gepumpt, der alle
Amateur, ebenfalls eine große Rolle Es gibt Teamwettbewerbe, bei denen die Akteure um nichts anderes als um die Ehre spielen Viele
Top-Amateure benutzen diese Turniere jedoch,
um sich bei ihnen auf das Profi-Golf reiten Dann liegen auch schon die Sponsoren auf der Lauer, die sich einen zweiten Tiger Woods erhoffen Das beste Beispiel ist der 17· jährige Justin Rose, der bei der British Open
vorzube-1998 für Furore sorgte und bereits ein Tag nach dem Turnier Professional wurde - mit einem dicken Vertrag in der Tasche Auf jeden Super-star aber kommen Tausende von talentierten Amateuren, von denen man später nichts mehr hört
Obgleich der Golfsport die Welt erobert und
an Popularität gewonnen hat, ist es ein teurer
Sport, bei dem aU jene, die von diesem Sport infiziert wurden, viel Geld und Zeit investieren müssen
Trang 23I
EINFÜHRUNG
G ARY P LAYER
Gary Player ist der beste Spieler Südafrikas
Der reisefreudigste Athlet der Welt hat über neun Millionen Flugmeilen auf dem Buckel und hat weltweit über 150 Turniere gewon-nen Er gewann die British Open in drei ver-schiedenen Jahrzehnten (19S9, 1968 und
1974) Er ist einer von vier Spielern, der alle vier Majors gewinnen konnte - drei US Ma-sters, drei British Open, zwei US PGA Cham-pionships und eine US Open 1988 gewann er den Senior Grand Siam und ist damit der ers-
te Spieler, der dies sowohl auf der regulären· als auch der Senioren-Tour schaffte
Geboren am 1 November 1935 in Johannesburg, entwickelte sich Player zu einem guten 5chulsportler - trotz seiner kleinen Körper-größe von 1,60 Meter Kurz vor seinem 15
-Geburtstag spielte er mit seinem Vater Harry, einem sehr guten Amateur, eine Runde in Virginia Park Nachdem Gary die ersten drei Löcher in Par absolviert hatte, ließ ihn dieser Sport fortan nicht mehr los
Innerhalb von nur 16 Monaten hatte er gabe 0 und nach Abschluss der Schule 1953 wurde er Assistent vom Clubpro Jack Verwey in Virginia Park Er wohnte auch bei ihm, wobei seine
Vor-Tochter Vivienne schnell ein Auge auf Player geworfen hatte Player wusste, dass er nur dann ein
guter Spieler werden könne, wenn er von den besten lernen und überall auf der Welt spielen
würde Auf seiner ersten Reise außerhalb Südafrikas in jenem Jahr gewann er nur ein einziges Tur
-nier - ein lochwettspiel in Ägypten Im darauf folgenden Jahr gewann er zweimal zu Hause, dar
-unter die SA Open einmal in England und einmal in Australien Mit etwas Geld in der Tasche rief
an Vivienne an und sagte ihr, sie solle sich ein Brautkleid kaufen Kurz darauf heirateten sie
Um Garys erste Reise nach Amerika kümmerte sich sein Vater Harry schrieb einen Brief an Clitford
Roberts, den damaligen Chairman der US Masters, und bat ihn, seinen Sohn 1957 zum Turnier
ein-zuladen Das tat Roberts, und so spielte Player zum ersten Mal in Augusta Ober einen Zeitraum von
40 Jahren hat er nur eine einzige Masters verpasst, und 1998 wurde er der älteste Spieler, der bei
ei-ner Masters den Cut geschafft hat Player entwickelte sich zu einem regelmäßigen Sieger auf Tours,
wo er mit seinen kraftvollen Abschlägen, die ihn fast vom Boden rissen, für Aufmerksamkeit sorgte
Player bevorzugt schwarze Kleidung, die ihm den Spitznamen uSchwarzer Ritter~ einbrachte Er
stellte für sich ein Fitness-Programm zusammen, noch lange bevor diese Methode populär war
Seine Philosophie spiegelt sich am ehesten in seinem berühmtesten Satz wider: "Je härter ich
trai-niere, desto glücklicher bin ich u
Im Laufe der Jahre erweiterte er sein Interessenfeld, indem er die Gary Player Group gründete, die
sich mit Golfplatzbau und der Herstellung von Schlägern beschäftigt Die Players haben sechs
Kin-der und zehn Enkelkinder, ein Haus in Blair Atholl vor den Toren Johannesburgs und eine Farm in
Colesberg, Südafrika, sowie ein Wochenendhaus in Palm Beach, Florida
PLAYERS REKORDE
Trang 26KA PITEL 2
ETIKETTE UND
REGELN
Vorhergehende Seite Der
RQyal & Anciem Golf Club
o/St Andr ews, Schottland
" D AS S CHONE AN ALL
DEN G OLFSOCHERN IST
DASS JEDES ANDERE
OSERFL.OSS IG MA CHT
DA S EINE BU CH MEINT
DIE A UGEN ÜBER DEM
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SPIELT HABE, SAGEN:
R ICHTE DEINE A UGEN
AUF DIE M ITSPIELER"
- J IM M V RRAY
ETlKEITE
Golf ist vielleicht die einzige Sportart, bei der die ungeschriebenen Gesetze der Etikette genau so wichtig - in manchen Fällen vielleicht sogar noch wichtiger - als die eigentlichen Re-
geln sind In der Tat sind viele Elemente der kette mit in den offiziellen Regeln enthalten
Eti-Golf-Etikette ist etwas, das jeder Golfer, sei er nun Anfänger oder Professional, beherrschen
u d ständig verbessern sollte
Ein Großteil der Traditionen im Golf hat die zahlreichen Änderungen überstanden, seit die
Honourable Company of Edinburgh Golfers die ersten Regeln festgelegt halo Noch heute ist Golf ein Sport, bei dem Fairness und Ehrgefühl über-
lebt haben - trotz der enorm gestiegenen
Popu-larität in der zweiten Hälfte des 20 derts Allerdings wird immer deutlicher, dass Golf durch den Einfluss von Sponsorengeldern und der weltweiten Live-Übertragung von Tur-nieren im Fernsehen seine Exklusivität verliert und zum Massensport wird
Jahrhun-Was aber ist Etikette und warum ist sie so tig? Etikette ist nichts anderes als Höflichkeit und Rücksichtnahme auf andere Spieler, auf und neben dem Golfplatz (vergessen Sie nicht, dass Sie mit vielen anderen Menschen auf einem großen Stück Land unterwegs sind, die alle ihre Bälle in die Gegend schlagen!) Etikette ist in ers-ter Linie dazu da, um das Spiel sicherer und un-terhaltsamer zu gestalten
wich-Der einfachste Weg, um die unterschiedlichen
Etiketten-~ Regeln" erläutern zu können, ist das
Herangeh n in chronologischer Reihenfolge, ginnend mit der Vorbereitung der Runde und dann das Spiel auf dem Platz selbst
be-VOR DER RUNDE Das Buchen einer Abschlagze.it ist oft sehr wich-tig; das kann telefonisch passieren und ist oft-mals der beste Kontakt zu einem Club, in dem man kein Mitglied ist Man kann dem Sekretär, dem Manager oder dem Club-Professional die unterschiedlichsten Fragen stellen, um später auf dem Platz unangenehmen Situationen aus dem Weg zu gehen So kann zum Beispiel die Höhe des Greenfees bestätigt oder auch die Frage ge-klärt werden, ob Spikes zugelassen sind, ob es
Trang 27ETI KETTE UNO RE GE LN
men Um derartige
Pannen zu vermeiden, sollte man sich immer vorher danach erkun-digen
Viele Clubs verlangen für bestimmte Berei-che im Clubhaus ein
Jackett und eine watte; auch darüber sollte man sich vorher
Kra-erkundigen
PLATZREGELN Vor der Runde ist es sehr wichtig, sich über die Platz.regeln
des jeweiligen Clubs
zu informieren Hfig gibt es Sonderbe-stlmmungen
äu-schlechtem
zu Wetter oder gewissen Schä-den auf dem Platz., und dann sind da natürlich auch die im-mer gültigen Platzre-geln, wie z.um Beispiel Aus-Flächen, Wasser-hindernisse und Ähn-liches
VORBEREITUNG
W e il der Überhang atZ den Knien vier inches bemigr, heißen diese Hosen " Plu sjours"
Carts gibt oder wie die Kleiderordnung aussieht
Wenn alles geklärt ist, sollte man unbedingt
pünktlich auf dem Platz erscheinen
Verspätun-gen sind im Hinblick auf die gebuchten
Ab-schlagzeiten unverzeihlich - nicht nur, weil Ihre
Mitbewerber warten müssen, sondern auch im
Hinblick auf die anderen Spieler auf dem Platz_
Bei Ankunft im Club sollte man als Erstes sein
Greenfee bezahlen, sich dann in das Gästebuch
eintragen und schließlich im Umkleideraum die
Schuhe oder die Kleidung wechseln
Die Bekleidung ist oft ein Streiuhema unter Gol
-fern, und jeder Club hat seine eigenen
Vorschrif-ten, die man strikt befolgen sollte Wenn Ihre
Kleidung nicht den Vorschriften des Clubs
ent-spricht, in dem Sie spielen wollen, können Sie
davon ausgehen, keine Spiclerlaubnis zu
bekom-Prüfen Sie Ihre rüstung und stellen Sie fest, ob Ihnen Bälle oder Tees fehlen Die sollten Sie dann im Pro Shop kaufen Nichts är-gert Golfer mehr, als während einer Runde Bälle oder Tees ausleihen zu müssen, nur weil ein Spieler nicht genügend dabei hat
Aus-AUFWÄRMTRAINING Hat man dies alles erledigt, sollte der Spieler jetzt seine Aufmerksamkeit auf die Runde als solche richten und - abhängig von der Bedeutung der
18 Löcher - sein Aufwärmtraining durchführen
Das sollte man am besten weiter vom Abschlag entfernt machen, da viele Clubs Probeschwünge auf dem Tee verbieten Achten Sie darauf, dass kein Spieler in Ihrer Nähe steht, wenn Sie Pro-beschwünge machen Wenn Sie an einem wichti-
Der amerikanisehe Pro Payne Stewart war fur seine bunte und ausgefal- lene Kleidung bekannt
ORDNUNG
KLEIDER-In allen Clubs der Welt gibt es eine bestimmte Kleiderordnung Was viele gemeinsam haben:
• Egal, wie teuer sie auch sein mögen Jeans gehören nicht auf den Golfplatz
• Hemden sollten einen Kragen haben
• In bestimmten chen im Clubhaus, z.B an der Bar, müssen Männer Jackett und Krawatte tragen
Berei-• Für Frauen: Hier schränken sich die Be-stimmungen meist nur auf die länge der Hosen-beine bei Shorts
Trang 28be-D AS GROSSE B UCH VOM G O LF
Generell sind vier bis viereinhalb Stunden
für einen Vierer ausreichend, um 18 löcher
zu absolvieren Das hängt natürlich von ver·
schiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel
von der Art des Wettspiels, der Anzahl der
Teilnehmer oder der Beschaffenheit des
Platzes Wenn Sie sich auf dem Platz wie
eine Schildkröte bewegen, gibt es einige
gute Tipps für ein schnelleres Spiel
• Seien Sie zum Schlag bereit, wenn Sie an
der Reihe sind Wahrend die anderen
Spie-ler ihre Schlage machen, sollten Sie sich
überlegen, welchen Schläger Sie benutzen
wollen
• Beobachten Sie den Flug Ihres Balles
ge-nau und merken sich die Stelle, wo er lan
-det Fliegt er in die Bäume, merken Sie sich
den Baum, in dessen Nahe er geflogen ist
Das erleichtert die Suche
• Vertrödeln Sie keine Zeit auf den Grüns;
le-sen Sie Ihre Puttlinie, während die anderen
Spieler putten und verschwenden Sie
keine Zeit mit Probeschwüngen am Ball
• Tragen Sie den Score auf der Karte neben
dem Grün ein; gehen Sie zügig vom Grün
zum nächsten Abschlag
• Gehen Sie zwischen den Schlagen zügig
gen Wenspiel teilnehmen und es Ihre Zeit erlaubt, sollten Sie vorher auf die Übungswiese gehen Hier können Sie richtige Bälle schlagen und sich so opti-mal auf die Runde vorbe-reiten
DIE RUNDE Warten Sie am ersten Ab-schlag entweder auf Frei-gabe durch den Starter oder warten Sie ohne Star-ter darauf, bis die Gruppe vor Ih en weit genug eO!-ferm ist, um nicht durch
einen Abschlag gefährdet
zu werden Beginnen Sie erst, wenn die Spieler vor Ihnen ihren zweiten Schlag gemacht haben
Handeln Sie nie zu
über-Stürz.t, denn Sie sollten be·
denken, dass die Gruppe vor Ihnen die nächsten vier Stunden es ebenfalls noch sein wird Also sollte man sie nicht gleich am ersten Abschlag verunsi-chern Wenn Sie auf Ihren Abschlag warten, soll-ten Sie am besten seitlich und leicht hinter dem Spieler stehen Achten Sie darauf, ob es in Ihrer Gruppe einen Linkshänder gibt Stehen Sie ruhig und im genügenden Abstand, um den Spieler nicht zu stören und sich selbst nicht zu gefährden
Beobachten Sie stets die fliegenden Bälle Ihrer Mitbewerber und prägen Sie sich Gegenstände ein, wo der Ball ungefähr gelandet sein könnte
Das macht es leicht, den 8all schneller zu finden
Wenn alle in Ihrer Gruppe abgeschlagen haben, sollten Sie ohne Verzögerung das Fairway betre-ten Ein Tag auf dem Golfplatz soll zwar genos·
sen, aber nicht als ein Nachmittagsspaziergang betrachtet werden
_ WENN SIE GL.AUBEN
0.0.55 ES SCHWER IST
NEUE L EUTE KENNENZU
-L.ERNEN VERSUCHEN SIE
DOCH EINMAL DEN
FALSCHEN B ALL
AUFZU-HEBEN "
-JACK LE;MMON
REIHENFOLGE Laut Regeln muss derjenige Spieler zuerst spie-
len, der am weitesten vom Loch entfernt ist
Wenn Sie in der Regel der kürzeste Spieler vom Abschlag sind und meist als Erster den zweit n Schlag machen müssen, sollten Sie sich schon auf dem Weg zum Ball den nächsten Schlag überle-
gen So können Sie eine Menge Zeit einsparen Wenn Sie sich nicht sicher sind wer nun weiter vom Loch entfernt ist, brauchen Sie kein Maß-band Verständigen Sie sich mit Ihren Mitbewer-bern Nach dem Schlag sollten Sie Ihr Divot wie-der einsetzen und sich schnell in eine sichere Po-
sition begeben, von der aus Sie den Schlag des nächsten Spielers beobachten
D IE GOLF· REGELN Der Royal & Ancient Golf Club of Sr Andrews
(auch bekannt als R & A) ist einer der ähesten Golfdubs der Welt und ohne Zweifel derjenige
mit dem größten Einfluss 1754 von 22 ~n ob l e· men and gentlemen" als ~Soc i ety of St Andrews Golfers" gegründet spielte der R & A eine
Schlüsselrolte bei der Entwicklung des Golfs
1897 wurde der R & A auf Beschluss der führen
-den englischen Clubs z.ur alleinig entscheidenden Organisation in Sachen Golfregeln bestimmt Die Regeln werden vom R & A in Übereinstim-mung mit der United States Golf Association herausgegeben, wobei die weltweiten Golfver-bände diese dann in über 20 Sprachen überset-zen Während sich die Grundregeln nur selt n ändern, werden jedes Jahr die Zusatzentschei-dungen (Decisions) publiziert, in der spez.ielle
Regelfälle aus der Praxis behandelt werden, die von den Regeln nicht erfasst sind
Für den Anfänger oder fortgeschrittenen Golfer hingegen reicht das Basiswissen der Regeln aus
Es gibt drei wichtige Grundelemente, die man
Das ClllbhallS des R&A, Sr Andrews
Trang 29~~
~
- - -
-Beim Aufteen muss der Ball zwischen den Mark i
e-mngen auf dem Abschlag liegen, nicht weiter als
zwei Schlagerfängen nach hinten Beim Schlagen
darf man außerhalb der Markierllngen stehen
beim Golf beachten sollte:
1 Spielen Sie den Platz so, wie Sie ihn vorfinden
2 Spielen Sie den Ball S0, wie er liegt
3 Wenn beides nicht möglich ist, machen Sie
das, was richtig ist
GARY PLAYERS INTERPRETATIONEN DER
GRUNDREGELN
• Am ersten Tee schlägt zuerst der Spieler mit
dem niedrigsten Handicap ab, auf den
nachfol-genden Löchern derjenige mit dem niedrigsten
Score
Spielen Sie den Ball, wie er liegt; es ist nicht
er-laubt, das Gras hinter dem Ball flach zu treten
•
•
Auf dem Abschlag wird der Ball was hinter den beiden Markierungs-
et-pfosten auf den Boden oder auf ein
Tee gelegt, nicht weiter als zwei Schlägerlängen hinter den Markie-
dür-pen wo der ursprüngliche Ball lag
Für den verlorenen Ball bekommen Sie einen Strafschlag
• Sollten Sie Ihren Ball ins Aus schlgen (durch weiße Pfosten oder Linie markiert), gehen Sie wie beim verlo-renen Ball vor
a-• Außer in einem Wasserhindernis können Sie jeden Ball für unspielbar erklären Es gibt drei Möglichkei-ten, das Spiel mit einem Strafschlag
fortzusetzen:
1 Spielen Sie Ihren Ball so nahe wie möglich der Stelle, wo der ur-sprüngliche Ball zuletzt gespielt wurde
2 Lassen Sie einen Ball innerhalb zweier Schlägerlängen an dem Punkt fallen, wo der ursprüngliche Ball lag, aber nicht näher zum Loch
3 Lassen Sie den Ball hinter dem
Punkt fallen, wo der ursprüngliche Ball lag, wobei der Punkt direkt zwischen Ihnen und dem Loch lie-gen muss Es gibt keine Einschrän-
kung in Bezug auf die Entfernung hinter dem Punkt
• Sollte Ihr Ball in einem dernis landen, das mit gelben Pfo-sten gekennzeichnet ist (Teich, See
Wasserhin-VERHALTEN AUF DEM PLATZ
Es ist sehr aufwendig, einen Platz das ganze Jahr über in einem Top-
Zustand zu halten Daher sollte je
-der Spieler strengstens darauf
achten, alle von ihm gemachten Schäden auf dem Platz sofort zu
beseitigen
• Divots: Füllen Sie Divots auf dem
Abschlag mit dem bereitgestellten Sand auf und setzen das Di-vot auf dem Fairway wieder ein
-• Abschlag: Nehmen Sie Ihr Tee
auf, wenn es zerbrochen ist
• Bunker: Auch wenn es sich um ein Hindernis handelt, ist es für nachfolgende Spieler ärgerlichaus alten Fußspuren spielen zu müssen Harken Sie stets den
Sand wieder glatt, wo immer Sie gestanden haben
• Auf dem Grün: Benutzen Sie eine Pitchgabel und bessern die Balleinschlaglöcher sofort aus
Das gilt auch für alte Pitchmar
-ken, die Sie entdecken
• Stützen Sie sich nicht auf Ihren
Putter oder zerkratzen mit Ihren Schuhen das Grün, besonders in der Nähe des lochs Die Regeln
verbieten das Ausbessern von Spikeabdrücken Seien Sie also vorsichtig!
• Achten Sie darauf, wo Sie die Flagge hinlegen, wenn Sie sie
entfernen, um zu putten Am besten liegt sie am Grünrand Wenn Sie sie bedienen: Bitte nicht aufstützen!
oder Fluss), können Sie einen Ball in beliebiger Entfernung hinter dem Wasserhindernis fallen lassen, wobei der Punkt des Eintritts in das
Hindernis zwischen Ihnen und dem Loch gen muss
lie-• Ist Ihr Ball in einem seitlichen Wasserhindernis verloren {meist parallel zur Spielbahn und mit
Trang 30D AS GROSS E B UC H VO M G O L F
Ein in einen Busch geschlagener Ball (1) kann fOr
unspielbar erkll'ln werden Der Spieler kann mit
einem Strafschlag von der ursprQnglichen Stelle
einen neuen Ball spielen (2) oder innerhalb
zweier Schlägerlangen von der Stelle wo der Ball
l iegt einen Ball droppen (3) oder hinter der lage
des BaUs droppen (4)
In einem Wauerhindernis können Sie den Ball spielen, wie er liegt (1) oder einen Ball innerhalb zweier Schlägerll'lngen fallen lassen wo der Ball die Grenle kreuzte (2) oder einen Ball auf der Li · nie zwischen dem LO<h und dem Punkt, wo der Ball die Grenze kreuzte droppen (3) oder von der ursprünglichen Stelle spielen
Gelb: UrsP-rOnglkher Schlag
Weiß : Ball darf nicht näher zum lO<h
• Sollte Ihr Ball auf der Punlinie eines anderen Spielers liegen, müssen Sie ihn markieren (Münze hinter dem Ba ) u d aufnehmen
• Wenn man den Ball vom Grün aus puttet, sollte der Flaggenstock Stets entfernt werden
Bei Berührung durch den Ball gibt es zwei Strafschläge
PLATZREGELN
Eine der letzten Regeln lautet: Die Spielleitung darf Platzregeln für außergewöhnliche Um-stände erlassen und bekanntgeben, sofern sie mit den Grundsatz.bestimmungcn, wie sie aus dem Anhang dieser Golfregeln hervorgehen, verein-bar sind Eine Strafe nach einer Golfregel darf
nicht durch Platz.regel erlassen werden." Die Spielleitung darf also Platzregeln erlassen, die u -gewöhnliche Umstände auf dem Platz erfassen
Boden in Ausbesserung (1): Ball aufnehmen und innerhalb einer Schll'lgerlänge von dem Punkt droppen wo Behinderung ausgeschlossen ist (2)
allerdings nicht naher zum Loch Filr das Fallenlas · sen des Balls gibt es keinen Strafschlag
WIE MAN DEN BALL FALLEN LASST
Stehen Sie auf re<:ht strecken den Arm auf Schulter- höhe aus und las - sen den Ball lallen
-o
Trang 34K A P I T E L 3
RUNDE
Vorhergehende Seite
Ein Teilnehmer auf dem le·
ge1Ulärtm Platz des AI/guSla
National in Atlama, Geor·
gia, bei der Masten 1991
~ I CH TREFFE MEINEN
D RIVER SO GUT OASS
ICH NACH DEM S CHLAG
EIN F ERNGESPRACH AN'
MELDEN MUSS "
· LE E T REVINO
Golf ist eine ganz eigene Sportart, die nicht nur in einer natürlichen Landschaft aus-geübt wird, sondern auch alle Plätze ihren ein-maligen Charakter haben Es ist fast unmöglich, einen bestimnnen Golfplatz SO ein zweites Mal anzulegen Wäre das möglich, so gäbe es sicher viele Augusta Nationals überall auf der Welt Das Layout eines Golfplatzes ist weitgehend von dem Gelände geprägt, auf dem er gebaut wurde Aber jeder Golfplatz hat einige Dinge gemeinsam, die
zu den Grundelementen eines jeden Platzes
gehören
DER AnSCHLAG
Dies ist die Fläche, von der an jedem Loch der erSte Schlag gemacht wird Gewöhnlich ist der Abschlag eine erhöhte Fläche mit dem gleichen Gras wie auf den Fairways Jeweils links und rechts befindet sich eine Abschlagmarkierung, hinter denen der Spieler seinen Ball auf einer ge-dachten Linie aufteet Der Ball darf sich dabei nicht vor der Linie befinden und auch nicht län-ger als zwei Schlägerlängen entfernt (siehe Seite 29) Der Spieler darf außerhalb der Abschlagmar-kierungen stehen um einen innerhalb liegenden Ball zu spielen Die Abschlagmarkierungen dür-fen nicht bewegt werden
Beim Abschlag darf der Spieler den Ball auf ein Tee oder einen kleinen Erdhaufen legen, den der Spieler mit dem Schläger oder dem Schuh bildet
Sollte der Ball vom Tee fallen, bevor der Spieler ihn schlägt, so darf er straflos wieder aufgesetzt werden Fällt er aber vom Tee, während der Spie-
ler nach ihm schlägt, zählt dies als Schlag Auf den meisten Plätzen gibt es unterschiedliche Abschläge: Championship-Tees sowie Damen-und Herrenabschläge Der Unterschied besteht
in der Entfernung zum Grün - der ship-Abschlag ist am weitesten entfernt, der Da-menabschlag am weitesten vorn
Champion-FAIRWAY Ein Fairway ist die kurz geschnittene Fläche zwi-schen dem Abschlag und dem Grün und meist auf einer Seile von Rough, Bäumen oder Hinder-
nissen umsäumt Das Fairway ist für gewöhnlich
die Fläche, auf die ein Golfer an einem Par
4-oder Par 5-Loch seinen Ball schlagen möchte
Trang 35A UF DER RUN D E
den geschlagen werden Nicht wieder eingesetzte Divots
sind ein Ärgernis Man kann
nämlich von Divots keine leichterung in Anspruch neh-
Er-men, es sei denn, eine Platzregel gestattet es, den Ball auf
-das Fairway zurückzulegen,
allerdings nicht näher zum Loch Viele Clubs ziehen es
vor, die herausgeschlagene
Stelle mit Sand zu füllen, an·
statt das Divot zurückzule·
gen, da es in den meisten
Fäl-len eher abstirbt als anwächst
ENTFERNUNGS
-ANGABEN
Für die Größe der Bunker al/I einem Platz gibt es keine Einschränkungen
Die meisten Clubs haben
ne-ben den Fairways nungsangaben, um den Spie-
Entfer-lern die richtige Schlägerwahl
zu erleichtern Die
Markie-rungen können kleine Bäume sein, farbige Pfahle, bemalte
Sprinklerköpfe oder sogar Steine minen auf dem Fair-way, die als unbewegliches
Hemmnis gelten, falls der Ball
neben ihnen liegt Die
Ender-nungsangaben befin en sich
in der Regel 150 und 100 Meter vom Grünanfang oder der Grünmitte entfernt Über
-Für gewöhnlich ist die Grenze zwischen Fairway
und Rough erkennbar, aber bei manchen Plätzen
ist das schwierig
Das ist aber gerade für Sonderplatzregeln
wich-tig, wenn der Ball besser gelegt werden darf Das
ist im Rough verboten Daher müssen die M
it-spieler mit entscheiden, ob der Ball auf dem
Fair-way liegt oder nicht Manche Golfer legen den
Begriff Fairway sehr großzügig aus, wenn sich
der Ball in einer schlechten Lage befindet
Der Vorteil des Fairways besteht darin, dass hier
der Spieler die beste Lage für seine Schläge zum
Grün vorfindet und den Ball am saubersten
tref-fen kann
DIVOTS
Es handelt sich hierbei um Rasenstückchen, die
beim Treffen des Balls mit den Eisen aus dem Bo
-diesen Punkt sollte man sich vor Antritt der
Runde informieren
ROUGH
Das Rough ist die Fläche, die Golfer unter allen
Umständen vermeiden wollen, aber das klappt natürlich nicht immer Es gibt "semi-rough" an den Fairwayseiten, auf denen das Gras h her
wächst als auf den Spieibahnen.Je nach Wettspiel kann man den Schwierigkeitsgrad verändern, um den Platz leichter oder schwerer zu machen Das eigentliche Rough kann sich überall auf dem
Platz befinden, abhängig von der Lage der Löcher Es kann wilde Natur, aber auch einfach
nur hohes, ungeschnittenes Fairwaygras sein
Der Nachteil der Ro g s legt darin, dass sich
darin oft noch andere Erschwernisse befinden,
wie zum Beispiel Bäume, und der Ball oft tief im
Bell Crenshaw schlägt e in großes D ivot allS dem Rot/gh
Jeder Golfplatz hat eine individuell vers<hiedene S<orekarte, auf der die
läng , das Par und der S<hwierigkeitsgrad d r
löcher verzeichnet sind Par bezeichnet die An-zahl von Schlägen, mit denen man ein bestimm-tes loch absolvieren muss
Trang 36DAS GRQSSE BU C H VOM GOLF
Nick Faldo zeigt dem Caddie seine Position nach einem Schlag in die BUsche
Gras liegt Wenn der Spieler den Ball nicht richtig treffen kann, ist schwer vorauszusagen, wie der Ball fliegen wird und daher schwerer als ein nor-maler Schlag So wird man also doppelt bestraft -schlechte Lage, schlechter Schlag
LOSE HINDERLICHE NATURSTOFFE
Lose hinderliche Naturstoffe findet man fast überall auf dem Platz Es sind natürliche Ge· genstände wie Blätter, Steine, Würmer, Insek-ten - also fast alles, das nicht aus dem Boden herauswächst Sand und loser Boden sind nur auf dem Grün, nirgendwo sonst, loser hinder·
licher Naturstoff
Lose hinderliche NaturstOffe dürfen um den Ball und den Stand herum entfernt werden, außer Ball und Naturstoff liegen im selben Hindernis Wenn sich beim Entfernen des lo-sen hinderlichen Naturstoffs der Ball bewegt,
~ ltOtt C-I,!.'!
&ispiele wn losen hinderlichen Natursto!1en, die es auf dem Platz gibt
Trang 37bekommt der Spieler dafür einen Strafschlag
Schnee und Eis sind, je nach Wahl des Spielers,
zeitweiliges Wasser oder lose hinderliche
Natur-stoffe
ZEITWEILIGES WASSER
Zeitweiliges Wasser ist jede Wasseransammlung
auf dem Platz außerhaJb eines Wasserhin
dernis-ses, die sichtbar zutage trin, bevor oder nachdem
der Spieler seine Standposition bezieht Man
kann Erleichterung in Anspruch nehmen indem
man den Ball an der StelJe fallen lässt, der Behin
-derung ausschließt Auch in einem Bunker kann
man von zeitweiligem Wasser Erleichterung in
Anspruch nehmen, aber der BaJl muss dabei im
Bunker gedroppt werden
Seve Ballesteros fIScht seinen Ball aus
zeitweiligem Wasser
BODEN IN AUSBESSERUNG
Boden in Ausbesserung ist jeder Teil des Platzes,
der auf Anordnung der Spielleitung als solcher
ge-kennzeichnet ist und schließt zur Beseitigung
an-gehäuftes Material und von Platzpflegern
ge-machte Löcher mit ein Er ist durch Linien oder
prahle gekennzeichnet oder in den Platzregeln
festgelegt Von Boden in Ausbesserung darf
straf-lose Erleichterung in Anspruch genommen
wer-den Man muss aber darauf achten, dass nicht
je-des angehäufte Material auf dem Platz
automa-tisch Boden in Ausbesserung ist
HEMMNISSE
Im Golf gibt es zwei Arten von Hemmnissen
un-bewegliche und bewegliche Die Regeln
ren ein Hemmnis als "alles Künstliche, einschlossen die künstlich angelegten Oberflächen und Begrenzungen von Straßen und Wegen sowie künstliches Eis, jedoch ausgenommen a Gegen-stände zum Bezeichnen des Aus wie Mauern, Zäune, Pfosten und Geländer; b jeglicher im Aus befindliche Bestandteil eines unbeweglichen
ge-künstlichen Gegenstandes; und c jegliche von der Spielleitung zum Bestandteil des Platzes erklärte Anlage"
Die letzte Ausnahme hat vielen Professionals eine gute Runde verdorben, als ihr Ball in der Nähe ei-ner Werbetafel landete und sie regelwidrig Er-leichterung in Anspruch nahmen und schmerz-hafte Strafschläge kassierten
Erleichterung von Hemmnissen kann ohne schlag in Anspruch genommen werden, außer sie befinden sich in einem Hindernis
Straf-A us Aus ist Boden, auf dem nicht gespielt werden darf Es ist durch Pfahle, in der Regel weiße, ge-kennzeichnet ist Ein Ball ist im Aus, wenn er zur
Gänze im Aus liegt Allerdings darf der Spieler im Aus stehen wenn er einen nicht im Aus liegen-den Ball spielt Liegt ein Ball im Aus, so muss der Spieler unter Hinzurechnung eines Strafschlages einen neuen Ball von der Stelle spielen, wo der Ball zuletzt gespielt wurde
Der Spielausschuss erklärt häufig angrenzende Fairways zum Aus, um gefährliche Abkürzungs-
schläge zu verhindern Greenkeeper bei der Arbeit
HINDERNISSE
Bunker
Bunker oder Sandhindernisse bereiten den mei·
sten Golfern mehr Kopfzerbrechen als sie lich sollten, da man den BaJl mit der richtigen Technik leicht herausschlagen kann Bunker be-finden sich um die Grüns herum und auf oder ne-ben den Fairways Ihre Tiefe hängt von ihrer
eigent-Lage und der Beschaffenheit des Sandes ab Fair·
waybunker sind in der Regel flacher als bunker, obgleich es auch hier keine festen Regeln gibL Es hängt weitgehend von den Gegebenhei-ten eines Golfplatzes oder der jeweiligen Spiellei-tung ab Häufig werden Eisenbahnschwellen als Begrenzungen für Bunker verwendet und ge-wöhnlich als fester Bestandteil des Platzes" er-klärt
Grün-Die Regeln gestatten nicht ein Prüfen der fläche eines Hindernisses, also darf ein Spieler sei-
Trang 40Ober-D AS GROSSE BU C H VOM G OL F
Vorhergehende Seiten
Das 18 Loch (par 4) des
Portmarnock Golf Links·
Platzes i" Dllb!in, Irland;
dieser Platz u:llrde v(m
Bernhard LAnger
konzi-piert
nen Schläger nicht aufsetzen, während er sich auf seinen Schlag vorbereitet Auch dürfen keine lo-sen hinderlichen Naturstoffe entfernt werden, was den Schlag noch schwieriger macht
Harken zum Beseitigen von Fußspuren nach nem Schlag sind, wie überall auf dem Platz, "be-
ei-wegliche Hemmnisse", die straflos beiseite geräumt werden dürfen, wenn sie den Stand oder Schwung des Spielers im Bunker behindern Be-wegt sich der BaI! beim Entfernen der Harke, so
Michelfe MeGann bei einem splash-·Sehlag aus dem Bunker eines typuehen
Inland· Platzes
ist dies straflos, sofern das Bewegen auf das fernen der Harke zurückzuführen ist Wichtig ist, nach dem Einebnen der Fußspuren im Bun-
Ent-ker die Harke so hinzulegen, dass sie die Schläge nachfolgender Spieler nicht behindert Fußspu-ren und andere Unebenheiten, die vorausspie-lende Golfer nicht eingeebnet haben, sind ein großes Ärgernis, da in diesem Fall keine straflose Erleichterung in Anspruch genommen werden darf Jeder Spieler, der seinen Ball aus einem tie-fen Abdruck schlagen muss, wird alles andere als glücklich darüber sein
Wasserhi"dernu5e
Diese können ein kleiner Bach oder ein Teil des Ozeans sein und werden entweder als Wasserhin-dernisse oder seitliche Wasserhindernisse erklärt Seitliche Wasserhindernisse sind Hindernisse, bei denen es nicht möglich oder undurchführbar ist, einen Ball dahinter fallen zu lassen Sie sind in der
Regel mit rOten Pfählen gekennzeichnet Ein
Bach zum Beispiel, der sich neben einem Fairway vom Abschlag zum Grün entlangschlängelt, ist ein seitliches Wasserhindernis, und es muss fol-gendermaßen verfahren werden: Da der Spieler nicht hinter dem Hindernis droppen kann, muss
er entweder seinen Ball innerhalb zweier gerlängen von dem Punkt fallen lassen, wo der
Schlä-Ball zuletzt die Grenze des Hjndernisses gekreuzt hat oder an einem an der gegenüberliegenden Grenze des Wasserhindernisses gleich weit vom
Loch entfernten P nkt Oftmals gibt es aber auch speziell markierte Dropping-Zonen, wo der Ball
fallen gelassen werden muss
Natürlich kann der Ball auch im Wasserhindernis gespielt werden, was der Spieler jederzeit ohne Strafschlag machen kann Aber wie bei allen Hin-dernissen darf er dabei den Schläger nicht aufset-zen Viele Spieler ziehen Schuh und Strumpfe aus, um den Ball aus dem Wasser zu schlagen und
so einen Strafschlag vermeiden Der weniger ehrgeizige Spieler hingegen sollte den Ball rausfi-schen und den Regeln nach einen neuen Ball ins Spiel bringen
-DAS GRÜN Ziel jedes Golfers ist das Grün, die "Tanzflliche" des Platzes Unter Grün versteht man die gesamte Flliche des zu spielenden Lochs, die zum Putten besonders hergerichtet ist Es besteht aus sehr fei-nem, extrem niedrig geschnittenem Gras, das sich von dem der Fairways und der Roughs deutlich