Hier kommt auch wieder die absolute Pixelmenge ins Spiel: Damit eine Bilddatei in ausreichend hoher Auflésung — also mit vielen Bildpunkten — auch gedruckt noch eine akzeptable Grdfe In
Trang 1Dialogfeld, in dem Sie festlegen konnen, welcher Arbeitsbereich entfernt werden soll Nach einer kurzen Sicherheitsabfrage wer- den diese Arbeitsbereichseinstellungen dann entfernt
6 Zwischen Arbeitsbereichen wechseln
Um einen Arbeitsbereich einzustellen, klicken Sie einfach auf dessen Namen in der Liste Schon gespeicherte Arbeitsbereiche, Ments oder Tastaturbefehle bleiben dabei in jedem Fall erhalten und kénnen spater erneut aktiviert werden Mf
462 | 5 Arbeitsumgebung nach Mak: Programmelemente anpassen
Trang 26 Bildbearbeitung: Fachwissen
Dieses Kapitel erklart Ihnen unentbehrliche Grundlagen flr die
Arbeit mit Pixeln, Bits und Bytes Was ist eigentlich ein digitales
Bild? Wieso gibt es so viele verschiedene Dateiformate flr Bilder?
Was fange ich mit dpi, RGB und GIF an? Sie erhalten wichti-
ges Grundlagenwissen zur Bildbearbeitung, das Sie nicht nur fur
Photoshop brauchen, sondern auch fiir digitale Fotografie, beim
Scannen und beim Einsatz anderer Kreativprogramme
61 Pixel und Vektoren
Es gibt zwei grundlegend verschiedene Konzepte, um digitale
Informationen in ein darstellbares Bild zu Uberflihren: Pixel und
Vektoren Beide Verfahren haben ihre Vorzlige und typischen
Schwachen
644 Pixel: Punkt fiir Punkt
Pixelbilder (auch Bitmap- oder Rasterbilder genannt) zerlegen
die grafische Information in einzelne, quadratische Bildpunkte,
die Pixel Jedem einzelnen Pixel sind seine Koordinaten und ein
Farbwert zugeordnet In der VergroRerung oder nach unsachge-
mafer Handhabung erinnert ein Pixelbild an ein Mosaik
64 Pixel und Vektoren | 163
Trang 3Einsatz | Pixelbilder kommen zum Einsatz, wenn feinste Nuan- cen und Details dargestellt werden sollen und dabei Fotoqualitat gewlinscht wird Sie liefern gute Bildqualitat, und zudem sind sie recht leicht zu erstellen: Scanner oder Digitalkameras geben immer Pixelbilder aus
Nachteile | Ganz unproblematisch ist dieser Grafiktyp jedoch nicht Pixelbilder sind nachtragend — das heift, sie konnen nicht beliebig gedandert werden, ohne dass sich das negativ auf die Bildqualitat auswirkt Ein mehrfach koloriertes Bildobjekt behalt hassliche Rander frilherer Farben zurtick, und ahnlich wird eine nicht gelungene Retusche durch weiteres Pinseln eher schlech- ter als besser Auch einen Wechsel von Bildmodus und Auflé- sung sollte man nur einmal vornehmen Photoshop wirkt dieser Problemlage entgegen, indem Techniken geboten werden, mit denen die sensiblen Bildpixel selbst mdglichst wenig verändert werden Dazu gehdren unter anderem Bildebenen, Einstellungs- ebenen, Masken und die Filtergalerie Damit sind Arbeitsschritte
in gewissem Grad umkehrbar
GröBenänderung | Schwierig bleiben Veränderungen an der CröfSe oder der Auflösung eines Pixelbildes Eine bereits vorhan- dene Bilddatei gibt den Bildinhalt immer mit einer festgelegten Anzahl von Pixel-»Mosaiksteinen« in einer fixen Gröfše wieder Will man das Bild nun vergréRern, fehlen schlichtweg Pixel Diese fehlende Bildinformation kann zwar von Photoshop anna- herungsweise hinzugerechnet werden, das ist aber kein gleich- wertiger Ersatz flir die originare Bildinformation Das Verkleinern ist nicht ganz so kritisch, aber auch hier können unkontrolliert
164 | 6 Bildbearbeitung: Fachwissen
Trang 4Bilddetails verloren gehen, weil Pixel beim Herunterrechnen der
Datei geloscht werden
Datenmenge | Ein weiterer Nachteil der Pixelbilder ist die groŠe
Datenmenge, die das Konzept der einzelnen Bildpunkte mit sich
bringt Um diesen Schwachpunkt aufzufangen, wurden unter-
schiedliche Methoden der Datenkompression erfunden und ste-
hen in einigen Bilddateiformaten zur Verfgung
6412 Vektoren: schlicht und unverwistlich
Bei Vektorbildern wird die Grafik nicht aus Bildpunkten, sondern
aus mathematisch definierten Ankerpunkten sowie den Kurven,
die diese Punkte verbinden (eben den »Vektoren«), und den
daraus berechneten Flachen aufgebaut Mit Vektoren lassen sich
zwar durchaus komplexe Objekte realisieren, auf fotorealistisch
feine Farbabstufungen muss man allerdings verzichten Dafủr
sind Vektorbilder sehr robust Aufgrund ihrer Definition durch
abstrakte Formeln sind Vektorbilder unabhangig von der Auf-
l6sung, mit der sie erstellt wurden Sie kOnnen beliebig in der
Grdke verandert werden, ohne dass bei Bildscharfe oder Detail-
treue Einbuben hingenommen werden mUissen Und auch die
zehnte Anderung der Farbe schadet einer Vektordatei nicht Der
Speicherbedarf einer Vektorgrafik ist geringer als bei Bitmaps und
ganz unabhangig von der Grdfe des Bildes
Einsatz | Vektorgrafiken werden immer dann eingesetzt, wenn es
auf Bildscharfe oder stufenlose Skalierbarkeit ankommt Auch wo
geringe DateigroBen gefragt sind, kommen Vektoren zum Einsatz,
so zum Beispiel bei Flash-Filmen oder Webseiten, die mit Macro-
media Flash erstellt wurden
61.3 Und wo steht Photoshop?
Zwei ganz unterschiedliche Verfahren gibt es also, um grafische
Informationen zu beschreiben und mehr oder weniger ansehn-
liche Bilder zu erzeugen Entsprechend spezialisiert ist die Soft-
ware zur Bearbeitung der Bilder: Es gibt ausgesprochene Vektor-
experten — dazu gehdren alle Layout- und Grafikprogramme wie
Quark, InDesign oder PageMaker und FreeHand, Illustrator oder
CorelDraw Photoshop hingegen ist ein Bildbearbeitungspro-
gramm und — wie seine Kollegen Paint Shop Pro, Photolmpact,
GIMP und andere -— fiir die Bearbeitung von Pixelbildern ausge-
legt
Photoshop und Vektoren | In geringem Umfang kann Photoshop
auch Vektordaten verarbeiten und erzeugen Vektorgrafiken aus
^ Abbildung 6.3 Während sich beim Pixelbild in der VergroRerung die einzelnen Bildpunkte deutlich zeigen CaN
& Dateien auf der Buch-DVD:
Bitmapbild: »spatz.tif«;
Vektorgrafik: »Vogel2.ai«,
»Vogel4.ai«
64 Pixelund Vektoren | 165
Trang 5So viele Bilddaten wie möglich
auf den Kamerachip
Wohl alle Digitalkameras bieten
die AAöglichkeit festzulegen, in
welcher GröRe Bilder aufgeenom-
men werden sollen Wenn Sie
hier den gro&tmdglichen Wert
einstellen, wird zwar Ihr Spei-
cherchip schneller voll, dafr be-
kommen Sie jedoch Bilder, die
Ihnen hinsichtlich der spateren
Reproduktion wenig(er) Be-
schrankungen auferlegen
Auflösung = Pixelanzahl?
Umgangssprachlich werden die
Begriffe »Aufldsung« und »Pixel-
anzahl« nicht immer sauber ge-
trennt Hoch aufgelést ist fiir
viele ein Synonym fiir eine hohe
Pixelmenge Davon zu trennen ist
Auflésung als Bezeichnung fir die
Menge von Bildpunkten auf einer
bestimmten Strecke
anderen Programmen kénnen importiert werden Beim Offnen werden sie allerdings »gerastert«, das heift, in Bitmaps umge- wandelt Zudem kann Photoshop auch eigene Vektorobjekte erstellen Auch Text wird in Photoshop als Vektorebene angelegt und bietet damit - geeignete Drucker vorausgesetzt — eine hohe Druckscharfe und verlustfreie Skalierbarkeit
6.21 Entscheidende GröBe: die Pixelmenge Die Auflösung und die Pixelanzahl, die ein Bild ủberhaupt hat, sind entscheidende Eigenschaften von Pixelbildern Die Pixel- menge eines Pixelbildes kann nicht ohne Weiteres verändert, vor allem nicht vergröŠert werden Wird die ursprủngliche Pixel- menge eines Bildes vergrỏöRert, mủsste Photoshop neue Pixel
»dazuerfinden« Neue Bildinformationen kommen durch diese Operation nicht hinzu! Daher wirkt sich eine solche Skalierung keinesfalls qualitatsverbessernd aus — oft leidet das Bild sogar dar- unter Das schafft Begrenzungen fiir die spatere Verwendung von Pixelbildern, denn die Pixelanzahl ist ein wichtiges Qualitatskri- terium Ein Bild, das von vornherein in geringer GroBe und nied- riger Auflésung vorliegt, kann nicht als Vorlage flir einen riesigen Kunstdruck hoher Qualitat dienen Der umgekehrte Fall ist schon eher denkbar: Kleinerrechnen lassen sich Bilder leichter Grund- satzlich gibt es fur ein Bild mit grofem Pixelbestand viel mehr Einsatzméglichkeiten als fiir kleine Bilder
6.2.2 Was ist Auflésung?
Neben der schieren Pixelmenge eines Bildes ist der Parameter
»Aufldsung« das Mafs (fast) aller Dinge in der Bildbearbeitung Zuweilen werden diese Begriffe auch — nicht ganz korrekt — sy- nonym benutzt
Dem zentralen Begriff Aufldsung begegnen Sie an allen wich- tigen Stationen des Publikationsprozesses:
> Bereits bestehende Bilder liegen in einer bestimmten Grdke und Auflésung vor, der Bildauflésung
> Beim Neu-Anlegen von Dateien missen Sie ebenfalls die gewlinschte Auflésung und die Bildgrdfe einstellen
> Auch Drucker und Monitore arbeiten jeweils mit einer eige- nen Aufldsung (Ausgabeauflösung)
> Als Eingabeauflésung: Ein Scan erfolgt mit einer bestimmten Auflésung, die Sie - im Rahmen des beim jeweiligen Gerat technisch AAöglichen — festlegen
166 | 6 Bildbearbeitung: Fachwissen
Trang 6Die Auflésung ist eine Gré&e, um die Sie beim Bildbearbeiten
nicht herumkommen - auch wenn Sie gerade nicht den Photo-
shop-Dialog BILDGROSSE unter dem Mauszeiger haben!
Bildpunkt und Langenmaf | Zwei Groen und ihr Verhaltnis zuei-
nander sind flr die Bildaufldsung entscheidend: die Bildpunkte,
aus denen ja jedes Pixelbild aufgebaut ist, und ein Langenmaf
Da die Welt des computerbasierten Desktop-Publishings ame-
rikanisch dominiert ist, ist dies Inch (1 Inch entspricht 2,54 cm)
Die Auflésung legt nun fest, wie viele Bildpunkte sich auf der
Strecke von einem Inch befinden
PPI und DPI | Bezeichnet wird die Aufldsung mit ppi - Pixel per
Inch—und dpi — Dots per Inch Mit der Angabe ppi soll die Auflé-
sung von Bilddateien benannt werden, der Wert meint also die in
einer Bilddatei zur Verfiligung stehende Informationsmenge dpi
bezeichnet eigentlich die Aufldsung von Eingabe- und Ausgabe-
gerdten, also von Scannern, digitalen Kameras oder Druckern
In der Praxis werden die Begriffe nicht mehr so sauber getrennt
— dpi hat sich langst als universale Mafeinheit eingeschlichen
LPI und LPCM | Im Zusammenhang mit der Auflésung ebenfalls
wichtig sind noch lpi oder Ipem — Lines per Inch oder per Zenti-
meter Mit diesem Wert haben Sie zu tun, wenn Sie flr den pro-
fessionellen Druck arbeiten Er bezeichnet die Rasterweite von
Vierfarbdrucksachen Die Werte sind stark von der Papierart und
der Qualitat abhangig, die man erzielen mdchte In Deutschland
rechnet man meist mit lpcm Dieses Buch ist beispielsweise mit
einem sogenannten 60er-Raster (60 Ipcm) gedruckt, Ihre Tages-
zeitung mit 30-40 Ipcm, und bei einer Zeitschrift sind es 54-70
lpcm
6.2.3 Auflésung fiir die Druckerei
Die Bildaufldsung (als »Pixelmenge pro Strecke«!) ist vor allem
wichtig, wenn Sie fir den Druck produzieren Die Auflésung
wirkt sich darauf aus, wie grof das Bild auf dem Papier wiederge-
geben wird (siehe die folgenden Abbildungen) und hat auŠerdem
direkten Einfluss auf die Qualitat des gedruckten Bildes Je mehr
Pixel pro Inch vorhanden sind, umso feiner sind die einzelnen
Bildpunkte Hoch aufgeldste Bilder kGnnen auch sehr feine Bild-
details gut wiedergeben, ergeben also eine gute Druckqualitat
Hier kommt auch wieder die absolute Pixelmenge ins Spiel:
Damit eine Bilddatei in ausreichend hoher Auflésung — also mit
vielen Bildpunkten — auch gedruckt noch eine akzeptable Grdfe
Inch und Zoll bei Photoshop
Adobe hat sich schon seit dem Erscheinen der Creative Suite 2 von der Mafeinheit /nch verab- schiedet In den Dialogfeldern, die mit Bildauflésung zu tun ha- ben, wird nun durchweg der deutschsprachige Begriff Zoll be- nutzt — eine etwas unverstandli- che Entscheidung, denn Inch ist ein gut eingefihrter Begriff, an dem man in der Bildbearbei- tungswelt ohnehin nicht vorbei- kommt Doch keine Sorge, das Mab ist dasselbe Ob Inch oder (Adobe-)Zoll, Sie hantieren im- mer mit 2,54 Zentimetern
6.2 Bildgré&e und Auflésung | 167
Trang 7hat, muss die Pixelanzahl des Ausgangsbildes ausreichend hoch
sein Ein Bild, das nur 350x 233 Pixel grof ist, kann zwar hoch aufgeldst sein, ergibt dann jedoch nur einen Druck von Briefmar- kengroBe
klar, dass Aufiösung und BildmaBe Brelte; 35D Ta
~ hier in Zentimetern, andere Ein- Hồhe: 23 | ao
heiten sind natirlich wählbar —
eng zusammenhängen Die einge- — [uImeritgrdifie:
tragenen Make entsprechen dem Braite: (29 - im fy
Auflésung: | 300
Stile skaieren [)Proportionen beibehaten
MI Bid neu berechren mit:
Dreimal dasselbe Bild, drei verschiedene Das gleiche Bild mit demselben
Auflésungen Die PixelmaBe sind jedes Mal Pixelma& von 1096 x 1284 Die Auf-
gleich: 1096 x 1284 Pixel Bei einer Auflé- ldsung liegt jetzt bei 150 ppi, die
sung von 72 ppi ist das Bild im Druck so Bildpixel sind nun schon wesentlich
grok, dass hier nur ein Ausschnitt gezeigt kleiner, und damit »schrumpft« auch
168 | 6 Bildbearbeitung: Fachwissen
Trang 8
Auflésung und Druckprozess | Warum muss eine Datei in einer
hohen Auflésung vorliegen, damit das gedruckte Ergebnis zufrie-
denstellend aussieht? Wahrend die Bildpunkte eines zeitgema-
Ben Monitors jede Farbe des sichtbaren Spektrums annehmen
können, stehen in gewerblichen Druckverfahren in der Regel nur
vier Farben zur Verfligung, um das gesamte Farbspektrum abzu-
bilden
Mischfarben werden im Vierfarbdruck aus den Grundfarben
Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz erzeugt Farb- und Helligkeits-
abstufungen mUussen also simuliert werden Daher werden Fotos
und andere Halbtonbilder im professionellen Druck in einzelne
Rasterpunkte zerlegt
Fur dieses Druckverfahren ist viel Bildinformation, also eine
hohe Bildauflésung nétig, denn beim Erzeugen des Rasters
kommt es zu Verlusten Die Zahl der Bildpunkte muss hdher lie-
gen als die der Druck-Rasterpunkte Wie hoch genau, ist in der
Druckindustrie umstritten - die Empfehlungen flr diesen soge-
nannten Samplingfaktor (auch Sicherheitsfaktor) bewegen sich
zwischen 1,4- bis zweimal höher
Hort sich kompliziert an? Hier hat sich eine Faustregel ein-
geblirgert, mit der Sie bei den meisten Standard-Druckjobs gut
arbeiten können: 300 ppi fiir den Druck Beispielsweise wurden
die Bilder fiir dieses Buch mit einer Auflésung von 300 ppi an
die Druckerei gegeben Ubrigens — die Regel »Viel hilft viel« ist
falsch! Eine tiberhéhte Auflésung blaht die Datenmenge einer
Datei Uber Gebihr auf und kann sogar der Bildqualitat schaden
4 Abbildung 6.8 Hier das Ergebnis bei 300 ppi, einer gảngigen Bildauflösung fùr den professionellen Druck Das Pixe lmaÊ liegt immer noch bei
1096 x 1284 In der hohen Auflö- sung riickt das gesamte Bild ins Blickfeld, und die Qualitat ist gut
^ Abbildung 6.9 Ein Beispiel fiir ein gerastertes Bild in starker VergroBerung Deutlich zu erkennen ist, dass unterschiedlich grofe Raster-
punkte in einem Gitternetz ange-
ordnet sind Dieses sogenannte amplitudenmodulierte Raster ist typisch fiir die Bildausgabe pro- fessioneller Druckmaschinen
62 Bildgré&e und Auflésung | 169
Trang 9
4 Abbildung 6.10
Hier sehen Sie ein Raster, das dem
Druckbild eines Inkjet-Druckers
entspricht (»frequenzmoduliert«)
6.2.4 Auflosung fiir den Tintenstrahldrucker Auch Office-Drucker haben nur eine begrenzte Menge tatsach- licher Farben in ihren Kartuschen, die das Farbspektrum nicht abdecken Fehlende Farben oder Grauwerte mussen auf anderem Wege erzeugt werden Dabei kommt wiederum das Rasterver- fahren zum Einsatz, allerdings ist das Druckbild ganz anders als bei einer groken Druckmaschine
Hier sind die einzelnen Druckpunkte gleich gro& und locker verstreut, es gibt kein feststehendes Rastergitter Der Vorteil eines solchen Rasters ist, dass auch Drucker mit einer niedrige- ren Gerateauflésung Bilder detailreich wiedergeben konnen Und auch die Bildaufldsung kann hier niedriger sein 150-200 ppi rei- chen meist aus, um gute Ergebnisse zu erzielen
6.2.5 Auflésung fiir Foto-Prints Auch digitale Bilderdienste verlangen meist Dateien mit 300 ppi, seltener 200 ppi Die folgenden Tabellen sollen Ihnen helfen, die erforderlichen DateigröRen (Pixelmafe) fiir verschiedene Print- Formate zu ermitteln
Verlangte Auflésung: 300 dpi Verlangte Auflésung: 200 dpi GröRe des »Abzugs«
ee Verlangte Auflésung: 300 dpi Verlangte Auflösung: 200 dpi
GröRe des »Abzugs«
Trang 102:3-Formate Verlangte Auflésung: 300 dpi Verlangte Auflösung: 200 dpi
GröBäe des »Abzugs« | Eríorderliche Kameraauflésung | Erforderliche Kameraaufiösung
(cm) DateigröBe (Pixel) (Megapixel) DateigröBe (Pixel) (Megapixel)
6.2.6 Auflésung fiir den Screen-Einsatz
Wenn Sie sich schon einmal ein wenig mit dem Faktor Auflé-
sung beschaftigt oder selbst Bilder fiir das Internet vorbereitet My Buch-DVD:
haben, wird das Folgende Sie vermutlich etwas erstaunen Denn »Zwitn_72.jpge, »Zwirn_180,jpg«
es gilt schon fast als eiserne Regel: »Bilder fiir das Web miissen — und »Zwirn_300.jpg«
eine Aufldsung von 72 ppi haben.« Das stimmt jedoch so nicht!
Machen wir die Probe aufs Exempel, und betrachten wir drei Fas-
sungen einer Datei, jeweils mit den Pixelmaben 600x 450 Pixel,
mit der Auflésung 72 ppi, 180 ppi und 300 ppi In der Ansicht
DRUCKFORMAT in Photoshop wird vorweggenommen, wie unter-
schiedlich diese drei verschieden aufgeldsten Bilder im Druck
ausfallen wurden
Dateien auf der
Trang 11Im Webbrowser stellt sich das ganz anders dar Sie werden stau- nen!
Be CX & Mimrenrme cen iovenancn some = GF)
Immer noch 600 x 450 Pixel, bei
einer Auflésung von 180 ppi (mit
dieser Auflosung liefern viele
Dasselbe Bild in der Druckauflé-
sung 300 ppi sieht im Browser
nicht anders aus als die geringer
172 | 6 Bildbearbeitung: Fachwissen
Trang 12weiter wichtig, ob ein Bild auf dem Bildschirm mit 3 cm, 3,5 cm
oder 6 cm Kantenlange angezeigt wird Es ist relevant, dass die
Relation zu den anderen Elementen auf dem Bildschirm immer
gleich bleibt Und da alles, was auf dem Bildschirm erscheint,
denselben Systemvorgaben unterworfen ist wie das angezeigte
Bild, reichen die Pixelangaben eigentlich aus Die Bilderreihe
bestatigt es
Der Grund fur die »72-ppi-Legende« ist teils historisch, teils
dem Bemihen um gute Bildqualitat geschuldet 72 dpi muss ein-
mal so etwas wie die Standard-Systemaufldsung gewesen sein
Wenn man auf einem solchen System eine Datei mit 72 ppi Auf-
lösung anzeigen lasst, entspricht ein Bildpixel einem Bildpunkt,
den der Bildschirm erzeugt Hinsichtlich der Reproduktionsqua-
litat kann das vorteilhaft sein AuBerdem wurde in diesem Fall
tatsachlich eine Datei mit 3 cm Kantenlange in 3 cm Grobe auf
dem Bildschirm erscheinen Ein vermeintlicher Vorteil, der - wie
oben schon erwahnt - irrelevant ist
Was ist also die beste Auflésung fiir Webbilder? | Der »Stan-
dardmonitor« mit einer »Standardaufldésung« ist langst Vergan-
genheit Die Aufldsungen fiir Desktop-Monitore und Notebooks
variieren stark, es gibt unterschiedliche Seitenverhaltnisse, von
mobilen Gerdten ganz zu schweigen Der Idealfall »Bildaufldsung
gleich Systemauflésung« ist also kaum zu erreichen
Eine Bildauflésung, die der Monitoraufldsung recht nahe
kommt, ist hinsichtlich der Darstellungsqualitat keine schlechte
Idee (fiir die Bildmafe auf dem Schirm ist die Auflésung - im
Gegensatz zum Druck — irrelevant, wie die Bilderreihe links besta-
tigt) Nun gibt es aber keine verbindlichen Standards fiir die Sys-
temauflésung 72 ppi ist nicht falsch - schlieBlich sind Millionen
Bilder mit dieser Aufldsung im Internet zu sehen Kategorisch
diese Auflésung fiir Webbilder zu fordern, ist jedoch unndtig,
denn der Standard, auf den sich diese Angabe bezieht, existiert
nicht mehr (oder hat vielleicht auch nie wirklich existiert) Sie
können also nur mit Naherungswerten arbeiten Tendenziell sind
zeitgemale Systeme auch schon etwas hoher aufgelést als 72 ppi
Mit Werten zwischen 72 und 100 ppi fahren Sie gut
6.3 Grundlagen zur Farbe
Grundkenntnisse der Farbentheorie sind fiir das gezielte und
erfolgreiche Anwenden von Farb- und Bildkorrekturen, ũber die
Sie noch mehr erfahren, notwendig Zudem muss der Bildmodus
auf den spateren Verwendungszweck der Datei abgestimmt sein
6.3 Grundlagen zur Farbe | 173
Trang 13
4 Abbildung 6.15
Die additive Mischung der drei
Grundfarben Rot, Griin und Blau
des RGB-Modells ergibt Wei8
Die Sekundarfarben sind Cyan,
Magenta und Gelb
4 Abbildung 6.16
Die Grundfarben des CMY-
Modells werden subtraktiv
gemischt Werden alle Prozess-
farben mit maximalem Anteil
gemischt, ergibt sich (theoretisch)
Schwarz
Bei einem so wichtigen Thema lohnt es sich, ein wenig weiter auszuholen Ich skizziere Ihnen zunachst kurz die fiir das Ver- standnis wichtigen physikalischen Grundlagen der Entstehung von Farbe Danach stelle ich Ihnen verschiedene Farbmodelle vor, die entwickelt wurden, um Farbe darstellbar und universal beschreibbar zu machen, und ich zeige Ihnen, wie diese Farb- modelle in Photoshop umgesetzt werden, welche Charakteristika die einzeinen Bildmodi haben und was Sie bei Modusanderungen beachten mủssen
6.31 Wie entsteht Farbe? Wie wird sie beschrieben? Diese Frage ist nur auf den ersten Blick lapidar Farbe ist keine feste physikalische GrölŠe wie Lange oder Gewicht, sie entsteht erst — unter Einwirkung von sichtbarem Licht - im Auge des Betrachters Dies kann auf verschiedene Art geschehen: additiv oder subtraktiv Die beiden verschiedenen Farbsysteme — und auch die Vermittlung zwischen ihnen — betreffen den Publikati- onsprozess und damit die Bildbearbeitung unmittelbar, wie sich noch zeigen wird
Additives Farbsystem: Lichtfarben | Lichtfarben sehen wir, weil eine Lichtquelle Licht unterschiedlicher Farbe - genauer gesagt unterschiedlicher Wellenlange — abgibt Nach diesem Prinzip erzeugen beispielsweise Computerbildschirme und Fernsehge- rate Farben Die Grundfarben dieses Farbsystems sind Rot, Grtin und Blau Durch das Ubereinanderblenden von rotem, griinem und blauem Licht in verschiedenen Anteilen und Intensitaten entstehen Mischfarben Werden alle drei Grundfarben in voller Intensitat gemischt, ergibt sich WeiB
Subtraktives Farbsystem: K6rperfarben | » Farbe« ist ein doppel- deutiger Begriff, der nicht nur einen bestimmten Tonwert meint, sondern auch etwas, das manin Eimern oder Tuben kaufen kann, ein stoffliches Produkt Da hier keine eigene strahlende Licht- quelle vorhanden ist, muss die Farbe auf andere Weise zustande kommen als bei den Lichtfarben Man spricht hier von Korperfar- ben Farbe entsteht dadurch, dass ein K6rper — beispielsweise ein bedrucktes Blatt Papier - nur bestimmte Wellenlangenbereiche des Lichtes, das auf ihn trifft, wieder abgibt und andere absor- biert - daher die Bezeichnung »subtraktiv« Die Grundfarben sind Cyan, Magenta und Gelb Liegen die drei Farben Uberein- ander, werden alle Lichtbestandteile verschluckt, und es entsteht Schwarz
174 | 6 Bildbearbeitung: Fachwissen
Trang 146.3.2 Farbmodelle
Um Farbinformationen zu berechnen und zu Ubermitteln, wur-
den im Laufe der Zeit verschiedene Standard-Farbmodelle entwi-
ckelt, also gewissermaen unterschiedliche Methoden der Nota-
tion von Farbwerten, die sich dann auch auf die Interpretation
von Farbe durch verschiedene Gerdate wie Bildschirme, Druckma-
schinen, Kameras oder Druckmaschinen auswirken Diese Farb-
modelle sind nicht spezifisch flr Photoshop, sondern betreffen
die gesamte Publishing-Branche Gangig sind die folgenden Farb-
Gerateabhangige Beschreibung | Die Farbmodelle RGB und
CMYK lehnen sich eng an die oben beschriebenen Farbsysteme -
Lichtfarben und Körperfarben - an und sind auf die entsprechen-
den Geräte im Publikationsprozess ausgelegt:
> RGB ist ein Modus, der im Zusammenhang mit Lichtfarben
und additiver Farbmischung eingesetzt wird, also zum Bei-
spiel auf Bildschirmen, bei Scannern und Digicams
> CMYK wird eher fiir den professionellen Druck verwendet
(Desktop-Tintenstrahler funktionieren in der Regel auf der
Basis des Farbmodells RGB.)
Das individuelle Ein- und Ausgabegerat hat auf das Aussehen
der Farben gravierenden Einfluss Ein RGB-Wert bestimmt zwar,
wie intensiv eine RGB-Leuchtquelle strahlt, doch je nach Gerät
variiert die so erzielte Farbe Wer einmal im Elektronikhandel
gesehen hat, welch unterschiedliche Farben eine Reihe von Fern-
sehgeraten oder Computerbildschirmen produziert, versteht das
Problem Und ein CMYK-Wert legt nicht eine bestimmte Farbe
fest, sondern lediglich, wie viel Druckfarbe auf das Papier aufge-
bracht wird Hier spielen auch Papier- und Farbqualitaten noch
eine Rolle flr das Ergebnis RGB- und CMYK-Werte beschreiben
also eigentlich keine Farben, sie sind Reproduktionsanweisungen
fiir Gerate, die Farben erzeugen
Daher nennt man die in den Farbmodellen RGB und CMYK
beschriebenen Farben gerateabhangig So kann Farbtreue unter
Umstanden ein Problem sein - es ist nicht immer einfach, die
Farben, die man am Monitor sieht, 1:1 auf das Papier zu bringen
Trotz dieser Schwache sind die Farbmodelle CMYK und RGB im
Publikationsprozess fest etabliert In Photoshop werden Sie mit
diesen Bildmodi am haufigsten arbeiten
6.3 Grundlagen zur Farbe | 175
Trang 15Zum Weiterlesen:
Bessere Farbkonsistenz
In Kapitel 38, »Farbmanage-
ment«, erfahren Sie, welche Mab-
nahmen méglich sind, um von
den digitalen RGB-Daten bis zum
gedruckten Bild bessere Farbkon-
sistenz zu erzielen
Abbildung 6.17 >
Unter Bip * Mobus finden Sie die
in Photoshop verfiigbaren Modi
Dies ist auch der Befehl, mit dem
Sie Moduskonvertierungen
durchfùhren
Geräteunabhängige Beschreibung | Neben diesen gerateabhan- gigen Farbmodellen gibt es auch Versuche, Farben geräteunab- hangig zu beschreiben, also in einem Farbmodell, das rein mathe- matisch tatsachlich eine Farbe und nicht nur die Leuchtkraft eines Monitorpixels oder eine Quantitat Druckerfarbe definiert Dazu gehdren Lab und HSB Die Vorteile liegen auf der Hand:
> Der Gestalter hatte mehr Sicherheit ber den tatsachlichen Farb-Output
> Die Beteiligung verschiedener Gerdte im Publishing-Pro- zess — liber den Scanner, den Monitor des Gestalters bis hin zur Druckmaschine —- wirde kein Problem mehr darstellen Die unterschiedlichen Ausgabeeigenschaften der einzelnen Gerate fielen nicht ins Gewicht, und es miisste auch nicht mehr zwischen verschiedenen Bildmodi gewechselt werden
Trotz dieser Pluspunkte haben sich diese Modelle im Produk- tionsprozess bisher noch nicht durchgesetzt
Bildbearbeitung
6.41 Der (Bild-)Modus in Photoshop
In Photoshop werden die Farben, die von einer Datei dargestellt werden kénnen, durch den Modus (auch als Bildmodus oder Farbmodus bezeichnet) festgelegt Sie konnen Bilder von einem
in einen anderen Modus bringen (konvertieren)
Auto-Farbtcn LIimschalt+5trg+L Indzierte Farbe
Auto-Kontrast Alt+Umschalt-+Strg+L w RGB-Farbe Auto-Farbe LIimschalt+5trq+B CMIK-Farbhs
Lab-Farbe
Bildordfie Alt+Strg+I Melrkenal Arbeitsflache Alt+Strg+C
Bilddrehung w 8-Bt-Kanal Freistellen Strg+6 16-3it-Kanal Zuschneiden 32-Bit-Kanal
Trang 16Farbmodus: | RGB-Farbe Ề | Sit Iv|
Viele der Bildmodi, die in Photoshop anzutreffen sind, basieren
auf den oben vorgestellten Standard-Farbmodellen Photoshop
stellt au&erdem noch einige spezielle Farbausgabemodi bereit
(Indiziert, Duplex, Mehrkanal)
>
>
Abhangig vom Bildmodus variieren
Anzahl und Aussehen der Farbkanäle,
damit zusammenhdangend die sogenannte Farbtiefe, das
hei&t, die in Bit ausgedrtickte Datenmenge eines Bildes,
die Dateigrö6e und
die Menge der darstellbaren Farben
Welcher Modus der geeignetste ist, richtet sich nach dem geplan-
ten Einsatzzweck des Bildes — Sie erfahren mehr dazu unter den
einzelnen Modi
6.4.2 Terminologie
Eigentlich ist alles ganz einfach:
1 Es gibt zwei verschiedene Mdglichkeiten, wie Farbe phy-
sikalisch entstehen kann Diese werden meist Farbsysteme
genannt: additiv und subtraktiv
Darauf basieren unterschiedliche Farbmodelle Das sind
Methoden der Be- und Umschreibung von Farbe Diese Farb-
modelle sind grundlegend fuir die Funktionsweise von Gerd-
ten, die Farbe aufzeichnen oder erzeugen, also zum Beispiel
Scanner, Monitore oder Drucker: RGB, CMYK, L*A*B, HSB
Auch eine konkrete Bilddatei greift naturlich zwangslaufig auf
eines der Farbmodelle zurtick Nur hei®t es dann nicht mehr
Farbmodell Stattdessen spricht man davon, dass eine Datei
in einem bestimmten Modus, Bild- oder Farbmodus vorliegt
Ein Farbraum umfasst die Gesamtheit aller Farben, die in
einem Farbmodell vorkommen kénnen Farbraume werden
haufig in dreidimensionalen Farbraummodellen dargestellt
und auch berechnet
4 Abbildung 6.18 Auch beim Erzeugen neuer Dateien miissen Sie sich entschei- den, in welchem Modus die neue Datei angelegt wird
Bildtitelleiste als Informationsquelle
Am Bildschirm ist dem schieren Bild meist nicht auf Anhieb an- zusehen, in welchem Modus es vorliegt Schnellen Aufschluss bietet die Bildtitelleiste Sie zeigt unter anderem an, in wel- chem Bildmodus und welcher Farbtiefe eine gedffnete Datei vorliegt (in diesem Fall RGB,
8 Bit) AuRerdem erfahren Sie den Dateinamen und Dateityp (hier: jpg) und sehen, in welcher Zoomstufe lhr Bild derzeit ange- zeigt wird (in Abbildung 6.19 sind es 50%)
4 Abbildung 6.19 Viele wichtige Informationen auf kleinem Raum: die Titelleiste
6.4 Bildmodus und Farbtiefe in der Bildbearbeitung | 177
Trang 17
oO td 3 ‹
4 Abbildung 6.20
Neben den Kanälen, die die
Farbinformation der Datei ent-
halten, wird in der Kanale-Palette
an oberster Stelle zusatzlich der
sogenannte Composite-Kanal mit
dem bunten Gesamtbild ange-
zeigt
Terminologisch werden Farbsystem, Farbmodell, Farbmodus und Farbraum jedoch meist nicht unterschieden Oft werden die Begriffe mehr oder weniger synonym verwendet Nun wissen Sie aber wenigstens, was dahintersteckt!
6.4.3 Was sind Farbkanale?
Aufschluss tber den aktuellen Bildmodus und seine Besonder- heiten liefert auch Photoshops Kandle-Palette Sie rufen sie Uber FENSTER « KANALE oder per Klick auf den entsprechenden Kartei- reiter auf
Kanale sind kein Photoshop-Spezifikum, sondern die interne Berechnungsgrundlage fiir die Farbinformationen jedes Bildes Jede Datei hat einen oder mehrere Farbkanale, in denen die Farb- informationen des Bildes abgelegt sind Die Standard-Farbkandle eines Bildes werden automatisch mit dem Offnen der Datei in der Kandle-Palette angezeigt Anders als der Name vermuten lässt, prasentieren sich Farbkandle in der Regel als Graustufenbilder
8 Bit je Kanal | In Photoshop kénnen auch Bilder mit einer hdhe- ren Informationsdichte (siehe Abschnitt 6.4.13, »8 Bit, 16 Bit, 32 Bit«) verarbeitet werden, der Standard ist aber, dass fiir jeden Kanal 8 Bit zur Verflgung stehen, um die Helligkeit bzw Intensi- tat festzulegen, mit der die entsprechende Farbe im Bild vertreten ist Das entspricht 256 (28 im binären Zahlensystem) verschiede- nen Graustufen in jedem Farbkanal Bei mehreren Farbkandlen potenziert sich die Zahl der im Bild méglichen Farben natirlich Die Zahl der Kandle variiert je nach Bildmodus Im RGB- Modus gibt es z.B drei Kandle, und ein Farbpixel kann im Bild- modus RGB (drei Farbkanale!) schon 224 Farbzustande haben, das sind ungefahr 16,7 Millionen Farben Im CMYK-Modus gibt
es vier Kandle, namlich jeweils einen fiir jede Grundfarbe Auch die Art und Weise, wie die Farbinformation in einzelne Kanäle aufgegliedert ist, ist in den verschiedenen Bildmodi unterschied- lich - dazu unten mehr
Weitere Kanale | Neben den Standard-Farbinformationskandlen kdnnen in einer Datei noch weitere, von Ihnen selbst erstellte Kandle vorhanden sein Auer im Bildmodus Bitmap kdnnen jedem Bild eigene Kandle hinzugefiigt werden; insgesamt unter- stiitzt Photoshop Uber 50 Kandle je Bild Allerdings konnen diese zusatzlichen Kandle nicht in jedem Dateityp gespeichert werden und unter Umstanden beim Speichern der Datei verloren gehen
(mehr dazu bei den einzelnen Dateitypen)
178 | 6 Bildbearbeitung: Fachwissen
Trang 18> In Alphakanalen kOnnen Auswahlen und Masken gespeichert
und bearbeitet werden Auch Alphakanale werden automa-
tisch in Graustufen angelegt
> Fir spezielle Druckeffekte konnen auch noch Volltonfarb-
kanale (in alteren Photoshop-Versionen hieRen sie »Raster-
farbtonkanale«) hinzugefiigt werden
Grauwerte in RGB-Kanalen integrieren | Sie kOnnen Farbkanäle
gezielt fiir Ihre Arbeit einsetzen oder so die Qualitat eines Bil-
des objektiver beurteilen Mit ein wenig Ubung kénnen Sie den
Zusammenhang zwischen den Grauwerten der einzelnen Farbka-
nale und den Farben im Bild erkennen Insbesondere bei RGB-
Bildern ist das gar nicht so schwer
»øummisandalen.jpg«
44 Abbildung 6.21 Farbdarstellung im Bild und Kanaldarstellung - hier am Beispiel eines RGB-Bildes
4 Abbildung 6.22 Der Rotkanal strahlt hier am hells- ten Das Bild enthält nur sehr wenig Grin und Blau
44 Abbildung 6.23 Die grtine Zahnbirste
4 Abbildung 6.24 Wird durch einen hellen Grtin- kanal dargestellt Der Rot- und Blaukanal sind deutlich dunkler, das hei&t, diese Farben sind weni- ger stark vertreten
6.4 Bildmodus und Farbtiefe in der Bildbearbeitung | 179
Trang 19ist so intensiv, dass im Blau-
kanal des Bildes kaum noch
etwas zu sehen ist
180 | 6 Bildbearbeitung: Fachwissen
Trang 206.4.4 RGB - der Bildbearbeitungsstandard
Benannt ist das Farbmodell RGB nach seinen Grundfarben Rot,
Griin und Blau Monitore reproduzieren Farbe in diesem Modus,
und auch Eingabegerate wie beispielsweise Scanner oder Digi-
cams arbeiten auf Grundlage von RGB
Farbumfang | Der Farbumfang von RGB — die Menge der dar-
stellbaren Farben — ist so gro, dass das flr Menschen sichtbare
Farbspektrum nahezu vollstandig dargestellt werden kann Jede
der drei einzelnen RGB-Komponenten kann einen Wert zwischen
O (Schwarz) und 255 (Wei) annehmen Sind die drei Werte von
R, Gund B gleich, entsteht neutrales Grau
Beispielbild RGB | In einem Beispielbild habe ich vier verschie-
dene Farbwerte gemessen Notiert werden sie dann so:
> Der hdlzerne Teil des Buntstifts @ wird mit R 220, G 151, B
97 beschrieben
> Das Orange Q wird als R 242, G 128, B 1 notiert
> Das Schwarz @ hat die Werte RO, G O, B O Der Farbwert
zeigt auch, dass es sich wirklich um Schwarz und nicht blo&
um einen sehr dunklen anderen Farbton handelt
> Der blau-violette Stift @ hat die Werte: R 68, G79, B 163
Wann verwendet man Bilder im RGB-Modus? | RGB ist der
Bildmodus, mit dem Sie bei der Bildbearbeitung die wenigsten
Miniaturbilder in Paletten:
GröfBe einstellen
Einige Paletten in Photoshop -
so auch die Kanäle-Palette - zei- gen Bildminiaturen an, die z B
den einzelnen Kanälen entspre- chen StandardmäBig sind diese Miniaturen recht klein Ihre Grdke lasst sich jedoch im Palet- tenment mit dem Befehl Be- DIENFELDOPTIONEN dndern Pa- letten mit grohen Miniaturen verschaffen mehr Einsicht (wie die Screenshots in diesem Ab- schnitt zeigen), verbrauchen aber auch viel Platz auf der Ar- beitsflache
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ð Datei auf der Buch-DVD:
»BuntstiftSortiment.jpg«
4 Abbildung 6.29 Diesem Beispielbild werden Sie noch mehrfach begegnen Die Farbwerte wurden jeweils in der Mitte der markierten Stellen ermittelt Der Farbbalken unter- halb des Bildmotivs zeigt ein neu- trales Grau sowie reines Cyan, Magenta und Gelb
6.4 Bildmodus und Farbtiefe in der Bildbearbeitung | 181