Auferdem lassen sich Kurvenpunkte nutzen, um die Kurve in einem Tonwertbereich, der nicht verandert werden soll, zu fixie- Mit diesem Kurvenpunkt werden _ .... Der erste Kurven- punkt wi
Trang 1In den folgenden Absatzen lernen Sie die Optionen im Detail
kennen
Betrag anzeigen fiir | Am nachdricklichsten wirkt wohl BETRAG
ANZEIGEN FUR LICHT bzw PIGMENT/DRUCKFARBE Mit dieser
Option kehren Sie die Anordnung der Tonwerte auf den Balken,
die Anzeige der Werte (Prozentwerte oder Tonwerte von 0-255)
und somit auch die Kurvenwirkung — unabhangig vom tatsachli-
chen Bildmodus - um
Kanaliiberlagerungen | KANALUBERLAGERUNGEN sind nur dann
wirksam, wenn Sie die Farbkanale einzeln bearbeitet haben, sich
jedoch wieder in der RGB- oder CMYK-Gesamtansicht befinden
Diese Option gibt Ihnen eine gute Ubersicht dartiber, welche
Verdnderungen vorgenommen worden sind
Histogramm | Das HISTOGRAMM erscheint grau unterlegt direkt
im Kurvendiagramm Leider ist dies - anders als bei der Histo-
gramm-Palette — kein Live-Histogramm Bei Bildern mit mehre-
ren Ebenen ist dies Ubrigens immer das Histogramm der aktiven
Ebene, nicht des gesamten Bildes
Grundlinie | Die Option GRUNDLINIE ist standardmakig immer
aktiv Sie gibt Ihnen eine gute Orientierung darliber, wie weit Sie
die Kurve bereits verschoben haben
Schnittlinie | Die SCHNITTLINIE ist nur dann sichtbar, wenn Sie
die Kurvenlinie gerade mit der Maus »anfassen« und verschieben
Sie soll Sie dabei unterstiitzen, den neuen Ankerpunkt prazise zu
positionieren
Gitteransicht andern | Ist Ihnen das vorhandene Gitter nicht pra-
zise genug, klicken Sie einfach bei gehaltener [Ait ]/[‘]-Taste mit
der Maus ins Diagramm Die Ansicht wechselt zu einem feine-
ren Gitternetz Zuriick zum groben Gitter geht es auf demselben
Weg AuBerdem finden Sie in den erweiterten Kurven-Anzeigeo-
ptionen einen kleinen Umschalter
r | | [A
4 Abbildung 19.9 Eingeblendetes Histogramm
4 Abbildung 19.10
So wiirde das Kurvendiagramm ohne Grundlinie aussehen — unge- wohnt nackt
4 Abbildung 19.11 Zwei sich im bewegten Anker- punkt kreuzende Linien: die Schnittlinien (hier zum besseren Verstandnis farbig hervorgehoben)
194 Steuerungselemente flir Gradationskurven | 569
Trang 2Dateien auf der
Ein RGB-Bild In der Standardan-
sicht des Kurven-Dialogs
Zum Nachlesen: RGB und CMYK
Mehr zu den Farbsystemen finden
Sie in Kapitel 6, » Bildbearbeitung:
19.2 Arbeiten mit den Gradationskurven
Die Kurve ist das A und O im Werkzeug GRADATIONSKURVEN Sie haben verschiedene Eingabemdglichkeiten, um deren Form zu beeinflussen Hier lernen Sie sie kennen Auferdem erfahren Sie, wie sich die Kurve in verschiedenen Bildmodi verhalt
19.21 Kurve in unterschiedlichen Bildmodi Die Position von Lichtern und Schatten auf den Achsen und die Anzeige der Tonwerte unterscheiden sich bei RGB-, CMYK- und Graustufenbildern Auch die »Zugrichtung« der Kurve ist dann naturlich umgekehrt
Gra dationskurve im RGB-Modus | In RGB sind die Tiefen unten links Die Tonwerte werden in Binärzählung von 0-255 ange- zeigt Flir die Arbeit im RGB-Modus gilt: Bewegen Sie die Kurve nach oben, wird das Bild heller; ziehen Sie sie herunter, wird das Bild abgedunkelt
Gradationskurve im CMYK-Modus | Bei CMY«K-Bildern finden Sie unten links die Lichter Tonwerte werden in CMYK-typischen Prozenten gezahit (maximal 100%) Standardmafig ist auch das angezeigte Gitternetz feiner Fir die Arbeit im CMYK-Modus gilt: Bewegen Sie die Kurve nach oben, wird das Bild dunkler; ziehen Sie sie herunter, wird das Bild heller
570 | 19 Universalhelfer fủr professionelle Anspriche: Gradationskurven
Trang 3a Abbildung 19.16 ^ Abbildung 1947 ^ Abbildung 1948
Hier zum Vergleich ein Die Kurvenform ist ahnlich Beim CMYK-Bild wirkt die Kur-
CMYK-Bild Beachten Sie jedoch die umge- venform abdunkelnd
kehrte Tonwertverteilung auf den
»grauen Balken« im Gradations-
kurven-Dialog (links und unter-
halb der Kurve)!
Gradationskurve bei Graustufenbildern | Die Gradationskurven
von Graustufenbildern verhalten sich genauso wie bei CMY«K-
Bildern — also gegenlaufig zur Gradationskurve bei RGB-Bildern
Bei einem Graustufenbild ist die Standardeinstellung der Das Bild wird beim Hochziehen
Kurve dieselbe wie bei der Kurve dunkler
CMYK-Bildern
19.2 Arbeiten mit den Gradationskurven | 571
Trang 4So aktivieren Sie die Korrektur-
hand Die Gestaltung der Schalt-
flache ist ein Hinweis darauf, wie
die Maus tiber dem Bild bewegt
werden muss
Um die Kurve Uberhaupt mit Kurvenpunkten zu verformen, gibt es verschiedene Mdglichkeiten Welche die beste ist, hangt einerseits davon ab, wie exakt Sie gerade arbeiten wollen und ist natiirlich auch eine Frage der personlichen Vorlieben Oft kombi- niert man auch verschiedene Eingabeméglichkeiten
Bildbereiche direkt ansteuern | Recht oft erkennt man im Bild selbst »Problemzonen«, wei aber nicht genau, welcher Kurven- abschnitt verformt werden muss, um genau diesen Bildbereich anzusprechen Fur solche Falle gibt es in Photoshop ein neues Tool und eine altbewahrte Arbeitstechnik
Das sogenannte IM-BILD-KORREKTURWERKZEUG (oder die
»Korrekturhand«) gab es in CS3 bereits fiir im Dialog SCHWARZ- WEISS In CS4 steht es auch fiir die Werkzeuge GRADATIONS- KURVEN und FARBTON/SATTIGUNG zur Verfiigung Bevor Sie es benutzen können, mủssen Sie es erst mit einem Klick auf die Schaltflache aktivieren
Danach kénnen Sie im Bild auf genau den Bereich klicken, der korrigiert werden soll, und die Maus hoch oder herunter bewe- gen, um Tonwerte anzuheben oder zu senken Doch Achtung: Bei allzu freigiebigem Gebrauch bringt man mit dem Werkzeug leicht neue Fehler ins Bild hinein, wenn man die Kurvenform aus dem Auge verliert — nicht jede mdgliche Kurvenform tut einem Bild gut (siehe auch den Abschnitt 19.3, »Gradationskurven - typische Fehler und wie man sie vermeidet«, weiter unten) Doch auch ohne die Korrekturhand ist es mdglich, zielsicher Kurvenpunkte fiir bestimmte Bildpartien zu setzen
> Klicken Sie auf das Bild, und halten Sie dabei die Taste [%]/
gedriickt Es wird ein Punkt auf der Kurve des aktuell
aktiven Bildkanals (standardmafig ist das der RGB-Compo- site-Kanal) gesetzt
> Klicken Sie auf das Bild, und halten Sie dabei die Tasten
[%]+[o] bzw [Stra]+[o] gedriickt Es werden eigene Kurven-
punkte auf allen Bildkandlen gesetzt, die Sie danach separat weiterbearbeiten können
Klicken auf die Kurve: bewegliche und fixierte Punkte | Ein Klick auf die Kurve ist wohl die am haufigsten benutzte Technik,
um Kurvenpunkte zu setzen Sie konnen so gesetzte Punkte
> mit der Maus,
> mit den Pfeiltasten Ihrer Tastatur oder
> durch Zahleneingabe bewegen
Trang 5Auferdem lassen sich Kurvenpunkte nutzen, um die Kurve in
einem Tonwertbereich, der nicht verandert werden soll, zu fixie-
Mit diesem Kurvenpunkt werden _ und die Tiefen werden nach
die Mitteltone fixiert unten gezogen Der erste Kurven-
punkt wirkt zugleich als Achse,
um die die Kurve schwingt: Auch die Lichter werden verandert Die Mittelténe bleiben unverändert
Zahleneingabe: Prazisionsarbeit | Wie oben schon erwahnt
wurde, gibt es auch Eingabefelder, in die Sie Zahlen eintippen
können - die exakteste Steuerungsmöglich keit fũr die Kurve Die
Eingabefelder sind erst dann zu sehen, wenn mindestens ein Kur-
venpunkt gesetzt wurde Die Werte des jeweils aktiven Punktes
(schwarz dargestellt) kGnnen dann verandert werden Auch mit
den Pfeiltasten auf der Tastatur lassen sich Ankerpunkte und Kur-
venform exakt steuern
Selbst Kurven zeichnen | Im Werkzeug GRADATIONSKURVEN sind
zwei Betriebsarten mdglich Neben den geschilderten Eingabe-
mdglichkeiten ist es auch méglich, ganz eigene Kurven zeichnen
Das Zeichnen von Kurven dient eher dem Erstellen von Bildver-
fremdungen Fiir die Bildkorrektur sind die anderen Eingabeme-
thoden besser geeignet! Zum Umschalten stehen zwei Schaltfla-
chen neben dem Diagramm zur Verfligung
Gezeichnete Kurven wirken oft extrem Ein Klick auf den
Button KURVE GLATTEN — direkt unterhalb des Buntstift-Buttons —
macht sie etwas abgerundeter und sanfter
19.2.3 Falsch gesetzte Kurvenpunkte korri gieren
Zum Entfernen falsch gesetzter Punkte gibt es zwei Mdglichkei-
Sie aktivieren Kurvenpunkte durch Anklicken
Mehrere Punkte auf einmal kén- nen Sie bei gehaltener []-Taste aktivieren
Ein Klick auf das Raster oder [#]/[strg]+[p] hebt die Aktivie- rung mehrerer Punkte wieder auf
Mit den Tasten [+] (Plus) und [=]
(Minus) kénnen Sie zwischen ge- setzten Kurvenpunkten »sprin-
Trang 6& Dateien auf der
Buch-DVD:
» BuntstifteG raukeil.tif«, »West-
pierGraukeil.tif«, »Graukeil.psd«
Steuerpunkte korrigieren | Einzelne Punkte konnen Sie einfach
mit der Maus anfassen und aus dem Kurvenbereich herauszie- hen Dabei verzieht sich die Kurve ganz entsetzlich, springt aber wieder zurick Alternative: Aktivieren Sie den Punkt durch einen Klick oder per Shortcut - er ist dann schwarz -, und drticken Sie
[Entf]
Zuriicksetzen | Wenn Sie mit wirklich allen Anderungen an der Kurve unzufrieden sind, konnen Sie die Kurve vollstandig zurtick- setzen Klicken Sie dazu einfach auf den ZURUCKSETZEN-Button
Wenn Sie nicht mit Einstellungsebenen, sondern mit dem
Damit verwandelt sich der Button ABBRECHEN kurczfristig in einen ZURUCKSETZEN-Button Klicken Sie darauf, um die Kurve wieder
in den »Urzustand« zu bringen
19.3 Gradationskurven - typische Fehler
und wie man sie vermeidet
Sie haben nun schon recht viel Uber Gradationskurven gelernt und sich hoffentlich schon anhand der mitgelieferten Ubungsbil- der oder eigener Fotos mit der Handhabung des Werkzeugs ver- traut gemacht Die eigentliche Bedienung des Werkzeugs sollte Ihnen nun keine Schwierigkeiten mehr bereiten Umso grdfer ist die Gefahr, dass Ihnen beim eifrigen Uben und Experimentieren einmal Fehler unterlaufen Hier zeige ich Ihnen typische Kur- venverlaufe, bei denen Vorsicht geboten ist oder die Sie meiden sollten Das gilt sowohl fiir Farbkorrekturen als auch fiir das Ein- stellen von Helligkeit und Kontrast - kurzum, fur alle denkbaren Nutzungen der Gradationskurve
Testdateien und Graukeil | Um die Wirkung verschiedener Kur- venformen zu demonstrieren, benutze ich hier zwei Testbilder Das Besondere daran: Zusatzlich zum eigentlichen Motiv habe ich einen sogenannten Graukeil in die Bilder montiert An ihm können Sie die Wirkung der verschiedenen Kurven besonders gut beurteilen, ohne von Bildinhalten abgelenkt zu werden
Hier sehen Sie noch einmal die unbearbeiteten Originale zum Vergleich Ubrigens: Zwar sind die Kurvenverlaufe von RGB- und Graustufengradationskurven gegenlaufig, wie oben gezeigt Das kann man bei den Beispieldateien jedoch nicht in jedem Fall wahrnehmen, weil die Kurven manchmal nahezu symmetrisch oder zu sanft sind, um die Unterschiede deutlich zu zeigen
Trang 7Ein RGB-Bild und, weil Schwarzweifbilder Korrekturfehler oft
viel gnadenloser zeigen, auch eine Graustufendatei
Damit die Modulation der einzelnen Tonwertbereiche des Bildes
erhalten bleibt, muss die Gradationskurve immer eine leichte
Steigung aufweisen Ist dies nicht der Fall, wird die Kurve zu
flach Dadurch besteht die Gefahr, dass die Zeichnung des Bildes
verloren geht
4 Abbildung 19.29 Ein falscher Versuch, die Tiefen eines Bildes aufzuhellen Die Gra- dationskurve verlauft stellenweise fast waagerecht
4 Abbildung 19.30
In den Bereichen, die dieser Kur- venpartie entsprechen, also den Mittelt6nen des Bildes, kommt es
zu deutlichen Zeichnungsverlus- ten, die hier als fast graue Berei- che sichtbar sind
19.3 Gradationskurven — typische Fehler und wie man sie vermeidet | 575
Trang 819.3.3 Eckpunkte nicht ins Diagramm ziehen Schreckliche Konsequenzen fur Ihr Bild haben auch Kurven, bei denen die Eckpunkte ins Diagramm hineingezogen werden Das wirkt bei manchen Bildern wie eine kraftige Betonung von Lich- tern und Schatten, allerdings gehen vorhandene Differenzierun- gen in den Tonwerten durch den Einsatz solcher rabiaten Kur- ven verloren Der Graukeil belegt, dass es in Tiefen und Lichtern keine Zwischent6ne mehr gibt
Die Eckpunkte einer Gradations-
kurve sollten Sie nie ins Innere
des Diagramms hineinziehen,
denn die dadurch entstehenden
Tonwertverluste sind immens
Abbildung 19.33 >
Die hellsten und dunkelsten Ton-
werte kénnen nicht mehr diffe-
576 | 19 Universalhelfer fir professionelle Anspriiche: Gradationskurven
Trang 9all Wiel
19.3.4 Eckpunkte hoch- oder herunterziehen
In Ausnahmefallen diirfen Sie durchaus die Eckpunkte in vertika-
ler Richtung entlang der Diagrammkante bewegen Allerdings ist
hier ein wenig Vorsicht geboten: Man kann auch mit Gradations-
kurven den Schwarz- und Wei®punkt von Bildern verschieben
Genau das ware mit so einer Kurve der Fall! Was fehlt, ist die
Kontrolle durch das Histogramm Wenn Sie also tatsachlich so
eine Kurve zur Anwendung bringen wollen, sollten Sie die His-
togramm-Palette offnen Oder Sie greifen gleich zum bewahrten
Instrument TONWERTKORREKTUR Solche Kurven sind manchmal
die letzte Rettung fiir Bilder mit zu dunklen Tiefen, an die man
mit den sanfteren Kontrast- und Helligkeitskurven nicht heran-
19.3 Gradationskurven — typische Fehler und wie man sie vermeidet | 577
Trang 10hy Dateien auf der
Diesem Motiv bekommt eine solche Kurve nicht
19.4 Helligkeit und Kontrast mit
Gradationskurven einstellen
Mit dem Werkzeug GRADATIONSKURVEN selbst und seinem Funk- tionsprinzip konnten Sie sich nun bereits vertraut machen Die Handhabung der Kurve beim Einstellen von Helligkeit und Kont- rasten unterscheidet sich nicht wesentlich von der Farbkorrektur Allerdings sollten Sie Anderungen von Helligkeit und Kontrast am gesamten RGB-Kanal vornehmen Sie wirken sich gleichmakig auf alle Farbkandle aus und andern so nichts mehr an der bereits ein- gestellten Farbbalance
Es gibt einige klassische Kurvenformen, mit denen sich alle
typischen Anwendungsfälle abdecken lassen und die Sie immer
wieder nutzen werden Ich zeige Ihnen die Wirkung der »Stan- dards« an den schon bekannten Testbildern
Die Helligkeit von Bildern zu verandern ist ganz einfach: Sie brau- chen die RGB-Kurve dazu nur nach oben zu bewegen Bei den meisten Bildern wirkt die Aufhellung am besten, wenn Sie an den Mittelt6nen ansetzen Abdunkelung funktioniert analog durch Ziehen der Kurve nach unten, wird aber eher selten gebraucht
Trang 11
4 Abbildung 19.38 Eine Aufhellung der Mittelt6ne
mit einer solchen Kurvenform
4 Abbildung 19.39 lasst das Bild insgesamt heller
erscheinen, weil sich die benach- barten Tonwerte mit verandern
4 Abbildung 19.40 Dieselbe Kurve, auf das Schwarz- weifbeispiel angewendet
19.4.2 Kontraste erhéhen
Kontraste erhdhen Sie mit einem sehr sanften, lang gezogenen
S-Schwung der Gradationskurve Sie k6nnen dabei mit zwei oder
drei Steuerpunkten arbeiten Ich fange meist bei den Mittelt6nen
an und nutze die Gelegenheit, um auszuprobieren, ob sie viel-
leicht noch etwas verandert werden kénnen Den Steuerpunkt
auf der Kurvenmitte benutze ich dann als feststehenden Dreh-
punkt und ziehe dann die Lichter ein wenig hoch und die Tiefen
herunter Diese Methode filhrt zu etwas harteren Kontrasten
19.4 Helligkeit und Kontrast mit Gradationskurven einstellen | 579
Trang 12/\ Alternativ konnen Sie auch mit zwei Punkten arbeiten Dazu set- j4 zen Sie einfach in Tiefen und Lichtern je einen Steuerpunkt und
„# verschieben ihn Der Kurvenbereich, der den Mitteltönen des Bil-
des entspricht, nimmt dann von selbst eine mittlere Position ein
A So bearbeitete Kurven wirken meist etwas sanfter
a Abbildung 19.41
Hier wurde die Kurve vorsichtig
mittels zweier Punkte verandert
und der Kontrast behutsam ange-
hoben,
Abbildung 19.42 >
da die leuchtenden Farben des
Bildes eine hohe Kontrastverstar-
kung kaum vertragen hatten -
Abbildung 19.43 >
Nochmals die behutsame Kon-
trastverstarkung — diesem Bild tut
19.4.3 Kontraste abschwachen
Es gibt nattirlich auch Falle, in denen die Kontraste zu ausgepragt sind und gesenkt werden missen Das Vorgehen ist ahnlich wie
Trang 13beim Anheben der Kontraste Allerdings werden hier die Lichter
abgedunkelt (die Kurve nach unten verschoben) und Tiefen auf-
gehellt (Kurve hoch)
19.4.4 Tiefen oder Lichter betonen
Recht haufig kommt es vor, dass man nicht das gesamte Bild
aufhellen, sondern allein die Tiefen oder Lichter bearbeiten will
Durch leichtes Abdunkeln der Lichter werden vorhandene Ton-
4 Abbildung 19.46 Hier wurde ebenfalls an der Kon- trastkurve gedreht, der Kontrast gesenkt — nicht unbedingt zum Vorteil dieses Bildmotivs, das nun ziemlich breiig wirkt
19.4 Helligkeit und Kontrast mit Gradationskurven einstellen | 584
Trang 14
a Abbildung 19.47
Mit so einer Kurve werden die
Tiefen des Bildes aufgehellt
Abbildung 19.48 >
Bei diesem Testbild ist das keine
besonders sinnvolle Operation
Oft kann eine solche Kurve
jedoch Bilddetails herausbringen,
die bisher im Schatten versteckt
lagen (ausreichende Tiefenzeich-
nung des Bildes vorausgesetzt)
Abbildung 19.49 >
Und so wiirde das Graustufenbild
aussehen, wenn man die Tiefen
Trang 1519.4.5 Nur Mittelténe aufhellen
Sie können auch die Aitteltöne eines Bildes separat bearbeiten
und den ganzen »Rest« fixieren Sie brauchen dazu dann zwei
Ankerpunkte, mit denen Sie Tiefen und Lichter fixieren Die Mit-
telt6ne werden vorsichtig angehoben Hier muss man aber sehr
vorsichtig vorgehen, denn es lauern gleich zwei fatale Fehler: zu
geringe Kurvensteigung und zu viele Kurvenpunkte
So eine Kurve ist nicht ganz
ungefahrlich - schnell wird die Steigung zu gering
4 Abbildung 19.51 Der Graukeil zeigt, dass die Anwendung đer Kurve mit Vor- sicht zu geniefen ist: Die Mittel- tone werden zwar heller, verlieren aber auch an Unterscheidbarkeit
— eben an ihrer Zeichnung
Trang 16Sensible Haut(téne)
Mit besonderer Sorgfalt sollten
Sie die Kontraste von Portrats
und anderen Bildern bearbeiten,
auf denen viel Haut zu sehen ist
Die Portratierten erscheinen auf
Bildern mit starken Kontrasten
schnell wie Sonnenbrandopfer
oder so, als hatten sie schwere
Ekzeme Geringfiigige Rétungen
und Hautunreinheiten werden
durch die Kontrastverstarkung
deutlich herausgebracht Dazu
kommt, dass das menschliche
Auge beim Betrachten besonders
sensibel auf Farbabweichungen
bei Hautténen reagiert und diese
verstarkt als Missklang wahrge-
nommen werden Kontrastab-
senkende Kurven bekommen
den Gesichtsfarben meist besser
Wenn man mit Einstellungsebe-
nen arbeitet, kann man Uber die
Bearbeitung der Maske auch
ganz einfach verhindern, dass
andere Bildbereiche von der
Kontrastabsenkung betroffen
werden
Bei Portrats kann das Werkzeug
DyNamik eine gute Alternative
zum Hantieren mit Gradations-
kurven sein Es wird in Abschnitt
17.3, »Dynamik: Pep fiir Portrats
ohne Ubersattigung«, vorge-
an Und dann ist da ja auch noch das Problem, dass ein Bild auf jedem Monitor, an jedem Rechner anders erscheint
Indikatoren fiir die Farbmischung | Ein guter und objektiverer Indikator dafiir, ob die Farbmischung im Bild ausgeglichen ist oder in welche Richtung eine eventuelle Korrektur gehen mủsste, sind die Grauténe eines Bildes Dabei macht man sich zwei Prin- zipien zunutze:
> Im Bildmodus RGB entsteht ein neutrales Grau dann, wenn die Farbwerte fiir die drei Farbkanale Rot, Griin und Blau
gleich sind Bestehen bei Graut6nen Abweichungen, lasst sich
das leicht an den RGB-Werten ablesen So erhalten Sie schnell einen Eindruck davon, welche Farbe zu stark und welche zu wenig im Bild vertreten ist Das gilt nicht nur flr R, G und
B — deren Komplementarpartner kann man naturlich gleich mitdenken
> Wenn in einem Bild die Graubalance stimmt, sollten auch alle anderen Farben keinen Farbstich aufweisen
Mithilfe der RGB-Werte von Bildpartien, die eigentlich neutral- grau sein sollten, kann man also die Farbmischung eines Bildes bestimmen und erhalt Anhaltspunkte, in welche Richtung ein eventueller Ausgleich erfolgen muss Theoretisch klappt das auch
bei CMYK-Bildern - deren Werte sind allerdings weit schwieriger
zu beurteilen Deshalb arbeitet man hier mit Bildern im RGB- Modus
Farbbeurteilung | Welches Rot aus Abbildung 19.53 ist »roter«? Enthalt der linke Rotton zu viel Blau oder zu wenig Gelb? Ist das Rot rechts heller oder gelber als sein Nachbar? Das ist schwer zu entscheiden und immer auch eine Sache der personlichen Vor- lieben Im Bildzusammenhang wird die Beurteilung von Farben noch schwieriger!
Trang 17
4 Abbildung 19
len, welches Grau rot, welches neutral und welches eher griinlich gesetzte Rottöne
ist Vor allem die RGB-Werte sprechen hier eine deutliche Spra-
che
a Abbildung 19.54 Hier drei verschiedene Grautone
schon wissen, dass er (eigentlich) einen neutralen Grauton haben
sollte Aber auch in anderen Fallen kénnen die Farbwerte eines
Besonders einfach ist die Anwendung des Graubalance-Prinzips
Bildes recht aufschlussreich sein und Ihnen den Weg fur Korrek-
turen weisen
19.5.2 Graubalance einstellen
In der folgenden Anleitung zeige ich Ihnen, wie Sie Farbwerte
von bestimmten Bildpartien exakt messen und interpretieren —
spater erfahren Sie dann, wie Sie dieses Wissen in eine zielgerich-
tete Korrektur umsetzen
19.5 Farbkorrekturen fiir hdchste Anspriiche | 585
www.kidzworldz.ucoz.ru
Trang 18ty Datei auf der Buch-DVD:
Die Optionsleiste der Pipette
mit den Einstellungen zum
Aufnahmebereich
Schritt fiir Schritt: Farbwert messen und Graubalance einstellen
Die Ausgangssituation Das Beispielbild hat einen Farbstich, aber es lasst sich nicht genau sagen, ob dieser griin, gelblich oder eher cyan ist Da bekannt ist, das die Fassade einen nahezu neutralen Grauton hat, kann eine Messung Auskunft dartiber geben, in welche Richtung korrigiert werden muss
Aktivieren und justieren des Pipette-Werkzeugs
Die Pipette | #] finden Sie im oberen Bereich der Werkzeugleiste Das Tastenkiirzel zum schnellen Aufruf ist [1] Die Wirkung des Pipette-Werkzeugs ist nicht zu verwechseln mit den Pipetten, die Sie aus der Tonwertkorrektur schon kennen! Mit der Pipette aus der Werkzeugleiste messen Sie Farbwerte, fiihren aber keine wie auch immer gearteten Anderungen am Bild durch
In der Optionsleiste sollten Sie festiegen, wie gro der Bereich ist, aus dem die Farbe aufgenommen wird Die Standardeinstel- lung 1 PIXEL ist nicht geeignet, um einen aussagekraftigen Wert
zu erhalten - zwischen einzelnen Pixeln einer einheitlich erschei- nenden Farbflache kommt es doch immer zu Abweichungen Legen Sie hier einen gröŠeren Aufnahmebereich fest Der Durch- schnittswert sollte zum Bildmotiv und der Dateiauflösung pas- sen: So ist 11x11 PIXEL flr ein kleinteiliges Foto, das in geringer Auflésung vorliegt, schon recht viel, wahrend dieser Wert fiir ein flachiges hochaufgeldstes Motiv passend sein kann
101 x 101 Pixel Durchszhnitt
586 | 19 Universalhelfer fiir professionelle Anspriiche: Gradationskurven
Trang 19Info-Palette offnen
Um die mit der Pipette aufgenommenen Farbwerte schnell able-
sen zu kOnnen, brauchen Sie noch die Info-Palette Sie können
sie Uber den Menibefehl FENSTER « INFO oder per Shortcut
aufrufen
Farbe aufnehmen und Werte ablesen
Bewegen Sie die Maus auf die Farbflache im Bild, deren Werte Sie
ermitteln wollen und von der Sie annehmen, dass sie tatsachlich
neutral ist In der Info-Palette werden dann die Werte angezeigt,
die Sie aktuell unter der Maus haben
Per Pipette wurde der Fassadenteil rechts im Bild gemessen
Dessen Grau ist - erwartungsgemaf — nicht ausgeglichen, wie die
Anzeige in der Info-Palette zeigt
Der Griinwert ist der héchste, der Blauwert der niedrigste Sie
wissen jetzt also: Das Bild hat zu viel Grin und zu wenig Blau,
also einen Griin-Gelb-Stich Damit ist auch die Korrekturrichtung
fiir dieses Bild klar: Sie mussen ihm Grủn entziehen (und damit
Magenta hinzufigen) sowie Blau hinzufligen (und damit Gelb
entfernen)
Einstellungsebene mit Gradationskurven anlegen
Dieser Punkt sollte Ihnen nun ja keine Schwierigkeiten mehr
G Farbkanal fiir die Korrektur festlegen
Die drei Farbwerte Rot, Griin und Blau sollen am Messpunkt, der
grauen Fassade, aneinander angeglichen werden Fiir die Grau-
balance ist es prinzipiell nebensachlich, welche Werte verandert
werden — die drei Werte mủssen nur am Ende annahernd gleich
sein Allerdings verandert sich mit den Tonwerten auch die Bild-
helligkeit Ein hoher RGB-Zahlenwert erzeugt eine helle Farbe,
dunkle Tonwerte werden durch niedrige Zahlen ausgedrủckt Bei
diesem ohnehin recht hellen, unproblematischen Motiv ist das
nicht so wichtig, bei anderen Bildern ist dies jedoch eine Uber-
legung wert Allerdings kann die Helligkeit auch nachtraglich
immer noch verdndert werden
Keine Farbkorrektur um jeden
2111
Nicht jeder Farbstich muss her- auskorrigiert werden Spezielle Farbgebungen kénnen auch bild- gestaltend wirken, eine be- stimmte Atmosphare schaffen oder sogar ein Bild zeitlich ver- orten - man denke an die typi- schen Farbstiche von Fotos aus den Siebzigerjahren
19.5 Farbkorrekturen fủr höchste Anspriche | 587
Trang 20Tragen Sie die gewinschten
Werte in die Eingabefelder ein
Im Beispielbild weichen alle drei Werte voneinander ab, so mủs- sen ohnehin zwei der Kanäle bearbeitet werden Ich entscheide mich daflir, den Grtin- und den Blaukanal dem Wert im Rotkanal anzupassen Als Erstes rufe ich den Kanal GRUN auf
Nun schreiben Sie in das Feld EINGABE den im letzten Arbeits- schritt ermittelten aktuellen Griinwert, also »205« In das Feld AUSGABE tragen Sie den gewiinschten Wert ein, in diesem Fall den ermittelten Wert des Rotkanals (»195«), an den die beiden anderen Kandle angepasst werden sollen
588 | 19 Universalhelfer fiir professionelle Anspriiche: Gradationskurven