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Die tempora im deutschen ihre verwendung in zeitungstexten und bei laotischen studenten

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THÔNG TIN TÀI LIỆU

Thông tin cơ bản

Tiêu đề Die tempora im deutschen - ihre verwendung in zeitungstexten und bei laotischen studenten
Tác giả Bounxay Heuangchanthavong
Người hướng dẫn Dr. Le Tuyet Nga
Trường học Vietnam Nationale Universität Hanoi
Chuyên ngành Germanistik
Thể loại Masterarbeit
Năm xuất bản 2021
Thành phố Hanoi
Định dạng
Số trang 131
Dung lượng 10,68 MB

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Nội dung

Darunter gibt es drei Zeitstufen: Vergangenheit Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt, Gegenwart Präsens und Zukunft Futur I und Futur II.. Im Rahmen der Grammatik bietet Rothstein 200

Trang 1

VIETNAM NATIONALE UNIVERSITÄT HANOI

FREMDSPRACHENHOCHSCHULE ABTEILUNG FÜR POSTGRADUALE AUSBILDUNG

BOUNXAY HEUANGCHANTHAVONG

DIE TEMPORA IM DEUTSCHEN - IHRE VERWENDUNG

IN ZEITUNGSTEXTEN UND BEI LAOTISCHEN STUDENTEN

Thời trong tiếng Đức - Việc sử dụng thờitrong các bài báo

và ở sinh viên Lào

MASTERARBEIT

Fachrichtungscode : 8220205.01

HANOI – 2021

Trang 2

VIETNAM NATIONALE UNIVERSITÄT HANOI

FREMDSPRACHENHOCHSCHULE ABTEILUNG FÜR POSTGRADUALE AUSBILDUNG

BOUNXAY HEUANGCHANTHAVONG

DIE TEMPORA IM DEUTSCHEN - IHRE VERWENDUNG

IN ZEITUNGSTEXTEN UND BEI LAOTISCHEN STUDENTEN

Thời trong tiếng Đức - Việc sử dụng thờitrong các bài báo

và ở sinh viên Lào

Trang 3

Eidesstattliche Erklärung

Hiermit erkläre ich an Eides statt, dass ich die vorliegende Masterarbeit selbständig

angefertigt und keine andere Literatur als die angegebene benutzt habe

_

Ort, Datum Bounxay Heuangchanthavong

Trang 4

Danksagung

Die vorliegende Arbeit spielt eine sehr große Rolle in meinem Leben Aus diesem Grund möchte ich hier meinen Dank äußern Allen voran möchte ich meiner Betreuerin, Frau Dr Le Tuyet Nga, für alle ihre Hilfen und Vorschläge vor dem Studium bis zur Masterarbeit meinen besten Dank ausdrücken Ohne ihre Unterstützungen hätte ich meine Arbeit nicht schaffen können Außerdem möchte ich allen Dozentinnen und Dozenten an der Deutschabteilung der Hochschule für Sprachen und Internationale Studien, Nationaluniversität Hanoi, für die Seminare und freundliche Hilfe danken

Ebenfalls bin ich der vietnamesischen Regierung zu Dank für mein Stipendium verpflichtet und recht herzlich danke ich allen Lehrerinnen und Lehrern für die Vorbereitungskurse der vietnamesischen Sprache an der Vietnamesischabteilung, Fakultät für Sprachen und Literatur der Nationaluniversität von Laos, und für Vietnamesischkurse an der laotischen Freundschaftsschule in Son Tay (Sơn Tây), Hanoi

Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschabteilung der Nationaluniversität von Laos gilt mein herzlicher Dank dafür, dass sie während meines Studiums meine Arbeit übernommen haben Schließlich bin ich meiner Frau, meinen Eltern und Verwandten dankbar für die Unterstützungen insbesondere dafür, dass meine Eltern sich für zwei Jahre um meine Kinder gekümmert haben

Trang 5

Zusammenfassung

Der Hauptzweck der Forschung ist es, die Zeitformen im Deutschen mit ihren Funktionen zu beschreiben und in deutschen Zeitungstexten herauszufinden, zu analysieren so wie die Tempusverwendung bei den Studierenden auszuwerten Bis jetzt gibt es noch keine grundlegende Untersuchung dazu, aus diesem Grund ist es eine Wissenslücke und diese Arbeit setzt sich zum Ziel diese Lücke zu schließen Es wird eine quantitative und eine qualitative Herangehensweise ausgewählt Bei der quantitativen Herangehensweise werden die Themen der Zeitungsartikel zufällig ausgewählt, die Texte gelesen, alle Zeitformen und Temporaladverbien herausgefunden und statistisch erfasst, in Gruppen eingeordnet und miteinander verglichen Bei der qualitativen Herangehensweise werden die Bedeutungen der erhobenen Zeitformen werden analysiert und erläutert Die Verwendung der deutschen Tempora bei laotischen Studierenden und ihre Probleme werden ebenfalls untersucht und dargestellt Schließlich werden Lösungsvorschläge gegeben Das deutsche Tempus besteht

aus 6 Tempora: Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Präsens, Futur I und Futur II Selten

wird Futur II benutzt Darunter gibt es drei Zeitstufen: Vergangenheit (Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt), Gegenwart (Präsens) und Zukunft (Futur I und Futur II) Eine Zeitform kann unterschiedliche Zeitstufen zum Ausdruck bringen Das Verb kennzeichnet die Zeitformen Zeit kann auch durch verschiedene Mittel ausgedrückt werden wie durch Aktionsart, durch Aspekt, Temporaladverbien, Temporalsätze, Tempus u.a Diese Ergebnisse der Erforschung deutscher Tempora und der Untersuchung der Tempusverwendung bei laotischen Studierenden könnten für die zukünftigen Forscher nützlich sein

Trang 6

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 1

1.1 Themenwahl und Problemstellung 1

1.2 Forschungsfragen und Zielsetzung 1

1.3 Forschungsstand 2

1.4 Methodik und Vorgehensweise 3

1.5 Aufbau der Arbeit 4

2 Theoretische Grundlagen 4

2.1 Temporalität und Ausdrucksform der Zeit 5

2.1.1 Durch Aktionsart (lexikalische Bedeutung) 5

2.1.2 Durch Aspekt (morphologische Bedeutung) 6

2.1.3 Nominales Tempus 6

2.1.4 Temporaladverbien 7

2.1.5 Temporalnebensätze 7

2.1.6 Temporale Präpositionen 10

2.1.7 Tempus (Verbales Tempus) 10

2.2 Tempus und Modus 12

2.3 Tempora im Deutschen 15

2.3.1 Zum Begriff Zeitform 15

2.3.2 Das Präsens 18

2.3.3 Das Präteritum 21

2.3.4 Das Perfekt 24

2.3.5 Das Plusquamperfekt 28

2.3.6 Das Futur I 30

2.3.7 Futur II 32

3 Empirische Untersuchungen 37

3.1 Zeitungstextanalyse 39

3.2 Zeitformanalyse 42

3.2.1 Zeitformanalyse im Präsens 42

3.2.2 Zeitformanalyse im Präteritum 48

3.2.3 Zeitformanalyse im Perfekt 52

3.2.4 Zeitformanalyse: Das Plusquamperfekt 56

3.2.5 Zeitformanalyse im Futur I 58

3.3 Zusammenfassung der empirischen Untersuchung der Zeitungstexte 60

Trang 7

4 Fehleranalyse in studentischen Arbeiten 62

4.1 Zum Begriff Fehler 62

4.2 Fehleranalyse bei Zeitformen der Gegenwart 63

4.3 Fehleranalyse der Vergangenheit 65

4.4 Fehleranalyse der Zukunft 76

4.5 Fehleranalyse beim Schreiben 80

4.6 Zusammenfassung der gesamten studentischen Fehleranalyse 86

4.7 Verbesserungsmaßnahmen für den zukünftigen Unterricht 87

4.7.1 Vorschläge der Studierenden 87

4.7.1.1 Antworten auf die erste Frage 87

4.7.1.2 Antworten die zweite Frage. 88

4.7.1.3 Antworten auf die dritte Frage 88

4.7.2 Vorschläge der Dozierenden 89

5 Schlussfolgerung und Ausblick der Arbeit 89

Trang 8

Abkürzungsverzeichnis

A Aufgabe bzw Beziehungsweise d.h das heißt

etc et cetera FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung Fut I Futur I

Fut II Futur II insg Insgesamt Konj Konjunktiv

N Nachricht Präs Präsens Prät Präteritum Perf Perfekt PQP Plusquamperfekt

Trang 9

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Zeitfolge der Temporalsätze 8

Tabelle 2: Tempora zum Ausdruck der Nachzeitigkeit 10

Tabelle 3: Beziehung zwischen dem Sprechzeitpunkt und Ereignis 13

Tabelle 4: Beziehung zwischen der Orientierungszeit, Sprechzeit und Ereigniszeit 14

Tabelle 5: Temporaler- und modaler Gegensatz 14

Tabelle 6: Tempusformen 17

Tabelle 7: Beispiele der Zeitformen und Zeitstufen im Zusammenhang mit modalen Funktionen 18

Tabelle 8: Konjugation der regelmäßigen Verben 18

Tabelle 9: Konjugation der unregelmäßigen Verben (mit Vokalwechsel im Präsens) 19

Tabelle 10: Konjugation der Hilfsverben: haben, sein und werden 19

Tabelle 11: Konjugation der Modalverben 19

Tabelle 12: Kurzüberblick über die Funktionen des Präsens 21

Tabelle 13: Konjugation der regelmäßigen Verben im Präteritum 21

Tabelle 14: Konjugation der unregelmäßigen Verben im Präteritum 22

Tabelle 15: Konjugation der Hilfsverben im Präteritum 22

Tabelle 16: Konjugation der Modalverben im Präteritum 22

Tabelle 17: Kurzüberblick über die Funktionen des Präteritums 24

Tabelle 18: Bildung des Partizips II 26

Tabelle 19: Kurzüberblick über die Funktionen des Perfekts 28

Tabelle 20: Konjugation der regelmäßigen Verben im Plusquamperfekt 29

Tabelle 21: Konjugation der unregelmäßigen Verben: „sprechen“ und „fahren“ 29

Tabelle 22: Kurzüberblick über die Funktionen des Plusquamperfekts 30

Tabelle 23: Form der Zeitform „Futur“ 30

Tabelle 24: Kurzüberblick der Funktion des Futurs I 32

Tabelle 25: Form des Futurs II 32

Tabelle 26: Kurzüberblick der Funktionen vom Futur II 33

Tabelle 27: Kurzüberblick der Zeitstufe der Zeitformen 33

Tabelle 28: Übersicht der deutschen Zeitformen 36

Tabelle 29: Titel der Nachrichten der FAZ 38

Tabelle 30: Titel der Nachrichten der SZ 39

Tabelle 31: Anzahl der Sätze mit Zeitformen in der FAZ 39

Tabelle 32: Anzahl der Sätze mit Zeitformen in der SZ 40

Tabelle 33: Anzahl der Sätze mit Zeitformen in beiden Zeitungen 41

Tabelle 34: Gefundene Funktionen aller Zeitformen 62

Tabelle 35: Lösungsergebnisse der Zeitform Präsens 64

Tabelle 36: Grammatische Fehleranalyse des Präsens 64

Tabelle 37: Analyse der Verben 65

Tabelle 38: Lösungsergebnisse der Zeitform Präteritum 66

Tabelle 39: Grammatische Fehleranalyse in Präteritum 67

Tabelle 40: Analyse der Verben 68

Tabelle 41: Lösungsergebnisse der Zeitform Perfekt 70

Tabelle 42: Grammatische Fehleranalyse im Perfekt 71

Trang 10

Tabelle 43: Analyse der Verben 71

Tabelle 44: Lösungsergebnisse der Zeitform Plusquamperfekt 73

Tabelle 45: Grammatische Fehleranalyse in Plusquamperfekt 75

Tabelle 46: Analyse der Verben 76

Tabelle 47: Lösungsergebnisse der Zeitform Futur I 77

Tabelle 48: Grammatische Fehleranalyse in Futur I 79

Tabelle 49: Analyse der Verben 79

Tabelle 50: Überblick der Ergebnisse der Zeitformen 80

Tabelle 51: Lösungsergebnisse des Briefschreibens 86

Tabelle 52: Überblick der allen Ergebnisse der Zeitformen 87

Tabelle 53: Ergebnisse der ersten Zusatzfrage 88

Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Aktionsarten 6

Abbildung 2: Die Zeiten der Verben 11

Abbildung 3: Tempus-Register 12

Abbildung 4: Beziehungen der Zeitformen 15

Trang 11

1 Einleitung

1.1 Themenwahl und Problemstellung

Die Zeitformen spielen in allen Sprachen eine wichtige Rolle, um Handlungen darzustellen und um auszudrücken, ob die Handlungen schon geschehen sind, gerade geschehen oder bald geschehen werden, damit Hörer oder Leser verstehen, was Sprecher oder Schreiber damit meinen, und um die Ereignisse schön und richtig zu formulieren Aber in jeder Sprache gibt

es ähnliche bzw unterschiedliche Möglichkeiten, die zeitliche Lage der Situationen zu reflektieren Also haben viele laotische Studierende Probleme, die Zeitformen richtig zu benutzen Wenn sie über Handlungen und Sachverhalte in vergangenen Ereignissen erzählen, benutzen sie lediglich das Perfekt oder manche benutzen das Präteritum oder sogar das Präsens Das macht die Geschichte, die sie erzählen, unverständlich oder sogar falsch, weil sie die Zeitformen falsch verwenden Viele laotische KollegenInnen haben in diesem Zusammenhang gesagt, wenn die Studierenden Aufsätze oder frei Texte schreiben, dann gibt

es häufig Problem mit der Verwendung der deutschen Zeitformen Außerdem fragen Studierende oft, welche Zeitformen die VerfasserInnen in den Zeitungstexten bzw Online-Zeitungstexten benutzen und welche Bedeutung bzw Funktion diese Zeitformen haben Sie verstehen die Bedeutungen dieser Zeitformen nicht Aus diesem Grund habe ich Interesse daran zu erforschen, wie die deutschen Zeitformen verwendet werden Die obigen Fragen bzw Probleme sind wichtige Impulse für die Wahl des Themas der vorliegenden Arbeit Diese Arbeit soll sich nicht nur mit den deutschen Tempora befassen, sondern auch den StudentInnen an der Nationaluniversität von Laos Hilfe leisten, die Verwendung der deutschen Zeitformen zu beherrschen

1.2 Forschungsfragen und Zielsetzung

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema: „Die Tempora im Deutschen - ihre Verwendung

in Zeitungstexten und bei laotischen Studenten“ Vom Thema ausgehend können folgende übergeordnete Fragen formuliert werden:

- Welche Zeitformen und welche Bedeutungen bzw Funktionen der jeweiligen Zeitformen kommen am häufigsten in Zeitungstexten vor?

- Welche Schwierigkeiten haben die Studierenden bei der Verwendung der deutschen Zeitformen?

- Welche Verbesserungsmaßnahmen können für den zukünftigen Unterricht an der Nationaluniversität von Laos vorgeschlagen werden?

Trang 12

Um diese Forschungsfragen zu beantworten, setzt sich diese Arbeit mit den folgenden Begriffen auseinander wie Temporalität, Tempus und Modus: die theoretischen Grundlagen der deutschen Tempora Die Ziele der Empirie bestehen darin, zum einen die Zeitformen in den Zeitungstexten und ihre Bedeutungen zu identifizieren und zu analysieren, zum anderen die Fehleranalyse von studentischen Arbeiten durchzuführen und die Probleme von Studenten herauszufinden Anhand der Analyse der theoretischen Teile und der Ergebnisse der empirischen Untersuchung ist zu erwarten, dass entsprechende Lösungsansätze zur Verbesserung und zur Entwicklungsplanung für den zukünftigen Unterricht an der laotischen Deutschabteilung gefunden werden

1.3 Forschungsstand

Bisherige Arbeiten oder Forschungen bzw Literatur über die deutschen Zeitformen stellen wichtige Literaturquellen für die theoretische und empirische Forschung dar; es werden insbesondere die folgenden Literaturquellen in dieser Arbeit verwendet: Der Sammelband

Der Präsensroman von Avanessian und Hennig (Hrgs., 2013) umfasst 12 Artikel von

verschiedenen AutorInnen, die sich mit unterschiedlichen Themen der deutschen Tempora und zwar Präsens und Vergangenheit beschäftigen Cortès schreibt im Jahre 1997 eine

Monographie über die Textfunktion des Tempus und der deiktischen und anaphorischen

Temporaladverbien Cortès untersucht die Textfunktion des Tempus und die deiktischen und

anaphorischen Temporaladverbien Außerdem gibt es weitere Standardwerke, zum Beispiel

von Helbig und Buscha (2018) mit dem Titel Deutsche Grammatik „Ein Handbuch für den

Ausländerunterricht“ In diesem Buch geben Helbig und Buscha detaillierte Erklärungen zur

Grundgrammatik Im Rahmen der Grammatik bietet Rothstein (2007) mit „Das Tempus:

Kurze Einführung in die Germanistische Linguistik“ eine detaillierte Übersicht über die

deutschen Tempora: nämlich Aktionsart, Aspekt, nominales Tempus, Temporaladverbien, temporale Nebensätze und temporale Präpositionen, dabei umfassen die Tempora Präsens,

Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II Die Monographie „Temporale und

textuelle Funktionen deutscher Tempora“ von Vater (1997) behandelt die Strukturen der

Temporalsätze und ihre textuellen Funktionen In seinem Buch Linguistik – Impulse &

Tendenzen Tempus im Deutschen: Rekonstruktion eines semantischen Systems, setzt Welke

(2005) zwei Schwerpunkte Im ersten Teil stellt er das deutsche Tempus dar, nämlich die Polysemie, Prototypik und Invarianz Dabei versucht der Autor ihre Bedeutungsvarianten und ihre Oppositionen nicht aus invarianten Grundbedeutungen, sondern aus originären zu Grunde liegenden Bedeutungen und im Falle der analytischen Tempora kompositionell zu erklären Danach folgt der zweite Teil: Nach Vorklärungen zu den Parametern der Zeitbestimmung und

Trang 13

zur Prototypen- versus Invarianzmethode enthält das Buch Kapitel zum Aspekt im Deutschen,

zu den traditionellen sechs Tempora und zu würde + Infinitiv Bui Minh Trang hat im Jahr

2018 ihre Bachelorarbeit über die Tempora bzw die temporalen Ausdrücke geschrieben; ihr Thema lautet „Die temporalen Ausdrücke im deutschen und vietnamesischen“ Weitere Literaturquellen werden in dieser Arbeit für die theoretische Grundlagen verwendet Aus den oben genannten Forschungen und Arbeiten kann man eine Feststellung treffen, dass es in der Forschung der Tempora meistens theoretische Arbeiten gibt Bis jetzt liegen keine mir bekannten veröffentlichten Forschungen über die deutschen Zeitformen vor, die sich mit den Zeitungen und studentischen Fehleranalyse beschäftigt Das ist der Grund dafür, dass es sinnvoll und verhältnismäßiger scheint, eine Masterarbeit zu verfassen, die sich mit Problemen der StudentInnen beschäftigt und Verbesserungen für den Unterricht bzw für die richtige Verwendung der Zeitformen bei StudentInnen vorschlägt

1.4 Methodik und Vorgehensweise

Bei der Durchführung des ersten Teils der empirischen Untersuchung wird anhand der theoretischen Grundlagen das Korpus analysiert, das aus erhobenen Zeitformen und Temporaladverbien in Zeitungstexten besteht Die Zeitungstexte bzw die Nachrichten werden aus den Zeitungen „Süddeutsche Zeitung“ auf der Webseite https://www.sueddeutsche.de und

„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ https://www.faz.net/aktuell/ ausgewählt als Text-Dateien, die zur Verfügung stehen Diese zwei Zeitungen sind bekannte Tageszeitungen in Deutschland und auch für Akademiker geeignet; sie enthalten Nachrichten aus vielen Bereichen und informieren täglich über soziale aktuelle Situationen nicht nur von Deutschland, sondern auch aus der ganzen Welt Die praktische Untersuchung wird wie folgt durchgeführt: Die Zeitformen werden aus den Zeitungstexten herausgefunden, nach den jeweiligen Tempora eingeordnet und analysiert Wegen großer Gesamtzahl und Bereiche werden lediglich die Zeitungtexte bzw die Nachrichten, im Januar und Februar 2020 ausgewählt Aus jeder Zeitung werden 10 Zeitungstexte oder Nachrichten aus dem Bereich Politik ausgewählt, insgesamt also 20 Zeitungstexte Der Grund der Wahl des obigen Bereichs liegt darin, dass der Bereich „Politik“ beliebte häufig gelesene Artikel im Zusammenhang mit der Gesellschaft umfasst Die Zeitformen in diesen 20 Texten werden identifiziert, aufgelistet,

um ihre Häufigkeit herauszufinden, und sie werden im Hinblick auf ihre Funktionen bzw bedeutungen analysiert

Die zweite wichtige Untersuchung ist die Durchführung eines Versuchs, die Beherrschung der deutschen Tempora bei laotischen StudentInnen festzustellen und die anschließende Auswertung der studentischen Arbeiten Das Korpus besteht aus Lösungen von 6 Übungen zu

Trang 14

Zeitformen von 17 Studierenden im dritten Jahr; in diesem Jahr haben sie Deutsch Niveau B1 Zuerst werden alle verwendeten Tempora herausgefunden Dann werden die Fehler identifiziert und analysiert Es sollen folgende Fragen beantwortet werden: Welche Zeitformen haben die Studierenden verwendet? Wo liegen die Probleme und was für Ratschläge können eventuell empfohlen werden?

Die quantitativen und qualitativen Vorgehensweisen werden in dieser Arbeit gebraucht Die quantitative Vorgehensweise: Die ausgewählten Texte in den beiden Zeitungen werden gelesen, alle Zeitformen markiert, in Gruppen eingeordnet, gezählt und miteinander verglichen Es soll die Frage beantwortet werden, welche Zeitformen am häufigsten vorkommen Die qualitativen Vorgehensweise: Die Bedeutungen der gefundenen Zeitformen werden analysiert und es wird erläutert, welche Funktionen sie in diesen Kontexten haben Auch die Analyse der Fehler bei Studierenden mithilfe von Übungen sind qualitativ Um die dritte Forschungsfrage überzeugend zu beantworten, werden Studierenden Zusatzfragen gestellt und bei DozentInnen der Deutschabteilung der Nationaluniversität von Laos Interviews durchgeführt Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen schließlich dargestellt werden

1.5 Aufbau der Arbeit

Diese Arbeit besteht aus vier Kapiteln Im ersten Kapitel soll die Einleitung der Arbeit darstellt werden Im Anschluss an das erste Kapitel befasst sich das zweite Kapitel mit den theoretischen Grundbegriffen der deutschen Tempora; die charakteristischen Funktionen und die Bedeutungen der deutschen Zeitformen werden hier detailliert erklärt Dieses Kapitel hat sechs Unterkapitel: Jedes Unterkapitel zu Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II wird behandelt die Form und die Funktionen und gibt Beispiele der jeweiligen Zeitformen Das dritte Kapitel setzt sich mit der praktischen Untersuchung auseinander Dieses Kapitel gilt als der wichtigere Teil der Arbeit und gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil werden die Ergebnisse der Untersuchung der Zeitformen in den gesammelten und ausgewählten Zeitungstexten dargestellt, im zweiten Teil wird die Fehleranalyse durchgeführt und Verbesserungsvorschläge gegeben Zum Schluss der Masterarbeit wird die zusammenfassende Schlussfolgerung gezogen und der Ausblick der Arbeit gegeben

2 Theoretische Grundlagen

Trang 15

2.1 Temporalität und Ausdrucksform der Zeit

Die Zeit bzw zeitliche Beziehungen und verschiedene Zeitstufen wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft können mit verschiedenen Mitteln ausgedrückt werden, außerdem können sie durch Temporaladverbien und temporale Attribute verdeutlicht werden (vgl Sommerfeldt/Starke 1998: 65), d.h die Verbform ist nicht das einzige Mittel, Temporalität

auszudrücken Temporalität bezieht sich auf Zeitinhalt bzw objektive Zeit: Wenn ich in

Vietnam angekommen bin, werde ich dich besuchen In diesen Sätzen gibt es zwei Zeitformen

nämlich das Perfekt und das Futur I, d.h es gibt zweimal Zukunftsausdrücke, das gilt als objektive Zeit Die Zeit kann man im Deutschen durch folgende Mittel ausgedrückt werden und zwar durch Aktionsart, durch Aspekt, nominales Tempus, Temporaladverbien, Temporalnebensätze, Temporale Präpositionen und Tempora

2.1.1 Durch Aktionsart (lexikalische Bedeutung)

Es handelt sich um eine der Verbbedeutung inhärente lexikalische, vorwiegend zeitliche

Struktur, eine Bewegung von einer Situation zu anderer Situation: schlafen → erwachen Beispiele: Er schläft Jetzt ist er erwacht Das Verb erwachen drückt einen Zustandswechsel

vom Schlaf zum Erwachen aus Die Aktionsart eines Verbs stellt sich systematisch durch das Verhalten in bestimmten sprachlichen Kontext dar (vgl Rothstein 2007: 8-9)

Aktionsarten (vgl Zeller 1994: 85):

- Bei States (Zuständen) handelt es sich um Ereignisse, die länger andauern: lieben, wissen, schwanger sein, gesund sein, liegen, wohnen, heißen, glänzen, brennen, tot sein, sich befinden u.a

- Achievements sind telische, resultative und nicht durative Verben: erreichen, erlangen Leistung und punktuelle Zusandswechsel: eintreten, etwas finden, erkennen, einschlafen, aufwachen, gewinnen, den Gipfel erreichen u.a

- Accomplishments sind telische, durative Verben und stellen die gesamte Periode zum Erreichen des Ziels dar oder allmähliche Zustandswechsel: ein Hause bauen, ein Buch lesen, drei Äpfel essen, besteigen, gesund werden, sinken, erblühen, verbrennen usw

- Activities (Aktivitäten) sind durativ und atelische Verben, die dynamische Prozesse bezeichnen: bauen, rennen, schreiben, gehen, trinken, fallen, laufen, lernen, Fahrrad fahren, Kreise zeichnen usw

In der folgenden Abbildung sind die vier Aktionsarten nach Vendler (1967), zit nach Rothstein (2007) zu sehen:

Trang 16

Abbildung 1: Aktionsarten (Rothstein 2007: 10) 2.1.2 Durch Aspekt (morphologische Bedeutung)

Der Aspekt ist eine Kategorie wie Aktionsart, die sich auch auf die Zeitstruktur eines Sachverhalts und das durch das Verb ausgedrückte Geschehen bezieht Im Unterschied zur Aktionsart ist Aspekt nicht der lexikalischen Bedeutung des Verbs inhärent, sondern wird

morphologisch am Verb markiert: Er las Er war am Leben / pflegte zu lesen (vgl Rothstein

2007: 58 und 62) Nach Wikipedia1 bestehen drei Arten des Aspekts: imperfektiver Aspekt, perfektiver Aspekt, perfektischer Aspekt

- Imperfektiver Aspekt „betrachtet eine Handlung ohne Hinblick auf ihre Abgeschlossenheit, also auf einen Zustand“: durativ (andauert), iterativ (wiederholt),

habituativ (gewöhnlich): Ich ging damals in Hanoi zu einer Schule

- Perfektiver Aspekt hält eine Handlung „als Ganzes oder als vollendet“, im Hinblick auf ein einmaliges Ereignis (punktuell) oder auf Beginn (ingressiv) oder auf Ende

(resultativ): Ich fuhr gestern nach Hanoi

- Perfektischer Aspekt stellt „eine abgeschlossene Handlung“ dar und die resultierende

und andauernde Ergebnisse sind gleichzeitig: Ich fuhr nach Hanoi → Ich war schon

in Hanoi

2.1.3 Nominales Tempus

Das nominale Tempus ist die morphologische Markierung von Zeit durch bestimmte Affixe

am Nomen: Ex-, Alt-, Noch-, Ur-, Jetzt- stellt ein potenzielles Beispiel dar: (1) Ex-:Exkanzler

oder Exfrau; (2) Alt-: Altpapier, Altreifen Alt- = Ex- : Altbundeskanzler = Exbundeskanzler;

(3) Noch-: Noch-Ehemann, Noch-Kreativer, Noch-Figuren, (4) ur-: Urgroßeltern, Urmensch und (5) Jetzt-: Jetztpräsident = amtierter Präsident Ex-, Alt-, und Ur- gelten als Ausdrücke der Zeiten in der Vergangenheit Jetzt- und Noch- gilt als Ausdruck der Gegenwart (vgl

Rothstein 2007: 4-5)

1

https://de.wikipedia.org/wiki/Aspekt_(Linguistik), angerufen am 5.11.2020

Trang 17

2.1.4 Temporaladverbien

Temporaladverbien sind Adverbien und Zeitangaben, die Zeiten um einen kontextuell gegebenen Zeitpunkt oder Zeitraum lokalisieren, oder die Adverbien bestimmen die Umstände näher mit unterschiedlicher Hinsicht bzw zeitlichem Ablauf Die Temporaladverbien sind zahlreich werden in Subkategorien wie folgt unterteilt (vgl Rothstein 2007: 3f., Koukidis 2017: 231 und Götze 1988: 247):

- Zeitpunkt / Zeitabschnitt wie jetzt, dann, morgen, soeben, anfangs, bisher, da, danach, endlich, erst, früh, inzwischen, nachher, noch, plötzlich, schließlich, schon, seitdem,

spät, vorher, vorhin, zunächst, zuletzt: Er kommt jetzt

- Bestimmung des Vorher bzw Nachher: vorher, später, zuvor, seither: Nach der

Reparatur klang das Motorrad schlechter als zuvor

- Zeitdauer: immer, bisher, lange, niemals, seither, fürderhin, tagsüber, jahrelang,

längst, stundenlang, tagelang, zeitlebens: Sie war immer freundlich zu uns

- Wiederholung: freitags, nachts, häufig, stets, stündlich, täglich, wöchentlich, werktags, selten, kaum, jederzeit, erneut, immer, gewöhnlich, monatlich, meistens, ständig,

mehrmals, zweimal, bisweilen: Er arbeitet täglich

Außerdem kennzeichnen die Temporaladverbien auch die unterschiedlichen bzw geeigneten Zeitstufen: Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft:

- Gegenwart: augenblicklich, gegenwärtig, gerade, heute, heutzutage, jetzt, nun, sofort,

gleichzeitig, da, (so)eben: Sie isst gerade

- Vergangenheit: (so)eben, anfangs, bereits, damals, einmal, früher, gestern, neulich, seither, gerade, vorgestern, vorhin, gestern, kürzlich, jüngst, einst, früher,

ursprünglich: Einmal war es anders Gestern fuhr er nach Hanoi

- Zukunft: bald, demnächst, morgen, übermorgen, später, nächstens, nachher, dann,

danach, zunächst, (so)gleich, künftig, sofort: Morgen kommt er an Wir treffen uns

bald wieder

2.1.5 Temporalnebensätze

Temporalnebensätze sind Temporalsätze, die zeitliche Verhältnis zum Hauptsatz auszudrücken, und weisen eine große Vielfalt auf; sie werden mit temporalen Konjunktionen

eingeleitet: seit, bevor, nachdem, während u.a., zum Beispiel: Ich habe meine Hausarbeit

abgegeben, bevor ich nach Laos fuhr Es gibt ziemlich feste Regeln der Zeitfolge zwischen

dem Hauptsatz und Nebensatz Diese Temporalsätze enthalten Vergangenheitszeitformen wie Präteritum, Plusquamperfekt, temporale Verwendungsweise von Perfekt und Futur II oder Nichtvergangenheitszeitformen wie Präsens, Futur I, allgemein gültige Verwendung von

Trang 18

Perfekt und modaler Gebrauch von Futur II (vgl Rothstein 2007: 3ff., Bertelmann 1998: 105) Die Zeitfolge der Sätze bzw Aussagen in Haupt- und Nebensatz sind bei einer temporalen Verbindung zeitlich kohärent oder hängt mit dem zeitlichen Abhängigkeitsverhältnis zusammen Die Handlung des Nebensatzes läuft je nachdem gleichzeitig mit der Handlung des Hauptsatzes oder vor bzw nach diesem ab Drei zeitliche Zuordnungen werden für die Darstellung temporaler Satzgefüge unterschieden (vgl Luz 2009: 517 und Koukidis 2017: 47):

Gleichzeitigkeit

Die Handlungen im Nebensatz und im Hauptsatz finden gleichzeitig statt Die Handlungen von Hauptsatz und Nebensatz können in der Gegenwart, in der Vergangenheit und in der Zukunft stattfinden

Vorzeitigkeit

Die Handlungen des Nebensatzes sind vor den Handlungen des Hauptsatzes schon abgeschlossen Das Geschehen beider Handlungen kann in der Gegenwart, in der Vergangenheit oder in der Zukunft stattfinden

Nachzeitigkeit Die Handlung des Nebensatzes findet nach dem Geschehen des

Hauptsatzes statt Das Geschehen beider Handlungen kann in der Gegenwart oder in der Vergangenheit stattfinden

Tabelle 1: Zeitfolge der Temporalsätze

2.1.5.1 Temporalsätze in der Gegenwart

Die Handlung des Hauptsatzes findet in der Gegenwart statt Die Handlungen in den Nebensätzen können in der Gegenwart, in der Vergangenheit und in der Zukunft stattfinden (vgl Luz 2009: 517)

- Gleichzeitigkeit in der Gegenwart

Die Handlung des Nebensatzes findet zu der gleichen Zeit wie die Handlung des Hauptsatzes statt Diese Temporalsätze werden auch bei sich wiederholenden Vorgängen, die allgemein zutreffen, verwendet Tempora im Hauptsatz und Nebensatz sind Präsens und die Konjunktionen zur Einleitung des Nebensatzes sind (immer) wenn, seitdem, sobald, solange,

sooft, während: Ich höre Musik, während ich Auto fahre Wenn es regnet, bleibe ich zu Hause (vgl Luz 2009: 517 und Helbig / Buscha 2018: 141)

- Vorzeitigkeit in der Gegenwart

Die Handlung des Nebensatzes findet vor der Handlung des Hauptsatzes statt und ist abgeschlossen Das Tempus im Hauptsatz ist Präsens und im Nebensatz ist das Perfekt,

Konjunktion im Nebensatz sind seit, seitdem: Seit ich und meine Frau geheiratet haben,

trinke ich wenig Alkohol (vgl Luz 2009: 518)

Trang 19

- Nachzeitigkeit in der Gegenwart

Die Handlung des Nebensatzes findet nach der Handlung des Hauptsatzes statt Tempora im

Hauptsatz und Nebensatz sind Präsens Konjunktionen zur Einleitung sind bevor, ehe, bis: Ich

warte an der Haltestelle, bis der Bus kommt (vgl Luz 2009: 518)

2.1.5.2 Temporalsätze der Vergangenheit

Die Handlungen des Hauptsatzes finden in der Vergangenheit statt

- Gleichzeitigkeit in der Vergangenheit

Die Handlung des Nebensatzes findet gleichzeitig mit der Handlung des Nebensatzes in der Vergangenheit statt Das Tempus im Hauptsatz ist Präteritum, Perfekt oder Plusquamperfekt Die Konjunktionen zur Einleitung sind als, immer wenn, jedes Mal wenn, seitdem, sobald,

sooft, solange, während: Er hat uns besucht, als er in Hanoi war (vgl Luz 2009: 518)

- Vorzeitigkeit in der Vergangenheit

Die Handlung des Nebensatzes liegt vor der Handlung des Hauptsatzes Das Tempus im Hauptsatz ist Präteritum oder Perfekt Konjunktionen zur Einleitung des Nebensatzes sind als,

nachdem, immer wenn: Sie ging sofort nach Hause, als sie die Arbeit erledigt hatte (vgl Luz

2009: 519 und Helbig / Buscha 2018: 142)

- Nachzeitigkeit in der Vergangenheit

Die Handlung des Nebensatzes findet nach der Handlung des Hauptsatzes statt Tempus im Hauptsatz ist Plusquamperfekt (auch Präteritum oder Perfekt im Sprachgebrauch) und Tempus im Nebensatz ist Präteritum Konjunktionen zur Einleitung des Nebensatzes sind als,

bevor, bis, immer wenn: Der Bus ist schon weggefahren, als ich an der Haltestelle ankam

(vgl Luz 2009: 519 und Helbig / Buscha 2018: 141)

2.1.5.3 Temporalsätze der Zukunft

Die Handlung des Hauptsatzes und des Nebensatzes findet in der Zukunft statt

- Gleichzeitigkeit in der Zukunft

Die Handlung des Nebensatzes findet gleichzeitig mit der Handlung des Hauptsatzes in der Zukunft statt Tempus im Hauptsatz ist Futur oder zukünftiges Präsens und im Nebensatz

Präsens Konjunktion zur Einleitung des Nebensatzes sind sooft, wenn: Ich werde dich

morgen besuchen, wenn du zu Hause bist (vgl Luz 2009: 519-520)

- Vorzeitigkeit in der Zukunft

Die Handlung des Nebensatzes ist vor der Handlung des Hauptsatzes abgeschlossen Das Tempus im Hauptsatz ist Präsens oder Futur und im Nebensatz Futur II oder Perfekt (Das Futur II wird im Sprachgebrauch selten benutzt) Konjunktionen zur Einleitung des

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Nebensatzes sind sobald, wenn: Ich rufe dich morgen an, sobald ich an der Busstation

angekommen bin Wenn ich das Buch gefunden habe, gebe ich es dir sofort (vgl Luz 2009:

520 und Sommerfeldt / Starke 1998: 72)

Man benutzt sehr häufig für die Nachzeitigkeit gleich Tempora:

Bevor er zur Arbeit geht, hat er

gefrühstückt

Bevor er zur Arbeit geht, frühstückt er

Bevor er eine Lehre begann, hatte er schon

in einem anderen Beruf gearbeitet

Bevor er Lehre begann, arbeitete er schon ein einem anderen Beruf

Bis er sich selbstständig machen wird, hat

er genügend Geld zurückgelegt

Bis er sich selbstständig macht, legt er genügend Geld zurück

Tabelle 2: Tempora zum Ausdruck der Nachzeitigkeit

2.1.6 Temporale Präpositionen

Temporale Präpositionen sind Präpositionen, die zeitliche Verhältnis zu einem kontextuell

Zeitpunkt bestimmen: bei, für, über, auf: Du hast mir eine E-Mail geschrieben, darüber habe

ich mich sehr gefreut Ich freue mich auf euren Besuch (vgl Rothstein 2007: 3ff) Die

temporale Präpositionen können die Antwort geben auf die Fragen mit Fragewörtern wie wann, bis wann, seit wann, von wann bis wann, um wie viel Uhr und wie lange Man unterscheidet Zeitdauer und Zeitpunkt wie folgt:

- Zeitdauer: Eine Zeitdauer bestimmt einen Zeitraum, der einen Anfang und eine Ende hat Die Frage dazu sind bis wann, seit wann, von wann bis wann, wie lange

- Zeitpunkt: Ein Zeitpunkt stellt eine genaue Zeit dar Die W-Fragen dazu sind wann,

um wie viel Uhr

Außerdem gibt es noch Zeitausdrücke als Angaben Einige Zeitausdrücke können auch ohne Präposition gebraucht werden Dabei handelt es sich um Angaben der Zeit, die im Akkusativ

stehen: Jahreszahl wie 1985, 1957, zum Beispiel: 2018 habe ich in Vietnam studiert;

Ausdrücke mit Anfang, Mitte, Ende: Anfang Mai, Ende der Woche, Mitte des Jahres, zum

Beispiel: Ende dieser Woche werde ich dich besuchen und Ausdrücke mit vorige, diese und nächste: Voriges Jahr, diesen Monat, nächstes Jahr: Sie wollen noch diesen Monat meinen

Bruder besuchen

2.1.7 Tempus (Verbales Tempus)

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Im Unterkapitel 2.3 werden die Begriffe Tempus und Zeitform ausführlicher behandelt An dieser Stelle soll zunächst ein allgemeiner Überblick zum Tempus als Ausdrucksmittel der Temporalität gegeben werden

Im Deutsch spielt das Verb eine temporale Rolle oder das Verb hat mit Zeit zu tun, zum

Beispiel das Suffix -te markiert in sagte, dass das Ereignis in der Vergangenheit passiert ist:

sagte, gesungen haben, gefahren sein u.a Es gibt sechs verschiedene Tempora: Präsens,

Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II Dabei werden drei Zeitstufen unterscheiden, die durch die Tempora ausgedrückt werden: Gegenwart (das Präsens); Vergangenheit (das Präteritum, das Perfekt, das Plusquamperfekt) und Zukunft (das Futur I, das Futur II) Die Grundtempora sind Präsens und Präteritum (vgl Heringer 1995: 39) Die Gegenwart hat lediglich ein Tempus Die Vergangenheitszeitformen bestehen aus drei Tempora: Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt, diese drei Tempora benutzt man um die Ereignisse in der Vergangenheit auszudrücken und die Zukunftszeitformen bestehen aus zwei Tempora: Futur I und Futur II Außerdem kann eine Zeitform verschiedene Zeitstufen ausdrücken (vgl Götze / Hess-Lüttich1989: 84) Zusätzlich werden aus grammatischer Sicht die Zeitformen in einfache bzw synthetische Tempusformen (das Präsens und das Präteritum) und zusammengesetzte bzw analytische Tempusformen (das Perfekt, das Plusquamperfekt, das Futur I und das Futur II) eingeteilt Synthetische Tempusbildung beschäftigt sich mit dem grammatischen Verfahren: Wortbedeutung und Ausdrücke der aktuellen grammatischen

Funktionen, z.B die Veränderung im Wortinneren oder grammatische Endungen: nimmst /

nahmst durch Ablaut (i/a) und Suffix -st Analytische Tempusbildung ist das Gegenteil und

hat mit der Form zu tun wie drei Wörter: wirst geschafft haben, nur das Wort geschafft stellt

den Wortinhalt dar (vgl Hentschel / Weydt 2003: 94)

Kurzüberblick über die deutschen Zeitformen:

Abbildung 2: Die Zeiten der Verben (Quelle:

https://www.studienkreis.de/deutsch/zeitform-praesens/ Zugriff am 5.11.2020) Nach Weinrich (1993) werden zwei Sprechhaltlungen oder Tempus-Registern geteilt Sprechen als gespannte Haltung und Erzählen als entspannte Haltung des Hörers mit unterschiedlichen Zeitformen Die Tempora des sprechenden Tempus-Registers bestehen aus

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Präsens, Perfekt und Futur und sind Instruktion, die dem Hörer eine gespannte Rezeptionshaltung nahelegen Im Gegensatz zu den Tempora des erzählenden Tempus-Registers das Präteritum und das Plusquamperfekt Diese zeigen dem Hörer eine entspannte Rezeptionshaltung:

Abbildung 3: Tempus-Register (Weinrich 1993: 198, zitiert nach Genzmer 1995: 115)

2.2 Tempus und Modus

Tempus und Modus spielen eine wichtige Rolle in der Zeitung, besonders Konjunktiv I: Konjunktiv I referiert auf die Aussage eines anderen Menschen und drückt sie als

hypothetisch aus, z.B Sabine sagt, sie sei in Berlin gewesen Konjunktiv II stellt eine von der Erfüllung einer Bedingung abhängige Handlung als hypothetisch dar z.B Thomas würde

lügen, wenn ich sage, dass ich dich nicht vermisse Die Unterscheidung von Verbformen

basiert auf morphologischen Merkmalen Solche Bezeichnungen wie Präsens, Präteritum und Perfekt werden den Funktionen der Zeitkategorien nicht unbedingt gerecht (vgl Duden 2016:

506 und Engel 2009: 267) Sie können dazu führen, dass man nicht nur ihre Funktionen unzureichend erfassen, sondern dass auch die Ungereimtheiten und Widersprüche auftreten

könnten, z.B das Futur I als Zukunftszeitform kann einen Gegenwartsbezug haben: Sie wird

zu Haus sein (Vermutung für einen Sachverhalt in der Gegenwart) Es ist deshalb

grundsätzlich zu unterscheiden zwischen den grammatischen Tempora der Verben und Funktionen der grammatischen Kategorien (vgl Duden 2016: 507) Die wichtige Funktion der Zeitformen besteht darin, den Sachverhalt im Satz „zeitlich zu situieren“ Das Temporaladverb hat auch die zeitliche Einordnungsfunktion wie jetzt, damals, heute, gestern, bald, jeden Samstag, vor eine Stunde

Die indikativischen Zeitformen wie Präsens und Präteritum „gehören charakterlich in ihrer Funktion zu den deiktischen Mitteln“ von Sprachen wie Personal- und Demonstrativpronomen und bestimmte Adverbien wie damals, hier, dort, gestern, jetzt, morgen Deiktische Ausdrücke erlangen ihre konkrete Bedeutung im Sprechakt durch den

direkten und indirekten Bezug auf das Zeigfeld, zum Beispiel das Adverb hier bedeutet einen

konkreten Ort, einen Ort, wo der Sprecher sich befindet (vgl Duden 2016: 507) Der

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Sprechzeitpunkt wird in den Zeitstufen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eingeteilt Nach Duden gibt es zwei aufgebaute Formengruppen der Tempora, nämlich Tempusgruppe I und Tempusgruppe II (vgl Duden 2016: 513) In der Tempusgruppe I gibt es das einfache Präteritum, das einfache Präsens und das einfache Futur Das einfache Präteritum wird durch den Vergangenheitsbezug mit extra Tempus charakterisiert In welcher Zeit das Geschehen passiert ist, ist selbst entweder aus dem Satz oder dem weiterem Zusammenhang erkennbar,

zum Beispiel an dem Adverb: Gestern regnete es Das einfache Präsens ist als

Gegenwartszeitform zu betrachten Dieses Tempus braucht kein Temporaladverbiale und

keinen weiteren Kontext Das kann auch etwas in der Zukunft beschreiben, zum Beispiel: Es

regnet Das Futur beschreibt ein zukünftiges Ereignis und kann auch für Gegenwart mit

modaler Bedeutung verwendet werden, zum Beispiel: Es wird regnen (vgl Duden 2016: 508)

Die obigen Erklärungen können wie folgend dargestellt werden

Es wird wieder regnen

Tabelle 3: Beziehung zwischen dem Sprechzeitpunkt und Ereignis (vgl Duden 2016: 508) Tempusgruppe II: Die „Perfekttempora“ wie das Perfekt, das Plusquamperfekt und das Futur

II werden als „Vorzeitigkeitstempora“ im Verhältnis zum entsprechenden einfachen Tempus wie Präsens, Präteritum und Futur bestimmt Bei dieser Tempusgruppe führt die

Hilfsverbkonstruktion haben/sein + Partizip II eine zusätzliche Orientierungszeit (O) ein Bei

Plusquamperfekt und Futur II liegt die Orientierungszeit jeweils vor und nach dem Jetzt, beim Perfekt fällt die Orientierungszeit normalerweise mit Sprecherzeit zusammen Das Geschehen stellt sich als vorzeitig oder abgeschlossen orientierungszeitlich dar (vgl Duden 2016: 509)

Sprecher-(O = Orientierungszeit, S = Sprechzeit, E = Ereigniszeit)

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Tabelle 4: Beziehung zwischen der Orientierungszeit, Sprechzeit und Ereigniszeit (vgl Duden

2016: 509) Der Konjunktiv I zeigt, dass der Sprecher die Behauptungen als Sachverhaltsbeschreibungen der anderen Personen „verstanden wissen will“, zum Beispiel: Das Wasser sei wieder gestiegen Konjunktiv II beschreibt den Sachverhalt nicht als Tatsache, zum Beispiel: Das Wasser wäre wieder gestiegen Spezifische Kontexte spielen in beiden Fällen eine wichtige Rolle (vgl Duden 2016: 512)

In der folgenden Tabelle (vgl Duden 2016: 513) sind der temporale Gegensatz und der modale Gegensatz sichtbar:

Temporaler Gegensatz Indikativ Tempusgruppe I Indikativ Tempusgruppe II

(Futur Präteritum)

(würde lesen) Perfekt

(man) wird gelesen

Futur II wird gelesen haben

Plusquamperfekt hatte gelesen

(Futur II Präteritum) (würde gelesen haben)

Grundtempus läse

würde-Form würde lesen Perfekt

(man) habe gelesen

Futur II werde gelesen haben

Perfekt hätte gelesen

würde-Perfekt würde gelesen haben Tabelle 5: Temporaler- und modaler Gegensatz (vgl Duden 2016: 513)

Die einzelne Verwendung der indikativischen Tempora wird in der folgenden Abbildung dargestellt Das Futur zeigt bei der modalen Verwendung denselben Zeitbezug wie das Präsens

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Abbildung 4: Beziehungen der Zeitformen (Duden 2016: 515)

2.3 Tempora im Deutschen

2.3.1 Zum Begriff Zeitform

Das Tempus oder die Zeitform beinhaltet die morphologische Zeitform und die semantische Zeitfunktion, die Zeitformen erscheinen im Satz als Modifikationen des Verbstamms (vgl Zeller 1994: 15) Tempus ist eine wesentliche grammatische Kategorie oder die grammatische Zeitform, die am Verb realisiert wird Sie stellt eine zeitliche Relation zwischen dem Zeitpunkt des Ereignisses (E) und dem Sprechzeitpunkt (S) her bzw ist ein wichtiges Mittel,

um eine zeitliche Beziehung darzustellen (vgl Sommerfeldt/Starke 1998: 65) Das bedeutet, dass eine infinite Verbform die geäußerten Sachverhalte zeitlich situiert, wann eine Handlung geschieht Die Zeitform beim Verb ist obligatorisch und jedes finite Verb bestimmt das Geschehen oder den Sachverhalt temporal, zum Beispiel: (1) als vergangen oder als vorher

passiert: Ich kam (vor dem jetzigen Zeitpunkt, wo ich dies sage); (2) als gegenwärtig oder als

um die Bezugszeit herum liegend: Ich komme (gleichzeitig zu der Zeit, wo ich dies sage) und (3) als zukünftig oder als später liegend: Ich werde kommen (nach der Zeit, wo ich dies sage)

(vgl Duden 2016: 507 und Heinold 2015: 79) Grammatische Zeitformen drückt nicht nur die

Temporalität, sondern auch den modalen Inhalt aus: wird noch nicht angekommen sein

(Vermutung) und umgekehrt: Temporalität wird nicht nur die grammatischen Zeitformen, sondern auch durch die anderen Mittel wie lexikalische Mittel (durch Aktionsart), Temporaladverbien, Präposition, durch Aspekt, nominales Tempus, Temporalnebensätze,

temporale Präpositionen usw ausgedrückt: Morgen fahre ich nach Thailand (vgl

Helbig/Buscha 2001: 127 und Rothstein 2007: 4-5)

Für die Zeitformen, in dem Fachausdruck das Tempus verwendet man die lateinischen Bezeichnungen Präsens, Präteritum, Perfekt, Vergangenheit, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II (vgl Der kleine Duden 1988: 117) Die Zeitformen können absolut und relativ

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gebraucht werden Beim relativen Gebrauch handelt es sich um die Zeitformen in Temporalnebensätzen bzw zeitliche Beziehungen in Temporalsätze wie Gleichzeitigkeit, Vorzeitigkeit und Nachzeitigkeit (s obiges Unterkapitel 2.1.5) Beim absoluten Gebrauch geht es um die Zeitformen in anderen Fällen, in einfachen Sätzen bzw zeitliche Beziehungen: Ereigniszeit und Referenzzeit (s obiges Unterkapitel 2.1.7) Die sechs deutschen Tempora sind als zusammengesetzte Konzepte zu verstehen, darunter gibt es drei Bezugszeitpunkte wie Sprechzeit (S), Ereigniszeit (E) und Referenzzeit (R) (vgl Heinold 2015: 79) Die Sprechzeit erzählt vom Augenblick, in dem ein Satz mitgeteilt wird Worüber gesprochen wird, dabei kann es sich entweder um die Vergangenheit oder die Zukunft handeln Bei der Ereigniszeit handelt sich es um den Zeitpunkt oder die Zeitspanne, in der das Ereignis wirklich stattfindet

In Bezug auf das Ereignis ist die Betrachtung der Sprechzeit Die Beziehung zwischen Sprechzeit und Ereigniszeit gliedert sich in den Zeitformen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft Die Referenzzeit ist das abstrakte Konzept, es handelt sich um den Zeitpunkt und auf diese Zeitspanne bezieht man sich mit seiner Aussage (vgl Heinold 2015: 79 und Helbig / Buscha 2018: 132) Heinold (2015, 80) nennt und erklärt folgende Beispiele:

(1)

(a) Präsens: S; E; R → Thomas schreibt einen Brief

(b) Präteritum: E; R < S → Thomas schrieb einen Brief

(c) Futur: S < E; R → Thomas wird einen Brief geschrieben

Im Präsens (1a) wird das Ereignis (Thomas schreibt einen Brief) als gleichzeitig zur Sprechzeit gekennzeichnet, in (1b) wird als davor liegend und in (1c) wird als noch eintretend markiert Diese drei Beispiele haben keine Vorzeitigkeit und Nachzeitigkeit, deswegen fällt die Referenzzeit (R) für alle drei Zeitformen

→ Timo: “Thomas wird einen Brief geschrieben haben, wenn wir heimkommen.“

In den Beispielen (2abc) kann man die Zeitformen sehen, in denen die Referenzzeit eine wichtige Rolle spielt In (2a) sieht man das Perfekt, wenn man (2a) mit (1b) vergleicht, das Perfekt stellt einen Bezug zur Gegenwart her Bei Beispielen (2b) und (2c) sind E, R, und S jeweils gestaffelt und fallen nie zusammen In (2b): Timo als Sprecher vertritt das Jetzt Das Ereignis [Thomas schreibt Brief] ist, wie bei Perfekt und Präteritum, in der Vergangenheit

Trang 27

und vor S angesiedelt In (2c) wird ein zweites Ereignis verwendet, um die Zeitbezüge zu setzen Das Sprechen des Satzes von Timo fängt im zeitlichen Ablauf als Erstes an, darauf folgt das Ereignis [Thomas schreibt Brief] und dann [wir kommen heim], nach der Handlungen folgt S < E < R aufeinander

Die Tempusformen und grammatische Strukturen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

er läuft Präteritum Verbstamm + te + Endung

Verbstamm mit Ablaut + Endung

er weinte

er lief Perfekt Hilfsverb + haben + Partizip II

Hilfsverb + sein + Partizip II

er hat geweint

er ist gelaufen Plusquamperfekt Hilfsverb hatten + Partizip II

Hilfsverb war + Partizip II

er hatte geweint

er war gelaufen Futur I Hilfsverb + werden + Infinitiv er wird weinen

Futur II Hilfsverb + werden + Infinitiv Perfekt er wird geweint haben

er wird gelaufen sein Tabelle 6: Tempusformen

Im Deutsch entsprechen sich die Zeitformen des Verbs und die Zeitstufen nicht immer, d.h ein Tempus kann verschiedene Zeitstufen wiedergeben oder modale Funktion haben und eine Zeitstufe kann auch durch verschiedene Tempora hergestellt werden wie folgend:

Ein kurzer Vergleich einiger Zeitformen:

Präsens

Er lebt seit 2004 in Vientiane Gegenwart Morgen gehe ich nach Laos Zukunft Goethe geht 1765 nach Leipzig Vergangenheit

Futur I

Seine Krankheit wird bald vorüber sein Zukunft

Du wirst jetzt deine Schulaufgaben machen! Befehl Ich werde dich nie verlassen! Versprechen

Perfekt

Wir haben gestern ein Auto gekauft Vergangenheit

Er hat es nicht so gemeint Allgemeingültiges Nächstes Jahr hat er die 80 erreicht Zukunft

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Tabelle 7: Beispiele der Zeitformen und Zeitstufen im Zusammenhang mit modalen

2.3.2.1 Form

Im Deutschen endet der Infinitiv auf -en oder -n Er ist gleichzeitig die Form für die erste und

dritte Person Plural und für die formelle Anrede im Singular und Plural (vgl Luscher / Schäpers: 1989: 11)

Z.B Wir wohnen im Köln

Die Kinder spielen Fußball

- Regelmäßige Verben (ohne Vokalwechsel im Präsens)

Verben auf -t/-d

Verben auf -n/-m

Verben auf -s/-ss/-ß/-z

Verben auf -eln

Tabelle 8: Konjugation der regelmäßigen Verben

- Unregelmäßige Verben (mit Vokalwechsel im Präsens)

Einige Verben wechseln den Vokal in der 2 und 3 Person Singular:

e → i eh → i e → ie a → ä au → äu i → ei o → ö

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ihr gebt nehmt seht fahrt lauft wisst stoßt sie/Sie geben nehmen sehen fahren laufen wissen stoßen Tabelle 9: Konjugation der unregelmäßigen Verben (mit Vokalwechsel im Präsens)

- Die Hilfsverben „haben“, „sein“ und das Verb „werden“

Infinitiv haben sein werden

ich habe bin werde

du hast bist wirst

er/sie/es hat ist wird

wir haben sind werden

ihr habt seid werdet

sie/Sie haben sind werden

Tabelle 10: Konjugation der Hilfsverben: haben, sein und werden

- Die Modalverben

Tabelle 11:Konjugation der Modalverben

2.3.2.2 Funktionen

Das Präsens ist eine wichtige Zeitform, es kann nicht nur für die Gegenwart benutzt werden, sondern auch für die Vergangenheit und die Zukunft wie folgende Funktionen und Anwendungen:

- Um von gegenwärtigen Ereignissen und Zuständen zu berichten oder Dinge zu beschreiben, was jetzt passiert; Sprechzeitpunkt und Ereigniszeitpunkt des Präsens in der Gegenwart fallen zusammen (vgl Fandrych / Thurmair 2018: 37, Iwona 2009: 305

und Duden 2005: 511): Zum Beispiel: Die Kinder sehen fern Wenn man temporale

Adverbien ergänzen, dann wird der Satz klarer oder der Gegenwartsbezug wird

präzisiert: Die Kinder sehen gerade fern

Trang 30

- Historisches oder dramatisches Präsens: Die Handlung kann früher angefangen haben, dauert aber zum Zeitpunkt des Sprechens noch an, das nennt man historisches Präsens oder dramatisches Präsens (vgl Duden 2005: 512, Koukidis 2017: 36 und

Sommerfeldt / Starke 1998: 68): Seit drei Stunden sehen die Kinder fern 1949 trifft

Thomas Mann in Weimar mit Johannes R Becher zusammen

- Um Ereignisse und Aktionen in der Zukunft zu beschreiben plus Zeitangabe: morgen,

übermorgen, nächste Woche (vgl Helbig/Buscha 2018: 131-12 und Duden 2005:

512) Zum Beispiel: Morgen habe ich frei, deshalb besuche ich meine Tante

- Um allgemeingültige, zeitunabhängige Tatsachen wiederzugeben bzw was für immer

gilt (vgl Helbig/Buscha 2018: 132): Die Erde dreht sich um die Sonne

- Um Vergangenes lebendig, persönlich und emotional zu erzählen (vgl Helbig/Buscha

2018: 130): Gestern komme ich heim, da sehe ich: Mein Fahrrad ist weg

- Das Präsens benutzt man in Schlagzeilen (vgl Götze / Hess-Lüttich 1989: 85) Z.B

(1) Arafat bittet Staatgemeinschaft um Hilfe („Süddeutsche Zeitung“, 30.9.1998 zitiert

nach Bertelmann 1998: 100) (2) Die globale Krise: Neoliberale geraten in die Defensive („Die Zeit“, 30.9.1998 zitiert nach Bertelmann 1998: 100)

- Das Präsens drückt einen Befehl aus (imperativische Bedeutung): Du räumst jetzt

dein Zimmer auf (vgl Götze 2005: 100)

- In Verbindung mit einer Partikel drückt das Präsens eine Vermutung aus modale

Komponente (vgl Götze 2005: 100): Sie ist wohl (vielleicht) zu Hause

- In Aussagen mit Sprichwortcharakter benutzen: Ein Unglück kommt selten allein (vgl

Zeller 1994: 50)

Kurzzusammenfassung der Funktionen der Zeitform „Präsens“:

(Abkürzungen: H/B = Helbig / Buscha, G/HL = Götze / Hess-Lüttich, SF/S = Sommerfeldt / Starke)

Vergangenheit / Handlung bis zum Zeitpunkt der

Sprechzeitpunkt andauern

Trang 31

Vermutung ausdrücken +

In Aussagen mit Sprichwortcharakter benutzen

Tabelle 12:Kurzüberblick über die Funktionen des Präsens

2.3.3 Das Präteritum

Das Präteritum oder das Imperfekt ist die erste Zeitform der deutschen Tempora für vergangenes Geschehen und ein typisches Tempus, um die Ereignisse zu erzählen und zu berichten (vgl Heringer 1995: 41)

2.3.3.1 Form

Regelmäßige Verben

- Regelmäßige Verben bilden das Präteritum mit „-t-„ z.B kaufen → er kauf-te

- Regelmäßige Verben auf „-d, -t, -m, -n„ bilden das Präteritum mit „-et„

z.B warten → er erwart-ete etc (vgl Heinold 2015: 90 - 91)

Verben auf -d/-t Verben auf -m/-n

Ich kaufte wartete öffnete

Du kauftest wartetest öffnetest er/sie/es kaufte wartete öffnete

Wir kauften warteten öffneten Ihr kauftet wartetet öffnetet

Tabelle 13:Konjugation der regelmäßigen Verben im Präteritum

Unregelmäßige Verben

- Unregelmäßige Verben haben im Präteritum einen Vokalwechsel z.B geben → er gab

- Die Verbformen der 1 und 3 Person Singular haben keine Endung z.B ich gab; er

- Andere unregelmäßige Präteritumformen: Z.B i → a: finden - fand; ei → ie: bleiben -

blieb; a → i/ie: fangen → fing; schlafen → schlief etc (vgl Heinold 2015: 90 - 91)

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e → a e → i o → a a → u ie → o

Infinitiv treffen gehen kommen fahren fliegen

ich traf ging kam fuhr flog

du trafst gingst kamst fuhrst flogst

er/sie/es traf ging kam fuhr flog

wir trafen gingen kamen fuhren flogen

ihr traft gingt kamt fuhrt flogt

sie/Sie trafen gingen kamen fuhren flogen

Tabelle 14: Konjugation der unregelmäßigen Verben im Präteritum

Die Hilfsverben „haben“, „sein“ und das Verb „werden“

Ich hatte war wurde

Du hattest warst wurdest

er/sie/es hatte war wurde

Wir hatten waren wurden

Ihr hattet wart wurdet

sie/Sie hatten waren wurden

Tabelle 15:Konjugation der Hilfsverben im Präteritum

Die Modalverben

du konntest musstest solltest durftest mochtest wolltest

sie/Sie konnten mussten sollten durften mochten wollten

Tabelle 16:Konjugation der Modalverben im Präteritum

2.3.3.2 Funktion

Das klassische Erzähltempus der geschriebenen Sprachen: Das Präteritum hat lediglich eine einzige Bedeutungsvariante und bezeichnet die vergangenen Sachverhalte Ereigniszeit und Referenzzeit sind identisch, beide liegen vor der Sprechzeit, in der allgemeinen Umgangssprache und auch in der Dichtersprache wird es als das spezifische Tempus der

Trang 33

Erzählung bezeichnet (vgl Helbig / Buscha 2018: 132 und Genzmer 1995: 106): Z.B Er

arbeitete (gestern) den ganzen Tag Die Zeitform „Präteritum“ wird für die Vergangenheit in

der geschriebenen Sprache verwendet, der Sachverhalt hat keine Beziehung mehr zur Gegenwart Die Hauptentscheidung zwischen Präteritum und Perfekt ist, dass das Präteritum

im schriftlichen Texten verwendet wird und zwar es steht zum Beispiel in Berichten, Erzählungen, Märchen, Reportagen und Zeitungstexten (vgl Vaitekūnienė/Girdenienė 2001: 22) Das Präteritum wird als „Schreibtempus für literarische und berichtende Texte“ vorgestellt (vgl Heinold 2015: 92 zitiert nach Dreyer / Schmitt 2003:325 und Genzmer 1995:

106): Gestern passierte ein Unfall auf der Autobahn Bei den Verben ,,sein“, ,,haben“, ,,werden“ wird oft Präteritum statt des Perfekts benutzt: Die Straße war nass Beim Verb ,,geben“ (es gibt) und den Modalverben (können, müssen) wird es fast immer statt des Perfekts verwendet: Andere Verletzte gab es nicht Der Fahrer musste zwar ins Krankenhaus,

konnte aber bald nach Hause gehen

- die Vorgänge sind abgeschlossen (vgl Sommerfeldt / Starke 1998: 69 und vgl

Vaitekūnienė / Girdenienė 2001: 22) Z.B Gestern regnete es

- Statt des Perfekts bei den Verben haben, sein, werden, und den Modalverben, häufig auch in Passivsätzen (vgl Vaitekūnienė / Girdenienė 2001: 22), z.B Ich hatte kein Geld bei

mir Das wurde bald besser

- Bei einer Reihe von Verben wird als Ausdruck der Vergangenheit das Präteritum verwendet:

angehen: Das ging niemand etwas an

gehen: Das Zimmer ging auf die Straße

pflegen: Morgens pflegte er länger zu schlafen

heißen: Das hieß nichts anderes, als dass er die Tat begangen hatte

fortfahren: Der Redner fuhrt fort, seine Gedanken darzulegen

- Das Präteritum wird in der gesprochenen Sprache zum Ausdruck einer besonders lebhaften Erinnerungen oder einer intensiven Frage benutzt (vgl Götze 2005: 100):

Z.B Wie hieß den nun sein Vater?

- Das Präteritum wird mündlich gebraucht: bei einer Wiedergabe von Märchen und Geschichten, in Berichten persönlicher Erlebnisse in stilisierter Form und in der Verwendung in Briefen zwischen Perfekt und Präteritum: Mein Vater erzählt: Er war einmal in China, dort traf er einen guten Freund … (vgl Dreyer / Schmitt 2006: 326)

- Das Präteritum als Vergangenheitstempus dominiert bei haben, sein und werden,

wenn sie als Vollverb benutzt werden, sowie bei den modalen Hilfsverben: (vgl Götze / Hess-Lüttich 1999: 101):

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z.B Ich hatte kein Geld bei mir

Dann war alles vorbei

Das wurde bald besser

Er wollte dir doch nur helfen

- Das Präteritum drückt eine „erlebten Rede“ aus (vgl Götze 2005: 100) Zum Beispiel:

Ich frage meine Frau: „Gibt es wirklich keine Rettung mehr?“ (direkte Rede) Ich frage meine Frau, ob es wirklich keine Rettung mehr gebe? (indirekte Rede)

Gab es wirklich keine Rettung mehr? (erlebte Rede) Kurzzusammenfassung der Funktionen der Zeitform „Präteritum“

(Abkürzungen: H/B = Helbig / Buscha, G/HL = Götze / Hess-Lüttich, SF/S = Sommerfeldt / Starke)

Märchen, Reportagen, Dichtersprache und

Zeitungstexten

Gesprochene Sprache: eine lebhafte Erinnerung

oder eine intensive Frage / Wiedergabe von

Märchen und Geschichten

Bei einer Reihe von Verben wie angehen, gehen,

pflegen, heißen, fortfahren

2.3.4.1 Form

Das Perfekt ist ein zusammengesetztes Tempus Es wird mit der konjugierten Form von

„haben“ und „sein“ und mit dem Partizip II des Vollverbs gebildet Die meisten deutschen

Trang 35

Verben bilden das Perfekt mit dem Hilfsverb „haben“ Bildung des Perfekts = haben / sein + Partizip II (vgl Heringer 1995: 41 und Granzow-Emden 2014: 174 - 175):

- Perfekt mit „haben“

o Transitive Verben

Verben, bei denen ein Akkusativ steht wie zum Beispiel: essen, trinken, kaufen, lieben: Ich

habe einen Tisch gekauft

o Intransitive Verben

Es sind Verben, die keine Bewegung, sondern die Dauer eine Handlung ausdrücken: (a) Verben, die mit Ortsangaben oder Zeitangaben gebraucht werden, aber keine Fortbewegung oder Zustandsänderung ausdrücken wie hängen, liegen, sitzen, stehen, stecken, arbeiten,

leben, schlafen, wachen u.a.: Sie hat lange geschlafen (b) Verben die mit einem Objektiv

gebraucht und keine Bewegung ausdrücken: antworten, danken, drohen, gefallen, glauben,

nützen, schaden, vertrauen usw Z.B Ihrem Vater hat sie vertraut und (c) Verben, die einen festen Anfangs- und Endpunkt bezeichnen: anfangen, aufhören, beginnen: Das Konzert hat

begonnen

o Reflexive Verben: Wir haben uns gut verstanden

o Modalverben: Sie hat das machen können

o Unpersönliche Verben: regnen, schneien: Gestern hat es den ganzen Tag

geregnet

- Perfekt mit „sein“

o Intransitive Verben,

die einen Ortswechsel bzw Fortbewegung beschreiben (ohne Akkusativobjekt): fahren,

kommen, gehen: wie zum Beispiel: Gestern bin ich früh vom Konzert nach Hause gefahren,

bin sofort ins Bett gegangen

o Intransitive Verben,

die eine Zustandsveränderung zeigen: einschlafen, aufstehen, wachsen, aufwachen, sterben,

vergehen, entstehen Zum Beispiel: Ich bin spät eingeschlafen und heute bin ich sehr müde

o Die Verben: sein, werden, bleiben, passieren, begegnen, gelingen, geraten,

gedeihen: Tom ist heute zu Hause geblieben

- Bildung des Partizips II oder Partizip Perfekt

o Regelmäßige Verben: Silbe -ge- und Endung -t: Wir haben gewartet und

gelacht

o Unregelmäßige Verben: Silbe -ge- und Endung -en z.B: Als wir den Bus

gesehen haben, haben wir die Koffer genommen

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o Untrennbare Verben mit dem Präfix be-, emp-, ent-, er-, ge-, miss-, ver-, zer- und Verben, auf -ieren bilden das Partizip II ohne -ge-, zum Beispiel: Ich habe

mit Max schon oft über das Thema diskutiert, aber er hat mich nie verstanden

o Mischverben: Elemente der regelmäßigen und der unregelmäßigen Konjugation:

Infinitiv Präteritum Perfekt / Partizip II

Bringen er brachte er hat … gebracht

Brennen es brannte es hat … gebrannt

Kennen er kannte er hat … gekannt

Nennen er nannte er hat … genannt

Rennen er rannte er hat … gerannt

Tabelle 18:Bildung des Partizips II

o Perfekt mit Modalverben

Zusammen mit anderen Verben steht das Modalverb im Perfekt mit einer Form von „haben“

und „doppeltem Infinitiv“: Er hat das nicht machen können

Bei stammauslautendem -t- oder -d-, steht -et: arbeiten → gearbeitet, warten →

gewartet

 Das Partizip II wird bei unregelmäßigen Verben meistens durch Anhängen von

-en und Veränderung des Stammvokals gebildet Bei den meisten Verben tritt ge- vor den Stamm: lesen → gelesen, gehen → gegangen, beschreiben → beschrieben etc

-ge tritt immer dann auf, wenn die erste Silbe bzw die Vorsilbe betont ist:

fahren → Er ist sehr schnell gefahren

Bei trennbaren Verben steht -ge- zwischen Vorsilbe und Verbstamm: zurückgekommen → Peter ist gestern aus dem Urlaub zurückgekommen

Das Partizip II wird ohne ge- gebildet bei Verben, die nicht auf der ersten Silbe

betont sind wie

 Verben auf -ieren: passieren, studieren, fotografieren

 Untrennbare Verben: bestellen, bezahlen, überprüfen, sich erholen, entstehen u.a

2.3.4.2 Funktion

- Das Perfekt wird als das vorherrschende Erzähltempus in der gesprochenen Sprache benutzt (vgl Götze 2005: 101) Z.B Und dann sind wir in Bonn angekommen und gleich zum

Bundestag gefahren

Trang 37

- Das Perfekt wird in Überschriften oder als Abschluss einer Erzählung in der

Schriftsprache benutzt (vgl Götze 2005: 101) Z.B Zernagt vom Zahn der Zeit

- Das Perfekt zur Bezeichnung eines vergangenen Geschehens:

Perfekt drückt vergangene Sachverhalte aus, die Referenzzeit und Ereigniszeit sind identisch

und liegen vor der Sprechzeit, diese Zeitform kann durch die Temporalangaben wie gestern,

neulich, 1914 u.a ergänzt werden (vgl Helbig / Buscha 2018: 135), z.B wir haben (gestern) die Stadt besichtigen

- Das Perfekt drückt in Fragesätzen der Vergangenheit aus (vgl Götze 2005: 101):

Ist sie nun Ärztin geworden?

- Das Perfekt zur Bezeichnung eines vergangenen Geschehens mit resultativem

Charakter impliziert einen relevanten Zustand für die Sprechzeit, der für die Kommunikation wesentlicher ist, Ereigniszeit liegt in der Vergangenheit, die Referenzzeit liegt über der

Sprechzeit, beide liegen nach Ereigniszeit (vgl Helbig / Buscha 2018: 135), z.B Peter ist (vor

einigen Stunden) eingeschlafen → Peter schläft jetzt Der Besuch ist (gestern) angekommen

→ Der Besuch ist jetzt da

- Bei allgemein gültigen Aussagen wie das Präsens (vgl Götze 2005: 101):

Das haben wir immer so gemacht

- Das Perfekt zur Bezeichnung eines zukünftigen Geschehens: Das Perfekt drückt zukünftige Sachverhalte aus Der bestimmte Zeitpunkt wird als abgeschlossen vorgestellt (vgl Helbig / Buscha 2018: 306 und Sommerfeldt / Starke 1998: 69) Z.B

Bis zum nächsten Jahr hat er seine Dissertation abgeschlossen Morgen Abend um 23 Uhr ist er in Tokio angekommen Ich gebe dir Bescheid, wenn ich mehr erfahren habe

- In einem engen zeitlichen Verhältnis stehen das Perfekt und das Präsens (vgl Götze

2005: 102) Z.B Seit ich ihn gesehen habe, schätze ich ihn

- Das Perfekt wird zusammen mit dem Futur I zur Darstellung der zeitlichen Stufung

verwendet, zum Beispiel: Sobald sie den Brief zu Ende geschrieben hat, wird sie ihn

zur Post bringen (vgl Luz 2009: 305)

- Außerdem kann das Perfekt wie Futur II / Futurperfekt benutzt werden: Morgen hat er

sein Werk vollendet = Morgen wird er sein Werk vollendet haben (vgl Sommerfeldt

/ Starke 1998: 69-70 und Duden 2016: 519)

- Das Perfekt dient als Vorzeitigkeitstempus zum historischen Präsens (vgl Duden

2005: 514) Z.B Dieser Satz wird das historische Präsens gebracht: Am 6 Januar

1752 stirbt Vulpius Vater, statt das Perfekt: Am 6 Januar 1752 ist Vulpius Vater gestorben

Trang 38

- Das Perfekt dient als das Präteritumperfekt in einem Text mit dem Präteritum als Grundtempus (vgl Duden 2005: 514):

Am 6 Januar 1752 starb Vulpius Vater (Präteritum) Catharina Rosine war im Alter von dreiundzwanzig Jahren gestorben (Plusquamperfekt) Statt das Perfekt: Catharina Rosine ist im Alter von dreiundzwanzig Jahren gestorben

Kurzzusammenfassung der Funktionen der Zeitform „Perfekt“

(Abkürzungen: H/B = Helbig / Buscha, G/HL = Götze / Hess-Lüttich, SF/S = Sommerfeldt / Starke)

Vergangenes Geschehen (auch mit resultativem

Charakter: Das Geschehen bis zur Sprechzeit)

Das Perfekt drückt in Fragesätzen der

Vergangenheit aus

+

Perfekt als das Präteritumperfekt in einem Text

mit dem Präteritum als Grundtempus dienen

2.3.5.1 Form

Trang 39

Die Form ist fast wie die Form des Perfekts, der Unterschied zum Perfekt besteht darin, dass das Hilfsverb haben und sein nicht im Präsens, sondern im Präteritum vorkommt und zwar

das Plusquamperfekt bildet man mit dem Präteritum von „haben“ oder „sein“ und dem

Partizip II des Vollverbs: Bildung des Plusquamperfekts = haben/sein (Präteritum) + Partizip

II

- Regelmäßige Verben zum Beispiel: tanzen vs reisen

Infinitiv haben sein

Ich hatte getanzt war gereist

Du hattest getanzt warst gereist

er/sie/es hatte getanzt war gereist

Wir hatten getanzt waren gereist

Ihr hattet getanzt wart gereist

sie/Sie hatten getanzt war gereist

Tabelle 20: Konjugation der regelmäßigen Verben im Plusquamperfekt

- Unregelmäßige Verben: sprechen vs fahren

Infinitiv haben sein

ich hatte gesprochen war gefahren

du hattest gesprochen warst gefahren

er/sie/es hatte gesprochen war gefahren

wir hatten gesprochen waren gefahren

ihr hattet gesprochen wart gefahren

sie/Sie hatten gesprochen waren gefahren

Tabelle 21: Konjugation der unregelmäßigen Verben: „sprechen“ und „fahren“

2.3.5.2 Funktion

- Zur Bezeichnung eines vorvergangenen Geschehens, eines Sachverhalts, der vor einem anderen geschehen ist, Ereigniszeit liegt vor Referenzzeit, Referenzzeit vor Sprechzeit und hier ist die Temporalangabe notwendig (vgl Helbig / Buscha 2018: 136),

z.B Gestern hatte er das Buch schon wieder zurückgegeben (= als ich ihn gestern traf /

anrief.)

- zur Bezeichnung eines vergangenen Geschehens mit resultativen Geschehens in der

Vergangenheit, Betrachtzeit und Sprechzeit sind identisch, beide liegen nach der Aktzeit (vgl

Helbig / Buscha 2018: 137), z.B Er hatte (gestern) seine Mütze verloren → (Seine Mütze

war weg.)

Trang 40

- Meistens wird das Plusquamperfekt gebraucht, lediglich um Vorzeitigkeit gegenüber dem Präteritum oder Perfekt auszudrücken (vgl Vaitekūnienė/Girdenienė 2001: 24 und Götze

2005: 87), z.B Er hatte gerade den Fernsehapparat eingeschaltet, da klingelte das Telefon

- In einem zeitlichen Verhältnis zum Präteritum steht das Plusquamperfekt, ähnlich dem Verhältnis des Perfekts zum Präsens (vgl Vaitekūnienė/Girdenienė 2001: 24 und Götze

2005: 102): Nachdem er gegessen hatte, rauchte er eine Zigarette

- Der Bezugszeitpunkt mit einem Temporaladverb oder einen Temporalsatz wird

angegeben (vgl Götze 2005: 102): Als er abfahren wollte, hatte es angefangen zu schneien

Kurzzusammenfassung der Funktionen der Zeitform „Plusquamperfekt“

(Abkürzungen: H/B = Helbig / Buscha, G/HL = Götze / Hess-Lüttich, SF/S = Sommerfeldt / Starke)

Meistens das Plusquamperfekt gebraucht,

lediglich um Vorzeitigkeit gegenüber dem

Präteritum oder Perfekt auszudrücken

+

Tabelle 22: Kurzüberblick über die Funktionen des Plusquamperfekts

2.3.6 Das Futur I

Das Futur I ist eine analytische Zeitform, in der man sich auf etwas bezieht, das nur in der Vorstellung existiert Das Futur I drückt deshalb oft aus, was man erwartet, vermutet, voraussieht (vgl Sommerfeldt / Starke: 1998: 67 und Hentschel / Weydt 2003: 102)

2.3.6.1 Form

Im Deutschen wird das Futur I durch werden plus Infinitiv gebildet: Futur I = werden +

Infinitiv, zum Beispiel: Sie wird heiraten

werden Infinitiv: finden

ich werde finden

du wirst finden

er/sie/es wird finden

wir werden finden

ihr werdet finden

sie/Sie werden finden

Tabelle 23:Form der Zeitform „Futur“

Ngày đăng: 14/04/2021, 12:09

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