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Thành ngữ có từ ngữ chỉ động vật trong tiếng đức và tiếng việt một nghiên cứu so sánh đốI chiếu qua ví dụ chóvà mèoxét từ bình diện ngôn ngữ và văn hoá

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Thành ngữ có từ ngữ chỉ động vật trong tiếng đức và tiếng việt một nghiên cứu so sánh đốI chiếu qua ví dụ chóvà mèoxét từ bình diện ngôn ngữ và văn hoá Thành ngữ có từ ngữ chỉ động vật trong tiếng đức và tiếng việt một nghiên cứu so sánh đốI chiếu qua ví dụ chóvà mèoxét từ bình diện ngôn ngữ và văn hoá luận văn tốt nghiệp thạc sĩ

Trang 1

NATIONALUNIVERSITA T HANOI HOCHSCHULE FU R FREMDSPRACHEN ABTEILUNG FU R POSTGRADUALE STUDIEN

NGUYỄN THỊ THIÊN TRANG

VIETNAMESISCHE UND DEUTSCHE PHRASEOLOGISMEN

MỘT NGHIÊN CỨU SO SÁNH ĐỐI CHIẾU QUA VÍ DỤ “CHÓ” VÀ “MÈO”,

XÉT TỪ BÌNH DIỆN NGÔN NGỮ VÀ VĂN HOÁ

MASTERARBEIT

im Studiengang Linguistik Fachbereichsnr.: 8220205.01

Hanoi - 2020

Trang 2

NATIONALUNIVERSITA T HANOI HOCHSCHULE FU R FREMDSPRACHEN ABTEILUNG FU R POSTGRADUALE STUDIEN

NGUYỄN THỊ THIÊN TRANG

VIETNAMESISCHE UND DEUTSCHE PHRASEOLOGISMEN

MỘT NGHIÊN CỨU SO SÁNH ĐỐI CHIẾU QUA VÍ DỤ “CHÓ” VÀ “MÈO”,

XÉT TỪ BÌNH DIỆN NGÔN NGỮ VÀ VĂN HOÁ

MASTERARBEIT

im Studiengang Linguistik Fachbereichsnr.: 8220205.01 betreut von: Dr Le Tuyet Nga

Unterschrift: _

Hanoi - 2020

Trang 3

EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG

Hiermit erkläre ich, dass ich diese Masterarbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe sowie die Stellen der Arbeit, die in anderen Werken dem Wortlaut oder dem Sinn nach entnommen sind, durch Angaben der Quellen sichtbar gemacht wurden Die Arbeit wurde auch bisher nie in gleicher oder vergleichbarer Form veröffentlicht

_

Ort, Datum

_

Unterschrift

Trang 4

Des Weiteren möchte ich mich bei allen Kolleginnen und Kollegen der Abteilung für Deutsche Sprache, insbesondere Herrn Dr Lê Hoài Ân, für die Unterstützung und Motievierung bei dem Erstellen dieser Arbeit

Ebenfalls möchte ich mich bei meinen Kommilitonen Lê Hồng Vân und Trần Thị Thu Hà bedanken, die mir mit viel Geduld, Hilfsbereitschaft zur Seite standen Bedanken möchte ich mich für die zahlreichen interessanten Debatten und Ideen, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass diese Masterarbeit in dieser Form vorliegt

Nicht zuletzt gebührt ein ganz spezieller Dank meiner lieben Familie für die bedingungslose Unterstützung während meines ganzen Studiums Auch in schwierigen Phasen sind sie für mich da, mich motivieren und verstärken

Hanoi, 30.08.2020

Trang 5

ZUSAMMENFASSUNG

In dieser Arbeit geht es um einen Vergleich aus linguistischen und kulturellen Sicht zwischen Phraseologismen mit Tierbezeichnung „Hund“ und „Katze“ im Vietnamesischen und Deutschen Es ziel darauf ab, die Formen und ihre sprachspezifischen Merkmale darzustellen und die Symbole der „Hund“ und

„Katze“ sowie kulturelle Einflüsse herauszufinden Ein Korpus wurde erstellt, in dem nur Phraseologismen mit „Hund“ und „Katze“ als repräsentative Tiere für die empirische Untersuchung ausgewählt werden

Nach der Analyse des Korpus wurde festgestellt, das die Phraseologismen mit Tierbezeichnung „Hund“ und „Katze“ in beider Sprachen haben verschiedenen Formen, auf vietnamesisch meist Phraseologismen mit prädikativen Konstruktionen und Wortpaare, auf deutsch jedoch Verbalphrasen Aus der kulturellen Sicht ist es klar zu sehen, dass die Tierbezeichnung als Strukturkomponenten der Phraseologismen national-spezifisch sind und das Erlernen ihres Gebrauchs von großer Bedeutung ist, denn sie gehen auf die nationalen kulturspezifischen Symbolen zurück

Trang 6

INHALTSVERZEICHNIS

EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG i

DANKSAGUNG ii

ZUSAMMENFASSUNG iii

AKKÜRZUNGSVERZEICHNIS vi

ABBILDUNGSVERZEICHNIS vii

TABELLENVERZEICHNISv viii

1 Einleitung 1

1.1 Themenwahl und Problemstellung 1

1.2 Forschungsfragen und Zielsetzung 2

1.3 Forschungsstand 2

1.4 Aufbau der Arbeit, Vorgehensweise und Methoden 4

2 Phraseologie 6

2.1 Phraseologische Grundbegriffe 6

2.1.1 Zum Begriff Phraseologie 6

2.1.2 Zum Begriff Phraseologismus 7

2.1.3 Zur Abgrenzung von Sprichwörtern 8

2.2 Eigenschaften der Phraseologismen 10

2.2.1 Polylexikalität 10

2.2.2 Stabilität/Festigkeit 11

2.2.3 Idiomatizität 14

2.2.4 Expressivität 17

2.2.5 Lexikalisierung und Reproduzierbarkeit 18

2.3 Klassifikation der Phraseologismen 18

2.3.1 Klassifikation nach H Burger 19

2.3.2 Klassifikation nach Fleischer 22

2.3.3 Klassifikation nach Hoàng Văn Hành 25

2.4 Spezielle Gruppe der Phraseologismen 29

Trang 7

2.4.1 Komparative Phraseologismen 30

2.4.2 Phraseologische Wortpaare 39

3 Tiere und ihre Symbolik in den vietnamesischen und deutschen Kulturen 40

3.1 Der Hund 41

3.1.1 Der Hund in der vietnamesischen Kultur 41

3.1.2 Der Hund in der deutschen Kultur 44

3.2 Die Katze 45

3.2.1 Die Katze in der vietnamesischen Kultur 45

3.2.2 Die Katze in der deutschen Kultur 48

4 Empirische Untersuchung 49

4.1Eine Vorstudie: Die Häufigkeit der Tierbezeichnungen in den Phraseologismen 49

4.1.1 Die Häufigkeit der Tierbezeichnungen in den vietnamesischen hraseologismen 50

4.1.2 Die Häufigkeit der Tierbezeichnungen in den deutschen Phraseologismen 52

4.1.3 „Hund“ und „Katze“ als die meist verwendeten Tiere beider Sprachen 52

4.2 Phraseologismen mit Tierbezeichnung „Hund“ 53

4.2.1 Klassifikation der Phraseologismen 53

4.2.2 Expressivität der Phraseologismen mit Tierbezeichnung „Hund“ 62

4.2.3 Symbolik des „Hundes“ 63

4.3 Phraseologismen mit der Tierbezeichnung „Katze“ 67

4.3.1 Klassifikation der Phraseologismen 67

4.3.2 Expressivität der Phraseologismen mit Tierbezeichnung „Katze“ 72

4.3.3 Symbolik der “Katze” 73

5 Schlussfolgerung und Ausblick 77

LITERATURVERZEICHNIS 80

Anhang: Phraseologismen mit Tierbezeichnung „Hund“ und „Katze“ I

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AKKÜRZUNGSVERZEICHNIS

bzw : beziehungsweise

d h : das heißt

m E : meines Erachtens usw : und so weiter

z B : zum Beispiel i.d.R : in der Regel

ca : circa vgl : vergleichen

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ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Elemente eines komparativen Phraseologismus (vgl Burger 2010: 46) 21

Abbildung 2: Klassifikation der Phraseologismen nach Burger (2010) - Eigene Darstellung 22

Abbildung 3: Übersichtstabelle der festgeprägten prädikativen Einheiten 24

Abbildung 4: Semantische Klassifikation (vgl Hoàng Văn Hành 2010: 48) 26

Abbildung 5: Strukturelle Klassifikation (vgl Hoàng Văn Hành 2010: 49) 26

Abbildung 6: die Grundtypen der metaphorischen Phraseologismen mit asymmetrischer Struktur (vgl Burger 2010: 96) 28

Abbildung 7: Die einzelnen Elemente in einem Äquativvergleiche (Thurmair 2001: 1) 31

Abbildung 8: Vergleichstruktur mit verschiedenen Terminologien der Elemente 33

Abbildung 9: Formen des normalen Vergleiches 35

Abbildung 10: Nghe im 17 Jahrhundert (Ha Hiep 2015) 42

Abbildung 11: Lao Hac und sein Hund in der Kurzgeschichte von Nam Cao 43

Abbildung 12: Das berühmte Dong Ho-Volksgemälde „Mäusehochzeit“ 47

Abbildung 13: Katze und Hund in deim Volkslied 47

Trang 10

TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1: Phraseologismen und Sprichwörter im Vergleich (vgl Nguyen Dinh Hung 2007: 12) 10 Tabelle 2: Elemente eines vollständigen Vergleiches (vgl Nguyen The Lich 2009: 1ff.) 31 Tabelle 3: Elemente eines unvollständigen Vergleiches (normale Reihenfolge) 31 Tabelle 4: Elemente eines unvollständigen Vergleiches (nicht normale Reihenfolge) 32 Tabelle 5: Elemente eines normalen Vergleiches nach der Struktur von Hoang Van Hanh (vgl Nguyen The Lich 2009: 5f.) 32 Tabelle 6: Funktion der Ausgangsbegriffe eines komparativen Phraseologismus 35 Tabelle 7: Elemente eines vollständigen Vergleiches (nicht normale Reihenfolge) 37 Tabelle 8: Übersichtstabelle über die verschiedenen Terminologien der Elemente eines Vergleichs 38 Tabelle 9: Vergleichstabelle der phraseologisierten Wortpaaren verschiedener Autoren 40 Tabelle 10: Die Anzahl der häufigsten vorkommenden Tiere in den untersuchenden vietnamesischen Phraseologismen 50 Tabelle 11: Die häufigsten vorkommenden Tiere in den vietnamesischen Phraseologismen verschiedener Autoren im Vergleich 50 Tabelle 12: Die häufigsten vorkommenden Tiere in den untersuchenden deutschen Phraseologismen 52 Tabelle 13: Die häufigsten vorkommenden Tiere in den vietnamesischen und deutschen Phraseologismen im Vergleich 52 Tabelle 14: Klassifikation der Phraseologismen mit „Hund“ nach formalem Kriterium 53 Tabelle 15: Struktur der vietnamesischen komparativen Phraseologismen mit

„Hund“ 55 Tabelle 16: Struktur derdeutschen komparativen Phraseologismen mit „Hund“ 55

Trang 11

Tabelle 17: Funktion des Vergleichs in den komparativen Phraseologismen mit

„Hund“ 56 Tabelle 18: Klassifikation der anderen Phraseologismen mit „Hund“ im Vietnamesischen und Deutschen 61 Tabelle 19: Expressivität der vietnameischen und deutschen Phraseologismen mit

„Hund“ 62 Tabelle 20: symbolische Bedeutung des Hundes in den vietnamesischen und deutschen Phraseologismen 65 Tabelle 21: Gemeinsamkeiten und Unterschiede der symbolischen Bedeutungen des Hundes in den vietnamesischen und deutschen Phraseologismen 65 Tabelle 22: Klassifikation der Phraseologismen nach formalem Kriterium 67 Tabelle 23: Struktur der vietnamesischen komparativen Phraseologismen mit

„Katze“ 68 Tabelle 24: Struktur der deutschen komparativen Phraseologismen mit „Katze“ 68 Tabelle 25: Funktion des Vergleichs in den komparativen Phraseologismen mit

„Katze“ 69 Tabelle 26: Klassifikation der anderen Phraseologismen mit „Katze“ im Vietnamesischen und Deutschen 72 Tabelle 27: Expressivität der vietnamesischen und deutschen Phraseologismen mit Bezeichnung „Katze“ 73 Tabelle 28: Symbolische Bedeutung der Katze in den vietnamesischen und deutschen Phraseologismen 75 Tabelle 29: Gemeinsamkeiten oder Unterschiede der symbolischen Bedeutungen der Katze in den vietnamesischen und deutschen Phraseologismen 76

Trang 12

1 Einleitung

1.1 Themenwahl und Problemstellung

Aufgrund der Globalisierung ist es fast unabdingbar, sich mindestens eine Fremdsprache anzueignen Spracherlernen bedeutet nicht nur die Beschäftigung mit linguistischen Aspekten, sondern auch das Kennenlernen einer anderen Kultur Die Erfassung der wichtigen und typischen Merkmale einer Kultur erleichtert den Lernenden vor allen Dingen die Kommunikation mit dem Gegenüber aus einer fremden Kultur

Phraseologismen gelten nicht nur als komplexe sprachliche Einheiten, sondern sie gehören zusätzlich zu den wichtigsten und unersetzlichen Teilen der Kultur einer Komunikationsgemeinschaft Außerdem stellen sie ein sowohl zeit- als auch kulturübergreifendes Phänomen dar Daher werden sie meisten benutzt, um die Lebensanschauung und Lebensweisheiten von Menschen auszudrücken

In den Phraseologismen kommen oft Tiere vor Die Ursache liegt darin, dass sie oftmals Gefährten der Menschen sind und in jeder Kultur wichtige Rollen spielen

Zum Beispiel wird in Deutschland gesagt: Die großen Fische fressen die kleinen, und in Vietnam: cá lớn nuốt cá bé (große Fische fressen kleine Fische); oder in Deutschland: wie ein Pferd arbeiten aber in Vietnam: làm như trâu (arbeiten-wie-

Wasserbüffel) Es ist durchaus möglich, dass in verschiedenen Kulturen manchmal

gleiche oder verschiedene Tierbezeichnungen verwendet werden, um denselben Sachverhalt zum Ausdruck zu bringen Und warum die Vietnamesen in dem

vorgenannten Beispiel Wasserbüffel statt wie in Deutschland Pferd als

idiomatisches Bild benutzen, hat seinen Ursprung in den Einflüssen der kulturellen Unterschiede Der Vergleich von Tierbildern in den Phraseologismen würde auch zum Teil einen bedeutenden Beitrag zur kontrastiven Linguistik leisten

Aus diesen Gründen wurden die deutschen und vietnamesischen Phraseologismen mit Tierbezeichnungen im Vergleich als Forschungsgegenstand der vorliegenden Masterarbeit gewählt

Trang 13

1.2 Forschungsfragen und Zielsetzung

Die vorliegende Arbeit wirft die Frage auf, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es zwischen den deutschen und vietnamesischen Phraseologismen mit Tierbezeichnungen, nämlich „Hund“ und „Katze“, gibt Um diese Forschungsfrage

zu beantworten, konzentriert sich die Arbeit auf einen Vergleich aus linguistischer und kultureller Sicht und dabei sind folgende Teilfragen schrittweise zu behandeln:

- Wie werden die Phraseologismen mit „Hund“ und „Katze“ klassifiziert? Welche Formen kommen am häufigsten vor? Welche sprachspezifischen Merkmale liegen zugrunde?

- Welche auf Menschen und Situationen übertragbaren Eigenschaften werden den Hunden und Katzen zugeschrieben? Üben kulturelle Unterschiede einen Einfluss auf die Symbolik der Tiere in den Phraseologismen der beiden Sprachen aus?

Es setzt sich um Ziel, sich in erster Linie auf die bestehende Theorie zu konzentrieren und darüber hinaus die Tierbilder in Phraseologismen im Deutschen und Vietnamesischen zu vergleichen Der Vergleich sollte anhand eines Korpus, der aus gesammelten Phraseologismen erstellt wird, durchgeführt werden

1.3 Forschungsstand

Phraseologismus ist seit langer Zeit ein attraktiver Forschungsgegenstand geworden und darüber stehen viele Materialien zur Verfügung Dazu zählen Monografien, Promotionsarbeit und Masterarbeit

Auf Vietnamesisch werden die theoretische Grundlage über Phraseologie im Thành

ngữ học tiếng Việt von Hoàng Văn Hành (2004) geschrieben Hierbei handelt es

sich um ein weitreichendes Ergebnis, was man unter Phraseologismus versteht, und welche Merkmale weisen sie auf Das Buch gilt auch als die erste wissenschaftliche Untersuchung vietnamesischer Phraseologismen Nguyễn Nhã Bản (2003)

verdeutlicht in seinem Buch: Cuộc sống của thành ngữ, tục ngữ trong kho tàng ca

dao người Viêt die Art und Weise, wie die Phraseologismen und andere verwandten

Gattungen im Alltagsleben benutzt werden Trần Đình Trụ (2005) erklärt die

Trang 14

Bedeutungen der Phraseologismen sowie ihre Herkunft in seinem Werk: Thành

ngữ, tục ngữ lược giải

Die Erforschung der Phraseologismen hat in Deutschland eine lange Tradition Auf

Deutsch gelten Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache von Fleicher, W (1997), Phraseologie Eine Einführung am Beispiel des Deutschen von Burger, H (2010) und Basiswissen deutsche Phraseologie von Donalis, E (2009) als bekannte

Werke in diesem Bereich Die Autoren haben über Phraseologie im Allgemeinen geschrieben und betrachten sie in allen Aspekten, zum Beispiel Klassifikation, Merkmale der Phraseologismen

In der letzten Zeit interessieren sich Wissenschaftler vor allem für kontrastiven Vergleich Zur Verfügung stehen viele Arbeiten, in denen die deutschen Phraseologismen mit Tierbezeichnung und dieselben in anderer Sprache

interkulturell-in Vergleich setzen In der Studie Symbole interkulturell-in Sprachen und Kultur Studien zur

Phraseologie aus kultursemiotischer Perspektive von Dobrovolskij, D./Piirainen, E

wurden die bekannten Symbole der Phraseologie aus den sieben Sprachen untersucht Davon verbindet sich eine besonders Symbolik mit Tieren Es wurde festgestellt, dass die symbolische Bewertung des Tiers stark auf der Kenntnis der Natur und jener Kulturologeme beruht

In Hinsicht auf kontrastiven Vergleich der Phraseologismen im Vietnamesisch und

anderen Sprache sind viele Forschungswerke geschrieben, wie Đối chiếu thành ngữ,

tục ngữ thông dụng trong tiếng Việt và tiếng Pháp : Xét trên bình diện ngôn ngữ và văn hoá von Trần Đình Bình (2012), Đôi chiếu thành ngữ Nga - Việt trên bình diện giao tiếp von Nguyễn Xuân Hòa (1996), Ngữ nghĩa của thành ngữ - tục ngữ có thành tố chỉ động vật trong tiếng Anh (trong sự so sánh đôi chiếu với tiếng Việt)

von Phan Văn Quế (1996)

Bis zum Zeitpunkt meiner Untersuchung stehen sehr wenig Materialien zum Teil über kontrastiven Vergleich im Deutschen und Vietnamesischen Nguyễn Văn Trào (2014) von HANU beschäftigt sich mit den Tierbezeichnungen in den vietnamesischen und englischen Phraseologismen Die Untersuchungsergebnisse

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zeigen, dass jedes Tier in beiden Kulturen eignene Kulturspezifik zeigt Lê Tuyết Nga (2010) von VNU hat über deutsche und vietnamesische Phraseologismen und Sprichwörter im Vergleich untersucht Die Studie konzentriert sich auf sowohl linguistische als auch kulturelle Aspekte Daneben zählt eine Forschungsarbeit

Komparative Phraseologismen mit Tierbezeichnungen im Deutschen und im Vietnamesischen im Vergleich von Lã Thị Thanh Nga (2011) Sie beschäftigt sich

vorwiegend mit den Eigenschaften der Tiere in komparativen Phraseologismen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Tiere in den komparativen Phraseologismen viele Bedeutungen im negativen Sinn haben

Allerdings gibt es bis zu diesem Zeitpunkt noch keine intensive Forschungsarbeit, deren Schwerpunkt in den vietnamesischen und deutschen Phraseologismen mit Tierbezeichnung liegt, die aus der linguistischen und kulturellen Sicht untersucht wurde Aus diesen Gründen scheint es sinnvoll, eine Arbeit zu erfassen, in der sowohl die theoretische Grundlage als auch die empirische Untersuchung der Phraseologismen in beiden Sprachen dargestellt werden

1.4 Aufbau der Arbeit, Vorgehensweise und Methoden

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Haupteile Der erste Teil stellt die theoretischen Grundlagen dar Im zweiten Teil wird eine empirische Untersuchung durchgeführt

Im Teil theoretischer Grundlagen werden zuerst die verschiedenen Ansätze aus der vorhandenen Literatur dargestellt und diskursiv diskutiert Der erste Teil der theoretischen Grundlage sollte nicht nur die Definitionen, sondern auch die Merkmale und die Klassifikation der Phraseologismen umfassen Damit zielt er darauf ab, unterschiedliche Auffassungen verschiedener Autoren in beiden Sprachen gegenüberzustellen Dieser Teil der Arbeit basiert meistens auf den wissenschaftlichen Arbeiten, die allgemeine Kenntnisse über Phraseologismen

darstellen Auf Deutsch wurden vorwiegend die Werke Phraseologie der deutschen

Gegenwartssprache von Fleischer, W (1997), Phraseologie: Eine Einführung am Beispiel des Deutschen von Burger, H (2010) und Phraseologie: Eine Einführung

Trang 16

von Palm, C (1997) verwendet Auf Vietnamesisch hingegen gilt das Werk Thành

ngữ học tiếng Việt von Hoàng Văn Hành (2004) als grundlegende Literatur Am

Ende des theoretischen Teils wird auf die Abgrenzung der Phraseologismen von Sprichwörtern eingegangen Zum zweiten theoretischen Bezugsrahmen der Arbeit sollte kurz über die, in den Phraseologismen meist verwendeten Tiere, Hund und Katze, und ihre Symbolik in den jeweiligen Kulturen dargestellt werden Dieser theoretische Teil dient als wichtige Grundlage für die Empirie

Zur empirischen Untersuchung dienen die Sammlungen der Phraseologismen im Deutschen und Vietnamesischen als verwendetes Korpus Zur Untersuchung

werden im Deutschen drei Bände Das große Lexikon der sprichwörtlichen

Redensarten von Röhrich (1994) mit ca 15000 Belegen bzw Redewendungen Wörterbuch der deutschen Idiomatik von Duden (2013) mit ca 10000 Belegen und

im Vietnamesischen Từ điển thành ngữ và tục ngữ von Nguyễn Lân (2017) mit ca

9700 Belegen bzw Thành ngữ tiếng Việt von Nguyễn Lực/Lương Văn Đang (2009)

mit ca 4000 Belegen als einschlägige Lexika herangezogen

Bei der Beschäftigung mit den empirischen Daten sollen alle Phraseologismen mit mindestens einer Tierbezeichnung in das erste Korpus aufgenommen werden Zum

Beispiel: Da liegt der Hase im Pfeffer oder bẩn như trâu đầm – dreckig wie ein

Wasserbüffel Der nächste Schritt wäre die Datenaufbereitung mit dem

Quantifizierungsverfahren als entscheidende Methode Die Phraseologismen mit Tierbezeichnungen werden präzise sortiert, um zu wissen, wie häufig jede Tierbezeichnung in Phraseologismen eintritt Danach sollen die zehn Tierbezeichnungen, die am häufigsten in jeder Sprache vorkommen, ausgewählt und statistisch dargestellt werden Es zielt darauf ab, einen kontrastiven Vergleich darzustellen, welche Tiere in den beiden Sprachen am häufigsten vorkommen, und welche eher exklusiv in einer der jeweiligen Sprachen auftreten Durch diese Vorstudie zielt es darauf ab, das Thema möglichst sinnvoll einzugrenzen und dadurch ein bedeutendes Ergebnis herausziehen zu können Danach folgt das korpusanalytische Verfahren als Kern dieser Arbeit Als Erstes ist eine

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Klassifikation der Phraseologismen mit den meist verwendeten Tieren für bedeutungsvoll gehalten wurden Zum Zweiten sollte die symbolische Bedeutung der ausgewählten Tiere aus kultureller Sicht erschlossen werden Es dient dazu, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den deutschen und vietnamesischen Phraseologismen mit den meist verwendeten Tieren herauszuarbeiten

2 Phraseologie

2.1 Phraseologische Grundbegriffe

2.1.1 Zum Begriff Phraseologie

In diesem Kapitel wird eine erste Einsicht in theoretische Grundlagen der Phraseologie gegeben Es wird dargelegt, wie Phraseologie im engeren oder weiteren Sinn betrachtet wird

Im engeren Sinn nahm Palm (1997: 1) in ihrem Buch die Stellung: „Phraseologie ist die Wissenschaft oder Lehre von fester Wortbildung einer Sache ist, die in System und Satz Funktion und Bedeutung einzelner Wörter (Lexeme) übernehmen können“ (Palm 1997: 1) Unter Phraseologie versteht Burger (2010: 11) auch eine Teildisziplin der Linguistik, die sich mit Phraseologismen befasst Sie ist doppeldeutig, nicht nur als Begriff gilt, sondern bennent auch den Objektbereich der wissenschaftlichen Disziplin zusammenfassend

Fleischer (1997) setzte sich kritisch in seinem wissenschaftlichen Werk mit Auffassungen verschiedener Autoren zum Begriff der Phraseologie vom 17 Jh bis

zu der Gegenwart auseinander Die Mehrheit der Wissenschaftler ist der Meinung, dass Phraseologie die Gesamtheit der entweder in einer Sprache oder einem Autor eigentümliche Redensarten ist (vgl Schmitz 1972 zitiert nach Fleischer 1997: 2), oder „Idioms als eigentümliche Mundart“ (Weigand-Hirt 1909/10: I 914 zitiert nach Fleischer 1997: 2) Hier wird herausgezogen, dass man seit langer Zeit Phraseologie unter mündliche Übertragung betrachtet hat Fleischer vertrat auch seine Ansicht mit zwei Bedeutungsvarianten der Phraseologismen Zum einen nannte er sie die sprachwissenschaftliche Teildisziplin, die sich mit der Erforschung der Phraseologismen beschäftigt Zum anderen ist sie der Bestand von Phraseologismen

in einer bestimmten Einzelsprache (vgl Fleischer 1997: 3)

Trang 18

Bis heute ist Phraseologie in Vietnam trotz häufiger Benutzung im Alltagsleben noch ein nahezu unerforschter Bereich Hoàng Văn Hành ist einer der ersten Linguisten, die sich mit Phraseologismen beschäftigen Bis in die heutige Zeit ist ihm noch nicht gelungen, Phraseologie als einen eigenständigen Forschungszweig

in der Linguistik zu behaupten, also sie von der Lexikologie abzugrenzen (vgl Hoàng Văn Hành 2010: 10)

Zusammengefasst wird Phraseologie sowohl von deutschen als auch von vietnamesischen Linguisten immer noch als ein Teildisziplin der Linguistik betrachtet

2.1.2 Zum Begriff Phraseologismus

Zum Begriff Phraseologismen vertreten viele Autoren fast gleiche Auffassungen Palm (1997) betrachtete Phraseologismen aus zwei Aspekte, nämlich im engeren und weiteren Sinn Im engeren Sinn sind Phraseologismen ein Mittel zur Erweiterung des Wortschatzes, zur Benennung und Verarbeitung der Welt in der menschlichen Sprachtätigkeit (vgl Palm 1997: 1) Sie hat die Struktur wie eine Wortgruppe, die aus mindesten zwei Komponenten besteht, und hat auch die Bedeutung wie eine freie Wortgruppe (vgl Palm 1997: 2) Im weiteren Sinn hat er Phraseologismen in drei kleine Hauptgruppe sortiert: Sprichwörter, Sagwörter und geflügelte Worte Burger (2010) ist auch der gleichen Meinung, dass Phraseologismen als feste Wortbildung betrachtet wird und freie Bedeutung hat, jedoch klassifizierte er sie nicht in kleinen Gruppen (vgl Burger 2010: 11,13) Sowie im Deutschen würde der Begriff Phraseologismen im Vietnamesischen relativ einheitlich dargestellt Phraseologismen wird als feste Wortgruppe betrachtet, die strukturelle Festigkeit und idiomatische Bedeutung enthält Sie würden am liebsten im alltäglichen Leben verwendet, besonders in den Sagwörtern (vgl Hoang Van Hanh 2004: 27) Laut einem vietnamesischen Wörterbuch versteht Hoang Phe (2003) unter Phraseologismen eine häufige gebrauchte Wortgruppe, die festig ist und deren Bedeutung nicht mit ihren getrennten Wörtern erklärt wird (Hoang Phe 2003: 915) Es wird immer noch umstritten, dass die Abgrenzung der

Trang 19

Phraseologismen von Sprichwörtern im Vietnamesischen nicht klar ist Man verwechselt sie ständig miteinander

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass fast alle Autoren zu einheitlichen Meinungen gekommen, in denen keine große Differenz zu erkennen ist Die wesentliche Gemeinsamkeit sind Festigkeit und Idiomatizität

2.1.3 Zur Abgrenzung von Sprichwörtern

Wenn man verschiedene verwandte Gattungen der Phraseologismen betrachtet, stecht „Sprichwort“ hervor, weil es leicht mit Phraseologismen zu verwechseln scheint Burger gehört zu den wenigen Autoren, die den Standpunkt vertreten, dass Sprichwörter meist auf Grund seiner Polylexikalität, seiner Festigkeit und seiner Idiomatik meist den Phraseologismen zugeordnet werden Sie würden unter der Klasse der referentiellen Phraseologismen mit einem syntaktisch-textgrammatischen Kriterium als Subklasse ausgegrenzt (vgl Burger 2010: 106) Dagegen behaupte Fleischer, dass Sprichwörter keine Phraseologismen sind (vgl Fleischer 1994: zitiert nach Fleischer 1997: 255) Palm zitiert auch in seinem Werk die Auffassung von Röhrich/Mieder, dass Parömiologie den Wissenschaftszweig ist, die die Sprichwörter zum Gegenstand hat (vgl Röhrich/Mieder 1977 zitiert nach Palm 1997: 3) Im Unterschied zu Phraseologismen werden Sprichwörter als

„selbstständige Mikrotexte“ (Burger 2010: 106) verstanden „Sie sind in sich geschlossene Sätze, die durch kein lexikalisches Element an den Kontext angeschlossen werden müssen“ (Norrick 1985: 78 zitiert nach Burger 2004: 106) Fleischer gibt auch über Sprichwörter einige Meinungen von anderen Linguisten:

„die Sprichwörter sind feste Satzkonstruktionen „mit lehrhafter Tendenz“ (Seiler [H.i.O] 1992, 2), die sich „auf das praktische Leben“ (Peukes [H.i.O] 1977, 11) bezieht“ (Fleischer 1997: 76) Darunter wird verstanden, dass alle Sprichwörter wertende und normative Eigenschaften enthalten und im Alltagsleben weit verbreitet benutzt

Im Vienam beschäftigten sich einige Autoren auch mit dem Phänomen

„Sprichwort“ Unter Sprichwort versteht Hoàng Văn Hành einen besonderen Satz,

Trang 20

in dem alltägliche Situationen oder Erfahrungen künstlerisch angegeben werden (vgl Hoàng Văn Hành 2010: 31) Daneben fügt Vũ Ngọc Phan hinzu, dass Sprichwort selbst einen vollständigen Sachverhalt ausdrücken (vgl Vu Ngoc Phan 1978: 37 zitiert nach Hoàng Văn Hành 2010: 31) Laut des vietnamesischen Wörterbuches gelten Sprichwörter als kurze Sätze, die meist Versmaß enthalten und menschlichen Intellekt sowie gesellschaftliche Erfahrungen angeben (Vgl Hoàng Phê 2003: 1062)

Sowohl die deutschen als auch die vietnamesischen Autoren geben eine Reihe von Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Phraseologismus und Sprichwort Burger (2010) zufolge erfüllen Sprichwörter die Grundmerkmale des Phraseologismus: „sie sind polylexikalisch, fest und in unterschiedlichem Grade idiomatisch“ (Burger 2010: 108)

Fleischer gibt auch eine Reihe der Gemeinsamkeiten zwischen Sprichwort und Phraseologismus:

„Sprichwörter haben einen festen, invariablen lexikalischen Bestand, und sie haben

in den meisten Fällen „eine metaphorische, verallgemeinerte Bedeutung“ (TELIJA

1975, 427), die nicht identische ist mit dem unmittelbar im Satz mit geteiltem Sachverhalt Es steckt ein zu erschließender und nicht mit der wörtlichen Bedeutung ohne weiteres gegebener „tieferer Sinn“ darin.“ (Fleischer 1997: 76)

Im Vergleich zu den Phraseologismen stellt Sprichwort eigene Mikrotexte dar, nicht

im Lexikon gespeichert sind und nicht wie lexikalischen Einheiten reproduziert werden (Vgl Fleischer 1997: 76) Außerdem weisen sie keine formalen Möglichkeiten des Anschlusses an den Kontext auf (vgl Häusermann 1977: 113 zitiert nach Fleischer: 76) Ein wichtiger Punkt, in dem Sprichwörter von Phraseologismen abgegrenzt sind, ist das historische Merkmal Die Sprichwörter sind historisch fixiert Der größte Teil der Sprichwörter stammte aus dem Mittelalter Als „Blühzeit des deutschen Sprichworts“ wird allgemein das 15.-16

Jh angegeben Dagegen sind Phraseologismen nicht in dieser Weise historisch begrenzt (vgl Fleischer 1997: 77) Im Großen und Ganzen gibt es im Deutschen immer noch unterschiedliche Ansichten über die Grenze zwischen Sprichwort und

Trang 21

Phraseologismus Manche sind der Meinung, dass Sprichwörter ein Zweig der Phraseologismen

Nguyen Dinh Hung hat in seinem Werk eine Tabelle gegeben, in der die Differenzierung der Phraseologismen und Sprichwörter zusammengefasst sind:

untersuchende

Gesichtspunkte Phraseologismen Sprichwörter

Grammatische

Struktur

feste Wortgruppe vollständige/geschlossene Sätze

Literarische Funktion ästhetische Funktion ästhetische Funktion

kognitive Funktion belehrende Funktion logische Denkweise Begriff ausdrücken Vermutung/Einschätzung

ausdrücken Funktion der

Sprachform

Benennungsfunktion mittelst Wörter und fester Wortverbindungen Ein Phänomen im Bereich der Sprachwissenschaft

Informationsfunktion

Ein Phänomen im Bereich der Soziolinguistik

Tabelle 1: Phraseologismen und Sprichwörter im Vergleich (vgl Nguyen Dinh Hung 2007: 12)

Aus der Tabelle ist zu ersehen, dass Phraseologismen und Sprichwörter einige ähnliche Eigenschaften aufweisen Jedoch besteht eine klare Abgrenzung aus nicht nur grammatischen sondern auch semantischen Sicht Darum gelten sie als zwei verschiedene Disziplinen der Linguistik

Es ist nachdrücklich zu bemerken, dass es leicht ist, die beiden Begriffe miteinander

zu verwechseln Aus diesem Grund ist dieser Teil von großer Bedeutung ist, damit ein richtiges Korpus für die Empirie erstellt wird

2.2 Eigenschaften der Phraseologismen

2.2.1 Polylexikalität

Das erste Merkmal der Phraseologismen würde Polylexikalität genannt Davon spricht man, dass Phraseologismen nicht nur aus einem Wort bestehen, sondern aus zwei oder mehreren Wörtern, die in einer festen Verbindung stehen Es gibt keine obere Grenze der Wortmenge Problematisch ist, was man unter „Wort“ versteht Burger geht aber nicht auf dieses Problem ein I.d.R definiert er nur, dass der Satz als die obere Grenze phraseologischer Wortverbindungen gilt und die untere Grenze nur mindesten zwei Wörter oder minimale Phraseologismen ist (vgl Burger 2010:

Trang 22

15) Darüber hinaus erwähnt Burger zwei Kriterien der Wörter innerhalb eines Phraseologismus, nämlich Synsematika als Funktionswörter und Autosemantika als Inhaltswort

Fleischer (1997) nimmt an, dass Phraseologismen auch als „Wortgruppenlexeme“ oder „Paralexeme“ (d.h Wortschatzeinheiten, die in Form von Wortverbindungen auftreten) (Viehweger 1997: 298, Fix 1979: 6 zitiert nach Fleischer 1997: 63) bezeichnet

Palm erwähnt auch dieses Merkmal aber nicht in einem Kapitel, sondern nur einfach in einem Satz „ein Phrasem hat die Minimalstruktur einer Wortgruppe, d.h

es besteht aus mindesten zwei Einheiten des lexikalischen Systems, Lexemen (Wörtern)“ (Palm 1997: 2)

Hoàng Văn Hành (2004) erwähnt nicht in seiner Arbeit die Polylexikalität als einen Charakter der Phraseologismen

2.2.2 Stabilität/Festigkeit

Festigkeit oder Stabilität ist ein sehr wichtiges Merkmal der Phraseologismen, wodurch man sie von freier Wortverbindung unterscheiden Burger (2010) benutzt den Begriff „Festigkeit“ und behauptet in seiner Arbeit, dass die Gebräuchlichkeit

in einem synchronen Sprachquerschnitt als Grundbedingung der Festigkeit gilt Ein Phraseologismus konnte man verstehen und gebrauchen, ohne die Bedeutung der einzelnen Wörter zu kennen Besonders hat er die Festigkeit in drei Aspekte aufweist, die unten zusammenfassend sind (vgl Burger 2010: 15-29):

(1) Pyscholinguistische Festigkeit

„Der Phraseologismus ist mental als Einheit „gespeichert“ ähnlich wie ein Wort, er kann als ganzer abgerufen und produziert werden“ (Burger 2010: 16) Hier führte Burger ein Beispiel eines Tests zu Bei einer Lücke in einem Phrasem müsste der Versuchsperson ein Wort ergänzen Das Ergebnis zeigt, dass die Person das Wort

im Kopf gespeichert hat und es nur abrufen musste Und es kamm nur ein bestimmtes Wort sein

(2) Strukturelle Festigkeit (Gegenbegriff: freie Wortbildung)

Die Phraseologismen müssen eine (relativ) feste lexikalische Besetzung aufweisen,

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und man kann eine der Komponenten nicht durch anderes bedeutungsähnliches Wort ersetzen (vgl Burger 2010: 22) Jedoch ist die strukturelle-lexikalische Art von Festigkeit sehr stark relativieren Das heißt, es gibt noch zwei Aspekte einer Realivierung der Festigkeit, nämlich

- Variation (usuelle Erscheinung):

bis zum Hals / bis über den Hals

- Modifikation (okkasionelle Erscheinung):

Guter Rat ist teuer / Schlechter Rat ist teuer (als Schlagzeile einer Zeitung)

(3) Pragmatische Festigkeit

Die Festigkeit wird im Hinblick auf typische (mündliche und schriftliche) Kommunikationssituation betrachtet Die Phraseologismen sind „in dem Sinne fest, dass sie in den betreffenden Situationstypen an bestimmten, funktional definierten Stellen auftreten“ (Burger 2010: 28) In manchen Fällen weisen sie auch die strukturelle Festigkeit

Fleischer (1997) gibt unter „Stabilität“ folgende Erläuterung:

„Mit der Idiomatizität hängt es zusammen, dass dem Austausch der phraseologischen Komponenten in der Regel weit engere Grenzen gesetzt sind als in einer freien syntaktischen Wortverbindung In vielen Fällen ist ein solcher Austausch überhaupt nicht möglich; es liegt eine lexikalisch-semantisch Stabilität vor Die Gesamtbedeutung des Phraseologismus ist an die Kombination einzelner konkreter lexikalischer Elemente gebunden und hat in dieser Hinsicht keinen Modellcharakter.“ (Fleischer 1997: 36)

Er erwähnt einige Aspekte von der Stabilität, wie die Nicht-Ersetzbarkeit der landschaftlich-territorialer Dubletten oder das einzige Vorkommen der unikalen Komponenten in den Phraseologismen In diesem Fall sind die Meinungen von Fleischer und Burger teilweise einheitlich, zwar nur aus verschiedener Betrachtungsweise des Problems Außerdem berücksichtigt Fleischer auch die syntaktische Anomalie von Phraseologismen als syntaktisch-struktureller Art der Stabilität, jedoch in verschiedener Hinsicht, zwar einerseits in der syntaktischen Verbindung der Komponenten und andererseits in Beschränkungen der

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Transformation, der transformationellen Defektivität (vgl Fleischer 1997: 47) Er stellt gegenüber Burger noch einen weiteren Aspekt der Stabilität dar, nämlich von nichtidiomatischen Konstruktionen Obwohl scheint dieser Aspekt mit der so genannten Idiomatizität (im Kapitel 2.1.2.3) recht uneinig zu sein, behandelt er ihn trotzdem Sie werden hier als „Nominationstereotype“ (Fleischer 1997: 58) bezeichnet Dauntern sind: nichtidiomatisierte Wortpaare (in der Reihenfolge nichtvertauschbar); Nominale und verbale Klischees; Klischee, die in der mündlichen Kommunikation des Alltags verwendet werden; Wortverbindungen aus Attribut und Substantiv; usw Diese Stereotype weisen die Stabilität durch die Stabilität der entsprechenden Beziehung der außersprachlichen Realität (vgl Fleischer 1997: 61) Aus Grund dessen behaupte Burger wiederum: „Festigkeit ist auch deshalb ein Begriff mit vielen Facetten, weil er aus unterschiedlichen Perspektiven angegangen werden kann Je nach Perspektive ergeben sich unterschiedliche Definitionen und zeigen sich unterschiedliche Symptome“ (Burger 2010: 32)

Hoang Van Hanh (2004) vertritt auch die Meinung, dass die lexikalischen Einheiten

in einem Phraseologismus stabil sind, d.h die Einheiten bleiben während ihrer Benutzung unveränderlich, und werden nicht durch andere Worte ersetzt Ein

Beispiel zu führen ist, dass man nur Chân đăm đá chân chiêu – und nicht Chân phải

đá chân trái benutzt Beide Sätze bedeuten rechtes Bein schießt linkes Bein obwohl đăm und chiêu in der Altersprache phải (recht) und trái (link) bedeuten Aus

syntaktischer Sicht bleiben die Stellungen der Einheiten in einem Satz auch statisch

Dazu liegen folgendes Beispiel vor: tai to mặt lớn (groß - Ohr, groß - Gesicht) und nicht mặt lớn tai to (groß - Gesicht, groß - Ohr) (vgl Hoàng Văn Hành 2004: 28)

Der Grund für diese Merkmale ist vermutlich der intensive Sprachgebrauch der Einheimischen So kann man erklären, dass diese Phraseologismen früher nur freie Wortgruppe waren, die frei benutzt werden Wegen der häufigen Benutzung der mündlichen und schriftlichen Art werden sie aufgenommen und weiter übertragen Jedoch wissen wir, dass es aufgrund der mündlichen Überlieferung viele Varianten

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der Phraseologismen gibt Sie werden durch Hinzufügen weiterer Wörter oder Trennen von Sätzen erneut gebildet und flexibel verwendet Deshalb heißt Stabilität

m E nicht immer stabil, sondern veränderbar unter Akzeptieren in der alltäglichen Kommunikation Daher vergrößern sich die Menge der Phraseologismen im Laufe der Zeit

Es ist zu sehen, dass deutsche und vietnamesische Ansichten über Festigkeit oder Stabilität im Grunde genommen relativ ähnlich sind Es bezieht sich auf sowohl die Elemente als auch ihre Stellungen im Satz Nur dass, deutsche Autoren tiefgehend geforscht und mehr verschiedene Aspekte als vietnamesische Autoren betrachtet haben Dieser kleine Unterschied liegt eventuell in unterschiedlichen Definitionsversuch eines Phraseologismus in den beiden Kulturen (dazu mehr unter Kap 2.1.2)

2.2.3 Idiomatizität

Da diese Studie den Schwerpunkt auf den Stellenwert der Tiere und den engen Zusammenhang zwischen Sprache und Kultur legt, gilt die Idiomatizität als bedeutende Aspekte für die Empirie

Idiomatizität gilt als eines der wichtigsten Merkmale der Phraseologismen, das von allen Autoren betrachtet wurde Durch dieses Merkmal sind Phraseologismen im Vergleich zu allen anderen Wortgruppen besonders In den Phraseologismen besteht meistens „eine Umdeutung oder semantische Transformation, die die Komponenten

im Phrasem erfahren“ (Palm 1997: 9) Palm führt auch ein typisches Beispiel von

Fleischer an: Ich verstehe immer nur Bahnhof, weil er so undeutlich spricht Hier sieht man eine fremde Wortverbindung, nämlich Bahnhof verstehen Nur aus dem Sehen erkennt man hier keine semantische Relation zwischen Bahnhof und

verstehen Aber zur Gesamtbedeutung verstehen wir: nichts verstehen Diese Fälle

kommen sehr oft in den Phraseologismen vor Hier wird von idiomatischer Bedeutung gesprochen, die eine wesentliche Rolle in den Phraseologismen spielt Idiomatizität nach der Meinung von Fleischer (1997) ist der Fall, dass ein irreguläres Verhältnis zwischen der Bedeutung der Wortkomponenten und der

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Bedeutung des ganzen Satzes besteht und die Elemente des Satzes sind nicht an der Gesamtbedeutung beteiligt (Vgl Fleischer 1997: 30)

Burger (2010) betrachtet Idiomatizität sowohl im Weiteren als auch im engeren Sinn In einer weiten Konzeption umfasst sie die strukturellen Anomalien, die enge Beziehung mit dem Merkmal Festigkeit haben Im engeren Sinne verwendet er den Begriff „semantischer Idiomatizität“ – die gleiche Verfassung wie andere Autoren - wenn es Diskrepanz zwischen der phraseologischen Bedeutung und der freien Bedeutung der Komponenten bzw der ganzen Wortverbindung gibt (vgl Burger 2010: 30) Je stärker die Diskrepanz zwischen beiden Bedeutungen ist, desto stärker idiomatisch ist der Phraseologismus Aus diesem Standpunkt ist die Idiomatizität

abstufbar Dabei wird zwischen idiomatische Phraseologismen, teil-idiomatisch

und nicht-idiomatisch unterscheiden Der Phraseologismus einen Streit vom Zaun

brechen ist laut Burger teil-idiomatisch Unter teil-idiomatisch versteht man

darunter, dass eine oder mehr Komponente in einem Phraseologismus ihre

Bedeutung noch beibehält: einen Streit und andere Komponente idiomatisch sind:

vom Zaun brechen Während nicht-idiomatisch durch keine semantischen

Differenzen zwischen phraseologischer und wörtlicher Bedeutung charakterisiert

ist: sich die Zähne putzen (Vgl Burger 2010: 30) Auch Fleischer (1997) und Palm

(1997) geben in ihren Büchern die Einstellungen zu dem Grad der Idiomatizität, dass er manchmal hoch aber manchmal gering ist Allerdings gibt beides nur die

Unterscheidung zwischen vollidiomatische und teilidiomatische Phraseme

Ein sehr wichtiger Aspekt der Idiomatizität ist die Interpretationsbreite, oder sozusagen verschiedene Lesarten Mit der wörtlichen und phraseologischen Lesart entsteht jeweils wörtliche und idiomatische Bedeutung, zwischen denen offenbar

etwas Gemeinsames – ein tertium comparationes (tc) als „Angelpunkt“ (Palm

1997: 10) besteht Hier spricht man von einem metaphorischen Prozess, in dem man

durch ein konkretes Bild die idiomatische Bedeutung vermittelt Es könnte

Metapher auf der Wortebene (ein spezifisches Objekt) oder Satzebene (eine ähnliche, allgemeine, abstrakte Situation):

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Wortebene

das Wüstenschiff => Kamel

der Käfer => Volkswagen

Satzebene

jm über den Mund fahren => jn aggressiv beim Reden unterbrechen

eine lahme Ente sein => ein Mensch, der kein Temperament hat

Und die Metapher „ist nicht nur okkasionelles Mittel für den Ausdruck subjektiven Erlebens im poetischen Sprachgebrauch, sondern auch ein ganz reguläres usuelles Mittel der Nomination, indem geglückte, als treffend empfundene Vergleiche Eingang finden in das lexikalische System einer Sprache“ (Palm 1997: 10ff)

Im Vietnamesischen haben Phraseologismen auch die Vollständigkeit und Idiomatizität als Eigenschaften Weil sie die Merkmale, Eigenschaften eines Sachverhalts vollständig aufweisen Aus diesem Grund gelten sie als Benennungseinheit einer Sprache Es kann hier verstanden werden, dass die Phraseologismen nicht nur auf die wörtliche Bedeutung des Wortes gerichtet sind, sondern auch auf die idiomatische Bedeutung, die durch die Idiomatisierung

entsteht Hoàng Văn Hành (2010) erläutert es anhand eines Beispiels: „nước mắt cá

sấu“ (Krokodilstränen) Das Bild Krokodilstränen vermittelt nicht einfach die

Tränen eines Krokodils (wir wissen sogar nicht genau, ob Krokodil überhaupt weinen können), sondern bezieht sich auf die Person, die Traue und Betroffenheit nur vortäuschen, sie vergössen Krokodilstränen

Er hebt zwei idiomatische Aspekte der Phraseologismen hervor, nämlich Phonetik und Semantik

Wenn man den Reim eines Wortes z.B oe ausspricht, erkennt man einen Vorgang: khóc oe oe (weinen) oder ein ausbreitetes Ding: lòe xòe (ausbreitet

aber unpraktisch) Hier wird verstanden, dass Phonetik nicht nur Form ist, sondern weist auch den Inhalt eines Wortes auf Es ergibt sich jedoch folgendes Problem, dass diese Meinung relativ konventionell ist Das ist nur bedingt richtig, wenn man Sprachgefühl hat, oder sozusagen Muttersprachler ist Es kann nicht jede erkennen und verstehen

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 Semantisch erwähnt er zwei Arten von Umdeutung und die beiden Arten brauchen etwas Gemeinsames als Vergleichspunkt:

(1) Vergleich: nóng như lửa (heißt-wie-Feuer) – ‚sehr heiß„

(2) Metapher: đầu voi đuôi chuột (Kopf-Elefant-Schwanz-Maus) – ‚am

Anfang sehr groß und schön, jedoch am Ende schlecht„

Jedoch unterscheidet er nicht den Grad der Idiomatizität wie andere deutsche

Autoren Das zeigt sich z.B daran, dass lạnh như tiền und nóng như lửa nicht gleich idiomatisch sind Nicht alle Elemente im lạnh như tiền tragen wörtliche Bedeutung Eigentlich hat tiền (Geld) und lạnh (kalt) keine semantische Beziehung,

lạnh – „kalt „ ist eigentlich kein Merkmal von tiền (Geld) Hier hat allerdings eine

Bedeutungsübertragung passiert: kalt hier bedeutet keine Emotion haben

2.2.4 Expressivität

Ein weiteres Merkmal, das häufig als semantische Besonderheit von Phraseologismen gesehen ist, ist der Expressivität Nach Fleischer ist es einer der Hauptfunktionen von Phraseologismen, Expressivität zu transportieren Es gibt einige motivierenden Faktoren, die als Quellen der Expressivität gelten (vgl Fleischer 1997: 164f.):

Bildlicher Charakter z.B den Spieß umdrehen; der schnelle Hirsch

spezielle lautlich-rhythmische Beschaffenheit z.B null und nichtig; toll und voll

 Wortpaare mit semantischem Doppelungseffekt (Doppelung von Synonymen, Antonymen oder Wo rtern mit semantisch komplementa ren Charakter) bei z.B

hegen und pflegen; auf Gedeih und Verderb

Isolierungserscheinungen einzelner Komponenten z.B guter Dinge sein

 Verwendungsbeschra nkungen des Phraseologismus z.B etw sich zu eigen

machen

Burger (2010) bezeichnet die Expressivita t bei Phraseologismen als „konnotativen Mehrwert“ Das ist auch der Punkt, in dem viele Phraseologismen von den nichtphraseologischen Formulierungen abzugrenzen Die folgenden Aspekte spielen eine Rolle (vgl Burger 2010: 81f.):

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Bildhaftigkeit z.B Öl ins Feuer gießen

 Rhetorische Merkmale (Metaphorik, Metonymie und anderen Tropen der

klassischen Rhetorik) z.B Binnenreim Mitgefangen mitgehangen oder Stabreim fix und fertig; gang und gäbe

 Pragmatische Mehrwert, welcher den Verwendungskontext eines gegebenen Phraseologismus bestimmt Das bedeutet, dass man z.B wissen muss, welche Phraseologismen in welcher Situation verwendet werden sollen Kühn (1994:

420 zitiert nach Burger 2010: 82) bezeichnet Phraseologismen pragmatisch

„besonderes geladen“ Nach Burger sind sie insbesondere bewertende Handlungen, dabei überwiegen deutlich die negativen Bewertungen

Einen weiteren Ansatzpunkt zur Expressivität bietet Stubbs (2006, zitiert nach

Hu mmer 38) Es geht die Frage nach, ob die phraseologisierte Einheiten negativ oder positive (oder anderweitig) wertende Aussage treffen Dafür helfen die Bedeutungsbeschreibung sowie die Häufigkeit anderer eindeutig negativ- oder positiv-wertende Ausdrücke im Kontext

2.2.5 Lexikalisierung und Reproduzierbarkeit

Neben Stabilität, Idiomatizität, Expressivisität wird ein anderes Kriterium als Merkmal der Phraseologismen genannt, nämlich Lexikalisierung und Reproduzierbarkeit Das heißt, diese Wortgruppen wurden tendiert im Lexikon gespeichert und beim Gebrauch abgerufen (vgl Fleischer 1997: 62-63) Die Sprachbenutzer erkennt das entsprechende Wortgruppenlexem in den meisten Fällen wieder, ohne ihren Hintergrund zu wissen

Das Kriterium der Reproduzierbarkeit ist es, dass sie nicht immer erneut gebildet, sondern reproduziert als bereits fixierte Mini-Texte werden (vgl Palm 1997: 36)

2.3 Klassifikation der Phraseologismen

Diese Kapitel setzt sich um Ziel, einen Überblick über das klassifikatorische System

in der Phraseologie zu gewinnen und daraus eigene Klassifizierung der Phraseologismen vorzuschlagen

Trang 30

2.3.1 Klassifikation nach H Burger

Nach Burger (2010: 36-58) werden Phraseologismen nach drei Hauptskriterien klassifiziert:

(1) Basisklassifikation:

a) Referentielle Phraseologismen: Es geht hier um die Ausdrücke, die in

Bezug auf Objekte, Vorgänge oder Sachverhalte der Wirklichkeit:

Nominative Phraseologismen (satzgliedwertig) z.B das Schwarze

Brett ‚eine Tafel, an der wichtige und aktuelle Informationen

angebracht sind‟

 Propositionale Phraseologismen

o Feste Phrasen (satzwertig)

o Topische Formeln (satzwertig)

- Sprichwörter z.B Morgenstund hat Gold im Mund

- Gemeinplätze z.B Man lebt nur einmal

b) Strukturelle Phraseologismen: Sie haben nur Funktion als Herstellung der

grammatischen Relation innerhalb der Sprache z.B in der Lage sein; nicht

nur – sondern auch

c) Kommunikative Phraseologismen: die Ausdrücke übernehmen die

Aufgaben der Herstellung der sprachlichen Handlungen, die meist in der

Kommunikation vorkommen z.B Guten Morgen; Ich meine Für diese

Gruppe hat sich der Terminus Routineformel durchgesetzt

Nach der Meinung von Burger sind die strukturellen Phraseologismen am wenigsten interessante Gruppe Im Gegensatz werden die referentiellen Phraseologismen am meisten diskutiert In dieser Gruppe unterscheidet Burger nach Gläser (1990) zwischen nominativen und propositionalen Phraseologismen und darunter noch weiter klassifiziert (siehe oben)

(2) Syntaktische Klassifikation

Dieses Klassifikationskriterium ist für die meisten phraseologischen

Trang 31

Untersuchungen nicht vom großen Interesse (vgl Burger 2010: 42) Allerdings gilt es

m E als ein sinnvolles Kriterium, weil man sichtbar das Kernwort erkennen könnte:

a) Nominale Phraseologismen mit Nomen als Kernwort: Sie redet wie ein

Wasserfall

b) Verbale Phraseologismen mit Verben als Kernwort und als Prädikat im Satz:

jmd streut Sand in die Augen

c) Adjektivische Phraseologismen mit Adjektiv als Kernwort: Sie ist naschhaft

wie eine Katze

Daneben stehen noch andere Klasse, dessen Kernwort die Rolle als Adverb, Präposition oder Konjunktion spielen

Problematisch m E ist hier die Behauptung, ob alle Phraseologismen in der Funktion aufträten, die entsprechender Wortart vorkommt und ob man sie in den richtigen Gruppen zuordnen kann, wenn sie aus mehr als einen Kern besteht

Beispielweise ist es schwierig zu unterscheiden, ob eine Konstruktion

adjektivischen oder substantivischen Kern hat: einen dicken Hund haben In

ähnlicher Weise sind die Konstruktionen präpositionaler Wortgruppe mit sein

schwer zu differenzieren, als präpositionale oder verbale Phraseologismen zu sehen:

unter einem Hund sein

Die Schwierigkeiten der Abgrenzung haben Fleischer (1997) auch in seinem Werk erwähnt, die in dem nächsten Unterkapitel befasst werden

(3) Klassifikation nach speziellen Kriterien

Es handelt sich hier um spezielle Kriterien, um spezielle Gruppe der Phraseologismen zu bilden:

a) Modellbildungen: Sie sind nach einem Strukturschema gebildet, dem eine

konstante semantische Interpretation zugeordnet ist und dessen autosemantische Komponenten lexikalisch freibesetzbar sind (vgl

Häusermann 1977: 30ff zitiert nach Burger 2010: 44): X um Y – Glas um

Glas; von X zu Y – von Tag zu Tag

Feilke (1996) spricht von „idiomatischer Prägung“ der syntaktischen

Trang 32

Struktur (vgl Feilke 1996: 222f zitiert nach Burger 2010: 45):

b) Zwillingsformeln: Phraseologismen wird aus zwei Wörter der gleichen

Wortart und einer Konjunktion gebildet: klipp und klar; fix und fertig

c) Komparative Phraseologismen: enthalten einen festen Vergleich, die meist

mit dem Vergleichssignal wie gebildet werden Dieser Form benötigt drei

Hauptelemente1: jmd flink wie ein Wiesel

Vergleichsobjekt tertium comparationis Vergleichsmaß

Abbildung 1: Elemente eines komparativen Phraseologismus (vgl Burger 2010: 46)

Das Vergleichsobjekt (jmd./etwas) muss als externe Valenz des komparativen

Phraseologismus aufgefasst werden

Dazu werden auch andere Klasse gezählt, wie Kinegramme, geflügelte Worte, Autorphraseologismen, onymische Phraseologismen, phraseologische Termini, Klischees

1 Auch andere Terminologien werden angeführt, mehr unter Kap 2.4.1

Trang 33

Abbildung 2: Klassifikation der Phraseologismen nach Burger (2010) - Eigene Darstellung

2.3.2 Klassifikation nach Fleischer

Eine weitere zentrale Ansicht vertritt Fleischer (1997) Er gibt eine umfassende Darstellung der Klassifikation

(1) Als Erstes unterscheidet er zwischen nominativer und kommunikativer

Phraseologismen

 Die nominative Phraseolexeme lassen sich nach dem Gesichtspunkt der

Idiomatizität in voll- (sich in Haare liegen) und teilidiomatische (einen Streit

vom Zaun brechen) einteilen Nach dem Grad der Stabilität werden

nominative Phraseologismen mit unikaler Komponente (Fersengeld geben)

und ohne unikale Komponente differenziert Schließlich sind sie unter referentiellem Gesichtspunkt zu unterscheiden: die nichtterminologischen

appellativischen (langer Atem), die onymischen (Schwarzes Meer) und die terminologischen (spezifisches Gewicht) Konstruktionen

 Die kommunikativen Formeln „haben nicht nur Satzstruktur, sondern

Trang 34

entsprechen in ihrer Funktion auch Sätzen“ (Fleischer 1997: 126) z.B Da liegt

der Hund begraben!; Sei kein Frosch! Es sind „feststehende Formeln,

Bemerkungen, Ausrufe, die uns die Sprache für bestimmte Situationen gebrauchsfertig zur Verfügung stellt“ (Sanders 1977: 98 zitiert nach Fleischer 1997: 126)

(2) Weiterhin betrachtete er die Phraseologismen unter strukturelle Merkmale

(vgl Fleischer 1997: 85-109) Er unterscheidet die Phraseme in vielen besonderen

Kategorien, wie pronominale Komponente mit dem neutralen Personalpronomen es (es

bringen auf etw.); mit dem Indefinitpronomen einer, eins oder etwas als obligatorischer

Komponente (einen zur Brust nehmen); mit dem Pronomen alle in seiner attributiven Funktion (mit aller Liebe); mit Possessivpronomen: (du wirst dein blaues Wunder nicht

erleben); mit Reflexivpronomen (Wir werden uns keine Blöße geben); mit

Pronominaladverbien mit da (nichts dagegen haben) und mit Numeralia (eins a sein;

nichts bis zu drei zählen können) Darüber hinaus erwähnte er, dass alle

Phraseologismen grundsätzlich mit einer Negation versehen werden können:

Beispiel: (nicht) über den Mund fahren; jn (nicht) unter Druck setzen

Der Typ zugrunde gehen zählte er auch zu einer besonderen Form der

Phraseologismen, wo das Verb als zweite Komponente und eine präpositionale Substantivgruppe als erste Komponente Es handelt sich hier um Konstruktion mit unikaler Komponente:

Beispiel: zustande gehen / kommen / liegen / richten

Als Komponenten der Phraseologismen werden auch Eigennamen eingesetzt, vor allem der Rufname als Familienname:

Beispiel: ein Hans im Glück; die große Hansen

Unter besonderen Strukturtypen von Phraseologismen werden festgeprägte prädikative Konstruktionen, komparative Phraseologismen und phraseologische Wortpaare verstanden:

 Reichsten (1973, 1974 zitiert nach Fleischer 1997: 99ff) unterscheidet drei Typen prädikativer Einheiten und zwar unter drei Aspekte: (L)Aspekt –

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lexikalisch (nach der Stabilität der lexikalischen Füllung); (K)Aspekt – kommunikativ-grammatisch (nach Tempus-, Modusformen, Negation, Frage, Aufforderung u.a.); (S)Aspekt – strukturell-syntaktisch (nach der Satzstruktur) Diese Auffassung weist darauf, dass die prädikativen Einheiten nicht in allen Aspekten eine reguläre eine Veränderung zulassen Die Konstruktionen können unter eine, zwei oder drei obengenannte Aspekte

stabil sind Was hier berücksichtigt ist die festgeprägten prädikativen

Konstruktionen, die unter dem L-Aspekt stabil, unter dem K-Aspekt aber

variabel sind Die syntaktische Minimalstruktur lautet: Substantiv Nom + Verb fin Diese Strukturbesonderheit dieses Typs von Phraseologismen entscheiden sich von den übrigen Phraseolexemen:

Abbildung 3: Übersichtstabelle der festgeprägten prädikativen Einheiten

(Fleischer 1997: 100)

Im Vergleich zu den festgeprägten prädikativen Konstruktionen ist der festgeprägte Satz nicht oder doch nur sehr begrenzt kommunikativ-grammatisch variabel, so dass Reichsten zu den eigentlichen festgeprägten Sätzen auch Sprichwörter, zahlreiche Satzredensarten, geflügelte Worte u.a (vgl Reichsten 1973: 216, Klappenbach 1961: 451 zitiert nach Fleischer 1997: 126)

In semantischer Hinsicht sind die festgeprägten prädikativen Konstruktionen durch Teil oder Vollidiomatizität gekennzeichnet

Daneben spricht Fleischer von phraseologisierte Teilsätze Das sind

Phraseologismen mit Nebensatzstruktur wie wissen, wie der Hase läuft; nicht

wissen, wo einem der Kopf steht

Trang 36

Komparative Phraseologismen werden durch eine besondere semantische

Beziehung gekennzeichnet „Sie werden als Vergleich an ein freies Element

des Satzes fest angeschlossen“ (Fleischer 1997: 103) z.B gesund wie ein

Fisch im Wasser (dazu mehr unter Punkt 2.4.1)

Phraseologische Wortpaare werden durch eine charakteristische Struktur

konstituiert: Die Komponenten sind semantisch verwandt und werden durch

eine Konjunktion (meist und; weder noch .; oder) oder Präposition

verknüpft In meisten Fällen befindet sich eine Reimverbindung (Stab-,

Endreim) Damit sind sie leicht mündlich überliefert geworden z.B durch

dick und dünn; hoffen und harren

Nach dem morphologisch-syntaktischen Merkmal (vgl Fleischer 1997: 138-161)

spricht er von einer Klassifikation von Wortarten oder –klassen Sie sind eigentlich Phraseologismen ohne die festgeprägten prädikativen Konstruktionen Er unterscheidet zwischen:

substantivische Phraseologismen ein krummer Hund ‚ein Betrüger‟

adjektivische Phraseologismen zum Malen schön sein ‚sehr schön„,

adverbiale Phraseologismen an Ort und Stelle sein ‚dort, wo sich die

2.3.3 Klassifikation nach Hoàng Văn Hành

Im Vietnamesischen werden Phraseologismen nach entweder semantisch oder strukturell klassifiziert:

2 Da dieser Klassifikationsversuch innerhalb der vorliegenden Arbeit eine weniger bedeutende Rolle einnehmen, soll hier nicht detaillierter auf die anderen speziellen Abgrenzungen eingegangen werden Zur einigen problematischen Differenzierung siehe Fleischer (1997: 139-142)

Trang 37

Abbildung 4: Semantische Klassifikation (vgl Hoàng Văn Hành 2010: 48)

Abbildung 5: Strukturelle Klassifikation (vgl Hoàng Văn Hành 2010: 49)

Die beiden Klassifikationen sind im Grunde genommen dieselbe, nur aus unterschiedlichen Standpunkten, auf den man sie betrachten (vgl Hoàng Văn Hành 2004: 49) Daher wird die semantische Klassifikation präziser berücksichtigt, denn die ist für die vorliegende Arbeit mehr bedeutend

Komparative Phraseologismen ist eine feste Wortgruppe, ursprünglich aus

Vergleich als sprachlicher Mittel, mit einem idiomatischen Bild Sie gelten als eine der wichtigsten Formen der Phraseologismen Nach Hà Quang Năng (2015) gibt es ungefähr 600 Einheiten (Hà Quang Năng 2015)

Phraseologismen

Komparative Phraseologismen Metaphorische Phraseologismen

Metaphorische Phraseologismen mit

Metaphorische Phraseologismen mit asymmetrischer Struktur

Trang 38

Hoàng Văn Hành (2010) gibt eine allgemeine Struktur: (t) wie B, in dem (t) als Vergleichsaspekt und B als etwas, das zum Vergleich dient, ist t könnte in einigen Fällen nicht zu sehen sein, weil t das typische Merkmal von B ist, die selbst erkannt

worden ist (vgl Hoàng Văn Hành 2004: 97-111)

Metaphorische Phraseologismen haben alle zweistufige Bedeutung, entsprechen

dem Merkmal Idiomatizität (Kap 2.1.2.3):

(1) Grundbedeutung, anders gesagt denotative Bedeutung od wörtliche Bedeutung (2) Nebenbedeutung, anders gesagt konnotative Bedeutung od idiomatische Bedeutung

Diese Art von Phraseologismen wird weiter in zwei Untergruppen unterteilt: symmetrisch und asymmetrisch

Metaphorische Phraseologismen mit symmetrischer Struktur entspricht

tatsächlich die Wortpaare oder sozusagen Zwillingsformeln in den deutschen Phraseologismen Sie bestehen aus vier Elemente, die in zwei Teilen gliedern Diese Teile müssen sowohl semantisch als auch syntaktisch symmetrische Verhältnis zueinander haben Alle solche Phraseologismen wurden nach die zwei Strukturen gebildet (vgl Hoàng Văn Hành 2004: 50-55):

AX + AY: chạy ngược chạy xuôi (hin-rennen-her-rennen)

AX + BY: vào luồn ra cúi – (rein-durchziehen-raus-beugen)

Ein weiteres Merkmal von Phraseologismen ist die Prosodie, meist erzeugt von Parallelismen und Reduplikationen Wie im ersten Beispiel besteht der Satz aus

zwei Teilen mit gegensätzlichen Adverbien ngược (hin) - xuôi (her) enthalten und der Wiederholung des Verbs chạy (rennen)

Metaphorische Phraseologismen mit asymmetrischer Struktur wurde bis zum

jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau und systematisch untersucht Man grenzt sie nur von anderen Gruppen ab, weil sie asymmetrischen Struktur haben

Ausgehend von syntaktischer Struktur hat asymmetrische Phraseologismen zwei Grundtypen:

Trang 39

Abbildung 6: die Grundtypen der metaphorischen Phraseologismen mit asymmetrischer Struktur

(vgl Burger 2010: 96)

Dieses Schema entspricht ungefähr dem Kriterium syntaktisch von Burger (2004), jedoch betrachte Hoàng Văn Hành nicht die Phraseme mit Adverb, Präposition als Kern Der Grund dafür könnte sein, dass diese Arten sehr selten im Vietnamesischen vorkommen Allerdings hat er noch eine Gruppe geteilt, nämlich Phraseologismen mit zwei Kernwörter: Subjekt – Prädikat, die eigentlich

„festgeprägte prädikative Konstruktion“ von Fleischer

Jeder Autor hat eigene Meinungen über die Klassifikation Jedoch ist es offensichtlich zu sehen, dass sie einige Gruppen der Phraseologismen als gemeinsamer Punkt In Anlehnung an Fleischer (1997), Burger (2010) bzw Hoàng Văn Hành (2010) werden die Kriterien in der vorliegenden Arbeit ausgearbeitet, um ein Klassifikationsmodell, das zur empirischen Untersuchung dient, vorzuschlagen:

ein Kernwort

Nomen als Kernwort

mắt cú vọ -

Augen der Eule

Verb als Kernwort

bắt cá hai tay - mit zwei Hände Fische fangen

Adj als Kernwort

trơ mắt ếch - inerte Froschaugen

zwei Kernwörter:

Subjekt - Prädikat

chó ăn vụng bột – der Hund frisst den Brei heimlich

Trang 40

2.4 Spezielle Gruppe der Phraseologismen

Die speziellen Gruppen der Phraseologismen, nämlich Komparative Phraseologismen; phraseologisierte Wortpaare und festgeprägte prädikative Konstruktionen, haben besonders enge Beziehung mit der kulturellen Seite Burger kommentiert z.B die Beziehung zwischen komparativen Phraseologismen und der kulturellen Aspekte folgendermaßen:

„Für die kontrastive Linguistik und Ethnologie sind die phraseologischen Vergleiche aufschlußreich, weil sie Übereinstimmungen und Divergenzen in den Symbolfeldern der Kulturen erkennen lassen […]

Von da aus ließe sich im Rahmen der Volkskunde untersuchen, warum es im Deutschen gerade der Bär ist, der einmal als besonders stark gegolten hat und vielleicht noch gilt, warum im Französischen der Türke mit derselben Eigenschaft ausgestattet wurde usw Man sieht dann z B auch, daß es Vergleiche gibt, die einen kulturgeschichtlichen/volkskundlichen Hintergrund haben, und andere, die mindestens in sprachlichsemantischen Verhältnissen begründet sind (schweigen wie das Grab).“ (Burger 1982: 36)

Daher werden die speziellen Gruppen innerhalb dieser Kapitel besonders berücksichtigt

Ngày đăng: 14/02/2021, 15:04

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