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Strategien zum kulturtransfer am beispiel der vietnamesischen übersetzung des deutschen romans „der geschmack von apfelkernen“ von katharina hagena

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Obendrein befasst sich die vorliegende Arbeit mit einem deutschen Roman, weil der Grund dafür ist, dass ein Roman eine lange ausführliche beschriebene Geschichte... Koller 2004: 90 hande

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Hochschule für Sprachen und Internationale Studien der Vietnamesischen Nationaluniversität Hanoi (VNU-ULIS)

Fakultät für Postgraduierte Studien

TRỊNH THỊ CHÂU

MASTERARBEIT

Strategien zum Kulturtransfer am Beispiel der vietnamesischen Übersetzung des deutschen Romans „Der Geschmack von Apfelkernen“ von Katharina Hagena

Phương pháp chuyển di văn hóa trong bản dịch tiếng Việt tiểu thuyết “Vị Hạt Táo” của

nhà văn người Đức Katharina Hagena

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Hochschule für Sprachen und Internationale Studien der Vietnamesischen Nationaluniversität Hanoi (VNU-ULIS)

Fakultät für Postgraduierte Studien

TRỊNH THỊ CHÂU

MASTERARBEIT

Strategien zum Kulturtransfer am Beispiel der vietnamesischen Übersetzung des deutschen Romans „Der Geschmack von Apfelkernen“ von Katharina Hagena

Phương pháp chuyển di văn hóa trong bản dịch tiếng Việt tiểu thuyết “Vị Hạt Táo” của

nhà văn người Đức Katharina Hagena

Fachrichtung: Germanistik

Fachrichtungscode: 8220205.01

Betreuer: Dr LÊ HOÀI ÂN

HANOI, 2020

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 1

1.1 Themenwahl und Problemstellung 1

1.2 Forschungsfragen und Zielsetzung 2

1.3 Forschungsstand 3

1.4 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise 5

2 Theoretische Grundlagen 2.1 kulturwissenschaftliche Grundlagen 6

2.1.1 Kultur 6

2.1.2 Kulturtransfer 8

2.2 übersetzungswissenschaftliche Grundlagen 9

2.2.1 Definition des Übersetzens 9

2.2.2 expressiver Text und dessen Übersetzungsprobleme 15

2.2.3 Übersetzungsstrategien 18

3 Praktische Untersuchung kulturspezifischer Elemente 36

3.1 Der Roman, das Korpus und die Klassifizierung 36

3.1.1 Der Roman 36

3.1.2 Das Korpus 36

3.1.3 Die Klassifizierung 37

3.2 angewandte Übersetzungsstrategien und Vorschläge zum Übersetzen kulturspezifischer Ausdrücke 39

3.2.1 sinnübertragende Übersetzung 40

3.2.2 wörtliche Übersetzung 47

3.2.3 Die Verwendung zielsprachlicher Anredeformen 49

3.2.4 Nichtübersetzen und Auslassen 54

3.2.5 Verwendung zielsprachlicher Metaphern 59

3.2.6 Sonstiges 61

4 Zusammenfassung und Ausblick 67

5 Literaturverzeichnis 69

6 Anhang 73

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ULIS University for Languages and international Studies (Hochschule

für Sprachen und Internationale Studien)

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Abbildungsverzeichnis:

Abb 7 Farben politischer Parteien in Deutschland 62

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Recht herzlich bedanke ich mich bei Frau Dr Dörte Lütvogt für ihre große und freundliche Hilfe bei der empirischen Untersuchung Darüber hinaus möchte ich auch dem DAAD für die Gewährung eines einmonatigen Forschungsstipendiums und dem Goethe Institut Hanoi für die Bereitschaft zur Änderung des Einsatzplans während meiner Abwesenheit meinen besten Dank ausdrücken

Nicht zuletzt bin ich allen Dozentinnen und Dozenten im Rahmen meines Masterstudiums zu Dank für ihre Unterstützung ụnd Ermutigung für meine akademische Entscheidung verpflichtet

Mein größter herzlicher Dank gilt besonders meinem Mann, der mich ständig ermutigte, indem er fleißig arbeitete und sich um den einjährigen und vierjährigen Sohn kümmerte, damit ich mir während meines Studiums wenige Sorgen um die Kinder und finanzielle Probleme machen musste

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Eidesstattliche Erklärung

Ich versichere an Eides Statt durch meine eigene Unterschrift, dass ich die eingereichte Arbeit selbstständig und ohne fremde Hilfe angefertigt und alle Stellen, die wörtlich oder annähernd wörtlich aus Veröffentlichungen entnommen sind, als solche kenntlich gemacht und mich auch keiner anderen als der angegebenene Literatur bedient habe Diese Versicherung bezieht sich auch auf die in der Arbeit verwendeten Verzeichnungen, Skizzen, bildliche Darstellungen und dergleichen

Hanoi, den 20 Januar 2020 Unterschrift

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1 Einleitung

1.1 Themenwahl und Problemstellung

„[ ] Chẳng phải cái mũi tẹt ấy, vẫn đôi mắt xếch ấy, vẫn cái mặt bủng như vỏ chanh

ấy đấy à?“ (Ngữ Văn 11, Band 1, 168) Da ist die Beschreibung des Königs Khải

Định, der Frankreich anlässlich der Koloniemesse in Marseille zu Besuch war Der Autor Nguyễn Ái Quốc hat von 1917 bis 1923 in Frankreich gelebt Der lange Aufenthalt dort hat bestimmt seinen kulturellen Kenntnisstand bereichert Er hat diese Kurzgeschichte auf Französisch verfasst und beim Übersetzen dieses Textes hat sich Phạm Huy Thông dafür entschieden, eine Entsprechung zwischen

Ausgangstextelement (ATE) „zitronengelb“ und Zieltextelement (ZTE) „bủng như

vỏ chanh“ zu nehmen Vereinfacht gesagt, dass „ATE und ZTE den gleichen

Bezeichnungsinhalt“ (vgl Sulikowska-Fajfer, 149) haben Das dient dem Zweck, dass Empfänger etwas Neues im Vergleich zu ihrer Kultur lernen sollten Im vietnamesischen Kulturkreis denkt man an Grün, wenn man Zitronen hört Tatsächlich ist eine Zitrone gelb, während eine Limette grün ist Diese Translation hat mir einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen Translation eines literarischen Werks scheint, keine einfache Arbeit zu sein Man übersetzt nicht nur die sprachlichen Äußerungen sondern stellt auch dem Leser eine neue Kultur eines Landes vor Der Übersetzer wird dafür verantwortlich gemacht, weil er sich gut in Ausgangskultur und Zielkultur auskennt Darüber hinaus liegt die Entscheidung auf der Hand der Übersetzer, weil die Schwierigkeit beim literarischen Übersetzen damit verknüpft ist, möglichst präzise die Kulturspezifika in der Zielsprache und -kultur zu formulieren Oft wird leicht akzeptiert, wenn bekannte kulturspezifische Elemente in einer Übersetzung zu finden sind, weil sie harmonisch und lieblich klingen Das könnte zu Missverständnissen führen, dass verschiedene Kulturen miteinander überschneiden würden Hinsichtlich dessen wird es bei der Translation verlangt, dass Leser auch ein offenes Ohr für neue kulturspezifische Elemente haben sollten Ihnen ist sicherlich ein inneres Bedürfnis, eine neue Kultur zu wissen und kennen zu lernen Dies dient meist dazu, dass man sowohl die Adressaten als auch den Autor respektiert Obendrein befasst sich die vorliegende Arbeit mit einem deutschen Roman, weil der Grund dafür ist, dass ein Roman eine lange ausführliche beschriebene Geschichte

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darstellt, die besonders von bestimmten Figuren oder Ereignissen erzählt Mit einem Roman gewinnt man eine zeitliche und räumliche Fortsetzung, mit der man den roten Faden in der ganzen Geschichte begreifen kann Noch dazu ist mir die Titeltranslation

dieses Romans beeindruckend, weil m.E die Übersetzung „Der Geschmack von Apfelkernen – Vị Hạt Táo“ zwar wortgetreu, sinngetreu aber nicht wirkungstreu ist

Wer nicht im deutschen Kulturraum aufgewachsen ist, kann nicht den Geschmack von Apfelkernen wahrnehmen Vergleichsweise kann der Geschmack von Stroh / Klebreisstroh nur von Menschen in Agrarländern wie Vietnam, Laos, Kambodscha nachvollzogen werden

Aus diesen obigen Gründen ist es sinnvoll, eine Arbeit mit Übersetzungsvorschlägen zum Kulturtransfer in der vietnamesischen Übersetzung des deutschen Romans „Der Geschmack von Apfelkernen“ zu verfassen Hier stellt sich die Frage, ob und wie Kulturspezifika der Ausgangskultur in die Zielkultur transferiert werden können, ohne ihre Lakunen und deren Bedeutungen zu verlieren Diese Fragen sind die entscheidenden Faktoren für die Auswahl des Themas der vorliegenden Arbeit, die sich anhand einer empirischen Untersuchung am Beispiel der vietnamesischen Übersetzung des deutschen Romans „Der Geschmack von Apfelkernen“ von Katherina Hagena beantworten lassen

1.2 Forschungsfragen und Zielsetzung

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Thema „Strategien zum Kulturtransfer am Beispiel der vietnamesischen Übersetzung des deutschen Romans „Der Geschmack von Apfelkernen“ von Katherina Hagena auseinander In Bezuf auf das Thema stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

- Welche Übersetzungsstrategien hat Le Quang vorwiegend benutzt?

- Gäbe es noch Verbesserungsvorschläge beim Kulturtransfer in der vietnamesischen Übersetzung des deutschen Romans „Der Geschmack von Apfelkernen“?

Unter der zweiten Frage stellen sich noch zwei Teilfragen Die erste Teilfrage ist, wie die Übersetzungsentscheidungen von Le Quang auf die Leser auswirken Die zweite Teilfrage beschäftigt sich damit, wie die ausgelassenen Stellen im Originaltext ins Vietnameisische übertragen werden sollten Um diese Forschungsfragen beantworten

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zu können, fokussiert die Arbeit in erster Linie auf die folgenden Begriffe: Kultur, Strategien beim Kulturtransfer, Probleme und Schwierigkeiten des Transferieren kulturspezifischer Elemente Weiterhin beschäftigt sich die vorliegende Arbeit noch mit der vietnamesischen Übersetzung von Le Quang Aus dem Zieltext sollte ein Korpus mit kulturspezifischen Elementen zusammengestellt werden Um diese Vorgehensweise zu unterstützen, wird eine empirische Untersuchung durchgeführt Anhand der Analyse des Korpus im deutschen Roman „Der Geschmack von Apfelkernen“ sowohl dessen Übersetzung im Zieltext ist es zu erwarten, dass angewandte Übersetzungsstrategien gesammelt werden und kulturspezifische Belegen klassifiziert werden können Dementsprechend bringt diese vorliegende Arbeit eigene Vorschläge zum Kulturtransfer hervor Darüber hinaus setzt sich diese Arbeit auch mit ausgelassenen Stellen auseinander, die ins Vietnamesische übersetzt werden sollten

1.3 Forschungsstand

Im deutschsprachigen Raum in den 1980er Jahren wurde eine Neuorientierung des funktionalen Übersetzens von Hans J Vermeer erfasst Bei diesem Übersetzungsansatz wurde betont, „daß jede Übersetzung nicht nur einen sprachlichen sondern auch einen kulturellen Transfer umfaßt.“ (Reiß 2000: 12 zitiert nach Joanna Sulikowska-Fajfer: 144) Dazu noch wird die Translation als Transfer zwischen Kulturen betrachtet Zu dieser These äußert sich Vermeer wie folgt: „Den Translator (als Translator) interessieren weder objektive Realität noch Wahrheitswerte Den Translator interessiert der Wert eines historischen Ereignisses, wie es sich in einem Text manifestiert, bezogen auf die geltende Norm (Kultur) und aktuelle Situation des Textes (und/oder seines Produzenten) und die Wertänderung bei einer Translation des Textes in einen Zieltext.“ (Reis / Vermeer 1991: 26)

Diese Ansicht vertritt auch Joanna Sulikowska-Fajer (2017: 146): „Übersetzung [ist] mehr als nur eine Übertragung eines Textes von einer in eine andere Sprache; sie [ ] auch die Begegnung von Kulturen [ist]“ In der vorliegenden Arbeit werden Strategien zum Kulturtransfer am Beispiel der vietnamesischen Übersetzung des deutschen Romans analysiert Als Ersten muss im Klaren sein, wie unter dem Begriff Kulturtransfer verstanden wird Kulturtransfer ist “kein Ersetzen der einen Kultur

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durch eine andere” (Joanna Sulikowska-Fajer: 146) Das ist auch nicht nur lexikalische Übertragung, semantische Äquivalenz, sondern auch kulturspezifische Vermittlung an Rezipienten Reiß und Vermeer vertreten auch die Meinung, dass “die

“Bedeutung” (Vermeer 1972: 61 - 63) des Ausgangstextes in der Zielsprache neu formuliert (neu enkodiert) werden [soll]” (Reiß/Vermeer 1991: 30) Dies wird deutlich mit fünf Modellen gezeigt:

(1) Modell der größten Komplexität: Translation mit (Teil-)-Transfer des kulturellen Hintergrundes, also Translation der verbalen und kulturellen Elemente eines Textes; (2) Translation der verbalen Elemente mit Konstanz des kulturellen Hintergrundes, wobei aber wenigstens teilweise auch kulturelle Werte übersetzt/gedolmetscht werden;

(3) sprachlicher Transfer auf Textebene unter Beachtung formaler, syntaktischer und stilistischer Phänomene, wobei aber kulturelle Werte ignoriert werden;

(4) sprachlicher Transfer für Einheiten unterhalb der Textebene;

(5) Transfer elementarer sprachlicher Einheiten (vgl Reiß/Vermeer 1991: 30) Und so kommen Reiß und Vermeer (1991) zu dem Ergebnis, dass die obigen Modelle

in der Übersetzungspraxis gemischt verwendet werden können Darüber hinaus spricht Gercken (1999: 111) auch in Bezug auf Kulturtransfer von sechs Kategorien, die um literarische Übersetzungsentscheidungen der inhaltsbezogenen Beziehung

“zwischen Ausgangstextelement (ATE) und Zieltextelement (ZTE)” (vgl Sulikowska-Fajfer, 149) geht:

1 Entsprechung (ATE  ZTE): ATE und ZTE haben den gleichen Bezeichnungsinhalt

2 Erweiterung (ATE < ZTE): Das ATE hat einen spezifischeren Bezeichnungsinhalt als das ZTE

3 Einengung (ATE > ZTE): Das ZTE hat einen spezifischeren Bezeichnungsinhalt als das ATE

4 Ersetzung (ATE # ZTE): ATE und ZTE haben unterschiedliche Bezeichnungsinhalte, aber sie lassen sich einander vom Sinn her zuordnen

5 Auslassung (ATE – 0): Einem ATE lässt sich ein ZTE weder von der Bezeichnung noch vom Sinn her zuordnen

6 Hinzufügung (0 – ZTE): Einem ZTE lässt sich ATE weder von der Bezeichnung noch vom Sinn her zuordnen

Nguyen Quang (2014: 14 und 22) vertritt auch die Meinung, dass der Kulturtransfer im Mittelpunkt der literarischen Übersetzung ist In seinem Aufsatz stellt er die Kennzeichen des verbal-verbalen Transfers und des verbal-nonverbalen Transfers

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gegenüber Er beschreibt ganz ausführlich vier Transfertypen: absoluten linguistischen

Transfer, relativen linguistischen Transfer, kommunikativen Transfer und

interkulturellen Kulturtransfer Dieser vier Typen haben verschiedene Transferprozesse

sowie deren Wirkungen auf Adressaten, die durch konkrete Beispiele in der empirischen

Untersuchung erläutert werden Anhand der Darstellung der theoretischen Grundlagen

bezüglich des Kulturtransfers werden die obigen Modelle / sechs Kategorien am Beispiel

der vietnamesischen Übersetzung veranschaulicht

1.4 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise

Die vorliegende Arbeit unterteilt sich in 2 Teile: Theoretischen Teil und Praxisteil

Zu Beginn der Arbeit werden theoretische Grundlagen behandelt: Was sind unter

Kultur, Kulturtransfer, Übersetzen, Probleme beim Kulturtransfer bzw Strategien bei

der literarischen Übersetzung zu verstehen Ausgehend davon sollen

Übersetzungsprobleme und Strategien zum Kulturtransfer beschrieben und analysiert

werden Nach einer Darstellung theoretischer Grundlagen wird auf den Praxisteil

eingegangen, in dem eine ausführliche Analyse der vorgelegten Übersetzung in

Bezug auf Strategien zum Kulturtransfer durchgeführt wird In diesem

Zusammenhang werden durch Lê Quangs angewandte Strategien zur Übersetzung

der Kulturspezifika präziser dargestellt und nach Gercken (zit nach Joanna

Sulikowska-Fajfer 2017: 146 , vgl Gercken 1999: 111) klassifiziert Anschließend

werden eigene Vorschläge zum Kulturtransfer für die vietnamesische Übersetzung

ausgesprochen

Zur Untersuchung der oben genannten Forschungsfragen wird eine empirische

Untersuchung durchgeführt, bei der ein Korpus der kulturspezifischen Elemente im

Originaltext „Der Geschmack von Apfelkernen“ von Katherina Hagena und in der

vietnamesischen Übersetzung aufgestellt wird In der empirischen Forschung wird

das Korpus auf der Basis von den dargestellten theoretischen Grundlagen analysiert

Im weiteren Verlauf der Arbeit wird das Korpus anschaulicher gemacht, wie und nach

welchen Übersetzungsmethoden die Kulturspezifika im Vietnamesischen

wiedergegeben werden Außerdem wird auch die Wirkung der Übersetzung auf die

Leser angerissen Im Rahmen dieser Arbeit wird die Wirkungsgleichheit nach

Ansicht der Autorin dieser Arbeit und von Frau Dörte Lütvogt als deutsche

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Muttersprachlerin erörtert Frau Lütvogt hat über Literaturwissenschaft promoviert und arbeitete von 2015 bis 2019 als DAAD-Lektorin an der Falkutät für Deutsche Sprache und Kultur an der ULIS Ihre Kultur-, Literatur- und sprachwissenschaftlichen Kenntnisse war eine große Hilfe bei der Korpuserstellung Meine persönliche Meinung zur Übersetzungswirkung Lê Quangs wird auch in der vorliegenden Arbeit dargestellt Bei einer empirischen Untersuchung des Literaturübersetzens kann nicht ohne subjektive Stellung der Verfasserin der vorgelegten Arbeit durchgeführt werden, weil selbst sie mit der Arbeit schließlich Lösungsstrategien herausfindet und zu verbessernde zielsprachliche Textstellen ermittelt

Anschließend werden Empfehlungen eigene Vorschläge zum Kulturtransfer ausgesprochen Darüber hinaus werden die ausgelassenen Stellen, also die nichtübersetzten ausgangssprachlichen Textstellen auch berücksichtigt Bei diesen Stellen werden auch Übersetzungsvorschläge mit Hilfe der vorgestellten theoretischen Ansätze im ersten Teil gemacht

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Kulturwissenschaftliche Grundlagen

2.1.1 Kultur

Unter dem Begriff „Kultur“ werden geregelte Normen in unserer Gesellschaft

verstanden Das Wort „Kultur“ bezieht sich auf Werte, Normen, Einstellungen einer

Gesellschaft im weiteren Sinn, im engeren Sinn dann einer Gruppe Kultur kann man im Laufe der Zeit erwerben, weil sie nicht genetisch, nicht im Blut ist Meiner Meinung nach ist Kultur nicht immer konstant, sondern Kultur wandelt sich durch Kriege, Handelsbeziehungen oder Migration Dementsprechend führt der Kulturwandel zum

Wertewandel Was früher „schlecht, nicht gut“ war, kann heute normal und akzeptabel

sein Nach der Auseinandersetzung mit dem Artikel von Yousefi/Braun (2012: 13) über

den Abschnitt „Vier Konzepte des Kulturbegriffs“ sind 4 folgende Kulturbegriffe zu

betrachten: Der normative Kulturbegriff lässt sich von der Alltagskultur

unterscheiden Das bedeutet eine Abgrenzung von Normen in der Gesellschaft Was

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Elite ist, ist Kultur Unter diesem Begriff kann Kultur als „Hochkultur“, oder

„Hochliteratur“(Nünning, 2009: 3) betrachtet werden Dazu gehören „hochgeschätzte und durch Traditionsbildung“(Nünning, 2009: 3) bewahrte Werte, Normen, die nach

einer festen Regel als eine Voraussetzung für einen Lebensentwurf im Idealfall befolgt

werden Der totalitätsorientierte Kulturbegriff ist „die Gesamtheit von allem“ Nach

diesem Begriff müssen sowohl Hochkultur als auch Alltagskultur berücksichtigt werden Dieses Kulturkonzept orientiert sich nach Regionen und Nationen Aus diesem Grund lässt sich nichts von Gemeinsamkeiten und Unterschieden der verschiedenen

Kulturen erkennen Unter dem Der differenzierungstheoretischen Kulturbegriff sind

zum Beispiel „Kunst, Bildung, Wissenschaft und sonstige intellektuelle Aktivitäten“ zu verstehen (Nünning, 2009: 3) Anhand der Definition dieses Kulturkonzepts wird

geistige Arbeit von körperlicher Arbeit unterschieden Dementsprechend wird Kultur als

ein „soziales Teilsystem“ betrachtet, das sich auf einem Umweg mit Weltdeutungen

befasst Das ist ein eingeengter Begriff, weil dieser sich zu anderen Bereichen wie

Politik, Wirtschaft abgrenzen lässt Der bedeutungs- und wissensorientierte

Kulturbegriff besagt, dass Kultur drei Dimensionen hat: mentale, materiale und soziale

Dimension (Nünning 2009: 3) Das bedeutet, dass Kultur als Komplex von Sinnsystem

beschrieben wird Nach diesem Kulturverständnis ist „Kultur“ ein Vorrat an Mustern,

an Bedeutungsressourcen, auf die Menschen zurückgreifen, um Situationen deuten zu können Diese Dimensionen werden unterschiedlich in anderen verschiedenen Bereichen des Lebens dargestellt Was sichtbar ist, sind soziale und materiale Dimensionen: Unter sozialer Dimension sind soziale Interaktion, Strukturen und Institutionen zu betrachten Unter der materialen Dimension werden Medien und andere kulturelle Artefakte zum Beispiel: Texte, Bücher, Bilder, Bauwerke beschrieben Meines Erachtens ist diese soziale Dimension von großer Bedeutung, weil kulturelle ästhetische Werte ohne Institutionen bewahrt werden können Und was unsichtbar ist, ist die mentale Dimension, welche schwierig zu erfassen und wahrzunehmen ist Das sind kulturelle Standardlisierungen: kulturspezifische Codes, Denkweisen, Gefühle und

Handlungsmuster, die „keiner blicken [kann]“ (Erll/Gymnich, 2007: 22) Dementsprechend ergeben sich „standardisierte Normen und Werte“, die meinst in

Sprichwörtern beschrieben werden Erll A / Gymnich M (2007: 22) vertreten die

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Meinung, dass ein 1-1-Verhältnis zwischen 3 Dimensionen unmöglich vorkommt, „weil Artefakte immer nur von einigen Mitgliedern der Kultur (und innerhalb von verschiedenen gesellschaftlichen Systemen bis hin zur Religion reichen) produziert werden“ (Erll/Gymnich, 2007: 22) Wenn diese 3 Dimensionen miteinander verknüpft

sind und miteinander harmonieren, wird Kultur von Generation zu Generation existieren und sich weiterentwickeln Das bedeutet, dass junge Menschen mit vertrauten

standardisierten Werten und Normen aufwachsen Dann werden „spezifische Denkformen“ (Erll/Gymnich, 2007: 23) aufgebaut und durch spezifisches Handeln dargestellt können All das kann von einem Individuum zum Anderen „wandern“

Dieser Prozess wird auch individuell durchgeführt Und während des Prozesses gäbe es auch meiner Meinung nach Störungen, unbekannte Faktoren, die bestimmt bestehende Kultur beeinflussen Aus obigen Gründen bin ich mit dem bedeutungs- und wissensorientierten Kulturbegriff einverstanden Deswegen halte ich den vierten Begriff für die sinnvollste Kulturbeschreibung Dementsprechend ist das Korpus der empirischen Untersuchung nach den Kriterien dieser vierten Kulturdefinition analysiert

Das ist Lüsebrinks Auffassung im weiteren Sinn des Kulturtransfers Im engeren Sinn ist das im Bereich des Literaturübersetzens zu verstehen, dass literarische Werke aus einer Kultur und Kulturräumen in eine andere übersetzt oder übermittelt werden Eine Frage stellt sich hier, wie der Prozess abläuft Laut Kopetzki (zit nach Buschmann 2015: 73) werden „Text“ und „Übersetzung“ als Metapher gesehen Daraus sind die beiden von großer Bedeutung für eine Auseinandersetzung mit der Übersetzungswissenschaft und Kulturwissenschaft Im interkulturellen Transfer müssen folgende Faktoren berücksichtigt werden Es sind mediale Repräsentationen: das kulturelle Selbstverständnis, Symbole, Rituale und Bilder Darüber hinaus teilt Kopetzki auch die

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Meinung von Lüsebrink (Lüsebrink 2016 : 143): „neue Kategorien, wie kulturelle Repräsentation und Transformation, Fremdheit, Alterität und kulturelle Differenz lösen die alten, auf Texte bezogenen Kategorien wie die Äquivalenz zwischen Original und Übersetzung oder die Unterscheidung von Übersetzung und Bearbeitung ab“.

2.2 Übersetzungswissenschaftliche Grundlagen

2.2.1Definition des Übersetzens

Die übersetzerische Tätigkeit ist in der Praxis eine wichtige und unentbehrliche Aktivität des Menschen, um eine neue Kultur in ein anderes Land bringen zu können, indem hervorragende Werke in verschiedene Sprachen übersetzt werden

In der bisherigen Fachliteratur über die Übersetzungswissenschaft wird eine Vielfalt von Definitionen des Übersetzens aufgeführt Einige Definitionen der übersetzerischen Tätigkeit werden in Koller (2004) folgendermaßen in der Fachliteratur dargestellt und analysiert

Gemäß A.G Oettinger (vgl Koller 2004: 90) handelt es sich beim um einen Prozess, in

dem Zeichen (signs) oder Repräsentationen (representations) einer Sprache durch

Zeichen oder Repräsentionen einer anderen Sprache ersetzt oder transferiert werden Dadurch entstehen äquivalente Sinnelemente zwischen beiden Sprachen, Ausgangssprache (AS) und Zielsprache (ZS) Außerdem wird auch die Bewahrung der

Sinnidentität (keeping significance) ausgesprochen Doch hat Oettinger auch bestätigt,

dass die Beziehung der Sinnidentität zwischen AS und ZS in der Wirklichkeit der

Übersetzungstätigkeit nur relativ ist (as nearly the same significance as we can get)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nur einzelne Zeichen oder Repräsentationen und deren äquivalenten Sinnelemente in der Zielsprache in der Oettingers Definition erwähnt worden sind

Anders als Oettinger stellt Catford in der Definition den Text in den Mittelpunkt Laut Catford bedeutet Übersetzen, dass ein AS-Text durch einen ZS-Text ersetzt wird, wobei die Äquivalenz zwischen zwei erwähnten Sprachen auf der Textebene besteht Aus Catfords Definition kann geschlussfolgert werden, dass die Äquivalenz als das

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Translation may be defined as follows: the replacement of textual material in one language (SL)

by equivalent textual material in another language (TL) [SL = Source Language, AS, TL = Target Language, ZS]“

Aber ein Maßstab zur Beurteilung der Äquivalenz zwischen Texten ist nicht erwähnt worden, damit man die Äquivalenz zwischen ausgangssprachlichem Text und zielsprachlichem Text bewerten kann Zu Catfords Definition sollte ergänzt werden, dass Kontext und außersprachliche Faktoren wie kuturelle Divergenzen, Sprachinterferenz und Stil des Autors beim Literaturübersetzen von wichtiger Bedeutung sind

Zu dem Aspekt des Autorstils äußert E.A Nida/C.R Taber (vgl Koller 2004: 92), dass Übersetzen ein Prozess der Reproduktion in der Empfängersprache (ZS) ist Ziel des Übersetzens in ihrer Definition ist, damit die möglichst natürlichen Entsprechungen in

Bezug auf Sinnebene (in terms of meaning) und Stilebene (in terms of style)

gewährleistet werden können Nidas und Tabers Ansicht nach besteht Translation zwei Aspekte: Sinn und Form Wie diese zwei Aspekte von einer Sprache in eine andere

Sprache übertragen werden, damit möglichst natürliche Äquivalenz (the closest natural equivalent) durch Reproduktion von der Ausgangssprache in der Zielsprache entsteht

Auf das Prinzip „Äquivalenz“ ist auch in dieser Definition eingegangen worden Und ihrer Ansicht nach ist das ein normatives Kritertium in der Übersetzung

Laut Koller (2004: 92) können die oben genannten Definitionen von Oettinger, Nida/Taber einer Gruppe zugeschrieben werden, in der das sprach- und textbezogene Übersetzen im Mittelpunkt steht Im nächsten Abschnitt werden andere Definitionen von anderen Übersetzungswissenschaftlern vorgestellt Sie befassen sich vor allem mit dem kommunikativen Aspekt des Übersetzens W Wilss (vgl Koller 2004: 92) definiert das Übersetzen als einen Prozess durch zwei Phasen: die Verstehensphase (Analysephase) und die Rekonstruktionsphase (Reproduktionsphase) In der ersten Phase muss der

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schematisch wie folgt dargestellt werden:

Gleiche Meinung wie Wilss vertritt M Vannerem/M Snell-Hornby (vgl Koller 2004:

93 - 94) in der Definition, dass Übersetzen sich in zwei Phasen unterteilt:

„Beim Verstehen von Text A geht der Übersetzer von einem vorgegebenen frame aus, nähmlich

dem Text und seinen linguistischen Komponenten Dieser Text nun wurde von einem Autor erstellt, der dabei von seinem eigenen Erfahrungshintergrund, seinem Repertoire an z T

prototypischen Szenen ausging Der Gesamt-frame des Textes (und alle größeren und kleineren

frames innerhalb des Textes) lösen kognitive scenes in der Vorstellung des Lesers aus

Ausgehend von den erfaßten scenes muß er [der Übersetzer] nach passenden frames in der ZS suchen, welche die gewünschten scenes beim Adressaten der Übersetzung hervorrufen Zu

diesem Zweck hat er laufend Entscheidungen zu treffen, wobei er auf seine Beherrschung der

ZS angewiesen ist Er muß sich vergewissern, daß die von den scenes aufgerufenen frames auch wirklich adäquat sind für die scenes, die sie aufrufen sollen Wo beispielsweise der AS-Text in

ganz besonderer Weise Expressivität aufweist, also stilistisch markiert ist, sollte er je nach Zweck der Übersetzung versuchen, durch die Mittel der ZS ähnliche Expressivität zu erreichen,

oder an anderer Stelle zu kompensieren In letzter Instanz ist also der frame der ZS maßgebend

für seine Entscheidung.“

Aus Vannerems und Snell-Hornbys Definition ist zu entnehmen, dass der Übersetzungsvorgang von der Sichtweise des Übersetzers ausgeht, wie der Übersetzer die AS-Textvorlage versteht und wie er sie in einer anderen Sprache reproduziert Diese

den AS-Text analysieren (das inhaltliche und stilistische Verständnis der Textvorlage)

Rekonstruktion in der ZS unter optimaler Berücksichtigung kommunikativer Äquivalenzgesichtspunkte

AS -

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Definition weist auch darauf hin, dass der Übersetzungsprozess viele relevante Aspekte umfasst, nämlich sprachliches Material = „linguistische Komponenten“ (frames), Situationen beim Übersetzen (scenes), Zielgruppe der Übersetzung, Entscheidung des

Übersetzers, Zweck der Übersetzung und Adäquatheit der Übersetzung Auch wie bei Wilss ist dieser komplizierte Prozess zweiphasig Die erste Phase ist die

Textanalysephase, in der sich der Übersetzer mit dem sprachlichen Material (frames) beschäftigt, das beim AS-Leser bestimmte Bilder (scenes) auslöst Die zweite Phase ist die Textreproduktion, in der der Übersetzer nach passenden Rahmen (frames) in der ZS auf der Grundlage der analysierten Szenen, um „gewünschte scenes“ beim ZS-Leser

hervorzurufen Darüber hinaus wird in dieser Definition auf „Expressivität“ eingegangen Vannerem und Snell-Hornby betonen, dass es wichtig beim Übersetzen ist, „Expressivität“ im AS-Text durch die sprachlichen Komponenten im ZS-Text schaffen zu müssen Dieser Aspekt ist auch beim Literaturübersetzen von großer Relevanz

Wie bei den anderen Autoren wird diese Definition schematisch wie folgt dargestellt:

Textvorlage mit

vorgegebenen

Rahmen (frames)

phase anhand

Verstehens-frames

Textreproduktion: Suche nach zielsprachlichen Rahmen, die

gewünschten Szenen (scenes)

beim AS-Leser auszulösen

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Ich teile den Standpunkt von Koller Der Übersetzungsprozess ist eine komplexe Tätigkeit, in der verschiedene Komponenten bzw Faktoren miteinander zusammenhängen Beim literarischen Übersetzen ist die Sprachschöpfung vom Übersetzer besonders gefordert Und dies ist eine schwierige Aufgabe für Übersetzer Diese Ansicht teilt auch Ludwig Wittgenstein1 in Bezug auf die Logik des Übersetzens Für ihn bedeutet Übersetzen von einer Sprache in die andere eine mathematische Aufgabe Besonders ist Literaturübersetzen vergleichbar mit einem mathematischen Problem, für das man beim Übersetzen nach sprachlichen und kulturellen nach Lösungen suchen muss Jedoch steht Patenlösung zur Verfügung

Im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Abschnitten wird folgendermaßen eine Definition über Literaturübersetzen von Huỳnh Phan Anh (vgl Lê Hoài Ân 2011: 12) Übersetzen ganz kurz vorgesgtellt:

„Với tôi, dịch là hòa tan tác phẩm nước ngoài vào ngôn ngữ dân tộc

Seines Erachtens ist die Translation eine Auflösung eines fremdsprachlichen Werks in die Nationalsprache (vgl Lê Hoài Ân 2011: 12)“

Die kurze oben genannte Definition klingt im Vietnamesischen sehr „literarisch“ (vgl

Lê Hoài Ân 2011: 12) und abstrakt Um das Ziel der Übersetzung zu erreichen, müsste der Übersetzer Künstler mit künstlerischen Mitteln beim Transfer eines Kunstwerks in eine andere Sprache sein Unter dieser Definition kann verstanden werden, dass sich selbst der Übersetzer beim literarischen Übersetzen in das fremdsprachliche Werk (die AS-Textvorlage) hineinversetzt, um das in der ZS am natürlichsten wiedergeben zu können Und auch wenn die ZS-Leser die Übersetzung in der Hand haben, haben sie nicht das Gefühl, dass es sich um eine Translation handelt Aber die Position von Huỳnh Phan Anh ist diskussionswürdig: Sollte die Translation eine Auflösung der AS in die ZS oder Rekonstruktion „unter optimaler Berücksichtigung kommunikativer Äquivalenzgesichtspunkte“ (vgl Koller 2004: 92)? Das Beispiel in dem Buch „Tôi thấy

1 vgl Buschmann (2015: 77)

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hoa vàng trên cỏ xanh“ – „Ich sehe die gelben Blumen im grünen Gras2“ (Nguyễn Nhật Ánh 2010: 77) wird dies verdeutlichen:

„Xin là con bé xinh xắn, mặc dù hai gò má nó trổ đầy tàn nhang Tôi, nó và thằng Sơn con ông

Ba Huấn ngồi chung một bàn Tôi ngồi chính giữa, nó ngồi bên phải, thằng Sơn ngồi bên trái Hằng ngày tôi và thằng Sơn vẫn hay trêu nó Đang ngồi học, tôi thình lình quay sang nó:

- Ăn không, Xin?

Dieser Abschnitt wurde in der englischen Übersetzung namens „I see the yellow flowers

in the green grass“ (Nhã Thuyên, Kaitlin Rees 2018: 79) wie folgt übersetzt:

“Beg is lovely, her two cheeks are full of freckles She and I and the guy Sơn, the son of Old Man Huấn, share one desk I am in the middle, she’s on the right, the guy Sơn’s on the left The guy Sơn and I tease her everyday During lessons, I’ll turn to her and ask, “You want to eat something, hey Beg?”

der ersten Bedeutung Die zweite kann nicht hervorgerufen werden

Im Hinblick auf Wortspielübersetzen spricht Heibert (vgl Buschmann Hrsg 2015: 219) von dem Begriff Rhetorik oder Stil des Textes Dazu gehören komplexe Satzgebilde oder kurze Perioden, Rhythmus oder Metrum, Reim, Alliteration, Metapher usw Obwohl Heibert der Meinung ist, dass ein rhetorisches Mittel wie Alliteration

2 Hervorhebung von mir – Trịnh Thị Châu (TTC)

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2.2.2 Expressiver Text und dessen Übersetzung

Übersetzen ist keine einfache Arbeit Literarisches Übersetzen macht einen noch schwieriger, weil es in einem literarischen Werk um künstlerische Aussagen und autorgerechte Identifizierung geht Darüber hinaus ist ein literarischer Text sehr senderorientiert Man übersetzt nicht nur die sprachlichen Mitteilungen sondern stellt auch dem Leser eine neue Kultur vor Der Übersetzer wird dafür verantwortlich gemacht, weil sich er gut in Ausgangskultur und Zielkultur auskennt Darüber hinaus liegt die Entscheidung auf der Hand der Übersetzer, weil die Schwierigkeit beim literarischen Übersetzen damit verknüpft ist, möglichst präzise die Kulturspezifika in der Zielsprache und -kultur zu formulieren Reiß und Vermeer (1991) zufolge sollen äquivalente Wiedergabe im Zieltext und die Textfunktionen beim Übersetzen von Ausgangskultur in die Zielkultur behandelt werden Reiß und Vermeer bringen noch die Unterschiede bei der Übersetzungsentscheidung zum Vorschein, wie man unterschiedliche Textsorten in Zielsprache übermittelt

Ein Translat bildet ein Informationsangebot nicht umkehrbar eindeutig ab und die

“Treue” einer Übersetzung bezeichnet ein Abbildungsverhältnis zwischen Texten (Nord 1991: 342) Deswegen gehören die Bearbeitung beim Übersetzenprozess zum übersetzerischen Alltag In Bezug auf die Skopostheorie spricht Nord mit von dem Zweck des Übersetzens Wenn der Zweck gesetzt wird, kann der Übersetzer eine angemessene Übersetzungsmethode finden Um den Zweck herauszufinden, muss viel

3 vgl Buschmann (Hrsg 2015: 223, Frank Heibert zit nach Umberto Eco)

Trang 25

Daraus ergeben sich nach Reiß (1993: 18) folgende Textsorten:

- Informative Texte werden von einem oder mehreren Autoren geschrieben Diese Textsorte dient dem Zweck, Informationen zu vermitteln Das Kennzeichen beim Übersetzen ist sachlich und eine besondere Rücksicht auf Inhaltsebene Um informative Texte zu übersetzen müssen die Inhaltselemente des Ausgangstextes sachgerecht wiedergegeben werden

- Expressive Texte: Es handelt sich um künstlerische Aussagen, die sehr senderorientiert sind Zwischen dem Ausgangstext und dem Zieltext soll eine Analogie der künstlerischen Gestaltung vorkommen Deshalb sollte der Translat autorspezifisch sein Mit anderen Worten von Reiß (1993: 17) kann dies wie folgt formuliert werden:

„Die sprachliche Gestaltung wird jedoch der kommunikativen Funktion entsprechend primär vom Mitteilungs- und Gestaltungswillen des Autors bestimmt.“

- Appellative/ operative Texte werden von einem oder mehreren Autoren sprachlich gestaltet In den appellativen Texten werden Verhaltensimpulse ausgelöst Aus diesem Grund sind sie sehr verhaltensorientiert und beschreiben die Identität des textimmanenten Appells Parodistische und adaptierende Übersetzungsmethode werden verwendet, um diese Textsorte zu übersetzen

- Audiomediale Texte enthält eine Mischung von Textfunktion, Kennzeichen und Äquivalenzmaßstab von den drei obengenannten Textsorten Aus diesen Grund ist eine ergänzende Übersetzungsmethode für diese Textsorte empfehlenswert

Zusammenfassend lässt das Schema von Reiß (1993 : 20) einen Überblick über die Textsorten und entsprechenden Übersetzungsmethoden veranschaulichen

Trang 26

17

Äquivalenz-maßstab

Übersetzungsmethode (Primär-funktion)

1 informativ Vermittlung von

Information

sachorientiert Invarianz auf die

Inhaltsebene

Sachgerecht prosaisch)

(schlicht-2 expressiv künstlerische

Aussage

senderorientiert Analogie der

künstlerischen Gestaltung

Autorgerecht (identifizierend)

3 operativ Auslösung von

impulsen

Verhaltens- orientiert

verhaltens-Identität des text- immanenten Appells

Appellgerecht (parodistisch später adaptierend)

4

audiomedial

verbundgerecht (suppletorisch) (Tabelle 1: Textsorten und Übersetzungsmethoden nach Reiß)

Die vorliegende Arbeit richtet den Fokus auf den expressiven Text – den Roman „Der Geschmack von Apfelkernen“ Deswegen wird im folgenden Teil erörtert, worauf bei dieser Textsorte viel Wert gelegt wird und welche Schwierigkeiten beim Übersetzen auftauchen

Aus Tabelle 1 von Reiß sind Kennzeichen und Übersetzungsmethode des expressiven

Texttyps ersichtlich Zum Kennzeichen von dieser Textsorte ist „Senderorientiertheit“

zu verzeichnen Dies betrifft „die individuelle künstlerische Prägung durch einen Autor“

(Reiß 1993: 21) Dementsprechend ist die identifizierende Übersetzungsmethode zu brauchen Das bedeutet, dass die Übersetzung eines expressiven Textes die analoge

Gestaltung sein soll und „den Gestaltungswillen des Autors zur Richtschnur nimmt“ Darüber hinaus weißt nach Reiß auch auf „eine analoge ästhetische Wirkung“ in der ZS

anhand Bearbeitung und Praktizieren mit Lexik, Syntak, Stil und Aufbau des AS-Textes hin, wenn diese Textsorte übersetzt wird

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass die autorgerechte Übersetzungsmethode für expressive Text angemessen ist Mit dieser Methode muss sich der Übersetzer an kommunikativen Intentionen und Ausdruckswillen des Autors orientieren Anhand dieser Orientierung muss eine Analogie zwischen AT und ZT in der sprachlichen und künstlerischen Gestaltung gewährleistet werden

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„Übersetzung ist – in einem weiteren Sinne – immer Kulturarbeit, in einem engeren Sinne Spracharbeit: Arbeit mit der anderen und an der eigenen Kultur, Arbeit mit und an der eigenen Sprache.“

Unter dem Wort „Übersetzen“ wird verstanden, dass es eine kommunikative

Herausforderung gibt, die aus den zwei Aspekten besteht Zum einen ist der Aspekt des Kulturkontakts Koller (2004: 59 – 60) zufolge wird jeder Text zum festen Bestandteil von einer kommunikativen Verbindung, einer bestimmten Kultur gemacht Zu diesem Aspekt äußert Koller folgendermaßen:

„Textproduktions- und –rezeptionsbedingungen sind von Kommunikationsgemeinschaft zu Kommunikationsgemeinschaft verschieden; sie unterschieden und verändern sich auch

innerhalb einer Kommunikationsgemeinschaft Je stärker die kommunikativen Zusammenhänge

voneinander abweichen, um so größer ist die kommunikative Herausforderung für den Übersetzer, der diese kommunikative Differenz überbrücken muß.“

Und so kommt Koller zu dem Ergebnis, welche Übersetzungsmethoden benutzt werden, damit die kommunikative Herausforderung gemeistert werden kann Daraus ergeben sich zwei Übersetzungsmethoden

Die erste ist die adaptierende Übersetzung, mit der AS-Textelemente, die Spezifika in der Ausgangskultur befestigt und durch Elemente der ZS-Kultur ersetzt werden Mit anderen Worten lässt sich zusammenfassen, dass sich der AS-Text an den ZS-Text anpasst

Die zweite ist die transferierende Übersetzung Mit dieser Methode wird versucht, dass kulturspezifische Elemente in der AS im ZS-Text wiedergegeben werden Schwierigkeiten tauchen in diesem Fall auf, wenn der kulturelle Unterschied so groß ist Deswegen müssen Rahmenbedingungen zum Verstehen der ZS-Leser verlangt werden Koller kommt deswegen zu dem Schluss, dass die kulturspezifischen AS-Elemente

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Die erste Methode ist die sich einpassende / einbürgernde Übersetzung oder die verdeutschende Übersetzung Diese Methode bezieht sich auf die sprachlichen und stilistischen Normen, die in der ZS zum Zeitpunkt der Übersetzungsarbeit gültig sind Und Ziel der einpassenden Übersetzung ist, die geltenden sprachlichen und stilistischen Normen im originalen Text zu bestätigen und verfestigen

Die zweite Übersetzungsmethode ist die verfremdende Übersetzung Diese Methode wird verwendet, um die sprachlich-stilistischen Strukturen des AS-Textes möglichst

präzise im ZS-Text darzustellen Durch diesen Prozess kann „eine eigentliche Übersetzungssprache“ (vgl Koller 2004: 60) entstanden werden, die sich von der

Sprache im originalen Text entfernt Dies kann auch verstanden werden, dass durch die verfremdende Übersetzung die vorhandenen sprachlich-stilistischen Normen verändert, erweitert und erneuert werden können

Wie vorher ausgeführt, sind viele Wissenschaftler wie Reiß, Vermeer, Snell-Hornby, Koller der Meinung, dass die Übersetzungseintscheidung für welche Übersetzungsmethode stark von den Textsorten und von der Übersetzungsfunktion abhängt Daraus kann im engeren Sinn Übersetzungsmethode als „Strategien der

Übersetzung“ verstanden werden, d.h „wie“ übersetzt wird Im weiteren Sinn können

Strategien als ein geschicktes Vorgehen betrachtet, mit dem der Übersetzer den

Gestaltungswillen des AS-Autors in der ZS erreichen kann Unter dem Aspekt von Textsorten und Übersetzungsfunktion lassen sich Übersetzungsmethoden in zwei kleine Methoden: die wörtliche und freie Übersetzung oder anders formuliert, die verfremdende und die einbürgernde Übersetzung, wobei es sich um eine Verfremdung

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„Alles Übersetzen scheint mir schlechterdings ein Versuch zur Auflösung einer unmöglichen Aufgabe Denn jeder Übersetzer muß immer an einer der beiden Klippen scheitern, sich entweder auf Kosten des Geschmacks und der Sprache seiner Nation zu genau an sein Original oder auf Kosten seines Originals zu sehr an die Eigentümlichkeiten seiner Nation halten Das Mittel hierzwischen ist nicht bloß schwer, sondern geradezu unmöglich.“

Daraus kann entnommen werden, dass die übersetzerische Tätigkeit eine schwere oder

in vielen Fällen unmögliche Aufgabe ist, weil der Übersetzer kaum Äquivalenz zwischen AS-Text und ZS-Text erzielen kann, weil er gleichzeitig nicht beide Aufgaben erledigen kann Eine ist, dass er dem Individualcharakter am Original treu sein will Eine andere ist, dass er auch die Eigenschaften in der ZS bewahren will Es kann gesagt werden, dass Übersetzen ein Boot ist und man dieses Boot unter ungünstigen Wetterbedinguen nicht ansteuer kann Durch folgendes Beispiel im „e-Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache 5.0“ kann der Humboldts Sicht erklärt werden

Schultüte die; eine große spitze Tüte mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken,

die ein Kind zum ersten Schultag bekommt

Im Vietnamesischen gibt es keinen äquivalenten Begriff für „Schultüte“ „Tüte“ und

„Schule“ werden leicht ins Vietnamesische übertragen, weil es Entsprechungen im Vietnamesischen „túi“ und „trường học“ gibt Aber „Schultüte“ bezieht sich auf ein

sachliches Objekt, dessen Bedeutung nicht aus den beiden einzelnen Bedeutungen besteht Dementsprechend wäre in diesem Fall eine adaptierende Übersetzungsmethode mit Paraphrasierung eine gute Lösung

Zu diesem Punkt äußert M Wandruszka (zit nach Koller 2004) Folgendes:

„Dichtung ist unübersetzbar Ihr Klang ist unübersetzbar, ihr Rhythmus, ihre Melodie, aber das ist es nicht allein Dichtung ist unübersetzbar, weil sie uns auffordert, nicht nur durch die Sprache hindurch, über die Sprache hinaus, sondern auch auf die Sprache selbst zu blicken Dichtung ist

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21

die große andere Möglichkeit der Sprache, die Möglichkeit, das Werkzeug zum Kunstwerk zu

machen.“

Diese Meinung kann durch folgendes Beispiel verdeutlicht werden

Komm, lieber Mai

Komm lieber Mai und mache

Die Bäume wieder grün

Und lass mir an dem Bache

Die kleinen Veilchen blüh'n

Wie möcht ich doch so gerne

Ein Veilchen wieder seh'n

Ach lieber Mai wie gerne

Einmal spazieren geh'n

Kulturelle Übersetzungsprobleme bestehen durch kulturelle Unterschiede zwischen

Kulturen Und weil Sprache und Kultur im sehr engen Zusammenhang stehen, gibt es sicher laut Koller (vgl Koller 2004: 164) zum einen linguistische kulturabhängige Phänomen Beispielweise ist im Bereich Phonologie oder Grammatik zu finden Bei Scherzfragen können phonologische Übersetzungsprobleme auftauchen

Welches Tier steckt im Kaffee?4 (Con vật nào giấu mình trong cà phê?5) Für Deutsche ist es nicht so schwer eine Antwort herauszufinden Das ist der Affe Im Deutschen sind solche Phänomen häufig vorhanden, weil deutsche Wörter aus verschiedenen Konsonaten und Vokalen bestehen, mit denen andere neue Wörter gebildet werden können Im Gegensatz dazu ist es anders in der vietnamesischen Sprache Ein Wort kann aus einem Wort oder verschiedenen Wörter bestehen:

Cà phê = Kaffee

4 http://scherzfragen.net/de/scherz/338/ (letzter Zugriff am 29.10.2019)

5 Hervorhebung von TTC

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Buch = quyển sách Handy = điện thoại di động Aus diesem Grund können vietnemesische Leser keine Antwort für die obengenannte Scherzfrage geben Aber für sie wäre die Antwort nicht angemessen, weil „der Affe sich

im Kaffee steckt“ unlogisch ist

Zum anderen nicht-linguistische kulturbestimmte Phänomen, z.B: Realiennamen, die manchmal schwer und nicht übersetzt werden können

Kaiser von Japan Emperor of Japan Nhật Hoàng

ständiger Ausschuss der

für „ban chấp hành đảng bộ tỉnh“ (vgl Hoàng Phê 2017: 1318) – „ständiger Ausschuss der Provinzpartei 6 “

Außerdem gehören auch dazu die Benennungen von landes- oder regionalspezifische Ämtern / Institutionen

Besonders schwer beim Übersetzen sind auch noch Speisen oder Kleidungsstücken, weil

sie in der ZS nicht vorhanden sind „Dirdl und Lederhose“ sind die traditionellen

Trächte in Bayern Das ist nicht einfach eine Hose aus Leder oder ein Kleid für Frauen

„Dirdl und Lederhose“ stehen für eine Lakune, die man als nationalkuturelle Spezifika

6 Hervorhebung von TTC

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nutzt Nur die Menschen, die in diesem Kuturraum aufwachsen, können die Bedeutungsunterschiede dieser Wörter richtig wahrnehnem

Feiertage wie „Ostern, Pfingsten, Nikolaustag, Himmelfahrt .“ sind Religionswörter

und verlangen von dem Überbsetzer Religionskenntnisse Unter den nicht-linguistischen kulturbestimmten Phänomen sind noch unterschiedliche Maßeinheiten zu verzeichnen

Nicht überall werden „Landmeile oder Seemeile verwendet Deshalb müssen sie

umgerechnet werden, nähmlich eine Landmeile entspricht international 1,609344 km und eine Seemeile dann 1,852 km Auch Eigennamen können zu Übersetzungsproblemen führen Der Name des ehemaligen USA-Präsidenten George Bush verursacht ein Ausspracheproblem für die Vietnamesen, die kein Englisch können Aus diesem Grund müssen solche ausländische Namen transkribiert oder transliteriert werden In einigen vietnamesischen Zeitungen heißt er

„Gióoc sơ bút“ Darüber hinaus sind die Ämter oder politische Parteien auch schwierig

zu übersetzen, weil verschiedene Politiksysteme in der Welt vorhanden sind Der

inhaltliche Schwerpunkt von „die Grünen“ ist die Umweltpolitik mit Leitgedanken über die „grüner Politik“ wie ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit In Bezug darauf kann die Übersetzung „Đảng Xanh“ vorgeschlagen werden

Daraus kann ein Übersetzungsvorschlag schwer ins Vietnamesische gemacht werden, weil der Übersetzer erklärend übertragen muss, damit Rezipienten den Schwerpunkt dieser politischen Partei verstehen können

Koller (2004: 163) zufolge lassen sich die sprachliche und kulturelle Aspekte kaum unterscheiden, weil beide sehr eng miteinander verbunden sind und wichtige Bestandteile beim Übersetzungsprozess sind Das entspricht voll der Realität der Übersetzungspraxis, wenn aus dem Deutschen ins Vietnamesische und aus dem Vietnamesischen ins Deutsche übersetzt wird Aus den alltäglichen Ritualen wie Sich-Begrüßen, Sich-Verabschieden, Sich-Bedanken oder Sich-Entschuldigen kann man Kollers Meinung unter den Beweis stellen, weil in den beiden Sprachen große kulturelle Divergenzen bestehen In der vietnamesischen Kultur begrüßt man sich durch das

Fragen Wenn jemand einen Bekannten bzw eine Bekannte trifft, „fragt“ er sie bác / cô

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/ chú / anh đi đâu đấy ạ? (Wohin gehen Sie / Wohin gehst du?) Demgegenüber wird das im Deutschen als eine Frage „Wohin“ gesehen Um die oben angeführte Frage ins

Deutsche zu übersetzen, braucht es kombiniertes sprachlich-kulturelles Wissen über die

beiden Kulturen Dementsprechend wird die Frage mit guten Morgen bzw guten Tag je

nachdem ins Deutsche übertragen Aber eins hinzufügen ist, dass diese Grußform durch Fragen in der heutigen vietnamesischen Gesellschaft tendenziell weniger benutzt wird Stattdessen ist die Grußform wie die in der europäischen Kultur immer häufiger zu

verzeichnen wie cháu chào bác / cô / chú ạ - Ich grüße Sie / dich.

Koller (2004: 164) spricht in Bezug auf Kultur noch von „kommunikativem Zusammenhang“ zwischen dem AS-Text und dem ZS-Text, der eine Übersetzbarkeit

oder Nicht-Übersetzbarkeit bestimmt Idealerweise besteht ein kommunikativer Zusammenhang zwischen dem AS-Text und dem ZS-Texte, dann kommt die absolute Übersetzbarkeit vor Das folgende Schema erklärt:

absolute Übersetzbarkeit

(Abb 1: Übersetzbarkeit nach Koller 2004: 165)

Es stellt sich ein großes Problem für die Übersetzer, wenn keine Gemeinsamkeit des kommunikativen Zusammenhangs von AS und ZS auftaucht Bei diesem Extremfall ist von absoluter Nicht-Übersetzbarkeit die Rede

kommunikativer Zusammenhang

AS = ZS

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25

kommunikativer Zusammenhang AS

kommunikativer Zusammenhang ZS

absoluteNicht-Übersetzbarkeit (Abb 2: Nicht-Übersetzbarkeit nach Koller 2004: 165)

Von teilweiser Übersetzbarkeit ist dann zu sprechen, wenn eine Überlappung der kommunikativen Zusammenhänge von AS und ZS gegeben ist Laut Koller sind Sprachverwendungen, die sich im Überlappungsbreich befinden, können übersetzt werden

Überlappungsbereich

teilweise Übersetzbarkeit

(Abb 3: teilweise Übersetzbarkeit nach Koller 2004: 166)

Unter dieser Berücksichtigung von dem Verhältnis von Sprache, kommunikativem Hintergrund und Übersetzung kann Folgendes als Schlussfolgerung gezogen werden:

kommunikativer

Zusammenhang AS

kommunikativer Zusammenhang ZS

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26

die Übersetzbarkeit hängt stark vom Grad der kommunikativen Zusammenhänge von

AS und ZS ab Schematisch kann dies wie folgt veranschaulicht werden

zunehmender Abstand

abnehmende Übersetzbarkeit (Abb 4: Grad der Übersetzbarkeit nach Koller 2004: 166)

In diesem Zusammenhang vertritt Koller (2004: 176) die Ansicht, dass kulturelle Unterschiede – damit kulturverbundene Übersetzungsprobleme sowohl unterschätzt als auch überschätzt werden können, weil er die Auffassung von J De Waard/E.A Nida (1986: 43) teilt

“[…] all peoples share far more cultural similarities than is usually thought to be the case What binds people together is much greater than what separates them In adjustments to the physical environment, in the organization of society, in dealing with crucial stages of life (birth, puberty, marriage, and death), in the development of elaborate ritual and symbolism, and in a drive for aesthetic expression (whether in decorating masks or in refining poetic forms), people are amazingly alike Because of all this, translating can be undertaken with the expectation of communicative effectiveness.”

Das oben genannte Zitat besagt, dass die kulturellen Gemeinsamkeiten zwischen den Völkern viel größer sind, als man gedacht hat

In Bezug auf den oben genannten kommunikativen Zusammenhang von AS und ZS sind folgende Übersetzungsprobleme nach C Nord zu verzeichnen Es sind ausgangstextspezifische Übersetzungsprobleme, pragmatische Übersetzungsprobleme, kulturpaarspezifische Übersetzungsprobleme und sprachpaarspezifische Übersetzungsprobleme

- Ausgangstextspezifische Übersetzungsprobleme: Im Großen und Ganzen ist unter Übersetzen zu verstehen, dass spezifische Beziehungen zwischen ZS-Text und

kommunikativer

Zusammenhang AS

kommunikativer Zusammenhang ZS

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AS-Text – Äquivalenz hergestellt werden C Nord (1993: 208) zufolge werden unter den ausgangstextspezifischen Übersetzungsproblemen individuelle Stil- oder Ausdrucksmittel des Autors im AS-Text verstanden, die zur inhaltlichen Gestaltung eingesetzt werden Weil es sich um individuelle stilistische Prägung im AS-Text handelt, ist diese Prägung für einen expressiven Texttyp zugeschrieben Diese Probleme sind häufig in literarischen Texten enthalten, in denen die persönlichen Stil- und Ausdrucksmittel für den Autor charakteristisch sind und einen großen Stellenwert für Übersetzungsentscheidungen einnehmen Folgendes konkretes Beispiel aus dem Roman

„Die Liebhaberinnen“ (vgl Lê Hoài Ân 2011: 54) sollen dies deutlich machen:

„eines tages beschloß brigitte, daß sie nur mehr frau sein wollte, ganz frau für einen typ, der heinz heißt.“ (Jelinek 2001: 9)

Die Art und Weise der lexikalischen Ausdrucksmittel von Jeninek bringt Probleme für Übersetzer mit sich Das Übersetzungsproblem besteht nicht darin, den Sinn der einzelnen Wörter aus dem AS-Text in die ZS zu übertragen, sondern die eigene Art der ausgangsprachlichen Ausdrucksmittel in der ZS wiederzugeben Lê Quang (vgl Lê Hoài

Ân 2014: 54) hat wie folgt übersetzt:

„một ngày đẹp trời brigitte hạ quyết định, cô muốn chỉ còn làm một người đàn bà, hoàn toàn là đàn bà, cho một gã tên heinz.“ (vgl Tình ơi là tình! 2006: 16)

Das lässt sich sagen, wie schwer es ist, um die ausgangstextspezifischen Übersetzungsprobleme zu analysieren, weil all dies nicht allein vorkommen, sondern mit anderen Problemen einhergehen, nämlich im Zusammenhang mit Intention des Senders und Empfängers, mit Merkmalen des jeweiligen Sprachen- und Kulturpaars

Auch das folgende Beispiel im Vietnamesischen kann diesen Standpunkt unterstützen

und verdeutlichen:

Da trắng vỗ bì bạch (Weiße Haut schlägt weiße Haut)7

Das ist im Vietnamesischen ein klassisches Beispiel für Unmöglichkeit eines Parallelsatzes, weil bis jetzt keiner einen entsprechenden Parallelsatz dafür herausfindet, damit inhaltliche und stilistische Äquivalenz und Wirkungsäquivalenz gewährleistet werden können, weil in dem obengenannten Beispiel eine Symmetrie vorhanden ist:

7 Hervorhebung von Lê Hoài Ân (2011: 55)

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„bì bạch“ und eine komplexe Symmetrie verwendet Die Alliteration „bì bạch“ wird im

vietnamesischen Wörterbuch (vgl Hoàng Phê 2017: 86) sowohl als Adjektiv und ein Verb wie folgt erklärt:

„bì bạch t 1 mô phỏng tiếng vỗ nhẹ vào vật mềm, không đều nhau, phát ra liên tiếp  vỗ đùi bì

bạch 2 hoặc đg từ gợi tả dáng đi, chạy một cách chậm chạp, nặng nề  mấy con ngỗng bì bạch

ở ngoài sân  chạy bì bạch

(1 Adjektiv: Beschreibung von leichtem Geräusch, wenn etwas auf etwas Weiches nicht mit dem gleichen Tempo aber andauernd trifft

2 Verb: Beschreibung von Gang, wenn man langsam und im Gänsemarsch läuft.)“

Mit Hilfe von der Alliteration durch Tonhöhen einer stimmhaften Laute können die vietnamesische Leserschaft ein bildhalftes Gefühl wahrnehmen Aus diesen obengenannten Gründen kann die Schlussfolgerung gezogen werden, dass rhetorische Mittel im AS-Text ein großes Problem verursachen und auch sicherlich zur Unübersetzbarkeit führen können, weil eine wörtliche Übersetzung für diesen

Parallelsatz in der deutschen Sprache „Weiße Haut schlägt weiße Haut“ sinnlos klingt

und keine adäquate, ästhetische Wirkung auf Vietnamesen wie der im Original hat

Denn es gibt zu viele rhetorische Mittel, Mehrdeutigkeit, Wortspiele besonders in literarischen Texten Es besteht eine große Herausforderung für Übersetzer, all dies oben genannten Ausdrucksmittel, Wortspiele ins Deutsche übertragen zu können Zusammenfassend lässt sich zeigen, dass die ausgangstextspezifischen rhetorischen Stilmittel ein großes Übersetzungsproblem darstellen und in vielen Fällen zur absoluten

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„sendet“ also eine Nachricht, einen Text an Empfänger auf seine Art und Weise Der

Übersetzer ist sowohl der Sender als auch der Empfänger des ZS-Textes Weil der Sender des AS-Textes an die Empfänger der AS denkt, können im AT sehr viele ausgangssprachliche und –kulturelle Ausdrucksmittel verwendet werden, und dies führt zum Übersetzungsproblem Ein Beispiel dafür erklärt dies:

„Am 30.10 findet der Wettbewerb „Entdeckungsreise durch Österreich“ an der

Hochschule für Fremdsprachen, VNU statt.“

Mit dem Zeitbezug kann das Ereignis zu den unterschiedlichen Zeitpunkten übertragen werden Wenn das Ereignis am 30.10.2019 stattfindet, wird der Beispielsatz wie folgt

am 31.10.2019 ins Vietnamesische übersetzt:

„Ngày hôm qua, cuộc thi „Hành trình khám phá nước Áo“ đã diễn ra tại Trường

Đại học Ngoại ngữ, Đại học Quốc gia Hà Nội.“

In dieser Übersetzung wird „ngày hôm qua“ (gestern) benutzt, weil das sich wirklich auf den 30.10 bezieht Aber wenn das Ereignis auch zu diesem Zeitpunkt nächstes Jahr (30.10.2020) erwähnt wird, wird der obengenannten Beispielsatz mit den anderen Worten übertragen:

„Cuối tháng 10 năm ngoái, cuộc thi „Hành trình khám phá nước Áo“ đã diễn ra

tại Trường Đại học Ngoại ngữ, Đại học Quốc gia Hà Nội.“

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Im Zusammenhang von pragmatischen Übersetzungsproblemen spricht Nord auch von dem Horizont und der Perspektive des Betrachters Mit dem Begriff Horizont weist Nord darauf hin, dass es sich um das Welt- und Kulturwissen von Übersetzer und Leser handelt Wenn Übersetzer und Leser ein reiches, vielfältiges Welt- und Kulturwissen zur Verfügung haben, und somit haben sie weniger Übersetzungsprobleme und Verstehensprobleme Unter Perspektive ist die Betrachtungsweise der Kommunikationspartner (Sender, Empfänger und Übersetzer) zu verstehen Mit anderen Wörtern bedeutet die Perspektive Art und Weise, wie die Übersetzungssituation gesehen wird

Am 25.12.1978 sind circa 150.000 vietnamesische Soldaten in Kambodscha einmarschiert, haben das Pol Pot-Regime der Roten Khmer besiegt und dabei geholfen,

den kambodschanischen Königsreich gegründet zu haben Im Rahmen des 18 Pazifischen Sicherheitsgifpfels vom 31 Mai bis zum 02 Juni 2019 in Singapur hat der Prämierminister Singapurs Lee Hsien Loong auf Facebook am 31.5.2019 ein Status gepostet Er wollte dem thailändischen Präsidenten Prayuth Chan-ocha aufrichtiges Beileid wegen des Todes des ehemaligen thailändischen Präsidenten Prem Tinsulanonda aussprechen Ein Teil davon spricht er von der Ivasion Vietnams in Kambodscha Dies löst eine riesige Empörung in der Öffentlichkeit in Vietnam, weil

Asiatisch-„Invasion“ als „xâm lược“ auf Vietnamesisch übertragen wurde Aus Perpektive von vielen Menschen in Vietnamesen und in Kambodscha waren die Soldaten damals keine Aggressoren sondern Friedenstifter Lee Hsien Loong hat das Wort „Invasion“ verwendet Denn dieser Ausdruck wird wie fogt im Duden (2014: 213) erklärt:

In·va·si·on die; -, -en, feindlicher Einfall

Mit dieser Bedeutung beschreibt es das Eindringen einer Armee (ohne Genehmigung)

in ein fremdes Land, um es zu erobern In der Wirklichkeit war das nicht die Absicht der vietnamesischen Armee Obwohl Kambodscha damals nicht um Hilfe gebeten hatte, war die Tat Vietnams friedensfördernd Der Sachverhalt aus der Perspektiv Lee Hsien Loongs war m E anders Aus diesem Grund belastet es Übersetzer bei der Wiedergabe dieses Ausdrucks Bevor die Tatsache wirklich wahrgenommen wird, soll eine milde Übersetzung, keine Entstellung gemacht werden, um unerwartetes Missverständnis zwischen Ländern zu beseitigen

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- Kulturpaarspezifische Übersetzungsprobleme entstehen nach Nord (1993: 247) aus den unterschiedlichen Normen und Konventionen der AS und ZS Dazu gehören formale, inhaltliche, funktionale Konventionen für bestimmte Textsorten und literarische, formale Konventionen, Maßkonventionen und Übesetzungskonventionen für allegemeine Stillkonventionen und Normen Die Menschen handeln im alltäglichen Leben unter dem Einfluss von Normen und Konventionen in ihrer eigenen Kultur Ein

konkretes Beispiel im Deutschen ist eine Anredeform bei einer Rede „Liebe Schülerinnen und Schüler“ wird ins Vietnamesische wiedergegeben als „Các em học sinh thân mến!“ (liebe alle Schüler!) In der vietnamesischen Kultur begrüßt man in

vielen Fällen alle, nicht getrennt von Geschlecht der Erwähnten wie in der deutschen Kultur Da eine Sprache durch kulturelle Eigenschaften und Merkmale bestimmt wird, kommen in der Translation zahlreiche kulturspezifische Übersetzungsprobleme vor, mit

denen der Übersetzer konfrontiert ist

- Sprachenpaarspezifische Übersetzungsprobleme sind vorwiegend durch Unterschiede zwischen den Sprachsystemen charakterisiert Diesen Standpunkt teilt auch Nord (1993: 262) Sie spricht von den strukturellen Unterschieden zwischen AS und ZS in den Bereichen der Lexik und Syntax So entsteht eine weitere, besonders bekannte Gruppe von Übersetzungsproblemen, nämlich die Übertragung von Wortspielen, Metaphern oder anderen rhetorischen Figuren und kreativen sprachlichen

Ausdrucksmitteln Hier sind individuelle Lösungen vom Übersetzer verlangt, die sich

nach dem Grad der Neuigkeit und Kreativität des Ausdrucksmittels und seiner

Bedeutung für Ausgangs- und Zieltext richten

Mưa

„Mênh mông muôn mẫu một màu mưa Mỏi mắt miên man mãi mịt mờ

Mộng mị mỏi mòn mai một một

Mỹ miều may mắn mấy mà mơ“ (Tú Mỡ, zit nach Võ Thị Diệu Hồng, 21.11.2018)

Im oben genannten Gedicht hat Tú Mỡ alle Wörter nur mit den Konsonaten „M“ verwendet, um Regen zu beschreiben Dieser Alliteration „M“ macht das Gedicht besonders eigenartig und stellt einen anhaltenden Regen dar Nicht zufällig hat sich der Autor Tú Mỡ für den Buchstaben „M“ entschieden, weil „Regen“ im Vietamesischen

„mưa“ bedeutet Das ist auch der Name des Gedichtes All dies führt zu einem Problem

Ngày đăng: 15/01/2021, 00:04

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