DieseAnsicht vertritt auch Koller, wenn er sagt, dass es nicht ‚die‘ Übersetzung gibt: „Deshalb kann es ‚die‘ Übersetzung nicht geben, und die vorliegenden odermöglichen Übersetzungen ei
Trang 1VIETNAM NATIONALE UNIVERSITÄT HANOI FREMDSPRACHENHOCHSCHULE ABTEILUNG FÜR POSTGRADUALE AUSBILDUNG
NGUYỄN DƯƠNG DUY
ÜBERSETZUNGSSTRATEGIEN NACH DEM
FUNKTIONALEN ANSATZ AM BEISPIEL DER DEUTSCHEN NACHDICHTUNG DES VERSROMANS "DAS MÄDCHEN
KIỀU" VON IRENE UND FRANZ FABER
Phương pháp dịch chức năng dựa trên cứ liệu bản dịch thơ tác phẩm "Truyện Kiều" từ tiếng Việt sang tiếng Đức của Irene và Franz Faber
ZUSAMMENFASSUNG
Fachrichtung: Germanistik Fachrichtungscode: 8820205.01
HANOI – 2019
Trang 2VIETNAM NATIONALE UNIVERSITÄT HANOI FREMDSPRACHENHOCHSCHULE ABTEILUNG FÜR
POSTGRADUALE AUSBILDUNG
NGUYỄN DƯƠNG DUY
ÜBERSETZUNGSSTRATEGIEN NACH DEM
FUNKTIONALEN ANSATZ AM BEISPIEL DER
DEUTSCHEN NACHDICHTUNG DES VERSROMANS
"DAS MÄDCHEN KIỀU" VON IRENE UND FRANZ FABER
Phương pháp dịch chức năng dựa trên cứ liệu bản dịch thơ tác phẩm "Truyện Kiều" từ tiếng Việt sang tiếng Đức của Irene và
Franz Faber
ZUSAMMENFASSUNG
Fachrichtung: Germanistik Fachrichtungscode: 8820205.01 Betreuer: Dr Lê Hoài Ân
HANOI – 2019
Trang 4Zuerst möchte ich mich bei meinem Betreuer Dr Lê Hoài Ân für seine hilfreichenRatschläge und wunderbare Unterstützung während meiner Masterarbeit bedanken.Diese Masterarbeit ist die wichtigste Arbeit in meinem Masterstudium und spielteine sinnvolle Rolle in meinem Leben
Danach haben allen Dozentinnen und Dozenten vielen Dank für ihre großzügigeZeit, ihre große Mühe, wenn sie mir mit vielen wertvollen Beratungen undUnterstützungen im Studium an der Hochschule für Fremdsprachen gegeben haben.Ein herzliches „Dankeschön!“ geht auch an meine Kolleginnen und Kollegen fürihre Unterstützung Ich fühle mich sehr glücklich, wenn sie immer bei mir sind undmir viel helfen und unterstützen
Trang 5Titel der Arbeit: Übersetzungsstrategien nach dem funktionalen Ansatz
am Beispiel der deutschen Nachdichtung des Versromans „Das Mädchen Kiều“ von Irene und Franz Faber
Name: Nguyễn Dương Duy
„Truyện Kiều“ ist ein großes Werk der vietnamesischen Literatur und die Übersetzung dieses Werkes gilt als eine Brücke zwischen vietnamesische und deutsche Literatur sowie Kultur In Vietnam ist „Truyện Kiều“ bekannt für Erhaltung verschiedener Philosophien und Werten, ein auffälliger Wert davon ist der expressive Wert Durch das System der Metapher wird es den expressiven Wert gezeigt und durch die Übersetzungsstrategie der Metapher wird es die Unterschiede sowie die Denkbewegung zwischen Vietnamesen und Deutschen teilweise aufgewiesen.
Trang 6Eidesstattliche Erklärung i
Danksagung ii
Zusammenfassung iii
1 Einführung 1
1.1 Begründung der Themenwahl 1
1.2 Forschungsstand 2
1.3 Zielsetzung und Fragestellung 2
1.4 Vorgehensweise und Methode 3
1.5 Aufbau der Arbeit 4
2 Theoretische Grundlagen 4
2.1 Entwicklung der Übersetzungstheorien 6
2.1.1 Jakobsons Theorie 6
2.1.2 Nidas Theorie 9
2.1.3 Die Theorie des Texttypes von Reiss 14
2.1.4 Skopostheorie und die funktionale Übersetzungstheorie 16
2.2 Definition nach dem funktionalen Ansatz 26
2.3 Verlust beim Übersetzen 27
3 Praktischer Teil 35
3.1 Definitionen der Metapher 35
3.2 Übersetzungsstrategie in der Nachdichtung „Das Mädchen Kiều” nach dem funktionalen Ansatz 36
3.2.1 Nicht übersetzen 36
3.2.2 Wort-für-Wort-Übersetzung (oder Interlinearversion) und wörtliche Übersetzung 41
3.2.3 Übersetzung der Metapher als ein Mittel zur Beschreibung 46
3.2.4 Übersetzung der Metapher als ein Mittel zum Vergleich 48
3.2.5 Übersetzung der Metapher als Euphemismus 50
Trang 74 Schlussfolgerungen 54
Literaturverzeichnis 56
Trang 81 Einführung
1.1 Begründung der Themenwahl
Im Kontext der Globalisierung bieten die Kooperationen zwischen Ländern,zwischen Vietnam und Deutschland, viele Chancen in unterschiedlichen Bereichen.Die Kenntnisse der Fremdsprachen würden eine Brücke schlagen, um den Abstandzwischen den Ländern zu verkürzen Das Bedürfnis nach intensiverZusammenarbeit zwischen Deutschland und Vietnam in verschiedenen Bereichenund auf unterschiedlichen Ebenen hat großen Einfluss auf Deutschlernen und -lehren in Vietnam Die Kulturpolitik als Kooperationsmittel ist auch im am 10.September 2009 veröffentlichten Erlass Nr 26/CT-TW vom Sekretariat derKommunistischen Partei Vietnam (KPV) betont In diesem Kontext spielt nebenDeutschlernen und -lehren die Übersetzungstätigkeit eine wichtige Rolle
Übersetzung ist eine alltägliche Aktivität und man braucht Übersetzung in allenBereichen des gesellschaftlichen Lebens, zum Beispiel: in der Wirtschaft, um dieVerträge mit internationalen abzuschließen; im Kommunikations- undKulturbereich, um die anderen besser zu verstehen usw Eine Möglichkeit für denZugang zu einer fremden Kultur ist Literatur, weil nach C Nord die literarischeÜbersetzung nicht nur eine sprachliche Aktivität, sondern auch eine kulturelleArbeit ist (Nord 2011: 117)
In Vietnam würde vielleicht jeder das Werk „Truyện Kiều“ kennen In derOberschule lernen die vietnamesischen Schüler einige Abschnitte von „TruyệnKiều“, und „Truyện Kiều“ wurde und wird immer noch in Prüfungen im SchulfachLiteratur in Vietnam benutzt Außerdem gibt es in Vietnam im Hinblick auf „TruyệnKiều“ viele kritische Analysen aus verschiedenen Perspektiven In diesemVersroman wird auf verschiedene Werte und Einstellungen eingegangen, die denKontext der vietnamesischen Gesellschaft reflektieren Deshalb kann man sagen,
„Truyện Kiều“ gilt als ein Symbol der vietnamesischen Literatur Dieses Werk istschon in unterschiedliche Sprachen übersetzt worden Trotzdem wäre „TruyệnKiều“ außerhalb von Vietnam nicht bekannt, weil es nicht einfach ist, aufgrund
Trang 9sprachtypologischer und kultureller Unterschiede das Werk in die anderen Sprachen
zu übersetzen
1.2 Forschungsstand
Wie schon vorher ausgeführt, gilt „Truyện Kiều“ als ein Symbol für dievietnamesische Litertur und im Land wurde in vielen Kontexten das Werkanalysiert Durch einen Klick mit dem Schlagwort „Truyện Kiều“ in der OPAC-Software von der Vietnam National Bibliothek werden sofort 493 Treffer gezeigt
Im wissenschaftlichen Diskurs um das Werk geht es um verschiedene Aspekte
Beispielsweise wird im Buch „Thi pháp Truyện Kiều” das literarische Verfahren der Gedichtgetaltung erörtert im Buch „Đại thi hào Nguyễn Du với Phật giáo và đời
sống xã hội” werden die Verbindungen des Autors Nguyễn Du mit Buddhismus und
der damaligen Gesellschaft Diese Veröffentlichungen helfen Lesern beimVerständnis dieses Werkes Trotzdem besteht die Schwierigkeit, dass es im vorhergenannten OPAC-Programm keine Ergebnisse zur Analyse der deutschenÜbersetzung des Versromans „Das Mädchen Kiều“ gibt
Laut Nguyễn Minh Hoàng (Quelle?) gäbe es bisher ungefähr 48 übersetzteVersionen von „Truyện Kiều“ in 16 Sprachen der Welt Dies bietet einen Vergleichzwischen unterschiedlichen Übersetzungen Auf die deutschen Übersetzer Irene undFranz Faber, die den Versromen ins Deutsche übersetzt haben, wird auch in ein paar
vietnamesischen Büchern wie zum Beispiel in „Bác Hồ với Văn Nghệ Sĩ” (Ho Chi Minh und Künstler) oder in „Văn hoá Đức, tiếp xúc và cảm nhận” (Berührung mit
der deutschen Kultur) hingewiesen
1.3 Zielsetzung und Fragestellung
Im Bereich des Übersetzens gilt die literarische Übersetzung eine sehr großeHerausforderung, weil es viele unterschiedliche Faktoren im Hinblick auf Texttypengibt Besonders bei der Übersetzung eines Gedichts achten die Leser nicht nur aufden Inhalt, sondern auch auf die Form, die sprachliche Gestaltung, also auf dieKunst der Verwendung stilistischer Sprachmittel Die Situation der Übersetzung
„Truyện Kiều“ ist nicht anders Obwohl „Truyện Kiều“ als ein „Großes Werk“, ein
Trang 10Meisterwerk in der vietnamesischen Literatur betrachtet wird, geht es von eineralten chinesischen Geschichte aus Das bedeutet, der Plot ist nicht (viel) verändert,Nguyễn Du benutzt sogar auch die Eigennamen der chinesischen Städte in seinemVersroman, aber er übersetzt nicht ins Vietnamesische, sondern er schreibt auf derGrundlage „des Materials“ aus der chinesischen Geschichte ein neues Gedicht fürseine Mitmenschen Deswegen lassen sich die Werte eines literarischen Textes nicht(nur) am Inhalt, sondern viel mehr an der künstlerischen Gestaltung und dersprachlichen Handhabung des Autors erkennen.
Das Schwergewicht dieser Arbeit liegt nicht auf der Darstellung literarischer Werte,weil in Vietnam diese Fragestellung ziemlich ausführlich untersucht sind DieseArbeit konzentriert sich auf die Übersetzungsmethoden sowie dieÜbersetzungsverfahren von den beiden deutschen Übersetzern Irene und FranzFaber Das heißt, im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden die folgenden Fragenbeantwortet:
(1) Wasversteht man unter dem funktionalen Ansatz in der
Translationswissenschaft?
(2) Was für Übersetzungsstrategien bzw Übersetzungsverfahren werden von den beiden Übersetzern verwendet?
1.4 Vorgehensweise und Methode
Nguyễn Du gilt als einer von den größten Schriftstellern in Vietnam und “TruyệnKiều” gilt als sein größtes Werk Dieses Werk ist bekannt für die vielfältige undkreative Wortkunst des Autors Um die geniale Sprachgestaltung, also dieSprachgewandtheit des Autors, ausführlich zu behandeln, kann man und muss manviele Forschungsvorhaben durchführen Die vorliegende Masterarbeit versucht, dievon den beiden Übersetzern angewendeten Strategien zur Darstellungunterschiedlicher Arten der sprachlichen Gestaltung des Autors erkennen zu lassenund sie aus funktionaler Sicht zu erörtern Man kann in dem Versroman „TruyệnKiều” viele Wortnutzungsarten nennen, zum Beispiel Metapher, Metonymie,Reduplikation usw Aber in dieser Arbeit werden nur Metaphern untersucht, weil
Trang 11diese Wortnutzungsarten bekannt in beiden Sprachen sind Um den Rahmen einerMasterarbeit nicht zu sprengen, werden zur Untersuchung die ersten 1000 Sätze desVersromans „Truyện Kiều” gewählt, weil in diesem ersten Teil die Sprachfertigkeitdes Autors hervorragt.
Am Anfang werden metaphorische und Ausdrucksmittel in der Originalversion vonNguyễn Du ermittelt und klassifiziert Dann wird ein kontrastiver Vergleich mit derÜbersetzung gemacht, um die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischendem Ausgangstext und dem Zieltext aufzuzeigen Dabei werden die Strategien derÜbersetzer zur Wiedergabe vietnamesischer metaphorischer Sprachformen nachdem funktionalen Ansatz z B von Vermeer, Reiß und Nord analysiert
1.5 Aufbau der Arbeit
Diese Arbeit besteht außer der Einleitung und der Zusammenfassung aus zweigroßen Teilen Der erste Teil behandelt die theoretischen Grundlagen, z B dieverschiedenen Ansätze im translationswissenschaftlichen Diskurs in Deutschland,besonders die funktionale Theorie, also das funktionale Übersetzen nach Nord.Dieser Teil erklärt auch, warum die funktionale Theorie als Grundlage für denpraktischen Teil der Arbeit angewendet wird Der zweite Teil widmet sich derpraktischen Untersuchung, in der ein Vergleich zwischen dem Original und derÜbersetzung angestellt wird, um die angewendeten Übersetzungsstrategien derbeiden Übersetzer festzustellen und sie aus funktionaler Sicht deutlich zu machen
2 Theoretische Grundlagen
Im Vergleich zur Sprachwissenschaft hat Translationswissenschaft eine kürzereGeschichte, obwohl Translation auch als eine alltägliche Aktivität gilt Vor Christusstellte man auch die erste Frage nach Translation sowie Translationsmethode
„Little is known about the beginning of Translation; it is known only that interpreting, i.e the oral form of Translation, is older than its written counterpart”
(Wills 1982: 17) Es ist nicht einfach, die Herkunft der Übersetzung zu erkennen,aber die beiden Typen von Translation, Übersetzung und Dolmetschen, sind sehrbekannt in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens In der heutigen
Trang 12globalisierten Welt gilt Translationstätigkeit als wichtige Dienstleistung nicht nurfür die Alltagskommunikation, sondern auch für die Zusammenarbeit in Bereichenwie Wirtschaft und Kulturaustausch.
Deshalb kann man und darf man die Rolle der Translation nicht unterschätzen ImTranslationsprozess haben Sprachkenntnisse und sprachwissenschaftliches Wisseneinen besonders Stellenwert Zwischen der Translationswissenschaft und derSprachwissenschaft bestehen zwar viele Gemeinsamkeiten, aber es ist für dentranslationswissenschaftlichen Diskurs von Relevanz, eine deutliche Grenzliniezwischen den beiden Bereichen zu ziehen In der Sprachwissenschaft handelt es sich
um den Aufbau und das Funktionieren der Sprachen, während im Normalfall derFokus der Translationswissenschaft auf der Erforschung von Übersetzungs- undDolmetschmethoden liegt, also auf der Erforschung von Verfahren zur Übertragungsprachlicher Äußerungen von einer Sprache in eine andere
Die Frage nach den Unterschieden und die Begrenzung zwischen Translations- undSprachwissenschaft ist nicht neu Forscher im Translationsbereich zeigten, dass dieTranslation außer den sprachlichen Problemen auch andere Probleme enthält DieseFragestellung wurde in der Vergangenheit als die Kernfrage derTranslationswissenschaft diskutiert Parallel mit der Entwicklung derSprachwissenschaft macht die Übersetzungswissenschaft auch Fortschritte VieleForscher wie Roman Jakobson wenden die Leistungen der Linguistik auf dieTranslationsforschung an
Eine bekannte Geschichte in der Übersetzungswissenschaft ist die Geschichte vonMartin Luther, der versucht hat, die Bibel zu übersetzen „Die Kirchen“ wollten ihregroße Rolle in der Gesellschaft natürlich verbreiten Um dieses Ziel zu erreichen istvon Bedeutung, die Bibel in unterschiedliche Sprachen zu übersetzen und dasWichtigste daran ist, dass die Übersetzung wie das Original sein muss, jedeAbweichung gilt als Häresie und der Übersetzer könnten strikte Strafe bekommen
In der Geschichte wurde der Übersetzer Etienne Dolet aufgrund eines Fehlers inseiner Übersetzung der Bibel hinrichtet Während der Übersetzung muss Martin
Trang 13Luther zwischen zwei Übersetzungsmethoden sich entscheiden, eine davon ist dasVerfahren „word-by-word“, die andere ist „sense-by-sense“ Er lehnt das VerfahrenWord-by-Word ab, weil es für ihn unnatürlich ist und die intendierten Ideen nichtwie im Original übertragen werden könnten Diese Frage steht eine lange Zeit imMittelpunkt der Übersetzungstheorie und -praxis (vgl Munday: 2009).
2.1 Entwicklung der Übersetzungstheorien
2.1.1 Jakobsons Theorie
Im Bereich der Semantik steht der Begriff des semiotischen Dreiecks, der dieVerbindung zwischen den Elementen von einem Wort bezeichnet, zur Verfügung.Das ist die Verbindung zwischen „Inhaltswort“, „Deskriptiver Bedeutung“ und
„Denotation“ Diese Verbindung zeigt, dass die Bedeutung von einem Wort nichtnur auf der Oberfläche von einem Wort liegt, sondern auch immer in einemKonzept
„Die deskriptive Bedeutung eines Inhaltswortes ist ein Konzept für seine potenziellen Referenten.“ (Löbner 2003: 29)
Beispielsweise hat das Wort „Hund“ das Konzept von einem Tier mit vier Beinen,einem Schwanz usw., und das Wort ist so bekannt, dass man sich das Bild davon imKopf vorstellen kann Aber alle Hunde sehen nicht gleich aus, jede Hunderasse hatihre eigenen Eigenschaften und Merkmale, die benutzt werden, sie von den anderen
zu unterscheiden, das heißt Denotation „Die Denotation eines Inhaltsworts ist die
Kategorie, oder Menge, aller seiner potenziellen Referenten.“ (Löbner 2003: 31) In
seinem Buch „Semantik Eine Einführung“ weist er darauf hin: „Die Denotation
eines Wortes ist mehr als die Gesamtheit aller existierenden Entitäten dieser Kategorie.“ Das bedeutet, es gibt immer unterschiedliche Bedeutungsmerkmale in
einem Innenwort In seiner Theorie benutzt er den Begriff „equivalence in
difference„
Als Beispiel nennt Jakobson das Wort „cheese“ in Englisch und das Wort „сыр“ inRussisch, um seine Theorie zu belegen Nach Jakobson gibt es in zwei Kulturen diekognitiven Unterschiede in der Bedeutung der vorher genannten Wörter Im
Trang 14Englischen stehen auch die anderen Typen von Käse („cheese“) zur Verfügung, die
im Russischen nicht vorhanden sind Deswegen verursacht das auch die Problemebeim Übersetzen, weil die Engländer mit dem Wort „cheese“ etwas Anderes als dieRussen mit dem Wort „сыр“ meinen Die Übersetzer müssen sich in die konkreteGesprächssituation versetzen, um die genaue Bedeutung vom Wort „cheese“ oder
„сыр“ zu verstehen und zu übersetzen „We understand these words and know in
what contexts each of them may be used” (Venuti 2001: 113), Jakobson betont die
Rolle des Kontextes und er zeigt auch noch ein Beispiel vom Wort „bachelor“ mitunterschiedlichen Bedeutungen und die Frage nach Übersetzungsmöglichkeiten zustellen In seiner Theorie werden drei Arten/Typen der Übersetzung dargestellt:
intralinguale Übersetzung (intralingual translation), interlinguale Übersetzung (interlingual translation) und intersemiotische Übersetzung (intersemiotic translation).
„Intralinguale translation or rewording is an interpretation of verbal signs by means of other signs of the same language.“ Die Sprachen bleiben nicht konstant,
sondern sie wandeln sich schnell Im Verlauf der gesellschaftlichen Entwicklungsind mehr und mehr neue Ausdrücke zur Bezeichnung von neuen Erscheinungenentstanden Beispielsweise benutzt man Metapher und Metonymie, um einen
Sachverhalt bildhafter auszudrücken Das verursacht vieleVerstenhensschwierigkeiten, Problemein der Rezeptiongsphase Diese Problemebeeinträchtigen die Übersetzungsqualität, wenn der Übersetzer nicht gut das
ausgangssprachliche und –kulturelle Gemeinte versteht In derübersetzungsvorbereitenden Phase, also in der Phase der Ausgangstextanalyse mussder Übersetzer den Ausgangstext interpretieren und dann kann er ihn in dieZielsprache übertragen Es gibt zwei mögliche folgende Probleme:
+ Der Übersetzer versteht eine Übersetzungseinheit nicht, also er versteht die ausgangssprachliche Mitteilung nicht
Trang 15+ Der Übersetzer versteht das ausgangssprachliche Gemeinte, aber kann dafür keinen entsprechenden zielsprachlichen Ausdruck finden.1
Im Fall, dass der Übersetzer die ausgangssprachliche Mitteilung versteht, soll ereinen synonymischen Ausdruck aus der Zielsprache und –kultur finden bzw einenneuen schaffen In der Realität bestehen für einen ausgangssprachlichen Ausdruckvielleicht viele Entsprechungen Die Kommunikationssituation gibt uns ÜbersetzernHinweise darauf, welche synonymische Entsprechung, also welche Annäherung, in
Frage kommen kann und soll Jakobson ist auch der Auffassung: „yet synonymy, as
a rule, is not complete equivalence “(Venuti 2001: 114).
In der vorliegenden Masterarbeit handelt es sich vor allem um die intersprachliche
Translation, also um die interlinguale Translation: “Interlingual translation or
translation proper is an interpretation of verbal signs by means of some other language.” (vgl Jakobson, zitiert nach Venuti 2001: 114) Im Zentrum der
Übersetzungstätigkeit geht es zuerst um Lösungen für Verstehensprobleme für dieKommunikationsteilnehmenden aus unterschiedlichen Gemeinschaften Am bestenfindet man ein “absolutes“ Äquivalent in der Zielsprache, aber es geht nicht immergleich, weil, wie vorher ausgeführt, ein Ausdruck in der Ausgangssprache vieleBedeutungsmerkmale haben kann Und um einen zielsprachlichen Ausdruck zufinden, der allen ausgangssprachlichen Bedeutungsmerkmalen entspricht, ist keineeinfache Arbeit In vielen Situationen ist das sogar unmöglich Diese Theorie vonJakobson zeigt, dass es bei der Übersetzungstätigkeit nicht nur um das Wort-für-Wort-Verfahren geht und es ‚das‘ absolute Übersetzungsangebot nicht gibt DieseAnsicht vertritt auch Koller, wenn er sagt, dass es nicht ‚die‘ Übersetzung gibt:
„Deshalb kann es ‚die‘ Übersetzung nicht geben, und die vorliegenden odermöglichen Übersetzungen eines Textes stellen nur Annäherungen, Teil-Bilder desOriginaltextes dar.“ (Koller 2004: 57)
1 In der Fachliteratur redet man von der so genannten Unübersetzbarkeit Für viele
Übersetzungstheoretiker und –praktiker kann man alles übersetzen, also sie sind der Ansicht, dass der Übersetzer immer eine zielsprachliche Ausdrucksmöglichkeit für einen ausgangssprachlichen Ausdruck finden kann, der die Botschaft in einer konkreten Kommunikationssituation zum Ausdruck bringt.
Trang 162.1.2 Nidas Theorie
Die erste gemeinsame Ansicht zwischen Nida und Jakobson ist, dass die beidenForscher zustimmen, es gibt kaum die absolute Äquivalenz zwischen Sprachen.Obwohl zwei Wörter in zwei Sprachen die gemeinsame Bedeutung haben, sind aber
die Wirkungen von jedem Wort nicht ähnlich „Whoever takes upon himself to
translate contracts a debt; to discharge it, he must pay not with the same money, but the same sum.” (Nida, zitiert nach Venuti 2001: 126) In diesem Kontext kann man
darunter verstehen, dass „a debt“ hier Übersetzungsauftrag bedeutet, Es gibt
bestimmte Anzahl der Wörter, grammatische Strukturen usw., und auch Intentionvom ausgangssprachlichen Verfasser Der Übersetzer kann kaum alles gleich in derZielsprache wiedergeben, weil es immer die Unterschiede der sprachlichenEigenschaften zwischen zwei Sprachen gibt Um eine Botschaft in der Zielsprache
zu erklären, braucht der Übersetzer in vielen Fällen mehr als, was er imAusgangstext hat
Für diese Unterschiede sind nach Eugene Nida die drei grundlegenden Faktoren inÜbersetzung verantwortlich: (1) die Natürlichkeit der Botschaft, (2): der Zweck derÜbersetzung oder die Absicht vom Autor und vom Übersetzer und (3) der Typ vomPublikum (vgl Venuti 2001: 127) In seiner Theorie wird gezeigt, dass es auch dieanderen Faktoren außer sprachlichen gibt und sie großen Einfluss auf dieÜbersetzungstätigkeit, also auf die Übersetzungsentscheidungen haben
(1) Die Natürlichkeit der Botschaft: in diesem Punkt betont Nida die Verbindungund die Rolle von Form und Inhalt Die Verbindung zwischen Form und Inhalt wirdnicht getrennt, weil die beiden Elemente sich bei der Produktion bzw Reproduktioneines Textes unterstützen In der Übersetzungspraxis spielt in vielen Fällen dieinhaltliche Wiedergabe eine untergeordnete Rolle Viel wichtiger ist, dass manpassende Ausdrücke findet Umgekehrt kann man einen Text nicht gut verstehen,
wenn der Text inhaltlich nicht gut formuliert wird „But in some messages the
content is of primary consideration, and in others the form must be given a higher priority.” (Venuti 2001: 127) Beispielsweise muss der Inhalt von einem Vertrag
Trang 17die erste Stelle einnehmen, weil der Inhalt des Vertrags im Mittelpunkt des Handelsvon zwei Firmen steht Andernfalls, wenn ein Lied übersetzt werden muss, legt manweniger Wert auf Inhalte, sondern mehr Wert auf die Form, weil das Ziel darinbesteht, das Lied in der Zielsprache singen zu können.
(2) Der Zweck oder die Absicht des Autors und des Übersetzers spielen wichtigeRolle bei der Übersetzung Autor (oder Verfasser) und Übersetzer, im Fall von zweiunterschiedlichen Personen, sind zwei eigene Identitäten Wenn er einen Textschreibt, hat der Autor seine eigene Intention, die nur von ihm ganz klar verstandenwerden kann In dem Roman „Die Liebhaberinnen“ von der österreichischen
Autorin Jelinek gibt es viele Rechtschreibungsfehler, die man sehr leicht erkennt,beispielsweise hat Jelinek „2(fast) alles kleingeschrieben“ Dafür hatte sie natürlichihre Gründe Warum hast sie so gemacht? Und warum war das Buch auch schonpubliziert, wenn es so große Fehler enthält? Und wie soll sich der Übersetzer indiesem Fall verhalten? Ich glaube, das ist verständlich, wenn der Übersetzer seineÜbersetzung etwas bearbeitet sowie diese Fehler korrigiert, weil diese Fehler dieUnannehmlichkeit beim Lesen verursachen könnten Aber Übersetzer Le Quangmeint anders In seiner Übersetzung des Romans von Jelinek hat er auch wie dieösterreichische Autorin kleingeschrieben, um die „eigenen Merkmale“ von derAutorin, die man respektieren soll, zu reflektieren
(3) Der Typ vom Publikum: In der Theorie von Nida erscheint der Begriff
„Decoding ability“, es geht um die Verstehensfähigkeit von verschiedenen
Empfängergruppen, also von unterschiedlichen Rezeptionsstufen Nida zeigt vier
Niveaus davon „(1) the capacity of the children […]; (2) the double-standard
capacity of new literates […] (3) the capacity of the avarage literate adult […]; the unusually high capacity of specialists.” (Venuti 2001: 128) Die erste Stufe ist die
Fähigkeit von Kindern, die keinen großen Wortschatz und nicht genugHintergrundkenntnisse haben Die zweite Stufe ist eine Person, die die mündlichen
2
https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/2158-elfriede-jelinek-die-liebhaberinnen/ (Zugriff: 29.11.2018)
Trang 18Botschaften „dekodieren“ kann, aber ihre Fähigkeit ist nicht genug, die
schriftlichen Botschaften alles ganz genau zu verstehen Die dritte Gruppe ist einnormaler Erwachsener, der die beiden mündlichen und schriftlichen Botschaftenversteht und die letzte ist beispielsweise ein Forscher, der in seinem fachlichen
Bereich „dekodieren“ kann Wenn man ein Buch für Kinder übersetzt, kann man
nicht die Wörter für die Forscher benutzen, also keine Fachwörter Nach Nida spieltdie Rezeptionsfähigkeit der Leserschaft eine wichtige Rolle Es geht nicht nur umdie vorher genannte Dekodierungsfähigkeit, sondern auch um das Interesse sowieauch die Erwartungen von ihnen Zu Ho Chi Minhs Lebzeiten stellte er bei Treffenmit Journalisten die Fragen wie, für wen und warum man einen Text schrieb.Aufgrund des Zwecks und der intendierten Rezipientengruppe soll man dannentscheiden, was und wie geschrieben wird Aus den Fragen, die Ho Chi Minh andie Journalisten richtete, kann man entnehmen, dass Ho Chi Minh die Leserschaftfür sehr wichtig hält Der bekanntw chinesische Übersetzer Nghiêm Phục (1853-
1921) war auch dieser Auffassung In seiner Übersetzung des Buches „Evolution
and Ethics“ (Thiên Diễn luận) versuchte er, so zu formulieren, dass alle Chinesen
die im Buch dargestellten Ideen verstehen konnten (vgl Cát 2004: 656) DieseMeinung geht ähnlich wie die funktionale Theorie, die von den deutschen Forschernkommt und später dargestellt wird Nida erwähnt zwei Typen von Äquivalenz das
sind formale Äquivalenz (formal equivalence) und dynamische Äquivalenz
(dynamice quivalence).
Bei der formalen Äquivalenz konzentriert man sich auf zwei Seiten, die Inhalts- undFormseite, das bedeutet, der Ausgangstext und der Zieltext haben eine so engeVerbindung zwischen den Konzepten (vgl Venuti 2001:129) Bei dieser Translationmuss man jedes Wort, jeden Satz übertragen und übersetzen, aber die Leserbrauchen viele Erklärungen durch Fußnoten oder einen Exkurs dafür, um den Textganz genau zu verstehen Ein Vorteil von dieser Äquivalenz ist, dass die Leserbesser den Ausgangstext verstehen können, aber es kostet sie sehr viel Zeitnachzuschlagen
Trang 19Bei der dynamischen Äquivalenz geht es um „das Prinzip der Äquivalenzwirkung“,das bedeutet, es handelt sich nicht um die Verbindungen zwischen Ausgangs- undZieltext, dabei sind die Reaktionen von den zielsprachlichen Lesern besonders zubeachten Das Ziel davon ist, dass die Leser in der Zielsprache eine gemeinsameReaktion wie die Leser in Ausgangssprache haben Deshalb braucht man dienatürlichen Wortnutzungen oder Äußerungen, damit die Leser in Zielsprache dasKonzept im Kontext der Zielkultur verstehen können (vgl Venuti 2001:129) Zudiesem Punkt weist Nida ein „System von Prioritäten“ auf:
1) kontextgemäße Übereinstimmung ist wichtiger als wörtliche Übereinstimmung;
2) dynamische Gleichwertigkeit ist wichtiger als formale Übereinstimmung; 3) die fürs Ohr bestimmte Form der Sprache hat Vorrang vor der geschriebenen; 4) Formen, die von den vorgesehenen Hörern der Übersetzung gebraucht und anerkannt werden, haben Vorrang vor traditionellen Formen, auch wenn diese größeres Ansehen genießen (Nida/Taber 1969: 13 zitiert nach Stolze 2008: 88).
Ein Beispiel für die dynamische Äquivalenz ist die Übersetzung desvietnamesischen Dichters Tố Hữu „Đợi anh về“ (Warte auf mich) Das wird voneiner französischen Übersetzung übersetzt, obwohl das Original im Russischen vonSimonov geschrieben wurde Man kann die Qualität der vietnamesischenÜbersetzung im Vergleich vom russischen Original nicht bewerten, weil es voneiner Übersetzung übersetzt wird (zweimal übersetzt) Aber wenn man das Originalmit der französischen Übersetzung vergleicht, gibt es auch Unterschiede DasGedicht handelt von Traurigkeit einer Frau, die auf ihren Mann in der Kriegszeitwartet, und es geht auch um die Hoffnung auf seine Rückkehr, auf ein Wiedersehenmit ihrem lieben Mann, also auf den Frieden Diese Botschaft wird auch in derÜbersetzungsversion übertragen, aber wie man das überträgt, ist es unterschiedlich
in verschiedenen Sprachen
Original (Russisch)
Ждименя!
Trang 20Im Original sowie der französischen Übersetzung benutzt man die Formen Imperativ im Russischen und Französischen wird durch eine Veränderungder Verbsform realisiert Wenn man Imperativ ins Vietnamesische übersetzt, benutztman normalerweise das Wort „hãy“ als die Form des Imperativs imVietnamesischen Aber hier kommt das Wort „hãy“ nicht vor, Hier ist vielleicht einunsicheres Gefühl des Schreibers, des Dichters Vielleicht ist er auch nicht sicher,dass der Soldat zurückkommen kann Außerdem klingt der vietnamesische Titel alsosanft, zärtlich, also nicht wie eine Aufforderung für die Frau.
„dầm dề“ und „lê thê“ zur Hervorhebung einer melancholischen Stimmung insSpiel Trotz vieler Unterschiede der Wortnutzung verändert sich die Funktion des
Trang 21Ausgangstextes nicht Die vietnamesischen Leser fühlen auch die Traurigkeit, diedie Russen auch hätten In diesem Fall ist es deutlich geworden, dass die Kreativitätdes Übersetzers, welche Nida dynamischen Äquivalenz nennt, einen besondersgroßen Stellenwert beim Literaturübersetzen hat.
Nach Nidas Modell gibt es drei Phasen in der Übersetzung oder imÜbertragungsprozess: Analysephase, Transferphase und Synthesephase Nida undTaber benutzen die folgende Darstellung (vgl Stolze 2008: 89):
A (Ausgangstext) Analyse B (Endergebnis) Synthese
2.1.3 Die Theorie des Texttypes von Reiss
Katharina Reiss vertritt die Ansicht, dass jeder Text die eigene Funktion hat und es
drei Texttypen gibt: „den inhaltsbetonten“, den „formbetonten“ und den
„appellbetonten“ (Stolze 2008: 112) Obwohl ein Texttyp viele Eigenschaften
erhält, hat er eine eigene Hauptfunktion, die wichtiger als die anderen Funktionensind Beispielsweise hat eine Rede die Funktion, die Hörer von etwas zuüberzeugen, trotzdem gibt es auch viele Informationen darin, aber die
Hauptfunktion von dieser Rede ist nicht zu informieren Aufgrund derTexteigenschaften und –merkmale kann man die oben genannten drei Texttypen wiefolgt klassifizieren:
1) Informativer Texttyp (sachorientiert): Textsorten Bericht, Aufsatz, Urkunde,
Gebrauchsanweisung, Kommentar, Sachbuch;
2) Expressiver Texttyp (senderorientiert): Textsorten Roman, Novelle, Lyrik, Schauspiel, Komödie, Lehrgedicht, Biographie;
3) Operativer Texttyp (verhaltensorientiert): Textsorten Predigt, Propaganda, Reklame, Demagogie, Pamphlet, Satire, Tendenzroman, Kommentar, usw (Stolze 2008: 113)
Unter dem inhaltsbetonten Text kann man verstehen, dass „das Hauptgewicht auf
die Vermittlung von Inhalten, von Informationen liegt.“ (Stolze 2008: 113) Das
Trang 22bedeutet, der informative Texttyp konzentriert sich auf die Darstellung und dieLogik des Textes Der Empfänger will die Informationen empfangen, deshalbmüssen die Information in einer guten Reihenfolge dargestellt werden, damit derEmpfänger genügend Informationen zur Verfügung bekommt.
Währenddessen erwartet der Leser die Gefühle, die Emotionen durch die Wörtervon dem Autor, wenn er einen expressiven Text liest Obwohl die Informationeneine große Rolle in einer Geschichte spielen, braucht der Leser die Prioritäten zusetzen Die Hauptfunktion eines expressiven Textes besteht darin, die Gefühle zuäußern Daraus werden die Fragen nach der Treue oder Loyalität im Vergleich zumAusgangstext gestellt, die später dargestellt werden
Der operative Text konzentriert sich auf die Reaktionen der Empfänger Wenn manbeispielsweise eine Werbung produziert, beabsichtigt man, so zu formulieren, dassein Produkt verkauft werden kann, deshalb muss der Text (in der Bedeutung von
´signal´) attraktiv sein, also in der Fachliteratur ist von der Appellfunktion einesoperativen Textes die Rede
Für jeden Texttyp mit unterschiedlichen Eigenschaften braucht man als Übersetzeranpassende Übersetzungsmethoden In der Fachliteratur kann man andere Begriffe wie
Übersetzungsverfahren oder Übersetzungsstrategie usw nennen.), mit anderen Worten
bestimmen also nach Reiß die Funktionen des Textes und der Übersetzung dieÜbersetzungsmethoden Hier wird die Pluralform des Wortes „Funktion“ erwähnt, weilein Text viele Funktionen erhalten kann Hierzu nennt Reiß den Texttyp „Kommentar“als Beispiel Ihnen ordnet sie sowohl dem informativen Texttyp als auch demoperativen Warum schreibt man einen Kommentar? Natürlich will er etwaskommentieren sowie seine persönlichen Meinungen zu einem Sachverhalt äußern Abergeht es nur darum oder verfolgt man hier noch einen anderen Zweck? Ich glaube, dass
er auch die anderen, die seinen Kommentar lesen, von seiner Ansicht überzeugenwollte Er hofft, dass er durch seinen Kommentar die Leser bewirkt, etwas zu machen.Das heißt, sein Text erhält außer der Informationsfunktion auch die Appellfunktion Umdie anderen zu überzeugen,
Trang 23kann der Übersetzer auch die anderen Informationen benutzen, die vielleicht für dieLeser neu sind Das heißt, beim Übersetzen eines Kommentars handelt es sich nichtnur um Informieren, sondern auch Appellieren.
Daraus kann man Folgendes schlussfolgern: Zuerst kann man Texte klassifizieren.Zur Bestimmung der Textfunktion bzw Textfunktionen sind verschiedeneEinflussfaktoren zu beachten Die Analyse der Funktion vom Ausgangstext trägtteilweise dazu bei, angemessene Übersetzungsmethoden herauszufinden ImFolgenden wird der Zusammenhang zwischen Textfunktion und Übersetzungs-methode dargestellt
2.1.4 Skopostheorie und die funktionale Übersetzungstheorie
Der Begriff „Skopos“ auf Griechisch bedeutet ´Ziel´ oder ´Zweck´, das heißt, dieSkopostheorie konzentriert sich auf das Ziel oder den Zweck derÜbersetzungshandlung Warum und wofür übersetzt man einen Text? Die
Trang 24Übersetzung nach der Skopostheorie ist keine Übertragung ohne Funktion und „die
Dominante aller Translation ist deren Zweck […] In diesem Sinne heißt die funktionale Translationstheorie auch „Skopostheorie“ (Stolze 2003: 172) „Der Zweck einer Translationshandlung definiert sich aus der kommunikativen Situation, für die das Produkt, die Übersetzung oder Verdolmetschung, bestimmt ist und die in Form eines Übersetzungsauftrags beschrieben sein kann.“ (Nord 1993: 9).
Diese Theorie betont die wichtige Rolle von den zwei folgenden Faktoren, das sind:die kommunikativen Funktionen des Textes (oder Textfunktion) und dieEmpfänger/Empfängererwartung
In dieser Theorie steht die Situation, nämlich die kommunikative Situation imMittelpunkt Bevor etwas übersetzt wird, muss der Zweck der Übersetzung
klargestellt werden Das heißt, ein Text „erhält“ seine eigene(n) Textfunktion(en)
und der Verfasser hat auch seine eigene Intention (Nord 1993: 9) Diekommunikative Situation gilt für Nord als ein wichtiges Element für die
Übersetzung Unter Textfunktion kann man „die kommunikative Funktion bzw die
Kombination aus den kommunikativen Funktionen eines Textes in seiner konkreten (Rezeptions)-Situation“ verstehen Wenn die Intention von Sender den
Empfängererwartungen entspricht, hat man „den Idealfall einer geglückten
Kommunikationshandlung“ (Nord 1993: 11).
Aber ein Text erhält nicht nur eine Funktion, sondern „höchst komplexes Gefüge
von hierarchisch angeordneten Funktionen und Subfunktionen“ (Nord 1993: 11).
Diesem Standpunkt stimmt Jeremy Munday zu, er weist in seinem Buch
„Introducing Translation Studies“ hin, dass ein Text nicht immer eine reine
Funktion hat, sondern er verschiedene Funktionen im verschiedenen Fall „erhält“.
Er nennt Beispiele von Gedicht: Ein Gedicht gehört zum expressiven Text, weil seinSchwerpunkt auf der sprachlichen Ausdrucksfunktion liegt; referentielle Dokumentezum informativen Text; Rede und Werbung zum operativen Text, mit dem versuchtwird, jemanden zu überzeugen etwas zu tun Darüber hinaus gibt es in der Praxisnoch andere Texttypen, die in der Fachliteratur als Mischtypen
Trang 25bezeichnet werden Trotzdem stellt Munday (2009: 122) auch fest, dass ein Translatnicht immer der dominierenden Funktion vom Ausgangstext folgt , beispielsweisehat eine Übersetzung einer Rede von US-Präsident Donald Trump die informativeFunktion als dominierende Funktion, wenn diese Rede ins Vietnamesische und fürVietnamese übersetzt wird, weil die Vietnamesen nicht an den amerikanischenWahlkampf teilnehmen und sich nur für die Politik von den USA interessieren Aber
in den USA erhält diese Rede eine operative Intention, weil der amerikanischePräsident durch seine Rede mehr Stimmen von den Wählern bekommen will
Außer den zwei vorher genannten Hauptfaktoren gibt es unterschiedlicheEinflusselemente für die Übersetzungsmethoden beispielsweise Zeit, Raum, Kulturusw., und sie verursachen eine Barriere bei der Übersetzung ( Nord 1993: 11).Deshalb redet man von Überzetzungsschwierigkeiten und von der sogenanntenNichtübersetzbarkeit Um diese Probleme zu lösen, soll man auch die obengenannten Elemente genau wissen, also eine ausführliche Analyse desÜbersetzungsauftrages und des Ausgangstextes spielt hierbei eine besonderswichtige Rolle, die man in der Praxis oft unterschätzt
Die Frage „von wem der Translationszweck bestimmt wird?“ ist in der
Funktionstheorie gestellt Eine angemessene Antwort auf diese Frage kann der
Übersetzer „aus dem Auftrag eines Kunden oder Auftraggebers“ entnehmen, hinsichtlich dessen Nord „Initiator“ nennt Das heißt, ein Übersetzungsauftrag
umfasst den Initiator, Rezipienten(kreis), Zweck, räumliche und zeitlicheRezeptionsbedingungen (Nord 1993: 14) Obwohl der Übersetzer eigentlicherÜbersetzungsentscheidungsträger ist, muss er allen oben genannten Einflussfaktorenund die am Übersetzungsprozess Beteiligten große Aufmerksamkeit schenken
Aus diesem Grund soll man den Übersetzungsauftrag und den Ausgangstext immer inder ersten Phase analysieren Die zur Textfunktion gehörenden Elemente,
beispielsweise „Sender/Senderolle, Senderintention, Empfänger/Empfängererwartung,
Trang 26Medium, Ort, Zeit und Anlaß einer kommunikativen Handlung“ (Nord 1993: 9),
sollen am Anfang der Übersetzung ausfühliche behandelt werden Wenn man einen
Überblick darüber hat, kann man die angemessenen Übersetzungsmethodenauswählen
Die Theorie von Nord handelt von der Frage nach der Treue der Übersetzung Nordführt in ihrer Theorie mit einem Beispiel einer Aufgabe eines Meisters für seine fünfSchüler ein, dass die Schüler ein Bild von ihm fertigen müssen Das Bild muss ihn
so wirklich wie möglichst zeigen Die Schüler haben verschiedene Möglichkeiten,
die Aufgabe zu machen, aber „wem von den Fünfen ist nun das „treueste“ Abbild
gelungen?“ (Nord 2011:11) Aus diesem Beispiel kann man einen Vergleich machen.
Die Rolle vom Meister hier wäre wie die des Ausgangstextes, den man nicht ändernkann Die Aufgabe vom Meister wäre wie die Anforderungen von Arbeitgeber oderVertragsgeber, er kann nicht viel in die konkrete Arbeit des Übersetzersintervenieren, aber seine Wünsche hat auch Einfluss auf die Arbeit von Übersetzer.Ein weiteres Element ist die Art und Weise von den Schülern die die Hauptrolle desÜbersetzungsprozesses spielen Die nicht explizit genannten Ergebnisse vomMeister wären wie die Erwartungen des Empfängers, wenn die Übersetzung denErwartungen entspricht, könnte man sagen, das wäre eine erfolgreiche Übersetzung.Natürlich hat jeder Empfänger seine eigenen Erwartungen, deshalb kann eineÜbersetzung für einen erfolgreich sein, aber für andere nicht erfolgreich
Natürlich erwarten wir als Empfänger in der Zielsprache eine „treue“ Übersetzung,
„dass sie zeigt, wie der Ausgangstext wirklich ist, dass sie genau das wiedergibt“
(Nord 2011: 11) Dieser Wunsch folgt die Schwierigkeiten, sogar Nichtübersetzbarkeitbeim Übersetzen Ein Vorteil der funktionalen Übersetzungstheorie ist, dass es keine
Nichtübersetzbarkeit gäbe Koller formuliert in seinem Buch auch „Wenn in jeder Sprache alles, was gemeint werden kann, auch ausdrückbar ist, so muss es prinzipiell möglich sein, das, was in einer Sprache ausgedrückt ist, in jede andere Sprache zu übersetzen.“ (Vgl Koller 1979: 152 zitiert nach Nord 2011: 12) Die Frage hier geht darum, wie „treu“ die Übersetzung ist.
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Trang 27Dadurch kann man die Begrenzung der Freiheit sowie der Kreativität desÜbersetzers sehen Obwohl der Übersetzer den aus meiner Sicht größten Stellenwertbeim Übersetzen einnimmt, kann er nicht übersetzen, wie er will Dies zeigt auchdie Adäquatheit von Übersetzung, auf die hier vielleicht nicht ausführlich genugeingegangen wird, und der Übersetzer muss versuchen, die Empfängererwartungenzur Kenntnis zu nehmen, dann kann er die passenden Maßnahmen zur Wiedergabedes ausgangssprachlichen und –kulturellen Gemeinten ergreifen Trotzdem darf derÜbersetzer die intendierte ausgangssprachliche Mitteilung nicht verfälschen DieRolle vom Übersetzer ist besonders wichtig, er muss versuchen, alle Seiten desÜbersetzungsprozesses irgendwie zufriedenstellen, aber das ist in der Realitätunmöglich, gegenüber allen am Übersetzungsprozess Beteiligten loyal zu bleiben.Deswegen muss der Übersetzer als Entscheidungsträger genau überlegen, wasunbedingt zum Ausdruck gebracht werden sollte und/oder wer unbedingt dieMitteilung, also die Botschaft, bekommen sollte Wenn in der Praxis aus einembestimmten Grund eine ausgangssprachliche Mitteilung irgendwie ``manipuliert``werden muss, muss der Übersetzer das explizit sagen, vielleicht entweder imVorwort oder Nachwort oder in einer Fussnote Das nennt man faires Verhalten desÜbersetzers dem Publikum gegenüber.
Noch ein wichtiges Element, das Nord am Anfang ihrer Theorie erwähnt, ist die
Erwartungen von Empfängern „Von einer Übersetzung wird im Allgemeinen
erwartet, dass sie „treu“ ist, d.h dass sie zeigt, wie der Ausgangstext wirklich ist, dass sie genau das wiedergibt, was der Ausgangstext ausdrückt.“ (Nord 2011:11)
Natürlich hat jede Sprache die eigenen Eigenschaften, die nicht in anderenvorkommen, und jeder Autor hat seinen eigenen Stil, der nicht ähnlich wie vonanderen Die Leser oder die Empfänger wollen diese eigenen Eigenschaften, dieEinzigartigkeit von den Autor aber in der Zielsprache erfahren Natürlich gibt esimmer Abstand zwischen Ausgangstext und Zieltext und die Leser in derZielsprache könnten vielleicht nicht immer Fremdsprachenkenntnisse haben, abersie wöllten von den unterschiedlichen Stilen wissen Wenn die Übersetzung die
Trang 28Eigenschaften von den Ausgangstext sowie den Autor nicht reflektieren würde oder
zu zielkulturorientiert wäre, besonders in der literarischen Übersetzung, könnte dasdie Langweiligkeit folgen einen Stil lesen Aber wenn sie keineFremdsprachenkenntnisse haben, wie sie diese Unterschiede erfahren könnten? EineAufgabe der Übersetzung ist diese Unterschiede zwischen Sprachen und Kulturenauf den Punkt zu bringen, dann könnten die Leser in Zielsprache das Gemeintegenauso wie die Empfänger in Ausgangssprache wahrnehmen Aber kann eineÜbersetzung alles treu im Vergleich zum Originaltext versprachlichen, kann die
Übersetzung alles zeigen, „wie der Ausgangstext wirklich ist“? Koller zeigt, dass man immer prinzipiell eine Möglichkeit etwas zu übertragen hat, aber eine Übersetzung ist immer „eine Annäherung“ (Koller 1979: 152 zitiert nach Nord
2011: 12)
Bei einem Interview mit dem Übersetzer Dương Tường teilt er seinen Grund fürseine Übersetzung des Titels des Buches „L’Étranger“ von Albert Camus Es istnicht schwierig, das Wort zu verstehen, das bedeutet ´der/die Fremde´ auf Deutschund ein Vietnamese kann sofort das Wort ins Vietnamesische mit „Người lạ“ oder
„Kẻ xa lạ“ übersetzen Aber der Übersetzungsvorschlag von Dương Tường ist
„Người dưng“ (Außenseiter) Er begründet, das ist Literatur und „Người lạ“ oder
„Kẻ xa lạ“ sind die neutralen Wörter und es passt nicht zum Inhalt des Buches Indiesem Kontext, um die Feinheit dieser Äußerung des Titels zu erhellen, wähltDương Tường den Ausdruck „Người dưng“ (Hồ Hương Giang) Um diesenVorschlag zu geben, muss Dương Tường natürlich ausführlich und genau das Buchlesen und verstehen, dann hat er auch seine eigene Analyse und seine Schätzungen
Es muss auch klargestellt werden, welche Faktoren nehmen Einfluss auf seineÜbersetzungsentscheidungen nehmen können Das wird auch von Nord in ihrerTheorie thematisiert Aus ihrer Sicht sind die Faktoren wie die kommunikativeFunktion des Textes und der Empfänger oder Rezipient von besonders großerRelevanz
Trang 29Nord unterscheidet zwei Typen der Übersetzung, das sind dokumentarischeÜbersetzung und instrumentelle Übersetzung Unter der dokumentarischen
Übersetzung versteht man, „die dokumentarische Übersetzung hat die Funktion,
eine Kommunikationshandlung, die in der Kultur A unter bestimmten situationellen
Bedingungen stattgefunden hat, zu dokumentieren und dem Zielempfänger
bestimmte Aspekte dieser vergangenen Kommunikationshandlung nahezubringen.“
(Nord 2011:20) Zu diesem Typ gehören vier Übersetzungsformen: Übersetzung (Interlinearversion), wörtliche Übersetzung (Grammarstranslation),philologische Übersetzung und erotisierende Übersetzung
Wort-für-Wort-Wort-für-Wort-Übersetzung (oder Interlinearversion) konzentriert sich auf die
morphologischen, lexikalischen und syntaktischen Strukturen, weil die Aufgabe vondieser Übersetzungsform die Abbildung vom Ausgangstext in der Zielsprache (Nord2011: 20) Die Empfänger interessieren sich nicht nur für den Inhalt des Textes,sondern auch für den Wortschatz, die Wortnutzung sowie auch diesprachsystembezogenen Unterschiede zwischen Ausgangssprache und Zielsprache;diese Übersetzung könnte in DaF-Unterricht angewendet werden, um denWortschatz zu überprüfen Wann jemand diesen Verfahren anwenden wolle, musste
er oder sie gute Sprachkenntnisse, besonders im Bereich der Grammatik undWortschatz Es sein denn, es folgt Fehler beim Übersetzen Diese Übersetzung hat
auch Vorteile und Nachteile In der Sammlung The Best of Sherlock Holmes
deduziert der Stardetektiv Sherlock Holmes die Herkunft von einem Fremden aus
diesem Fehler In einem Brief an Holmes steht die folgende Aussage „This account
of you we have from all quarters received.” (Doyle 2009: 4) Der Satzklammer oder
die Verbstellung von dem Verb “received“, der am Ende des Satzes liegt, ist nichttypisch in den englischsprachigen Länder nicht typisch, sondern in dendeutschsprachigen Dieser grammatische Fehler gibt die Hinweise für Holmes, dieHerkunft des Senders herauszufinden Das wäre ganz interessant, aber das ist aucheine Frage für vietnamesischen Übersetzer, dessen ein anderes grammatischesSystem spricht, wie er diesen grammatischen Fehler übersetzt, damit die
Trang 30vietnamesischen Leser mit den Meinungen und die Unterschiede zwischen die zweiSprachen erkennen können? Weil die Wortstellung in Vietnamesisch freier alsEnglisch sowie Deutsch scheint, das ist nicht einfach für beide Übersetzer undEmpfänger.
Eine Schwierigkeit mit Wort-für-Wort-Übersetzung ist schon bei derBibelübersetzung passiert, weil der „heilige Text“ keine Wirkung in Zielsprache wie
in Ausgangssprache hat Eine ungelungene Bibelübersetzung, die den „heiligen
Text“ antastet, könnte den Tod des Übersetzers verursachen Die wörtliche
Übersetzung konzentriert auf nicht jedes Wort, jede Struktur, sondern auf die
Bedeutungen in der Zielsprache Vorteil hier ist, dass der Satz natürlicher klingt undder Satz keine Summe verschiedener einzelner Wörter bzw Wortteile darstellt Dasheißt, der Übersetzer kann die Satzstruktur, die Reihenfolge der Satzteile, derWörter anpassen
Philologische Übersetzung gilt als die Abbildung eines ausgangsprachlichen Textes
der Form sowie des Inhalts, dadurch können die Zielempfänger die Unterschiedesowie die Denkbewegungen vom Autor verstehen Um die Mitteilungnachvollzuziehen brauchen die Empfänger Erklärungen, Anmerkungen sogarNachwort, deshalb sind die Fußnoten sehr notwendig Normalerweise passiert es,
wenn man fachspezifische Begriffe übersetzt In der Übersetzung des Buches „All
about Life and Death“, ein Einführungsbuch für Go-Spieler3, benutzt Bruce Olsonviele japanische Wörter, um einen Begriff zu bezeichnen Natürlich können dieenglischsprachigen Empfänger am Anfang diese Wörter ohne Erklärung nichtverstehen, deshalb umfasst sein Buch ein Glossar:
aji - potential (options, possibilities)
atari - the threat to capture a stone or a group of stones on the next move.
gote - a move not requiring an answer, losing the initiative Compare
sente hane - a diagonal move played from a friendly stone in contact with an enemy stone miai - points of exchange; interchangeable points.
nakade - a big eye.
3“Go“ ist eine Art des Schachs mit 361 schwarz und weiß runden Schachfiguren.
Trang 31sente - a move that must be answered of an unacceptable loss will be suffered Compare gote.
tesuji - a skilful tactical move.
(Chikun 1993: 15)
Natürlich kann man auch diese Wörter ins Englische übersetzen, aber diese Wörterauch in anderen Ländern, beispielsweise in Vietnam, einfach übernommen werden,deshalb benutzt Olson auch diese Wörter als Begriffe in seiner Übersetzung
Erotisierende Übersetzung wird von Nord als „alle die Varianten der kommunikativen Übersetzung“ bezeichnet Mit dieser Übersetzungsform wird die
Funktion des Ausgangstextes in Zielsprache wiedergegeben Wenn der
vietnamesische Gruß „Đi đâu đấy?“ ins Deutsch als „Wohin gehst du denn?“
übersetzt wird, macht es für die deutschen Empfänger sehr fremd Die Frage,
beispielsweise „warum gilt diese Frage als Gruß“, würde gestellt werden Aber die
Deutschen werden die Art der vietnamesischen Grußformen kennenlernen NachNord wird diese Form in literarischer Übersetzung angewendet
Währenddessen versteht man unter der instrumentellen Übersetzung, „bei der
instrumentellen Übersetzung dient das Translat in einer neuen, zielkulturellen
Kommunikationshandlung als „Instrument“ zur Erreichung eines kommunikativen Ziels, ohne dass die Empfänger sich dessen bewusst sein müssen, dass sie gewissermaßen nicht einen „brandneuen“ Text vor sich haben, sondern
einen, der in anderer Form bereits früher in einer anderen Kommunikationshandlung als Instrument gedient hat.“ (Nord 2011: 22) Die
instrumentelle Übersetzung klassifiziert vier Übersetzungsformen:funktionskonstante Übersetzung, funktionsvariierende Übersetzung undkorrespondierende Übersetzung
Die funktionskonstante Übersetzung hat das gleiche kommunikative Ziel wie der
Ausgangstext Hierzu ein Beispiel von Nord: „He kissed his daughter on the
mouth“ wird im Französischen als “Il serra tendrement sa fille dans ses bras”
wiedergegeben Das kann man einfach sehen, dass der Übersetzer einige Wörter
„falsch“ übersetzt hat „kissed“ bedeutet ´kusste´ auf Deutsch, während „serra“
Trang 32bedeutet ´umarmen´; „on the mouth“ (auf der Lippe) ist „dans ses bras“ (in den
Armen) übersetzt Außerdem ist das Wort „tendrement“ hinzugefügt Hier wird
nicht die Richtigkeit der Übersetzung in Bezug auf Wortlaut diskutiert, sondern mankonzentriert sich auf die Kommunikation Die französischen Empfänger würdenauch die gleichen Gefühle wegen der kulturellen Unterschiede wie dieenglischsprachigen Empfänger Es funktioniert wie die Übersetzung des Idioms
„ein blindes Huhn findet auch einmal ein Korn“ ins Vietnamesische Das Idiom hat
Übersetzungsangebot als „mèo mù vớ cá rán“, der Übersetzer kann auch als „gà
mù vớ hạt kê“ übersetzen, aber wäre es für Vietnamesen fremd Trotzdem könnten
die Leser auch die Metaphern durch beide Übersetzungsangebote verstehen, weilbeide Angebote Glück und Erfolg trotz mangelhafter Kompetenz im Leben zumAusdruck bringen In diesem Fall bleibt die Funktion des Ausgangstextes erhalten.Unter der funktionsvariierenden Übersetzung versteht man als die „bearbeitend[e]
Übersetzung“, „bei denen der Zieltext nicht die gleiche Funktion oder die gleichen
Funktionen in der gleichen Hierarchie oder Gewichtung wie der Ausgangstext erfüllen kann.“ Das vorher genannte Beispiel der Übersetzung von Übersetzer
Nghiêm Quang Phục zeigt auch die Rolle der funktionsvariierenden Übersetzung
Um für die Chinesen die westlichen Theorien verständlich zu machen, bräuchte derÜbersetzer mehr als was im Original steht (zum Beispiel: Erklärung, Bearbeitung)
Nord benutzt das Wort „künstlerischer Text“, um die korrespondierende
Übersetzung zu beschreiben Der Fokus dieser Übersetzung liegt bei der Erreichung
der korrespondierenden Wirkung des Ausgangstexts in der Zielsprache In diesem
Kontext sind die Verbindungen zwischen dem Translat und den „anderen
zielkulturellen Texten“ wichtiger als die Beziehungen zwischen Ausgangs- und
Zieltext Deshalb wird die literarische Übersetzung in dieser Kategorie klassifiziert
Die Empfänger in der Zielsprache brauchen auch „das Echo in der eigenen den
Wiederhall eines Werkes der fremden Sprache zu geben vermag“ (Nord 2011: 24)
Aber der größte Nachteil von dieser Übersetzung ist, der Übersetzer hat sehr vielSpielraum für seine Entscheidungen In diesem Fall ist die Kreativität des