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Mitt. Zool. Ges. Braunau, Austria Vol 7-0223-0240

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Dezember 1999 ISSN 0250-3603Beobachtung der ökologischen Entwicklung der Flutwiese am Inn bei Bad Füssing Phase II August 1998 bis August 1999 Durchführung und Bearbeitung: Dr.. Das Vork

Trang 1

MITT.ZOOLGES.BRAUNAU Bd 7 Nr 3: 223 - 240 Braunau a.l Dezember 1999 ISSN 0250-3603

Beobachtung der ökologischen Entwicklung der Flutwiese

am Inn bei Bad Füssing

Phase II

(August 1998 bis August 1999)

Durchführung und Bearbeitung: Dr BEATE BRUNNINGER

Ich danke Frau Dr HELGARD REICHHOLF-RIEHM für die Idee und Anregung zu die-sem Projekt sowie der Gemeinde Bad Füssing für die finanzielle Unterstützung.

1 Bezugnahme zu Projektphase I

Im Zeitraum zwischen März und

Oktober 1997 wurde die Flutwiese

im Gemeindebereich von Bad

Füs-sing vor allem im Hinblick auf die

Bodenfauna untersucht Das ca 25

ha große Gelände im Besitz der

Österreichisch-Bayerischen

Kraftwer-ke AG (ÖBK) zwischen der BrücKraftwer-ke

Egglfing/Obernberg (Fkm 34,6) und

Fkm 32,1 wurde in seinem

Kernge-biet (Grenzübergang bis Fkm 32,8)

vormals intensiv landwirtschaftlich

genutzt und wird seit der

Verpach-tung an den Bund Naturschutz

ex-tensiv durch Mutterkuhhaltung von

Deutsch-Angus-Rindern durch einen

Füssinger Biobauern bewirtschaftet

Die Nutzungsextensivierung be-wirkte eine rasche Ausmagerung des sandigen Bodens und begün-stigte somit die Entwicklung einer Mager- und Halbtrockenrasen-Ve-getation (5) Das Vorkommen von drei geschützten Pflanzenarten der Roten Liste Bayerns konnte in Phase I dokumentiert werden

Auch seltene Tierarten fanden sich wieder auf der Wiese ein Im Beobachtungszeitraum von Phase I (März bis Oktober 1997) konnten insgesamt 173 Tierarten auf der Flutwiese nachgewiesen werden, davon 17 Arten der Roten Listen Bayern (5)

Trang 2

Im Zeitraum zwischen

Beobach-tungsphase I (1997) und II (1998/99)

blieb das äußere Erscheinungsbild

der Flutwiese nahezu unverändert,

die Form der Nutzung (ca 2/3

Heu-gewinnung, 1/3 Weidefläche für

Rinder) ist gleich geblieben Viele

der Kopfweiden an der Dammseite

sind mittlerweile von Waldrebe

überwuchert; am innseitigen

Rand-streifen der Wiese wurden Anfang

199? fast alle älteren Silberweiden in

einer Höhe von 1 - 1,50 m zur

Erzeu-gung von Kopfweiden gefällt Im

vorderen, westlichen Teil bei der

Brücke zum Grenzübergang

domi-nieren immer noch hochwüchsige,

nährstoffzeigende Gräser, sowie

Spitzwegerich und Beinwell

Ziel dieser Untersuchung war es,

einen Einblick in die von Jahr zu Jahr

steigende Artenvielfalt der

renatu-rierten Flutwiese zu erhalten Die im

Rahmen dieser 2 Untersuchungspe-riode durchgeführten fünf Bege-hungen über einen Zeitraum von einem Jahr reichen jedoch bei Wei-tem nicht aus, um das vollständige Artenspektrum der Flutwiese kartie-ren zu können

Der Schwerpunkt der Untersu-chung lag in der Erfassung der bo-denlebenden Kleintierwelt Aber auch hier konnten nur Stichproben genommen werden Vögel und fliegende Insekten wie Schmetter-linge und Libellen wurden nur zufäl-lig während der Begehungen mit erfasst; die große Zahl nachtaktiver Schmetterlinge und anderer Tiere, sowie Gräser wurden überhaupt nicht berücksichtigt

Aufgrund der durchgeführten Stichproben lässt sich aber das

gro-ße Artenpotential dieses Lebens-raumes abschätzen

2 Untersuchungszeitraum und Methoden

In Phase II wurden insgesamt 5

Begehungen durchgeführt: August

1998, September 1998, Oktober

1998, April 1999, August 1999 Dabei

erfolgte jeweils eine Beprobung der

Bodentierfauna an 6 verschiedenen

Stellen der Flutwiese Bei jedem

Be-such der Wiese wurden auch

wie-der Pflanzen, Vögel, fliegende

Insek-ten Säugetiere, Rufe, Gewölle und

Spuren registriert

Der Fang der Bodentiere mittels

Barberfallen wurde in gleicher

Wei-se wie bereits in PhaWei-se I

beschrie-ben durchgeführt (5) Die Fallen

wurden wieder für 2 Nächte

aufge-stellt, dann eingesammelt und die

hineingefallenen Kleintiere bestimmt

und ausgezählt

Als Fangplätze wurden dieselben

Stellen wie in Phase I gewählt, um

die Vergleichbarkeit der Ergebnisse

zu gewährleisten (5)

Falle 1: bei Fkm 43,4, innseitig, in

der Nähe der Brücke beim Grenz-übergang Egglfing/Obernberg an einem Kaninchenbau Lockerer Sandboden mit spärlicher Vegetati-on

Falle 2: bei Fkm 34,0 auf Höhe des

Jägerstandes ca 10 Schritte vom innseitigen Weg aus in der Wiese Relativ hartes Erde/Sandgemisch mit Halbtrockenrasen-Vegetafion

Falle 3: an der innseifig

gelege-nen Weidefläche am Weidezaun Lockerer, sandiger Boden, beein-flusst durch die Aktivitäten des Wei-deviehs

Falle 4: an der Dammseite in

Sta-delnähe unter den Silberweiden

Trang 3

Waldbodenöhnlich lockerer und

humoser Boden mit dicker

Laub-streuschicht, beschattet

Falle 5: an dammseitig

gelege-nen Weidezaun Zeitweiser

Lager-platz für Siloballen Stark

verdichte-ter, harter Boden

Falle 6: bei Fkm 34,4, Dammseite.

Feuchte Bodenmulde Fester sandi-ger Boden, Nässe hält sich hier be-sonders lang Die Vegetation ist fettwiesenartig

3 Ergebnisse

3.1 Tier- und Pflanzenarten im Untersuchunqsaebiet in Phase II:

Tiergruppe

Käfer, gesamt:

Libellen

Schmetterlinge

Wanzen

Ohrwürmer

Springschrecken

Zikaden/Blattläuse

Köcherfliegen

Netzflügler

Skorpionsfliegen

Zweiflügler

Hautflügler

Springschwänze

Tausendfüßer

Krebstiere

Spinnen, gesamt:

Weberknechte

Milben

Pseudoskorpione

Schnecken

Reptilien

Vögel

Säugetiere

Pflanzen

neue Arten (Individuen)

17 (29) 0

11 H 1(1) 1(1) 0 2(7)

1 (zahlreich fliegend*) 0

2(2) 2(2)

6 (6+*) Arten nicht untersch 0

0 4(4) 1(1)

wiedergefundene Arten (Individuen)

18 (66+1 Art zahlreich auf Blüten*)

2(*)

5 D 1(4)

-1 (massenhaft im Gras*) 0

-0 -0

3 (48 +*) eden (zahlreich) 4(9)

1(10) 5(20) 0

in Phase II nicht mehr gezählt 0

1(1)

1 (1 Sichtung) 0

1 27

0

Gesamtartenzahl Phase I

35 2 16 2 1 1 2

1

0 2 2 9

4

1 9 1 0

2 (3+1 Art massenhaft an Grashalmen*) 3

23 3

1

23

4

Ph l+ll

74 3 21

6 1 2 3 2 1 2 5

11

5

1 16 4

5

1 9 1 39

9 ( " )

75

Tabelle 1: Übersicht zur Arten - und Individuenzahl aller erfassten Tiere und Pflanzen von Phase I (1997) und Phase II (1998/99).

Von links nach rechts:

Spalte 1: Auflistung der Tiergruppen

Spalte 2: in Phase II neu gefundene Arten

Spalte 3: diese Arten wurden schon in Phase I kartiert und in Phase II wiedergefunden

Spalte 4: Anzahl aller Arten in Phase I (= Summe Spalte 2 und 3)

Spalte 5: Gesamtartenzahl aus Phase I und Phase II

\ Individuenzahl unbestimmt, diese Tiere wurden nicht in Barberfaüen gefangen, sondern vor Ort beob-achtet und artbestimmt.

**: nur wildlebende Arten berücksichtigt

Trang 4

• Während der zweiten

Beobach-tungsphase (Herbst 1998 -

Früh-jahr 1999) wurden 51 neue

Tier-und 27 weitere Pflanzenarten

re-gistriert (vergl Tab 1) Damit

er-höhte sich die insgesamt in Phase

I und II auf der

Untersuchungsflä-che vorgefundene Anzahl an

Tierarten auf 224 und die der

Pflanzenarten (ohne Gräser) auf

75

• Zusätzlich zu den 51 neu

gefun-denen Tierarten konnten 68

Ar-ten, die schon 1997

nachgewie-sen wurden, in Phase II

wiederge-funden werden Bis auf 3

Säuge-tier- und 23 Vogelarten handelt

es sich dabei um wirbellose

Bo-dentiere oder Fluginsekten

• Von den insgesamt in Phase II

registrierten 119 Tierarten wurden

58 Arten in Barberfallen

gefan-gen Die anderen zeigten sich

während den Begehungen auf

Blüten (Bienen, Weichkäfer,

Mari-enkäfer), unter Kuhfladen (der

Blatthornkäfer Aphodius

prodro-mus), fliegend (Libellen,

Schmet-terlinge) oder am Boden

(Wei-densandbienen,

Weinberg-schnecke)

• 66 Tierarten, also der

überwie-gende Teil konnte nur einmal

ver-zeichnet werden, davon 41 Arten

mit nur jeweils 1 Exemplar Eine

Ursache dafür ist die

jahreszeitli-che Abhängigkeif des Auftretens

bestimmter Tierarten und die

re-lativ geringe

Begehungshäufig-keit Beispielsweise sind die

Wei-densandbienen [Andrena voga)

nur im Frühjahr mit den Nestbau

im sandigen Boden beschäftigt

Zu dieser Zeit wurde nur eine

Be-gehung im April durchgeführt

Alle anderen Begehungen

fan-den im Spätsommer und Herbst

statt

• 5 Arten wurden nur in einem

Mo-nat, dabei aber an

verschiede-nen Orten gleichzeitig gefangen

So der Schnellkäfer Dalopius

marginatus, der nur bei der

Be-probung im April gefunden

wur-de, aber in 8 Exemplaren über die ganze Untersuchungsfläche weit verbreitet in den Fallen der Trockenstandorte 2, 3 und 5 ge-nauso wie in der feuchten Bo-denmulde des Fallenstandortes

Nr 6 In jedem Fall aber werden von dieser agricolen Art sonnige Standorte bevorzugt Ebenso wie

von der Wolfsspinnenart Pordoso

monticolo, die, wie schon in

Pha-se I (1997), nur an sonnigen Wie-senstandorten in den Fallen 2, 3 und 5 festgestellt wurde

• 23 Tierarten wurden bei minde-stens 2 Begehungen wiederge-funden Davon waren 11 Arten überaus häufig vertreten Mit zu den häufigsten Tierarten zählen

die Wegameise Losius sp und der schwarzrote Kurzflügelkäfer

Phi-lonthus tenuis, mit jeweils 27

Ein-zelexemplaren Ebenso wie die

Trockenrasen-Knotenameise

Myr-mico scobrinodis (21 Tiere) und

der Laufkäfer Amoro oeneo (10

Tiere), die bei allen Begehungen

in fast allen Fallen vertreten

wa-ren Feldheuschrecken

Chor-thippus porollelus und eine

Hei-deschneckenart, die in Phase I

als Helicello itala (Westliche

Hei-deschnecke) bezeichnet wurde, sich jedoch als die sehr ähnliche

Art Xerolento obvio (Östliche

Heideschnecke) identifizieren ließ (nach Hinweis von Prof. FRITZ SEIDEL), waren massenhaft im Gras anzutreffen Sie alle zählten auch schon 1997 zu den häufigsten auf der Flutwiese vertretenen Tierar-ten

• Wie in Phase I (1997) erfolgte die Erfassung von Pflanzen, Säugetie-ren Vögeln, Reptilien und flie-genden Insekten beiläufig und

Trang 5

nicht vollständig, weil das

Haupt-interesse dieser Untersuchung in

der Erfassung der Bodentierwelt

lag Das Vorhandensein von

Zauneidechse und Eichhörnchen wurde daher durch Zufalls-Sichtungen während der Bege-hungen belegt

3.2 Vorkommen geschützter Tier- und Pflanzenarten (Erweiterte Liste)

Tabelle 2: Auf der Flutwiese gefundene Tiere und Pflanzen der Roten Listen Bayern.

Die in Phase II neu gefundenen Arten wurden mir einem Pfeil => markiert.

*: Individuenzahl wurde nicht bestimmt, Vorkommen durch Sichtung oder Spuren belegt.

Abkürzungen der Roten Liste Bayern:

0 Ausgestorben

1 vom Aussterben bedroht

2 stark gefährdet

3 gefährdet

4 potentiell gefährdet 4R Bestandsrisiko durch Rückgang 4S durch Seltenheit gefährdet

G durch Bundesartenschutzverordnung geschützt

Gruppe

Spinnen

Köcherfliegen

Hautflügler

Artname

Libellen

Lepthyphantes ericaeus (Baldachinspinnen) Pardosa nigriceps (Wolfsspinnen)

> Pardosa agricola (Wolfsspinnen)

Enoicyla pusilla (Köcherfliegen) Andrena vaga, Weiden-Sandbiene Formica sp (Waldameisen)

« Nomada lathburiana, Rothaarige Wespenbiene

> Sphecodes albilabris, Blutbiene

> Vespa crabro, Hornisse

Calopteryx splendens, Gebänderte Prachtlibelle

Schmetterlingen Hyponephele lycaon, Kleines Ochsenauge

==> Anthochahs cardamines, Aurorafalter

=> Colias crocea, Postillon

Coenonympha pamphilus, Kleiner Heufalter

Bläulinge Polyommatus icarus Reptilien =>Lacerta agilis, Zauneidechse

Vögel Accipitergentilis, Habicht

Bucephala clangula, Schellente Corvus frvgilegus, Saatkrähe Corvus monedula, Dohle Ficedula albicollis, Halsbandschnäpper Sylvia communis, Domgrasmücke

Säugetiere Castorfiber, Biber

Crocidura leucodon, Feldspitzmaus

Pflanzen Centaunum erythraea, Tausendgüldenkraut

Orchis militans Helmknabenkraut Thalictrvm lucidum Glänzende Wiesenraute

Häufigk Gefährd

-7

1 -zahlreich

3 1 1 -einzelne einzelne 10 zahlreich einige 1

*

-*

-•

*

4R 4R 4S 4S 3 G 4R 3 4R 4R 1 G G G G 4R 4R 4S 3 3 2 3 3 3 G 3 3

Trang 6

In Phase II der Untersuchung

wur-den weitere 8 Arten der Roten Listen

Bayerns gefunden

Damit erhöht sich die Zahl der auf

der Flutwiese in Phase I und II

do-kumentierten gefährdeten und

ge-schützten Arten auf insgesamt 27

Davon:

15 Arten Insekten und Spinnen

1 Art Reptilien

6 Arten Vögel

2 Arten Säugetiere

3 Arien Pflanzen

3.2.1 Insekten und Spinnen

Die bereits im Bericht der Phase I

beschriebene Weidensandbiene

Andreno vaga (Rote Liste 3) konnte

auch im April 1999 wieder zahlreich

beim Nestbau im sandigen Boden

angetroffen werden Außerdem

wurden in den Monaten September

und August weitere drei bedrohte

Hautflüglerarten festgestellt: es

han-delt sich hierbei um die Rothaarige

Wespenbiene Nomada lathburiana

(Rote Liste 4R), die Blutbiene

Sphe-codes albilabris (Rote Liste 3), sowie

die Hornisse Vespo crobra (Rote

Liste 4R), die fliegend oder floricol

auf Blüten festgestellt wurden

Da-mit erlangt die Flutwiese Bedeutung

als Lebensraum für seltene und

be-drohte Wildbienenarten

Die Wolfsspinne Pordosa

nigri-ceps (Rote Liste 4R) wurde schon

1997 als vierthäufigste Spinnenart

der Flutwiese dokumentiert Auch in

Beobachtungsphase II ist diese

ge-fährdete Art auf der ganzen

Unter-suchungsfläche weit verbreitet und

wurde in den Monaten August und

September an 4 von 6

Fallen-Standorten angetroffen Mit

Pordo-so ogricola konnte eine weitere

ge-schützte Wolfsspinnenart der Rote

Liste Bayern (4S) gefunden werden

Sie wurde im April in der Falle 2

(Trockenstandort beim Jägerstand)

entdeckt

Auch viele Schmetterlingen

wur-den während der Begehungen auf

der Flutwiese beobachtet, wie

bei-spielsweise das Kleine Ochsenauge

Hyponephele lycoon Es ist in den

letzten Jahren sehr selten geworden und wird in der Rote Liste Bayern unter 1 (vom Aussterben bedroht) geführt Einige dieser Falter flogen

im August 1998, im selben Zeitraum

1999 konnte die Art jedoch nicht

registriert werden Die Gammaeule

Autogropho gommo ist ein

Vermeh-rungsgast, der in der Roten Liste Bayerns nicht geführt ist Die Gam-maeule ist ein Wanderfalter, der jährlich aus dem Süden bei uns ein-fliegt, sich hier vermehrt und ab Juli bis September in den Süden zu-rückwandert Sie wurde im August zahlreich auf den Blüten der

Flutwie-se beobachtet Auffallend war im September der zahlreiche Flug des

Postillon Colios crocea, einer

Weiß-lingsart, die genauso wie der

Aurorafalter Anthocharis

cardami-nes in ihrem Bestand zwar noch

nicht gefährdet, aber dennoch ge-setzlich geschützt ist Zu den noch zahlreichen, geschützten

Schmet-terlingen gehört auch der Kleine

Heufalter Coenonympha pamphilus.

Bläulinge, die nicht näher bestimmt

wurden, flogen vor allem im Monat August im Bereich der Flutwiese Alle Arten von Bläulingen sind gesetzlich geschützt

In Phase II nicht wiedergefunden werden konnten insgesamt 5

Trang 7

Insek-ten- und Spinnenarten, darunter die

Landköcherfliege Enoicylo pusilla

ebenso wie die Baldachinspinne

Lepthyphontes ericaeus und die

Gebänderte Prachtlibelle,

Ca/op-feryx splendens, was sicherlich

zu-fallsbedingt ist, da im Rahmen von 5 Begehungen innerhalb eines Jahres (August 1998 - August 1999) nur Stichproben möglich sind

3.2.2 Reptilien, Vögel und Pflanzen

Während der Begehung im April

1999 konnte eine Zauneidechse an

einer sandigen Wegstelle entlang

des Innufers beim Sonnenbad

be-obachtet werden Damit ist auch

das Vorkommen dieser Reptilienart

auf der Flutwiese dokumentiert Alle

Reptilienarten stehen unter

Natur-schutz Lacerfa ogilis ist in der Roten

Liste Bayerns als 4R eingestuft Auch

in Phase II wurden wieder Überreste

einer vom Habicht geschlagenen Lachmöwe auf der Flutwiese gefun-den Dohlen hielten sich im Oktober

1998 in größeren Schwärmen nah-rungssuchend auf der Wiese auf Das Auftreten von Helmknaben-kraut, Glänzender Wiesenraute und Tausendgüldenkraut konnte auch 1998/99 wieder bestätigt werden

4 Gesamtübersicht und Ausblick

Die Zahl der im

Untersuchungs-gebiet erfassten Tier- und

Pflanzen-arten hat sich im zweiten

Beobach-tungszeitraum 1998/99 um 78 Arten

erweitert Damit wurden auf der

Flutwiese insgesamt bereits 299

Tier-und Pflanzenarten dokumentiert,

darunter 28 geschützte Arten der

Roten Listen Bayerns Besonders

bemerkenswert ist das Vorkommen

mehrerer geschützter

Wildbienenar-ten auf dem Gelände

Wie ausführlich im Bericht zu

Be-obachtungsphase I dargestellt (5),

ist die Artenvielfalt der Flutwiese

nicht zuletzt durch die zahlreichen

unterschiedlichen und

aneinan-dergrenzenden Biotoptypen

gründet So bietet das Gelände

be-ste Bedingungen für xerophile und

agricole Tiere und Pflanzen, also

solche, die trockene, sonnige

Le-bensräume bevorzugen (Fangorte

1, 2, 3 und 5); Vor allem Käfer und Spinnen bevölkern die Flutwiese daher in großer Artenzahl Entspre-chend den natürlichen Vorausset-zungen (sandiger, nährstoffarmer, trockener Boden) hat sich an sol-chen Stellen eine typische Halb-trockenrasen - Pflanzengesellschaft herausgebildet An diesen trocke-nen Lebensraum grenzen aber auch immer wieder feuchtere Bio-toptypen wie sie am Innufer und entlang der baumbewachsenen Dammseite (Fangort 4), bzw in den Hochstaudenfluren oder in feuchten Wiesenmulden (Fangort 6) vorzufin-den sind Dadurch können im Unter-suchungsgebiet auch feuchtigkeits-Hebende hygrophile Arten ange-troffen werden, was das Artenspek-trum erheblich erweitert Die weite-ste Verbreitung finden aber nicht speziell angepasste, euryöke Arten,

Trang 8

die sowohl teuchte als auch

trocke-ne, sonnige und beschattete

Le-bensräume besiedeln können Zu

diesen zählen die Tierarten, die bei

jeder Begehung oft an jedem

Fal-lenstandort in mehreren Exemplaren

angetroffen werden konnten (vergl

Punkt 3.1.) Durch den

Blütenreich-tum sowohl der Flutwiese selbst, als

auch der angrenzenden

Wegrän-der und Hochstaudenfluren finden

blütenbesuchende Insekten wie

Bienen und Schmetterlinge reiche

Nahrungsquellen Unter ihnen auch

geschützte Arten der Roten Listen

Bayerns (siehe Punkt 3.2.)

Die Ergebnisse der beiden

Unter-suchungsperioden (Phase I in 1997

und Phase II in 1998/99) belegen

deutlich den großen Artenreichtum der Flutwiese, der sich nach der Ex-tensivierung der Nutzung dort wie-der eingestellt hat Dieser Prozess der natürlichen Renaturierung ist noch nicht abgeschlossen Im Laufe der ökologischen Entwicklung wer-den weiterhin neue Arten zuwan-dern Zudem erheben die durchge-führten Untersuchungen keinen An-spruch auf Vollständigkeit des er-fassten Artenspektrums, da durch maximal 1 Beprobung mit 6 Fallen pro Monat dieses große Gelände nicht umfassend abzudecken ist Die Ergebnisse dieser Arbeit vermit-teln aber klar die ökologische Be-deutung dieser Fläche für den Ar-tenschutz

Trang 9

5 Artenliste Phase II (August 1998 - August 1999)

Symbolik:

FAMILIE = angegeben sind die deutschen Namen der systematischen Familien ART = lateinischer und gegebenenfalls deutscher Gattungs- und Artname,

sp = unbestimmt,

UF = System Unterfamilie

MONAT = Monat des Fanges oder der Sichtung (Au8 = August 1998, S =

Sep-tember 1998, O = Oktober 1998, A = April 1999, Au9 = August 1999) ORT = Nummer des Fangplatzes: (1 = Kaninchenbau, 2= Wiese bei Jägerstand,

3 = Weidezaun, 4 = Weidenbäume, 5 = Silageballenplatz, 6 Senke)

HK = Häufigkeit, Anzahl der Fänge oder Sichtungen; * = Sichtung, nicht in Fallen

gefangen; zusätzliche Erklärungen nach jeder Tabelle

GEF = Gefährdung nach Roter Liste Bayern

Käfer (Coleoptera)

Blattkäfer

Blatthornkäfer

Kurzflügler

Laufkäfer

Marienkäfer

Moderkäfer

Hippuriphila modeeri,

Schachtelhalm-Flohkäfer

Lythraria salicahae, Gilbweiderich-Flohkäfer Aphodius prodromus

Onthophagus nuchicornis Onthophagus sp.

Astilbus canaliculatus Bledius fracticornis,

Gemeiner Grabkurzflügler

Eusphalerum sp., Blütenkurzflügler Oxytelus tetracarinatus

Philonthus tenuis Au8,S, Amara aenea, Erz-Kanalkäfer Au8,S, Amara familiahs

Bembidion illigeh, Viergefleckter Ahlenläufer Bembidion lampros, Glatter Ahlenläufer Calathus fuscipes,

Braunfüßiger Breithalskäfer

Calathus melanocephalus Clivina fossor Schwarzbrauner Fingerkäfer Oyschirius globosus Gemeiner Handkäfer

S S A

s.o

Au9 Au9 S O Au9 ,O.A.Au9 ,A,Au9 Au9 Au8 S.Au9 Au8,S O A Au8

Harpalus latus, Au8.A,Au9

Schwarzglänzender Schnelläufer

Poecilus cupreus, Kupferfarbener Listkäfer Poecilus versicolor

Coccinella septempunctata, Siebenpunkt

Cartodere elongata, Gemeiner Moderkäfer

Au9 S.A Au8

A

6 6

« i

2.4 3

4 1 6 5 1.2.3.5 1.2.3.5.6 6 6 1.6 3.4.6

3

6 6 1.2,6 6 1.6

• 2

4

1 1 1 2 2

2

1 1 1

27

10 1 3 2 6 1 1 1 3 1

2

1

1

Trang 10

FAMILIE ART MONAT ORT HK GEF Nestkäfer

Pillenkäfer

Rüsselkäfer

Schnellkäfer

Stutzkäfer

Weichkäfer

Zwergkäfer

Nangus velox Byrrhus sp.

Alophus triguttatus Lepyrus capucinus Polydrosus cervinus,

Braungrauer Glanzrüßler

Rhynchaenus populi, Pappelspringrüßler Strophosomus melanogrammum Adelocera murina, Mausgrauer Schnellkäfer Dalopius marginatus,

Geränderter Schnellkäfer

Platysoma frontale Rhagonycha fulva Nossidium pilosellum, Ovaler Zwergkäfer

A S,O O O S O A A A

A A Au8

4 2,6 2,5 6 5 5 2 2,5 2,3,5,6

2

* J

6

1 2 2 1 1 1 1 2 8

3 zahlreich -1

* 1 = während der Begehung unter Kuhfladen gefunden

* 2 = während der Begehung auf einer Blüte

* 3 = viele fliegende Käfer während der Begehung

Libellen (Odonata)

Edellibellen Aeshna cyanea, Blaugrüne Mosaikjungfer S

Segellibellen Sympetrum vulgatum, Gemeine Heidelibelle Au8

* = alle Libellen wurden nach Sichtung bestimmt Es erfolgte kein Fang und keine genaue Abgrenzung des Fundortes.

Springschrecken (Saltatoria)

Feldheuschrecken Chorthippus parallelus Au8 massenhaft im Gras

Ngày đăng: 03/11/2018, 17:24

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