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Mitt. Zool. Ges. Braunau, Austria Vol 7-0133-0161

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Vorkommen geschützter Tier- und Pflanzenarten Tabelle 2 Insgesamt wurden auf der unter-suchten Fläche 17 Arten der Roten Listen Bayerns gefunden.. Die Baldachinspinne Lepthyphon-tes eri

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MITT.ZOOLGES.BRAUNAU Bd 7 Nr 2:133-161 Braunau a.l August 1998 ISSN 0250-3603

Die ökologische Entwicklung der Flutwiese bei Bad Füssing unter spezieller Berücksichtigung der Bodenfauna

von BEATE BRUNNINGER & HELGARD REICHHOLF-RIEHM

Das Projekt wurde durch die Gemeinde Bad Füssing finanziell unterstützt

1 Standort und Entwicklung des Untersuchungsgebietes

Die Flutwiese im

Gemeindebe-reich von Bad Füssing erstreckt sich

von der Brücke beim

Grenzüber-gang Egglfing / Obernberg (Fkm

34,6) bis zu Fkm 32,1 (vergl Karte)

Das untersuchte 25 ha große

Ge-lände wird auf der einen Seite vom

Inn, auf der anderen Seite vom

Damm begrenzt Beide Seiten sind

mit Büschen und Bäumen sowie mit

Hochstauden dicht bewachsen

Während des gesamten

Untersu-chungszeitraumes (Frühjahr 1997 bis

Herbst 1997) wurden diese Bereiche

nicht ausgemäht

Die am häufigsten vertretene

Baumart ist die Silberweide, an der

Dammseite zum Teil in Form von

Kopfweiden (Foto 1)

An den 5 bis 10 m breiten streifen schließt sich ein landwirt-schaftlicher Fahrweg an, der rund

Rand-um die extensiv bewirtschafteteWiesenfläche führt

Das Kerngebiet des chungsgebietes (Fkm 32,8 - Grenz-übergang) ist flach und völlig freivon Strukturelementen wie Einzel-bäumen oder Feldgehölzgruppen.Einzelne, kleinere Anhebungen imGelände sind durch die Baue vonKaninchenkolonien verursacht DieBodenbeschaffenheit variiert vonsandig-humos (Dammseite) bis zufast reinem Sand (Innseite) In östli-cher Richtung (ab Fkm 32,8) befin-det sich Auwald und ein Altwasser

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Untersu-Der größte Teil der Wiese ist vom

Dammweg aus einsehbar

Die Flutwiese, derzeit im Besitz der

Österreichisch-Bayerischen

Kraftwer-ke AG (ÖBK) wurde jahrelang als

Maisacker und Intensivgrünland

landwirtschaftlich genutzt, bis das

Gelände an den Bund Naturschutz

verpachtet wurde Seit 3 Jahren

steht die Wiese in extensiver Nutzung

durch einen ökologisch

wirtschaf-tenden Landwirt Circa 9 ha der

Fläche sind eingezäunt und werden

durch eine Mutterkuhherde von

Deutsch-Angus Rindern beweidet

(Foto 2) Auf dem umzäunten

Ge-lände steht ein größerer Stall als terstand für die Rinder In diesemGebäude wurde bereits ein Nistka-sten für Schleiereulen angebracht.Der größere Teil der Wiese (ca 16ha) dient der Heugewinnung undwird 2x jährlich gemäht Die 1 Mähterfolgte 1997 erst Anfang Juli undentspricht damit den Auflagen zumSchutz von Wiesenbrütern

Un-Am Dammweg auf Höhe desStadels weist eine Tafel auf dieökologischen Vorteile extensiverRinderhaltung und auf den Arten-reichtum von Magerrasen hin

2 Untersuchungsziel

Durch intensive

landwirtschaftli-che Nutzung, verbunden mit

Mono-kultur, Düngung und Pestizideinsatz

wird das Artenspektrum einer Fläche

stark reduziert

Für den vorliegenden Fall der

Flutwiese wurde der

Zusammen-hang zwischen intensiver Nutzung

und Artenschwund zwar nicht

spe-ziell untersucht, ist aber aufgrund

der Allgemeingültigkeit dieser

Fest-stellung als gegeben anzunehmen

(Hierzu ist ein Dia mit geschlossener

Massenblüte von Löwenzahn

vor-handen! [Blick auf Kloster

Reichers-berg])

Bereits kurze Zeit nach

Extensivie-rung der Nutzung des

Untersu-chungsgebietes wurde wieder eine

Zunahme der Artenzahlen an

Vö-geln und Pflanzen beobachtet

Auch seltene Arten wie Schleiereule,

Weißstorch und Wiedehopf fanden

sich sporadisch auf der Wiese ein

Die Beobachtung der Rückkehr

von Tier- und Pflanzenarten auf der

Flutwiese bei Bad Füssing erfolgteanfangs unsystematisch

Ermöglicht durch eine finanzielleHilfe der Gemeinde Bad Füssingkonnte die ökologische Entwicklungder Flutwiese zwischen Frühjahr 1997und Herbst 1997 durch monatlicheKontrollen untersucht werden Be-sonderes Interesse lag dabei in derErfassung der Kleintierwelt des Bo-dens

Die Erwartungshaltung bezog sichhier auf das sandige Bodengefüge,wodurch Dünger und andere Rück-stände der ehemals intensiven Bo-denbearbeitung in relativ kurzer Zeitdurch den Regen ausgewaschenwerden Das geringe Rückhalte-vermögen von Sanden bewirkt au-ßerdem eine rasche Ausmagerungdes Bodens bei Nutzungsextensivie-rung Eine Vielzahl bereits seltengewordener Pflanzenarten ist aufdie Besiedelung nährstoffarmer,trockener, sandhaltiger Böden spe-zialisiert (Foto 3)

Trang 3

Auch auf der untersuchten

Flut-wiese haben sich in weiten

Berei-chen vor allem des Mittelteils wieder

Halbtrockenrasen - Gesellschaften

durchgesetzt Im vorderen,

westli-chen Teil nahe der Brücke zum

Grenzübergang dominieren

dage-gen noch hochwüchsige,

nährstoff-zeigende Gräser Aufgrund der änderung in der Pflanzenwelt konn-

Ver-te davon ausgegangen werden,daß auch die Artenvielfalt der bo-denlebenden Kleintierfauna durchNeubesiedelung wieder angestie-gen ist

3 Untersuchungszeitraum und Methoden

Von Mitte März bis Mitte Oktober

erfolgte Ix monatlich eine

Bepro-bung der Bodentierfauna an 6

ver-schiedenen Stellen der Flutwiese

Bei jedem Besuch der Wiese

wur-den auch Pflanzen, Vögel,

fliegen-de Insekten, Säugetiere, Rufe,

Ge-wölle und Spuren registriert

Der Fang der Bodentiere erfolgte

mittels Barberfallen (Foto 4) Bei

die-ser Methode werden Schraubglädie-ser

so in den Boden eingegraben, daß

die Öffnung ebenerdig mit dem

Boden abschließt

Kleintiere wie Käfer, Asseln undSpinnen fallen bei ihren nächtlichenStreifzügen in das Glas In denFanggläsern befinden sich Papier-schnitzel, um den Tieren Unter-schlupfmöglichkeit zu bieten ZumSchutz gegen Regen wird die Fallemit einem Dach versehen

Die Fallen wurden jeweils 2

Näch-te nach dem AufsNäch-tellen wieder gesammelt, die hineingefallenenKleintiere bestimmt und ausgezählt(Foto 4)

ein-Beschreibung der Fanaplötze;

Alle Fangplätze sind im Lageplan

(Anhang) eingezeichnet Sie liegen

weitgehend im westlichen, nicht

beweideten Teil des

Untersu-chungsgebietes

Falle 1: Nähe der Brücke beim

Grenzübergang Egglfing /

Obern-berg Die Falle wurde innerhalb

ei-ner Kaninchenkolonie in den

locke-ren Sandboden eingegraben An

dieser Stelle war durch die

Schar-raktivität der Kaninchen kaum

Ve-getation vorhanden

Falle 2 wurde auf der beim Inn

gelegenen Seite des Geländes aufHöhe des Jägerstandes ca 10Schritte vom Weg aus in der Wieseeingegraben Der Boden an dieserStelle ist ein relativ hartes Erde /Sandgemisch mit Halbtrockenrasen-Vegetation

Falle 3: An der Inn-seitig

gelege-nen Umzäunung der beweidetenFläche wurde eine weitere Falleeingegraben Der Boden am Wei-dezaun ist locker und sandig, und

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von der natürlichen Düngung durch

das Weidevieh beeinflußt Die

Gras-narbe ist lückig und immer wieder

durch scharrende Kaninchen

auf-gerissen

Falle 4 wurde an der Dammseite

in der Nähe des Stadels unter den

Silberweiden eingegraben An

die-ser Stelle ist der Boden

waldbo-denähnlich locker und humos Die

dichte Gras- und

Hochstaudenve-getation wird durch

herabhängen-de Zweige herabhängen-der Weiherabhängen-denbäume

be-schattet

Falle 5: Neben der eingezäunten

Weidefläche werden in Plastik

ein-geschweißte Silagegras-Ballen

auf-bewahrt Hier wurde die 5 Falleeingegraben Zeitweise (Frühjahr)war der durch landwirtschaftlicheMaschinen an dieser Stelle starkverdichtete, harte Boden mit Heubedeckt Die Grasvegetation starbdadurch ab, erholte sich aberwährend des Sommers

Falle 6 wurde in der Nähe der

Brücke beim GrenzübergangEgglfing / Obernberg auf der beimDamm gelegenen Seite in einer Bo-denmulde eingegraben Der Boden

an dieser Stelle ist stark verdichtet,Nässe hält sich hier besonders lan-

ge Die Vegetation ist tig

fettwiesenar-4 Ergebnisse

4.1 Erfassung der Tier- und Pflanzenarten im Untersuchunasgebiet (Tabelle 1)

Es wurden insgesamt 173 Arten

oder Artengruppen von Tieren

(vergl Tab 1) und 45 Pflanzenarten

registriert

Von den 173 Tierarten wurden

109 Arten in Barberfallen gefangen

65 Tierarten konnten nur einmal

ver-zeichnet werden, davon 54 Arten

mit nur jeweils 1 Exemplar

11 Arten wurden nur einmal,

da-bei aber mit mehreren Tieren

gleichzeitig und zum Teil an

ver-schiedenen Orten gefangen

44 weitere Tierarten tauchten

mehr als einmal in den Fallen auf

Ein besonderer Schwerpunkt lag mit

57 Arten bei der Gruppe der Käfer

Die Erfassung von Pflanzen,

Säu-getieren, Vögeln und fliegenden

Insekten erfolgte beiläufig und nicht

vollständig Es wurden auch arten aufgenommen, die die Wiesefliegend überquerten oder im Innschwammen (z.B Lachmöwen,Stockenten), weil davon ausgegan-gen werden kann, daß sich dieseTiere zeitweise auch auf der Unter-suchungsfläche aufhalten

Vogel-Zudem wurden Gefieder- undFlügelteile einer vermutlich vomHabicht erbeuteten Lachmöwe aufder Flutwiese gefunden

Auch Spuren und andere

indirek-te Hinweise vor allem auf Säugetierewurden ausgewertet und flössen indie Artenliste mit ein

Von den 8 aufgeführten benden Säugetieren wurden 3 Ar-ten gesehen (Reh, Wildkaninchen,Feldspitzmaus), alle anderen auf-

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wildle-grund von Spuren registriert:

Maul-wurfshügel, Losungen von Igel,

Mar-der und Rotfuchs (evtl auch

Haus-hund möglich)

Aufgrund einer älteren

Biberfäl-lung am Innufer wurde auch der

Biber in die Artenliste mit

aufge-nommen, obwohl keine Anzeichen

frischer Aktivitäten gefunden den konnten Biber besetzen einsehr großes Revier, lassen aber häu-fig Teilbereiche zeitweise ungenutzt.Daher besteht jederzeit die Mög-lichkeit, daß die Biber am Innuferdes Untersuchungsgebietes wiederaktiv werden

wer-4.2 Vorkommen geschützter Tier- und Pflanzenarten (Tabelle 2)

Insgesamt wurden auf der

unter-suchten Fläche 17 Arten der Roten

Listen Bayerns gefunden

Davon: 6 Arten Insekten und Spinnen

6 Arten Vögel

2 Arten Säugetiere

3 Arten Pflanzen

4.2.1 Insekten und Spinnen

Die Weidensandbiene Andrena

voga (Rote Liste 3) trat im Frühjahr

(April) auf sandigen und

vegetati-onsarmen Bodenflächen, vor allem

auf dem Fahrweg am Rand der

Wiese massenhaft auf Diese solitär

lebende Wildbienenart legt in

lok-keren, sandigen Böden

Brutkam-mern an Jede Biene versorgt nur

ihre eigene Brut An geeigneten

Stellen befinden sich die

Boden-nester in enger Nachbarschaft

(BELLMANN 1995)

Die Landköcherfliege Enoicyla

pusilla (Rote Liste 4S) konnte im

Au-gust für den Fangort 4

nachgewie-sen werden Diese von

Weiden-bäumen beschattete Stelle bildet

mit waldartigem Boden ein völlig

anderes Biotop als die

Wiesenflä-che Köcherfliegenlarven fast aller

Arten entwickeln sich merolimnisch

in Gewässern Nur die Larven derGattung Enoicyla (2 Arten) führeneine terrestrische Lebensweise.Die flügellosen Weibchen legennach der Befruchtung Eier ab, diemit Gallerte umgeben sind Diesequillt bei hoher Luftfeuchtigkeit zueinem 5 mm großen Laichklumpenmit 30 bis 100 Eiern Sobald die Lar-ven geschlüpft sind, bauen sie sichein konisches Gehäuse aus feinemSand Für die Entwicklung der Lar-ven ist hohe Luftfeuchtigkeit nötig:nur geringe Schwankungen werdentoleriert Daher begrenzt sich ihr Le-bensraum auf die feuchte Laub-schicht in unmittelbarer Nähe vonBaumstämmen (vergl Fangort 4).Die Nahrung der Landköcherfliegen-Larven besteht aus Fallaub(WICH ARD 1988)

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Die Wolfsspinne Pordoso

nigri-ceps (Rote Liste 4R) ist eine von 2

geschützten Spinnenarten, die auf

der Flutwiese nachgewiesen

wer-den konnten Insgesamt 7

Exempla-re von P nigriceps fingen sich im

Juni, Juli und August verteilt auf alle

Fallen außer Fangort Nr 3

(Weide-zaun) Damit ist diese gefährdete Art

auf der ganzen

Untersuchungsflä-che verbreitet und erfreuliUntersuchungsflä-cherweise

die vierthäufigste Spinnenart (vergl

Artenliste Spinnen)

Die Baldachinspinne

Lepthyphon-tes ericaeus (Rote Liste 4R) konnte

im Mai, Juli und Oktober mit 3 Tieren

in den Fallen 4 (Laubschicht unterWeidenbäumen) und 6 (feuchte Bo-denmulde) nachgewiesen werden.Die Verbreitung dieser hygrophilenArt begrenzt sich somit auf feuchte-

re Stellen und kann nicht so send sein, wie das Vorkommen der

umfas-Wolfsspinne Pardosa nigriceps.

Zwei weitere geschützte tenarten, die im Untersuchungsge-biet erfaßt wurden, sind eine

Insek-Waldameise der Gattung Formico

(Rote Liste G) sowie einige

Gebän-derte Prachtlibellen, Calopteryx

splendens (Rote Liste 4R).

4.2.2 Vöael

Insgesamt 6 geschützte Vogelarten

konnten während der Begehungen

beobachtet werden:

Halsbandschnäpper, Ficedulo albicollis (RL 2)

Dorngrasmücke, Sylvia communis (RL3)

Habicht, Accipiter gentilis (RL 4R) Dohle, Corvus monedula (RL 3)

Saatkrähe, Corvus frugilegus (RL 3)

Schellente, Bucephala clangula (RL 4S)

Der Halsbandschnäpper hielt sich

möglicherweise nur im Durchzug

(April) für kurze Zeit im Gebiet auf

Für die Dorngrasmücke besteht

Brutverdacht Im Juni konnte der

Gesang eines Männchens im

Ge-büschsaum auf der Dammseite

ver-nommen werden Das

beobachte-te Habichtsweibchen benutzt die

Flutwiese wahrscheinlich als

Jagd-revier Es wurden auch Gewölle mit

Kaninchenwolle und sten gefunden, sowie Teile einervom Habicht geschlagenen Lach-möwe Dohlen und Saatkrähentauchen im Spätherbst und Winter ingrößeren Schwärmen nahrungssu-chend auf der Wiese auf Schellen-ten schwammen im März als typi-sche Überwinterungsgäste auf dem

Vogelfederre-an das Untersuchungsgebiet Vogelfederre-grenzenden Innabschnitt

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an-4.2.3, Säugetiere

Von den insgesamt 8

wildleben-den Säugetierarten, die im

Untersu-chungsgebiet erfaßt wurden, sind 2

Arten geschützt:

Im August tand sich ein totes

Ex-emplar der Feldspitzmaus,

Crocidu-ro leucodon (Rote Liste 3); aut dem

Weg entlang des Innufers Der Biber,

Costor fiber (Rote Liste 3) offenbarte

seine zeitweise Anwesenheit nurdurch indirekte Hinweise; ein vomBiber gefällter Baum tangiert dasUntersuchungsgebiet am Innufer aufder Höhe der Weideeinzäunung

4.2.4 Pflanzen

Die Pflanzen des

Untersuchungs-gebietes wurden lediglich beiläufig

registriert Gräser blieben unerfaßt

Von den 45 verzeichneten

Pflan-zenarten sind 3 Arten in der Roten

Liste gefährdeter Farn- und

Blüten-pflanzen Bayerns beinhaltet

Helmknabenkraut, Orchis militaris

(Rote Liste 3) und

Tausendgülden-kraut, Centaurium erythraea (Rote

Liste G) sind typische Vertreter der

Magerrasenvegetation und wurden

an ebensolchen Stellen im chungsgebiet vereinzelt vorgefun-den Sie benötigen trockene undvor allem nährstoffarme Bodenver-hältnisse (Foto 5)

Untersu-Die Glänzende Wiesenraute,

Tha-lictrum lucidum (Rote Liste 3) wächst

als Mitglied von Hochstaudenfluren

an den Randzonen der Flutwiese(Foto 6)

5 Bewertung und Diskussion

Die Vielfalt der im

Untersu-chungsgebiet erfaßten Tierarten ist

nicht zuletzt auch deshalb so groß,

weil hier verschiedene Biotoptypen

mit unterschiedlichen

Bo-Dadurch können sich Arten mitvöllig unterschiedlichen Ansprüchen

an den Lebensraum auf relativ grenztem Raum zusammenfinden

be-Im östlichen Teil schließt sich alsweiteres Biotop ein Altwasser mit Au-wald an Diese Bereiche wurden indie vorliegende Untersuchung je-

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doch nicht mit einbezogen, weil das

Hauptinteresse dem Wiesenbiotop

galt

(1) Die untersuchte Fläche bietet

gute Bedingungen für Tiere und

Pflanzen, die trockene

Lebensräu-me bevorzugen (xerophil), die

Wan-ze Alydus calcorotus ebenso wie

Dornschrecken, Pioniere, die

neu-entstandene, trockene

Lebensräu-me besiedeln Dornschrecken

wur-den nur an Fangplatz 5 (Lagerplatz

für Siloballen) registriert Diese Stelle

ist im jahreszeitlichen Wechsel

stän-digen Veränderungen unterworfen

Durch die Lagerung der Ballen im

Herbst stirbt die Vegetation ab, im

Frühjahr liegt der unbewachsene,

stark verfestigte Boden frei bzw ist

mit Silograsresten bedeckt, bevor

neuer Vegetationswuchs beginnt In

gewissem Sinne ist diese Stelle ein

Extremstandort

Eine kennzeichnende

Trockenra-senart ist auch das zur Familie der

Puppenschnecken zählende

Moos-püppchen, Pup/7/a muscorum Die

Westliche Heideschnecke, Helicella

itala, ein typischer Pioniersiedler auf

Trockenstandorten und Brennen in

Flußtälern, fand sich von März bis

August massenhaft an trockeneren

Wiesenflächen mit niederer

Mager-rasenvegetation

Vor allem Käfer und Spinnen

be-völkern die Flutwiese in großer

Ar-tenzahl Xerophile Arten sind z.B die

Laufkäfer Microlestes minutulus und

Synuchus nivolis, die

trockenheitslie-benden Laufkäfer aus der Gattung

Calathus, sowie der Kurzflügelkäfer

Xontholinus linearis.

Als typische Pflanzenarten der

Magerrasen finden sich

Tausend-güldenkraut, Kleiner Klappertopf

(Foto 7), das Helmknabenkraut (Foto

5) und der Wiesenbocksbart,

Wie-senflockenblume, Schafgarbe und

Wilder Dost ebenso wie die KnotigeBraunwurz, die Schwarze Königsker-

ze und der Blaue Natternkopf

(2) Zu den häufigsten Käfern, die

im Untersuchungsgebiet wiesen werden konnten, zählenaaricole Arten, die bevorzugt freie,sonnige Flächen besiedeln Sie wur-den ausschließlich an den Probeor-ten 1, 2, 3, 5 und 6, in keinem Falljedoch an Stelle 4 (schattiger Laub-boden unter Bäumen) gefangen

nachge-Zu diesen Arten zählen die käfer aus der Gattung Amara (21 Fänge), der Glatte Ahlenläufer ßem-

Lauf-bidion lampros (19 Fänge) (Foto 8),

der Braunfüßige Breithalskäfer

Cala-thus fuscipes (8 Fänge), der

Gemei-ne Handkäfer Dyschirius globosus (6

Fänge) und der Schwarzglänzende

Schnelläufer Harpalus latus (5

Fän-ge)

Mit Abstand die häufigste Art im

untersuchten Gebiet ist der

Kurzflü-gelkäfer Philonthus tenuis Er befand

sich mit insgesamt 45 Exemplarenvon März bis Oktober (außer August)

in den Fallen 1, 2, 3 und 5

Die häufigste Spinnenart der

frei-en Wiesfrei-enfläche ist die Wolfsspinne

Pardosa monticola (20 Fänge),

ebenso wie die Kieferspinne

Pachy-gnatha degeeri (8 Fänge) (Foto 9) in

den Fallen 1, 2, 3 und 5 (Fotos 8 und9)

(3) Durch die Nähe zum Wasser(Inn) und durch feuchte Stellen, wiesie in der Laubschicht unter Bäumen(Fangort 4) oder in feuchten Wie-senmulden (Fangort 6) vorzufindensind, können im Untersuchungsge-biet auch feuchtiakeitsliebende.hvarophile Arten angetroffen wer-

den, so z.B Haarschnecken aus der

Gattung Trichia die an feuchte

Krautschicht und Hochstaudenflurgebunden sind Bezeichnender Wei-

Trang 9

se wurde diese Art an Fangort 6,

einer feuchten Wiesenmulde

ge-funden

Eine weitere hygrophile Art ist der

Laufkäfer Pterostichus melanarius,

der im Juni und September

aus-schließlich an einer Stelle, der

feuch-ten Wiesenmulde (Fangort 6)

ange-troffen wurde

Die Mauerassel Oniscus asellus

hält sich als hygrophile,

landbewoh-nende Krebsart ausschließlich an

dauerfeuchten Stellen der Flutwiese

auf Sie wurde nur an den

Probeor-ten 4 (Laubschicht unter

Weiden-bäumen) und 6 (feuchte

Wiesen-mulde) gefangen

Lediglich an diesen beiden

Fang-stellen (4 und 6) konnte die

eben-falls feuchtigkeitsliebende

Balda-chinspinne Lepihyphontes ericaeus

im Mai, Juli und Oktober dreimal

nachgewiesen werden Diese

Spin-ne zählt zu den gefährdeten Arten

der Roten Liste Bayerns

(4) Bedingt durch spezielle

Er-nährungsweisen wurden einige

Tier-arten nur an ortspezifischen Stellen

des Untersuchungsgebietes

vorge-funden:

Der Doppelfüßer Schizophyllum

sabulosum fand sich mehrmals

(März, Mai, September) an Fangort

3 bzw direkt unter einem trockenen

Kuhfladen innerhalb der

Weideflä-che Diese Art verwertet

abgestor-benes tierisches und pflanzliches

Material (detritophil) und tierische

Exkremente (koprophag) als

Nah-rungsquelle Die Probenstelle Nr 3

unter dem Weidezaun ist durch

Be-weidung und Rinderdung

beein-flußt

Weitere speziell koprophage

Ar-ten sind die Pillenkäfer aus der

Gat-tung Byrrhus Sie konnten nur in der

Nähe tierischer Exkremente

nach-gewiesen werden An den

Fangor-ten 1 und 2 finden sich Stellen mitKaninchenlosung, Fangort 3 istdurch Rinderdung beeinflußt

Auch der Kurzflügelkäfer Oxytelus

rugosus (Juli, Falle 5) hat eine

ko-prophage Ernährungsweise

Eine Ausnahmeerscheinung

sei-ner Familie ist der Wasserkäfer

Me-gastemum boletophogum

(Septem-ber Falle 5) Während die meistenArten der Familie Hydrophilidae(Wasserkäfer) im Wasser leben, be-

siedeln einige Arten wie M

boleto-phogum auch nasse Stellen,

fau-lende Stoffe und frischen Dung.Aufgrund des Blütenreichtumsbietet die Flutwiese auch Lebens-raum für floricole Tierarten

Ein Beispiel sind die Weichkäfer

Rhogonycho fulvo und Canthoris fusco Die Art R fulvo bevölkerte im

Juli massenhaft vor allem Pastinakund andere Doldenblüten

Schmetterlinge profitieren als

Blü-tenbesucher ebenfalls vom reichtum der Wiese und der an-grenzenden Hochstaudenflur

Blüten-(5) Eine spezielle Lebensweise

besitzt der Nesikäfer Nargus ve/ox.

Die Art lebt in Säugetiergängen, z.B.Mäuselöchern und wird typischer-weise in der Laubschicht angetrof-fen Diese stenöken Käfer fandensich im Juni und Oktober ausschließ-lich an Fangort 4 (Laubschicht unterWeidenbäumen)

(6) Einige Arten traten lediglich ineinem Monat, dann aber an mehre-ren Stellen gleichzeitig auf; so ein

Laufkäfer aus der Gattung

ßrodycel-lus (März in den Fallen 5 und 6), der

Breithalskäfer Colathus

melonoce-pholus (September in den Fallen 2, 3

und 5), der offenes und sonniges

Gelände bevorzugt, sowie die

Bal-dachinspinne hypomma

bitubercu-lotum (im Juli in den Fallen 5 und 6).

141

Trang 10

Das kurzzeitige, aber verbreitete

Auftauchen dieser Arten unterliegt

offensichtlich jahreszeitlichen

Rhyth-men, die artspezifisch

entwicklungs-bedingt sein könnten.

(7) Die weiteste Verbreitung

fin-den nicht speziell angepaßte,

eu-ryöke Arten Dazu zählt ein

Kurzflü-gelkäfer aus der Gattung

Jachypo-rus der von März bis Juli an allen 6

Fangorten mit unterschiedlichen

Biotopverhältnissen nachgewiesen

werden konnte.

Ebenso über das gesamte

Unter-suchungsgebiet verbreitet ist die

Rasenameise Tetramorium

cae-spitum Sie fing sich von März bis

August in allen Fallen außer in Nr 2,

was mit Sicherheit dem Zufall

zuzu-schreiben ist.

Auch Raubmilben befanden sich jedesmal in allen Fallen Sie erbeu- ten Springschwänze und andere Kleinsttiere des Bodens.

Erfreulicherweise zählt auch eine gefährdete Tierart zu den am weite- sten verbreiteten Arten auf der

Flutwiese: die Wolfsspinne Pordosa

nigriceps (Rote Liste 4R) fing sich in

allen Fallen (außer Nr 3, Zufall!) Eine weitere häufige und verbreitete

Spinnenart ist Trochosa terricola (11

Fänge) Sie fand sich in allen typen vom sandigen Kaninchenbau (Fangort 1), trockenem Magerrasen

Biotop-(Ort 2) bis zu den Feuchtestellen

Laubschicht unter Weidenbäumen

(Fangort 4) und Wiesenmulde (Ort

6).

6 Ausblick

Die monatlich durchgeführten

insgesamt 8 Begehungen und

Be-probungen haben deutlich gezeigt,

daß nach der Umstellung von

inten-siver Bewirtschaftung auf extensive

Bewetdung eine interessante

öko-logische Entwicklung auf der

Flut-wiese eingesetzt hat.

Eine achtmonatige stichproberv

hoffe Erfassung der Tier- und Pflarv

zenarten kann natürlich nur eine

erste Übersicht ergeben Um den

Prozeß der natürlichen

Renaturie-rung voltständig zu erfassen, sind

mehrjährige Kontrollen nötig

Da die ökologische Entwicklung

des Geländes weHer fortschreitet, ist

mH dem Auftreten weiterer Tier- und

Pftanzenarten in den nächsten

Jahren zu rechnen Gleichzeitig

könnten bereits registrierte Arten wieder verschwinden, da sich die Lebensbedingungen mit der fort- schreitenden natürlichen Sukzession andern und stark angepaßte, ste- nöke Pionierarten wieder abwan- dern.

Ebenso werden auch typische Bewohner von nährstoffreichen Fettwiesen, wie jetzt noch stellen- weise vorhanden, mit fortschreiten- der Ausmagerung des Sandbodens und damit einhergehender Ände- rung der Vegetation zurückgehen Die 1997 ermittelte Artenzahl von

218 Tier - und Pflanzenarten, davon

17 gefährdete Arten der Roten

Li-sten Bayerns, weisen diese tungswiese ober schon Jetzt ab wertvollen Lebensraum aus.

Trang 11

Überflu-Foto 1: Kopfweiden an der Damm-Seite der Flutwiese Alte Kopfweiden sind

ein Kulturgut und bedürfen regelmäßiger Pflege

(Foto: Hoffmann)

m

Foto 2: Ganzjährige Mutierkuhhattung von Deutsch Angus Rindern auf einem

Teil der Flöche Im Hintergrund ist d e Begrenzung der FMwiese durch den Ufergehötesaum des inn zu erkennen.

(Foto: HoHmann)

Trang 12

Foto 3: Magere Standorte begünstigen die Entwicklung arten- und

Trang 13

Foto 5: Das Helmknabenkraut (Orchis militaris) ist eine von 3 geschützten

Pflanzenarten der Flutwiese Es wächst bevorzugt auf rasen (Foto: Brunninger)

Halbtrocken-Foto 4: lyptsche gehöizsaumbegleHende Hochstaudenflur (hier vorwiegend

Wiesenkerbel) afc Begrenzung der freien Wiesenflache.

(Foto: Brunninger)

Trang 14

Foto 7: Der gelbblühende Kleine Klappertopf bildet auf mageren Stellen

flächige Bestände.

(Foto: Brunninger)

Fotos 8 und 9 Laufkäfer wie der Glatte Ahlenlöufer (Foto 8) und Spinnen wie

die Kieferspinne Pachygnotho degeeri (Foto 9) zählen zu den

häufigsten Bewohnern der offenen Flutwiese.

(Fotos: Brunninger)

Ngày đăng: 03/11/2018, 17:23

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