Um die Face-to-Face Kommunikation zwischen Einkäufern und Verkäufern zu optimieren, werden Erkenntnisse sowohl über die Erwartungen der Einkäufer an die Kommunikation als auch über die E
Trang 1Face-to-Face Kommunikation im Vertrieb von Industriegütern
Trang 2GABLER RESEARCH
Forum Marketing
Herausgegeben von
Professor Dr Reinhard Hünerberg, Universität Kassel,
Professor Dr Andreas Mann, Universität Kassel,
Professor Dr Stefan Müller, Technische Universität Dresden und
Professor Dr Armin Töpfer, Technische Universität Dresden
Die zunehmende Globalisierung führt zu einem verschärften Wettbewerb, vor allem
in den Bereichen Qualität, Zeit und Kosten Vor diesem Hintergrund werden in der Schriftenreihe aktuelle Forschungsergebnisse sowohl zu strategischen Fragen der marktorientierten Unternehmensführung als auch zur operativen Unsetzung durch konsequente Kundenorientierung präsentiert Dazu werden innovative Konzeptionen entwickelt, theoretische Ursache-Wirkungs-Beziehungen analysiert und pragmati- sche Gestaltungsempfehlungen gegeben.
Trang 3Andrea Geile
Face-to-Face Kommunikation
im Vertrieb von Industriegütern
2., aktualisierte und ergänzte Aufl age
Mit einem Geleitwort von Prof Dr Reinhard Hünerberg
RESEARCH
Trang 4Bibliografi sche Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der
Deutschen Nationalbibliografi e; detaillierte bibliografi sche Daten sind im Internet über
<http://dnb.d-nb.de> abrufbar
Dissertation Universität Kassel, 2009
Disputation am 20 Oktober 2009
1 Aufl age 2010
2., aktualisierte und ergänzte Aufl age 2012
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© Gabler Verlag | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2012
Lektorat: Marta Grabowski | Nicole Schweitzer
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Umschlaggestaltung: KünkelLopka Medienentwicklung, Heidelberg
Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier
Printed in Germany
ISBN 978-3-8349-3228-0
Trang 5Geleitwort
Die Entwicklungen der Kommunikationstechnologie, insbesondere im Zusammenhang mit
Internet, WWW und Mobilfunk, haben andere Kommunikationsformen etwas aus dem Fokus
des praktischen und wissenschaftlichen Interesses verdrängt Neue Medien, wie sie immer
noch genannt werden, haben jedoch speziell wegen ihrer direkten, individuellen und
interak-tiven Informationsvermittlung sowie der engen Verknüpfung mit Verkaufsvorgängen ihre
überragende Bedeutung im Marketingkontext erlangt Darüber geraten klassische
Dialog-möglichkeiten, die Ähnliches – und vielleicht sogar besser – leisten, aus dem Blickfeld Zu
letzteren gehört an erster Stelle die Face-to-Face Kommunikation
Face-to-Face Kommunikation ist immer noch eine dominierende Kommunikationsform, die
allein oder ergänzend in zahlreichen Kommunikationssituationen eingesetzt wird Besonders
in Teilen des Industriegütergeschäfts ist sie das Kommunikationsinstrument der Wahl und
lässt sich auch zukünftig nicht als zentrale Vorgehensweise bei Geschäftsanbahnung und
-abschluss wegdenken Allerdings entzieht sich Face-to-Face Kommunikation weitgehend der
Standardisierung, ist aufwändig und ergebnisoffen Daraus resultieren besondere Risiken bei
ihrem Einsatz, und es sollte eine permanente Qualitätskontrolle und -verbesserung
ange-strebt werden
Es ist verdienstvoll, dass sich Andrea Geile dieser Thematik angenommen und sie sowohl
konzeptionell-theoretisch als auch empirisch untersucht hat Sie konzentriert sich auf zwei
Fragenkreise, zum einen auf Dimensionen der Kommunikationsqualität aus Sicht von
indust-riellen Einkäufern, zum anderen auf Einflüsse, welche das beabsichtigte
Kommunikations-verhalten des Verkäufers von Industriegütern determinieren Diese beiden zentralen
Prob-lemstellungen werden dadurch miteinander verknüpft, dass diejenigen Dimensionen, die sich
als strategisch im Sinne einer hohen Bedeutung für den Einkäufer bei gleichzeitig
wahrge-nommenen Realisierungsdefiziten erweisen, in der Verkäufer-Studie weiter untersucht
wer-den
In der Vergangenheit ist der Bereich der Face-to-Face Kommunikation in zahlreichen
Unter-suchungen analysiert worden, dennoch sind der Aspekt der Kommunikationszufriedenheit
und der Einfluss von Variablen des industriellen Umfeldes auf diese nur lückenhaft
themati-siert worden Diese Tatsache überrascht, ist doch Zufriedenheit inzwischen ein zentrales
Konstrukt in anderen Marketingzusammenhängen Die Autorin dagegen stellt diese
Ge-sichtspunkte in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen und eröffnet so und durch die Verbindung
von Einkäufer- und Verkäufer-Perspektive nicht nur theoretische, sondern auch praktische
Ansatzpunkte für eine Verbesserung von Kommunikationsergebnissen
Eine empirisch-objektive Untersuchung von dyadischen Beziehungen stößt an praktische
Grenzen, da eine gleichzeitig Untersuchung realer Verhandlungen und ähnlicher
Kommuni-kationssituationen zwischen zwei oder mehr Kommunikationspartnern durch Dritte kaum
durchführbar ist und viele Fragestellungen zudem durch reine Beobachtungen nicht
beant-wortet werden können Das von Andrea Geile angewandte Verfahren der zeitnahen
Befra-gung Beteiligter ohne deren dyadische Verknüpfung ist daher der einzig gangbare Weg für
Trang 6VI Geleitwort eine großzahlige Untersuchung und mit Blick auf die zugrunde liegenden allgemeinen Unter-
suchungsziele auch aussagekräftig Die Ergebnisse der aufwändigen Analysen der
Verfas-serin zeigen daher allgemeine Tendenzen auf und können wegweisend für weiterführende
Untersuchungen sein
Sowohl Wissenschaftler als auch Praktiker, die sich mit Fragen der Face-to-Face
Kommuni-kation befassen, können so von den Analysen und Ergebnissen des vorliegenden Bandes
der Reihe „Forum Marketing“ profitieren Es ist zu wünschen, dass der aufgezeigte Weg zu
Nachfolgestudien mit weiteren Erkenntnissen führt und auf dieser Grundlage eine praktische
Optimierung von Einkäufer-Verkäufer-Gesprächen möglich wird
Prof Dr Reinhard Hünerberg
Trang 7Vorwort zur zweiten Auflage
Die Relevanz persönlicher Kommunikation im geschäftlichen Kontext ist in meinen Augen
weiterhin ungebrochen und sowohl für Forschung als auch Praxis ein spannendes Thema
Ich freue mich, hiermit die zweite Auflage meiner Dissertation vorlegen zu können Neben
der Richtigstellung der zentralen Abbildung zum Integrativen Kommunikationsansatz fanden
einige Ergänzungen Eingang in diese überarbeitete Auflage
Die Erläuterung der Dimensionalität von Kommunikationszufriedenheit in Kapitel 3.4 wird um
Ausführungen zu reflektiver und insbesondere formativer Operationalisierung und Messung
von Latenten erweitert Diese grundlegenden Überlegungen sind in Anbetracht des
For-schungsansatzes und der Operationalisierung von beobachtbaren Variablen ohne weitere
Latenten in der ersten Auflage in den Hintergrund getreten Um zukünftigen Verwendern der
Latenten Kommunikationszufriedenheit (vielleicht in einem umfassenden
Strukturglei-chungsmodell) einen Einblick in eine mögliche Vorgehensweise zu geben, folgt nun die
ent-sprechende Ergänzung
Interaktionen zwischen Individuen finden nicht unabhängig voneinander statt, sondern
ein-gebettet in soziale und geschäftliche Beziehungen Um der Relevanz der Intensität von
Be-ziehungen gerecht zu werden, werden in Kapitel 4.5.2 der vorliegenden Auflage zusätzliche
Analysen zur relativen Wichtigkeit von Kommunikationsdimensionen und der Bewertung
durch die Einkäufer in unterschiedlichen Beziehungsausprägungen vorgestellt Daraus
wer-den weiterhin strategisch relevante Handlungsansätze in Abhängigkeit von der Beziehung
identifiziert und visualisiert
Der Globalisierung und damit einhergehenden Internationalität von geschäftlichen
Kommuni-kationssituationen wird durch eine Ergänzung des Kapitels 4.9 verstärkt Rechnung getragen
Indem die relative Wichtigkeit der Kommunikationsdimensionen und die
Zufriedenheitsbe-wertung der Einkäufer in internationalen Kommunikationskonstellationen gegenübergestellt
werden, können strategisch relevante Ansatzpunkte für die Verbesserung internationaler
Kommunikation identifiziert und visualisiert werden
Die umfangreichen Handlungsempfehlungen, die in Kapitel 4 für die einzelnen
Kontextvari-ablen formuliert wurden, werden in einem ergänzenden Überblick in Kapitel 6.1
zusammen-fassend dargestellt
Andrea Geile
Trang 8Vorwort IX
Vorwort zur ersten Auflage
Im Zeitalter der intensiven Mediennutzung stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit von
Face-to-Face Kommunikation im Vertrieb, die vergleichsweise umständlich und
kosteninten-siv ist In verschiedenen Studien wurden die Unterschiede und Möglichkeiten verschiedener
Kommunikationsformen thematisiert In einigen Situationen sind Face-to-Face Kontakte
durch medienvermittelte Kommunikation substituierbar Ist das Gesprächsobjekt – etwa ein
potenzielles, gemeinsames Projekt – allerdings hoch komplex und risikobeladen, wie es im
industriellen Vertrieb und besonders bei individuellen Industriegütern häufig der Fall ist, kann
das umfassende Übermittlungs- und Austauschpotenzial persönlicher Kontakte (bisher)
kaum durch (formale) Medien ersetzt werden Immer wenn derartige Situationen vorliegen,
spielt daher Face-to-Face Kommunikation und ihre optimale Ausgestaltung auch im Zeitalter
der Mediendominanz eine besondere Rolle
Um die Face-to-Face Kommunikation zwischen Einkäufern und Verkäufern zu optimieren,
werden Erkenntnisse sowohl über die Erwartungen der Einkäufer an die Kommunikation als
auch über die Einflussgrößen des Kommunikationsverhaltens der Verkäufer benötigt Auf
Basis theoretischer Überlegungen werden Erwartungsdimensionen der
Kommunikationszu-friedenheit der Einkäufer formuliert, deren Veränderlichkeit durch Variablen des
Kommunika-tionskontexts (z B die Episode, individuelle und interpersonelle Faktoren) hypothetisiert und
in einer ersten Studie bei 292 Einkäufern großer, deutscher Industrieunternehmen empirisch
untersucht wird Dabei werden drei Kommunikationsdimensionen (‚Qualität der
Informatio-nen‘ sowie ‚Offenheit‘ und ‚Vertrauenswürdigkeit des Verkäufers‘) als strategisch besonders
relevante Ansatzpunkte für eine Verbesserung der Kommunikation identifiziert Diese drei
Dimensionen stehen im Fokus der Überlegungen zur Entstehung des
Kommunikationsver-haltens des Verkäufers, die in einer zweiten Studie bei 135 Verkäufern großer, deutscher
Industrieunternehmen empirisch untersucht werden Dabei zeigt sich, dass die affektive und
kognitive Einstellung, die soziale Norm und die wahrgenommene Verhaltenskontrolle
signifi-kante Einflussgrößen der Intention zu einem bestimmten Kommunikationsverhalten
darstel-len Aus den Erkenntnissen beider Studien werden (tendenzielle) Handlungsempfehlungen
für die Praxis und ein Phasenkonzept zum Management zufriedenheitsorientierter
Face-to-Face Kommunikation abgeleitet
Die Dissertation ist während meiner Zeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet
Marketing der Universität Kassel entstanden Während der verschiedenen Phasen der
Bear-beitung haben mich viele Gesprächspartner durch ihre Diskussionsbereitschaft und
Anre-gungen unterstützt Mein ganz besonderer Dank gilt Herrn Professor Dr Reinhard
Hünerberg, der mir als Doktorvater ein wertvoller und motivierender Diskussionspartner war
und mir als Chef in der Zeit, als es notwendig war, alle Ressourcen und Freiräume für einen
erfolgreichen Abschluss der Arbeit zur Verfügung stellte Herrn Professor Dr Andreas Mann
danke ich herzlich für die schnelle Übernahme des Zweitgutachtens Meinen Kolleginnen
und Kollegen am Fachgebiet Marketing, Herrn Dr Christopher Zerres, Frau Dipl.-Rom Petra
Ringeisen, Herrn Dipl.-Oec Roland Zimmermann und unserer Sekretärin Frau Martina
Trang 9Tisafalvi, und darüber hinaus weiteren Mitgliedern der Universität Kassel, insbesondere
Herrn Dr Reinhard Gerhold, danke ich für die vielen Stunden des Mitdenkens bei
konzeptio-nellen und methodischen Fragen, des Zuhörens bei sehr spezifischen Überlegungen und
manchmal auch des Ablenkens, um die Perspektive zu wechseln Meinem Bruder Herrn
Dipl.-Kfm Christian Geile danke ich ebenfalls für sein stets offenes Ohr und die S-Verweise
zu jeder Tages- und Nachtzeit Für hilfreiche Anregungen aus Sicht der geschäftlichen
Reali-tät und anderer Forschungsgebiete danke ich insbesondere Herrn Professor Dr Michael
Heinlein, Frau Dr Monica Soffritti, Herrn Dr Rembert Horstmann, Frau Dipl.-Psych Carmen
Herrler, MBA, und Herrn Dipl.-Kfm Norbert Hopf Frau Christine Wichmann, M.A., danke ich
für ihre Bereitschaft, sich Seite für Seite auf Tipp- und Schreibfehlersuche zu begeben Und
ich möchte mich auch bei den Einkäufern und Verkäufern bedanken, die ihre Zeit investiert
haben, um an meinen Studien teilzunehmen
Zu guter Letzt danke ich meinem Freund Christian Fischer für sein Verständnis und seinen
Zuspruch und dafür, dass er nicht müde wurde, mir zu zeigen, dass die Welt hinter meinem
Schreibtisch weitergeht, sowie meiner Familie und meinen Freunden, für die während der
Bearbeitung viel zu wenig Zeit für Face-to-Face Kommunikation blieb
Andrea Geile
Trang 10Inhaltsverzeichnis XI
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis……….XV Abbildungsverzeichnis……….XVII
1 Face-to-Face Kommunikation in Business-to-Business Interaktionen 1
1.1 Zu Relevanz und Stand der Forschung von Face-to-Face Kommunikation 1
1.2 Ziele, wissenschaftliche Grundposition und Gang der Arbeit 8
2 Bezugsrahmen: Dyadische Kommunikation im Industriegütervertrieb 13
2.1 Ziele und Aufbau 13
2.2 Phänomen Face-to-Face Kommunikation 13
2.3 Vertrieb individualisierter Industriegüter als Anwendungsbereich 15
2.4 Stand der Forschung zu Interaktionsansätzen 18
2.5 Integrativer Kommunikationsansatz für den Industriegütervertrieb 24
2.6 Sender, Nachricht, Empfänger: Kommunikationstheorien 28
3 Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers – Konzepte, Theorien, empirische
Prüfung 36
3.1 Relevanz, Ziele und Aufbau der Ausführungen 36
3.2 Zentrales Konzept der Kommunikationszufriedenheit: C/D-Paradigma 38
3.3 Theoretische Erklärungsansätze der Kommunikationszufriedenheit 42
3.3.1 Sozialpsychologische Erklärungsansätze der Kommunikationszufriedenheit 42
3.3.2 Erklärungsansätze der Kommunikationszufriedenheit aus der Neuen Institutionenökonomie 52
3.3.3 Zusammenfassender Überblick der theoretischen Beiträge zur Kommunikationszufriedenheit 59
3.4 Dimensionalität von Kommunikationszufriedenheit und Kommunikationsqualität 63
3.5 Erwartungsdimension der Kommunikationszufriedenheit: Kommunikationsqualität 66 3.5.1 Literatur zur Messung von Kommunikationsqualität 66
3.5.2 Dimensionen der Kommunikationsqualität 75
3.6 Kommunikationsdimensionen und Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers: Konzeptualisierung und empirische Prüfung 93
3.6.1 Methoden 93
3.6.2 Operationalisierung, Untersuchungsdesign und Datentransformation 100
3.6.3 Ergebnisse der Studie zur Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers 105
4 Einfluss der Kontextfaktoren auf die Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers 114
4.1 Ziele, Konzepte, Ablauf und Methodik 114
4.2 Situativer Kontext 120
Trang 114.2.1 Raum: Ort des Treffens 121
4.2.2 Zeit: Länge des Gesprächs 124
4.3 Episoden 127
4.3.1 Dimensionalität des Episodenkonzepts 127
4.3.2 Episoden-Dimension ‚Konkretheit des Gesprächsobjekts’ 128
4.3.3 Episoden-Dimension ‚Häufigkeit der Treffen (Bekanntheit)’ 131
4.3.4 Episoden-Ausprägungen 134
4.4 Individuelle Faktoren 138
4.4.1 Funktionen 138
4.4.2 Hierarchische Positionen 142
4.4.3 Geschlecht 148
4.4.4 Erfahrungen 151
4.4.5 Weitere persönliche Merkmale 157
4.5 Interindividuelle Faktoren 166
4.5.1 Ähnlichkeit 166
4.5.2 Beziehungen 177
4.6 Multipersonalität 189
4.7 Unternehmen und Leistung 194
4.8 Branchen 199
4.9 Internationalität und Kultur 203
5 Kommunikationsverhalten des Verkäufers – Konzepte, Theorien und empirische
Prüfung 211
5.1 Relevanz, Ziele, Methodik und Aufbau 211
5.2 Theoretischer Hintergrund 217
5.2.1 Theorie des geplanten Verhaltens 217
5.2.2 Drei Komponenten der Einstellung 221
5.3 Verkäuferverhalten: Konzeptualisierung und Spezifikation 224
5.3.1 Zusammenfassung der Verhaltensmodelle, Hypothesen und theoretischen Hintergründe 224
5.3.2 Spezifikation der Messmodelle des Kommunikationsverhaltens des
Verkäufers 227
5.4 Empirische Untersuchung 235
5.4.1 Untersuchungsdesign und Datentransformation 235
5.4.2 Ergebnisse 237
6 Fazit und Ausblick 262
6.1 Zusammenfassung und managementorientierte Integration der zentralen
Ergebnisse 262
Trang 12Inhaltsverzeichnis XIII
6.2 Weiterführende Implikationen für die Praxis 269
6.3 Zukünftige Forschungsfelder 273
Literaturverzeichnis……….……… 277
Anhang………303
Trang 13CIT Critical Incident Technique
CFI Comparative Fit Index
df degrees of freedom (Freiheitsgrade)
IFI Inkremental Fit Index
IMP International Marketing and Purchasing
InQ Interaktionsqualität
IQ Informationsqualität
KFA konfirmatorische Faktorenanalyse
KMV Key Mediating Variable
MAR missing at random
MCAR missing completely at random
MNAR missing not at random
Trang 14XVI Abkürzungsverzeichnis
NNFI Non-Normed Fit Index
Trang 15Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Forschungsergebnisse zu direkter und indirekter Wirkung von
Kommunikation 4
Abbildung 2 Gang der Untersuchung 12
Abbildung 3 Individuelle Industriegüter in Typologisierungsansätzen des Industriegütermarketing 17
Abbildung 4 Interaktionsansätze im Marketing 24
Abbildung 5 Integrativer, dyadischer Kommunikationsansatz 25
Abbildung 6 Facetten der Betrachtung von Face-to-Face Kommunikation 28
Abbildung 7 BÜHLERs Organon-Modell (verändert) 32
Abbildung 8 C/D-Paradigma der Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers 38
Abbildung 9 Einordnung von theoretischen Beiträgen ins C/D-Paradigma der Kommunikationszufriedenheit 40
Abbildung 10 Balancierte und unbalancierte Relationen 43
Abbildung 11 Darstellung des Mehr-Faktoren-Modells der Kommunikationszufriedenheit 46
Abbildung 12 KELLEYs Hypothesen zur Ursachenzuschreibung (Kovariationsprinzip) 47
Abbildung 13 Organizational Failure Framework 57
Abbildung 14 Beitrag von Theorien und Konzepten zur Kommunikationszufriedenheit 61
Abbildung 15 Ebenen der Kommunikationsqualität und Kommunikationszufriedenheit 63
Abbildung 16 Dimensionen und Faktoren der Kommunikationsqualität in persönlichen Kundenbeziehungen nach Frommeyer 70
Abbildung 17 Faktoren beziehungsbezogener Kommunikationsqualität 72
Abbildung 18 Faktoren fachlicher (inhaltsbezogener) Kommunikationsqualität 73
Abbildung 19 Dimension ‚Darstellung von Inhaltsqualität’ und deren Kriterien 77
Abbildung 20 Dimension ‚Informationsfluss’ 78
Abbildung 21 Dimension ‚Offenheit’ 80
Abbildung 22 Dimension ‚Vertrauenswürdigkeit’ 82
Abbildung 23 Dimension ‚Interesse an personalisierter Kommunikation’ 83
Abbildung 24 Dimension ‚Unterhaltsamkeit’ 84
Abbildung 25 Dimension ‚Souveränität’ 84
Abbildung 26 Dimension ‚Empathie’ 85
Abbildung 27 Dimension ‚Kompetenz’ 86
Abbildung 28 Dimension ‚Lösungsorientierung’ 87
Abbildung 29 Dimension ‚Freundlichkeit’ 89
Abbildung 30 Dimension ‚Kooperationsbereitschaft’ 90
Abbildung 31 Dimension ‚Verständnis des Kundenkontexts’ 91
Trang 16XVIII Abbildungsverzeichnis
Abbildung 32 Dimension ‚Umgang mit Konflikten’ 92
Abbildung 33 Formel: Prozentuale Wichtigkeit eines Leistungsparameters 96
Abbildung 34 Zuordnung der Leistungsparameter zu den verschiedenen Faktortypen 97
Abbildung 35 Wichtigkeit-Leistungs-Dimensionen der Leistungsparameter der
Zufriedenheit 99
Abbildung 36 Operationalisierung von Kommunikationskriterien und -dimensionen am Beispiel ‚Vertrauenswürdigkeit‘ 101
Abbildung 37 Überblick Zustellungsart des Fragebogens und Rücklauf Studie ‚Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers’ 102
Abbildung 38 Verbalisierte Gründe für Nicht-Teilnahme 103
Abbildung 39 Zufriedenheitsniveaus der Kommunikationsdimensionen über alle
befragten Einkäufer 105
Abbildung 40 Ergebnis der direkten Wichtigkeitsmessung über alle Einkäufer 106
Abbildung 41 Ergebnis der indirekten Wichtigkeitsmessung über alle Einkäufer 107
Abbildung 42 Relative Wichtigkeit der Kommunikationskriterien für die Kommunikationsdimensionen 109
Abbildung 43 Relative Wichtigkeit-Leistungs-Vergleich der Dimensionen über alle
Gruppen 110
Abbildung 44 Offene Nennungen zu besonders guten Aspekten 111
Abbildung 45 Offene Nennungen zu besonders schlechten Aspekten 112
Abbildung 46 Typenzuordnung der Kommunikationsdimensionen 112
Abbildung 47 Kontextvariablen als unabhängige Stimulusvariablen 115
Abbildung 48 Kontextvariablen als moderierende Variablen 117
Abbildung 49 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeiten – Situativer Kontext: Ort 123
Abbildung 50 Länge des Gesprächs in Minuten: Verteilung 125
Abbildung 51 Länge des Gesprächs: Mittelwertvergleich der Zufriedenheitsniveaus 126
Abbildung 52 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeiten – Situativer Kontext: Länge des Gesprächs 126
Abbildung 53 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeiten – Episoden: Konkretheit des Gesprächsobjekts 130
Abbildung 54 Bekanntheit der Gesprächspartner: Mittelwertvergleich der Zufriedenheitsniveaus 133
Abbildung 55 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeiten – Episoden: Häufigkeit des Treffens (Bekanntheit) 133
Abbildung 56 Dimensionen und Episoden 134
Abbildung 57 Verteilung der Episoden in der Stichprobe 136
Trang 17Abbildung 58 Episoden: Mittelwertvergleich der Kommunikationsdimension
‚Kontextverständnis‘ 137
Abbildung 59 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und relativen Wichtigkeit –
Episoden 137
Abbildung 60 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeit – Funktion des Mitglieds des anbietenden Unternehmens 141
Abbildung 61 Verteilung der hierarchischen Positionen der Verkäufer 143
Abbildung 62 Hierarchische Position des Verkäufers: Mittelwertvergleich der Zufriedenheitsniveaus 144
Abbildung 63 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeiten – Individuelle Faktoren: Position des Verkäufers 144
Abbildung 64 Verteilung der hierarchischen Positionen der Einkäufer 146
Abbildung 65 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeiten – Individuelle Faktoren: Hierarchische Position des Einkäufers 147
Abbildung 66 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeiten – Individuelle Faktoren: Geschlecht des Einkäufers 150
Abbildung 67 Verteilung der Indikatoren der Erfahrung über die Zeit 154
Abbildung 68 Vergleich der Korrelationskoeffizienten – Individuelle Faktoren:
Erfahrungen des Einkäufers 155
Abbildung 69 Wichtigkeitsveränderung: Individuelle Faktoren – Erfahrungen 156
Abbildung 70 Verhaltenstypologie von Einkäufer und Verkäufer 158
Abbildung 71 Verteilung Emotionalität und Sachlichkeit der Einkäufer 160
Abbildung 72 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeiten – Individuelle Faktoren: Sachlichkeit / Emotionalität des Einkäufers 160
Abbildung 73 Verteilung Dominanz der Einkäufer 162
Abbildung 74 Dominanz des Einkäufers: Mittelwertvergleich der
Zufriedenheitsniveaus 162
Abbildung 75 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeiten – Individuelle Faktoren: folgender / führender Einkäufer 163
Abbildung 76 Verteilung der (geschäftlichen) Persönlichkeitstypen der
Einkäufer 164
Abbildung 77 Persönlichkeitstypen des Einkäufers: Mittelwertvergleich der Kommunikationsdimension ‚Kontextverständnis‘ 164
Abbildung 78 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und relativen Wichtigkeiten
zwischen den Persönlichkeitstypen der Einkäufer 165
Abbildung 79 Verteilung der Geschlechterkombinationen in den betrachteten
Dyaden 170
Trang 18XX Abbildungsverzeichnis Abbildung 80 Geschlecht der Gesprächspartner: Mittelwertvergleich des
Zufriedenheitsniveaus 170
Abbildung 81 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeiten – Interindividuelle Faktoren: Ähnlichkeit / Geschlecht 171
Abbildung 82 Ähnlichkeit von Auftreten und Äußerlichkeiten: Mittelwertvergleich der Zufriedenheitsniveaus 172
Abbildung 83 Ähnlichkeit des beruflichen Werdegangs: Mittelwertvergleich der Zufriedenheitsniveaus 172
Abbildung 84 Ähnlichkeit der Interessengebiete: Mittelwertvergleich der Zufriedenheitsniveaus 173
Abbildung 85 Ähnlichkeit von Einstellungen: Mittelwertvergleich der
Zufriedenheitsniveaus 173
Abbildung 86 Gesamtähnlichkeit: Mittelwertvergleich der Zufriedenheitsniveaus 174
Abbildung 87 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeiten – Interindividuelle Faktoren: Gesamtähnlichkeit 174
Abbildung 88 Vergleich der Differenz der Mittelwerte bei beobachtbaren und nicht direkt beobachtbaren Ähnlichkeiten 175
Abbildung 89 Visualisierung eines Beispiels einer Beziehungsentwicklung 178
Abbildung 90 Verteilung der Beziehungslänge in Jahren 179
Abbildung 91 Länge der Beziehung: Mittelwertvergleich der
Zufriedenheitsniveaus 180
Abbildung 92 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeiten – Interindividuelle Faktoren: Beziehungslänge 180
Abbildung 93 Geschäftliche Beziehungsintensität: Mittelwertvergleich der Zufriedenheitsniveaus 182
Abbildung 94 Soziale Beziehungsintensität: Mittelwertvergleich der
Zufriedenheitsniveaus 182
Abbildung 95 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und relativen Wichtigkeit - Interindividuelle Faktoren: Beziehungsintensität 183
Abbildung 96 Gegenüberstellung relative Wichtigkeit und Leistung bei starker sozialer
und starker geschäftlicher Beziehung 186
Abbildung 97 Gegenüberstellung relative Wichtigkeit und Leistung bei schwacher
sozialer und starker geschäftlicher Beziehung 186
Abbildung 98 Gegenüberstellung relative Wichtigkeit und Leistung bei schwacher
sozialer und schwacher geschäftlicher Beziehung 187
Abbildung 99 Gegenüberstellung relative Wichtigkeit und Leistung bei starker sozialer
und schwacher geschäftlicher Beziehung 187
Trang 19Abbildung 100 Multipersonalität und Kommunikationsnetzwerke 191
Abbildung 101 Communication Center: Mittelwertvergleich der Zufriedenheitsniveaus 192
Abbildung 102 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeiten – Multipersonalität: Existenz eines Communication Centers 193
Abbildung 103 Kriterien der Unternehmensgröße 195
Abbildung 104 Verteilung der Höhe der Projektwerte 197
Abbildung 105 Projekt- / Produktwert: Mittelwertvergleich der Zufriedenheitsniveaus 197
Abbildung 106 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeit – Unternehmen: Projektwert 198
Abbildung 107 Branchenzugehörigkeit der Einkäufer in der Studie ‚Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers’ 200
Abbildung 108 Branchenzugehörigkeit der Verkäufer in der Studie ‚Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers’ 201
Abbildung 109 Branchenzugehörigkeit: Mittelwertvergleich der Zufriedenheitsniveaus 201
Abbildung 110 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeit – Branchen (gleich / ungleich) 202
Abbildung 111 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeit – Nationalität (gleich / ungleich) 206
Abbildung 112 Sprache: Mittelwertvergleich der Zufriedenheitsniveaus bei ungleicher Nationalität 207
Abbildung 113 Vergleich der Korrelationskoeffizienten und der relativen Wichtigkeit – Muttersprache (gleich / ungleich) 208
Abbildung 114 Relative Wichtigkeit der Kommunikationsdimensionen und Zufriedenheit
der Einkäufer im internationalen Kontext 209
Abbildung 115 Beispiel für ein vollständiges Strukturgleichungsmodell 213
Abbildung 116 Kriterien zur Beurteilung der Reliabilität und Validität komplexer
Konstrukte und deren Anforderungsniveaus 216
Abbildung 117 Determinanten individuellen Handelns: Die Theorie des geplanten
Verhaltens 219
Abbildung 118 Drei-Komponentenmodell der Einstellung: Einstellung als
mehrdimensionales Konstrukt 222
Abbildung 119 Hierarchie der Einstellungskomponenten 224
Abbildung 120 Meta-Kausalmodell der Entstehung von Verhaltensintentionen des
Verkäufers 225
Abbildung 121 Hypothesen und Theorien der Kausalmodelle zur Entstehung von Verhaltensintentionen bei Verkäufern 226
Abbildung 122 Spezifikation der Messmodelle der ‚kognitiven Einstellung’ 230
Trang 20XXII Abbildungsverzeichnis
Abbildung 123 Spezifikation der Messmodelle der ‚Intention (konative Einstellung)’ 231
Abbildung 124 Spezifikation der Messmodelle der ‚affektiven Einstellung’ 232
Abbildung 125 Spezifikation der Messmodelle der ‚wahrgenommenen
Verhaltenskontrolle (PBC)’ 234
Abbildung 126 Anteile Face-to-Face Situationen mit Einkäufern an geschäftlichen
Kontakten der befragten Verkäufer 237
Abbildung 127 Verteilung der Face-to-Face Situationen auf die Episoden (in Prozent) 238
Abbildung 128 Branchenzugehörigkeit der befragten Verkäufer 238
Abbildung 129 Branchenzugehörigkeit der befragten Verkäufer in Jahren 239
Abbildung 130 Unternehmenszugehörigkeit der befragten Verkäufer in Jahren 239
Abbildung 131 Hierarchische Positionen der befragten Verkäufer 239
Abbildung 132 Positionszugehörigkeit der befragten Verkäufer in Jahren 240
Abbildung 133 Alterstruktur der befragten Verkäufer 240
Abbildung 134 Einfluss des Geschlechts auf die Intention zu
informationsförderndem Verhalten 241
Abbildung 135 Informationen zum Index der affektiven Einstellung zum informationsfördernden Verhalten 241
Abbildung 136 Messmodell der affektiven Einstellungskomponente zum informationsfördernden Verhalten 242
Abbildung 137 Index aus Erwartung einer Konsequenz eines bestimmten Verhaltens
und deren Bewertung: Kognitive Einstellung zu
inhaltsförderndem Verhalten 242
Abbildung 138 Messmodell der kognitiven Einstellung zu informationsförderndem
Verhalten 242
Abbildung 139 Index aus Einschätzung der sozialen Norm und ‚motivation to comply’: Soziale Norm hinsichtlich informationsförderndem Verhalten 243
Abbildung 140 Messmodell der sozialen Norm hinsichtlich informationsförderndem
Verhalten 243
Abbildung 141 Index aus Einschätzung der eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten
und dem Faktor 5: wahrgenommene Verhaltenskontrolle hinsichtlich informationsförderndem Verhalten 243
Abbildung 142 Messmodell der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle bei informationsförderndem Verhalten 244
Abbildung 143 Index aus Intention und dem Faktor 5: Intention zum informationsfördernden Verhalten 244
Abbildung 144 Messmodell der Intention zu informationsförderndem Verhalten 245
Abbildung 145 Gesamtmessmodell zum informationsfördernden Verhalten 245
Trang 21Abbildung 146 Diskriminanzprüfung des Gesamtmodells zum informationsfördernden
Verhalten durch Faktorenanalyse 246
Abbildung 147 Diskriminanzprüfung des Gesamtmodells zum informationsfördernden Verhalten: Fornell-Larcker-Kriterium 246
Abbildung 148 Kausalmodell zum inhaltsfördernden Verhalten 247
Abbildung 149 Informationen zum Index der affektiven Einstellung gegenüber offenen Kommunikationsverhalten 248
Abbildung 150 Messmodell der affektiven Einstellung gegenüber offenem Kommunikationsverhalten 248
Abbildung 151 Index aus Erwartung einer Konsequenz des offenen Verhaltens und
deren Bewertung: Kognitive Einstellung gegenüber offenem Kommunikationsverhalten 249
Abbildung 152 Messmodell zur kognitiven Einstellung gegenüber offenem Kommunikationsverhalten 249
Abbildung 153 Index aus Einschätzung der sozialen Norm und ‚motivation to comply’: Soziale Norm hinsichtlich offenem Kommunikationsverhalten 250
Abbildung 154 Messmodell zur sozialen Norm gegenüber offenem
Kommunikationsverhalten 250
Abbildung 155 Index aus Einschätzung der wahrgenommenen Kontrolle multipliziert
mit dem Faktor 5: Wahrgenommene Verhaltenskontrolle hinsichtlich
offenem Kommunikationsverhalten 250
Abbildung 156 Messmodell zur wahrgenommenen Verhaltenskontrolle hinsichtlich
offenem Kommunikationsverhalten 251
Abbildung 157 Index aus Intention zum Verhalten multipliziert mit dem Faktor 5:
Intention zu offenem Kommunikationsverhalten 251
Abbildung 158 Messmodell der Intention zu offenem Kommunikationsverhalten 251
Abbildung 159 Gesamtmodell des offenen Kommunikationsverhaltens 252
Abbildung 160 Diskriminanzprüfung des Gesamtmodells des offenen Kommunikationsverhaltens durch Faktorenanalyse 252
Abbildung 161 Diskriminanzprüfung des Gesamtmodells zum offenen Kommunikationsverhalten: Fornell-Larcker-Kriterium 253
Abbildung 162 Kausalmodell zum offenen Kommunikationsverhalten 253
Abbildung 163 Informationen zum Index der affektiven Einstellung zu
vertrauenswürdigem Kommunikationsverhalten 255
Abbildung 164 Messmodell der affektiven Einstellung zu vertrauenswürdigem Kommunikationsverhalten 255
Trang 22
XXIV AbbildungsverzeichnisAbbildung 165 Index aus Erwartung einer Konsequenz des vertrauenswürdigen
Verhaltens und deren Bewertung: Kognitive Einstellung gegenüber
vertrauenswürdigem Kommunikationsverhalten 255Abbildung 166 Messmodell zur kognitiven Einstellung gegenüber vertrauenswürdigem
Kommunikationsverhalten 256Abbildung 167 Index aus Einschätzung der sozialen Norm und ‚motivation to comply’:
Soziale Norm hinsichtlich vertrauenswürdigem
Kommunikationsverhalten 256Abbildung 168 Messmodell zur sozialen Norm hinsichtlich vertrauenswürdigem
Kommunikationsverhalten 256Abbildung 169 Index aus Einschätzung der wahrgenommenen Kontrolle multipliziert
mit dem Faktor 5: Wahrgenommene Verhaltenskontrolle hinsichtlich
vertrauenswürdigem Kommunikationsverhalten 257Abbildung 170 Messmodell zur wahrgenommenen Verhaltenskontrolle bei
vertrauenswürdigem Kommunikationsverhalten 257Abbildung 171 Index aus Intention zum Verhalten multipliziert mit dem Faktor 5:
Intention zu vertrauenswürdigem Kommunikationsverhalten 258Abbildung 172 Messmodell der Intention zu vertrauenswürdigem
Kommunikationsverhalten 258Abbildung 173 Gesamtmodell des vertrauenswürdigen Kommunikationsverhaltens 259Abbildung 174 Diskriminanzprüfung des Gesamtmodells zum vertrauenswürdigen
Kommunikationsverhaltens durch Faktorenanalyse 259Abbildung 175 Diskriminanzprüfung des Gesamtmodells zum vertrauenswürdigen
Kommunikationsverhalten: Fornell-Larcker-Kriterium 260Abbildung 176 Kausalmodell zum vertrauenswürdigen Kommunikationsverhalten 260Abbildung 177 Zusammenfassung der Empfehlungen zu den Kontextfaktoren der
Kommunikation 265Abbildung 178 Vergleich der Stärke der Wirkungsbeziehungen zwischen den
Verhaltensmodellen 267Abbildung 179 Phasenkonzept des Managements zufriedenheitsorientierter
Face-to-Face Kommunikation 270Abbildung 180 Ansatzpunkte für zukünftigen Forschungsbedarf 273
Trang 231 Face-to-Face Kommunikation in Business-to-Business
Interaktionen
1.1 Zu Relevanz und Stand der Forschung von Face-to-Face Kommunikation
Unternehmen der Industriegüterindustrie stellen sich seit geraumer Zeit der rung, langfristige Geschäftsbeziehungen zu implementieren und identifizieren deren Aufbau und Pflege als Erfolgsfaktoren Abgestimmte Sequenzen von Interaktionen sollen die Vo-raussetzungen schaffen, Geschäftsbeziehungen langfristig und kontinuierlich zu gestalten,1
Herausforde-wobei einzelne Transaktionen im Rahmen solcher Anbieter-Abnehmer-Beziehungen zu grierten Bestandteilen werden.2 Diese Sichtweise ist Gegenstand des Managements von Beziehungen (Relationship Management).3
inte-Die Notwendigkeit zum Aufbau von Kundenbeziehungen resultiert für Anbieterunternehmen insbesondere aus
x der Verschärfung des Wettbewerbs auf gesättigten Märkten und damit nen hohen Kosten der Neukundengewinnung,
verbunde-x der Notwendigkeit der Absicherung des eigenen Kundenstammes gegenüber Wettbewerbern,
x dem Wunsch nach positiver Weiterempfehlung auf Basis psychologischer dung des Abnehmers durch Zufriedenheit und Vertrauen.4
Bin-Beziehungsmanagement erfordert ein interaktionsbezogenes Marketingverständnis,5 wobei insbesondere die Beziehung zwischen Individuen im Vordergrund steht Die Kommunikation zwischen Individuen kann über unterschiedliche Kanäle erfolgen Im Zeitalter der intensiven Mediennutzung und den damit verbundenen Möglichkeiten der Kaufabwicklung über Inter-netplattformen, dem schnellen schriftlichen Austausch via E-Mail, Chat oder Twitter und ei-nem ständigen Fortschritt in der technischen Umsetzbarkeit von Videokonferenzen stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit von Face-to-Face Kommunikation im Vertrieb, die ver-gleichsweise umständlich und kostenintensiv ist In verschiedenen Studien wurden die Un-terschiede und Möglichkeiten verschiedener Kommunikationsformen (Face-to-Face, Telefon, E-Mail usw.) thematisiert.6 In einigen Situationen sind Face-to-Face Kontakte durch medien-vermittelte Kommunikation substituierbar Ist das Gesprächsobjekt – etwa ein potenzielles, gemeinsames Projekt – allerdings hoch komplex und risikobeladen, wie es im industriellen
Kommunikation, den Stand der interpersonellen Beziehung und die Kaufsituation Ambrose et al (2008), S 360 ff.; für eine Untersuchung der Komplexität des Informationsaustauschs und Media-selektionspräferenzen im Einkäufer-Verkäufer-Kontext Cano et al (2005), S 283 ff.; für die Rolle des Kommunikationskanals für den Aufbau von Vertrauen in Preisverhandlungen Huang et al (2008), S 53 ff.; für den Vergleich von Face-to-Face Kommunikation und computervermittelter Kommunikation im Hinblick auf Übertragungsfähigkeit, Wirkung auf die Empathie und internationa-
le / interkulturelle Wirkungsunterschiede Ulijn/ Lincke (2004), S 111 ff
A Geile, Face-to-Face Kommunikation im Vertrieb von Industriegütern,
DOI 10.1007/978-3-8349-7073-2_1, © Gabler Verlag | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2012
Trang 242 1 Face-to-Face Kommunikation in Business-to-Business Interaktionen: Problemstellung – Ziele – AufbauVertrieb und besonders bei individuellen Industriegütern häufig der Fall ist, kann das umfas-sende Übermittlungs- und Austauschpotenzial persönlicher Kontakte (bisher) kaum durch (formale) Medien ersetzt werden Immer wenn derartige Situationen vorliegen, spielt daher Face-to-Face Kommunikation und ihre optimale Ausgestaltung auch im Zeitalter der Medien-dominanz eine besondere Rolle
Ein besonderes Kennzeichen der Face-to-Face Kommunikation ist die persönliche
Interakti-on Diese beinhaltet eine zweiseitige Kommunikationsverbindung zwischen Individuen, deren Dialoge nicht vorbestimmt sind, da Inhalt und Ergebnis aus dem Zusammenspiel des Infor-mationsaustauschs folgen Zwischenmenschliche Aspekte werden in der Business-to-Business Literatur als ‚schicksalhaft’, weil entscheidend für den Erfolg von Käufer-Verkäufer-Aktivitäten, betrachtet.7 Das Fehlen positiver, interpersoneller ‚Chemie’ kann der Grund für das Scheitern von Geschäftsbeziehungen sein.8 ANDERSEN (2001) konstatiert, dass die Entwicklung einer tragfähigen Geschäftsbeziehung stark von der Kommunikation zwischen den Partnern abhängt.9 MOHR und NEVIN (1990) bezeichnen die Kommunikation als den
„Kleber“, der einen Distributionskanal zusammenhält.10 Jedes Verhalten, ob eine Handlung oder deren Unterlassung, beinhaltet nach DUNCAN und MORIARTY (1998) eine Nachricht für die andere Partei, die Einfluss auf die gemeinsame Geschäftsbeziehung hat.11 Ohne Kommunikation ist der Aufbau von Beziehungen nur schwer möglich.12 Eine sich entwickeln-
de positive Kommunikationsbeziehung wird zum Beispiel durch zunehmende Einzigartigkeit der Kontakte, Offenheit und stärkere Konfliktfähigkeit charakterisiert.13 Eine andauernde Be-ziehung zwischen Individuen führt zur Verknüpfung von Interaktionen, da Informationen, die
in früheren Interaktionen erworben wurden, in spätere einfließen.14 Zusammenfassend kann konstatiert werden, dass in der Literatur Einigkeit darüber besteht, dass Kommunikation eine wichtige Determinante der Intensität und Stabilität von Anbieter-Kunden-Beziehungen dar-stellt.15 Mit Blick auf die Geschäftsbeziehung werden durch die Kommunikation u a drei zentrale kundenbezogene Funktionen erfüllt: Kundenbindung, Abwanderungsprävention und Kundenrückgewinnung
In der Marketingforschung wurden weitere direkte und indirekte, leistungs- und bezogene Wirkungsgrößen der Kommunikation identifiziert Leistungsbezogene Größen (Qualität der Leistung, Kundenzufriedenheit, Kundenbindung, Effektivität des Verkaufsperso-nals) beziehen sich auf die Wirkung der Kommunikation bezüglich Wahrnehmung und Beur-teilung des Leistungsangebots eines Unternehmens Beziehungsbezogene Einflüsse der Kommunikation beschreiben Größen, die Auswirkungen auf die Intensität, den Fortbestand
Par-ker (2000), S 7 ff und Schulze (2002), S 138 f
Trang 25und die Dauer der Geschäftsbeziehung haben (Kommunikationszufriedenheit, Koordination, Vertrauen, Commitment, Konflikt, Kooperation).16 Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über verschiedene Studien zu Wirkungsgrößen der Kommunikation und jeweilige Untersu-chungsbereiche
größen (LG)
größen (BG)
Trang 264 1 Face-to-Face Kommunikation in Business-to-Business Interaktionen: Problemstellung – Ziele – Aufbau
größen (LG)
größen (BG)
Anbahnung, Entwicklung und Förderung von Kundenbeziehungen sind aus organisatorischer Sicht Aufgaben des Vertriebs.17 Der ‚Persönliche Verkauf’ durch Außendienstmitarbeiter wird
Trang 27in einigen Lehrbüchern als ein Bestandteil der Kommunikationspolitik im Rahmen der ting-Strategie beschrieben18, in anderen wird die direkte, persönliche Ansprache von poten-ziellen Kunden der Distributionspolitik zugeordnet19, wieder andere definieren die marktge-richteten, akquisitorischen und die vertriebslogistischen, distributionsbezogenen Aktivitäten als „Vertriebspolitik“20 In der Praxis hat der Funktionsbereich Vertrieb, gekennzeichnet durch von Käufern bestimmtes Marktgeschehen, starken Wettbewerbsdruck, Stagnationserschei-nungen und technischen Wandel, eine dem (sonstigen) Marketing mindestens gleichwertige Bedeutung.21 Die zentrale Rolle des Vertriebs beruht des Weiteren auf seiner erlösgenerie-renden Funktion, wohingegen das (sonstige) Marketing – außerhalb der Preispolitik – und andere Funktionsbereiche zunächst Kosten verursachen und eine Umsatzwirkung nicht im-mer klar ersichtlich ist.22 Insbesondere im Industriegüterbereich spielt der Vertrieb traditions-gemäß eine besondere Rolle.23
Marke-Innerhalb des Vertriebs findet Face-to-Face Kommunikation beim marktgerichteten, torischen persönlichen Verkauf (Personal Selling) statt Gesprächsbeteiligte können Indivi-duen in den verschiedensten Situationen und Rollen sein Allen geschäftlichen Begegnungen (ob sie nun Verhandlung, Akquise, Socialising oder Informationsgesprächen zugeordnet werden) ist gemein, dass sich zwei oder mehr unabhängige Parteien mit unterschiedlichen Zielen in soziale Interaktion begeben, um ein beidseitig befriedigendes Ergebnis zu errei-chen.24 Diese „mixed-motive“ Aufgaben bedürfen hoher Kooperationsbereitschaft25, da sie von Idiosynkrasie und Ungewissheit hinsichtlich des Gesprächsobjekts geprägt sein können und nicht unbedingt offensichtlich richtige Lösungen haben.26 Für die Entwicklung von Lö-sungen wird im Rahmen der ‚Media Richness Theory’ von DAFT und LENGEL (1984, 1986)27 empfohlen, Medien zu verwenden, die 1 verschiedene Kanäle abdecken, 2 sofort rückgekoppelt werden und somit die Fehlinterpretation von Nachrichten verringern, 3 auf die Gefühle und Emotionen des Empfängers sowie dessen Ziele zugeschnitten werden und 4 die Variabilität der Sprache mit ihren Symbolen nutzbar machen.28 Die Face-to-Face Kom-munikation weist genau diese Eigenschaften auf; sie ist als Medium, über das in relativ kur-zer Zeit Informationen verständlich vermittelt werden können, auch im Zeitalter der intensi-ven Nutzung formaler Medien, nicht zu ersetzen
akquisi-Die Komplexität und Menge der zu vermittelnden Informationen determiniert die Auswahl der angemessenen Kommunikationsform.29 Insbesondere im Ver- und Einkauf komplexer, hoch-preisiger und risikobehafteter Industriegüter behält die Fähigkeit zur sofortigen Rückkopp-lung, die Verwendung verschiedener Kanäle (verbal und non-verbal) und personalisierter,
Trang 286 1 Face-to-Face Kommunikation in Business-to-Business Interaktionen: Problemstellung – Ziele – Aufbaunatürlicher Sprache ihre Bedeutung.30 Eine Studie im Rahmen der vorliegenden Arbeit zeigt, dass bei über einem Drittel der befragten Verkäufer in Industrieunternehmen mehr als 40 Prozent der Kontakte mit Einkäufern anderer Unternehmen Face-to-Face stattfinden, bei 13 Prozent der Befragten sind es mehr als 60 Prozent der Kontakte.31
In einer explizit beziehungsgenerierenden, überzeugenden (nicht manipulativen), gungsorientierten Kommunikation nehmen sich die Kommunikationspartner gegenseitig ernst und vertreten ihre gegenseitigen Interessen.32 Im Rahmen einer sachlichen, argumentativen Kommunikation sollen die Kommunikationsbeteiligten eine gemeinsame, möglichst de-ckungsgleiche Deutung der Situation erzielen, sodass darauf basierend gemeinsame Lösun-gen entwickelt werden können.33
verständi-Deckungsgleichheit kommt auch im Confirmation-Disconfirmation-Paradigma34 große tung zu Danach werden erwartete Soll-Größen mit wahrgenommenen Ist-Leistungen des Anbieters (in Transaktionssituationen) durch den Kunden verglichen, bei Übereinstimmung oder Übererfüllung entsteht Zufriedenheit bzw Begeisterung, bei Untererfüllung entsteht Unzufriedenheit Zufriedenheit determiniert ihrerseits das Vertrauen des Kunden in den An-bieter und damit die Verstärkung der emotionalen Beziehung.35
Bedeu-Für den Ausbau und die Verstärkung einer Geschäftsbeziehung sind das Erkennen und füllen von Kundenerwartungen und deren Veränderungen durch den Anbieter besonders wichtig.36 Hierin ist die Kundenzufriedenheit – und im kommunikationsbezogenen Kontext die Kommunikationszufriedenheit – begründet Die Erwartungen an die Kommunikationszufrie-denheit sind die Basis der wahrgenommenen Kommunikationsqualität Die theoretisch be-gründete Analyse der Entstehung und Veränderung von Kommunikationszufriedenheit kann neue Erkenntnisse für die Gestaltung von Face-to-Face Kommunikationssituationen liefern Die Entstehung von Kommunikationszufriedenheit findet in der Marketingliteratur bisher we-nig Beachtung,37 obwohl die Zufriedenheit mit der Kommunikation als wichtiges Ergebnis der Interaktion und als relevante Determinante, zum Beispiel der Kundenbindung38, identifiziert wurde Insbesondere die Untersuchung der Kommunikationszufriedenheit von Einkäufern im industriellen Kontext steht bisher noch aus
Er-Über die Anforderungen an die Qualität der Kommunikation liegt bisher kein Konsens vor, vielmehr überschneiden sich diese häufig mit Konzeptionen der Informations- und der Inter-
organisa-tionalen Kommunikation wird das Konstrukt der Kommunikationszufriedenheit seit den 1970er ren untersucht (vgl z B Downs/ Hazen (1977), S 63 ff.; Hecht (1978), S 253 ff.; Johlke/ Duhan (2001), S 265 ff.; O'Reilly (1982), S 756 ff.)
Trang 29aktionsqualität.39 Die Qualität der Face-to-Face Kommunikation soll hier die lität beinhalten und ist selbst Teil der Interaktionsqualität (die neben rein kommunikativen Aspekten auch den Leistungsaustausch enthält) Eine einheitliche Gesamtbetrachtung der Elemente (und damit der inhaltlichen Ausgestaltung) von Kommunikationsqualität in profes-sionellen, persönlichen Verhandlungssituationen liegt bisher nicht vor
Informationsqua-Unter Nutzung des CD-Paradigmas werden Erwartungen an bestimmte pekte mit Ist-Leistungen verglichen und bewertet Welche Aspekte in Kommunikationssituati-onen erwartet werden und welche Wirkungen von diesen ausgehen ist – als eine umfassen-
Kommunikationsas-de Betrachtung von Kriterien, Dimensionen und Wirkungen von Ausprägungen Kommunikationsas-des Kommunikationsverhaltens mit Blick auf die Gesamtkommunikationszufriedenheit – bisher ebenfalls nicht untersucht worden
Die Kommunikationsdimensionen können in verschiedenen Kontexten unterschiedlich tig sein Es liegen einige Studien und Forschungsansätze vor, die sich mit der Interaktivität und den Einflussgrößen im industriellen Kontext beschäftigen Die Interaktionsansätze liefern Anknüpfungspunkte für die Identifikation personaler und organisationaler Kontextfaktoren, die die Erwartungen der Einkäufer, die Leistungen der Verkäufer und den Vergleichsprozess beeinflussen können Eine umfassende, theoretisch basierte Konzeptualisierung und eine empirische Prüfung des Einflusses verschiedener Kontextfaktoren auf die Kommunikations-zufriedenheit des Einkäufers stehen bisher aber ebenfalls aus
wich-Die (Einkäufer-) Kommunikationszufriedenheit resultiert aus der Bewertung des tionsverhaltens des Verkäufers durch den Einkäufer Die Identifikation der Determinanten, die das Kommunikationsverhalten des Verkäufers prägen, kann Ansatzpunkte für die konkre-
Kommunika-te, zufriedenheitsorientierte Gestaltung von Kommunikationssituationen liefern Insbesondere für strategisch besonders relevante, aber nicht optimal gestaltete Kommunikationsdimensio-nen – vom Einkäufer als besonders wichtig angesehene Aspekte bei denen das Zufrieden-heitsniveau weniger hoch ist – kann eine entsprechende Verkäuferschulung die geschäftsre-levanten Wirkungsgrößen der Kommunikation positiv beeinflussen und zur Verbesserung der Geschäftsbeziehung führen
Mit der Intensivierung und Verlängerung von Geschäftsbeziehungen durch Kundenbindung, dem Erhalt und Schutz von Geschäftsbeziehungen durch Abwanderungsprävention und der Rückgewinnung von Kunden bzw Wiederbelebung von Geschäftsbeziehungen sind drei zentrale Funktionen der Kommunikationszufriedenheit im industriellen Kontext angespro-chen Diese drei Funktionen könnten mit einer entsprechenden Gestaltung der Face-to-Face Kommunikation erfüllt werden Ein entsprechendes, konzeptionell und methodisch fundier-tes, empirisch – branchenübergreifend – untersuchtes Managementinstrument kann Gestal-tungsempfehlungen und Vergleichswerte für unternehmensbezogene Anwendungen liefern Generell ist die praktische Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse eine große Heraus-forderung In der praxisorientierten Literatur liegt zwar eine fast unüberschaubare Vielzahl
al (1994), S 96 ff und Canary et al (2001), S 79 ff
Trang 308 1 Face-to-Face Kommunikation in Business-to-Business Interaktionen: Problemstellung – Ziele – Aufbauvon Publikationen zum Thema ‚Verkauf’ und ‚Vertrieb’ vor, wobei die häufig regel- und checklistenorientierten Werke mehr oder minder fundierte Handlungsempfehlungen für Ver-käufer vorstellen und dabei mit Schlagworten wie ‚bessere Konditionen’, ‚mehr Profit’, ‚Top
im Verkauf’, ‚letzte Geheimnisse im Verkauf’, ‚Emotional Selling’ u a werben Aber erst eine Orientierung des Verkäuferverhaltens an den Erwartungen des Einkäufers kann eine Ver-besserung der Kommunikation für beide Seiten bewirken und den Eindruck unfairer Manipu-lationen vermeiden
Die Relevanz der Untersuchung der Face-to-Face Kommunikation im Vertrieb von gütern liegt also in folgenden Punkten:
Industrie-x Der Erhalt und Aufbau von Geschäftsbeziehungen ist vorteilhaft für ternehmen; Geschäftsbeziehungen beruhen wesentlich auf Kommunikation
Industriegüterun-x Face-to-Face Kommunikation ist auch im Zeitalter der Dominanz formaler Medien anderen Kommunikationsformen überlegen und wird besonders in komplexen, risiko-behafteten und beziehungsfordernden Konstellationen eingesetzt Eine Untersuchung ihrer adäquaten Gestaltung ist daher von besonderer Relevanz
x Kommunikation wirkt direkt und indirekt auf leistungsbezogene Größen wie tungsqualität, Kundenzufriedenheit, Kundenbindung und Effektivität des Verkaufsper-sonals und auf beziehungsbezogene Größen wie Kommunikationszufriedenheit, Ko-ordination, Vertrauen, Commitment und Konfliktlösungen
Leis-x Der organisatorische Teilbereich ‚Vertrieb’ wendet zur Überwindung der ‚miLeis-xed ve’ Aufgaben mit hoher Komplexität und großer Mengen zu vermittelnder Informatio-nen Face-to-Face Kommunikation an
moti-x Kommunikationszufriedenheit als zentrales Resultat der Erfüllung von onserwartungen ist kaum untersucht
Kommunikati-x Die Dimensionen und Kriterien der Kommunikation aus der Erwartungsperspektive des Einkäufers sind bisher nicht eindeutig definiert Eine Untersuchung der Dimensionalität entsprechender Konstrukte steht bisher aus
x Kontextvariablen aus industriellen Interaktionsansätzen wurden bisher nicht send auf ihren Einfluss bezüglich der Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers untersucht Ihre theoretische Erklärung, empirische Prüfung und daraus ableitbare Prognosen können zu einem besseren Verständnis und angemessener Gestaltung von Kommunikationssituationen führen
umfas-x Das Kommunikationsverhalten des Verkäufers ist eine direkte Determinante der Kommunikationszufriedenheit Seine genauere Untersuchung kann Ansatzpunkte für kommunikationszufriedenheitsorientierte Gestaltungsmaßnahmen ergeben
1.2 Ziele, wissenschaftliche Grundposition und Gang der Arbeit
Zentrales Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Beitrag zur Ausfüllung der zuvor ten Erkenntnislücken zu leisten Dazu sollen in einem integrierten dyadischen Ansatz Erklä-rungen von Zusammenhängen, Prognosen von Ergebnissen und konkrete Handlungsemp-
Trang 31genann-fehlungen systematisch abgeleitet werden Zum Erreichen dieses realwissenschaftlichen Ziels40 stehen die folgenden Aspekte im Mittelpunkt:
x Konzeptualisierung des Konstrukts ‚Kommunikationszufriedenheit’ mit seinen sionen und Kriterien,
Dimen-x Konzeptualisierung von KonteDimen-xtfaktoren der Face-to-Face Kommunikation im riegüterbereich,
Indust-x Konzeptualisierung des Kommunikationsverhaltens des Verkäufers mit seinen terminanten,
De-x Operationalisierung aller Variablen im Zusammenhang mit der friedenheit des Einkäufers, den Kontextfaktoren und den Determinanten des Kom-munikationsverhaltens des Verkäufers
Kommunikationszu-x Ableitung von Hypothesen auf Basis theoretischer Erklärungsansätze und mit Blick auf die vorgenannten Konzeptualisierungen und Operationalisierungen
x Empirische Prüfung der abgeleiteten Hypothesen und Ableitung von konkreten lungsempfehlungen
Hand-Bei der Untersuchung von Face-to-Face Kommunikation ist eine Komplexitätsreduktion abdingbar, da eine Einbeziehung aller denkbaren Variablen Konzeptualisierungen und Operationalisierungen unmöglich oder zumindest unübersichtlich machen würde.41 Die not-wendige Selektion der als relevant erachteten Variablen ergibt eine Vernachlässigung oder sogar den Ausschluss bestimmter Aspekte.42 Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, die
un-‚richtigen’ Variablen zu selektieren, werden vorhandene Theorien, Erfahrungen und sche Befunde herangezogen.43 Neben der Selektion von Variablen sind zur Komplexitätsre-duktion relevante Beziehungen zwischen Variablen herauszuheben und andere von der Be-trachtung auszuschließen Dabei wird, in Ermangelung einer umfassenden Theorie zu Face-to-Face Kommunikation und Kommunikationszufriedenheit im industriellen Kontext, situativ
empiri-je nach Problemlösungsbedarf, auf Kommunikationstheorien, sozialpsychologische Theorien und Ansätze der Neuen Institutionenökonomie zurückgegriffen Diese Ansätze werden im Sinne eines theoretischen Pluralismus konkurrenzfrei und komplementär angewendet, weder eine Identifikation von Zusammenhängen noch eine Integration von Theorien ist ange-strebt.44 Die Theorien und Ansätze dienen zum einen der Suche nach erklärungsrelevanten Dimensionen und Variablen, zum anderen zur Formulierung von Hypothesen über den Untersuchungsgegenstand Dabei wird weitgehend konfirmatorisch vorgegangen
Die geplante Vorgehensweise in der vorliegenden Arbeit entspricht dem Verständnis des wissenschaftlichen Realismus45, welcher Elemente des Positivismus wie auch des kritischen Rationalismus enthält Beim wissenschaftlichen Realismus werden induktive Schlüsse ak-
Trang 3210 1 Face-to-Face Kommunikation in Business-to-Business Interaktionen: Problemstellung – Ziele – Aufbauzeptiert, um dem Abbild der Realität etwas näher zu kommen.46 Der Fallibilismus als die An-nahme, dass es aufgrund der menschlichen Fehlbarkeit bei der Lösungsfindung keine siche-
re Erkenntnis und verbindliche Beurteilungsinstanz gibt, ist ebenfalls Bestandteil des schaftlichen Realismus.47 Dritte Grundannahme des wissenschaftlichen Realismus ist die Berücksichtigung der Messfehlerproblematik, die grundsätzlich bei jeder Untersuchung und speziell bei mehr oder minder latenten Konstrukten entsteht Die vorliegende Untersuchung ist weitgehend deduktiv angelegt, wobei aus theoretischen, allgemeinen Überlegungen An-nahmen für die Formulierung von Hypothesen getroffen werden Dem Fallibilismus wird Rechnung getragen, indem die gewonnenen Resultate einer kritischen Betrachtung unterzo-gen, Hypothesen unter Umständen abgelehnt und die Methoden einer kritischen Diskussion unterzogen werden Die Messfehlerproblematik wird bis zu einem gewissen Grade durch die Verwendung der Kausalanalyse unter Nutzung des Softwarepakets AMOS berücksichtigt Die vorliegende Arbeit ist folgendermaßen aufgebaut: Im zweiten Kapitel werden zunächst die zentralen Bezugspunkte der Arbeit definiert Dabei wird das Phänomen Face-to-Face Kommunikation charakterisiert und das Anwendungsspektrum der Erkenntnisse der Arbeit für Geschäftstypen mit individuellen Industriegütern definiert Bisherige dyadische Interakti-onsansätze werden zusammenfassend dargestellt und anschließend in einen integrativen, dyadischen Kommunikationsansatz überführt Dieser dient der folgenden systematischen Untersuchung
wissen-x der Kommunikation zwischen Sendern und Empfängern (Verkäufern und Einkäufern),
x der Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers,
x des Einflusses der Kontextvariablen der Face-to-Face Kommunikation,
x des Kommunikationsverhaltens des Verkäufers
Ein Überblick über verschiedene Kommunikationstheorien und deren Zuordnung zu psychologischen, kybernetischen, rhetorischen, semiotischen Ansätzen sowie die Betrach-tung des Beziehungsaspekts der Kommunikation stellen die Komplexität des Untersu-chungsobjekts heraus und bieten erste Einblicke in die Anforderungen, die für eine hohe Kommunikationszufriedenheit zu erfüllen sind Die Beteiligung von Sender und Empfänger verdeutlicht die dyadische Betrachtung des Kommunikationsansatzes
sozio-Die folgenden Kapitel 3, 4 und 5 haben jeweils einen Bereich des Kommunikationsansatzes zum Gegenstand Dabei werden zwei empirische Studien zur ‚Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers’ und zum ‚Kommunikationsverhalten des Verkäufers’ durchgeführt, um kon-zeptionelle Überlegungen zu prüfen und konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten
In Kapitel 3 wird die Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers zunächst theoretisch zeptualisiert und ihre Dimensionalität thematisiert Danach werden relevante Erklärungsan-sätze der Sozialpsychologie und der Neuen Institutionenökonomie vorgestellt In einem nächsten Schritt werden Erwartungsdimensionen und -kriterien der Kommunikation identifi-
nach dem Induktionsprinzip Aussagen verifiziert werden (vgl z B Chalmers (1999), S 3 f.; Kamitz (1973), S 29; Konegen/ Sondergeld (1985), S 67; Peter/ Olson (1983), S 118)
Musgrave (1993), S 280 ff.; Prim/ Tilmann (2000), S 9)
Trang 33ziert und konzeptualisiert Es folgt eine Diskussion verschiedener Methoden der Messung von Zufriedenheit Danach werden Operationalisierung, Untersuchungsdesign, Datentrans-formation und die Ergebnisse der Studie zur ‚Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers’ mit 292 befragten Einkäufern großer deutscher Industrieunternehmen vorgestellt Ein Ver-gleich von relativer Wichtigkeit und tatsächlicher Wahrnehmung von Kommunikationsdimen-sionen aus der Einkäuferperspektive zeigt strategisch besonders relevante Dimensionen, bei denen eine Änderung des Kommunikationsverhaltens des Verkäufers besonders angezeigt wäre Diese bilden den Untersuchungsgegenstand der Studie zum ‚Kommunikationsverhal-ten des Verkäufers’
Die Ausführungen in Kapitel 4 ergänzen die Betrachtung der Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers in Kapitel 3 um die Variablen des Kontexts der Face-to-Face Kommunikation Für die empirische Analyse werden die Daten der ersten Studie zur ‚Kommunikationszufrie-denheit des Einkäufers‘ herangezogen Die Kontextfaktoren werden jeweils definiert, und zunächst als unabhängige Variablen unter Rückgriff auf die kommunikationszufriedenheits-erklärenden Theorien konzeptualisiert Dazu werden Hypothesen zur Veränderung des Gra-des der Kommunikationszufriedenheit von Einkäufern bei verschiedenen Ausprägungen der Kontextfaktoren abgeleitet Die Hypothesen werden mit den Daten der ersten Studie geprüft Die Kontextvariablen werden darüber hinaus als moderierende Variablen, welche die Wir-kung des Einflusses der Kommunikationsdimensionen auf die Gesamtkommunikationszu-friedenheit beeinflussen, betrachtet Dazu werden die Veränderungen der jeweiligen Korrela-tionen zwischen den Zufriedenheitsniveaus der Kommunikationsdimensionen und der Gesamtkommunikationszufriedenheit explorativ analysiert Analog werden in einer kommuni-kationsdimensionsübergreifenden Betrachtung die Veränderungen der relativen Wichtigkeit der Dimensionen für die Gesamtkommunikationszufriedenheit des Einkäufers anhand der Daten der ersten Studie explorativ untersucht Für jeden Kontextfaktor werden aus den Er-gebnissen Implikationen für die Gestaltung von Kommunikationssituationen durch den Ver-käufer abgeleitet sowie Empfehlungen für das Kommunikationsverhalten formuliert
In Kapitel 5 stehen das Kommunikationsverhalten des Verkäufers und seine Entstehung im Fokus der Betrachtung Zunächst werden zum Verhalten, der Verhaltensintention und den Determinanten grundsätzliche theoretische Überlegungen angestellt, bevor aus dem Daten-satz der Studie zur ‚Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers’ strategisch relevante Kommunikationsdimensionen für Verhandlungsepisoden mit Vertriebsmitarbeitern identifi-ziert werden Die ausgewählten Kommunikationsdimensionen werden in Verhaltensausprä-gungen des Verkäufers überführt Auf Basis der ‚Theorie des geplanten Verhaltens‘, des
‚Drei-Komponenten-Modells der Einstellung‘ und ergänzender sozialpsychologischer rien werden Kausalmodelle der identifizierten Verhaltensausprägungen konzeptualisiert und Hypothesen abgeleitet Der Darstellung der methodischen Anforderungen einer Kausalana-lyse mit Strukturgleichungsmodellen und anschließender Spezifikation der Verhaltensmodel-
Theo-le folgt die Erläuterung des Untersuchungsdesigns der Studie zum ten des Verkäufers’ mit 135 teilnehmenden Verkäufern großer deutscher Industrieunternehmen Anschließend werden die Struktur der Stichprobe und die Ergebnisse der Kausalanalyse mit AMOS vorgestellt
Trang 34‚Kommunikationsverhal-12 1 Face-to-Face Kommunikation in Business-to-Business Interaktionen: Problemstellung – Ziele – AufbauKapitel 6 bildet den Abschluss der Arbeit Der Zusammenfassung und managementorientier-ten Integration der zentralen Ergebnisse der Arbeit folgt die Darstellung eines phasenbezo-genen, an der Kommunikationszufriedenheit orientierten Managementprozesses, der sowohl die Verkäufer- als auch die Einkäuferseite betrachtet und die konzeptionellen, methodischen und empirischen Ergebnisse der vorliegenden Arbeit als konkrete Implikation zusammen-fasst Überlegungen zu zukünftigen Forschungsfeldern schließen die Arbeit ab
Die folgende Abbildung dient der Visualisierung des Aufbaus der Arbeit
Kapitel 1 Face-to-Face Kommunikation in Business-to-Business Interaktionen
Kapitel 2 Dyadischer Kommunikationsansatz im Industriegütervertrieb
Integrativer Kommunikationsansatz für den Industrievertrieb Sender, Empfänger, Nachricht - Kommunikationstheorien
Kapitel 3 Kommunikationszufriedenheit des Einkäufers
Empirische Untersuchung
Kapitel 4 Kontextfaktoren der Face-to-Face Kommunikation im Industriegütervertrieb
Kapitel 5 Kommunikationsverhalten des Verkäufers
Theoretischer Hintergrund
Empirische Untersuchung
Erwartungsdimensionen der Kommunikationszufriedenheit: Kommunikationsqualität
Konzeptualisierung, Methodik, Spezifikation
Kapitel 6 Fazit und Ausblick
Unternehmen / Leistung
Trang 352 Bezugsrahmen: Dyadische Kommunikation im Industriegütervertrieb
2.1 Ziele und Aufbau
Im Rahmen dieses Abschnitts soll der Bezugsrahmen der Arbeit dargestellt werden nächst wird das Phänomen Face-to-Face Kommunikation definiert und in seinen Eigenschaf-ten gegenüber anderen Kommunikationsformen abgegrenzt
Zu-Die Erkenntnisse der vorliegenden Arbeit sind insbesondere für solche Geschäftstypen vant, in denen eine Notwendigkeit zur persönlichen Kommunikation besteht Als Anwen-dungsbereich werden im folgenden Teilabschnitt Geschäftstypen mit individualisierten In-dustriegütern definiert Die darauf folgende Darstellung dyadischer, personaler und organisationaler Interaktionsansätze gibt einen Einblick in die bisherige Forschung Diese bilden die Basis eines (personal und organisational) integrierten, dyadischen Kommunikati-onsansatzes Er dient als Rahmen der weiteren systematischen Betrachtung der dort ge-nannten Elemente, welche jeweils im Verlauf der Arbeit einer Konzeptualisierung, Operationalisierung und empirischen Prüfung unterzogen werden
rele-Persönliche Kommunikation zwischen Sendern und Empfängern ist komplex Ein Überblick über verschiedene Kommunikationstheorien verdeutlicht den dyadischen Charakter und die Anforderungen an die Gestaltung von Face-to-Face Kommunikationssituationen
2.2 Phänomen Face-to-Face Kommunikation
Etymologisch sind zu „Kommunikation“ folgende Bedeutungen zu finden48: „communicatio“ (lat.): „die Mitteilung, vermittelst welcher man sich an die Zuhörer wendet und sie gleichfalls mit zu Rate zieht“ Die Varianten „Anteilnahme“ und „Gemeinschaft“ kommen im Lateini-schen später hinzu Dem Begriff „Communicare“ können folgende Bedeutungen zugeschrie-ben werden: 1 gemeinsam machen, vereinigen; 2 teilen, mitteilen, jemanden an etwas teil-haben lassen; 3 sich beraten, besprechen „Communio“ wird übersetzt mit 1 Gemeinschaft,
2 (commoenio) verschanzen; verwahren, befestigen, sicherstellen „Communis“ bedeutet: mehreren oder allen gemeinsam, gemein, gemeinschaftlich, öffentlich, allgemein, gewöhn-lich; auch im Sinne von „sich gemeinsam schützen“
Kommunikation zwischen Individuen kann in unterschiedlichen Formen stattfinden In der schriftlichen, telefonischen und computervermittelten Kommunikation werden formale Medien eingesetzt, um zeitliche oder räumliche Unterschiede zu überwinden Face-to-Face Kommu-nikation kann nur bei körperlicher Anwesenheit der Beteiligten, während der alle Sinne und Kanäle zum Einsatz kommen, stattfinden.49 Durch Face-to-Face Kommunikation können grundsätzlich komplexe Nachrichten wie auch geringe Bedeutungsunterschiede deutlich transportiert werden Der Empfänger nimmt nicht nur verbal geäußerte Nachrichten, sondern auch durch den Gesichtsausdruck und andere körperliche50 und vokale Kanäle51 gesendete
A Geile, Face-to-Face Kommunikation im Vertrieb von Industriegütern,
DOI 10.1007/978-3-8349-7073-2_2, © Gabler Verlag | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2012
Trang 3614 2 Bezugsrahmen: Integrativer, dyadischer Kommunikationsansatz im Industriegütervertrieb
Informationen wahr Andere, im Zuge der Technologisierung entstandene, formen bieten diese vielfältige Sinnlichkeit nur in eingeschränkter Form Bei der Videokonfe-renz ist die Wahrnehmung von Nähe und Distanz, Wärme, Geruch und (auf dem derzeitigen Stand der Technik) auch der direkte Augenkontakt nicht möglich Beim (klassischen) telefo-nischen Kontakt fehlt der visuelle Eindruck, obwohl der Sprecher trotz Nicht-Wahrnehmbarkeit durch den Hörer häufig seinen körperlichen, nonverbalen Ausdruck mehr oder weniger bewusst einsetzt Insofern ist Face-to-Face Kommunikation die umfassendste und ursprünglichste Kommunikationsform zwischen Menschen
Kommunikations-Ein besonderes Kennzeichen der Face-to-Face Kommunikation ist die persönliche
Interakti-on Diese beinhaltet eine zweiseitige Kommunikationsverbindung zwischen Individuen, deren Dialoge nicht vorbestimmt sind, da Inhalt und Ergebnis aus dem kommunikativen Zusam-menspiel folgen Sprecher- und Hörerrolle können ausgesprochen schnell wechseln Inhalte werden gegenseitig ausgetauscht.52 Das Verhalten in Gegenwart eines Anderen beeinflusst dessen Verhalten.53 Aktion und Reaktion sind interdependent
Face-to-Face Kommunikation hat einen sachlichen, informationsbezogenen und einen len, beziehungsbezogenen Aspekt.54 Beide treten auch bei anderen zwischenmenschlichen Kommunikationsformen auf und ergeben sich bei der Face-to-Face Kommunikation bewusst oder unbewusst und unterschiedlich stark gewichtet Der sachbezogene Austausch von In-formationen dient zum Abbau von Informationsasymmetrien zwischen Individuen.55 Das Senden und Empfangen von Informationen ermöglicht den Kommunikationsbeteiligten, den eigentlichen Gesprächsablauf zu strukturieren, den Informationsstand anzugleichen und die Resultate zu definieren Der Beziehungsaspekt der Kommunikation56 geht über den reinen Informationsaustausch hinaus und ist die Grundlage der sozialen, zwischenmenschlichen Seite der Kommunikation.57
sozia-Face-to-Face Kommunikation findet zwischen mindestens zwei Individuen statt, einem der und einem Empfänger.58 Natürlich können mehr als zwei Personen anwesend sein, doch auch der Kommunikationsverlauf innerhalb einer Gruppe kann wiederum in kleinere Kom-munikationseinheiten zwischen zwei Individuen – Dyaden – eingeteilt werden.59 In der fol-genden Betrachtung steht die Kommunikation zwischen zwei Personen im Mittelpunkt Dya-dische Interaktionssequenzen finden im engeren Verständnis Face-to-Face zum Beispiel als Gespräch, Diskussion oder Verhandlung statt.60 In der vorliegenden Arbeit wird diese ver-triebsbezogene dyadische Kommunikation – Informationsaustausch zwischen Einkäufer und
Sche-rer (1982)
Trang 37Verkäufer – allerdings separat aus Einkäufer- und aus Verkäufersicht betrachtet (vgl hierzu Kapitel 3 bis 5)
Die Effizienz von Face-to-Face Kommunikation im Vergleich zu formalen Medien wird sondere in der bereits erwähnten Media Richness Theory von DAFT und LENGEL (1984) herausgestellt, wobei es auf den angemessenen Einsatz dieser Kommunikationsform an-kommt.61 Der positive Einfluss der Nutzung von Face-to-Face Kommunikation in Organisati-onen wurde in verschiedenen Studien zum Beispiel im Hinblick auf den innerorganisationa-len Informationsaustausch62, die Weitergabe besonders umfassender Informationen63, die verschiedenen Phasen des Verkaufsprozesses64, die Leistungsfähigkeit der Vertragspartner bei industriellen Kontraktgütern65 oder den Aufbau von Vertrauen66 bestätigt
insbe-2.3 Vertrieb individualisierter Industriegüter als Anwendungsbereich
In der betriebswirtschaftlichen Literatur hat der Begriff des Industriegutes bzw gutes eine Vielzahl an Systematisierungsansätzen erfahren Hierbei wurden unterschiedliche Kriterien wie die Art der Nachfrager oder der Güter67 wie auch die Verarbeitungsstufe68 oder die Verwendung herangezogen.69
Investitions-In der vorliegenden Arbeit soll die Unterteilung zwischen Konsum- und Investitions-Investitionsgut sichtlich der nachfragenden Zielgruppe gemäß ENGELHARD und GÜNTER (1981) verwen-det werden, wonach Investitionsgüter Leistungen sind, „die von Organisationen (Nichtkon-sumenten) beschafft werden, um mit ihrem Einsatz (Ge- / Verbrauch) weitere Güter für die Fremdbedarfsdeckung zu erstellen oder um sie unverändert an andere Organisationen weiterzuveräußern, die diese Leistungserstellung vornehmen.“70 Die Unterscheidung wird somit nicht durch die technische Beschaffenheit eines Produktes determiniert, sondern durch den Nachfrager
hin-In Anlehnung an die englische Bezeichnung „hin-Industrial Goods“ hat BACKHAUS den Begriff
‚Investitionsgut’ ab der fünften Auflage seines Standardwerks mit dem Ziel der semantischen Verdeutlichung in ‚Industriegut’ umbenannt.71 In der dort vorgestellten Definition werden Gü-ter ausgeschlossen, mit denen Leistungen für Endkonsumenten erstellt werden, und Indust-riegüter definiert als „Leistungen, die von Organisationen beschafft werden, um weitere Leis-
Dienst-leistungen, Rechte und Nominalgüter
Einsatzstoffe, Energie, Teile, Einzelaggregate und Anlagen
(2001), S 17 ff
‚In-dustriegütermarketing’ wurde eine völlig neue Struktur vorgestellt, die auf dem Konstrukt des
‚Komparativen Konkurrenzvorteils’ basiert (vgl Backhaus/ Voeth (2007))
Trang 3816 2 Bezugsrahmen: Integrativer, dyadischer Kommunikationsansatz im Industriegütervertrieb
tungen zu erstellen, die nicht in der Distribution an Letztkonsumenten bestehen.“72 Die griffliche Änderung verstärkt den Fokus auf Organisationen als Nachfrager und bleibt dabei deckungsgleich mit der o g Definition von ENGELHARD und GÜNTER
be-Eine Untersuchung des Industriegütergeschäfts stößt in ihrer Allgemeingültigkeit an die Grenzen der ausgeprägten Heterogenität des Austauschs von Gütern zwischen Industriegü-terunternehmen Eine entscheidungsorientierte Wissenschaft hat das Ziel, Empfehlungen zur Ausgestaltung von Marketingprogrammen anhand zu Grunde liegender Transaktionsmuster
zu formulieren.73
Face-to-Face Kommunikation ist insbesondere bei individuellen Industriegütern relevant Beim Austausch von individuellen Industriegütern ist die Leistung zum Zeitpunkt der Ver-handlungen zwischen Anbieter und Nachfrager noch nicht existent, sondern wird erst im Zu-
ge eines Bedarfsspezifizierungsprozesses unter Mitarbeit beider Marktpartner gestaltet Eine ausgeprägte Komplexität und der häufig sehr hohe wirtschaftliche Wert führen zu erhebli-chen Informations- und Unsicherheitsproblemen auf beiden Seiten Der erhöhte Integrati-onsgrad und die Unsicherheit bei der Erstellung individueller Güter führen zu einer erhöhten Bedeutung der Face-to-Face Kommunikation.74
Der Integrationsgrad stellt dabei das Maß zwischen einer standardisierten und einer duellen Leistung dar, bei dem sowohl der Individualisierungsgrad (Wunsch nach der indivi-duellen Gestaltung einer Leistung) als auch der Interaktionsgrad (Notwendigkeit der interak-tiven Abstimmung von Verkäufer und Einkäufer) berücksichtigt werden.75 Mit steigendem Integrationsgrad nimmt die Relevanz der persönlichen Kommunikation zu, denn starke Indi-vidualisierung und Interaktivität sind ohne Face-to-Face Kommunikation kaum möglich Um-gekehrt führt ein hoher Integrationsgrad zur Nutzung von Face-to-Face Kommunikation.76
indivi-Der Unsicherheitsgrad spiegelt das Maß der vorliegenden Informationsasymmetrien wider Diese liegen sowohl auf der anbietenden als auch auf der beschaffenden Seite vor Je stär-ker die Unsicherheit ausgeprägt ist, desto wichtiger ist die Anwendung von Face-to-Face Kommunikation zum Ausgleich von Informationsasymmetrien
In der Literatur existieren verschiedene Ansätze zur Typologisierung von Geschäftstypen im Industriegütermarketing, die zum Teil divergierende Kriterien heranziehen.77 Der Individuali-sierungsaspekt des Transaktionsprozesses ist (teils implizit) in unterschiedlichen Geschäfts-typologien enthalten.78 Die folgende Tabelle fasst zentrale Typologisierungsansätze hinsicht-lich der identifizierten Typen, Bestimmungsfaktoren, Individualisierungscharakteristika, Kon-sequenzen und theoretischen Hintergründe zusammen
Trang 4018 2 Bezugsrahmen: Integrativer, dyadischer Kommunikationsansatz im Industriegütervertrieb
Unabhängig von der Betrachtungsperspektive sind in jedem der aufgeführten Ansätze Typen
zu identifizieren, denen Aspekte der Individualität zugeschrieben werden können Die kenntnisse zur Gestaltung der Face-to-Face Kommunikation, die in der vorliegenden Arbeit entwickelt werden, sind insbesondere für Geschäftstypen mit integrativ erstellten Leistungs-bündeln (Sondermaschinen, Unternehmensberatungen)79, für hochspezifische, komplexe und hochwertige Leistungen mit hoher Integrativität (Anlagengeschäft80 und Kontraktgüter-geschäft81) sowie für am einzelnen Kunden orientierte, einmalige Leistungen (Projektmana-gement, Key-Account-Management)82 und Vertrauensgüter, die nicht prüfbar sind,83 von Nut-zen Die theoretischen Grundlagen der genannten Ansätze bilden darüber hinaus die Basis für weitere Ausführungen in dieser Arbeit
Er-2.4 Stand der Forschung zu Interaktionsansätzen
Mit der Untersuchung von Gestaltungsmöglichkeiten der Face-to-Face Kommunikation bei individuellen Industriegütern werden interdependente Interaktionen zwischen Verkäufern und Einkäufern analysiert In der Marketingforschung werden Studien und Forschungsansätze, die sich mit der Interaktivität als Gestaltungsansatz für Marketingentscheidungen beschäfti-gen, als Interaktionsansätze bezeichnet
Insbesondere Arbeiten aus dem Investitions- und Industriegütermarketing, die verbale und non-verbale interdependente Aktionen und Reaktionen84 von zwei oder mehr Marktpartnern beim Kauf und Verkauf von Industriegütern beschreiben, analysieren und erklären, zählen zu diesen Ansätzen.85 Dabei spielen Verhandlungen eine herausragende Rolle, da in Interakti-onsstudien der Verlauf oder das Ergebnis eines Transaktionsprozesses durch die Beziehun-gen zwischen den Beteiligten erklärt wird.86
Verhandlungsstudien wurden zum einen als „Momentaufnahme“87 konzipiert, wobei die ziehungsmerkmale querschnittsanalytisch zu einem Zeitpunkt erfasst und analysiert werden Diese werden als Strukturansätze bezeichnet Zum anderen liegen Prozessansätze vor, die längsschnittanalytisch die Veränderungen der Variablen über die Zeit erfassen und den Ent-scheidungsfindungsprozess phasenbezogen strukturieren Hierbei werden Inhalte, Reihen-folge und Dauer der Interaktionen untersucht.88 Zentrale Elemente dieser Analysen sind Ver-haltens-, Einstellungs- und Zufriedenheitsänderungen der Interaktionspartner, die durch den
Voeth (2007), S 195 ff.; auch Kleinaltenkamp (1994), S 77 ff.; Kleinaltenkamp (2001)