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bronner, angebots- und projektkalkulation, leitfaden für praktiker (2008)

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THÔNG TIN TÀI LIỆU

Thông tin cơ bản

Tiêu đề Angebots- und Projektkalkulation
Tác giả Albert Bronner
Trường học Industrieberatung Bronner
Chuyên ngành Construction and Project Costing
Thể loại Leitfaden für Praktiker
Năm xuất bản 2008
Thành phố Stuttgart
Định dạng
Số trang 225
Dung lượng 3,48 MB

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Nội dung

Dies erfordert nicht nur, dass alle Rationalisierungsreserven ausge-schöpft werden, sondern auch, dass das ganze Instrumentarium derKostenrechnung und Preisbildung – schneller agiert, –

Trang 2

Angebots- und Projektkalkulation

Trang 4

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

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Herstellung: LE-TEX Jelonek, Schmidt & Vöckler GbR, Leipzig

Einbandgestaltung: WMXDesign, Heidelberg

Gedruckt auf säurefreiem Papier

Industrieberatung Bronner

70192 Stuttgart

ISBN 978-3-540-75421-3 3 Auflage Springer Berlin Heidelberg New York

Satz: Fotosatz-Service Köhler GmbH, Würzburg

Menzelstraße 52

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2008

68/3100/YL – 5 4 3 2 1 0

Trang 5

Während in der Aufbauphase die Gewinne der Fertigungsindustrie bei10% des Umsatzes, bzw 15% p.a Kapitalrendite lagen, sind heute dieGewinnmargen in der Sättigungsphase im Maschinen- und Anlagenbaubei durchschnittlich 3% vom Umsatz (vor Steuer) und häufig sogar unter0% Dies erfordert nicht nur, dass alle Rationalisierungsreserven ausge-schöpft werden, sondern auch, dass das ganze Instrumentarium derKostenrechnung und Preisbildung

– schneller agiert,

– als Angebots- und Projektkalkulation genauer werden muss,

– in Form von Kostenzielvorgaben (target costs) früher ansetzt,

– dass die Kosten bis zu den verantwortlichen Entwicklern und vorbereitern heruntergebrochen werden,

Arbeits-– dass in Form der mitlaufenden Kalkulation der Entwicklungs- undPlanungsprozess ständig überwacht wird und

– dass die Kalkulationsunterlagen durch Rückkoppelung und eine schau laufend aktualisiert werden

Vor-Im Frühstadium der Projekte sind noch keine Fertigungsabläufe oderFertigungszeiten bekannt Kaum, dass die Materialverbräuche festzu-stellen sind Daher sind hier Kalkulationsverfahren einzusetzen, die auf-bauen

Trang 6

Sonder-Diese Verfahren sind aber nur dann zuverlässig und ausreichend, wennsie rückkoppelnd durch die Nachkalkulation stets aktualisiert werden.Besonders bei Produkten,

– die für das Unternehmen neuartig sind,

– deren Technologie neuartig ist oder bei

– grundsätzlich innovativen Produkten, d.h., wenn entweder neue dürfnisse geschaffen oder befriedigt werden oder, wenn ein neuer tech-nischer Lösungsweg vorliegt,

Be-immer dann ist eine Kalkulation erforderlich, die nicht nach dem üblichenSchema der Kostenstellen- oder Platzkostenrechnung durchzuführen ist.Hier bieten Sonderformen der Kalkulation einen Weg zur qualifiziertenKostenbeurteilung

Das Buch zeigt auf, welche Möglichkeiten für Angebots- und kalkulationen bestehen und welche Genauigkeiten von diesen Verfahren

Projekt-zu erwarten sind Es regt an, diese Verfahren im eigenen Unternehmenaufzubauen und einzusetzen, um das Risiko zu hoher Ansätze mit Auf-tragsverlust oder zu tiefer Ansätze mit direktem Geldverlust zu verrin-gern Es werden aber auch Grenzen gezeigt, die bei diesen Kalkulationenbestehen

Für jeden Abschnitt, der praktische Aufgaben erklärt, ist ein Beispieleingefügt, das die Umsetzung im eigenen Unternehmen anregt und er-leichtert

Trang 7

Einführung IX

1 Aufgaben der Kostenrechnung bei der Erzeugnisentwicklung 1

1.1 Preisfindung 1

1.2 Kostenzielvorgabe 2

1.3 Kostenüberwachung 3

1.4 Zielerfüllungskontrolle – Ergebniskontrolle 3

2 Wirtschaftliche Grundbegriffe 5

2.1 Kosten, Aufwand, Ausgaben 5

2.2 Preis, Erlös, Nutzwert, Mengen und Leistungen 7

2.3 Kosten und Kostengliederung nach DIN 32 992 8

2.4 Wirtschaftlichkeit 18

3 Verfahren der Kostenermittlung, ihre Voraussetzungen und Grenzen 21

3.1 Kostengesetzmäßigkeiten und -tendenzen 26

3.1.1 Wachstumsgesetze 28

3.1.2 Mengengesetze 33

3.1.3 Leistungsgesetze 42

3.1.4 Toleranzgesetze 53

3.1.5 Sonstige Kostenfunktionen 57

3.1.6 Prinzipwechsel ermöglicht Kostensprünge 59

3.1.7 Berücksichtigung von Sondereinzelkosten der Fertigung 61 3.1.8 Verfahrensvergleiche 63

3.2 Konzeptorientierte Verfahren 74

3.2.1 Vergleichen und Schätzen 75

3.2.2 Funktionsgruppenkalkulationen 87

Trang 8

3.3 Konstruktiv orientierte Kalkulationen 89

3.3.1 Volumen- und Gewichtskostenverfahren 90

3.3.2 Relativkostenkalkulation – Kalkulation nach VDI R 2225 95 3.3.3 Kalkulation nach Schick 99

3.3.4 Kurz- oder Schnellkalkulationen mit Hilfe von Kalkulationsformeln 101

3.4 Technologieorientierte Verfahren 114

3.4.1 Divisionskalkulation 115

3.4.2 EDV-generierte Zeit- und Kostenrechnung 116

3.4.3 Zuschlagskalkulation als Kostenstellenbasis 118

3.4.4 Platzkostenkalkulation – Maschinenstundensatzrechnung 128 3.4.5 Einzelkostenrechnung – Kostenarteneinzelerfassung 137

3.4.6 Teilkostenrechnung (Direct costs – Grenzkosten – Deckungsbeitrag) 142

3.5 Prozesskostenrechnung 143

3.6 Genauigkeit der Kostenermittlung 147

4 Einsatz der Kostenrechnung bei der Preisbildung und Entwicklung 151

4.1 Preisbildung 153

4.1.1 Vollkosten-Preis 154

4.1.2 Teilkostenpreis und Deckungsbeitrag 158

4.2 Kostenzielvorgabe 167

4.2.1 Ableitung der Kostenziele 167

4.3 Kostenüberwachung 186

4.3.1 Funktionsziele – Zeitziele – Kostenziele 186

4.3.2 Organisation der mitlaufenden Kalkulation 188

4.3.3 Verfahren der mitlaufenden Kalkulation 193

4.3.4 Wirtschaftliche Konstruktionsvergleiche 196

4.4 Ergebniskontrolle 197

4.4.1 Nachkalkulation 197

4.4.2 Absatzmengenüberwachung 197

5 Empfehlungen 199

Literaturverzeichnis 206

Ergänzende Literatur 208

Sachwortverzeichnis 209

Trang 9

Angebote für Individualprodukte müssen schnell erstellt werden: Die eingehenden Angebote bieten die Maßstäbe an denen die anderen gemes-sen werden Eine gewisse Voreingenommenheit wird durch sie erzeugt.Dies bedeutet, dass nicht nur kurze Vorgabezeiten, sondern auch kurzeAngebotsdauern verlangt werden.

erst-Projektkalkulationen für Serienprodukte müssen früh erstellt werden:Während früher die Kalkulationen für Serienprodukte meist erst dannvorlagen, wenn, kurz vor dem Verkaufsbeginn, der Preis festzulegen war,steht heute an erster Stelle bei der Entwicklung die Preisvorstellung derKunden, aus der sich retrograd die zulässigen Kosten und damit auch derweitere Inhalt des Pflichtenhefts erstellen lässt

Angebots- und Projektkalkulationen müssen genau sein: Nicht nur derPreis, sondern vor allem auch die Argumente neben dem Preis müssen denVorstellungen der Kunden entsprechen und den eigenen Anforderungen

Zu diesem Zweck muss das Pflichtenheft stimmen, realistische Kostenmüssen vorgerechnet und die Limits eingehalten werden, so dass Vor- undNachkalkulationen gut übereinstimmen 5% zu hoch kalkuliert, kann zurAblehnung eines Angebots führen! 5% zu tief kalkuliert, kann den ganzenGewinn aufzehren!

Angebots- und Projektkalkulationen dürfen nicht aufwendig sein: 1 bis2% des Umsatzwertes im deutschen Maschinenbau werden allein fürAngebote aufgewandt Nur 5 bis 10% der Angebote führen zu Aufträgen.Die Reduzierung des Vorkalkulationsaufwands und die Verbesserung derTrefferquote müssen damit wichtige Ziele bei der Angebots- und Projekt-kalkulation sein

Die Angebotskalkulation und die Projektkalkulation verwenden zwarviele gemeinsame Techniken Der Preisbildungsprozess ist jedoch sehrunterschiedlich Bei der individuell ausgerichteten Einzelfertigung liegtdie Preisfestlegung normalerweise vor der technischen Entwicklung,

Trang 10

wodurch nicht nur das Entwicklungsrisiko, sondern auch das technischeund technologische Risiko im Preis abzudecken sind Das Angebotschließt dieses Risiko ein Bei zielgruppenorientierter Serienfertigungoder Grundlagenentwicklungen muss die Entwicklungsarbeit auch voneiner Preisvorstellung ausgehen Die Preisfestlegung geschieht bei derProjektkalkulation jedoch erst nach der Entwicklung und nach der tech-nischen Vorarbeit Der interne Risikobereich ist damit wesentlich kleiner.Jedoch das Risiko, die notwendige Kundenzahl für einen Massen- oderSerienabsatz zu finden, reduziert diesen Vorteil wieder In beiden Fällenmuss jedoch vor der Preisbildung eine Kostenvorstellung und vor derKostenvorgabe eine Preisvorstellung bestehen.

Eine Angebotskalkulation besteht aus zwei Vorgängen:

1 der Kostenermittlung, einem technisch-wirtschaftlichen Problem und

2 der Preisbildung, einem politisch-menschlichen Problem

Wir wollen zunächst den ersten Teil, den Kernpunkt der kulation ansehen

Trang 11

Angebotskal-Aufgaben der Kostenrechnung

bei der Erzeugnisentwicklung

Im Rahmen der Erzeugnisentwicklung kommen der Kostenrechnungfolgende Aufgaben zu (vergl Abb 1):

1.1

Preisfindung

Ob von einem Marktpreis ausgehend retrograd die zulässigen Kostenermittelt werden oder progressiv von den Kosten und einem notwendigenoder vertretbaren Gewinn aus ein Richtpreis errechnet wird, stets sind dieKosten eine wesentliche Komponente bei der Preisbildung Es sollte

Abb.1. Aufgaben der Kostenrechnung während der Entwicklung und reitung

Trang 12

Arbeitsvorbe-jedoch nicht der Eindruck aufkommen, als herrsche eine mathematischnotwendige Beziehung zwischen Kosten und Preis!

1.2

Kostenzielvorgabe

Jede Entwicklungsaufgabe hat zumindest vier Zielkomponenten:

1) Aktualität – das Objekt muss ein aktuelles oder potentielles

Marktbedürfnis erfüllen,2) die Funktionen – das Objekt muss die richtigen Funktionen in

richtigem Maße zuverlässig erfüllen,3) die Termine – das Objekt muss rechtzeitig geliefert werden,

4) die Kosten – das Objekt soll Gewinn erwirtschaften

Die Aktualität setzt Gespür für den Markt und seine Veränderlichkeitvoraus Bei strukturellen Knicken, wie sie heute in vielen Branchen

zu beobachten sind, müssen auch unkonventionelle Maßnahmen gesetzt werden Was bisher richtig war, kann jetzt falsch sein und neueWege, die bisher nicht zweckmäßig waren, müssen neu durchdacht, ge-wissenhaft erforscht und dann erprobt werden Im Wettbewerb zähltheute nicht mehr als Argument: schnelle Lieferbereitschaft, einwandfreieFunktion, noch neuester Stand der Technik, günstiger Preis und Kunden-dienst – dies alles sind heute Selbstverständlichkeiten Nur noch die

ein-„Präferenz“, das „Besondere“, das „Anders als“ und „Besser als dieAnderen“ kann im gesättigten Markt zum Kauf anreizen und damit alsArgument dienen

Die Funktionssicherheit – heute als Selbstverständlichkeit bezeichnet –bedingt richtige Auslegung, richtigen Funktionsumfang und angemesseneZuverlässigkeit und Gebrauchsdauer

Die Termine ergeben sich aus der allgemeinen oder speziellen situation sowie aus den Kapazitäts- und Dispositionsunterlagen

Markt-Die Kosten, die bewusst oder unbewusst mit jedem trag festgelegt werden, beinhalten folgende Komponenten

Entwicklungsauf-1 Entwicklungskosten mit Versuchs- und Erprobungskosten

2 Produktkosten und eventuell darin enthalten

a) Sonderkosten oder Investitionskosten für Betriebsmittel o.ä.,

b) Gewährleistungskosten

3 Bei gewissen Produkten (Investitionsgütern, Militärische lungen) sind auch die Betriebskosten mit Bedienung, Verbrauch,

Trang 13

Entwick-Instandhaltung und die Nutzungsdauer u.ä der Entwicklung geben (Life-cycle-costs).

vorge-Die Qualität der Entwicklungsarbeit kann i Allg durch höheren wand gesteigert werden Der Qualitätszuwachs fällt jedoch mit der Zeit ab.Daher muss über Termin- und Kostenlimitierung eine wirtschaftlicheGrenze gezogen werden

Zeitauf-Nur die Funktionssicherheit zu fordern und die Konstruktionszeit zubegrenzen, ist jedoch gefährlich, denn erst die zusätzliche Produktkosten-begrenzung sichert die Wirtschaftlichkeit und schärft dem Entwickler denBlick für seine Kostenverantwortung

1.3

Kostenüberwachung

Kostenziele stellen SOLL-Kosten dar Liegen die ersten konstruktivenVorschläge als Entwürfe oder als Abwandlungen ähnlicher Produkte amBildschirm vor, sind diese zunächst technologisch zu überprüfen undnach speziellen Verfahren zu kalkulieren, bevor sie zur Reinzeichnungoder Fertigungszeichnung (Detaillierung) freigegeben werden Bestehenwesentliche Abweichungen zum Kostenziel bzw zu den SOLL-Kosten,erfolgt wertanalytische Prüfung und eventuell Überarbeitung Die jetzterreichten Kosten gehen nun anstelle der SOLL-Kosten in die MitlaufendeKalkulation (Begleitkalkulation) ein Ebenso werden die verbrauchtenEntwicklungszeiten und die erforderlichen Investitionen mit ihren Ziel-werten verglichen

1.4

Zielerfüllungskontrolle – Ergebniskontrolle

Nach der Detaillierung erfolgt die Fertigungsplanung durch die bereitung Jetzt können die technologisch fundierten Fertigungskostennach dem üblichen Zuschlags- oder Platzkostenverfahren ermittelt werden.Die Materialkosten ergeben sich aus den Stücklisten, Einkaufspreislistenund den üblichen Zuschlägen der Materialgemeinkosten Eventuell unter-bleibt auch diese „Tageskalkulation“ zugunsten einer „Nachkalkulation“,die auf der Abrechnung der Auftragsdaten (bewertete Materialentnahme-scheine und Lohnscheine bzw Akkordbelege) o.ä basiert

Arbeitsvor-Die Orientierung des Preises allein am Markt und die Meinung, dass dieArbeitsvorbereitung und der Einkauf die Kosten im Wesentlichen bestim-

Trang 14

men, sind sehr häufige Fehler bei der Produktplanung Ob ein Produktteuer werden muss, wird zunächst im Pflichtenheft festgeschrieben Obeine teure „Luxuslimousine“ oder ein billiges „Einfachstauto“ entsteht,wird im Pflichtenheft festgelegt Ob für die Erfüllung dieser „Pflichten“bzw Anforderungen eine konstruktiv teure oder kostengünstige Lösunggefunden wird, enscheidet weitgehend die Entwicklung Und dann erstwird im Einkauf und in der Arbeitsvorbereitung über die Kosten derweiteren Realisierung entschieden Eine enge Zusammenarbeit dieseBereiche bereits in der Konzept- und Entwicklungsphase im Rahmen desProjektmanagements ist die beste Voraussetzung für eine kostengünstigeGesamtlösung.

Trang 15

Wirtschaftliche Grundbegriffe

Die Kostenrechnung gehört heute sowohl zum kaufmännischen nungswesen, also zu den Wirtschaftswissenschaften, sowie auch zumGebiet der Ingenierwissenschaften Da jedoch diesbezüglich in der Praxis bisher noch keine einheitliche Sprachregelung erfolgt ist, scheint

Rech-es zweckmäßig, zunächst die wichtigsten Begriffe zu klären bzw die

in der Norm bereits erfassten Benennungen ins Bewusstsein zu bringen Damit soll auch ihre allgemeine Verwendung in den Be-trieben angeregt werden Auch jeder zwischenbetriebliche Vergleich und der später geforderte Austausch von Kalkulationsgleichungen setzen Gleichheit in Benennung und Abgrenzung der Kostengrößenvoraus

In der DIN 32 992 sind für Fertigungsbetriebe die Kostengliederungendargestellt für Zuschlagskalkulationen auf Kostenstellenbasis (Kosten-stellensätze) und auf Kostenplatzbasis Die Platzkosten werden dortfälschlicherweise als „Maschinenstundensätze“ bezeichnet und damit alsMischbegriff, der sowohl eine Dimension (Kosten) wie auch eine Einheit(Maschinenstunden) beinhaltet

Bei der Aussage: „Der Maschinenstundensatz beträgt 2,50€/min“ scheint der Widerspruch deutlich

er-2.1

Kosten, Aufwand, Ausgaben

Im Rahmen des Rechnungswesens unterscheiden wir drei Wertegruppen(vergl Abb 2)

1 Für die Betriebsrechnung

Hierunter fallen die meisten der technisch-wirtschaftlichen Rechnungen,die hier betrachtet werden sollen, mit dem Kernbegriff Kosten

Trang 16

Kosten sind wertmäßiger produktionsbedingter Gutsverzehr – oder, nach Mellerowics,

a) Kosten sind wertmäßiger, normaler Verzehr von Gütern und

Dienst-leistungen zur Erstellung des Betriebsprodukts

b) Leistungen sind das Betriebsprodukt bzw der Erzeugungswert

bewer-tet zu Kosten

c) Erlöse sind die Gegenwerte der abgesetzten Leistungen.

d) Betriebsgewinn ist die Differenz zwischen den Erlösen und den Kosten

von Mengen oder Zeitperioden

b) Ertrag ist die erfolgswirksame Gutsvermehrung

(Betriebsertrag + neutraler Ertrag)

c) Erfolg ist die Differenz zwischen Aufwand und Ertrag.

3 Für Finanzierungs- und Liquiditätsrechnung

Die Sicherstellung der ständigen Zahlungsfähigkeit eines Unternehmenserfordert besondere Zahlungserfassungen

Abb 2. Zusammenhang zwischen Kosten, Aufwand und Ausgaben

Trang 17

a) Ausgaben sind alle Ausgänge von Zahlungsmitteln; Münz-, Girogeld,

Wechsel und von allen sonstigen Geldmitteln

b) Einnahmen sind alle Eingänge von Zahlungsmitteln.

c) Einnahmenüberschuss ist die Differenz zwischen Einnahmen und

Aus-gaben

2.2

Preis, Erlös, Nutzwert, Mengen und Leistungen

Die Begriffe Preis, Erlös, Nutzwert, Absatzmengen und Absatzleistungengehören in die außerbetriebliche Sphäre Sie sollten deshalb nur dortangewandt werden Auch Material und Fremdteile haben innerbetrieblichkeinen „Preis“, sondern nur „Materialkosten“

Für den allgemeinen innerbetrieblichen Verkehr können folgende nitionen dienen:

markt-politischen Gesichtspunkten festgelegt wird in der Absicht, eine

bestimm-te Produktionsmenge absetzen zu können Er soll die Kosbestimm-ten decken undGewinn erwirtschaften

Der Werksabgabepreis enthält keine erlösabhängigen Kosten wieHändlerverdienst, Mehrwertsteuer, usw

vor Abzug von Händlerspanne, Rabatten, Provisionen, Skonto, usw., alsNettoerlös nach Abzug dieser Werte

die erforderliche Anzahl potenzieller Kunden den Funktionen und schaften eines Erzeugnisses beimisst Er ergibt sich aus Gebrauchs- undGeltungsnutzen

Eigen-Der Kunde ist interessiert, durch Erwerb eines Produkts einen lichst hohen Nutzen zu erhalten Damit der Kunde ein Produkt kauft, mussder subjektive Nutzwert des Produkts höher sein als der Preis bzw derNutzwertüberschuss muss hier höher sein, als bei einer anderen Nutzungdes Geldes

einem vorgegebenen (evtl veränderlichen) Preis in einem festgelegtenZeitraum abzusetzen ist

Trang 18

Die Gesamtabsatzmenge umfasst alle Verkaufsexemplare von Beginn bis

Ende der Produktion des Erzeugnisses

Die Einheit der Absatzmenge ist Stück (Stk)

d.h., Stk/a o.ä.)

2.3

Kosten und Kostengliederung nach DIN 32 992

Die Kostenrechnung ist eine Arbeitstechnik zur Vorbereitung von scheidungen Sie muss den jeweiligen Aufgaben angepasst werden

Ent-„Die Kostenrechnung muss wahr sein Sie unterliegt keinen politischen Erwägungen Die Politik beginnt erst bei der Preisbildung“(Mellerowicz [1])

betriebs-Damit über die Größe der einzelnen Kostenarten Vorstellungen weckt werden, sind nachfolgend bei den direkt eingesetzten KostenartenDurchschnittswerte genannt, wie sie im deutschen Maschinenbau inUnternehmen mittlerer Größe und normaler Fertigungstiefe und Aus-lastung etwa vorliegen (Vergleiche auch Abb 3)

ge-Ausgehend von der Definition:

Erstellung des Betriebsprodukts,

sind in der DIN 32 992 [2] folgende Kostengrößen festgehalten:

Stückliste (Art und Zuschnittsmenge) und Lieferantenrechnung (Preis)ohne Umlage für Eingangskontrolle, Lagerung usw

Ein-kauf sowie Transport- und Lagerkosten Sie werden üblicherweise als

%-Satz der Materialeinzelkosten verrechnet und liegen etwa bei 5 bis 10%der MEK

Ferti-gungstiefe liegen sie im Maschinenbau zwischen 40 und 50% der kosten

Ferti-gungskosten, die einzeln, d.h auf jede Produktionseinheit etwa über den

Trang 19

Zeitbedarf direkt erfasst werden Der Fertigungslohn (FL) (etwa 5 bis 10%der Gesamtkosten) oder die Maschinenkosten (bei der Maschinen-Stun-densatzrechnung bzw Platzkostenrechnung) sind üblicherweise Einzel-kosten der Fertigung.

Fertigungseinzel-kosten zugeschlagen und enthalten alle diejenigen Kosten, die im gungsbereich anfallen, außer den FEK

Ferti-Üblicherweise bewegen sich die Fertigungsgemeinkostensätze, die

„FGK-Sätze“, zwischen 200 und 1000% vom FL (in Grenzfällen auch unter oder darüber)

die „Stundensätze“ zwischen 75,00 und 220,00 €/h und

die „Minutensätze“ zwischen 1,25 und 3,66 €/min

oder Werkstück direkt zurechenbaren Kosten für Werkzeug-, Modell-, undVorrichtungsumlagen

Fertigungs-kosten 2 nennt man HerstellFertigungs-kosten 1 Diese Kosten bilden die Basis für dieinnerbetriebliche Produktbeurteilung und für die direkte Einflussnahmeder Arbeitsvorbereitung

Abb 3. Kostenstruktur der

Auto-mobilproduktion (nach Unterlagen

des Statistischen Bundesamtes)

Trang 20

Entwicklungs- und Konstruktionseinzelkosten (EKEK) sind die in derEntwicklung (Konzeptierung, Entwurf, Konstruktion, Erprobung usw.)auf einen bestimmten Typ oder Kundenauftrag direkt zu verrechnendenKosten Sie werden üblicherweise auf die geplante Absatzmenge umgelegt(bei Einzelfertigung werden diese Kosten auf den individuellen Konstruk-tionsauftrag direkt verrechnet).

direkt zurechenbaren Kosten aus diesem Bereich, wie für arbeiten, Normungsarbeiten, Standardisierungsaufgaben usw

EKEK und EKGK.Sie betragen im Durchschnitt 5 ± 2% des Umsatzes

ver-waltenden Bereiche wie Allgemeine Verwaltung, Personalwesen, und Rechnungswesen, aber auch für gewisse Steuern und Abgaben.Normalerweise werden sie als %-Satz der HK2 ermittelt Sie liegen bei

Finanz-10 ± 2% der Herstellkosten 2

Werbung, Verkauf, in gewissen Fällen auch für Versand mit Verpackung,soweit diese Kosten nicht den Produkten direkt zugerechnet werdenkönnen Ihr Anteil ist in der letzten Zeit von ca 10% auf ca 20% der HK2angestiegen, evt zusammen mit den Vertriebseinzelkosten

VWGK und VTGK

Vertriebs-kosten auf Produkte, Aufträge oder Serien usw., einschließlich packung, Versand, evtl Werbung usw

VUm einen besseren Einblick in die Kostenverursachung zu halten, werden möglichst viele Vertriebskosten direkt, als Einzelkosten,erfasst

werksinter-nen Kosten, bewerksinter-nennt die Selbstkosten

(Bis hierher sind die Begriffe in der DIN 32 992 gegliedert!)

Ge-sichtspunkten und nach unternehmerischen Notwendigkeiten und

Trang 21

Mög-lichkeiten ergibt sich die Situation für die Preisbildung Der tatsächlicherzielte Preis wird auch als Erlös (Nettoerlös) bezeichnet.

Der Werksabgabepreis dient auch zur Leistungsbewertung im Rahmen der Profitcenterbildung Hierdurch kann für Betriebsteile ein Gewinn (= Profit) ausgewiesen werden, der sich errechnet aus der Größe

Interner Gewinn

= Produktionsleistung mal Werksverrechnungspreis

minus dafür angefallene Selbstkosten

der Selbstkosten durch prozentualen Zuschlag oder durch Multiplikationmit einem Faktor ein „Richtpreis“ errechnet Dieser soll einen „Deckungs-beitrag“ erbringen, der unter normalen Umständen den Gewinn, eventuellVerhandlungsspielraum und weitere Preisbestandteile abdecken soll.Der „Zuschlag“ bzw „Faktor“ ist jedoch kein Kostenblock sondern einepolitische Größe

Ver-rechnungspreis und den Selbstkosten Er kann als %-Satz der Selbstkostenoder des „Umsatzes“ (= Summe der Nettoerlöse) verrechnet werden

außer dem Werksabgabepreis noch zusätzlich erlösabhängige Kosten, dieüblicherweise vom Bruttoerlös zurückgerechnet werden

Mehrwertsteuer usw

Abbildung 4 zeigt die Kostenstruktur und die Herkunft der größen, entweder direkt aus Stückliste, Preislisten und Arbeitsplänen oderaus dem Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ermittelt bzw prognostiziert

Kosten-Je nach der Aufgabe werden die Kosten auch nach anderen Kriteriengegliedert:

1 Nach dem Charakter

gleichbleibender Kapazität) vom Beschäftigungsgrad unabhängig.(z.B.: Mieten, Pachten, Zinsen, gewisse Abschreibungen usw.) BeimÜberschreiten dieser Grenzen treten vielfach sprungfixe Kosten

Trang 22

auf (z.B zusätzliche Abschreibungen und Zinsen für eine liche Maschine) Dieser Prozess ist oft (zeitweise) irreversibel oderzumindest tritt eine Hysterese auf, d.h erst, wenn die Auslastungwieder sehr stark zurückgeht, werden die sprungfixen Kosten wiederabgebaut.

Zeit-einheit bezogen, nehmen sie normalerweise mit dem grad zu (z.B Materialkosten, Akkordlohn, Energieverbrauchskostenusw.)

Beschäftigungs-Abb 4. Prinzipieller Ablauf einer differenzierenden Zuschlagskalkulation nach Kostenstellen (DIN 32 992)

Trang 23

• Proportionale Kosten verändern sich, bezogen auf die Zeiteinheit(z.B Mon), proportional zur Auslastung Bezogen auf die Mengen-einheit bleiben sie konstant.

• Degressive Kosten wachsen unterproportional zur Auslastung (z.B Wärmekosten)

• Progressive Kosten wachsen überproportional zur Auslastung (z.B Überstundenlöhne)

• Regressive Kosten fallen absolut mit zunehmender Auslastung (z.B Bewachungskosten)

In der Praxis werden die variablen Kosten und auch die Grenzkostenmeistens proportional zur Auslastung verrechnet

sie enthalten einen Anteil Fixkosten und einen Anteil variable Kosten.Für einen begrenzten Bereich der Auslastung können Mischkosten inFixkostenanteil und proportionalen Anteil aufgelöst werden (z.B.Energiekosten mit Grundpreis und Verbrauchskosten)

Die Gliederung der Kosten in fixe und variable Anteile ist in gewisserHinsicht willkürlich, denn ganz kurzfristig sind fast alle Kosten als fix zu

Abb 5. Kostenfunktionen, bezogen auf die Zeiteinheit (Mon) und auf die tionseinheit (Stk)

Trang 24

Produk-betrachten, denn innerhalb weniger Tage können weder bereits bestellteSpezialmaterialien storniert werden (auch wenn der zugehörige Auftragwegen Konkurs des Abnehmers nicht abgenommen und nicht bezahltwird), noch können bei plötzlich fehlender Arbeit die Fertigungslöhneunbezahlt bleiben, da zumindest 4 Wochen Vorankündigung für „Kurz-arbeit“ erforderlich ist (vergl Abb 6).

Ganz langfristig sind bei schlechter Auslastung Pachten zu kündigen,Abschreibungen zu reduzieren, wenn keine Ersatzinvesititonen nötig sind und selbst Direktorenstellen abzubauen, wenn sich der Betrieb ver-kleinert

In diesem Sinne zeigt sich, dass sich das heute in trieben übliche Verhältnis von 70% variablen Kosten zu 30% Fix-kosten sehr erheblich verändern kann, wenn größere Zeiträumebetrachtet werden Und so ist es auch angebracht und zweckmäßig,dass bei Kurzzeitbetrachtungen (innerhalb einer Jahresfrist) die Grenz-kosten- und Deckungsbeitragsrechnung angewandt werden, während fürLangzeitdispositionen (in der „Zukunftsplanung“) die Vollkostenrech-nung eingesetzt wird, bei der die variablen und die fixen Kosten als beein-flussbar gelten

Fertigungsbe-Abb 6. Veränderungsmöglichkeiten der Kapazitäten und der Kosten mit der Zeit

Trang 25

Ganz kurzfistig sind (fast) alle Kapazitäten und Kosten fix!

Und Ganz langfristig sind (fast) alle Kapazitäten und Kosten variabel

2 Nach Ausgabencharakter

Wenn es um die Frage geht, welche Kosten sind für eine vorliegendeEntscheidung relevant bzw zu erfassen, ist das „Denken in Ausgaben undEinnahmen“ eine gute Hilfe Alle Kostenkomponenten, die durch die Ent-scheidung zu keinen direkten Ausgaben führen oder die keine Einnahmenbewirken, dürfen bei der Entscheidungsrechnung nicht erfasst werden Soentstehen z.B vielfach keine zusätzlichen zeitabhängigen Abschreibungenbzw Wertminderungen an einem Betriebsmittel, wenn ein weiteres Werk-stück gefertigt wird, wohl aber können die Instandhaltungskostenanwachsen Dagegen sind gewisse Abschreibungen zu verrechnen, wenndas Betriebsmittel weitgehend verschleißbedingt verbraucht wird

Hierzu gehören:

• Kalkulatorische Abschreibungen (können, ja müssen bei der rechnung auf Wiederbeschaffungspreisen basieren und müssen unter0-Buchwert weiter verrechnet werden)

Kosten-• Kalkulatorische Zinsen können echte Zinsen für Fremdgeld sein oderauch nur Verrechnungszinsen für Eigenkapital und damit ein „Gewinn-anteil“

• Kalkulatorische Wagnisse

• Kalkulatorischer Unternehmerlohn

Kalkulatorische Kosten dürfen vielfach bei kurzfristigen rechnungen nicht berücksichtigt werden!

Trang 26

Entscheidungs-3 Nach Zuwachs

Für kurzfristige Betrachtungen sind zahlreiche Kostenkomponenten (imWesentlichen die Fixkosten) nicht beeinflussbar Daher hat sich bei deroperationalen Planung, bei kurzfristigen Ergebnisbetrachtungen und fürAuftrags- oder Stück-Kalkulationen eine Rechnungsform durchgesetzt,die allein von den „direkten Kosten“ bzw von den Kosten ausgeht, dieursächlich der Produktion der Periode oder dem Auftrag bzw demeinzelnen Stück zuzurechnen sind Alle die Kosten, die erforderlich sind,wenn eine weitere Leistungseinheit erbracht werden soll – und das kann

im Einzelfall auch der Investitionsbetrag für das Schaffen zusätzlicherKapazität sein, – sind als marginale oder Grenzkosten anzusehen (vergl.Abb 7 und Abb 8)

Erstel-lung einer weiteren Leistungseinheit (= Produktionseinheit) In derPraxis werden sie den variablen und den proportionalen Kostengleichgesetzt (Lineares Modell)

Bei Beachtung des S-förmigen Kostenverlaufs sind die Grenzkostenvon der Auslastung abhängig:

Im „Betriebsminimum“ entsprechen die Grenzkosten den variablen(proportionalen) Kosten,

im „Betriebsoptimum“ entsprechen sie den Gesamtkosten je Einheit,

im „Unternehmensoptimum“ dem Nettoerlös je Einheit

Abb 7. Grundbegriffe

der

Grenzkosten-rechnung (lineares

Modell)

Trang 28

b) Deckungsbeitrag. Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischenErlös und Grenzkosten Er dient zum Abdecken von Fixkosten undmindert in vollem Betrag den Verlust oder erhöht entsprechend denGewinn (vergl Abb 8).

Die vereinfachte Darstellung des Rentabilitätsschaubilds mit linearem(proportionalem) Verlauf von Umsatz und variablen Kosten sowiekonstanter Fixkostenhöhe ist zwar nicht ganz realistisch, jedoch für diepraktische Rechnung in gewissen Grenzen zweckmäßig und vielfach ver-tretbar

Bei Sonderaktionen werden jedoch bewusst auch die Fixkosten alsbeeinflussbar, als Ziele der Rationalisierung angesetzt, und die Propor-tionalität der variablen Kosten zu drücken versucht

Abbildung 9 zeigt zusätzlich, wie über längere Zeiträume immer mehrEinflussgrößen beeinflussbar und durch entsprechende Offensiven güns-tiger zu gestalten sind

2.4

Wirtschaftlichkeit

Der Begriff Wirtschaftlichkeit wird in verschiedenen Formen gebraucht

In der Alltagssprache bedeutet er haushälterisch, ökonomisch oder sovielwie sparsam

In der betriebswirtschaftlichen Terminologie dagegen liegen ihm vorallem zwei Bedeutungen zugrunde [3]:

1 Absolute Wirtschaftlichkeit (z.B.: Projektrechnung)

Absolute Wirtschaftlichkeit ist gegeben, wenn der Ertrag einer tionsleistung größer ist als die Kosten des Einsatzes, wenn also gilt:Absolute Wirtschaftlichkeit ist:

Produk-Ertrag der Produktionsleistung

> 1

Kosten des Einsatzes

Eine privatwirtschaftliche Unternehmung muss über einen längeren raum gesehen absolut wirtschaftlich arbeiten

Zeit-Die Summe aller Einnahmen muss größer sein als die Summe aller gaben Die absolute Wirtschaftlichkeit kann nur ermittelt werden, wenn,wie bei einer Projektrechnung, der Ertrag des Projekts und der Aufwand

Trang 29

Aus-sich gegenseitig voll zurechenbar sind, also, „wenn das lungsproblem lösbar“ ist (vergl Abb 10).

Gewinnzutei-2 Relative Wirtschaftlichkeit (z.B.: Alternativen – Vergleich)

Als relative Wirtschaftlichkeit gilt das Aufwandsverhältnis oder dasKostenverhältnis mehrerer im Vergleich stehender Vorhaben mit demgleichen Ertrag Bei gleichem Ertrag ist ein Vorhaben B gegenüber Vor-haben A relativ wirtschaftlich, wenn der Wert

Kosten des Einsatzes bei B

< 1 ist

Kosten des Einsatzes bei A

Die Ermittlung der absoluten und der relativen Wirtschaftlichkeit ist dieAufgabe der Wirtschaftlichkeitsrechnung

Ein Beispiel soll zeigen, dass technischer und technologischer schritt nicht gleichzusetzen ist mit Wirtschaftlichkeit (vergl Abb 11):Für die Bearbeitung von Wellen kann eine Normalmaschine eingesetztwerden, die, von einem Mann bedient, die geforderte Leistung erbringt.Eine Mechanisierung der Maschine, die das Beschicken und Entladenerleichtert, bringt etwa 20% Zeit- und Personalkosteneinsparung,aber nur 5% Gesamtkosteneinsparung, da die Betriebsmittelkosten um 5

Fort-„Punkte“ ansteigen Die Maßnahme ist jedoch ganzheitlich betrachtetrelativ wirtschaftlich

Die Automatisierung ermöglicht weitgehende „Befreiung des schen von taktgebundener Arbeit“ und weitere 20% Zeiteinsparung fürdie Maschine, die jedoch wegen dem begrenzten Bedarf nicht genutzt

Men-Abb 10. Absolute und relative Wirtschaftlichkeit

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werden kann Die Gesamtkosten steigen auf 110 Punkte infolge des hohenAutomatisierungsaufwandes Automatisierung ist damit nicht gleich-bedeutend mit Rationalisierung Erst die Wirtschaftlichkeitsprüfung kann nachweisen, ob es sich um echte Rationalisierung oder um eine Fehl-investition handelt.

Ob aber der Gesamtprozess „normal“, „mechanisiert“ oder tisiert“ absolut wirtschaftlich ist, zeigt das Bild nicht, da die Einnahmen-seite bzw der Erlös für den Prozess nicht genannt ist

„automa-Abb 11. Mechanisierung – Automatisierung – Rationalisierung

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Verfahren der Kostenermittlung,

ihre Voraussetzungen und Grenzen

„Es gibt in der Wissenschaft Fragen,die aus der Natur der Sache heraus nicht beantwortet werden können

Dazu gehört die naheliegende, aber laienhafte Frage:

„Was kostet die Leistungseinheit?“

Es kann nicht die Aufgabe der Betriebswirtschaftslehre sein,dem praktischen Bedürfnis nach Beantwortung dieser Frage

dadurch entgegenzukommen,daß sie Methoden zu entwickeln oder konservieren hilft,

die nichts anderes darstellen,als eine Mischung aus viel Dichtung und wenig Wahrheit.“

Riebel [4]

Die Tatsache, dass es keine „richtige“ Kostenrechnung gibt, dass alleKostenermittlungen höchstenfalls „wahre“ oder „wahrscheinliche“ Ergeb-nisse bringen können, und dass außerdem jede andere Fragestellungeinen anderen Kostenumfang, andere Kostengruppierungen bedingenkann, hat viel Unsicherheit und daher Geheimhaltung in die Kostenrech-nung gebracht

Wer Kosten nennt, muss sich der Gefahr aussetzen, dass die Daten zweifelt werden, dass sie – bei geringfügigen Änderungen der Annahmen –widerlegt werden können Daher sind klare Definitionen und tiefgründi-ges Kostenwissen erforderlich, wenn verbindliche Kostendaten genanntwerden

ange-In der Praxis kommt man auch nicht aus ohne gewisse pragmatischeVereinfachungen, auf die Gefahr hin, vertretbare systematische Fehler zubegehen Die Notwendigkeit der Reproduzierbarkeit von Datenermitt-

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lungen, um individuelle Willkür auszuschließen, bedingt solche einheitlichungen Sie werden nach kritischer Prüfung in betrieblichenRichtlinien festgeschrieben und sind dann verbindlich für alle betrof-fenen Stellen.

Ver-Der Entwicklungsprozess bei der aufgtragsgebundenen Einzel- undKleinserienfertigung hat etwa folgende Phasen:

• Anfrage mit Forderungen und Wünschen,

• Rohkonzept mit Angebot,

• Pflichtenheft und Konzept,

• Entwürfe und Berechnungen,

• Konstruktion mit Ausarbeitung,

• Fertigungsplanung,

• Teilefertigung und Montage sowie,

• Auslieferung und Abrechnung

Während dieser Entwicklungsphasen sind folgende kostenorientierteMaßnahmen erforderlich:

Vorkalkulation – Zielkalkulation – Funktionskosten

a) Zur Erstellung des Angebotes ist der Preis festzulegen, sei es als preis mit retrograder Ermittlung der zulässigen Kosten oder als Kosten-preis auf der Basis von SOLL-Kosten (oder geplanten Kosten) und einemSOLL-Ergebnis (oder Gewinn)

Markt-Zur Ermittlung der SOLL-Kosten bei Einzelfertigung ist zumeist einRohkonzept zu entwickeln, nach dem durch Vergleichen und Schätzenoder durch Grobkalkulationen die Kosten errechnet werden

b) Zur Steuerung der Entwicklungsarbeit sind ferner Kostenzielemöglichst personifiziert vorzugeben Diese SOLL-Kosten sind nach Ent-wicklungskosten, nach Herstellkosten 1 und nach Sonderkosten (typ-gebundene Investitionen) zu unterteilen

c) Die Erzeugniskosten, die als Kostenziel der Entwicklung und derArbeitsvorbereitung vorliegen, müssen anhand von Vergleichsobjektennach Funktionsgruppen heruntergebrochen werden bis zu den selbst-verantwortlichen Entwicklern und Arbeitsvorbereitern Nur, wenn einerealistische, persönliche Kosten-, Funktions- und Terminverantwortungbesteht, und wenn hierfür die notwendigen Qualifikationen und Befug-nisse vorhanden sind, ist zu erwarten, dass die vorgegebenen Ziele aucheingehalten werden

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Zwischenkalkulationen – Mitlaufende Kalkulation – Begleitkalkulation

Die Zielüberwachung bedingt Zwischenkalkulationen (mitlaufendeKalkulationen oder Begleitkalkulationen, je nach betrieblicher Termino-logie), in der die jeweils angefallenen IST-Kosten den entsprechendenSOLL-Kosten gegenübergestellt werden Hier werden auch Abweichungenzum frühestmöglichen Zeitpunkt erfasst

Werden bei der Zwischenkalkulation wesentliche tungen erkannt, wird von einer beauftragten Arbeitsgruppe (evtl Wert-analyse-Gruppe) überprüft,

Kostenüberschrei-• ob die funktionale Zielsetzung (evtl das Pflichtenheft) geändert werdensollte,

• ob weitere, kostengünstigere Lösungen bestehen,

• oder ob höhere Kosten akzeptiert werden müssen

Erst nach diesen Prüfungen wird das Projekt beurteilt

Nachkalkulation – Tageskalkulation

Die Zielerfüllungskontrolle stellt die Endabrechnung für den Auftrag odereine Zwischenabrechnung für eine Serie dar Hierbei sind IST-Daten bzw.Plan-Daten für Fertigungszeiten und Fertigungsmaterial sowie Echtwerteder Betriebsmittel- und Anlaufkosten bekannt

Hierfür werden bei der Einzelfertigung die gesamten Auftragsdatenanhand der Auftragspapiere und Stücklisten erfasst und bewertet undnach Funktionsgruppen o.ä zusammengestellt

Der Vergleich mit den SOLL- oder Plankosten der Vorkalkulation zeigt nicht nur die Abweichungen und ihre verschiedenen Gründe,sondern hilft auch, die Unterlagen für künftige Vorkalkulationen zu ver-bessern

Bei der Serien- oder Massenfertigung ist eine derartige tion nicht möglich, weil meistens keine geschlossenen Aufträge gebildetwerden Hier wird nach Planwerten der Stücklisten und Fertigungsplänen,und nach Tagessätzen der Preislisten und Lohnlisten kalkuliert sowie aufder Basis der angefallenen Gemeinkosten und evtl zusätzlicher „Anlauf-kosten“ Man nennt diese, auf Tageswerten basierende Rechnung, „Tages-kalkulation“

Nachkalkula-Welche Daten für die Kostenermittlung sind nun zu den verschiedenenPhasen des Entwicklungsablaufs vorhanden und welche Kalkulations-arten sind damit nur möglich?

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Abbildung 12 zeigt links den Ablauf von einer Anfrage über Angebot,Konzept, Entwurf usw bis zur Abrechnung, wobei bewusst die Überlap-pung der Arbeiten angedeutet ist.

Die rechte Bildhälfte verweist auf die Daten, die zum jeweiligen punkt vorhanden sind, bei der Vorkalkulation, bei der mitlaufendenKalkulation und schließlich bei der Nachkalkulation der Einzelfertigungbzw bei der Tageskalkulation der Serienfertigung

Zeit-Daraus ist ersichtlich, dass für Neuteile, neue Baugruppen oder gar ganzneue Erzeugnisse im Frühstadium nur mit pauschal oder durch Vergleichgeschätzten Mengen, Zeiten und Kosten zu rechnen ist, wobei Kennzahlen,Kostengesetzmäßigkeiten, Gewichtsschätzungen usw als unterstützendeHilfen einzusetzen sind

Vorteilhaft ist es, wenn auch die Vor- und Zwischenkalkulationen aufden Größen: Materialeinzelkosten, Fertigungszeiten, Sondereinzelkostender Entwicklung, Investitions- und sonstigen Einzelkosten aufbauen, oderzumindest diese Werte ermitteln, so dass Abweichungen später auf dieAusgangsgrößen zurückgeführt werden können

Abb 12. Basiswerte für Kalkulationen zu verschiedenen Zeitpunkten der Entwicklung

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1 Gesetzmäßigkeiten und Tendenzen der Kosten

Unabhängig von speziellen Anfragen und Aufträgen bestehen gewisseGesetzmäßigkeiten von Kosten und liegen in jedem Unternehmenbestimmte Kennzahlen und Erfahrungswerte über die zu entwickelndenProdukte vor Nur ganz selten stößt ein Unternehmen mit einer Entwick-lung in völliges Neuland vor Diese Gesetzmäßigkeiten zu beachten unddanach Kostenvor- oder -nachteile zu beurteilen, gehört zu den Grund-forderungen für jeden Konstrukteur Vereinheitlichungsvorteile nutzen,Wiederholteileverwendung, Baukasten- und Typreihenbildung sind An-regungen, die hierzu gehören

2 Konzeptorientierte Verfahren

Liegt eine Anfrage vor, für die ein Angebot auszuarbeiten ist, dann sindnormalerweise weder der direkte Materialbedarf noch der Fertigungszeit-bedarf bekannt noch kurzzeitig zu ermitteln Auf was man zurückgreifenkann, sind Hinweise über geforderte Funktionen, Einsatzbedingungen,eventuell Preisvorstellungen Erst mit Hilfe eines Rohkonzepts sindVergleichsaggregate und deren Kosten festzustellen sowie geschätzteMehr- oder Minderkosten, einschließlich geschätzter oder nach Ähnlich-keitsgesetzen gerechneter Kosten für neue Baugruppen und Montagen.Vergleichskalkulationen, Schätzkalkulationen und Sonderkalkulationenbilden die Basis für die Angebotskalkulation Dass hier gewisse Risikenund Ungenauigkeiten bestehen, muss in den kalkulatorischen Ansätzenausgewiesen werden

3 Konstruktiv orientierte Verfahren

Liegen Skizzen, Entwürfe oder Zeichnungen bereits vor, sind aber dieAbmessungen, die Toleranzen und die speziellen Materialspezifikationennoch nicht endgültig festgelegt, dann lohnt sich eine aufwendige Einzel-kostenerfassung mit Zuschlags- oder Platzkostenrechnung normaler-weise noch nicht Es sind daher Verfahren anzuwenden, die vorwiegendauf den technischen Daten der Konstruktion aufbauen und die Techno-logie zunächst noch außer Ansatz lassen

Derartige Verfahren sind die Gewichtskalkulation, die trotz allerBedenken in bestimmten Bereichen ihre Berechtigung besitzt, die Rela-tivkostenrechnung für bestimmte Vergleichsrechnungen, die Kalkulationmit rechnerischen Parametern (Äquivalenzziffern) und Sonderrech-nungen

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In gewissen Fällen können hier bereits technologische Ansätze det werden, sei es durch EDV-Generierung von Fertigungsplänen undnachfolgende Kostenermittlung, sei es durch simulierte Konstruktions-ergänzungen in der Arbeitsvorbereitung Letztgenannte Arbeiten sindjedoch sehr zeitaufwendig und nur selten zu empfehlen.

verwen-4 Technologisch orientierte Verfahren

Liegen Zeichnungen, Stücklisten und Fertigungspläne vor und sind auchdie Produktionsstückzahlen bekannt, dann können mit den gebräuch-lichen Zuschlagskalkulationen auf Kostenstellenbasis, mit Platzkosten-kalkulationen (Maschinenstundensatzrechnungen) oder in Sonderfällenmit Einzelkostenrechnungen die Herstellkosten o.ä ermittelt werden.Diese Kalkulationen bilden bei Serienprodukten die Grundlage für diePreisbildung und für die Produktbeurteilung

Konstruktionsvergleiche oder Verfahrensvergleiche von dukten müssen auf der Basis von Einzel- oder Platzkosten erfolgen, da dieanderen Verfahren für diese Entscheidungen zu grob sind

Serienpro-3.1

Kostengesetzmäßigkeiten und -tendenzen

Kosten sind wirtschaftlich-technischen Gesetzen unterworfen, die sozwingend sind wie die technisch-physikalischen Gesetze [5]

Die meisten wirtschaftlichen Gesetze können jedoch nicht deduktivhergeleitet werden, da die einzelnen Faktoren nicht isoliert voneinander

zu betrachten sind Nur als „Erfahrungsgesetze“, also induktiv, aus einerGroßzahl von Beobachtungen, lassen sich die funktionalen Zusammen-hänge herausschälen (Statistische Absicherung)

Das Pflichtenheft bestimmt das Gesamtniveau von Preis und Kosten.Entwicklung und Marketing legen im Pflichtenheft die Untergrenze derHerstellkosten fest Die Arbeitsvorbereitung und die Fertigung könnennur versuchen, das in der Konstruktion liegende Kostenminimum zuerreichen Daher ist es wohl angebracht, zunächst einige Probleme zumPflichtenheft und zur Konstruktion zu besprechen

Statt der Frage nach fertigungsgerechtem Konstruieren wird in denletzten Jahren immer mehr die Frage nach marktgerechtem und kosten-gerechtem oder kostengünstigem Konstruieren gestellt und nach umwelt-schonender Herstellung und Entsorgung

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Der Grundsatz

„So gut wie möglich“

wird allmählich abgelöst durch den Grundsatz

„So gut wie nötig“

Es soll nicht mehr in die Erzeugnisse hineinkonstruiert werden als derKunde zu bezahlen bereit ist Der Mehraufwand muss stets in einem ange-messenen Verhältnis zum höheren Nutzwert stehen Der Kunde zahlt unsnur seinen Nutzwert, nicht aber unsere Kosten Daher soll nicht die tech-nische, sondern die wirtschaftliche Optimallösung angestrebt werden DieKonstruktion auf eine begrenzte Lebensdauer und auf quantifizierteZuverlässigkeit sind nicht nur im Flugzeugbau, sondern auch schon inanderen Branchen allgemeine Richtschnur geworden

Die Idealkonstruktion ist so zu dimensionieren,

dass alle Teile, nach Ablauf der vorgesehenen Nutzungsdauer,zum gleichen Zeitpunkt gebrauchsuntüchtig werden

In den USA hat eine Kühlschrankfabrik, die beim Verkauf neuer Schränke

in Zahlung genommenen älteren Kühlschränke demontiert, um zustellen, welche Teile bei allen Schränken noch einwandfrei bzw.überdimensioniert waren und somit „abgespeckt“ werden konnten.Schwachstellen melden sich von selbst Überdimensionierungen kostenoft mehr Geld, machen sich jedoch nicht direkt bemerkbar, sondern nur

Als allgemeine Gesetzmäßigkeiten, denen die Kosten bei optimalerPlanung gehorchen, lassen sich durch logische Überlegungen und ausBeobachtungen, Auswertungen und allgemeinen Erfahrungen bei vielenProjekten die nachfolgenden Regeln mathematisch fassen:

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Wachstumsgesetze

Bei der Kalkulation von Baureihen wie Motoren, Pumpen, Getrieben odervon Anlagen, die in unterschiedlichen Größen errichtet werden wieChemieanlagen, Kraftwerksanlagen, Entsorgungsanlagen oder sonstigenProdukten, die nach den Ähnlichkeitsgesetzen aufgebaut werden, habensich seit vielen Jahren Kalkulationsformeln bewährt, die auf einfachenGesetzmäßigkeiten aufbauen oder nach ausgewerteten Nachkalkula-tionen ausgeführter Anlagen interpolierend oder extrapolierend ermitteltwurden

So gelten für die unten abgebildete Motorbaureihe (Abb 13) in ersterNäherung folgende Gesetzmäßigkeiten:

• Das Volumen der Motoren wächst nach dem Längenverhältnis hoch 3

• Die Oberfläche der Motoren wächst nach dem Längenverhältnis hoch 2und

• die Höhen, Breiten, Tiefen sind proprotional zueinander, also wachsendirekt im Längenverhältnis der anderen Dimensionen

• Das Gewicht, die Kupferkosten, die Eisenkosten verhalten sich etwa wiedie Volumina, also wie das Längenverhältnis hoch 3

• Der Farbverbrauch, die Bearbeitung, sind vorwiegend von der Flächeabhängig, also wachsen sie etwa wie die Fläche, im Quadrat zum Län-genverhältnis

• Die Zeiten und Kosten für das Umrüsten der Maschinen, die diekleinen, mittleren und großen Motoren bearbeiten, steigen sichtlichunterproportional zum Längenverhältnis Dies musste jedoch vonqualifizierten Kostenrechnern statistisch untersucht und quantitativbelegt werden, was im Rahmen einer Dissertation gelang Dort wurde

Abb 13. Ähnlichkeitsgesetze

mit Normreihe R 5 = 5k10

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herausgefunden, dass sie etwa proportional zur Wurzel des verhältnisses, also zum Längenverhältnis hoch 1/2wachsen.

Längen-Nach diesen einfachen Überlegungen sollen nun die Auswertungenmathematisch gefasst werden (vergl Abb 14):

a) Materialkosten (km)

l2 α

km2 = km1$ %l1

mit α≈ 3 und den Längen l1/2 der ähnlichen Produkte

Die Materialkosten ähnlicher Teile steigen etwa proportional zumVolumen bzw zur 3 Potenz des Längenverhältnisses

und n1/2= Losgröße in Stk/Los

Die Rüstkosten steigen etwa proportional zur Wurzel aus den verhältnissen und proportional zum Kehrwert der Losgrößen (Je kleinerdie Losgröße, desto höher die Rüstkosten je Stück.)

Längen-Aus den drei obengenannten Wachstumsgesetzen kann das keitsgesetz für Baureihen abgeleitet werden:

Trang 40

e) Stufensprung bei Baureihen

Aus diesen Kostenbeziehungen kann gefolgert werden:

Bei Baureihen sollte der Stufensprung in den Längenabmessungen beimaterialintensiven Produkten nicht wesentlich unter der Normreihe R 20

Abb 14. Wachstumsgesetze für Material-, Fertigungs- und Rüstkosten

Ngày đăng: 05/06/2014, 12:54

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