Die Risiken des Bank- und Leasinggeschäftes steuern die Autobanken mit wertorientierten Konzepten, und die langfristigen strategischen Zielfelder werden mit Hilfe moderner Managementme-t
Trang 2Handbuch Automobilbanken
Trang 4ISBN 978-3-642-01581-6 e-ISBN 978-3-642-01582-3
DOI 10.1007/978-3-642-01582-3
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Coverkonzept: Berger & Berger
Einbandentwurf: WMXDesign GmbH, Heidelberg
Gedruckt auf säurefreiem Papier
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Trang 5Vorwort
Als Autobanken werden die Finanzierungsinstitute der Fahrzeughersteller und -importeure in Deutschland bezeichnet Sie gehören zu den erfolgreichen und inno-vativen Anbietern von Finanzdienstleistungen rund um das Automobil
Unter dem Stichwort „automobile Finanzdienstleistung“ bietet die Suchmaschine Google über 500.000 Einträge Dennoch hat dieses Geschäftsfeld in der Öffentlich-keit bisher wenig Aufmerksamkeit erfahren Häufig werden die Autobanken nur als verlängerte Werkbank der Fahrzeughersteller gesehen, ohne einen eigenständigen Wertbeitrag zu erbringen
Dieses Handbuch widmet sich der Rolle der Autobanken in der schaft und will ihre Kompetenzen und Stärken sowie ihre Stellung in der automobi-len Wertschöpfungskette aufzeigen
Automobilwirt-Es umfasst Beiträge von Geschäftsführern, Vorständen und Managern der Autobanken und des Automobilhandels sowie von führenden Vertretern der maß-geblichen Verbände in der Automobilwirtschaft, der Wissenschaften und der Euro-päischen Zentralbank
Die Themen erstrecken sich von den volkswirtschaftlichen, rechtlichen und aufsichtlichen Rahmenbedingungen der Kfz-Finanzierung über das Leistungspro-gramm und die operativen Erfolgsfaktoren der Autobanken bis hin zur strategischen Weiterentwicklung dieses speziellen Geschäftsmodells Praxisnah und konkret wird aufgezeigt, wie das Geschäft der Autobanken funktioniert
Die unterschiedlichen Blickrichtungen der Autoren verdeutlichen, wie sich die Aufgabenstellung der Autobanken gewandelt hat Galt es zunächst den Fahr-zeugabsatz der Hersteller „nur“ zu finanzieren, stehen heute Aktivitäten des Kun-denmanagements, der Produktgestaltung/-bündelung, des Marketings und der Kundenkommunikation im Fokus
Mit der Adaption des industriellen Know-hows ihrer Muttergesellschaften auf die eigenen Geschäftsabläufe schaffen sich die Autobanken Vorteile im Wettbe-werb Das gilt für Prozessoptimierung, Outsourcing, Informationstechnologie, Pro- duktmanagement und Kostenoptimierung durch Wahrnehmung von Synergien bei Verwaltung, Einkauf und Finanzmittelbeschaffung Die Risiken des Bank- und Leasinggeschäftes steuern die Autobanken mit wertorientierten Konzepten, und die langfristigen strategischen Zielfelder werden mit Hilfe moderner Managementme-thoden nachgehalten
Trang 6Subprime Krise, Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Krise der Automobilindustrie! Warum erscheint das Handbuch gerade jetzt? Unabhängig von den aktuellen Ent-wicklungen und Veränderungen in den Banken- und Automobilbranchen will das Handbuch eine interessierte Öffentlichkeit über die Grundzüge des besonderen Geschäftes der herstellerverbundenen Banken informieren und einen möglichst umfassenden Einblick in ihr Wirkungsfeld geben Damit soll auch eine Informa-tionslücke im Wissen um das WAS und das WIE der automobilen Finanzdienst-leistung gefüllt werden
Zielgruppen sind Entscheidungsträger der Bank- und Automobilwirtschaft, der Finanzdienstleistungsbranche im Allgemeinen, der relevanten Verbände und Auf-sichtsorgane sowie Studenten und Lehrer der bank- und wirtschaftswissenschaft-lichen Fakultäten an Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen und – last but not least – alle Autofahrer, die sich für die Angebote und die Arbeitsweise der Autobanken interessieren Ein ausführliches Stichwortverzeichnis und nützliche Links im Internet erschließen dem Leser den raschen und weiterführenden Zugang zum Themengebiet
An erster Stelle dankt der Herausgeber den Autoren, die mit ihren praxisnahen und differenzierten Beiträgen das vorliegende Handbuch erst ermöglicht haben Weiterer Dank gilt dem Arbeitskreis der Banken und Leasinggesellschaften der Automobilwirtschaft (AKA) und insbesondere Herrn Horst Berger, Geschäftsfüh-rer der AKA-Sekretariat GmbH, sowie den Sprechern des Arbeitskreises der Auto-banken, Herrn Klaus Bentz und Herrn Dr Thomas Brakensiek, für ihre tatkräftige Unterstützung bei der Realisierung des Projektes
Dem Springer Verlag dankt der Herausgeber für die fachkundige Unterstützung und technische Umsetzung
Vorwort
Trang 7Wir danken dem Herausgeber, dessen profunde Kenntnis und dessen ment das Werk ermöglicht haben Wir danken dem Springer Wissenschaftsverlag für die Bereitschaft, sich dieser Thematik anzunehmen.
Engage-Last but not least gilt unser besonderer Dank den Autoren aus Wissenschaft und Praxis, die ihren umfangreichen Erfahrungsschatz in das Werk eingebracht haben.Für den „Arbeitskreis der Banken und Leasinggesellschaften der Automobil- wirtschaft“
Im Mai 2009, Heilbronn/München
Klaus Bentz
Dr Thomas Brakensiek
FGA Bank Germany GmbH
Vorsitzender der Geschäftsleitung
BMW Bank GmbH
Vorsitzender der Geschäftsleitung
Trang 8Inhaltsverzeichnis
Das Geschäft der Autobanken im Überblick 1
1 Geschäftsziele 1
2 Geschäftsfelder und Marktposition 2
3 Wettbewerbsumfeld 6
4 Bedeutung der Marke 8
5 Produktstrategien 8
6 Internationalisierung 10
7 Stellschrauben des Erfolges 11
8 Partnerschaft mit dem Autohandel 14
Literatur 15
Volkswirtschaftliche Bedeutung der automobilen Finanzdienstleistungen in Deutschland 17
1 Einleitung 17
2 Theoretische Grundlagen 18
2.1 Methodik und Vorgehensweise 18
2.2 Schätzmodell und Basisdaten 19
3 Ergebnisse 19
3.1 Wertschöpfungs-Effekte 19
3.2 Beschäftigungs-Effekte 20
3.3 Technischer Fortschritt 20
4 Fazit und Bewertung 21
Der qualitative bankaufsichtliche Ansatz unter Berücksichtigung ausgewählter Aspektebei Autobanken 23
1 Der qualitative bankaufsichtliche Ansatz für Kreditinstitute 23
1.1 Vom quantitativen zu einem qualitativen Aufsichtsansatz 23
1.2 Basel II 24
1.3 Liquiditätsanforderungen 27
2 Ausgewählte Aspekte bei Autobanken 28
2.1 Einordnung der Autobanken in das Bankensystem 28
Trang 92.2 Besonderheiten von Autobanken im Hinblick auf
den fortgeschrittenen IRB-Ansatz 28
2.3 Besonderheiten von Autobanken im Hinblick auf das Mutterunternehmen 30
3 Entwicklungslinien 31
3.1 Entwicklungen in der Automobilbranche 31
3.2 Entwicklungen hinsichtlich der Eigenmittelunterlegung 32
3.3 Entwicklungen hinsichtlich der Liquiditätsvorschriften 33
Literatur 33
Zur Bedeutung der Finanzdienstleistungen für die Zukunft der Handelsbetriebe 35
Innovation und Wertbeständigkeit – Wettbewerbsfaktoren für Automobilmarken und Finanzdienstleistungen 41
1 Vorbemerkung 41
2 Aktuelle Anforderungen des Automobilmarktes 42
2.1 Sichtbare Erfolge in der Sicherheitstechnologie 43
2.2 Nachhaltige Fortschritte in der Umwelttechnik 43
2.3 Erhöhtes Qualitätsniveau deutscher Automobilmarken 45
2.4 Leistungsfähiger Service für die Automobilkunden 46
3 Professionelle Restwertbestimmung durch Autobanken und Handel 47
4 Ausbau des Markenmanagements durch die Fahrzeughersteller 48
5 Entwicklung des Kfz-Vertriebs (Kfz-GVO) 49
6 Strategische Entwicklung der automobilen Finanzdienstleistungen 51
Literatur 52
Kooperationsgewinne in der Triade Hersteller – Autobank – Handelsorganisation 55
1 Einleitung 55
2 Kundenspezifische Serviceangebote der Autobanken 56
3 Autobanken als ein zentraler Baustein in der automobilen Wertschöpfungskette 58
3.1 Autobanken und Autohersteller 59
3.2 Autobanken und Autohandel 60
4 Herausforderungen für Hersteller, Händler und Finanzdienstleister im Wandel der Märkte 63
5 Schlussbemerkungen 64
Literatur 65
Finanzierung des Fahrzeuggeschäftes aus Sicht des Handels 67
1 Bedeutung des Finanzierungsgeschäftes für den Autohandel 67
2 Optionen für den Autohandel – Herstellerbank oder freies Institut? 69
3 Finanzierungsprodukte 70
Inhaltsverzeichnis
Trang 104 Marktposition des Handels 71
5 Fazit 72
Literatur 72
Kundenbindung und Wiedermotorisierung im Beendigungsgeschäft 73
1 Einleitung 73
2 Rahmenbedingungen für Captives im Beendigungsgeschäft 74
2.1 Veränderungen in den Märkten 74
2.2 Auswirkungen der Finanzierungsart auf den Automobilabsatz 74
2.3 Bedeutung des Beendigungsgeschäftes für Captives 75
3 Ansätze zur Kundenbindung und Wiedermotorisierung 76
3.1 Regelprozess End-of-Term 76
3.2 Regelprozess Early Termination 78
3.3 Grenzen der Kundenbindung/Datenschutz 79
4 Messung und Steuerung der Aktivitäten zur Kundenbindung 80
4.1 Instrumente zur Messung 80
4.2 Steuerung an Impulspunkten 82
5 Ausblick 83
Literatur 83
Sicherung des Marktauftrittes für den Importeur von Automobilen durch seine „Autobank“ 85
1 Importeure und Autobanken im deutschen Automobilmarkt 85
2 Der Einsatz von Finanzdienstleistungen: Ziele und Auswirkungen 86
2.1 Finanzierung und Leasing 86
2.2 Sonstige Dienstleistungen 88
3 Einfluss der Autobanken auf den Automobilimporteur 89
Literatur 89
Vom Ratenkredit zum Mobilitätspaket – Innovationen in der Kundenfinanzierung 91
1 Niedrige Monatsraten ohne Gebrauchtwagenrisiko: der AutoCredit 92
2 Verkürzte Haltedauern, erhöhte Loyalität 94
3 Auf dem Weg zum Produktpaket: die Kfz-Versicherung 95
4 Logische Ergänzung: die Anschlussgarantieversicherung 97
5 All Inclusive – die Mobilitätspakete als zentrales Absatzförderungsinstrument der Marken 99
6 Kurzer Ausblick 101
Literatur 101
Rundumbetreuung des Firmenkunden „Handelsbetrieb“ 103
1 Produkte und Konditionen zur Absatzfinanzierung 104
2 Restwertpolitik 105
3 Händler-Einkaufsfinanzierung 105
Inhaltsverzeichnis
Trang 114 Verkäuferarbeitsplatz 106
5 Unterstützung im GW-Geschäft 107
6 Internetdienstleistungen 108
7 Bonus-Programme 109
8 Schulungen 109
9 Außendienstbetreuung/Arbeitskreise 110
10 Marketing 110
11 Sonstige Beratungsleistungen 111
Literatur 111
Innovative Problemlösungen für das Fuhrparkmanagement 113
1 Einleitung 113
2 Das Fuhrparkmanagement 115
2.1 Aufgaben und Instrumente im Fuhrparkmanagement 115
2.2 Produkte und Dienstleistungen im Fuhrparkmanagement 116
2.3 Fuhrparkmanagement zum Nutzen des Kunden 117
2.4 Die Marktstellung der Captives 118
3 Markt und Umfeld: Trends und Herausforderungen 119
3.1 Größen der Fahrzeugflotten 120
3.2 Gemischte Flotten von Pkw und Nutzfahrzeugen 121
3.3 Europaweite Flotten 121
3.4 „Grüne Flotten“ 122
4 Dienstleistungsinnovationen im Fuhrparkmanagement 123
5 Schlussbemerkungen 124
Literatur 125
Vermögensmanagement als Geschäftsausweitung des Kerngeschäfts bei Automobilbanken 127
1 Einleitung 127
2 Geschäftsfeldentwicklung einer Automobilbank 128
2.1 Marktentwicklung der Automobilbanken 128
2.2 Vom Core Geschäft zu neuen Business Lines 129
2.3 Wettbewerbsvorteile einer Automobilbank 130
3 Zielgruppenidentifikation für das Vermögensmanagement der BMW Bank 131
3.1 Die Vermögensmanagement Kunden der BMW Bank als Cross-Selling Zielgruppe 131
3.2 Wertorientierte Segmentierung als Voraussetzung für eine zielgruppengerechte Ansprache 133
3.3 Entwicklung einer vertriebsorientierten CRM-Strategie 135
4 Ableitung von vertriebsorientierten Maßnahmen in Abhängigkeit von der Kundengruppe 136
4.1 Gewinnung von Neukunden und Interessenten 137
4.2 Weiterentwicklung von Bestandskunden 137
4.3 Verhinderung von Abwanderung 139
Inhaltsverzeichnis
Trang 125 Fazit 141
Literatur 142
Positionierung der Autobanken mit Hilfe des Europapasses – ein erfolgreiches Modell 143
1 Gesetzliche Ausgangslage 143
2 Eroberung ausländischer Märkte im europäischen Wirtschaftsraum 144
3 Gründung einer Tochtergesellschaft versus Gründung einer Zweigstelle 145
4 Das Prinzip der Heimatlandaufsicht 146
5 Bisherige Erfahrungen 147
6 Ausblick 148
Zielführende Marketingmaßnahmen zur langfristigen, ertragsorientierten Kundenbindung 149
1 Einführung 149
2 Der klassische Kundenbegriff 150
3 Customer Relationship Management (CRM) 151
3.1 Grundlagen und Definition 151
3.2 CRM-Aktivitäten bei Autobanken 152
4 Dialogmarketing zwischen FGA Bank und Kunde 155
4.1 Frontofficetätigkeiten – Ablauforganisatorische Eingliederung 155
4.2 Kundenserviceaufgaben – Bindung und Betreuung 156
4.3 Zielführende Marketingaktivitäten 156
5 Die Auswirkung von CRM auf die Loyalität 160
6 Fazit 161
Literatur 162
Produktdifferenzierung über die Herstellermarken 163
1 Einleitung 163
2 Autobanken im Wettbewerbsumfeld 164
3 Nutzen der Captives für die Geschäftspartner 165
3.1 Nutzen der Captives für den Hersteller 165
3.2 Vorteile für die Handelsorganisation 167
3.3 Wahrnehmbarer Kundennutzen 168
4 Sortimentsausweitungen zur markenspezifischen Wettbewerbsdifferenzierung 170
4.1 Rahmenbedingungen für markenkonforme Produktpolitik 170
4.2 Convenience-orientiertes Produktbündel zur Leistungsergänzung 171
4.3 Marktorientierte Produktinnovationen zur Wettbewerbsdifferenzierung 172
5 Ausblick 172
Literatur 173
Inhaltsverzeichnis
Trang 13Industrielles Management der Kernprozesse 175
1 Exzellenter Service 175
2 Kosten, Effizienz-Kriterien und Messung 178
3 Prozess-Disziplin 179
4 Abschließende Bemerkungen 180
IT als Treiber von Automatisierung und Zentralisierung 181
1 Einführung 181
2 Prozessstandardisierung und Automatisierung der Abläufe 182
3 Optimierung der IT-eigenen Prozesse 184
4 Best Practice 185
5 Resümee 185
Kreditfabrik versus Absatzunterstützung (Bonitätsrisiko) 187
1 Ausgangssituation 187
2 Kreditfabriken als Strategischer Ansatz von Geschäfts- und Spezialbanken in der Retailfinanzierung 188
2.1 Direktbanken 189
2.2 Geschäftsbanken (Sparkassen, Volksbanken, Großbanken) 189
3 Strategische Ansätze der Captives 190
3.1 Retail-Produkte 190
3.2 Retail-Prozesse 190
3.3 Retail-Kundenbindung (Customer Retention Program) 191
3.4 Händlerfinanzierung 191
3.5 Verknüpfung Händler- und Kundenfinanzierung 192
4 Fazit 193
Bedeutung der operationellen Risiken für Banken am Sonderfall der Rechtsrisiken 195
1 Regulatorische Entwicklung der operationellen Risiken von Basel II zur Solvabilitätsverordnung 195
2 Entwicklung der Bedeutung von Rechtsrisiken für die Kreditvergabe 198
3 Rechtsrisiken aus methodischer Sicht 199
4 Lösungsansätze zum Management von Rechtsrisiken 201
Literatur 202
Funding a Captive Finance Company 203
1 Introduction 203
2 The Funding Strategy 204
3 Centralized Funding Model 204
3.1 Internal Aspects 204
3.2 External Aspects 205
4 Diversification of Funding Instruments 206
4.1 Short-Term Funding Products 207
Inhaltsverzeichnis
Trang 144.2 Long-Term Funding Products 208
5 The Current Global Financial Crisis 209
6 How Central Funding Supports a CFC 210
7 Conclusion 212
Build or Buy – Wer liefert die herstellerverbundene Finanzdienstleistung? 213
1 Die spezifischen Merkmale der Geschäftstätigkeit der herstellerverbundenen Autobanken 213
2 Die Kerngeschäftsfelder 214
2.1 Händlerfinanzierung 215
2.2 Absatzfinanzierung 215
2.3 Serviceprodukte 216
3 Build or Buy – qualitative Aspekte 217
3.1 Level der Integration in Konzernstrukturen des Herstellers 217
3.2 Level der Produktkompetenz 217
3.3 Level der technologischen Kompetenz 218
4 Fazit: Build or Buy 218
5 Exkurs: Buy – Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung 219
5.1 Fachliche Kompetenz des Providers 219
5.2 Finanzielle Solidität des Providers 219
5.3 Reaktivität des Providers 220
5.4 Nationaler oder multinationaler Ansatz 220
5.5 Definition der erwarteten Qualität 220
5.6 Flexibilität der eigenen Organisation 220
5.7 Logistische Kosten der Zusammenarbeit 221
6 Zusammenfassung und Ausblick 221
Wertorientierte Geschäftssteuerung in Autobanken 223
1 Dimensionen einer wertorientierten Bankgeschäftssteuerung 223
2 Wertsteigerungsstrategien für Autobanken 226
3 Herausforderungen in der Implementierungsphase 231
Literatur 232
Prozesseffizienz und -optimierung in der Automobilfinanzierung: Überblick über Entwicklungen und Methodenset 233
1 Bedeutung von Best Practices und effizienten Prozessen 233
2 Methodenset 235
2.1 Erfolgsmessung und operative Performanceindikatoren (OPI) 235
2.2 Benchmarking 237
2.3 Kundenfeedback als Input für Prozesseffizienz 240
2.4 In-house-Tools und Strukturen 242
3 Kulturelle Einbettung 243
4 Trends und Entwicklungen 244
5 Fazit 247
Inhaltsverzeichnis
Trang 15Dialogkommunikation für automobile Finanzdienstleistungen 249
1 Hintergrund 249
2 Dialogkommunikation automobiler Finanzdienstleister 251
2.1 Definition der Dialogkommunikation 251
2.2 Instrumente der Dialogkommunikation 252
2.3 Besonderheiten der Dialogkommunikation 253
2.4 Vorgehensweise bei der Dialogkommunikation 254
2.5 Absender der Dialogkommunikation 256
3 Handlungsoptionen beim Einsatz von Direct Mails als Premium-Dialog-Kommunikationsinstrument automobiler Finanzdienstleister 257
3.1 Wahl des Adressierungsgrades 257
3.2 Wahl der Gestaltungsvariablen 259
4 Kontrolle des Einsatzes von Direct Mails als Premium-Dialog-Kommunikationsinstrument automobiler Finanzdienstleister 261
5 Fazit 261
Literatur 262
Erfolgreiches Markenmanagement: Was können die (Auto-)Banken von anderen Branchen lernen? 265
1 Einleitung 265
2 Vom Wert der Marke 266
3 Marke und Kommunikation: Die unzertrennlichen Zwillinge 268
4 Innovatives Produktmanagement statt generischem Leistungsangebot 270
5 Fazit 273
Strategisches Management in einer Autobank mit der Balanced Scorecard 275
1 Einleitung 276
2 Strategieformulierung 278
2.1 Wettbewerbs- und Umfeldanalyse 278
2.2 SWOT-Analyse 279
2.3 Strategische Positionierung 279
3 Strategieimplementierung 280
3.1 Operationalisierung der Strategie 280
3.2 Verhaltenssteuerung 281
3.3 Organizational Alignment 282
4 Strategisches Lernen 283
4.1 Best-practice Sharing 283
4.2 Durchführungskontrolle 283
4.3 Strategische Prämissenkontrolle 284
5 Zehn Erfolgsfaktoren für die Einführung einer BSC als strategisches Managementsystem 284
Inhaltsverzeichnis
Trang 16Literatur 285
Autobanken 287
Nützliche Links im Web 289
Autoren 293
Sachwortverzeichnis 303
Inhaltsverzeichnis
Trang 17Zusammenfassung In einem gesättigten PKW-Markt haben sich die Autobanken
nachhaltig etabliert. Produktinnovationen rund um das Fahrzeug schaffen neue Kundenbeziehungen und festigen die Kundenloyalität. Sie beschleunigen den Fahr-zeugverkauf und schaffen zusätzliche Erträge für Autohandel und Hersteller. Damit sind die Finanzdienstleistungen der Captives zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Automobilwirtschaft geworden. Schlanke Geschäftsprozesse und ein konse-quentes Risikomanagement geben den Spielraum für eine aktive Konditionsgestal-tung. Dank des hohen Bekanntheitsgrades ihrer Fahrzeugmarken, des Know-hows
im Kundenbeziehungsmanagement sowie der flächendeckenden Präsenz über die assoziierten Handelspartner entwickeln sich die Autobanken zu Spezialisten für in-tegrierte Mobilitätslösungen
1 Geschäftsziele
Die geschäftspolitischen Aufgaben der mit den Automobilherstellern verbundenen Banken (Autobanken) umfassen im Kern die Finanzierung der angeschlossenen Handelsorganisationen, die Bindung und Gewinnung von Kunden für den Fahr-zeugvertrieb und die Unterstützung der Fahrzeugmarken. Mit dieser am Marketing ausgerichteten Strategie leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung der jeweiligen Konzernziele. Auf die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Konzerne wir-ken die Finanzdienstleistungen der Autobanken als Katalysator und Stabilisator:
in guten Konjunkturphasen beschleunigen sie den Fahrzeugabsatz, in Zeiten einer schwachen Konjunktur stabilisieren sie das Geschäft der Hersteller. Wegen ihres Wirkens im Konzernverbund werden sie auch Captives (engl. konzerneigen) ge-nannt
geschäft in Europa, aber insbesondere international von Land zu Land abweichen,
Trang 193 Das Geschäft der Autobanken im Überblick
gen sich die Vertragzugänge der AKA-Mitglieder in der Zeit von 2000 bis 2008 auf dem hohen Niveau von ca. 2 Mio. Verträgen (Abb. 3).
Mit dem Schwergewicht des Geschäftes auf der Neuwagenfinanzierung bewe-gengeschäft den sinkenden Besitzumschreibungen im PKW-Markt nicht entziehen.Die Kreditfinanzierung von Neuwagen wird klar von der Privatkundschaft do-miniert, während sich vor allem gewerbliche Kunden für das Leasing entscheiden (Abb. 4 5). In den letzten drei Jahren allerdings zeigen auch die Privatkunden ein verstärktes Interesse an Leasing (Abb. 6)
Im Gegensatz zum Neuwagengeschäft können sich die Captives im Gebrauchtwa-Mit attraktiven Leistungspaketen reagieren die Autobanken auf den wunsch nach mehr Risikoabsicherung – Peace of Mind – und mehr Planbarkeit hin-sichtlich der Kosten der Fahrzeugnutzung – Total Cost of Ownership. Produktinno-vationen wie z. B. GAP-Versicherung, 3-Wege-Finanzierung, Full Service Leasing
Einkaufs-Finanzg.
Leasing
Kfz Versicherg.
-Fuhrpark managmt.
Geldanlage Kreditkarten
Abb. 2 Neuzulassungen/Besitzumschreibungen (Quelle: KBA)
8 9
5 6 7
2 3 4
0 1 2
Trang 204 F. Stenner
Abb. 3 Vertragszugänge der AKA-Captives (Quelle: AKA)
3500 4000
2500 3000
1500
2000 000
500 1000
0 2008 2007
2006 2005 2004 2003
2002 2001 2000
Neuzulassungen AKA-Marken Vertragszugänge insgesamt Vertragszugänge Neuwagen Vertragszugänge Gebrauchtwagen
Abb. 4 Neuwagen-Kreditgeschäft (Quelle: AKA)
600 500
2008 2007
2006 2005
Trang 215 Das Geschäft der Autobanken im Überblick
und Mobilitätspakete veranlassen auch Privatkunden zu einem Umdenken beim Fahrzeugerwerb. Sie erkennen die Vorteile einer vertraglich vereinbarten Fahrzeug-nutzung, ohne das Eigentum zu erwerben (Stenner & Lorenz, 2000)
Der technische Fortschritt im Automobilbau und die vom Kunden georderten höherwertigen Ausstattungsvarianten der Fahrzeuge schlagen sich in steigenden
200 300
0 100 2008
2007 2006
2005 2004
Abb. 6 Privatkredit/Privatleasing im Neuwagengeschäft
500
400 450
250 300 350
150 200
0 50 100
2008 2007
2006 Privatkunden NW Kredit Privatkunden NW Leasing
Trang 2226%), der Vermittlung von Versicherungen, in der Einkaufsfinanzierung und im
Fuhrparkmanagement konkurrieren die Autobanken mit einer Vielzahl
marken-unabhängiger Finanzierungsspezialisten, den (sog. Non-Captives),
Leasingge-sellschaften, Universalbanken und Autovermietungen. Den Wettbewerb um den
Automobilkunden verschärfen die Angebote von Versicherern, Online-Brokern und
Kundenaggregierern (Abb. 8)
lerdings zunehmend. Captives bieten ihre Finanzdienstleistungen unter neutralen
Die Trennungslinien zwischen Captives und Non-Captives verwischen sich al-Markenbezeichnungen auch für Fahrzeuge anderer Marken an, wie z. B.
Premi-um Financial Services (eine Marke der BMW Bank) oder AutoEuropa Bank (eine
Abb. 7 Einkaufs-, Kredit-, Leasingfinanzierung (Quelle: AKA)
90.000 100.000
60.000 70.000 80.000
30.000 40.000
50.000
0 10.000 20.000
Trang 237 Das Geschäft der Autobanken im Überblick
ben eines herstellereigenen Finanzierungsinstitutes. So etwa Santander Consumer Bank für den Hersteller Suzuki, FFS Bank für die Hersteller Hyundai und Subaru sowie GE Money Bank für die Marke Kia
Marke der VW Bank)und Non-Captives übernehmen für einige Marken die Aufga-Aber auch andere Financial Player positionieren sich im deutschen Markt für automobile Finanzdienstleistungen: GEFA, BdK-Bank und ALD gehören zur Unternehmensgruppe der Société Générale, die Creditplus Bank ist Teil der Crédit Agricole Gruppe. Crédit Agricole ist ebenfalls Joint-venture-Partner der Fiat Group Automobiles Financial Services, die wiederum Muttergesellschaft der FGA Bank Germany ist. Diese agiert im deutschen Markt als Captive für die Fahrzeugmarken der Fiat Group und ab dem .4.2009 auch für die Marken Jaguar und Landrover der TATA Group. Schließlich gehört die Muttergesellschaft der deutschen GMAC zu 5% dem Finanzinvestor Cerberus
Die Konsolidierungsbewegungen in den Eigentumsstrukturen der Wettbewerber und der Ausbau der Markenkompetenzen spiegeln den wachsenden Kapitalbedarf bei der Finanzierung automobiler Mobilität wider. Gleichzeitig sollen durch die Zusammenlegung von Geschäftsprozessen Kostensynergien geschaffen und Risi-ken reduziert werden. Andererseits unterstreicht diese Entwicklung aber auch den ökonomischen Wert von Marken und ihre Bedeutung für die Kfz-Finanzierer beim Ausbau des eigenen Anteils an einem stagnierenden Gesamtmarkt
Abb. 8 Der Wettbewerb*
banken
Universal-BNP Parisbas Genossen- schaftsbanken HypoVereinsbank ING - DiBa Postbank Raiffeisenbanken Sparkassen
GE Money Bank MKB Bank Premium Financial S.
Readybank Santander Consumer Bank
Autobanken
Banque PSA BMW Bank FGA Bank Ford Credit Bank GMAC Bank Honda Bank Mercedes Benz Bank MKG Bank Porsche Financial S
RCI Banque Toyota Kreditbank Volkswagen Bank Volvo Auto Bank
Online-Broker
Autoscout 24 Autoboerse.de British Car Auctions Ebay
Leasinggesell-Alphabet ALD ASL AVIS Fleet Charterway FMS Leaseplan Masterlease
VR Leasing
*Ohne Anspruch auf Vollständigkeit
Trang 24
über den Absatzerfolg von Finanzdienstleistungen und die Kundenbeziehung im
hart umkämpften Automobilmarkt. Die Marke differenziert das Produktangebot
vom Wettbewerber, sie emotionalisiert und macht das Angebot in
Außerdem verkürzen beide Finanzierungsvarianten die Haltedauer von
Fahr-zeugen im Vergleich zum Barkauf. Gerade das Leasing trägt zur Sicherung des
Trang 259 Das Geschäft der Autobanken im Überblick
zeugnutzung. Cross-selling heißt die Zauberformel für Mehr-Ergebnis und höhere Kundenzufriedenheit
Gesamtpreis und verschaffen dem Kunden zusätzlich Convenience bei der Fahr-tives des AKA verkaufen im Jahr 2008 knapp 2,5 Mio. Serviceverträge (nach ca.
Das zeigt etwa der durchschlagende Markterfolg der Mobilitätspakete. Die Cap-2 Mio. im Vorjahr), deren Leistungen sich je nach Kundenwunsch unterschiedlich bündeln lassen. Diese Mobilitätspakete können in Verbindung mit einem Leasing- oder Kreditvertrag bis zu fünfzehn Komponenten umfassen, wie z. B. Wartungs- und Reparaturkosten, Risikoabdeckung bei Diebstahl, Totalschaden, Haftpflicht- und Kaskoschäden sowie Kreditausfall, Pannenhilfe und Auslandsschutz
dern besitzen inzwischen acht Banken die Vollbanklizenz. Allerdings betreiben
Ein weiteres Beispiel sind Finanzanlageprodukte: Von den zwölf AKA-Mitglie-Abb. 9 Autobanken und Markenpräsenz
Juristische Person
Mini Financial Services MINI Premium Financial Serv.
GMAC Bank
GM, Chevrolet Honda Bank
Mercedes Benz Bank
Setra, Mitsubishi Fuso Mitsubishi
Toyota Financial Serv.
Lexus Financial Serv Lexus Daihatsu Financial Serv Daihatsu
Volkswagenbank Direct Volkswagen Nutzfahrzeuge
Autoeuropa Bank
MKG Bank MCE Bank GmbH
Trang 26Mit zunehmender Verbreitung und Akzeptanz des Internets steigen auch die grenz-überschreitenden Wachstumsmöglichkeiten für die Captives. Ein für alle
Markt-teilnehmer transparenter internationaler Marktplatz für Finanzdienstleistungen
Finanzierungsgesellschaften gefördert. Sie sind Teil eines weltweit agierenden
Financial Service Geschäftsbereiches im Verbund mit dem Fahrzeughersteller.
Trang 27Das Geschäft der Autobanken im Überblick
7 Stellschrauben des Erfolges
Die Automobilhersteller sind Weltmeister bei Produktivität und Kosteneffizienz. Sie betreiben die produktivsten Fertigungsstätten und realisieren einen hohen Qua-litätsstandard für ihre Produkte. Dieses Know-how übernehmen die Autobanken zur Optimierung der eigenen Geschäftsprozesse und erzielen je nach der Struktur ihres Geschäftes Cost/Income-Ratios zwischen 30 und 60%. Um die Effizienz des Kern-geschäftes nicht zu verwässern, werden bei strategischen Ergänzungen des Leis-tungsprogramms wie etwa um Kreditkarten oder Versicherungen die notwendigen Kapazitäten häufig insgesamt als Managementprozess von kompetenten Anbietern eingekauft
arbeitung von Kredit- und Leasingverträgen und eine hohe Produktivität pro Mit-arbeiter. Ergänzt um den Einsatz von Anrufsteuerungen im Callcenter und einen web-basierten Self Service im Frontoffice schaffen die Autobanken den Spagat zwischen einem kosteneffizienten Kundenkontakt und hoher Zufriedenheit beim Kunden
Im Backoffice gewährleisten IT-Lösungen schnelle Durchlaufzeiten bei der Be-Entsprechend ihrem Geschäftszweck geht es den Autobanken in erster Priorität
um den Kundenkontakt zum Verkauf eines Fahrzeugs der Konzernmarken bzw. um den Erhalt der Markentreue des Kunden
Ein Maß für den Erfolg im Kundenmanagement ist die Penetrationsrate. Sie misst den Anteil der über Kredit- oder Leasing finanzierten Autokäufe an den ins-gesamt zugelassenen Fahrzeugen einer Marke. Je höher die Penetrationsrate, desto besser erfüllt die Autobank ceteris paribus ihre Aufgaben für den Gesamtkonzern.
In den letzten Jahren gelang es den AKA-Mitgliedern, den Anteil der von ihnen finanzierten Neuzulassungen der AKA-Marken auszubauen (Abb. )
Eine weitere Messgröße ist die Loyalitäts-Rate. Am Vertragsende stellt sie die abgeschlossenen Anschlussfinanzierungen den Vertragsbeendigungen gegenüber und misst damit den Erfolg der Autobank bei der Fortsetzung der Kundenkontakte: gleich, ob der Kunde sein Fahrzeug behält oder abgibt, für den Captive ist es wich-tig, den Kunden zu halten. Auch und gerade dann, wenn er ein Fahrzeug der Kon-kurrenzmarke erwirbt. Bei der nächsten Fahrzeug-Entscheidung besteht nämlich
Abb. 10 Internationale Aktivitäten
Internationale Headoffice Start Regionen Anzahl der
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die Chance, den Kunden zu den eigenen Konzernmarken zurück zu gewinnen, so-fern der Kontakt zu ihm nicht abgebrochen ist
Die Finanzierung von Fahrzeugen konzernfremder Marken stärkt natürlich das Portefeuille an Kredit- und Leasingverträgen der Autobank und lässt damit das Er-
gebnispotenzial weiter steigen. Insofern sind die Interessen des Herstellers und sei-ner Autobank hier deckungsgleich
gung einer Finanzierung verzichten. Denn eine vorzeitige Vertragsbeendigung bie-
25 30 35
15 20
0 5 10
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3 Das Geschäft der Autobanken im Überblick
den die möglichen Restwertrisiken häufig zwischen Hersteller, Autobank und Auto-haus vertraglich geteilt. Dabei hat sich das Remarketing von Fahrzeugrückläufern auch über den Weg vorzeitiger Vertragsbeendigung bzw. Vertragsverlängerungen
Abständen überprüft werden. Zur generellen Begrenzung des Risikoexposure wer-in Zusammenarbeit mit der assoziierten Handelsorganisation zu einer klassischen Kernkompetenz der Autobanken entwickelt. Außergewöhnlich heftige Preiseinbrü-che, wie z. B. 2007 in den USA als Folge des Subprime-Debakels, können jedoch
steigen.
zu unerwarteten Restwertverlusten führen, die die getroffene Risikovorsorge über-lerdings eine eher ausgewogene Verteilung des Ausfallrisikos auf (Haupt & Hen-kel, 200) und die Forderungsausfälle bewegen sich mit rund 50 Basispunkten im Vergleich zu anderen Konsumentenkrediten auf einem niedrigen Niveau (Deutsche Bank, 2008). Der Privatkunde zeigt auch in Krisenzeiten eine hohe Zahlungsmoral, weil sein Fahrzeug für die tägliche Mobilität unersetzlich ist. Im Gegensatz zu vie-len anderen Banken haben sich die Autobanken auf ihr Kerngeschäft der Finanzie-rung von Fahrzeugen und des Automobilhandels konzentriert und sind keinen „bad loans“ aus geschäftsfremden Finanzierungen ausgesetzt
Das typische Retail-Portfolio für private Kredit- oder Leasingkunden weist al-Die Autobanken nutzen zur Refinanzierung des Aktivgeschäftes einen breiten Mix an Finanzierungsinstrumenten (Abb. 2) und sind auf allen wichtigen globalen Kapitalmärkten präsent
Die weltweite Vertrauenskrise im Bankensektor hat die gewohnten rungsquellen austrocknen lassen und auch die Autobanken leiden unter den gefor-derten hohen Risikoprämien für die fälligen Anschlussfinanzierungen. Trotz erst-klassiger Benotungen durch die Rating-Agenturen (Moody’s Ratings Stand 2/09: BMW A2, Daimler A3, VW A3) müssen beispielsweise die deutschen Hersteller für im Januar 2009 emittierten Kapitalmarktanleihen ein Risikoaufgeld bis zu 485 Basispunkten zahlen. Dieser Zuschlag gegenüber sicheren Staatsanleihen bewegte sich in den Jahren 2004 bis 2006 zwischen 40 und 60 Basispunkten, d. h. die Risiko-prämien liegen um das 8-fache bis 2-fache über dem bisherigen Niveau. Die hohen Risikoaufschläge für den Autosektor insgesamt verteuern die Refinanzierung des Finanzdienstleistungsgeschäftes der Autohersteller erheblich
Finanzie-Daher sind die Captives im Vorteil, die zur Finanzierung ihres Aktivgeschäftes auf Kundeneinlagen zurückgreifen können. So mussten Mercedes Benz Bank und
Trang 30sind wichtig, doch der Kunde will von einem finanzwirtschaftlich kompetenten
Berater von den finanziellen Vorzügen des Angebotes überzeugt werden. Daher
kommt es für die Autobank sehr darauf an, die Abschlussfähigkeit des Beraters
durch Schulungen, POS-Material und einfache Produktstrukturen sicherzustellen
und den Vertragsabschluss mit einer schnellen Bonitätsentscheidung und Antrags-bearbeitung zu begleiten
zeugkunden, sondern er ist ebenfalls Kunde für die Finanzierung des Fahrzeug-
verkauf und ein Äquivalent für Rabatte. In regelmäßigen internen und externen
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Diez, W., & Reindl, S. (2002). Vom Automobilhersteller zum Mobilitätsanbieter. Zeitschrift Der Bürger im Staat: Mobilität, (3), 53–60.
Häußler, W. (999). Statistisch-fundierte Scoringsysteme im Leasinggeschäft. FLF, 5, 22–227.
Haupt, G., & Henkel, J. (200). Kreditrisiko-Berechnungen für das Retail-Portfolio einer Auto-mobilbank. Banking and Information Technology(BIT), (3), 70.
Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen GmbH, Frankfurt am Main, S. 4 Lorenz, J. (200). Vorzüge assoziierter Finanzdienstleister für Autohersteller, -importeure und
Markenohne eigene Herstellerbank
Freie Autobanken MKG Bank
Teilnehmer: 1.100 Autohäuser und 28 Kfz.-Finanzierer
Santander Consumer Bank
Santander Consumer Bank
Volkswagen Bank
Trang 32Zusammenfassung Neben bedeutenden betriebswirtschaftlichen Effekten auf
die Ergebnisstruktur des jeweiligen Automobilherstellers haben die automobilen Finanzdienstleistungen der herstellergebundenen Autobanken auch beträchtliche volkswirtschaftliche Effekte. Der Beitrag ermittelt auf Basis eines Schätzmodelles die Auswirkungen des Angebotes und der Inanspruchnahme automobiler Finanz-dienstleistungen auf Wertschöpfung, Beschäftigung und technischen Fortschritt
1 Einleitung
leistungen im Hinblick auf wesentliche volkswirtschaftliche Zielgrößen dargestellt werden. Dabei geht es um eine faktenbasierte, gleichwohl nur grobe Schätzung der volkswirtschaftlichen Effekte, die sich aus dem Angebot und der Inanspruchnahme automobiler Finanzdienstleistungen ergeben. Unter automobilen Finanzdienstleis-tungen sollen dabei automobilspezifische Finanzierungs-, Leasing- und Versiche-rungsprodukte verstanden werden
Im Rahmen des folgenden Beitrags soll die Bedeutung automobiler Finanzdienst-schaftliche Zielgrößen wurden ausgewählt:
Als wesentliche und auch in anderen Evaluierungsanalysen übliche volkswirt-• Wirtschaftswachstum (gemessen an der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung)
• Beschäftigung sowie
• technischer Fortschritt
schaftliches Gleichgewicht erscheinen im Hinblick auf die vorliegende Fragestel-lung weniger relevant
Trang 33Im Rahmen des vorliegenden Kurz-Gutachtens wurde versucht, die Primär- und
Sekundäreffekte abzuschätzen. Nicht berücksichtigt wurden Tertiär-Effekte, die
sich daraus ergeben, dass sowohl die Einkommen der Beschäftigten bei den
Trang 3419 Volkswirtschaftliche Bedeutung der automobilen Finanzdienstleistungen in Deutschland
2.2 Schätzmodell und Basisdaten
Das Schätzmodell ergibt sich aus der in Abschn. 2.1. beschriebenen Methodik und Vorgehensweise. Es ist in Abb. 1 schematisch dargestellt
3 Ergebnisse
3.1 Wertschöpfungs-Effekte
Die Penetrationsrate der herstellerverbundenen Autobanken im Neuwagen-Markt liegt bei etwas mehr als 40%. Bei einem Gesamtabsatzvolumen von 3,15 Mio. Neu-wagen im Jahr 2007 entspricht dies einem Volumen von 1,29 Mio. Fahrzeugen. Bei einem Durchschnittspreis von knapp 26.000 EUR ergibt dies ein Umsatzvolumen von 41,7 Mrd. EUR
Im Hinblick auf den dadurch in Deutschland ausgelösten Wertschöpfungs-Effekt müssen zum einen jene Fahrzeuge abgezogen werden, die auch ohne Inanspruch-nahme von Finanzdienstleistungen verkauft worden wären, und zum anderen die Importfahrzeuge, die in Deutschland eine nur geringe Wertschöpfung induzieren.
Abb. 1 Volkswirtschaftliche Bedeutung automobiler Finanzdienstleistungen – Analysemodell
Fianzdienst-Direkt Beschäftigte
Finanzdienst-leistungen induzierte Absatz- und Umsatz- Effekte
Absatzsteigerung kürzere Halte- dauer höhere Ausstattung
Effekte durch Finanz- dienstleistungs- induzierte Absatz- und Umsatz-Effekte
Beschäftigungs-Schnellere Diffusion innovativer Techno- logien durch kürzere Halte- dauer höhere Ausstattung
führt zu positiven Umsatz- und Beschäftigungs-Effekten in anderen Branchen
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Nach Angaben des Arbeitskreises Autobanken (AKA) waren im Jahr 2007 rund
9.000 Mitarbeiter bei den herstellerverbundenen Autobanken beschäftigt. Dazu
Trang 3621 Volkswirtschaftliche Bedeutung der automobilen Finanzdienstleistungen in Deutschland
ein laufender technischer Fortschritt stattfindet, und zwar sowohl bei neuen Mo- dellen wie auch bei Modellen, die sich bereits länger in der Serienproduktion befinden, hat die verkürzte Haltedauer zur Folge, dass durch automobile Finanz-dienstleistungen der Diffusionsprozess neuer Technologien in der Automobilbran-che beschleunigt wird. Neben einer Erhöhung der Sicherheit hat dies auch einen umweltentlastenden Effekt, da auf diese Weise Fahrzeuge mit neuen spritsparen-den Technologien schneller in den Markt kommen
• Weiterhin wurde ebenfalls bereits darauf hingewiesen, dass Autofahrer, die Finanzdienstleistungen in Anspruch nehmen, ihr Fahrzeug besser ausstatten als Bar-Käufer. Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei diesem höhe-ren Ausstattungsumfang auch um Ausstattungskomponenten handelt, die zumin-dest teilweise der Erhöhung der Fahrzeugsicherheit sowie dem Umweltschutz zugute kommen
Generell kann also festgestellt werden, dass automobile Finanzdienstleistungen die Markt- und Wettbewerbsdynamik im Automobilgeschäft erhöhen, indem sie dazu beitragen, den technischen Fortschritt zu beschleunigen
4 Fazit und Bewertung
gen sind in der Übersicht in Abb. 2 nochmals zusammenfassend dargestellt. Es zeigt sich, dass die automobilen Finanzdienstleistungen der herstellergebundenen Auto-banken – abgesehen von den bedeutenden betriebswirtschaftlichen Effekten im Hinblick auf die Ergebnisstruktur der jeweiligen Automobilhersteller – auch eine nicht zu unterschätzende volkswirtschaftliche Bedeutung haben
Die hier ermittelten volkswirtschaftlichen Effekte automobiler Finanzdienstleistun-Abb. 2 Volkswirtschaftliche Bedeutung von Finanzdienstleistungen – Zusammenfassung der
26,5
Indirekte wirkung:
Beschäftigungs-Summe:
9.000 70.000
79.000
innovativer Technologien
Erhöhung Verkehrssicherheit Reduktion Umweltbelastungen
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22 W. Diez
Dabei stellen die hier ermittelten Effekte eine eher konservative Schätzung dar,
mobilen Finanzdienstleistungen nicht nur bei den deutschen Automobilherstellern, sondern auch bei den in Deutschland tätigen Importeuren Arbeitsplätze, was in der vorliegenden Betrachtungen nicht explizit berücksichtigt wurde. Ferner müssten die Effekte der Finanzdienstleistungs-Penetration im Gebrauchtwagengeschäft ab-geschätzt werden. Schließlich führen die Finanzdienstleistungen auch aus einzel-wirtschaftlicher Sicht zu Sekundär-Effekten beispielsweise im Werkstattgeschäft vertragsgebundener Autohäuser, die ebenfalls volkswirtschaftlich relevant sein dürften
da weitere mögliche Effekte nicht berücksichtigt wurden. So etwa sichern die auto-Der vorliegende Beitrag kann nur ein erster Anstoß sein, die Aufmerksamkeit auf die volkswirtschaftliche Bedeutung von automobilen Finanzdienstleistungen zu len-ken und damit zu weiteren, detaillierteren Analysen anzuregen. Diese könnten dazu beitragen, das Bewusstsein für die Relevanz automobiler Finanzdienstleistungen in der Öffentlichkeit sowie bei den politischen Entscheidungsträgern zu erhöhen
Trang 38Zusammenfassung Der Beitrag untersucht die Besonderheiten der Autobanken in
dene Entwicklung vom quantitativen zu einem qualitativen Aufsichtsansatz auf und geht auf den Inhalt der gültigen Regeln näher ein.
der Bankenaufsicht für Kreditinstitute. Er zeigt die in den letzten Jahren stattgefun-Bei Autobanken handelt es sich um Spezialfinanzierer, die im Hinblick auf ihr Geschäft homogene Portfolien besitzen und damit Besonderheiten bei der aufsicht-lichen Behandlung aufweisen. Der Autor greift in diesem Zusammenhang ausge-wählte Aspekte auf und nimmt diese näher in Augenschein. Abschließend werden aktuelle Entwicklungslinien beleuchtet
1 Der qualitative bankaufsichtliche Ansatz für Kreditinstitute
1.1 Vom quantitativen zu einem qualitativen Aufsichtsansatz
Parallel zur vermehrten Vor-Ort-Präsenz der Aufsicht in den letzten Jahren lief ein weiterer mittel- bis langfristig angelegter Prozess durch den Übergang von rein quan-titativ ausgerichteten zu mehr qualitativ orientierten Bankenaufsichtsregeln (Jakob,
regeln (Begrenzung der Klumpenrisiken) bzw. der Grundsatz II (Liquiditätshaltung)
potenzieller Bankrisiken durch Eigenkapital als Risikopuffer) oder die Großkredit- bank, Referat Bankgeschäftliche Prüfungen.
Koautorin: Christine Riel, Mitarbeiterin der Hauptverwaltung München der Deutschen Bundes-2 bericht September 2004; Europäische Zentralbank: Die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung: Wesentliche Merkmale und Auswirkungen, Monatsbericht Januar 2005; Europäische Zentralbank: Marktdisziplin im Bankensektor, Monatsbericht Februar 2005.
Deutsche Bundesbank: Neue Eigenkapitalanforderungen für Kreditinstitute (Basel II), Monats-F. Stenner (Hrsg.), Handbuch Automobilbanken,
DOI 0.007/978-3-642-0582-3_3, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 200
Der qualitative bankaufsichtliche Ansatz unter Berücksichtigung ausgewählter Aspekte
Trang 3924 W. Simler
im Vordergrund, geht es zwischenzeitlich um das individuelle Risikoprofil einer Bank sowie deren interne Prozesse und Verfahren, für die die Bankenaufsicht lediglich
„Leitplanken“ in Form von struktur- und prozessorientierten Vorgaben zu Steuerung und Überwachung der Risiken vorgibt. Die damit verbundene Flexibilität geht einher mit der Stärkung der Eigenverantwortung der Banken, die ein zentraler Baustein der qualitativen Aufsicht ist
1.2 Basel II
Basel II, das Synonym für die internationale Neufassung der bankaufsichtlichen Eigenkapitalanforderung für Kreditinstitute, stellte die bedeutendste Änderung des Bankenaufsichtsrechts seit beinahe zwei Dekaden dar. Erheblicher Handlungsbe-darf für die Überarbeitung des Baseler Akkords von 988 (Basel I) entstand v. a. aus dessen zahlreichen Umgehungsmöglichkeiten durch Produktinnovationen (Stich-wort: Kapitalarbitrage), die in Basel I nicht risikoadäquat erfasst und abgebildet werden konnten. In der Folge nahmen die Risiken für die Finanzmarktstabilität zu
Im Juni 2004 stimmten Notenbankgouverneure und die Leiter behörden dieser Länder der vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) vorgelegten Rahmenvereinbarung über die neue Eigenkapitalempfehlung für Kre-ditinstitute (Basel II) zu. Basel II markierte einen bedeutenden Meilenstein in der internationalen Harmonisierung der bankaufsichtlichen Vorschriften. Obwohl sich Basel II primär nur an international tätige Banken richtet, wird es auch auf nationa-ler Ebene als Kapitalstandard für Banken akzeptiert
der Aufsichts-haltlich weitgehend identischen Umsetzung der Baseler Vorschläge in europäisches Recht. Die Umsetzung von Basel II in EG-Recht erfolgte unter Beteiligung von Rat (ECOFIN), Kommission und Europäischem Parlament durch die sog. Capital Requirement Directive (CRD). Die nationale Implementierung vollzog sich durch Änderungen in Kreditwesengesetz (KWG) und Groß- und Millionenkreditverord-nung (GroMiKV) sowie durch den Erlass der Solvabilitätsverordnung (SolvV), die den Grundsatz I zum Januar 2007 ablöste
Parallel zu den Arbeiten des BCBS liefen auf EU-Ebene die Planungen zur in-Änderungen des Regelwerkes in kleineren Bereichen, aufgrund der Lehren aus der Finanzkrise, sind aktuell in der Diskussion
1..1 Mindesteigenkapitalanforderungen
Die Mindesteigenkapitalanforderungen bauen auf den Regelungen des Akkords auf. Im Grundsatz unangetastet blieb die allgemeine Mindesteigenkapital-anforderung für Banken von mindestens 8%
Trang 4025 Der qualitative bankaufsichtliche Ansatz
Zur Messung des Kreditrisikos stehen ebenfalls drei unterschiedliche Ansätze zur Auswahl (siehe Tabelle 2)
Der Standardansatz lehnt sich konzeptionell eng an Basel I an, ist jedoch we-sentlich risikosensitiver. Das individuelle Gewicht für ein Risikoaktivum hängt von der Bonitätseinstufung der Bank oder einer anerkannten externen Ratingagentur ab.Dagegen ist bei den auf Internen Ratings basierenden Ansätzen (IRB-Ansätzen) bei der Beurteilung des Kreditrisikos Neuland beschritten worden. Hier sind ver-schiedene Forderungsklassen zur Unterteilung der Kreditrisikoaktiva definiert, wie
z. B. Zentralregierungen, Institute, Mengengeschäft, Beteiligungen, Verbriefungen, Unternehmen, sonstige kreditunabhängige Aktiva. Abhängig von der jeweiligen For-derungsklasse kommen unterschiedliche Risikogewichtungsfunktionen hierbei zur Anwendung. Die IRB-Ansätze gestatten den Banken, bestimmte Bestandteile wie